Immobilienmärkte

Risiken im deutschen Wohnungsmarkt steigen

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen und steigen. Im dritten Quartal 2017 hat sich Wohneigentum gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als 6 Prozent verteuert. Die brummende Konjunktur und die extrem niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass die Preise bereits im siebten Jahr in Folge kräftig steigen. Gerade in den gefragten Großstädten zeigen sich zunehmend Überbewertungen. Die Kaufpreise in Relation zu den Mieten haben hier historische Durchschnittswerte deutlich überschritten. Signale für eine spürbare Korrektur sind im anhaltenden Aufschwung aber nicht auszumachen. Sollte es dazu kommen, ist es beruhigend, dass Häuser und Wohnungen hierzulande solide finanziert sind und so die Wahrscheinlichkeit einer Abwärtsspirale aus sinkenden Immobilienpreisen und ausfallenden Hypotheken verringern. Oder ist das etwa nicht (mehr) der Fall? Denn tatsächlich wird die hohe Immobiliennachfrage in erheblichem Umfang über eine kräftig ausgeweitete Hypothekenvergabe finanziert. Auf den ersten Blick sind überbordende Risiken aber nicht ersichtlich. Dafür sprechen die moderate Verschuldung der privaten Haushalte und…

Britischer Wohnungsmarkt: Erstmals seit 8 Jahren sinken die Hauspreise in London

Normalerweise ist der Londoner Immobilienmarkt das Zugpferd des britischen Häusermarktes. Meist steigen die Preise hier schneller als im restlichen Königreich. Derzeit ist allerdings das Gegenteil der Fall. Das zeigt die September-Veröffentlichung des renommierten Preisindizes der Nationwide Building Society: Während die Hauspreise in London erstmals nach acht Jahren mit einem Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau leicht nachgaben, konnten sie in den übrigen britischen Regionen mit einer Jahresrate von bis zu 5 Prozent weiter steigen. Landesweit haben sich die durchschnittlichen Kaufpreise für Häuser und Wohnungen gegenüber September 2016 noch um 2,2 Prozent erhöht. Das wirft auch die Frage auf, ob die Preisentwicklung außerhalb Londons der britischen Hauptstadt in den negativen Bereich folgt? Schließlich bremst sich die Preisentwicklung auch am Gesamtmarkt ab, der im vergangenen Jahr noch ein Preisplus von rund 5 Prozent aufweisen konnte. Letztlich kam der Preisrückgang in London nicht überraschend: Gegenüber den noch weitgehend stabilen Hauspreisen sank die…

Deutscher Wohnungsmarkt: Trotz hoher Kaufpreise bleibt der Immobilienkauf attraktiv

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen und steigen, auch wenn die Dynamik regional unterschiedlich ausfällt. Während sich Häuser und Wohnungen seit 2010 landesweit um etwas mehr als 30 Prozent verteuert haben, ging es in den deutschen Städten fast doppelt so schnell aufwärts. Neben den guten wirtschaftlichen Voraussetzungen in Deutschland, steigender Beschäftigung und niedrigen Zinsen machen sich hier noch ein anhaltender Zuzug sowie ein knappes Angebot preistreibend bemerkbar. Wohnimmobilien haben sich aber nicht nur absolut, sondern auch relativ verteuert, denn die Kaufpreise steigen schneller als Mieten und Einkommen. Ende der 1990er Jahre entsprach der Kaufpreis im Städtedurchschnitt etwa 25 Jahresmieten. Seit 2010 ist der Wert kontinuierlich gestiegen; aktuell kann der Kaufpreis erst nach etwa 28 Jahresmieten „eingefahren“ werden. Ähnlich sieht es gegenüber dem Einkommen aus. Entsprach der Kaufpreis einer Beispielwohnung 2010 etwa dreieinhalb Bruttojahresgehältern, sind es heute fast fünf. Die Bewertungen sind aber nicht völlig aus dem Ruder gelaufen, denn vor 2010…

Deutschland: Wohnungsmarkt im Wahlkampf – Was hilft gegen steigende Preise und Mieten?

