Italien

Wirtschaftswachstum im Euroraum mit ernüchternden Quartalsergebnissen

Die Konjunkturdelle im Euroraum hat sich auf das vierte Quartal 2018 ausgeweitet. So verharrte das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorquartal bei schwachen 0,2%. Die Sorge vor einem möglichen „Hard-Brexit“, neue EU-Abgasvorschriften und die schwelenden internationalen Handelskonflikte haben die Konjunktur der meisten Volkswirtschaften im Währungsgebiet gedämpft. Vor allem die drei größten Euroländer – Deutschland, Frankreich und auch Italien – haben das Wirtschaftswachstum gebremst. Die im Euroraum konjunkturell schwächere zweite Jahreshälfte 2018 hat auch den Jahresdurchschnitt merklich nach unten gezogen: Nach einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 2,4% für 2017 reichte es im vergangenen Jahr nur noch zu einem Plus von 1,8%. Der Ausblick für das laufende Jahr bleibt ebenfalls verhalten. Das Klima in der Privatwirtschaft fiel zuletzt – vorsichtig ausgedrückt – nur „leicht zuversichtlich“ aus. Unter dieser Annahme dürfte für das Gesamtjahr 2019 im Euroraum eine Abkühlung auf rund 1% Wirtschaftswachstum bevorstehen. Für Deutschland gibt es bisher keine offizielle Quartalszahl für das Jahresende 2018….

Wirtschaftswachstum im Euro-Raum halbiert, italienische Wirtschaft stagniert

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum hat in letzten Quartal spürbar an Dynamik verloren. Damit wird das Ende der Phase der Hochkonjunktur im Euro-Raum immer greifbarer. So lag das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen dritten Quartal nur bei einer Rate von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Frühjahr wurde immerhin noch ein Zuwachs von 0,4 Prozent gemessen. Dabei sehen zumindest zwei der drei ersten verfügbaren Länderdaten der größeren Euroländer eigentlich ganz solide aus. So konnte Frankreichs Wirtschaft den Zuwachs auf 0,4 Prozent ausbauen, nachdem im zweiten Quartal noch vergleichsweise maue 0,2 Prozent vermeldet werden. Allerdings steckt hinter dieser Beschleunigung ein wenig überraschender Nachholeffekt nach einem umfangreichen Bahnstreik, der den Zuwachs der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal noch merklich ausbremste. Die Erholung blieb jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück. Auch aus dem Nachbarland Belgien konnte ein leicht stärkerer Anstieg des vierteljährlichen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,3 auf 0,4 Prozent vermeldet werden. Dabei dürften höhere staatliche Investitionen im Vorfeld der Kommunalwahlen Mitte…

Rom setzt in Kenntnis

Nach Wochen der Diskussionen hat sich das italienische Kabinett auf einen Haushaltsentwurf einigen können. Dieser konnte gerade noch fristgerecht der Europäischen Kommission vorgelegt werden. Im Rahmen des Entwurfs bestätigte die Regierung in Rom nochmals die bereits bekannten Neuverschuldungskennziffern von 2,4% des BIP in 2019, 2,1% in 2020 und 1,8% in 2021. Den Ertragsverlust aus der Aussetzung einer eingeplanten Mehrwertsteuererhöhung taxiert das italienische Finanzministerium auf 0,68% des BIP. Die Senkung des Renteneintrittsalters sowie das Bürgereinkommen fallen ausgabenseitig mit jeweils 0,37% des BIP ins Gewicht. Auf Basis der Annahmen des Budgetentwurfs beziffern sich die drei Posten in absoluten Größen auf 25,9 Mrd. Euro. Zwar liegt die Gesamtgröße für die fiskalische Agenda in etwa in dem Bereich, der bereits bekannt geworden war, allerdings zeigen sich Abweichungen mit Blick auf die Einzelposten. Die makroökonomischen Prognosen des Entwurfs erscheinen recht optimistisch. Die Summe aus realem BIP-Wachstum und BIP-Deflator wurde so hoch eingeschätzt, dass das Nominalwachstum…

