Immobilienmärkte

Corona und Homeoffice krempeln den Büromarkt um

Durch die Pandemie hat das Thema Homeoffice enorm Fahrt aufgenommen. Der Weg vom Provisorium mit Laptop am Küchentisch bis zu den Chancen, die flexibles Arbeiten bieten kann, ist jedoch weiter als es auf den ersten Blick scheint. Viele As-pekte müssen bedacht werden. Für flexibles Arbeiten sprechen verschiedene Gründe, etwa geringere Raumkosten für Büros oder Einsparungen bei der täglichen Pendelzeit zum Arbeitsplatz. Weniger Verkehr kommt der Umwelt zugute. Und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf lässt sich womöglich verbessern. Wer seltener ins Büro kommt, kann eher außerhalb wohnen und so die angespannten Wohnungsmärkte in den Großstädten entlasten. Zunächst führt die Corona-Krise an den bislang angespannten Büromärkten aber zu einem Rückgang der Büronachfrage. Die niedrigen Leerstandsquoten dürften sicht-bar zulegen, während die teils hohen Büromieten wohl nachgeben. Auf Dauer könnte die Büroflächennachfrage insgesamt durch demografische Trends und flexible Ar-beitsmodelle zurückgehen. Ein Auslaufmodell sind Büroimmobilien aber nicht.

Corona-Pandemie verschont weitgehend den Wohnungsmarkt, verursacht aber hohe Mietausfälle im Handel

Bei der Eindämmung der Corona-Pandemie ist Deutschland gut vorangekommen, sodass die wirtschaftliche Aktivität nach einer vergleichsweise kurzen Unterbrechung wieder anlief. Dennoch ist der wirtschaftliche Schaden gewaltig. Nach und nach werden auch die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt sichtbar. Danach hat der Wohnungsmarkt kaum gelitten. Zwar sank die Zahl der Kauf- und Mietofferten nach den von F+B wöchentlich ausgewerteten Immobilienangeboten bis Ende April um ein Viertel. Aber bereits im Mai wurde wieder das März-Niveau erreicht. Die geforderten Preise und Mieten gingen dagegen nicht zurück, sie stiegen sogar etwas. Eine Stütze für den Markt ist das knappe Angebot. Der Neubau, der 2019 mit 293.000 fertiggestellten Wohnungen den höchsten Wert seit 2001 erreichte, reicht für den Wohnbedarf nicht aus. Und 2020 dürfte sich der Neubau abschwächen, weil die Arbeit auf den Baustellen ins Stocken geraten ist. Die Vermieter kommen trotz der Belastungen am Arbeitsmarkt offenbar glimpflich durch die Krise. Dank des guten sozialen Netzes…

Corona-Pandemie beendet deutschen Immobilienboom

Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur für den Lockdown der wirtschaftlichen Aktivität, sie beendet auch den rund zehn Jahre währenden Boom am deutschen Immobilienmarkt. Zuvor haben die rund laufende Wirtschaft, wachsende Beschäftigung und sinkende Zinsen die Immobilienpreise auf ein teilweise hohes Niveau gehoben. Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum kletterten seit 2009 deutschlandweit um 55 Prozent, in den sieben größten Städten verdoppelten sie sich. Bei Gewerbeimmobilien haben sich die Mietrenditen auf bis unter 3 Prozent gut halbiert. Ganz rund lief der Immobilienmarkt allerdings auch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr. Bei Wohnungen verlangsamte sich vor allem in den teuren Städten der Anstieg von Preisen und Mieten. Immer neue Regulierungseingriffe erschweren zudem das Vermietungsgeschäft. Im Einzelhandel sinken die Mieten bereits. Bleibt es auch dank der Hilfspakete von EZB und Regierung bei einer kurzen Rezession und einer kräftigen Erholung, dürfte der Immobilienmarkt insgesamt mit einem „blauen Auge“ davonkommen. Der Wohnungsbedarf ändert sich nicht…

Die Krise kommt in den Daten an

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden, die durch die Corona-Krise angerichtet werden, lässt sich erst ansatzweise ermessen. Klar ist, dass sich wohl alle wichtigen Volkswirtschaften der Welt bereits in der Rezession befinden, und damit auch die Weltwirtschaft insgesamt. Das war zuletzt in der „großen Rezession“ 2008/2009 der Fall. Der Vergleich der heutigen Krise mit der Finanzkrise hinkt natürlich in vielerlei Hinsicht, schließlich sind die Ursache und die Art der Verbreitung völlig anders als damals. Doch die Höhe des wirtschaftlichen Schadens könnte vergleichbar sein. Dabei sind die einzelnen Länder unterschiedlich schwer getroffen, vor allem was den jeweiligen Schweregrad der Pandemie angeht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswelle unterscheiden sich jedoch in Europa nur noch wenig von Land zu Land, und so dürften auch die wirtschaftlichen Kosten ähnlich sein. Noch liegen – zumindest außerhalb Chinas – wenig ökonomische Daten vor, die einen Hinweis auf die Schwere des konjunkturellen Abschwungs geben können. Das ändert…

Deutscher Wohnungsmarkt: Die Stimmung heizt sich auf, die Anspannung lässt nach

Deckel drauf: Mit dem Ende Januar vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossenen Mietendeckel macht die Bundeshauptstadt Ernst. Weil die Mietpreisbremse nicht den erwünschten Erfolg brachte, reagierte der Senat so auf den wachsenden Unmut der Berliner über den „Mietenwahnsinn“. In der aufgeheizten Stimmung geht jedoch unter, dass sich das Wachstum von Mieten und Kaufpreisen schon sichtbar verlangsamt hat. Das zeigen die gerade vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichten Marktindizes für das vierte Quartal 2019. Landesweit erreichte der Anstieg der Wohnungspreise und -mieten den Peak schon Ende 2018. In den sieben größten deutschen Städten war das sogar noch früher der Fall. Außerhalb der Metropolen steigen die Kaufpreise von Wohnungen und Eigenheimen allerdings nach wie vor kräftig. Im Jahresdurchschnitt verteuerten sie sich 2019 deutschlandweit um 6,8 Prozent und damit etwas langsamer als 2018. In den Metropolen ist der Bremseffekt ausgeprägter. Hier hat sich der Anstieg der Kaufpreise 2019 mit 4,0 Prozent seit 2017 fast gedrittelt. Bei…

Deutscher Wohnungsmarkt: Trotz sinkender Zinsen steigen die Preise etwas langsamer

Die Preise am Wohnungsmarkt sind im dritten Quartal 2019 weiter gestiegen. Das zeigt der jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichte Preisindex. Allerdings hat der Preisauftrieb bei Eigenheimen und den von Investoren erworbenen Mehrfamilienhäusern nachgelassen, vor allem in den sieben größten deutschen Städten. 2017 verteuerten sich Wohnimmobilien in den hochpreisigen Metropolen noch mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Inzwischen steigen hier die Preise mit weniger als 4 Prozent jährlich. Ausgeprägter ist die Preisdynamik noch außerhalb dieser Ballungsräume. So zogen die Kaufpreise für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser von Juli bis September landesweit um etwa 6 Prozent an. Lange Zeit zogen die Metropolen die Immobilienpreise nach oben, während die „Provinz“ gebremst hat – seit gut einem Jahr ist es umgekehrt. Für den verlangsamten Preisauftrieb lassen sich verschiedene Ursachen anführen. An den Finanzierungskonditionen liegt es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, die von der Bundesbank veröffentlichten Hypothekenzinsen sind im dritten Quartal auf ihren bisherigen Tiefstand von knapp unter…

1 2 19