Immobilienmärkte

Irischer Häusermarkt: Vor dem Brexit ziehen die Preise kräftig an

Nach einem fulminanten Preisanstieg hat der irische Häusermarkt im Zuge der internationalen Finanzmarktkrise einen spektakulären Crash „hingelegt“: Verglichen mit vielen anderen Immobilienblasen sind die Preise schneller und tiefer gefallen; binnen fünf Jahren sind sie um mehr als 50 Prozent gesunken. So kosteten Häuser und Wohnungen nach der Korrektur im landesweiten Durchschnitt nur noch 45 Prozent des Spitzenwertes von 2007; in einigen Marktsegmenten lagen die Preise sogar noch 10 Prozentpunkte darunter. Aber auch die Markterholung unterschied sich von anderen Immobilienmärkten mit geplatzten Blasen. Denn statt einer allmählichen Stabilisierung ging der fallende Markt sofort zu erneut kräftig steigenden Preisen über. 2015 hat die hohe Aufwärtsdynamik aber nachgelassen. Verschärfte Kreditvergabebedingungen haben kräftig dazu beigetragen, dass sich der Preisauftrieb auf derzeit rund 8 Prozent im Jahr gut halbierte. Doch wie konnte es zu diesem raschen Richtungswechsel am irischen Häusermarkt kommen? Zunächst nutzten „Schnäppchenjäger“ die in Dublin um mehr als die Hälfte gefallenen Kaufpreise zum…

Frankreich: Immobilienmarkt kommt im Zinstief auf Touren

Der Ende der 90er Jahre einsetzende Boom an vielen Immobilienmärkten hat das Bewertungsniveau in Frankreich kräftig in die Höhe getrieben. Binnen zehn Jahren legten die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen um rund 150 Prozent zu. Mit dem Ausbruch der globalen Finanzmarktkrise kam es zu einem Rücksetzer, nicht aber zu einer größeren Korrektur, wie etwa in Spanien oder Irland. Im Zuge fallender Zinsen drehte der Markt rasch wieder ins Plus. Ende 2011 wurde der bisherige Höchststand der Preise erreicht. Danach begannen die Preise trotz weiter sinkender Zinsen abzubröckeln. Die Nachfrage erodierte aufgrund der auf weit unter einem Prozent im Jahr abgebremsten gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate und der deshalb in den zweistelligen Bereich gekletterten Arbeitslosenquote. Von 2012 bis 2015 sanken die Preise moderat um insgesamt 8 Prozent. Inzwischen steigen sie wieder; das Tempo ist jedoch verhalten. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass der Markt kräftig an Fahrt aufgenommen hat. So erreichen die Verkaufszahlen für…

Deutscher Immobilienmarkt: Zeichnet sich bei Gewerbeimmobilien eine Trendwende ab?

Deutsche Gewerbeimmobilien üben seit geraumer Zeit eine enorme Anziehungskraft auf Investoren aus. Sie bieten einen deutlichen Renditevorsprung gegenüber Anleihen, während die Risiken angesichts der soliden konjunkturellen Lage in Deutschland als beherrschbar eingeschätzt werden. Dabei konzentriert sich das Interesse auf das vergleichsweise kleine Segment qualitativ guter und attraktiv gelegener Büro- und Einzelhandelsobjekte in den sieben größten deutschen Städten, den Top-Standorten. Deren Anzahl ist naturgemäß nicht allzu groß, wodurch das Angebot für Miet- und Kaufinteressenten knapp bemessen ist. Bei letzteren ergänzt sich noch eine geringe Verkaufsbereitschaft. Die Eigentümer können zwar hohe Preise erzielen, sind dann beim Verkaufserlös aber auch mit dem „Anlagenotstand“ konfrontiert. Letztlich sank 2016 durch das knappe Angebot das Investmentvolumen um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 53 Milliarden Euro – ein Wert, der lediglich 2015 und 2007 überschritten wurde. Weil sich die Relation von Angebot zu Nachfrage in den vergangenen Jahren für Mieter wie für Käufer immer weiter vom…

Italienischer Immobilienmarkt: Konjunkturflaute hat den Häusermarkt weiter im Griff

