Immobilienmärkte

Deutscher Wohnungsmarkt: Steht eine umfassende Zäsur bevor?

Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft ist bestens, Betongold verkauft sich hierzulande „wie geschnitten Brot“. Und das gilt nicht nur für Wohnungen und Häuser. Mindestens genauso groß ist die Nachfrage nach Büroobjekten, Einkaufs- und Fachmarktzentren, Logistikhallen oder auch Hotels und Mikroapartments. Das sorgt für durchweg hohe und steigende Kaufpreise, während die Mietrenditen auf nicht gekannte Tiefstände gesunken sind. Wenn ein solcher Boom von anfänglichen Übertreibungen zur ausgewachsenen Immobilienblase übergeht, droht Gefahr für die Volkswirtschaft und das Finanzsystem. Soweit ist es aber noch nicht gekommen. Das sagen sowohl die Bundesbank als auch der Rat der Immobilienweisen im Rahmen ihrer jüngst veröffentlichten Analyseergebnisse; erstere im Monatsbericht des Instituts, letztere im jährlichen Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft. Mahnende Worte, die das Bewusstsein für die Risiken der schon bestehenden Übertreibungen am Immobilienmarkt schärfen, können dennoch nicht schaden. Für Aufmerksamkeit und eine breite Presseresonanz hat vor allem das Frühjahrsgutachten gesorgt. Dort werden nicht nur die schon bekannten Preisübertreibungen…

Deutscher Wohnungsmarkt: Kräftiges Preisplus im vergangenen Jahr lässt Temperatur weiter steigen

Bei Maklern, Notaren und Baufinanzierern geben sich die Kunden die Klinke in die Hand. Tatsächlich wären mehr Vertragsabschlüsse möglich, wenn das Verkaufsangebot nicht so knapp wäre. Aber auch so sprudeln die Erträge, denn Honorare und Zinsmargen steigen mit höheren Kaufpreisen und Kreditbeträgen. Deshalb werden es diese Dienstleister wie der Rest der Immobilienwirtschaft mit Freude vernehmen, dass es bei den Kaufpreisen weiter zügig aufwärtsgeht. Dass belegen die jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken, dem vdp, veröffentlichten Daten zur Preisentwicklung am deutschen Wohnungsmarkt. Nach zwei verglichen mit 2016 etwas schwächeren Quartalen, zogen die Preise im dritten und vierten Quartal wieder sichtbar stärker an. Unter dem Strich verteuerten sich selbst genutzte Häuser und Wohnungen 2017 im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent gegenüber den Vorjahrespreisen. Damit wurde das starke Preisplus aus 2016 mit 6,0 Prozent nur minimal unterschritten. Während sich der Preisanstieg von Eigentumswohnungen sogar leicht auf 6,8 Prozent gegenüber 6,5 Prozent (2016) beschleunigte, ging es…

Deutscher Wohnungsmarkt: Werden Wohnungen mit den Plänen der GroKo erschwinglicher?

Auf dem holprigen Weg zur Fortsetzung einer Großen Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel steht am Ende der Koalitionsgespräche die Zustimmung der SPD-Mitglieder als Hürde noch aus. Sollte es zum „Ja“ kommen, zeichnen sich aus den veröffentlichten Verhandlungsergebnissen von CDU, CSU und SPD aber schon jetzt viele Vorhaben ab, die eine Neuauflage der „GroKo“ realisieren will. Das betrifft auch den Wohnungsmarkt. Dabei sind die Pläne auf Zustimmung gestoßen: Während sich der Dachverband der Wohnungswirtschaft GdW vor allem über Subventions-Milliarden freut, sieht der Deutsche Mieterbund verschärfte Regulierungen bei Mietwohnungen positiv. Doch lassen sich so die in vielen Großstädten wachsende Wohnungsknappheit sowie die kräftig steigenden Mieten und Kaufpreise bekämpfen? Eher nicht, denn wesentliche Instrumente des Verhandlungspakets wie der soziale Wohnungsbau, Sonderabschreibungen oder die Mietpreisbremse haben schon in der Vergangenheit eher schlecht als recht funktioniert. Beim sozialen Wohnungsbau soll sich der Bund über den bislang für 2019 vorgesehenen Rückzug hinaus engagieren, mindestens zwei Milliarden Euro…

