Frankreich

Wird Deutschland für Unternehmen zum Hochsteuerland?

Im Bereich der Besteuerung von Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einiges bewegt. Innerhalb der Gruppe der OECD-Länder sind die Körperschaftsteuersätze seit dem Jahr 2000 deutlich reduziert worden. Der ungewichtete Mittelwert der Unternehmenssteuersätze der betrachteten Länder sank zwischen 2000 und 2019 von 32,2 auf 23,5%. Und es zeichnet sich kein Ende des Trends der Körperschaftsteuersenkung ab. Einige Länder wie die USA haben erst jüngst umfangreiche Steuerreformen umgesetzt, andere Länder sind gerade dabei oder planen, dies in naher Zukunft zu tun. Die in den vergangenen beiden Jahrzehnten fortschreitende Globalisierung hat die Mobilität der Produktionsfaktoren spürbar erhöht. Umso mehr steigt der Handlungsdruck für die einzelnen Länder, die Standortbedingungen zu stärken. Und dazu gehört auch die Unternehmensbesteuerung. Ein internationaler Steuersenkungswettbewerb ist in vollem Gange. Die jüngsten Steuerreformen in zahlreichen Industrieländern und die Pläne für die kommenden Jahre zeigen in eine Richtung: Reduktion der Körperschaftsteuersätze – nur nicht in Deutschland. Die…

Einkaufsmanagerindizes im Euroraum: Industrie bremst weiter, vor allem in Deutschland

Insgesamt hat sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Mai leicht aufgehellt. Der Composite-Index stieg aber nur marginal von 51,5 auf 51,6 Indexpunkte. Die Messzahl für die Gesamtlage im verarbeitenden Gewerbe konnte sich nicht verbessern und bleibt unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Allein ein leichter Anstieg der Produktionskomponente sorgte dafür, dass der Composite-Index etwas zulegen konnte. Denn bei den Dienstleistern musste auch ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ein in der Summe weiter rückläufiges Exportgeschäft drückt auf die Stimmung der Einkaufsmanager. Insgesamt dürfte sich auf Basis dieser Umfrageergebnisse der Aufschwung im Euroraum fortsetzen; die Wachstumsrate im zweiten Quartal dürfte aber die 0,4% aus dem ersten Quartal schwerlich erreichen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Deutschland und Frankreich ist bemerkenswert. Das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf industrielle Produktion und Export ausgerichtet ist, kommt im jetzigen Umfeld natürlich an seine Grenzen. Im Gegensatz dazu ist das binnenwirtschaftlich orientierte Modell von Frankreich zurzeit noch relativ…

Spätes Osterfest lässt EWU-Inflationsrate steigen

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat einen deutlichen Sprung gemacht. Die Jahresrate erhöhte sich von 1,4% im März auf 1,7% im April. Der maßgebliche Grund dafür lag in der Preisentwicklung bei den Dienstleistungen. Hier fiel der Preisauftrieb überdurchschnittlich stark aus. Dies dürfte an dem relativ späten Termin der Osterfeiertage in diesem Jahr gelegen haben. Damit fielen auch die damit verbundenen Osterferien im Gegensatz zum Vorjahr in den April. Deshalb verteuerten sich im April die Dienstleistungen für Transport und Übernachtungen überdurchschnittlich stark, während der Preisauftrieb in den anderen Kategorien des Warenkorbs unauffällig war. Besonders deutlich wirkte sich dabei der Ostereffekt in Deutschland aus. Hier stieg der nach europäischen Maßgaben ermittelte „Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI)“ von 1,4 auf 2,1%. Zwar wurden im Rahmen der Schnellschätzung für Deutschland noch keine Details bekanntgegeben, doch die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex zeigen einen spürbaren Anstieg der Dienstleistungspreise. Auch in den anderen großen Mitgliedsländern der EWU wiesen die Schnellschätzungen…

