Immobilienmärkte

Deutscher Wohnungsmarkt: Preisanstieg setzt sich im ersten Quartal 2018 mit hohem Tempo fort

Wie lange geht das noch gut? Die bereits kräftige Preisdynamik am Wohnungsmarkt hat im ersten Quartal weiter Fahrt aufgenommen. Nach den gerade vom Verband deutscher Pfandbriefbanken veröffentlichten Preisindizes hat sich Wohneigentum – Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen – in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres landesweit um 1,6 Prozent verteuert. Bei den von Anlegern nachgefragten kompletten Mehrfamilienhäusern waren es 2,6 Prozent. Damit zogen die Preise gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,4 Prozent beziehungsweise 10,9 Prozent an. Beides sind in der Historie der bis 2003 zurückreichenden Indexreihen Rekordwerte: So lag das Jahresplus bei Wohneigentum erstmals über 7 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern stieg die jährliche Wachstumsrate erstmalig in den zweistelligen Bereich. In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Preise noch stärker. Auf Jahresbasis verteuerte sich hier Wohneigentum im Durchschnitt um 10,4 Prozent, die Mehrfamilienhaus-Preise legten um 13,7 Prozent zu. Im Gegensatz zu den landesweiten Preisen lag das Plus allerdings etwas unter dem Maximum von…

Deutscher Wohnungsmarkt: Das Baukindergeld soll Familien leichter ins Eigenheim bringen

Das Wohnen ist zum Politikum geworden, weil es den Menschen in Deutschland zunehmend schwerfällt, die gerade in den wachsenden Großstädten kräftig gestiegenen Mieten und Kaufpreise zu bezahlen. Vor allem kaufwillige Familien, die Platz für den Nachwuchs benötigen, ächzen unter den hohen Preisen. So kostet eine neu errichtete 120 Quadratmeter große Eigentumswohnung in einer Großstadt mit Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren rund 500.000 Euro, in den sieben größten deutschen Städten sind es sogar eher 750.000 Euro. In guten Lagen oder hochpreisigen Städten wie Freiburg oder München ist es noch deutlich teurer. Um das Wohnen wieder erschwinglicher zu machen, haben sich die drei seit Mitte März regierenden Parteien CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag auf verschiedene Maßnahmen verständigt. Eine davon ist das Baukindergeld, das gerade im Rahmen der Klausurtagung auf der Zugspitze verabschiedet wurde. Pro Kind sollen Familien rückwirkend ab Anfang Januar 2018 12.000 Euro erhalten, sofern die Eltern die Einkommensgrenze…

Deutscher Wohnungsmarkt: Bundesverfassungsgericht gewährt letzte Gnadenfrist bei Grundsteuer

Das tut weh: Das Bundesverfassungsgericht hat diese Woche die rechtliche Grundlage der 14 Milliarden Euro schweren Grundsteuer kassiert. Dabei ist sie mit rund einem Sechstel des kommunalen Steueraufkommens in vielen Rathäusern eine willkommene Geldquelle, die die Kommunen zudem mittels Hebesatz stärker sprudeln lassen können. Außerdem ist das Steueraufkommen sehr stabil, weil es praktisch nicht von wirtschaftlichen Einflüssen tangiert wird. Damit es dabei bleibt, ist Eile geboten. Nach dem Richterentscheid muss bis Ende 2019 eine Neuregelung her. Danach gilt noch eine Umsetzungsfrist bis 2024. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Nun ist nicht die Grundsteuer selbst, sondern ihre völlig veraltete Bemessungsgrundlage, die auf Bewertungen aus den Jahren 1935 für Ost- und 1964 für Westdeutschland fußt, verfassungswidrig. In den vergangenen Jahrzehnen haben sich die Grundstückspreise regional völlig unterschiedlich entwickelt, sodass Grundstückswert und Besteuerungsbasis weit auseinanderklaffen können. Denn die nach dem Bewertungsgesetz §21 alle 6 Jahre vorgesehene Neufestsetzung der Einheitswerte erfolgte…

Internationale Häusermärkte: Kreditbremsen und steigende Finanzierungskosten dämpfen den Preisauftrieb

