Frankreich

Inflationsrate im Euro-Raum ohne große Bewegung – EZB steht unter hohem Erwartungsdruck

Im Juni hat sich die Inflationsrate im Euro-Raum nicht bewegt. So lag die jährliche Teuerungsrate der Verbraucherpreise mit 1,2% genauso hoch wie im Vormonat. Dabei haben zwei gegensätzliche Effekte auf den harmonisierten Verbraucherpreisindex eingewirkt: Auf der einen Seite hat der geringere Preisauftrieb bei den Energiepreisen die Inflationsrate gesenkt. Auf der anderen Seite stiegen die Dienstleistungspreise nach dem Auf und Ab in den Vormonaten aufgrund des späten Osterfests in diesem Jahr wieder etwas stärker und erreichten das gewohnte Maß. Auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zur Preisentwicklung abgegeben haben, eine unterschiedliche Preisdynamik. In Deutschland blieb der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) unverändert bei 1,3%, in Frankreich stieg er von 1,1 auf 1,4%. In Spanien ermäßigte sich der Preisauftrieb von 0,9 auf 0,6%. Die italienische Inflationsrate ging von 0,9 auf 0,8% zurück. Einheitlich schwächte sich in allen Ländern der Preisauftrieb für den Bereich Energie ab, während die Dienstleistungspreise…

Frankreich: Proteste tun dem Reformeifer keinen Abbruch

Eines muss man Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron lassen: Er lässt sich durch die Proteste der Straße nicht von seinem angekündigten Reformkurs abbringen. Nachdem die Gelbwesten immer mehr an Zulauf verlieren, riskiert er nun den Streit mit den Gewerkschaften. Nach der Arbeitsmarktreform aus dem Jahr 2017 mit erleichterten Kündigungs- und Einstellungsregeln, wurden nun jüngst den Sozialpartnern Details für die geplante Reform des Arbeitslosenversicherungssystems präsentiert. Zu den Eckpunkten der Reform zählen etwa längere Arbeitszeit für den Zugang zu Leistungen der Arbeitslosenversicherung und eine Begrenzung der Leistungen für Besserverdienende. Bisher konnte die Arbeitslosenversicherung in Anspruch genommen werden, wenn man in 28 Monaten mindestens 4 davon gearbeitet hatte. Künftig müssen Antragssteller mindestens 6 Monate angestellt gewesen sein. Zudem werden die Leistungen in Zukunft verstärkt vom vorhergehenden Einkommen abhängig gemacht. Bei Geringverdienern soll verhindert werden, dass sie sich durch Arbeitslosigkeit besserstellen können. Im Durchschnitt erhält ein Leistungsempfänger rund 1020 Euro pro Monat. Bei Besserverdienenden ab…

Inflationsanstieg im Euro-Raum merklich langsamer

Im Mai hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Euro-Raum merklich verlangsamt. Die Inflationsrate – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – sank gemäß der Schnellschätzung von Eurostat von 1,7% im April auf 1,2% im Mai. Dies ist hauptsächlich auf einen geringeren Anstieg der Preise für Dienstleistungen zurückzuführen. Während der Osterferienzeit im vergangenen Monat hatten sich Dienstleistungen stärker als sonst verteuert. Dieser Preisanstieg wurde im Mai nun wieder korrigiert. Da die Teuerung bei den sonstigen Gütern, bei den Nahrungsmitteln und bei Energie nur moderat ausfiel, hat sich die Inflationsrate insgesamt reduziert. Auf Länderebene berichteten alle Volkswirtschaften, die Schnellschätzungen veröffentlichen, ebenfalls von niedrigeren Verbraucherpreisanstiegen. Besonders deutlich fielen die Korrekturen in Deutschland und Spanien aus. Hier verringerte sich die Jahresrate um 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozentpunkte. Die deutsche Inflationsrate lag im Mai bei 1,3%, die spanische sogar nur bei 0,9%. Wie geht es nun weiter? Nach dem Auslaufen des Ostereffektes deutet im Moment kaum…

Wird Deutschland für Unternehmen zum Hochsteuerland?

