Immobilienmärkte

Deutscher Wohnungsmarkt: Trotz sinkender Zinsen steigen die Preise etwas langsamer

Die Preise am Wohnungsmarkt sind im dritten Quartal 2019 weiter gestiegen. Das zeigt der jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichte Preisindex. Allerdings hat der Preisauftrieb bei Eigenheimen und den von Investoren erworbenen Mehrfamilienhäusern nachgelassen, vor allem in den sieben größten deutschen Städten. 2017 verteuerten sich Wohnimmobilien in den hochpreisigen Metropolen noch mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Inzwischen steigen hier die Preise mit weniger als 4 Prozent jährlich. Ausgeprägter ist die Preisdynamik noch außerhalb dieser Ballungsräume. So zogen die Kaufpreise für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser von Juli bis September landesweit um etwa 6 Prozent an. Lange Zeit zogen die Metropolen die Immobilienpreise nach oben, während die „Provinz“ gebremst hat – seit gut einem Jahr ist es umgekehrt. Für den verlangsamten Preisauftrieb lassen sich verschiedene Ursachen anführen. An den Finanzierungskonditionen liegt es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, die von der Bundesbank veröffentlichten Hypothekenzinsen sind im dritten Quartal auf ihren bisherigen Tiefstand von knapp unter…

Gewerblicher Immobilienmarkt noch unbeeindruckt vom Abschwung

Ohne den Klimawandel wäre der Immobilienmarkt vermutlich das Top-Thema in Deutschland. Fast jede Woche wird über hohe Kaufpreise und kaum noch bezahlbare Wohnungsmieten berichtet. Und die Finanzaufsicht sorgt sich über hohe Bewertungen von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Mit Blick auf negative Anleiherenditen wird das Interesse am Immobilienmarkt aber sobald nicht abreißen. Dabei haben sich die Rahmenbedingungen für die gewerblichen Immobilienmärkte an den sieben deutschen Top-Standorten – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – verschlechtert. Internationale Krisen belasten den Export. Die Konjunktur schrammt möglicherweise knapp an einer Rezession vorbei. Dem Handel macht der boomende E-Commerce immer stärker zu schaffen. Die Top-Standorte leiden jedoch weniger unter einer rückläufigen Passantenfrequenz, die den Shopping-Meilen in vielen Städten zusetzt. Hier kann sich der Einzelhandel dank des wachsenden Käuferpotenzials durch steigende Einwohnerzahlen und einen florierenden Tourismus behaupten. Nennenswerte Mietrückgänge sind bislang ausgeblieben. Die rückläufige Flächennachfrage der Textilretailer wird von Gastronomen, Drogerien sowie Supermärkten aufgefangen. Dagegen…

Wohnen zum Nulltarif

Vom Mieterparadies Deutschland ist nicht viel übriggeblieben. Gute Angebote an günstigen Wohnungen sind von hohen Mieten und langen Wartelisten abgelöst worden. Selbst solide verdienende Familien stoßen an ihre Belastungsgrenze. Die Politik steht unter Druck, doch die Regulierungsmaßnahmen lösen die Probleme nicht, weil sich am viel zu knappen Wohnungsangebot so schnell nichts ändern lässt. Dazu kommt, dass viele Mieterhaushalte über kaum Vermögen verfügen. Unsere europäischen Nachbarn, die im Gegensatz zu den Deutschen meist im Eigenheim wohnen, stehen besser da. Sie haben höhere Vermögen und sind besser vor Mieterhöhungen geschützt. Die niedrigen Zinsen von unter einem Prozent sind jedoch eine Chance, auch hierzulande die Verbreitung von Wohneigentum zu steigern. Aber vermutlich verhelfen auch die niedrigen Zinsen den Deutschen nicht allen zum Eigenheim. Die Angst vor hohen Schulden und langfristigen Verpflichtungen stehen dem oft im Wege. Auf der politischen Agenda für den Wohnungsmarkt steht Mietregulierung ganz oben. Die Eigenheimförderung dürfte dagegen mit dem…

