Immobilienmärkte

Die Krise kommt in den Daten an

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden, die durch die Corona-Krise angerichtet werden, lässt sich erst ansatzweise ermessen. Klar ist, dass sich wohl alle wichtigen Volkswirtschaften der Welt bereits in der Rezession befinden, und damit auch die Weltwirtschaft insgesamt. Das war zuletzt in der „großen Rezession“ 2008/2009 der Fall. Der Vergleich der heutigen Krise mit der Finanzkrise hinkt natürlich in vielerlei Hinsicht, schließlich sind die Ursache und die Art der Verbreitung völlig anders als damals. Doch die Höhe des wirtschaftlichen Schadens könnte vergleichbar sein. Dabei sind die einzelnen Länder unterschiedlich schwer getroffen, vor allem was den jeweiligen Schweregrad der Pandemie angeht. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswelle unterscheiden sich jedoch in Europa nur noch wenig von Land zu Land, und so dürften auch die wirtschaftlichen Kosten ähnlich sein. Noch liegen – zumindest außerhalb Chinas – wenig ökonomische Daten vor, die einen Hinweis auf die Schwere des konjunkturellen Abschwungs geben können. Das ändert…

Deutscher Wohnungsmarkt: Die Stimmung heizt sich auf, die Anspannung lässt nach

Deckel drauf: Mit dem Ende Januar vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossenen Mietendeckel macht die Bundeshauptstadt Ernst. Weil die Mietpreisbremse nicht den erwünschten Erfolg brachte, reagierte der Senat so auf den wachsenden Unmut der Berliner über den „Mietenwahnsinn“. In der aufgeheizten Stimmung geht jedoch unter, dass sich das Wachstum von Mieten und Kaufpreisen schon sichtbar verlangsamt hat. Das zeigen die gerade vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichten Marktindizes für das vierte Quartal 2019. Landesweit erreichte der Anstieg der Wohnungspreise und -mieten den Peak schon Ende 2018. In den sieben größten deutschen Städten war das sogar noch früher der Fall. Außerhalb der Metropolen steigen die Kaufpreise von Wohnungen und Eigenheimen allerdings nach wie vor kräftig. Im Jahresdurchschnitt verteuerten sie sich 2019 deutschlandweit um 6,8 Prozent und damit etwas langsamer als 2018. In den Metropolen ist der Bremseffekt ausgeprägter. Hier hat sich der Anstieg der Kaufpreise 2019 mit 4,0 Prozent seit 2017 fast gedrittelt. Bei…

Deutscher Wohnungsmarkt: Trotz sinkender Zinsen steigen die Preise etwas langsamer

Die Preise am Wohnungsmarkt sind im dritten Quartal 2019 weiter gestiegen. Das zeigt der jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichte Preisindex. Allerdings hat der Preisauftrieb bei Eigenheimen und den von Investoren erworbenen Mehrfamilienhäusern nachgelassen, vor allem in den sieben größten deutschen Städten. 2017 verteuerten sich Wohnimmobilien in den hochpreisigen Metropolen noch mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Inzwischen steigen hier die Preise mit weniger als 4 Prozent jährlich. Ausgeprägter ist die Preisdynamik noch außerhalb dieser Ballungsräume. So zogen die Kaufpreise für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser von Juli bis September landesweit um etwa 6 Prozent an. Lange Zeit zogen die Metropolen die Immobilienpreise nach oben, während die „Provinz“ gebremst hat – seit gut einem Jahr ist es umgekehrt. Für den verlangsamten Preisauftrieb lassen sich verschiedene Ursachen anführen. An den Finanzierungskonditionen liegt es jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, die von der Bundesbank veröffentlichten Hypothekenzinsen sind im dritten Quartal auf ihren bisherigen Tiefstand von knapp unter…

