Konjunktur

Der Euroraum ist in Champagnerlaune

Die Konjunktur im Euroraum läuft weiterhin sehr gut. Dies zeigen die heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes. Der umfassende Composite-Index blieb im Mai mit 56,8 Zählern unverändert auf dem Langzeithoch des Vormonats. Während der Index der Dienstleister leicht nachgab, verbesserte sich das Stimmungsbarometer in der Industrie. Dabei hellte sich das Klima maßgeblich in Deutschland und Frankreich auf, während nach Angaben des Umfrageinstituts Markit in den übrigen EWU-Ländern die Stimmungslage auf sehr hohem Niveau leicht nachgab. Die gute Entwicklung in Deutschland wurde auch durch eine positive Entwicklung des Ifo- Index unterstrichen. In Deutschland bleibt gemäß der befragten Einkaufsmanager die Industrie der maßgebliche konjunkturelle Taktgeber. Die Bewertung der Industrieproduktion zeigte in der Umfrage den stärksten Anstieg seit 2011. Aber auch die Bewertung der Auftragseingänge und der -bestände befinden sich auf einem Langzeithoch. Da fiel es kaum ins Gewicht, dass das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich leicht nachgab. Es bleibt aber trotzdem deutlich im Expansionsbereich oberhalb der…

Unternehmen verdienen prächtig

Das Ende der Berichtssaison zum ersten Quartal 2017 steht unmittelbar bevor und die Berichte der Unternehmen waren sehr positiv. In den USA stiegen die Umsätze der Unternehmen im S&P 500 um 8% an, die Gewinne überproportional um 15%. Dies ist das stärkste Wachstum seit dem 3. Quartal 2011. Bis auf eine Ausnahme (Telekom-Titel) zogen in allen US-Sektoren die Gewinne an – das Wachstum verläuft breit gestützt und dies trotz des im Jahresvergleich stärker gewordenen US-Dollars. Auch in Europa zeigte der Trend im Auftaktquartal deutlich nach oben: Beim Stoxx 600 wuchsen die Unternehmensumsätze um 10%, die Gewinne legten um knapp 37% zu. Beim DAX ging es bei den Umsätzen um knapp 4% nach oben, bei den Gewinnen um 11 %. Bei den deutschen Unternehmen stiegen Umsätze und Ergebnisse weniger stark als beim S&P 500 und Stoxx 600 an, dies ist auf die geringe Relevanz erdölabhängiger Titel in der Indexzusammensetzung zurückzuführen. Bei…

Weiter wachsende Zinseinbußen privater Haushalte in Deutschland

Zu den gravierendsten Folgen der anhaltenden Niedrigzinsphase zählt der Einbruch der Zinseinkünfte bei der Geldanlage. Nach unseren neuesten Berechnungen summieren sich die entsprechenden Einkommenseinbußen der Bürger im Vergleich zum „Normalzinsniveau“ in den Jahren 2010 bis 2017 auf fast 436 Mrd. Euro. Selbst wenn man die Einsparungen durch günstigere Kreditzinsen gegenrechnet, verbleiben Netto-Zinseinbußen von fast 250 Mrd. Euro. Auch 2017 werden die Zinseinbußen der Bürger weiter wachsen. Zudem ist mit einer „Rückkehr“ der Inflation zu rechnen. Dadurch dürfte der durchschnittliche Realzins für Einlagen, Rentenwerte und Versicherungen in diesem Jahr auf -0,8 Prozent sinken. Das verursacht einen Wertverlust des privaten Geldvermögens von über 37 Mrd. Euro. Nicht nur aus diesem Grund, sondern vor allem auch weil fundamentale Daten wie Wirtschaftswachstum und Inflation die aktuelle Geldpolitik der EZB nicht mehr rechtfertigen, wird es Zeit für den geldpolitischen Kurswechsel.

Rückläufige Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland – eine gesunde Entwicklung

Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, sind die Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres um 6,6 Prozent auf 79.200 Wohnungen gesunken. Das ist der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2012. Betroffen sind vor allem Einfamilienhäuser. Hier sind die neu ausgestellten Genehmigungen um 15,3 Prozent eingebrochen. Das immer noch hohe Niveau der Baugenehmigungen und die Engpässe in der Bauindustrie sprechen dafür, dass zunächst weiterhin mit einer leicht steigenden Zahl an Baufertigstellungen zu rechnen ist und dass die Immobilienkreditnachfrage hoch bleibt. Selbst wenn sich der aktuelle Rückgang als neuer Trend herauskristallisiert, besteht kein Grund zu Panik. Mit einem Einbruch des Wohnungsbaus ist nicht zu rechnen, sondern langfristig eher mit einem abgefederten Rückgang von dem inzwischen erreichten hohen Niveau.  

Deutsche Wirtschaft mit starkem Jahresauftakt

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder schneller, und das trotz der außenpolitischen Risiken. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,6 Prozent zum Vorquartal zu, das ist der größte Zuwachs seit einem Jahr. Höhere Investitionen, steigende Konsumausgaben und mehr Exporte ließen die Wirtschaftsleistung zwischen Januar und März steigen. Im vierten Quartal 2016 war das Plus mit 0,4 Prozent noch merklich kleiner ausgefallen. Damit trotzte die deutsche Konjunktur der Unsicherheit nach dem Amtsantritt von US-Präsident Trump und dem näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens. Impulse kamen zu Jahresbeginn nach Angaben der Statistiker, die noch keine Details veröffentlichten,  sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Besonders erfreulich dabei: Die Investitionen legten wieder kräftig zu. Sowohl in Bauten als auch in Ausrüstungen wie Maschinen sei „deutlich mehr“ gesteckt worden, wozu die niedrigen Zinsen sicherlich beigetragen haben. Die Ausrüstungsinvestitionen waren zuletzt dreimal in Folge gesunken, trotz der eigentlich gut laufenden Konjunktur und ausgelasteter Kapazitäten. Auch Verbraucher und Staat…

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