An den meisten internationalen Immobilienmärkten ging es 2017 erneut aufwärts, oft sogar kräftig. Mit Blick auf die einzelnen Länder hat sich das Gesamtbild sogar noch verbessert. Denn den Ländern mit hohen Preiszuwächsen standen kaum noch fallende Immobilienmärkte gegenüber. Und dort, wo die Preise zurückgingen, lag die Sinkrate nur knapp unter der Nulllinie. Außerdem konnte das Tempo des Preisanstiegs etwa in Irland, den Niederlanden oder Portugal noch zulegen. Auch in Deutschland ging es mit einem Jahresplus von 6 Prozent erneut flott bergauf. Aber so erfreulich die sich abzeichnende Markterholung in Griechenland oder Italien auch ist, schwerer wiegt die Besorgnis über den anhaltenden Boom in wirtschaftlich erfolgreichen Ländern mit hoher Zuwanderung wie Australien, Kanada, Neuseeland, Norwegen oder Schweden. Die ohnehin gute Immobiliennachfrage wird von niedrigen Zinsen und oft von Investoren weiter angeheizt. Aber in der zweiten Jahreshälfte hat sich hier der Preisauftrieb merklich abgekühlt. In Oslo, Stückholm und Toronto sanken die Preise…

Deutscher Wohnungsmarkt: Steht eine umfassende Zäsur bevor?

Die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft ist bestens, Betongold verkauft sich hierzulande „wie geschnitten Brot“. Und das gilt nicht nur für Wohnungen und Häuser. Mindestens genauso groß ist die Nachfrage nach Büroobjekten, Einkaufs- und Fachmarktzentren, Logistikhallen oder auch Hotels und Mikroapartments. Das sorgt für durchweg hohe und steigende Kaufpreise, während die Mietrenditen auf nicht gekannte Tiefstände gesunken sind. Wenn ein solcher Boom von anfänglichen Übertreibungen zur ausgewachsenen Immobilienblase übergeht, droht Gefahr für die Volkswirtschaft und das Finanzsystem. Soweit ist es aber noch nicht gekommen. Das sagen sowohl die Bundesbank als auch der Rat der Immobilienweisen im Rahmen ihrer jüngst veröffentlichten Analyseergebnisse; erstere im Monatsbericht des Instituts, letztere im jährlichen Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft. Mahnende Worte, die das Bewusstsein für die Risiken der schon bestehenden Übertreibungen am Immobilienmarkt schärfen, können dennoch nicht schaden. Für Aufmerksamkeit und eine breite Presseresonanz hat vor allem das Frühjahrsgutachten gesorgt. Dort werden nicht nur die schon bekannten Preisübertreibungen…

Deutscher Wohnungsmarkt: Kräftiges Preisplus im vergangenen Jahr lässt Temperatur weiter steigen

Bei Maklern, Notaren und Baufinanzierern geben sich die Kunden die Klinke in die Hand. Tatsächlich wären mehr Vertragsabschlüsse möglich, wenn das Verkaufsangebot nicht so knapp wäre. Aber auch so sprudeln die Erträge, denn Honorare und Zinsmargen steigen mit höheren Kaufpreisen und Kreditbeträgen. Deshalb werden es diese Dienstleister wie der Rest der Immobilienwirtschaft mit Freude vernehmen, dass es bei den Kaufpreisen weiter zügig aufwärtsgeht. Dass belegen die jüngst vom Verband deutscher Pfandbriefbanken, dem vdp, veröffentlichten Daten zur Preisentwicklung am deutschen Wohnungsmarkt. Nach zwei verglichen mit 2016 etwas schwächeren Quartalen, zogen die Preise im dritten und vierten Quartal wieder sichtbar stärker an. Unter dem Strich verteuerten sich selbst genutzte Häuser und Wohnungen 2017 im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent gegenüber den Vorjahrespreisen. Damit wurde das starke Preisplus aus 2016 mit 6,0 Prozent nur minimal unterschritten. Während sich der Preisanstieg von Eigentumswohnungen sogar leicht auf 6,8 Prozent gegenüber 6,5 Prozent (2016) beschleunigte, ging es…

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