Immobilienmärkte

Wohnen zum Nulltarif

Vom Mieterparadies Deutschland ist nicht viel übriggeblieben. Gute Angebote an günstigen Wohnungen sind von hohen Mieten und langen Wartelisten abgelöst worden. Selbst solide verdienende Familien stoßen an ihre Belastungsgrenze. Die Politik steht unter Druck, doch die Regulierungsmaßnahmen lösen die Probleme nicht, weil sich am viel zu knappen Wohnungsangebot so schnell nichts ändern lässt. Dazu kommt, dass viele Mieterhaushalte über kaum Vermögen verfügen. Unsere europäischen Nachbarn, die im Gegensatz zu den Deutschen meist im Eigenheim wohnen, stehen besser da. Sie haben höhere Vermögen und sind besser vor Mieterhöhungen geschützt. Die niedrigen Zinsen von unter einem Prozent sind jedoch eine Chance, auch hierzulande die Verbreitung von Wohneigentum zu steigern. Aber vermutlich verhelfen auch die niedrigen Zinsen den Deutschen nicht allen zum Eigenheim. Die Angst vor hohen Schulden und langfristigen Verpflichtungen stehen dem oft im Wege. Auf der politischen Agenda für den Wohnungsmarkt steht Mietregulierung ganz oben. Die Eigenheimförderung dürfte dagegen mit dem…

Deutscher Wohnungsmarkt: Landesweit steigen Preise rapide, in Metropolen bremst das hohe Niveau

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen munter weiter. Seit Ende 2017 verteuert sich Wohneigentum deutschlandweit um rund 7% im Jahr. In dieser Größenordnung ist das Preisplus auch zur Jahresmitte 2019 ausgefallen. So wies der gerade veröffentlichte Preisindex vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zum Ende des zweiten Quartals eine Wachstumsrate von 7,3% gegenüber dem Vorjahresquartal aus. Damit ist die erwartete Verlangsamung des Preisauftriebs ausgeblieben. Die Prognose aus dem vergangenen Jahr fußte allerdings auf der sich damals abzeichnenden Zinswende. Stattdessen sind die Hypothekenzinsen weiter gefallen – als Folge der abgekühlten Konjunktur in Europa und der schwachen Inflationsentwicklung. Der von der Bundesbank errechnete Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite im Neugeschäft sank auf 1,57%, den bislang niedrigsten Stand. Damit bleibt der Kauf einer Wohnimmobilie trotz kräftig steigender Preise erschwinglich. Während steigende Mieten das Wohnen verteuern, federn die rückläufigen Zinsen den Anstieg der Kreditraten ab. Das treibt die Preise vor allem dort in die Höhe, wo sie…

Deutscher Wohnungsmarkt: Mietendeckel wird Anspannung noch verstärken

Mit dem am Dienstag dieser Woche in einem Eckpunktepapier beschlossenen Mietendeckel hat der rot-rot-grüne Berliner Senat einen Volltreffer gelandet. Seit Tagen wird in der Presse darüber berichtet, wie leidgeplagte Mieter mit bezahlbaren Wohnungen versorgt werden sollen. Das kommt in der Bevölkerung gut an. Nach einer aktuellen Umfrage befürworten 60% der Befragten die Einführung eines Mietendeckels. Bei diesem Erfolg sind die bereits aufgekommenen Forderungen nach einem bundesweiten Mietendeckel wenig überraschend. Dass das Vorhaben rechtlich zweifelhaft und als Lösung für die angespannten Wohnungsmärkte ungeeignet ist, scheint zweitrangig. So ist fraglich, ob der Berliner Senat über Gesetzgebungskompetenz für das im BGB geregelte Mietrecht verfügt. Und am Wohnungsmarkt dürften sich die Probleme noch verschärfen. Nicht nur, aber vor allem in den Ballungsräumen sind Wohnungen knapp, weil dem starken Zuzug in viele Städte meist kein ausreichender Wohnungsbau gegenübersteht. Entsprechend sind die Mieten gestiegen. In Berlin haben sie sich binnen zehn Jahren von einem allerdings moderaten…

