Frankreich

Gelbwesten-Proteste auch im neuen Jahr: Herausforderung für Macron

Am ersten Samstag des neuen Jahres ist es in Frankreich wieder zu Protesten der Gelbwesten-Bewegung („Gilets jaunes“) gekommen, teils mit gewalttätigen Ausschreitungen. Mit etwa 50.000 Protestierenden landesweit ist die Teilnehmerzahl gegenüber den Spitzenwerten von bis zu 300.000 zu Beginn der Proteste Mitte November inzwischen zwar deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt der Rückhalt der Proteste in der französischen Bevölkerung jedoch relativ hoch und hat sich im zeitlichen Ablauf kaum verändert: Laut einer Umfrage des Umfrageinstituts opinionway unterstützen gut 60% der Bevölkerung die Protestbewegung. Von solchen Werten kann Staatspräsident Macron derweil nur träumen, seine Zustimmungswerte befinden sich im Keller: Zuletzt äußerten 77% der Franzosen, kein Vertrauen in ihr Staatsoberhaupt zu haben; lediglich 21% sprachen ihm ihr Vertrauen aus. So düster diese Umfragewerte auch auf den ersten Blick wirken – Macron befindet sich damit in bester Gesellschaft. Auch seine drei Vorgänger erlebten in den ersten Amtsjahren einen deutlichen Absturz ihrer Beliebtheitswerte, wenn auch die…

Inflationsrate im Euro-Raum sinkt auf 1,6 Prozent – niedrigerer Ölpreis macht sich bemerkbar

Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI) im Währungsgebiet war im abgelaufenen Jahr einmal mehr Spielball der Energiepreise. Der deutliche Anstieg des Rohölpreises der für Europa ausschlaggebenden Sorte Brent auf in der Spitze mehr als 85 US-Dollar hat dafür gesorgt, dass die Steigerungsrate der Verbraucherpreise in der zweiten Jahreshälfte 2018 mehrere Monate auf und über die Marke von zwei Prozent ansteigen konnte. Seit Oktober haben die Preisnotierungen für Rohöl aber spürbar nachgegeben. Zuletzt rutschte der Preis sogar deutlich unter 60 US-Dollar. Dies hat sich nun auch mit einiger Verzögerung für die Verbraucher beim Tanken und Heizen bemerkbar gemacht. Der zwischenzeitliche Preisauftrieb im Bereich der Nahrungs- und Genussmittel hat inzwischen ebenfalls an Stärke verloren. Unter dem Strich ist die Inflationsrate daher zum Jahresende merklich zurückgegangen. Die Schnellschätzung wies für den Dezember eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Prozent aus. Im November lag die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent. Auch auf Länderebene zeigte sich…

Protest der „Gelbwesten“ lässt Einkaufsmanagerindizes in Frankreich abstürzen

Die vorläufige Umfrage unter den europäischen Einkaufsmanagern deutet abermals auf eine schwächere Wirtschaftstätigkeit im Dezember im Euro-Raum hin. Der umfassende Composite-Index sank von 52,7 auf 51,3 Punkte und damit auf das niedrigste Niveau seit mehr als vier Jahren. Insgesamt signalisieren die Einkaufsmanagerindizes eine schwächere konjunkturelle Gangart im Schlussquartal 2018. Besonders in Frankreich trübte sich die Stimmung sehr deutlich ein. Aber auch in Deutschland ging es weiter nach unten. Im Euro-Raum sind die Auftragseingänge fast ins Stocken geraten, und die Exportaufträge sanken wohl den dritten Monat in Folge. Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen fiel so niedrig aus wie seit zwei Jahren nicht mehr, und die Geschäftserwartungen trübten sich weiter ein. Bedenken über den globalen Handel und das Wachstumsumfeld drückten die Perspektiven genauso wie die zunehmende politische Unsicherheit und die Unklarheit über den Brexit. Die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich und eine anhaltend schwache Nachfrage nach Automobilen wirkten nach Angaben des britischen…

Macron gibt dem Druck nach und macht viele Zugeständnisse

Wir leben in einer Welt voller gesellschaftlicher Krisen. Eine Ausprägung ist der Protest der „Gelbwesten“ in Frankreich, der bereits Wirkung zeigt. Überraschend ist dabei, dass dieser Protest ein Land trifft, das bereits einen hohen Grad an Umverteilung etabliert hat. Doch es scheint genau die Bevölkerungsschicht zu protestieren, die von der Umverteilung betroffen ist – die untere Mittelschicht. In Frankreich zeigen sich zudem die Folgen einer fehlenden Opposition. Präsident Macron hat keinen richtigen Verhandlungspartner, da es sowohl an einer echten politischen Opposition mangelt und selbst die Gewerkschaften sich nicht an dieser gesellschaftlichen Diskussion beteiligen. Damit fehlt die Kanalisierung und Gesprächsbereitschaft – für den demokratischen Prozess ein sehr schwieriges Umfeld. Macron macht es sich zunächst einfach, er verteilt Geld und versucht damit, den Protesten den Wind aus den Segeln zu nehmen. In seiner Rede am 10. Dezember zeigte er natürlich Verständnis für den Widerstand in der Bevölkerung gegen seine Politik. Nach dieser…

Inflationsrate im Euroraum bei 2,0% – binnenwirtschaftlicher Preisdruck bleibt gering

Die Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies für den Euroraum eine Inflationsrate von 2,0% aus. Sie fiel damit 0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher zogen mit 9,1% erneut kräftig an, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie noch im Oktober, als sie um 10,7% zulegten. Auch der Preisauftrieb im Bereich der Nahrungsmittel fiel auf hohem Niveau etwas gemäßigter aus. Schwächer zeigte sich indes die Erhöhung bei den Dienstleistungen. Somit liegt die Inflationsrate nun seit sechs Monaten über dem Inflationsziel der EZB von „nahe, aber unter 2%“. Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt in der EWU jedoch verhalten. Dies verdeutlicht der Blick auf die Kernrate, die die volatileren Preiskomponenten der unverarbeiteten Nahrungsmittel und Energiegüter ausklammert: Sie ging im November von 1,2% auf 1,1% zurück. Für einen stärkeren Inflationsdruck müsste die Kernrate deutlich kräftiger und dauerhaft zulegen. Davon ist aber nach wie…

Einkaufsmanagerindizes: Abschwächung setzt sich fort, vor allem in der Industrie

Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen im November fort. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 53,1 auf 52,4 Indexpunkte. Im verarbeitenden Gewerbe schwächte sich gemäß der Umfrage das Wachstum der Produktion weiter ab. Der entsprechende Teilindex sank auf den niedrigsten Wert seit 30 Monaten. Das geringere Wachstum wird auf eine langsamere weltweite Konjunkturdynamik sowie auf steigende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten zurückgeführt. Auch schwache Verkaufszahlen im Automobilbereich bereiten den Industrie-Einkaufsmanagern Sorgen. Der Dienstleistungsbereich zeigt sich aufgrund einer soliden Konsumnachfrage robuster, aber hier mehren sich nach Angaben von Markit die Zeichen einer Abschwächung. Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im November skeptischer. Sowohl die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe als auch das Sentiment bei den Dienstleistern trübte sich ein. Der umfassende Einkaufsmanager-Composite-Index sank daher von 53,4 auf 52,2 Indexpunkte. Dies ist der niedrigste Wert seit 47 Monaten. Die Einkaufsmanager der Serviceunternehmen und aus der Industrie berichteten…

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