Immobilienmärkte

Deutscher Wohnungsmarkt: Bundesverfassungsgericht gewährt letzte Gnadenfrist bei Grundsteuer

Das tut weh: Das Bundesverfassungsgericht hat diese Woche die rechtliche Grundlage der 14 Milliarden Euro schweren Grundsteuer kassiert. Dabei ist sie mit rund einem Sechstel des kommunalen Steueraufkommens in vielen Rathäusern eine willkommene Geldquelle, die die Kommunen zudem mittels Hebesatz stärker sprudeln lassen können. Außerdem ist das Steueraufkommen sehr stabil, weil es praktisch nicht von wirtschaftlichen Einflüssen tangiert wird. Damit es dabei bleibt, ist Eile geboten. Nach dem Richterentscheid muss bis Ende 2019 eine Neuregelung her. Danach gilt noch eine Umsetzungsfrist bis 2024. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Nun ist nicht die Grundsteuer selbst, sondern ihre völlig veraltete Bemessungsgrundlage, die auf Bewertungen aus den Jahren 1935 für Ost- und 1964 für Westdeutschland fußt, verfassungswidrig. In den vergangenen Jahrzehnen haben sich die Grundstückspreise regional völlig unterschiedlich entwickelt, sodass Grundstückswert und Besteuerungsbasis weit auseinanderklaffen können. Denn die nach dem Bewertungsgesetz §21 alle 6 Jahre vorgesehene Neufestsetzung der Einheitswerte erfolgte…

Internationale Häusermärkte: Kreditbremsen und steigende Finanzierungskosten dämpfen den Preisauftrieb

An den meisten internationalen Immobilienmärkten ging es 2017 erneut aufwärts, oft sogar kräftig. Mit Blick auf die einzelnen Länder hat sich das Gesamtbild sogar noch verbessert. Denn den Ländern mit hohen Preiszuwächsen standen kaum noch fallende Immobilienmärkte gegenüber. Und dort, wo die Preise zurückgingen, lag die Sinkrate nur knapp unter der Nulllinie. Außerdem konnte das Tempo des Preisanstiegs etwa in Irland, den Niederlanden oder Portugal noch zulegen. Auch in Deutschland ging es mit einem Jahresplus von 6 Prozent erneut flott bergauf. Aber so erfreulich die sich abzeichnende Markterholung in Griechenland oder Italien auch ist, schwerer wiegt die Besorgnis über den anhaltenden Boom in wirtschaftlich erfolgreichen Ländern mit hoher Zuwanderung wie Australien, Kanada, Neuseeland, Norwegen oder Schweden. Die ohnehin gute Immobiliennachfrage wird von niedrigen Zinsen und oft von Investoren weiter angeheizt. Aber in der zweiten Jahreshälfte hat sich hier der Preisauftrieb merklich abgekühlt. In Oslo, Stückholm und Toronto sanken die Preise…

Deutscher Wohnungsmarkt: Steht eine umfassende Zäsur bevor?

Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft ist bestens, Betongold verkauft sich hierzulande „wie geschnitten Brot“. Und das gilt nicht nur für Wohnungen und Häuser. Mindestens genauso groß ist die Nachfrage nach Büroobjekten, Einkaufs- und Fachmarktzentren, Logistikhallen oder auch Hotels und Mikroapartments. Das sorgt für durchweg hohe und steigende Kaufpreise, während die Mietrenditen auf nicht gekannte Tiefstände gesunken sind. Wenn ein solcher Boom von anfänglichen Übertreibungen zur ausgewachsenen Immobilienblase übergeht, droht Gefahr für die Volkswirtschaft und das Finanzsystem. Soweit ist es aber noch nicht gekommen. Das sagen sowohl die Bundesbank als auch der Rat der Immobilienweisen im Rahmen ihrer jüngst veröffentlichten Analyseergebnisse; erstere im Monatsbericht des Instituts, letztere im jährlichen Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft. Mahnende Worte, die das Bewusstsein für die Risiken der schon bestehenden Übertreibungen am Immobilienmarkt schärfen, können dennoch nicht schaden. Für Aufmerksamkeit und eine breite Presseresonanz hat vor allem das Frühjahrsgutachten gesorgt. Dort werden nicht nur die schon bekannten Preisübertreibungen…

