Konjunktur

Aktienmärkte und Dividendentitel sind weiterhin interessant

Die globalen Aktienmärkte sind in den letzten Tagen unter Druck gekommen. Hauptgründe dürften Gewinnmitnahmen und eine etwas vorsichtigere Einschätzung der politischen Risiken sein. Das fundamentale Umfeld und das Zinsumfeld hat sich für Aktien jedoch nicht verschlechtert. So ist die Wachstumsdynamik weiterhin sehr hoch und die Unternehmensgewinne dürften sich auch in 2018 günstig entwickeln. Somit sind die Aussichten für die Aktienmärkte aus meiner Sicht weiterhin positiv. Der jüngste Kursrückgang hat einige Aktien wieder sehr interessant gemacht. In der Tabelle finden Sie die aktuellen Daten für dividendenstarke deutsche Aktien.

US-Steuerreform würde Gewinnturbo bei Aktien zünden

Die erwartete Steuerreform in den Vereinigten Staaten könnte den börsennotierten US-Unternehmen ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk liefern. Die geplante Entlastung um rund 1,4 Billionen US-Dollar wäre die größte Überarbeitung der Steuerordnung seit Präsident Reagan. Sollte der Steuersatz, mit dem US-Unternehmen ihre Gewinne versteuern, tatsächlich von nominell 35% auf 20% sinken, ist mit einem deutlichen Gewinnsprung bei S&P 500 & Co. zu rechnen. Zwar bezahlt schon jetzt die Mehrheit der US-Unternehmen deutlich weniger als die 35% Steuern (wir halten 25% bis 27% für realistisch) und auch dürften bereits einige Analysten Annahmen zur Steuerreform in ihren Modellen verarbeitet haben. Trotzdem ist unseres Erachtens ein weiterer Gewinnsprung um bis zu acht Prozentpunkte wahrscheinlich, sollte eine der beiden Vorschläge (oder ein Kompromiss) in der bisher bekannten Form in diesem Jahr verabschiedet werden. Aktuell gehen wir davon aus, dass die 2018er Indexgewinne beim S&P um elf Prozent ansteigen werden (vor Steuerreform), von 131 auf 146 Indexeinheiten. Durch…

OPEC-NOPEC-Deal 3.0 – „Die Verpackung ist betörender als der Inhalt“

Im Rahmen ihres gestrigen Treffens in Wien haben sich die 24 Vertreter der OPEC-/NOPEC-Koalition darauf verständigt, ihr Förderbegrenzungsabkommen bis Ende 2018 zu verlängern. Das Kürzungsvolumen wird bei 1,72 Mio. Barrel pro Tag (mbd) liegen. Die bis dato vom Kürzungsabkommen ausgenommenen OPEC-Mitgliedsstaaten Libyen und Nigeria haben weich formulierte Produktionsobergrenzen akzeptiert… Die Parteien vereinbarten darüber hinaus einen Überprüfungstermin im Juni 2018. Ein offizielles Statement zu einer geplanten Exit-Strategie gab es nicht. Der Markt reagierte insgesamt positiv auf den neuen „Rohöl-Newsflow“. Der Brent-Januar-Future kletterte bis auf 63,50 USD, weil sich die Investoren von der außergewöhnlichen Geschlossenheit des Kartells – gerade auch vor dem Hintergrund der jüngsten außenpolitischen Verspannung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran – beeindruckt zeigten. Offenbar hat die Wiener Runde aus Sicht der Investoren mit ihrer rhetorischen Schwerpunktsetzung den richtigen Ton getroffen. Auf den ersten Blick hat die OPEC-/NOPEC-Koalition dem Markt mindestens das gegeben, was dieser sich von ihr erwartet hatte. Nach…