Deutscher Wohnungsmarkt: Landesweit steigen Preise rapide, in Metropolen bremst das hohe Niveau

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen munter weiter. Seit Ende 2017 verteuert sich Wohneigentum deutschlandweit um rund 7% im Jahr. In dieser Größenordnung ist das Preisplus auch zur Jahresmitte 2019 ausgefallen. So wies der gerade veröffentlichte Preisindex vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zum Ende des zweiten Quartals eine Wachstumsrate von 7,3% gegenüber dem Vorjahresquartal aus. Damit ist die erwartete Verlangsamung des Preisauftriebs ausgeblieben. Die Prognose aus dem vergangenen Jahr fußte allerdings auf der sich damals abzeichnenden Zinswende. Stattdessen sind die Hypothekenzinsen weiter gefallen – als Folge der abgekühlten Konjunktur in Europa und der schwachen Inflationsentwicklung. Der von der Bundesbank errechnete Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite im Neugeschäft sank auf 1,57%, den bislang niedrigsten Stand. Damit bleibt der Kauf einer Wohnimmobilie trotz kräftig steigender Preise erschwinglich. Während steigende Mieten das Wohnen verteuern, federn die rückläufigen Zinsen den Anstieg der Kreditraten ab. Das treibt die Preise vor allem dort in die Höhe, wo sie…

Deutscher Wohnungsmarkt: Mietendeckel wird Anspannung noch verstärken

Mit dem am Dienstag dieser Woche in einem Eckpunktepapier beschlossenen Mietendeckel hat der rot-rot-grüne Berliner Senat einen Volltreffer gelandet. Seit Tagen wird in der Presse darüber berichtet, wie leidgeplagte Mieter mit bezahlbaren Wohnungen versorgt werden sollen. Das kommt in der Bevölkerung gut an. Nach einer aktuellen Umfrage befürworten 60% der Befragten die Einführung eines Mietendeckels. Bei diesem Erfolg sind die bereits aufgekommenen Forderungen nach einem bundesweiten Mietendeckel wenig überraschend. Dass das Vorhaben rechtlich zweifelhaft und als Lösung für die angespannten Wohnungsmärkte ungeeignet ist, scheint zweitrangig. So ist fraglich, ob der Berliner Senat über Gesetzgebungskompetenz für das im BGB geregelte Mietrecht verfügt. Und am Wohnungsmarkt dürften sich die Probleme noch verschärfen. Nicht nur, aber vor allem in den Ballungsräumen sind Wohnungen knapp, weil dem starken Zuzug in viele Städte meist kein ausreichender Wohnungsbau gegenübersteht. Entsprechend sind die Mieten gestiegen. In Berlin haben sie sich binnen zehn Jahren von einem allerdings moderaten…

Antizyklischer Kapitalpuffer mit begrenzter Wirkung

Seit Jahren hält die EZB die Zinsen im Keller und treibt damit die Aktien- und Immobilienmärkte in die Höhe. Nun soll es der antizyklische Kapitalpuffer richten. Damit sollen in wirtschaftlich guten Zeiten Reserven im Bankensystem aufgebaut werden, die als Vorsorge zur Deckung von Verlusten dienen. Sollten sich die zyklischen Systemrisiken abbauen, kann der Puffer wieder verringert werden. Vor allem in Stressphasen soll so die nachhaltige Kreditvergabe an die Realwirtschaft unterstützt werden. Nach einer Empfehlung des deutschen Ausschusses für Finanzmarktstabilität (AFS) soll der inländische antizyklische Kapitalpuffer ab dem dritten Quartal 2019 aktiviert und auf 0,25% festgesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt haben die Banken in Deutschland zwölf Monate Zeit, die zusätzlichen Kapitalvorgaben zu erfüllen. Der AFS begründet die Entscheidung mit zyklischen Systemrisiken, die sich in der langen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und niedriger Zinsen gebildet haben. Genannt werden potenziell unterschätzte Kreditrisiken, überbewertete Kreditsicherheiten durch Immobilienpreisanstiege und Zinsänderungsrisiken. Tatsächlich befindet sich die deutsche…

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