Frankreich

Inflationsrate im Euroraum: Kein Schub von der Binnennachfrage

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im April wies eine Inflationsrate von +1,2 Prozent aus. Sie fiel damit -0,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat. Die Preise für Energie im Warenkorb der Verbraucher zogen wieder etwas stärker an und glichen den schwächeren Preisanstieg der Dienstleistungen aus. Der binnenwirtschaftliche Inflationsdruck bleibt in der EWU trotz guter Konjunkturlage mehr als verhalten. Dies zeigt nicht zuletzt die Kernrate, die die volatileren Preiskomponenten der Nahrungsmittel und Energiegüter ausklammert. Sie ging im April von +1,0 Prozent auf +0,7 Prozent zurück. Der für die Energiepreisentwicklung maßgebliche Ölpreis hat sich im Vorjahresvergleich um rund +35 Prozent verteuert. Da der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar zeitglich um knapp +15 Prozent zugelegt hat, wurde ein starker Preisanstieg bei den Energiegütern teilweise kompensiert. Bei den anderen Komponenten war der Preisauftrieb weiter moderat. Nach den Verzerrungen der Dienstleistungspreise aufgrund des Osterfestes im März, fiel hier der Preisauftrieb im April…

Euro-Raum: Ermüdungserscheinungen beim Wirtschaftswachstum

Die konjunkturelle Dynamik im Euro-Raum hat zuletzt merklich abgeflaut. Zwar blieb das Wachstumsergebnis mit +0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiterhin solide. Im Vergleich zum Schlussquartal 2017 mit +0,7 Prozent ist jedoch eine sichtbare Abflachung zu beobachten. Die langsamere Gangart kam allerdings nicht überraschend. Diverse wichtige Frühindikatoren, wie der DZ BANK Euro-Indikator, die Einkaufsmanagerindizes von IHS Markit oder das Wirtschaftsvertrauen der EU-Kommission hatten im Vorfeld stärkere Abwärtskorrekturen vorgenommen. Aber auch andere harte Kennziffern, wie beispielsweise die Industrieproduktion, der Außen- oder der Einzelhandel versprühten in den ersten beiden Monaten dieses Jahres alles andere als ein Wachstumsfeuerwerk. Erste Vorboten, wie das stark abgebremste Wirtschaftswachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euro-Raums – Frankreich – bestätigten bereits in der vergangenen Woche unsere Erwartung einer deutlichen konjunkturellen Verlangsamung im Währungsgebiet. In Frankreich gab das Wirtschaftswachstum sogar um mehr als die Hälfte nach: von +0,7 auf +0,3 Prozent. Dabei haben sich hier vor…

Stimmungsrückgang unter den Einkaufsmanagern im Euro-Raum erstmal gestoppt

Der Rückgang der Stimmungsbarometer unter den europäischen Einkaufsmanagern ist im April nach zuletzt zwei Rückgängen in Folge erstmal gestoppt worden. Das weiterhin hohe Niveau lässt darauf schließen, dass sich das Wirtschaftswachstum auch im zweiten Quartal weiter fortsetzen wird, aber mit einem etwas geringeren Tempo. Ein Rückgang im verarbeitenden Gewerbe wurde durch bessere Ergebnisse bei den Dienstleistern ausgeglichen. Der Composite-Index, der die Einschätzungen aus beiden Bereichen komprimiert, blieb deshalb mit 55,2 Punkten gegenüber dem Vormonat unverändert. Die jüngsten Befragungsergebnisse decken sich mit unserer Einschätzung. Die Korrektur der Stimmungsindikatoren in den letzten Monaten, aber auch die Zunahme der politischen Spannungen weltweit, dürfte die Unternehmenswelt verunsichert haben. Vor diesem Hintergrund dürfte das Wirtschaftswachstum in den ersten beiden Quartalen 2018 moderater ausfallen, verglichen mit den recht kräftigen Vorquartalen. Die Länderangaben von IHS Markit zeigen, dass sich die Composite-Indikatoren in Deutschland und Frankreich auf hohem Niveau leicht bewegten. Demnach dürfte das Sentiment im Rest des…