Antizyklischer Kapitalpuffer mit begrenzter Wirkung

Seit Jahren hält die EZB die Zinsen im Keller und treibt damit die Aktien- und Immobilienmärkte in die Höhe. Nun soll es der antizyklische Kapitalpuffer richten. Damit sollen in wirtschaftlich guten Zeiten Reserven im Bankensystem aufgebaut werden, die als Vorsorge zur Deckung von Verlusten dienen. Sollten sich die zyklischen Systemrisiken abbauen, kann der Puffer wieder verringert werden. Vor allem in Stressphasen soll so die nachhaltige Kreditvergabe an die Realwirtschaft unterstützt werden. Nach einer Empfehlung des deutschen Ausschusses für Finanzmarktstabilität (AFS) soll der inländische antizyklische Kapitalpuffer ab dem dritten Quartal 2019 aktiviert und auf 0,25% festgesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt haben die Banken in Deutschland zwölf Monate Zeit, die zusätzlichen Kapitalvorgaben zu erfüllen. Der AFS begründet die Entscheidung mit zyklischen Systemrisiken, die sich in der langen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und niedriger Zinsen gebildet haben. Genannt werden potenziell unterschätzte Kreditrisiken, überbewertete Kreditsicherheiten durch Immobilienpreisanstiege und Zinsänderungsrisiken. Tatsächlich befindet sich die deutsche…

Deutsche Gewerbeimmobilien – gefragt, aber teuer

Mit Anleiherenditen nahe null kommen Investoren am Immobilienmarkt kaum vorbei. Daraus leitet sich eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ab, die auf ein knappes Angebot trifft. Als Folge sind die Mietrenditen zwischenzeitlich kräftig gefallen. So können in München und Berlin mit erstklassigen Büro- und Handelsobjekten nicht einmal mehr 3% realisiert werden. Stark verteuert haben sich aber auch Hotels, Logistikobjekte und Mehrfamilienhäuser. Die fallenden Renditen schwächen den hohen Mittelzufluss mitnichten. Mit 62 Mrd. Euro wurde im vergangenen Jahr das bislang höchste Investitionsvolumen in Gewerbeimmobilien verzeichnet. Dazu addieren sich 15 Mrd. Euro für Wohnungsportfolios. Allerdings gibt es spürbare Verschiebungen zwischen den Assetklassen: So hat im Zuge des boomenden E-Commerces mit der Flächennachfrage auf den Shopping-Meilen auch das Interesse an Handelsimmobilien nachgelassen. Das gilt jedoch nicht für den Bereich Nahversorgung, der als weitgehend resistent gegen das Online-Shopping gilt. Dagegen sind Logistikobjekte im Fahrwasser des erfolgreichen E-Commerces gefragt wie nie. Auch das Interesse an…

Vermögensaufbau durch weniger Regulierung

Wie aus der aktuellen Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ der Bundesbank hervorgeht, ist das durchschnittliche Nettovermögen in Deutschland zwischen 2014 und 2017 zwar um 18.300 Euro auf 232.800 Euro gestiegen. Allerdings sind die Vermögen nach wie vor ungleich verteilt. Dabei fällt die Ungleichverteilung hierzulande stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums, aber geringer als in den USA. Interessant ist, dass vor allem Bürger mit Immobilien- und Aktienbesitz von Wertzuwächsen profitieren konnten. Im internationalen Vergleich haben allerdings gerade diese Vermögenskategorien ein schwaches Gewicht: Deutsche Anleger gelten als risikoavers, weil sie Aktien meiden und eher in Einlagen und Versicherungen investieren. Zudem wohnen die Bürger hierzulande häufiger zur Miete als im Eigenheim. Dabei sind beide Vermögenskategorien besonders wichtig für den Vermögensaufbau: Aktien, Fonds und entsprechende Zertifikate tragen zu einer breiten Streuung der Geldanlage bei und erzielen langfristig gute Renditen. Der Vorteil von Immobilen besteht neben der Sicherheit vor allem in der disziplinierenden…

1 2 18