Italien

Im Bann des Populismus

Am vergangenen Freitag hat die Ratingagentur S&P die Bonitätseinstufungen von Italien und Griechenland bestätigt. In Athen dürfte diese Entscheidung wenig, in Rom dafür aber umso mehr Begeisterung hervorgerufen haben, waren im Vorfeld doch Hoffnungen auf eine Heraufstufung beziehungsweise Sorgen über eine Herabstufung umgegangen. In beiden Fällen spielen politische Unsicherheitsfaktoren eine bedeutende Rolle. Trotz des im EWU-Vergleich hohen BIP-Wachstums Griechenlands und des sehr günstigen Schuldenprofils (trotz seiner extremen Höhe liegen die Fälligkeiten in weiter Ferne) zögerte S&P, den positiven Ausblick in eine Heraufstufung münden zu lassen. Ein zentraler Grund sind die Parlamentswahlen im Oktober, deren Ausgang über die Fortsetzung der Reformpolitik mitentscheidet. Wie schon in der Vergangenheit könnten populistische Parteien des linken wie auch des rechten Randes eine erhebliche Rolle bei der Regierungsbildung spielen. In Italien sind die neuen „Volkstribunen“ bekanntlich bereits mehrere Schritte weiter und bilden, nach der Marginalisierung der „etablierten“ Parteien, ein pan-populistisches Bündnis. Neben dem globalen Konjunkturabschwung zitiert…

Frühes Sommerende für den italienischen Bankensektor

Der Bankensektor und die Politik sind in Italien eng miteinander verwoben. Da überrascht es nicht, dass sich die häufigen politischen Turbulenzen belastend auf die italienischen Banken auswirken, obwohl die fundamentalen Entwicklungen der Institute eigentlich positiv gewesen sind. In den vergangenen Monaten hat vor allem der fortgesetzte Abbau von ausfallgefährdeten Krediten (NPL) für ein positives Umfeld gesorgt. Unterstützt von einem zumindest bis Herbst 2018 vergleichsweise freundlichen konjunkturellen Umfeld, konnten die Banken mithilfe von Verbriefungen und/oder Verkäufen sowie dank geringerer NPL-Neuzuflüsse ihre Kreditqualität merklich verbessern. Sektorweit ging die NPL-Quote nach Berechnungen der EBA auf 8,3% zurück und hat sich damit seit ihrem Höhepunkt 2015 ungefähr halbiert. Doch auch nach all den bisherigen Anstrengungen und Erfolgen liegt sie immer noch deutlich über dem Durchschnittswert europäischer Geldinstitute von 3,2%. Die Fortführung des NPL-Abbaus zählt daher in den kommenden Monaten zu den wichtigsten Aufgaben der italienischen Banken. Die sich eintrübende Konjunktur in Italien und in…

Italien in der Rezession – Haushaltsplanung löst sich in Wohlgefallen auf

In der zweiten Jahreshälfte 2018 ist die italienische Volkswirtschaft infolge der wirtschaftlichen Abschwächung im Euroraum und einer generell langsameren Weltkonjunktur in die Rezession gerutscht. Nach einem Minus von 0,1% im dritten Quartal (gegenüber dem Vorquartal) ging es zwischen Oktober und Dezember nochmals um 0,1% zurück. Im Gesamtjahr 2018 belief sich das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr auf 0,8%. Im Vergleich zu den restlichen Mitgliedsländern des Euroraums ist die wirtschaftliche Entwicklung in Italien weiterhin unterdurchschnittlich. Italiens Wachstum lief in der bisherigen Aufschwungphase nicht nur dem Durchschnitt der EWU hinterher, es ist auch das einzige Land in der Währungsgemeinschaft, das sich in der Rezession befindet. Und der Blick auf die vorliegenden Konjunkturindikatoren signalisiert, dass die akute Schwächephase auch noch anhalten dürfte. Im laufenden ersten Quartal rechnen wir noch nicht mit einer Rückkehr in den Wachstumsbereich. In der Summe dürfte das Jahreswirtschaftswachstum 2019 nur 0,2% betragen. Damit wird das eigentliche Wachstumsziel der Regierung von…