Italiens Woche der Wahrheit

Die nächste Woche könnte sich für Italien als richtungsweisend herausstellen. Bis Montag muss die Regierung in Rom der EU-Kommission den vollständigen Haushaltsentwurf für 2019 vorlegen. Bislang sind nur Teile der Planung, vor allem die Defizitzahlen für die kommenden drei Jahre und die zugrundliegenden BIP-Prognosen, bekannt. Insbesondere die über den Konsensschätzungen liegenden Wachstumsannahmen hatten nach Bekanntwerden bereits Fragen aufgeworfen. Erst mit Veröffentlichung aller geplanten Maßnahmen einschließlich Mehrausgaben / Mindereinnahmen ist aber mit einem abschließenden Votum durch Brüssel, Investoren und Ratingagenturen zu rechnen. Es ist allerdings kaum zu erwarten, dass die EU-Kommission Italiens Plan ohne Nachverhandlungen akzeptieren wird. Selbst wenn das für 2019 geplante Defizit in Höhe von 2,4% des BIP realistisch erscheinen würde, läge es deutlich über dem zwischen der Vorgängerregierung und Brüssel ausgehandelten Pfad, der zu einem Abbau der Schuldenstandsquote führen soll. Für Investoren wird aber vielmehr entscheidend sein, ob Brüssel den Vorschlag zumindest als Verhandlungsgrundlage ansieht und ein Kompromiss…

Italiens Haushalt 2019: Ein Plan mit vielen Fragezeichen

Nach langen Diskussionen hat sich die italienische Regierung auf erste Eckpunkte für den Haushalt 2019 geeinigt. Das Defizit soll bei 2,4 Prozent des BIP liegen. Dies entspricht einer Ausweitung der Neuverschuldung um 0,8 Prozentpunkte gegenüber der ursprünglich geplanten Verschuldungsrelation für 2018. Mehr noch, Italien will auch in den Jahren 2020 und 2021 an der Neuverschuldungsrelation in dieser Höhe festhalten. Für eine genaue Einordnung fehlen aber weitere wichtige Rahmendaten wie Annahmen zum Wachstum, zur Inflation oder zum Schuldenstand. Grundsätzlich bleiben die Sorgen um die finanzielle Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen nicht nur erhalten, sie wurden zuletzt wieder deutlich angefacht. Dies zeigt die Reaktion der Finanzmärkte nach der Haushaltsbekanntgabe. Bekanntgegeben wurde, dass der Haushalt wohl rund 10 Mrd. Euro für einen ersten Schritt in das von der 5-Sterne-Bewegung geforderte Grundeinkommen für die 6,5 Mio. Italiener, die unter der Armutsgrenze leben, vorsieht. Die Lega kann für sich Steuererleichterungen für Selbständige verbuchen. Nach unserer Einschätzung kann…

Italien erlebt nur kurze Atempause

„Wenn wir Italien für eine lange Zeit regieren wollen, dann können wir nicht die öffentlichen Finanzen aus dem Ruder laufen lassen.“ Das sind ganz ungewohnte Töne vom populistischen Lega-Vorsitzenden und Innenminister Salvini – ist dieser bisher doch eher als anti-europäischer Hardliner aufgetreten. Scheinbar hat der negative Entscheid der Ratingagentur Fitch Ende letzter Woche zu einem Umdenken in der Kommunikationsstrategie der italienischen Exekutive geführt, sodass neuerdings ein Maastricht-konformes Budgethaushalt in Aussicht gestellt wird. Auch vom Koalitionspartner kam kein Widerspruch, sodass der bisher offensichtliche Dissens zwischen Salvini und Di Maio (Fünf-Sterne-Bewegung) einerseits und dem moderat auftretenden Finanzmister, Tria, andererseits zumindest für den Augenblick beigelegt scheint. An den Kapitalmärkten ist der seichtere Zungenschlag jedenfalls mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen haben sich seit Wochenbeginn merklich verringert. Doch die Atempause der Kapitalmärkte wird wohl nur von kurzer Dauer sein, denn die derzeitigen Haushaltspläne dürften sich mit den Anforderungen der EU-Kommission nur…

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