Macron drängt, Deutschland bremst: E(W)U auf Reformsuche

Der französische Präsident Macron drängt nicht nur zu Hause mit Hartnäckigkeit auf Reformen, auch in Europa bildet er die Speerspitze der Erneuerer. In Straßburg hat er mit dem Europaparlament einmal mehr die große Bühne gewählt, um für seine Idee eines demokratischen, aber auch solidarischen und ökonomisch ein Stück weit staatsgelenkten Europas zu werben. Vor allem die europäischen Institutionen will der Sozialliberale stärken und sagt ein größeres finanzielles Engagement seines Landes zu – auch um die Folgen der Flüchtlingskrise, die die Gemeinschaft weiterhin vor eine Zerreißprobe stellt, zu bewältigen und autokratischen Tendenzen in Teilen Europas entgegenzuwirken. Die Eurozone soll ebenfalls sowohl institutionell durch die Überführung des ESM in einen europäischen Währungsfonds (EWF) und die Vollendung der Bankenunion als auch finanziell durch einen eigenen Haushalt gestärkt werden. Vor allem die Forderung nach mehr Geld für Brüssel als auch die Beschneidung nationaler Kompetenzen findet vor allem diesseits des Rheins nicht nur Zustimmung –…

Frankreich fordert umfassende Erleichterungen für Griechenland

Reformen kein Muss und Wachstum zahlt sich nicht aus! So könnte man, gemäß Medienberichten, die jüngsten Vorschläge der französischen Regierung und des Euro-Rettungsfonds ESM in der Causa Griechenland zusammenfassen. Zum einen sollen erneut recht umfassende Zinsstundungen, Zinsdeckelungen und Laufzeitenverlängerungen früherer Rettungskredite vorgenommen werden. Zum anderen ist eine Befreiung für Hellas Schuldentilgung vorgesehen, falls das durchschnittliche Fünf-Jahres-Wachstum von 2,8% unterschritten wird. Diese Hürde könnte Griechenland in den kommenden Jahren durchaus reißen, wenn man die nach wie vor bestehenden strukturellen Herausforderungen des Peripherielandes, wie beispielsweise den ineffizienten Verwaltungsapparat oder den hochverschuldeten Bankensektor, bedenkt. Auch 2017, also viele Jahre nach Beginn der Krise, kam die griechische Konjunktur nur mühsam in Gang. Gleichzeitig ist in den Plänen Frankreichs und des ESM von verbindlichen Reformmaßnahmen als Bedingung für Schuldendiensterleichterungen keine Rede. Der Fehlanreiz für die griechische Regierung wäre also vorprogrammiert: die EWU-Gläubiger tragen die Schuldenlast und eine schmerzhafte, wachstumsfördernde Strukturpolitik lohnt sich nicht, da sie…

Stimmungskorrektur bei den Einkaufsmanagern hält an

Die Eintrübung der Stimmung der Einkaufsmanager, die seit Jahresanfang 2018 eingesetzt hat, setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen auch im März fort. Demnach sanken die Stimmungsbarometer jetzt das dritte Mal in Folge, sie bleiben allerdings weithin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Ein Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs ist daher noch nicht in Sicht. Vielmehr stellt die anhaltende Korrektur aus unserer Sicht eine Normalisierung der zuvor fast euphorisch übertriebenen Stimmung dar. Die jetzt vermeldeten Niveaus stehen eher im Einklang mit den tatsächlichen Wachstumsraten, die der Währungsraum erzielt hat. Zudem dürften zunehmende Kapazitätsengpässe und der Handelskonflikt mit den USA auf der Stimmung lasten. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 57,8 auf 55,3 Indexpunkte, das ist der niedrigste Stand seit 14 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich weniger stark ein als der Index für die Industrie. Insgesamt passt die Stimmungskorrektur zu unserem Prognosebild. Nach dem kräftigen Wirtschaftswachstum von +2,3 Prozent…

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