Regierungskrise, Schuldenkrise, Wirtschaftskrise oder Bankenkrise – die öffentliche Aufmerksamkeit ist Italien regelmäßig gewiss. Dagegen wird über den Immobilienmarkt zwischen Südtirol und Sizilien gefühlt viel seltener als über die Häusermärkte in anderen europäischen Ländern berichtet. Allerdings taugt der Markt auch nicht wirklich als Schlagzeilenlieferant. Exzessive Preisanstiege sind in der Vergangenheit genauso wie kräftige Korrekturen ausgeblieben. Die geringe Präsenz in der Presse sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Immobilienmarkt für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung oder das Finanzsystem in Italien genauso bedeutend wie in anderen Ländern ist. Ein Blick auf den Zustand des italienischen Marktes für Wohnimmobilien kann also nicht schaden. Vor etwa 20 Jahren – die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung warf ihre Schatten voraus – gingen die Hypothekenzinsen in Italien wie auch in anderen südeuropäischen Ländern spürbar zurück. Die so angekurbelte Nachfrage am Immobilienmarkt trieb die Häuserpreise binnen 10 Jahren um rund 75 Prozent nach oben. Das ist zwar ein kräftiges…

Kreditwachstum im Euroraum bleibt schwach

Im letzten Jahr wuchsen die Kredite der Banken an Unternehmen, private Haushalte und Staaten im Euroraum um 0,9 Prozent auf 10.774 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren erneut die privaten Wohnungsbaukredite, die um 2,4 Prozent zulegten. Im Bereich der Firmenkundenkredite konnte der mehrjährige Trend schrumpfender Kreditbestände gestoppt werden: Die Ausleihungen an Unternehmen stiegen 2016 um 0,6 Prozent. Dagegen haben die öffentlichen Gebietskörperschaften ihre Bankschulden weiter abgebaut. Insgesamt hat sich das bereits 2015 wieder einsetzende Wachstum der Kundenkredite zwar stabilisiert, eine spürbar zunehmende Dynamik ließ der europäische Kreditmarkt jedoch weiterhin vermissen. Außerdem entwickelten sich die nationalen Einzelmärkte sehr unterschiedlich: So wurde der europaweite Zuwachs fast vollständig von Banken in Frankreich und Deutschland getragen, die überdurchschnittlich hohe Zuwächse ihrer Kreditbestände verzeichnen konnten. Dagegen schmolzen die Ausleihungen der Banken in südlichen Euroländern wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Zypern weiter ab. Das gilt in verstärktem Maße für die Unternehmenskredite in diesen Ländern. Vor allem in…

Beschleunigtes Wachstum der Kreditmärkte in Deutschland zu erwarten

Im letzten Jahr hat sich der bereits Ende 2015 einsetzende Wachstumsschub auf den Kreditmärkten in Deutschland stabilisiert und verstärkt. So wuchsen die Bankschulden der Unternehmen und privaten Haushalte um 2,7 Prozent auf 2.372,3 Mrd. Euro. Damit konnte die meist lahmende Entwicklung der vergangenen Jahre endlich überwunden werden. Wachstumstreiber waren erneut die privaten Immobilienfinanzierungen. Bei verstärkten Neubauaktivitäten sowie zunehmender Nachfrage und steigenden Preisen auf den Immobilienmärkten wuchs der Kreditbedarf spürbar. Die Nachfrage wurde zudem von extrem günstigen Finanzierungsbedingungen beflügelt. Ein noch dynamischeres Wachstum verhinderte lediglich die deutsche Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die vor allem für Senioren und junge Familien zu verschärften Kreditvergaberichtlinien führte. Auch die Entwicklung der Unternehmenskredite war erfreulich. Von 2013 bis 2015 verzeichnete dieses Marktsegment noch schwache, meist negative Veränderungsraten. 2016 stiegen die entsprechenden Kreditbestände dann um knapp zwei Prozent. Im angelaufenen Jahr dürften sich die Trends fortsetzen. Darauf deuten u. a. die Baugenehmigungen hin, die stark gestiegen sind. Allerdings…

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