Deutscher Wohnungsmarkt: Kräftiges Preisplus im vergangenen Jahr lässt Temperatur weiter steigen

Bei Maklern, Notaren und Baufinanzierern geben sich die Kunden die Klinke in die Hand. Tatsächlich wären mehr Vertragsabschlüsse möglich, wenn das Verkaufsangebot nicht so knapp wäre. Aber auch so sprudeln die Erträge, denn Honorare und Zinsmargen steigen mit höheren Kaufpreisen und Kreditbeträgen. Deshalb werden es diese Dienstleister wie der Rest der Immobilienwirtschaft mit Freude vernehmen, dass es bei den Kaufpreisen weiter zügig aufwärtsgeht. Dass belegen die jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken, dem vdp, veröffentlichten Daten zur Preisentwicklung am deutschen Wohnungsmarkt. Nach zwei verglichen mit 2016 etwas schwächeren Quartalen, zogen die Preise im dritten und vierten Quartal wieder sichtbar stärker an. Unter dem Strich verteuerten sich selbst genutzte Häuser und Wohnungen 2017 im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent gegenüber den Vorjahrespreisen. Damit wurde das starke Preisplus aus 2016 mit 6,0 Prozent nur minimal unterschritten. Während sich der Preisanstieg von Eigentumswohnungen sogar leicht auf 6,8 Prozent gegenüber 6,5 Prozent (2016) beschleunigte, ging es…

Deutscher Wohnungsmarkt: Werden Wohnungen mit den Plänen der GroKo erschwinglicher?

Auf dem holprigen Weg zur Fortsetzung einer Großen Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel steht am Ende der Koalitionsgespräche die Zustimmung der SPD-Mitglieder als Hürde noch aus. Sollte es zum „Ja“ kommen, zeichnen sich aus den veröffentlichten Verhandlungsergebnissen von CDU, CSU und SPD aber schon jetzt viele Vorhaben ab, die eine Neuauflage der „GroKo“ realisieren will. Das betrifft auch den Wohnungsmarkt. Dabei sind die Pläne auf Zustimmung gestoßen: Während sich der Dachverband der Wohnungswirtschaft GdW vor allem über Subventions-Milliarden freut, sieht der Deutsche Mieterbund verschärfte Regulierungen bei Mietwohnungen positiv. Doch lassen sich so die in vielen Großstädten wachsende Wohnungsknappheit sowie die kräftig steigenden Mieten und Kaufpreise bekämpfen? Eher nicht, denn wesentliche Instrumente des Verhandlungspakets wie der soziale Wohnungsbau, Sonderabschreibungen oder die Mietpreisbremse haben schon in der Vergangenheit eher schlecht als recht funktioniert. Beim sozialen Wohnungsbau soll sich der Bund über den bislang für 2019 vorgesehenen Rückzug hinaus engagieren, mindestens zwei Milliarden Euro…

Risiken im deutschen Wohnungsmarkt steigen

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen und steigen. Im dritten Quartal 2017 hat sich Wohneigentum gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als 6 Prozent verteuert. Die brummende Konjunktur und die extrem niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass die Preise bereits im siebten Jahr in Folge kräftig steigen. Gerade in den gefragten Großstädten zeigen sich zunehmend Überbewertungen. Die Kaufpreise in Relation zu den Mieten haben hier historische Durchschnittswerte deutlich überschritten. Signale für eine spürbare Korrektur sind im anhaltenden Aufschwung aber nicht auszumachen. Sollte es dazu kommen, ist es beruhigend, dass Häuser und Wohnungen hierzulande solide finanziert sind und so die Wahrscheinlichkeit einer Abwärtsspirale aus sinkenden Immobilienpreisen und ausfallenden Hypotheken verringern. Oder ist das etwa nicht (mehr) der Fall? Denn tatsächlich wird die hohe Immobiliennachfrage in erheblichem Umfang über eine kräftig ausgeweitete Hypothekenvergabe finanziert. Auf den ersten Blick sind überbordende Risiken aber nicht ersichtlich. Dafür sprechen die moderate Verschuldung der privaten Haushalte und…

1 2 14