Im Bereich der Besteuerung von Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einiges bewegt. Innerhalb der Gruppe der OECD-Länder sind die Körperschaftsteuersätze seit dem Jahr 2000 deutlich reduziert worden. Der ungewichtete Mittelwert der Unternehmenssteuersätze der betrachteten Länder sank zwischen 2000 und 2019 von 32,2 auf 23,5%. Und es zeichnet sich kein Ende des Trends der Körperschaftsteuersenkung ab. Einige Länder wie die USA haben erst jüngst umfangreiche Steuerreformen umgesetzt, andere Länder sind gerade dabei oder planen, dies in naher Zukunft zu tun. Die in den vergangenen beiden Jahrzehnten fortschreitende Globalisierung hat die Mobilität der Produktionsfaktoren spürbar erhöht. Umso mehr steigt der Handlungsdruck für die einzelnen Länder, die Standortbedingungen zu stärken. Und dazu gehört auch die Unternehmensbesteuerung. Ein internationaler Steuersenkungswettbewerb ist in vollem Gange. Die jüngsten Steuerreformen in zahlreichen Industrieländern und die Pläne für die kommenden Jahre zeigen in eine Richtung: Reduktion der Körperschaftsteuersätze – nur nicht in Deutschland. Die…

Einkaufsmanagerindizes im Euroraum: Industrie bremst weiter, vor allem in Deutschland

Insgesamt hat sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Mai leicht aufgehellt. Der Composite-Index stieg aber nur marginal von 51,5 auf 51,6 Indexpunkte. Die Messzahl für die Gesamtlage im verarbeitenden Gewerbe konnte sich nicht verbessern und bleibt unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Allein ein leichter Anstieg der Produktionskomponente sorgte dafür, dass der Composite-Index etwas zulegen konnte. Denn bei den Dienstleistern musste auch ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ein in der Summe weiter rückläufiges Exportgeschäft drückt auf die Stimmung der Einkaufsmanager. Insgesamt dürfte sich auf Basis dieser Umfrageergebnisse der Aufschwung im Euroraum fortsetzen; die Wachstumsrate im zweiten Quartal dürfte aber die 0,4% aus dem ersten Quartal schwerlich erreichen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Deutschland und Frankreich ist bemerkenswert. Das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf industrielle Produktion und Export ausgerichtet ist, kommt im jetzigen Umfeld natürlich an seine Grenzen. Im Gegensatz dazu ist das binnenwirtschaftlich orientierte Modell von Frankreich zurzeit noch relativ…

Spätes Osterfest lässt EWU-Inflationsrate steigen

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat einen deutlichen Sprung gemacht. Die Jahresrate erhöhte sich von 1,4% im März auf 1,7% im April. Der maßgebliche Grund dafür lag in der Preisentwicklung bei den Dienstleistungen. Hier fiel der Preisauftrieb überdurchschnittlich stark aus. Dies dürfte an dem relativ späten Termin der Osterfeiertage in diesem Jahr gelegen haben. Damit fielen auch die damit verbundenen Osterferien im Gegensatz zum Vorjahr in den April. Deshalb verteuerten sich im April die Dienstleistungen für Transport und Übernachtungen überdurchschnittlich stark, während der Preisauftrieb in den anderen Kategorien des Warenkorbs unauffällig war. Besonders deutlich wirkte sich dabei der Ostereffekt in Deutschland aus. Hier stieg der nach europäischen Maßgaben ermittelte „Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI)“ von 1,4 auf 2,1%. Zwar wurden im Rahmen der Schnellschätzung für Deutschland noch keine Details bekanntgegeben, doch die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex zeigen einen spürbaren Anstieg der Dienstleistungspreise. Auch in den anderen großen Mitgliedsländern der EWU wiesen die Schnellschätzungen…

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