Frankreich

Goldilock im Euroraum – stabiles Wachstum bei moderater Inflation

Die positiven Wachstumsaussichten halten an. Dies gilt für Deutschland wie für den gesamten Euroraum. Erfreulich ist die gute Entwicklung in Frankreich. Hier scheint sich die gute Stimmung nach den Präsidentschaftswahlen langsam in den realwirtschaftlichen Indikatoren widerzuspiegeln. Zudem macht Frankreich auch bei der Reform der Arbeitsmärkte vorschritte, ohne das es zu massiven Streiks oder Protesten gekommen ist. Dies sollte auch in den kommenden Quartelen sich positiv auf die realwirtschaftliche Entwicklung auswirken. Die gute realwirtschaftliche Entwicklung geht weiterhin einher mit einer sehr moderaten Preisentwicklung. Die Inflationsraten sind weiterhin relativ niedrig. Dies gibt der EZB genügend Spielraum die Zinsen auch weiterhin auf dem sehr niedrigem Niveau zu belassen. Was an den Finanz und Immobilenmärkten sicherlich mit Freude registriert werden dürfte.

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum steigen unbeeindruckt weiter

Die europäischen Einkaufsmanagerindizes signalisieren für das dritte Quartal weiterhin eine gute wirtschaftliche Lage im Euro-Raum. Nach etwas schwächeren Stimmungswerten bei den Dienstleistern in den Vormonaten, waren die Serviceanbieter im September wieder zuversichtlicher. Die Industrie zeigt sich ungebrochen kräftig und übernimmt immer mehr die Rolle des konjunkturellen Zugpferds. Der höhere Außenwert des Euro spielt hier scheinbar keine Rolle. Im Quartalsmittel fällt die Beurteilung der Einkaufsmanager – gemessen am Composite-Index – zwar leicht niedriger aus als im Vorquartal, trotzdem stehen die Zeichen gemäß der Umfrage weiterhin sehr deutlich auf Wachstum. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum stieg von 55,7 auf 56,7 Indexpunkte, das ist der höchste Stand seit vier Monaten. Dabei legten sowohl das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich als auch der Index für die Industrie zu. In der Industrie wurde sogar der höchste Wert seit 77 Monaten erreicht. Auftragslage, Produktion und Beschäftigungsabsichten werden durchweg sehr günstig bewertet. Der kräftigen Konjunkturerholung steht damit…

Frankreich: Reform mit Signalwirkung

Frankreich nähert sich mit großen Schritten dem ersten wichtigen Reformvorhaben der Regierung unter Präsident Macron: die Novellierung der strikten Arbeitsgesetzgebung. Nach Monaten der Vorbereitung und Gesprächen mit Interessenvertretern wurden gestern Details veröffentlicht. Der Maßnahmenkatalog der Arbeitsmarktreform sieht unter anderem mehr (finanzielle) Planungssicherheit für Arbeitgeber bei Entlassungen vor. Außerdem sollen künftig die Arbeitsbedingungen auf Unternehmens- und nicht mehr auf Branchenebene verhandelt werden können. Vor allem Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern sollen von den Änderungen profitieren. Diese Einschränkung könnte auch der Schlüssel zum politischen Erfolg sein. Anders als sein Vorgänger Hollande hat Macron bereits früh die Gewerkschaften in den Reformprozess eingebunden – ihr Protest gegen die Pläne hält sich für französische Verhältnisse in bislang überschaubaren Grenzen. Nur eine Gewerkschaft hat Streiks angekündigt, während sich die anderen bis dato damit zufrieden geben, dass es Konzernen nicht leichter gemacht werden soll, Personal im großen Stil abzubauen. Für Macron und Frankreich ist der Erfolg…

Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für Anstieg auf 1,5 Prozent

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im August wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,3 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf aber bezweifelt werden. Der zugrunde liegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Gemäß ersten Schätzungen für den Februar lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Spanien bei +2,0 Prozent, in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Italien bei +1,4 Prozent und in Frankreich bei +1,0 Prozent. Das Inflationsniveau bleibt weiterhin sehr heterogen. Den größten Anteil an dem Anstieg im August hatte die Erholung des Ölpreises im Jahresvergleich, der die…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie ist der wirtschaftliche Taktgeber

Gemäß der vorläufigen Ergebnisse der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raums, bleibt der konjunkturelle Schwung im August hoch. Gerade im Maschinenraum der europäischen Industrie brummt es weiterhin kräftig, denn das Stimmungsbarometer für die Industrie legte gegenüber dem Vormonat nach einer kleinen Delle im Juli wieder zu und erreicht erneut das Langzeithoch vom Juni. Bei den Dienstleistern ging es dagegen etwas abwärts, dennoch signalisiert der Index noch immer ein solides Geschäftswachstum. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum verbessert sich leicht im August gemäß den vorläufigen Zahlen von 55,7 auf 55,8 Indexpunkte. Insgesamt erweisen sich die beiden größten Volkswirtschaften des Euro-Raums, Deutschland und zunehmend auch Frankreich, immer mehr als die konjunkturellen Zugpferde. Denn nach Angaben des Marktforschungsinstituts Markit fielen die Verbesserungen der Einkaufsmanagerindizes in den beiden Ländern etwas stärker aus als im Rest des Währungsgebietes. Und maßgeblich stützt die Industrie immer mehr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. In Deutschland ging es kräftig nach oben. Die beiden Stimmungsbarometer…

Der Euroraum braucht Deutschland und Frankreich

Seit der Finanzkrise und spätestens seit dem Brexit-Votum Großbritanniens stehen die EU und die Eurozone vor tiefgreifenden Veränderungen. Sosehr Einigkeit in Europa dahingehend besteht, dass Reformen unerlässlich sind, so gering ist der Konsens darüber, welchen Weg Europa genau einschlagen sollte. Die Kernprobleme sind sowohl politischer als auch ökonomischer Natur. Während sich die EU als supranationales Gebilde schwer tut einen identitätsstiftenden gemeinsamen Geist zu entwickeln, bemängeln Kritiker vor allem die Ausgestaltung des Subsidiaritätsprinzips und einen Mangel an Demokratie bei den EU-Institutionen. Wirtschaftlich krankt die Eurozone insbesondere daran, dass die Konvergenzkriterien von Beginn an nicht eingehalten und Verfehlungen nicht konsequent sanktioniert wurden. Die Folgen sind eine inzwischen ausgeprägte wirtschaftliche Divergenz und ein System das Fehlverhalten begünstigt. Aber auch die unterschiedlich hohe Mobilität der ökonomischen Faktoren Arbeit und Kapital trägt zur gegenwärtigen Schieflage bei. Für einen anhaltenden Erfolg des Euroraums ist es unabdingbar, dass sich die Länder des Euroraums strukturell annähern. Dies bedeutet,…

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