Immobilienmärkte

Deutscher Wohnungsmarkt: Mit den Preisen geht es weiter bergauf – aber wie lange noch?

Der Anstieg von Mieten und Preisen am Wohnungsmarkt setzt sich unbeirrt fort. So ziehen die Kaufpreise für Eigenheime landesweit mit 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit rekordverdächtigem Tempo an. Mit den steigenden Belastungen fürs „Wohnen“ ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt immer mehr zu einem Politikum geworden. Mit Mietpreisbremse, Sonder-Abschreibungen, dem Baukindergeld sowie dem im September veranstalteten Wohnungsgipfel im Kanzleramt will die amtierende Bundesregierung die Situation für Mieter und Käufer verbessern. Doch die Erfolgsaussichten sind gering, denn dem Immobilienmarkt mangelt es an Wohnungen, nicht aber an Regulierung oder Geld. Beides vergrößert die Probleme: Die schon reichlich vorhandenen Vorschriften zum Bauen und Vermieten hemmen eher den Wohnungsbau, während öffentliche Fördermittel die Preise noch zusätzlich antreiben. Die zur Entspannung der Marktsituation geforderte Ausweitung des Wohnungsbaus lässt sich allerdings kaum realisieren. Selbst mit den angestrebten 400.000 Neubauwohnungen im Jahr kann die über viele Jahre entstandene Wohnungsknappheit nicht auf die Schnelle beseitigt werden….

Steigende Risikoaversion deutscher Banken bei Immobilienkrediten

Wie aus der aktuellen Bankenbefragung der EZB (Bank Lending Survey) hervorgeht, beabsichtigt eine leichte Mehrheit der Kreditinstitute in Deutschland in den nächsten Monaten, ihre Richtlinien für die Vergabe von Immobilienkrediten an private Haushalte zu verschärfen. Das sind die ersten Verschärfungsabsichten seit der Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland im Frühjahr 2016. Damals reagierten die Banken mit erhöhter Vorsicht auf Unsicherheiten, die sich aus der Umsetzung der Richtlinie ergaben. Bei den aktuellen Verschärfungen der Kreditvergabestandards spielen die starken Immobilienpreisanstiege in deutschen Ballungszentren eine wichtige Rolle. Zwar lässt sich insgesamt für Deutschland keine generelle Immobilienpreisblase ausmachen. Allerdings gibt es zunehmend regionale Überbewertungen bei Wohnimmobilien in verschiedenen Städten, die Anlass zur Sorge geben. Hinzu kommen regional teils stark wachsende Immobilienkredite. Die aktuell geplanten Verschärfungen der Kreditvergaberichtlinien sind eine angemessene Reaktion darauf. Nach unserer Einschätzung handelt sich um eine Trendwende in der Kreditvergabepolitik der Banken, die sich in nächster Zeit verstärken dürfte.

Gewerbeimmobilien an den Top-Standorten: Büros sind knapp und gefragt, während das Online-Shopping dem Einzelhandel das Leben schwer macht

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gewerbeimmobilien könnten an den Top-Standorten kaum besser ausfallen. In den sieben größten deutschen Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart wachsen Beschäftigung, Bevölkerung und meist auch der Tourismus. Daraus resultiert eine hohe Nachfrage nach Büroflächen, die mittlerweile genauso knapp wie Wohnungen sind. Im Einzelhandel wird die Flächennachfrage jedoch durch das Online Shopping gedämpft. Unter dem Strich ist das Interesse der Anleger an der letztlich sehr begrenzten Zahl an erstklassigen Objekten, die hier zum Verkauf stehen, ungebrochen hoch. Doch das große Anlegerinteresse hat die anfängliche Mietrendite kräftig gedrückt. Waren vor 10 Jahren noch rund 5 Prozent erzielbar, sind es heute zum Teil weniger als 3 Prozent. Weil die Anleiherenditen noch schneller sanken, hat sich der Abstand ausgeweitet. 2008 lag der Renditevorteil gegenüber 10-jährigen Bundesanleihen bei etwa 100 Basispunkten, aktuell sind fast 270 Basispunkte. Das ist allerdings schon spürbar weniger als 2015 und 2016, als der…

Immobilienpreise in Deutschland – Anlass zur Besorgnis?

