Konjunktur

China drosselt sein Wachstum im dritten Quartal minimal, der Ausblick für die nächsten Quartale ist aber robust

Chinas Wirtschaft ist im abgelaufenen dritten Quartal um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen – dies hat das chinesische Statistikamt heute Morgen bekannt gegeben. Zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren hat das Wachstum damit also wieder einen Tick nachgegeben. Im zweiten Quartal stand noch eine Rate von 6,9 Prozent zu Buche, im Winterhalbjahr 2016/17 hatte der Schwung sogar überraschend zugenommen. Das nun gemeldete Wirtschaftswachstum liegt aber weiterhin oberhalb des von der Regierung vorgegebenen Wachstumsziels für dieses Jahr von 6,5 Prozent. Die Wirtschaft befindet sich also aus Sicht der politischen Führung in Peking weiterhin „auf Kurs“. Gemessen an den Markterwartungen, die leichte Abstriche bei der Wachstumsrate einkalkuliert hatten, stellt das Ergebnis ebenfalls keine Enttäuschung dar. Lediglich der Hinweis des Zentralbankchefs vor einigen Tagen auf ein Wachstum in Höhe von 7 Prozent in der laufenden zweiten Jahreshälfte erweist sich im Nachhinein als irreführend. Leichte Bremseffekte gingen während der Sommermonate von der…

China „wählt“: Präsident Xi vor zweiter Amtszeit

In Peking beginnt heute Nacht unserer Zeit ein politisches Großereignis: Die Kommunistische Partei Chinas läutet ihren nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag und damit den Beginn einer neuen Legislaturperiode im Einparteienstaat China ein. Wesentliche Personalien werden bestimmt, weshalb dem Kongress fast dieselbe politische Bedeutung zukommt wie Parlamentswahlen in westlichen Demokratien. Weitgehend unstrittig ist, dass Xi Jinping im Amt des Generalsekretärs der Partei und damit als Staatspräsident bestätigt werden wird. Die Entscheidung dürfte zum Ende der knapp einwöchigen Tagung fallen, wenn auch die Zusammensetzung der wichtigsten Parteigremien – des Politbüros und des „Ständigen Ausschusses“ – neu bestimmt wird. Interessant ist vor allem, wie viele loyale Anhänger Xi dabei um sich scharen kann und ob sich darunter ein potenzieller Nachfolger befindet. Dass Xi sich in fünf Jahren, wie in der Verfassung vorgesehen, von der Staatsspitze zurückzieht, gilt längst nicht als ausgemachte Sache. Bereits jetzt besitzt Xi eine große Machtfülle, aus dem Parteitag…

DAX steigt auf Rekordhoch bei 13.000 Punkten – Wir sehen weiteres Potenzial

Der deutsche Leitindex hat ein neues Rekordhoch erreicht. Nun dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch die 13.000 Punkte nachhaltig überschritten werden. Unser Jahresendziel wäre damit einige Wochen früher erreicht als geplant. Wir erleben derzeit einen der längsten Konjunktur- und Aktienmarktaufschwünge der Wirtschaftsgeschichte. Die letzte Rezession datiert aus dem Jahr 2008 und ungeachtet der zahlreichen Krisen, ging es auch an den Aktienmärkten seit März 2009 deutlich bergauf. Viele Anleger halten ob des langen Aufschwungs nun eine Krise für überfällig. In Erwartung eines drohenden Crashs sinkt daher die Bereitschaft, auf Aktien zu setzen, wenngleich die Hortung von Liquidität zu niedrigen oder negativen Zinsen einen realen Kaufkraftverlust bedeutet. In der Tat sind am Aktienmarkt viele Merkmale beobachtbar, die eine typische Endphase einer Börsenhausse ausmachen. Dazu gehören die zahlreichen M&A-Transaktionen oder die hohe Bewertung amerikanischen Technologieunternehmen. Die Vorhersage eines Crashs ist durch diese aber nicht möglich. Die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte versprechen…

Inflationsrate im Euroraum ohne Bewegung – EZB Ziel bleibt unerreicht

      Im September blieb die Inflationsrate im Euro-Raum nach vorläufigen Berechnungen mit +1,5 genauso hoch wie im Vormonat. Auf Länderebene zeigt die Teuerungsrate der Verbraucherpreise ebenfalls nur wenig Bewegung. In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate in der Tendenz sogar leicht schwächer tendieren. Der binnenwirtschaftliche Lohndruck bleibt allenfalls moderat und das höhere Wechselkursniveau des Euro zum US-Dollar dürfte über niedrigere Importpreise den Preisdruck gedämpft halten, auch bei den Energieimporten. In den großen Mitgliedsländern der EWU, die ebenfalls eine Schnellschätzung für den September vorgelegt haben, war die Entwicklung der Inflationsrate unspektakulär. Die deutschen Verbraucherpreise stiegen gemäß der europäisch harmonisierten Berechnungsmethode (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,8 Prozent. Damit war die Inflationsrate genauso hoch wie im August. In Frankreich erhöhte sich die Inflationsrate auf niedrigerem Niveau von +1,0 auf +1,1 Prozent. In Italien ging sie leicht um 0,1 Prozentpunkte auf +1,3 Prozent zurück, genauso wie in Spanien, wo…

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