Wirtschaftswachstum im Euroraum mit ernüchternden Quartalsergebnissen

Die Konjunkturdelle im Euroraum hat sich auf das vierte Quartal 2018 ausgeweitet. So verharrte das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorquartal bei schwachen 0,2%. Die Sorge vor einem möglichen „Hard-Brexit“, neue EU-Abgasvorschriften und die schwelenden internationalen Handelskonflikte haben die Konjunktur der meisten Volkswirtschaften im Währungsgebiet gedämpft. Vor allem die drei größten Euroländer – Deutschland, Frankreich und auch Italien – haben das Wirtschaftswachstum gebremst. Die im Euroraum konjunkturell schwächere zweite Jahreshälfte 2018 hat auch den Jahresdurchschnitt merklich nach unten gezogen: Nach einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 2,4% für 2017 reichte es im vergangenen Jahr nur noch zu einem Plus von 1,8%. Der Ausblick für das laufende Jahr bleibt ebenfalls verhalten. Das Klima in der Privatwirtschaft fiel zuletzt – vorsichtig ausgedrückt – nur „leicht zuversichtlich“ aus. Unter dieser Annahme dürfte für das Gesamtjahr 2019 im Euroraum eine Abkühlung auf rund 1% Wirtschaftswachstum bevorstehen. Für Deutschland gibt es bisher keine offizielle Quartalszahl für das Jahresende 2018….

Wirtschaftswachstum im Euro-Raum halbiert, italienische Wirtschaft stagniert

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum hat in letzten Quartal spürbar an Dynamik verloren. Damit wird das Ende der Phase der Hochkonjunktur im Euro-Raum immer greifbarer. So lag das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen dritten Quartal nur bei einer Rate von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Frühjahr wurde immerhin noch ein Zuwachs von 0,4 Prozent gemessen. Dabei sehen zumindest zwei der drei ersten verfügbaren Länderdaten der größeren Euroländer eigentlich ganz solide aus. So konnte Frankreichs Wirtschaft den Zuwachs auf 0,4 Prozent ausbauen, nachdem im zweiten Quartal noch vergleichsweise maue 0,2 Prozent vermeldet werden. Allerdings steckt hinter dieser Beschleunigung ein wenig überraschender Nachholeffekt nach einem umfangreichen Bahnstreik, der den Zuwachs der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal noch merklich ausbremste. Die Erholung blieb jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück. Auch aus dem Nachbarland Belgien konnte ein leicht stärkerer Anstieg des vierteljährlichen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,3 auf 0,4 Prozent vermeldet werden. Dabei dürften höhere staatliche Investitionen im Vorfeld der Kommunalwahlen Mitte…

Rom setzt in Kenntnis

Nach Wochen der Diskussionen hat sich das italienische Kabinett auf einen Haushaltsentwurf einigen können. Dieser konnte gerade noch fristgerecht der Europäischen Kommission vorgelegt werden. Im Rahmen des Entwurfs bestätigte die Regierung in Rom nochmals die bereits bekannten Neuverschuldungskennziffern von 2,4% des BIP in 2019, 2,1% in 2020 und 1,8% in 2021. Den Ertragsverlust aus der Aussetzung einer eingeplanten Mehrwertsteuererhöhung taxiert das italienische Finanzministerium auf 0,68% des BIP. Die Senkung des Renteneintrittsalters sowie das Bürgereinkommen fallen ausgabenseitig mit jeweils 0,37% des BIP ins Gewicht. Auf Basis der Annahmen des Budgetentwurfs beziffern sich die drei Posten in absoluten Größen auf 25,9 Mrd. Euro. Zwar liegt die Gesamtgröße für die fiskalische Agenda in etwa in dem Bereich, der bereits bekannt geworden war, allerdings zeigen sich Abweichungen mit Blick auf die Einzelposten. Die makroökonomischen Prognosen des Entwurfs erscheinen recht optimistisch. Die Summe aus realem BIP-Wachstum und BIP-Deflator wurde so hoch eingeschätzt, dass das Nominalwachstum…

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