Es ist nichts Neues, dass in den vergangenen Jahren die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland kräftig gestiegen sind. Dafür haben ein knappes Angebot, historisch niedrige Zinsen und die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesorgt. Da der Preisauftrieb auch am aktuellen Rand kaum an Schwung verloren hat, ist es mehr als berechtigt, dass die Notenbank und auch die Bankenaufsicht dies sorgsam im Auge haben. Besonders die immer noch sehr lockere Geldpolitik der EZB ist doch der ideale Nährboden für Preisblasen bei Vermögensgütern. Preisübertreibungen sind besonders in den prosperierenden Wirtschaftszentren entstanden. Gerade dort steht einem anhaltenden Bevölkerungszustrom ein knappes Angebot gegenüber. Hinzu kommen noch die teilweise auch ausländischen Investoren, die für ihr Portfolio gerne Mehrfamilienhäuser an den deutschen Top-Standorten erwerben. Die vor kurzem vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) vorgelegten Zahlen zeigten für diese Großstädte zwar eine erste, leichte Verlangsamung bei der Preisdynamik. Es ist aber fraglich, ob es sich hierbei um eine…

Deutscher Wohnungsmarkt: Der Wohngipfel wird keine spürbare Entspannung bringen

Die Überschrift zur Pressemeldung des Innenministeriums „Wohngipfel 2018: Historisch einmaliges Maßnahmenpaket“ weckt große Erwartungen. Diese werden die am vergangenen Freitag im Kanzleramt getroffenen Beschlüsse aber angesichts der Herausforderungen am Wohnungsmarkt kaum erfüllen können. Dass Preise und Mieten rapide steigen, ist vor allem auf das unzureichende Wohnungsangebot bei zugleich hoher Nachfrage zurückzuführen. Aber mit zusätzlichen Milliarden auf der einen und weiteren Daumenschrauben für Vermieter auf der anderen Seite wird sich daran nicht viel ändern. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn die ausgelobten 5 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bis 2021, 2,7 Milliarden Euro Baukindergeld, Sonderabschreibungen sowie eine aufgewertete Wohnungsbauprämie werden die Nachfrage nach Baugrundstücken und Bauleistungen weiter befeuern. Doch am fehlenden Geld mangelt es nicht, was schon die Diskussion über eine Immobilienblase in Deutschland zeigt. Dank niedriger Zinsen sind Finanzmittel von Investoren und privaten Bauherren reichlich vorhanden. Trotzdem entstehen nicht genug Wohnungen: Das zeigt die immer weiter auseinanderklaffende Lücke…

Deutscher Wohnungsmarkt: Im 2. Quartal 2018 sind die Preise erneut dynamisch gestiegen, die Metropolen haben aber an Tempo eingebüßt

Berichte zum deutschen Wohnungsmarkt sind mittlerweile fast schon langweilig: Die Preise steigen dank guter wirtschaftlicher Rahmenbedingen, niedriger Zinsen und einem knappen Angebot mit hohem Tempo. Auch das zweite Quartal 2018 fällt hierbei nicht aus dem Rahmen. Die gerade vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) veröffentlichten Preisdaten zum Wohnungsmarkt weisen erneut ein kräftiges Plus aus. Beim Wohneigentum waren es 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei den von Investoren gesuchten Mehrfamilienhäusern erreichte die Jahresrate fast 10 Prozent. Und in den Metropolen, den sieben größten deutschen Städten, sind die Preise noch stärker gestiegen. Wohneigentum hat sich hier um 9 Prozent verteuert, bei Mehrfamilienhäusern fiel das Preisplus noch 2 Prozentpunkte höher aus. Aus den Zahlen des vdp lassen sich aber durchaus interessante Entwicklungen extrahieren. Denn während die Wohnungspreise landesweit ihr hohes Tempo beibehalten konnten, hat die Preisdynamik der Top-7 Städte – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – an Schwung verloren. Zeitweilig verteuerten…

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