Immobilienmärkte

Immobilien: Preisblase in Deutschland?

Die Diskussion über steigende Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland wird intensiver, oft sogar mit dem Tenor einer sich abzeichnenden Immobilienpreisblase. Als „Beweis“ werden die zum Teil zweistelligen Preissteigerungsraten in Großstädten wie Berlin und Hamburg oder fünfstellige Quadratmeterpreise in den besten Lagen der bayerischen Landeshauptstadt angeführt. Auch wenn sich diese dynamischen Entwicklungen lokaler Teilmärkte sicherlich gut als anschauliche Beispiele eignen, eine landesweite Preisblase lässt sich daraus schwerlich ableiten. So steigen die Preise vielerorts deutlich langsamer; in eher ländlichen Regionen, nicht nur im Osten Deutschlands, reicht die abwanderungsbedingt geringere Nachfrage zuweilen nicht einmal, um das Preisniveau stabil zu halten. Bundesweite Immobilienmarktdaten zeichnen daher auch ein anderes Bild. So gibt die Bundesbank eine Preissteigerung von derzeit rund fünf Prozent pro Jahr an, die aber etwas überzeichnet sein dürfte, weil sie auf den 125 Marktstädten von BulwienGesa basiert und damit den ländlichen Raum nicht berücksichtigt. Die breitflächige Erfassung von Preisdaten aus dem…

Trendwende am US-Immobilienmarkt?

Der gerade veröffentlichte landesweite US-Hauspreisindex der „Federal Housing Finance Agency“ ist im Mai um 0,8 Prozent gestiegen. Damit weist der so genannte „Purchase-only-Index“ im vierten aufeinanderfolgenden Monat einen Preisanstieg auf und liegt damit fast vier Prozent über dem Vorjahreswert. Ist das nun die Trendwende nach einer gut fünf Jahre währenden Korrekturphase am US-Immobilienmarkt? Schließlich lag auch der Case-Shiller-Index, in dessen Berechnung zusätzlich das Subprime-Segment eingeht, in den vergangenen Monaten im Plus. Der Abwärtstrend bei den Preisen dürfte zumindest ausgelaufen sein. Denn das mit monatlich rund 200.000 Zwangsversteigerungen immer noch hohe Niveau abgewickelter Hypotheken kann den Markt offenbar nicht mehr nach unten drücken. Die dahinter stehende, anziehende Nachfrage, die in steigenden Verkaufszahlen für neue und bestehende Häuser, einem anziehenden „Pending-Home-Sales-Index“ und einem fallenden Bestand zum Verkauf stehender Objekte zum Ausdruck kommt, hat mehrere Ursachen. Das gefallene Preisniveau macht den Immobilienkauf in Kombination mit den ausgesprochenen niedrigen Zinsen attraktiv. So weisen die…

Beschleunigter Preisrückgang am spanischen Immobilienmarkt

Die Lage in Spanien ist ernst – das unterstreichen nicht zuletzt die Sondersitzungen von Haushaltsausschuss und Bundestag zu den Finanzhilfen zur Rekapitalisierung spanischer Banken. Die Institute leiden stark unter dem anhaltenden Preisverfall am Immobilienmarkt. Dass von dieser Seite vorerst nicht mit einer Entspannung zu rechnen ist, machen die am Vormittag veröffentlichten Hauspreisdaten für das zweite Quartal deutlich. Mit einem erneuten kräftigen Preisrückgang gegenüber dem Vorquartal von 2,5 Prozent fällt die Jahresveränderungsrate mit minus 8,3 Prozent auf den bisher tiefsten Stand. Im Durchschnitt liegen die Hauspreise nun 23 Prozent unter dem Höchststand von Anfang 2008. Ein erheblicher Belastungsfaktor ist der übermäßige Neubau der vergangenen Jahre. So stehen 3,7 Millionen nach 2004 fertig gestellten Wohnungen lediglich 2,4 Millionen verkaufte Einheiten gegenüber, was bei den Banken zu hohen Abschreibungen auf Bauträgerfinanzierungen führt. Das Fertigstellungsniveau ist mit aktuell noch 120.000 Einheiten zwar auf einen Bruchteil zurückgegangen, aber durch die ebenfalls stark rückläufigen Verkaufszahlen bleibt…

Wie geht es dem keltischen Tiger?

Die irische Wirtschaft hat nach letzten Informationen des Statistikamtes im Jahr 2011 revidiert um 1,4 Prozent zugelegt. Die Zunahme ist damit doppelt so stark wie bisher vermeldet. Getragen wurde die Entwicklung vom Export, während die inländische Nachfrage – private wie staatliche Konsumnachfrage sowie die Investitionen – weiterhin rückläufig waren. Die positive Aussage passt in eine Reihe von Meldungen der letzten Zeit, die von der grünen Insel kamen. Angefangen von dem positiven Referendum zum Europäischen Stabilitätsmechanismus, über den Plan der Regierung, Anfang 2013 wieder an den Kapitalmarkt zurückzukehren bis hin zu dem Lob, das die Troika zuletzt für die Umsetzung des wirtschaftpolitischen Reformprozesses ausgesprochen hat. Irland als der keltische Tiger scheint damit mehr als nur seine Wunden zu lecken, die ihm die Rezession aus dem Jahr 2008/2009, die geplatzte heimische Häuserblase sowie die Bankenkrise zugefügt haben. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals 2012 sind jedoch zumindest auf den ersten Blick…

China: Wachstum wird im zweiten Halbjahr wieder etwas anziehen

In China setzt sich die allmähliche Abkühlung der Konjunktur erst einmal weiter fort: Die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie haben im Juni nochmals leicht nachgegeben. Für das gesamte zweite Quartal liegen die Werte nun unter den ohnehin schon niedrigen Niveaus vom Jahresauftakt. Auch die „harten“ Konjunkturdaten bestätigen diesen Trend. Die Wahrscheinlichkeit ist damit recht hoch, dass sich das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen zweiten Quartal nochmals verlangsamt hat. Es könnte sogar erstmals seit der Wirtschaftskrise wieder unter die 8-Prozent-Grenze gefallen sein. Entgegen früherer Erwartungen läge das zyklische Tief im Konjunkturabschwung Chinas dann wohl doch noch nicht hinter uns. Für die Weltkonjunktur sind dies sicherlich keine guten Nachrichten. Chinas Wirtschaft wird in diesem Jahr wohl um kaum mehr als 8 Prozent wachsen und damit so langsam wie seit über 10 Jahren nicht mehr – davon sind wir seit geraumer Zeit überzeugt. Die Sorge aber, dass sich die Konjunkturschwäche in China noch vertiefen könnte, teilen…

Internationale Häusermärkte haben Krise noch nicht überwunden

Mit dem Ausbruch der „Subprime-Krise“ am US-amerikanischen Hypothekenmarkt wurde 2007 das Ende der Preisrallye an den Häusermärkten in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Spanien und Irland eingeläutet. Trotz Preiskorrekturen von knapp 20 Prozent in Spanien und Großbritannien, über 30 Prozent in den USA und fast 50 Prozent in Irland ist an keinem dieser Märkte bislang eine nachhaltige Trendwende zu beobachten.

1 16 17 18