Die Wohnungspreise sind unerschwinglich und die Mieten unbezahlbar. Hat sich die Lage am deutschen Wohnungsmarkt wirklich so zugespitzt, wie sie oft dargestellt wird? Tatsache ist, dass die Wohnungspreise kräftig steigen. Im zweiten Quartal verteuerten sich Eigenheime gegenüber der Vorperiode um beachtliche 1,9 Prozent. Davor ging es etwas langsamer aufwärts, wodurch der jährliche Preisanstieg mit aktuell 5,3 Prozent gut einen Prozentpunkt niedriger als 2016 ausfällt. In den sieben größten Städten steigen die Preise dagegen fast doppelt so schnell. Hier ziehen auch die Mieten spürbar mit rund 5 Prozent jährlich an. Vergessen wird aber oft, dass sich in Abwanderungsregionen Eigentümer freuen können, wenn sie überhaupt einen Käufer oder einen geeigneten Mieter finden. Dass das Wohnen in strukturschwächeren Regionen günstig ist, nutzt den von hohen Preisen und Mieten geplagten Großstadtbewohnern nichts. Weil Wohnen viele Menschen bewegt, ist es zum Thema im Wahlkampf geworden. Die Konzepte sind dabei größtenteils „alte Bekannte“: So wollen SPD,…

„Faule Kredite“ bremsen Kreditvergabe und verstopfen geldpolitischen Zinskanal

Die Kreditvergabe im Euroraum hat sich zuletzt insgesamt positiv entwickelt. So wuchsen die Firmenkundenkredite der Banken von Ende Mai 2016 bis Ende Mai 2017 um 2,4 Prozent. Die Erholung der Kreditmärkte verschafft den Eindruck, dass der geldpolitische Zinskanal immer besser in Fluss kommt. Allerdings entwickeln sich die Kredite in sehr unterschiedlichem Tempo: Schrumpfenden Kreditbeständen in einigen südlichen Ländern sowie Irland und den Niederlanden steht ein starkes Kreditwachstum in anderen Ländern gegenüber. Neben konjunkturellen Gründen sind die extrem hohen Bestände „fauler Kredite“ in Griechenland, Zypern, Portugal, Italien und Irland für die Schwäche nationaler Kreditmärkte verantwortlich. Das behindert nicht nur die Investitionen, sondern verstopft auch den Zinskanal in den betroffenen Staaten. Dadurch steht die EZB vor besonderen Herausforderungen: Während die geldpolitische Stimulanz in einigen Ländern kaum greift, ist die Hebelwirkung in anderen regionalen Märkten umso stärker – mit der Gefahr einer Überhitzung vor allem bei Immobilien. Akuter Handlungsbedarf in punkto faule Kredite…

Was haben die Nachbesserungen an der Wohnimmobilienkreditrichtlinie gebracht?

Im März 2016 wurde die EU-Richtlinie zu Immobilienfinanzierung, die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) – auch in Deutschland umgesetzt. Seitdem gilt, dass bei privaten Immobilienkrediten nicht mehr ausschließlich auf die Besicherung abgestellt werden darf, sondern die Rückzahlungsfähigkeit durch den Kreditnehmer im Vordergrund steht. Das klingt plausibel, behinderte aber die Kreditvergabe an bestimmte Kreditnehmergruppen wie junge Familien wegen eines temporär zu niedrigen Einkommens oder Senioren wegen der begrenzten Lebenserwartung. Das war vor allem deshalb der Fall, weil die in der EU-Vorgabe vorgesehene Ausnahme, dass bei Neubauten oder Renovierungen weiterhin auf den Immobilienwert abgestellt werden darf, in Deutschland nicht umgesetzt wurde. Sichtbare Bremsspuren in der Hypothekenvergabe waren die Folge. Die heftige Kritik an der Umsetzung der Richtlinie bezog sich aber nicht nur auf diesen Aspekt, sondern auch auf die mit der Einführung der WIKR verbundene rechtliche Unsicherheit. Diese könnte zur Ablehnung von Kreditanträgen führen, um beispielsweise mögliche Haftungsrisiken in der Zukunft zu vermeiden. Weitere Kritikpunkte…

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