Inflationsrate im Euroraum: Energiepreise sorgen für nur kleinen Anstieg

Die heutige Schnellschätzung für die Entwicklung der Verbraucherpreise im November wies eine Inflationsrate von +1,5 Prozent aus. Im Vormonat hatte sie noch bei +1,4 gelegen. Damit hat sich Inflationsrate dem eigentlichen Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) für Verbraucherpreisentwicklung von „unter aber nahe 2 Prozent“ zwar wieder etwas angenähert. Dass sie dies aber in den kommenden Monaten erreicht und dauerhaft in allen Mitgliedsländern dort bleibt, darf weiterhin bezweifelt werden. Der zugrundeliegende Trend in den EWU-Ländern ist derzeit einheitlich: Höhere Preise für Energie sorgen für einen leichten Anstieg der Inflationsrate. Der Preisauftrieb in den anderen Güter- und Dienstleistungsbereichen fiel weitestgehend verhalten aus.  Gemäß ersten Schätzungen für den November lag die Inflationsrate – gemessen am europaweit einheitlich ermittelten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – in Deutschland bei +1,8 Prozent, in Spanien bei +1,7 Prozent, in Frankreich bei +1,3 Prozent und in Italien bei +1,1 Prozent. Dies zeigt, dass das Inflationsniveau auf Länderebene weiterhin deutlich auseinanderklafft….

ETFs – Chance für aktives Management

Investoren haben sich in den vergangenen Jahren immer stärker passiven Investmentansätzen zugewandt. Im Aktienbereich werden in den USA bereits 42% der Fonds passiv verwaltet. Die Vorteile von ETFs liegen auf der Hand: Die Verwaltungskosten fallen im Vergleich zu aktiven Fonds deutlich geringer aus, außerdem kann ein hoher Diversifikationsgrad im Portfolio mit verhältnismäßig geringem Aufwand erzielt werden. Mit zunehmendem Erfolg der ETFs wird aber auch die Kritik an passiven Produkten immer lauter. Demnach besteht die Gefahr, dass die verstärkte Hinwendung von der aktiven zur passiven Vermögensverwaltung längerfristig größere negative Auswirkungen auf die Effizienz der Kapitalmärkte sowie auf die Finanzmarktstabilität mit sich bringen kann. Diese Kritikpunkte sind nicht von der Hand zu weisen. Wie stark der ETF-Markt noch wachsen muss, um zu einer Gefahr für die Märkte zu werden, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Die Entwicklung am US-amerikanischen ETF-Markt ist deutlich weiter fortgeschritten als in Europa, jedoch dürfte dieser laut Marktprognosen, u.a….

Harter“, „weicher“ oder doch kein Brexit? Wohin steuert Großbritannien 2019?

Selten war der Ausblick so unsicher: Noch immer ist völlig unklar, wie der Brexit ablaufen wird. Die Verhandlungen zwischen Brüssel und London sind seit Wochen völlig festgefahren, auch momentan kommt nur schleppend Bewegung in die Gespräche. Sicherlich, die Interessensunterschiede zwischen beiden Verhandlungspartnern sind groß. London will im Prinzip die „Quadratur des Kreises“ – keine lästigen Pflichten der EU-Mitgliedschaft, wohl aber die Vorteile des Binnenmarktes. Das haben die Brexit-Anhänger im Wahlkampf versprochen und diesem Wunschdenken hängen sie bis heute nach. Die äußerst labile innenpolitische Lage in Westminster erschwert eine größere Kompromissbereitschaft. Die Brüsseler Verhandlungsseite hält dagegen fast schon dogmatisch an der zweistufigen Verhandlungsführung fest – erst die Austrittsfragen, dann die künftigen Handelsbeziehungen. Damit standen die Briten schnell mit dem Rücken zur Wand: sie sollten wesentliche Zugeständnisse machen, ohne ihrerseits in den ihnen wichtigen Belangen auf Entgegenkommen hoffen zu können, was fast zwangsläufig zum Stillstand in den Gesprächen geführt hat. Damit liegen…

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