Wachstumsrate im Euro-Raum überraschend verdoppelt – Unsicherheit bleibt

Nach der positiven Wachstumsüberraschung in den USA folgt nun auch ein gutes Quartalsergebnis für den Euro-Raum. Die gefürchtete konjunkturelle Abkühlung zu Jahresbeginn ist damit ausgeblieben. Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum legte im ersten Quartal 2019 mit 0,4% gegenüber dem Vorquartal sogar doppelt so schnell zu wie Ende 2018. Dabei haben ein widriges Umfeld aus Handelsstreitigkeiten, einer abflauenden Konjunktur in China und einer anhaltenden Absatzschwäche in der Automobilindustrie berechtigte Sorgen keimen lassen. Spannend bleibt die Frage, wie die deutsche Wirtschaft abgeschnitten hat, die im Besonderen von einem Stimmungsabschwung in der Industrie betroffen ist. Hier ist weiterhin Geduld gefragt, denn die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) werden erst am 15. Mai veröffentlicht. Die bislang vorliegenden Daten signalisieren aber auch hier die Möglichkeit einer positiven Überraschung. Bereits bekannt ist unter anderem das Quartalsergebnis für Frankreich. Hier stabilisierte sich das Wachstum bei 0,3%. Angesichts der andauernden „Gelbwesten“-Proteste kann von einem soliden Ergebnis gesprochen werden. Erfreulich…

Im Bann des Populismus

Am vergangenen Freitag hat die Ratingagentur S&P die Bonitätseinstufungen von Italien und Griechenland bestätigt. In Athen dürfte diese Entscheidung wenig, in Rom dafür aber umso mehr Begeisterung hervorgerufen haben, waren im Vorfeld doch Hoffnungen auf eine Heraufstufung beziehungsweise Sorgen über eine Herabstufung umgegangen. In beiden Fällen spielen politische Unsicherheitsfaktoren eine bedeutende Rolle. Trotz des im EWU-Vergleich hohen BIP-Wachstums Griechenlands und des sehr günstigen Schuldenprofils (trotz seiner extremen Höhe liegen die Fälligkeiten in weiter Ferne) zögerte S&P, den positiven Ausblick in eine Heraufstufung münden zu lassen. Ein zentraler Grund sind die Parlamentswahlen im Oktober, deren Ausgang über die Fortsetzung der Reformpolitik mitentscheidet. Wie schon in der Vergangenheit könnten populistische Parteien des linken wie auch des rechten Randes eine erhebliche Rolle bei der Regierungsbildung spielen. In Italien sind die neuen „Volkstribunen“ bekanntlich bereits mehrere Schritte weiter und bilden, nach der Marginalisierung der „etablierten“ Parteien, ein pan-populistisches Bündnis. Neben dem globalen Konjunkturabschwung zitiert…

Keine Aufbruchstimmung unter den Einkaufsmanagern im Euro-Raum

Ein schwungvoller Start in das zweite Quartal sieht anders aus. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum ist im April leicht von 51,6 auf 51,3 Indexpunkte gesunken. Dabei gab das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich etwas nach. Das Pendant für das verarbeitende Gewerbe stieg um 0,3 Punkte, blieb aber mit 47,8 Zählern unter der Wachstumsschwelle. Die Dienstleister in Deutschland und in Frankreich zeigten sich optimistischer, während das verarbeitende Gewerbe noch immer mit Nachfrageproblemen zu kämpfen hat. Dies dämpft den Optimismus. Die Bedenken konzentrierten sich gemäß den befragten Einkaufsmanagern auf die zunehmende politische Unsicherheit einschließlich Brexit, Handelskriege und Protektionismus. Auch der Automobilsektor wurde erneut häufig als Problembereich genannt. In der Summe hat sich an den Belastungsfaktoren in der europäischen Privatwirtschaft im April nichts geändert. Auf Basis der vorliegenden Befragungsindikatoren dürfte damit keine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im Euro-Raum zu erwarten sein, zumal sich im Rest des Währungsgebiets die Stimmungslage zuletzt wohl schlechter entwickelt hat…

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