Immobilienmärkte

Deutscher Wohnungsmarkt: Genehmigungen 2018 leicht rückläufig, zunehmende Regulierung könnte dies noch verschlimmern

Das zu knappe Wohnungsangebot ist ein wesentlicher Grund für kräftig steigende Immobilienpreise und Mieten. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Denn die Zahl der Baugenehmigungen ist im vergangenen Jahr sogar minimal um 0,2% auf 347.300 Wohnungen zurückgegangen. Das ist auf den ersten Blick weniger gravierend, schließlich ist die Genehmigungszahl nicht einmal um 1.000 Einheiten gesunken. Abwärts ging es zudem vor allem bei Wohnheimen. Dagegen ist die Zahl der genehmigten Häuser und Wohnungen um 3.000 auf 332.600 Stück gestiegen. Problematischer ist, dass der Bau neuer Wohnungen nicht hinterherkommt: Es stockt bei den Fertigstellungen. Im vergangenen Jahr dürften rund 300.000 gebaut worden sein, rund 100.000 Einheiten unter dem geschätzten jährlichen Neubaubedarf. Ein größerer Zuwachs ist angesichts der weitgehend ausgelasteten Bauwirtschaft kaum möglich. Für wesentlich mehr Fertigstellungen benötigt der arbeitsintensive Bausektor mehr Mitarbeiter, die zwar händeringend gesucht werden, angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt aber kaum verfügbar sind. Gebremst wird der…

Erfolg im Internet sorgt für Wandel im Einzelhandel

Der Einzelhandel ist keine dynamische Wachstumsbranche. Wachstum ist fast ausschließlich über den Preis oder zu Lasten von Konkurrenten möglich. Zudem führt der Trend in Richtung Internethandel zu einem Umbruch im Einzelhandel. Ein beträchtlicher Teil der Umsatzzuwächse der vergangenen Jahre landete nicht in den Ladengeschäften, sondern bei den Internet-Shops. Mittlerweile wird mehr als jeder zehnte Euro im Einzelhandel online umgesetzt. Zudem konnten nicht alle Einzelhandelssegmente gleichermaßen von der gestiegenen Nachfrage der letzten Jahre profitieren. So liegt das reale Umsatzniveau von Baumärkten und Warenhäusern aktuell deutlich unter dem Wert von 2008. Selbst bei Einbeziehung der Preisentwicklung sieht es bei den Warenhäusern nur wenig besser aus. Nominal haben sich die Supermärkte in den vergangenen zehn Jahren am besten entwickelt. Sie verdanken ihr Wachstum jedoch weitgehend den Preissteigerungen, die sie bei den Kunden durchsetzen konnten. Der Einzelhandel ist untrennbar mit dem Immobilienmarkt verbunden. Denn für das klassische Retailgeschäft – den stationären Einzelhandel – werden…

Deutscher Wohnungsmarkt: Preise sind 2018 mit rekordverdächtigem Tempo gestiegen

Wer sich in den vergangenen Jahren ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, kann sich an einer respektablen Wertentwicklung erfreuen. Nach den kürzlich veröffentlichten Preisdaten vom Verband deutscher Pfandbriefbanken hat sich selbstgenutztes Wohneigentum allein 2018 um rekordverdächtige 7,7% (bundesweit im Jahresdurchschnitt) verteuert. Nach Abzug der Inflation bleibt ein realer Wertzuwachs von fast 6%. Da es in den Vorjahren dank der zwischenzeitlich niedrigen Inflation nicht wesentlich schlechter aussah, addiert sich der über fünf Jahre kumulierte reale Wertgewinn auf über 20%. Liegt die Immobilie in einer der sieben größten deutschen Städte, ist der nominale Preisanstieg 2018 sogar noch zwei Prozentpunkte höher ausgefallen. Allerdings hat sich hier der Preisauftrieb im Jahresverlauf spürbar verlangsamt und blieb im dritten und vierten Quartal 2018 hinter dem landesweiten Tempo zurück. Dennoch erreicht der über fünf Jahre addierte Wertzuwachs in diesen Metropolen inflationsbereinigt ein enormes Plus von über 50%. Angesichts der hier hohen Kaufpreise resultiert daraus selbst bei…

Droht am US-Häusermarkt ein Einbruch?

