Immobilienmärkte

Was haben die Nachbesserungen an der Wohnimmobilienkreditrichtlinie gebracht?

Im März 2016 wurde die EU-Richtlinie zu Immobilienfinanzierung, die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) – auch in Deutschland umgesetzt. Seitdem gilt, dass bei privaten Immobilienkrediten nicht mehr ausschließlich auf die Besicherung abgestellt werden darf, sondern die Rückzahlungsfähigkeit durch den Kreditnehmer im Vordergrund steht. Das klingt plausibel, behinderte aber die Kreditvergabe an bestimmte Kreditnehmergruppen wie junge Familien wegen eines temporär zu niedrigen Einkommens oder Senioren wegen der begrenzten Lebenserwartung. Das war vor allem deshalb der Fall, weil die in der EU-Vorgabe vorgesehene Ausnahme, dass bei Neubauten oder Renovierungen weiterhin auf den Immobilienwert abgestellt werden darf, in Deutschland nicht umgesetzt wurde. Sichtbare Bremsspuren in der Hypothekenvergabe waren die Folge. Die heftige Kritik an der Umsetzung der Richtlinie bezog sich aber nicht nur auf diesen Aspekt, sondern auch auf die mit der Einführung der WIKR verbundene rechtliche Unsicherheit. Diese könnte zur Ablehnung von Kreditanträgen führen, um beispielsweise mögliche Haftungsrisiken in der Zukunft zu vermeiden. Weitere Kritikpunkte…

Rückläufige Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland – eine gesunde Entwicklung

Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, sind die Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres um 6,6 Prozent auf 79.200 Wohnungen gesunken. Das ist der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2012. Betroffen sind vor allem Einfamilienhäuser. Hier sind die neu ausgestellten Genehmigungen um 15,3 Prozent eingebrochen. Das immer noch hohe Niveau der Baugenehmigungen und die Engpässe in der Bauindustrie sprechen dafür, dass zunächst weiterhin mit einer leicht steigenden Zahl an Baufertigstellungen zu rechnen ist und dass die Immobilienkreditnachfrage hoch bleibt. Selbst wenn sich der aktuelle Rückgang als neuer Trend herauskristallisiert, besteht kein Grund zu Panik. Mit einem Einbruch des Wohnungsbaus ist nicht zu rechnen, sondern langfristig eher mit einem abgefederten Rückgang von dem inzwischen erreichten hohen Niveau.  

Deutscher Wohnungsmarkt: Die Preise steigen weiter, doch das Tempo hat nachgelassen

Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung: Im ersten Quartal 2017 sind die Preise für Wohneigentum in Deutschland erneut gestiegen. Das geht aus dem gerade vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichten Preisindex für den deutschen Immobilienmarkt hervor. Gegenüber dem Vorjahresquartal zogen die Preise mit 5,6 Prozent erneut kräftig an. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich allerdings Bremsspuren in der Preisentwicklung: Die eher träge Jahresveränderungsrate der Preise verdeckt, dass sich der Preisanstieg auf Quartalsbasis spürbar verlangsamt hat. Im ersten Quartal 2016 verteuerte sich Wohneigentum um 1,7 Prozent, im zweiten um 2,2 Prozent, im dritten um 1,5 Prozent, im vierten um 1,0 Prozent – und schließlich im ersten Quartal 2017 nur noch um 0,8 Prozent. Geht dem Wohnungsmarkt jetzt die Puste aus? Oder atmet der Markt nur für den nächsten Anstieg tief durch? Aus unserer Sicht sind derzeit noch die Argumente schwerwiegender, die für einen weiterhin eher kräftigen Preisanstieg sprechen. Es müssen ja nicht gleich…

Irischer Häusermarkt: Vor dem Brexit ziehen die Preise kräftig an

Nach einem fulminanten Preisanstieg hat der irische Häusermarkt im Zuge der internationalen Finanzmarktkrise einen spektakulären Crash „hingelegt“: Verglichen mit vielen anderen Immobilienblasen sind die Preise schneller und tiefer gefallen; binnen fünf Jahren sind sie um mehr als 50 Prozent gesunken. So kosteten Häuser und Wohnungen nach der Korrektur im landesweiten Durchschnitt nur noch 45 Prozent des Spitzenwertes von 2007; in einigen Marktsegmenten lagen die Preise sogar noch 10 Prozentpunkte darunter. Aber auch die Markterholung unterschied sich von anderen Immobilienmärkten mit geplatzten Blasen. Denn statt einer allmählichen Stabilisierung ging der fallende Markt sofort zu erneut kräftig steigenden Preisen über. 2015 hat die hohe Aufwärtsdynamik aber nachgelassen. Verschärfte Kreditvergabebedingungen haben kräftig dazu beigetragen, dass sich der Preisauftrieb auf derzeit rund 8 Prozent im Jahr gut halbierte. Doch wie konnte es zu diesem raschen Richtungswechsel am irischen Häusermarkt kommen? Zunächst nutzten „Schnäppchenjäger“ die in Dublin um mehr als die Hälfte gefallenen Kaufpreise zum…

Frankreich: Immobilienmarkt kommt im Zinstief auf Touren

Der Ende der 90er Jahre einsetzende Boom an vielen Immobilienmärkten hat das Bewertungsniveau in Frankreich kräftig in die Höhe getrieben. Binnen zehn Jahren legten die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen um rund 150 Prozent zu. Mit dem Ausbruch der globalen Finanzmarktkrise kam es zu einem Rücksetzer, nicht aber zu einer größeren Korrektur, wie etwa in Spanien oder Irland. Im Zuge fallender Zinsen drehte der Markt rasch wieder ins Plus. Ende 2011 wurde der bisherige Höchststand der Preise erreicht. Danach begannen die Preise trotz weiter sinkender Zinsen abzubröckeln. Die Nachfrage erodierte aufgrund der auf weit unter einem Prozent im Jahr abgebremsten gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate und der deshalb in den zweistelligen Bereich gekletterten Arbeitslosenquote. Von 2012 bis 2015 sanken die Preise moderat um insgesamt 8 Prozent. Inzwischen steigen sie wieder; das Tempo ist jedoch verhalten. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass der Markt kräftig an Fahrt aufgenommen hat. So erreichen die Verkaufszahlen für…

Deutscher Immobilienmarkt: Zeichnet sich bei Gewerbeimmobilien eine Trendwende ab?

Deutsche Gewerbeimmobilien üben seit geraumer Zeit eine enorme Anziehungskraft auf Investoren aus. Sie bieten einen deutlichen Renditevorsprung gegenüber Anleihen, während die Risiken angesichts der soliden konjunkturellen Lage in Deutschland als beherrschbar eingeschätzt werden. Dabei konzentriert sich das Interesse auf das vergleichsweise kleine Segment qualitativ guter und attraktiv gelegener Büro- und Einzelhandelsobjekte in den sieben größten deutschen Städten, den Top-Standorten. Deren Anzahl ist naturgemäß nicht allzu groß, wodurch das Angebot für Miet- und Kaufinteressenten knapp bemessen ist. Bei letzteren ergänzt sich noch eine geringe Verkaufsbereitschaft. Die Eigentümer können zwar hohe Preise erzielen, sind dann beim Verkaufserlös aber auch mit dem „Anlagenotstand“ konfrontiert. Letztlich sank 2016 durch das knappe Angebot das Investmentvolumen um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 53 Milliarden Euro – ein Wert, der lediglich 2015 und 2007 überschritten wurde. Weil sich die Relation von Angebot zu Nachfrage in den vergangenen Jahren für Mieter wie für Käufer immer weiter vom…

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