Gewerblicher Immobilienmarkt noch unbeeindruckt vom Abschwung

Ohne den Klimawandel wäre der Immobilienmarkt vermutlich das Top-Thema in Deutschland. Fast jede Woche wird über hohe Kaufpreise und kaum noch bezahlbare Wohnungsmieten berichtet. Und die Finanzaufsicht sorgt sich über hohe Bewertungen von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Mit Blick auf negative Anleiherenditen wird das Interesse am Immobilienmarkt aber sobald nicht abreißen. Dabei haben sich die Rahmenbedingungen für die gewerblichen Immobilienmärkte an den sieben deutschen Top-Standorten – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – verschlechtert. Internationale Krisen belasten den Export. Die Konjunktur schrammt möglicherweise knapp an einer Rezession vorbei. Dem Handel macht der boomende E-Commerce immer stärker zu schaffen. Die Top-Standorte leiden jedoch weniger unter einer rückläufigen Passantenfrequenz, die den Shopping-Meilen in vielen Städten zusetzt. Hier kann sich der Einzelhandel dank des wachsenden Käuferpotenzials durch steigende Einwohnerzahlen und einen florierenden Tourismus behaupten. Nennenswerte Mietrückgänge sind bislang ausgeblieben. Die rückläufige Flächennachfrage der Textilretailer wird von Gastronomen, Drogerien sowie Supermärkten aufgefangen. Dagegen…

Wohnen zum Nulltarif

Vom Mieterparadies Deutschland ist nicht viel übriggeblieben. Gute Angebote an günstigen Wohnungen sind von hohen Mieten und langen Wartelisten abgelöst worden. Selbst solide verdienende Familien stoßen an ihre Belastungsgrenze. Die Politik steht unter Druck, doch die Regulierungsmaßnahmen lösen die Probleme nicht, weil sich am viel zu knappen Wohnungsangebot so schnell nichts ändern lässt. Dazu kommt, dass viele Mieterhaushalte über kaum Vermögen verfügen. Unsere europäischen Nachbarn, die im Gegensatz zu den Deutschen meist im Eigenheim wohnen, stehen besser da. Sie haben höhere Vermögen und sind besser vor Mieterhöhungen geschützt. Die niedrigen Zinsen von unter einem Prozent sind jedoch eine Chance, auch hierzulande die Verbreitung von Wohneigentum zu steigern. Aber vermutlich verhelfen auch die niedrigen Zinsen den Deutschen nicht allen zum Eigenheim. Die Angst vor hohen Schulden und langfristigen Verpflichtungen stehen dem oft im Wege. Auf der politischen Agenda für den Wohnungsmarkt steht Mietregulierung ganz oben. Die Eigenheimförderung dürfte dagegen mit dem…

Deutscher Wohnungsmarkt: Landesweit steigen Preise rapide, in Metropolen bremst das hohe Niveau

Die Preise am deutschen Wohnungsmarkt steigen munter weiter. Seit Ende 2017 verteuert sich Wohneigentum deutschlandweit um rund 7% im Jahr. In dieser Größenordnung ist das Preisplus auch zur Jahresmitte 2019 ausgefallen. So wies der gerade veröffentlichte Preisindex vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zum Ende des zweiten Quartals eine Wachstumsrate von 7,3% gegenüber dem Vorjahresquartal aus. Damit ist die erwartete Verlangsamung des Preisauftriebs ausgeblieben. Die Prognose aus dem vergangenen Jahr fußte allerdings auf der sich damals abzeichnenden Zinswende. Stattdessen sind die Hypothekenzinsen weiter gefallen – als Folge der abgekühlten Konjunktur in Europa und der schwachen Inflationsentwicklung. Der von der Bundesbank errechnete Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite im Neugeschäft sank auf 1,57%, den bislang niedrigsten Stand. Damit bleibt der Kauf einer Wohnimmobilie trotz kräftig steigender Preise erschwinglich. Während steigende Mieten das Wohnen verteuern, federn die rückläufigen Zinsen den Anstieg der Kreditraten ab. Das treibt die Preise vor allem dort in die Höhe, wo sie…

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