2018 sind die Häuserpreise in den Vereinigten Staaten das siebte Jahr in Folge gestiegen. Der Auftrieb hat zuletzt jedoch an Schwung verloren, da die Verkaufszahlen stagnieren. Der Verschuldungsgrad der privaten Haushalte ist inzwischen deutlich gesunken, liegt aber immer noch bei rund 100% des Einkommens. Eine moderate Kreditvergabe und auch Bautätigkeit sprechen gegen einen drohenden Preisverfall. Ein plötzlicher Nachfrageeinbruch und eine wieder steigende Verschuldung sind dennoch Risiken. Aber betrachten wir die Lage auf diesem wichtigen Immobilienmarkt doch etwas genauer. Schließlich hat der Hypothekenbestand in den USA im vergangenen Jahr immerhin wieder den Wert von 9 Bio. US-Dollar überstiegen, dies war zuletzt 2008 der Fall gewesen. Durch einen stetigen Aufwärtstrend haben die US-Häuserpreise bereits vor zwei Jahren wieder das Vorkrisenniveau erreicht und inzwischen auch überschritten. Im Verlauf des vergangenen Jahres verringerte sich dann erstmals seit 2014 die Nachfrage. Dies zeigte sich in rückläufigen Verkaufszahlen und einer leicht schwächeren Preisdynamik. Dabei bremsten vor…

Deutscher Wohnungsmarkt: Mit den Preisen geht es weiter bergauf – aber wie lange noch?

Der Anstieg von Mieten und Preisen am Wohnungsmarkt setzt sich unbeirrt fort. So ziehen die Kaufpreise für Eigenheime landesweit mit 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit rekordverdächtigem Tempo an. Mit den steigenden Belastungen fürs „Wohnen“ ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt immer mehr zu einem Politikum geworden. Mit Mietpreisbremse, Sonder-Abschreibungen, dem Baukindergeld sowie dem im September veranstalteten Wohnungsgipfel im Kanzleramt will die amtierende Bundesregierung die Situation für Mieter und Käufer verbessern. Doch die Erfolgsaussichten sind gering, denn dem Immobilienmarkt mangelt es an Wohnungen, nicht aber an Regulierung oder Geld. Beides vergrößert die Probleme: Die schon reichlich vorhandenen Vorschriften zum Bauen und Vermieten hemmen eher den Wohnungsbau, während öffentliche Fördermittel die Preise noch zusätzlich antreiben. Die zur Entspannung der Marktsituation geforderte Ausweitung des Wohnungsbaus lässt sich allerdings kaum realisieren. Selbst mit den angestrebten 400.000 Neubauwohnungen im Jahr kann die über viele Jahre entstandene Wohnungsknappheit nicht auf die Schnelle beseitigt werden….

Steigende Risikoaversion deutscher Banken bei Immobilienkrediten

Wie aus der aktuellen Bankenbefragung der EZB (Bank Lending Survey) hervorgeht, beabsichtigt eine leichte Mehrheit der Kreditinstitute in Deutschland in den nächsten Monaten, ihre Richtlinien für die Vergabe von Immobilienkrediten an private Haushalte zu verschärfen. Das sind die ersten Verschärfungsabsichten seit der Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland im Frühjahr 2016. Damals reagierten die Banken mit erhöhter Vorsicht auf Unsicherheiten, die sich aus der Umsetzung der Richtlinie ergaben. Bei den aktuellen Verschärfungen der Kreditvergabestandards spielen die starken Immobilienpreisanstiege in deutschen Ballungszentren eine wichtige Rolle. Zwar lässt sich insgesamt für Deutschland keine generelle Immobilienpreisblase ausmachen. Allerdings gibt es zunehmend regionale Überbewertungen bei Wohnimmobilien in verschiedenen Städten, die Anlass zur Sorge geben. Hinzu kommen regional teils stark wachsende Immobilienkredite. Die aktuell geplanten Verschärfungen der Kreditvergaberichtlinien sind eine angemessene Reaktion darauf. Nach unserer Einschätzung handelt sich um eine Trendwende in der Kreditvergabepolitik der Banken, die sich in nächster Zeit verstärken dürfte.

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