Risiken im deutschen Wohnungsmarkt steigen

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen und steigen. Im dritten Quartal 2017 hat sich Wohneigentum gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als 6 Prozent verteuert. Die brummende Konjunktur und die extrem niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass die Preise bereits im siebten Jahr in Folge kräftig steigen. Gerade in den gefragten Großstädten zeigen sich zunehmend Überbewertungen. Die Kaufpreise in Relation zu den Mieten haben hier historische Durchschnittswerte deutlich überschritten. Signale für eine spürbare Korrektur sind im anhaltenden Aufschwung aber nicht auszumachen. Sollte es dazu kommen, ist es beruhigend, dass Häuser und Wohnungen hierzulande solide finanziert sind und so die Wahrscheinlichkeit einer Abwärtsspirale aus sinkenden Immobilienpreisen und ausfallenden Hypotheken verringern. Oder ist das etwa nicht (mehr) der Fall? Denn tatsächlich wird die hohe Immobiliennachfrage in erheblichem Umfang über eine kräftig ausgeweitete Hypothekenvergabe finanziert. Auf den ersten Blick sind überbordende Risiken aber nicht ersichtlich. Dafür sprechen die moderate Verschuldung der privaten Haushalte und…

Britischer Wohnungsmarkt: Erstmals seit 8 Jahren sinken die Hauspreise in London

Normalerweise ist der Londoner Immobilienmarkt das Zugpferd des britischen Häusermarktes. Meist steigen die Preise hier schneller als im restlichen Königreich. Derzeit ist allerdings das Gegenteil der Fall. Das zeigt die September-Veröffentlichung des renommierten Preisindizes der Nationwide Building Society: Während die Hauspreise in London erstmals nach acht Jahren mit einem Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau leicht nachgaben, konnten sie in den übrigen britischen Regionen mit einer Jahresrate von bis zu 5 Prozent weiter steigen. Landesweit haben sich die durchschnittlichen Kaufpreise für Häuser und Wohnungen gegenüber September 2016 noch um 2,2 Prozent erhöht. Das wirft auch die Frage auf, ob die Preisentwicklung außerhalb Londons der britischen Hauptstadt in den negativen Bereich folgt? Schließlich bremst sich die Preisentwicklung auch am Gesamtmarkt ab, der im vergangenen Jahr noch ein Preisplus von rund 5 Prozent aufweisen konnte. Letztlich kam der Preisrückgang in London nicht überraschend: Gegenüber den noch weitgehend stabilen Hauspreisen sank die…

Deutscher Wohnungsmarkt: Trotz hoher Kaufpreise bleibt der Immobilienkauf attraktiv

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen und steigen, auch wenn die Dynamik regional unterschiedlich ausfällt. Während sich Häuser und Wohnungen seit 2010 landesweit um etwas mehr als 30 Prozent verteuert haben, ging es in den deutschen Städten fast doppelt so schnell aufwärts. Neben den guten wirtschaftlichen Voraussetzungen in Deutschland, steigender Beschäftigung und niedrigen Zinsen machen sich hier noch ein anhaltender Zuzug sowie ein knappes Angebot preistreibend bemerkbar. Wohnimmobilien haben sich aber nicht nur absolut, sondern auch relativ verteuert, denn die Kaufpreise steigen schneller als Mieten und Einkommen. Ende der 1990er Jahre entsprach der Kaufpreis im Städtedurchschnitt etwa 25 Jahresmieten. Seit 2010 ist der Wert kontinuierlich gestiegen; aktuell kann der Kaufpreis erst nach etwa 28 Jahresmieten „eingefahren“ werden. Ähnlich sieht es gegenüber dem Einkommen aus. Entsprach der Kaufpreis einer Beispielwohnung 2010 etwa dreieinhalb Bruttojahresgehältern, sind es heute fast fünf. Die Bewertungen sind aber nicht völlig aus dem Ruder gelaufen, denn vor 2010…

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