Konjunktur

Japans Konjunktur erholt sich am Jahresende 2018 nur leicht

Die japanische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2018 einer ersten amtlichen Schätzung zufolge um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Sie hat sich damit von dem durch Naturereignisse (Erdbeben, heftige Taifunsaison) bedingten Einbruch von 0,7% im dritten Quartal etwas erholt, wenn auch nicht im ursprünglich erhofften Ausmaß. Für das Gesamtjahr 2018 ergibt sich nun eine Wachstumsrate von 0,7%. Der private Konsum in Japan als wichtigste Nachfragekomponente hat sich gegen Jahresende insgesamt gut entwickelt und konnte mit einem Plus von 0,6% den Rückgang aus dem Vorquartal mehr als ausgleichen. Auch die Investitionsaktivitäten der Unternehmen, die im Spätsommer von erdbebenbedingten Unterbrechungen der Lieferketten und Produktionsstopps besonders stark betroffen waren, sind zuletzt wieder angestiegen. Das Plus von 1,5% gegenüber dem dritten Quartal hat bei ihnen aber nicht ausgereicht, die negative Rate des Vorquartals zu kompensieren. Dasselbe gilt für die Exporte. Diese leiden offenbar nun stärker unter der schwächeren Nachfragedynamik in China. Dessen Handelskonflikt mit…

Deutsche Wirtschaft stagniert im Schlussquartal 2018

Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresende 2018 nicht in Schwung gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte im Schlussquartal. Dabei konnten der stabile private Konsum, ausgabefreudige öffentliche Haushalte und die positive Entwicklung bei den Investitionen die schwachen Zahlen aus der Industrie gerade eben kompensieren. Insgesamt verlief die zweite Jahreshälfte 2018 – nach einem schwungvollen ersten Halbjahr – damit konjunkturell sehr enttäuschend. Die internationalen Belastungen durch den US-chinesischen Handelsstreit, die Brexit-Unsicherheit und den politischen Streit in Europa haben sich ebenso negativ niedergeschlagen wie die heimischen Probleme rund um die Autoindustrie (Dieselproblematik und neue Abgasstandards) und die Folgen des Niedrigwassers. Auch wenn diese Sonderprobleme allmählich abgearbeitet sein sollten, große Sprünge sind beim Wachstum auch zum Jahresbeginn 2019 nicht zu erwarten. Die Unternehmen blicken skeptisch auf die kommenden Monate, sie wollen sich angesichts der vielfältigen Risikofaktoren offenbar lieber positiv als negativ überraschen lassen. Immerhin hat sich an den Aktienbörsen der negative Trend wieder umgekehrt. Die Hoffnung…

Vorgeschmack auf die Konjunkturbremse Brexit

Auf den ersten Blick hat sich die britische Wirtschaft 2018 gar nicht mal so schlecht geschlagen: Mit 1,3% ist die Wirtschaftsleistung in Großbritannien im vierten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr kräftiger gestiegen als in der EWU und ihren größten Mitgliedsstaaten. Auch das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr 2018 kann sich mit 1,4% vor dem Hintergrund der anhaltenden Brexit-Unsicherheit durchaus sehen lassen. In den letzten Wochen des Jahres allerdings scheinen die britischen Unternehmen angesichts der immer verworreneren politischen Entwicklung im britischen Unterhaus endgültig die Notbremse gezogen zu haben. Das zeigen die – neuerdings auch monatlich veröffentlichten – Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Dezember mit einem kräftigen Minus von 0,4% gegenüber dem Vormonat. Die Wachstumsschwäche im Schlussmonat 2018 zieht sich durch alle Bereiche der Wirtschaft – zum ersten Mal seit 2012. Die britische Industrie verbuchte den vierten monatlichen Rückgang in Folge, der Ausstoß des verarbeitenden Gewerbes schrumpft bereits seit einem halben Jahr und…

Spanien: starkes Wachstum trotz politischen Stillstands

Die spanische Konjunktur scheint derzeit wenig erschüttern zu können. Mit 0,7% Wachstum gegenüber dem Vorquartal konnten die Spanier im vierten Quartal 2018 im Vergleich zu den Sommermonaten (drittes Quartal 2018: plus 0,6%) sogar noch eine „Schippe“ drauflegen. Ein ordentliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die großen Handelspartner wie Deutschland, Frankreich und Italien eine eher schwache Performance in der zweiten Jahreshälfte 2018 hingelegt haben. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, wie wenig sich die anhaltende Politikschwäche des Landes bisher auf die gute konjunkturelle Gangart auswirkt. Denn die amtierende sozialdemokratische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez lässt sich alles andere als durchsetzungsstark bezeichnen. Mit gerade einmal 84 von 350 Mandaten ist sie die kleinste Minderheitsregierung in ganz Europa. Ein eigenständiges wirtschafts- und sozialpolitisches Profil lässt sich so kaum realisieren. Sánchez‘ Regierung ist auf die Duldung einer Vielzahl von Kooperationspartnern angewiesen. Und diese möchten eigene, oft kostspielige Akzente setzen. Insbesondere die separatistischen Parteien aus Katalonien…

Österreich: schwarze Null versus Steuerreform

Der österreichische Finanzminister Hartwig Löger von der konservativen ÖVP rühmte sich Ende vergangener Woche mit neuen Budgetzahlen: Nach der vorläufigen Schätzung seines Ministeriums belief sich das gesamtstaatliche Maastricht-Defizit 2018 auf 0,15% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Lücke im Haushalt fiel damit deutlich geringer aus, als zunächst erwartet wurde – die schwarze Null rückt in greifbare Nähe. Als Folge konnte auch der Schuldenberg ein Stück weit abgebaut werden. Im Verhältnis zum BIP sank der Schuldenstand auf 74,2%. Vor allem das gute Wirtschaftswachstum der letzten Jahre führte dazu, dass der Staat seine Einnahmen und Ausgaben fast ins Gleichgewicht bringen konnte. Neben den hohen Steuereinnahmen spielten dem Finanzminister aber auch die niedrigen Zinsen, die auf die Staatsschuld entfallen, in die Hände. Aus diesem Grund ist der Budgetabschluss für 2018 sogar eine Enttäuschung: Der Fiskalrat als unabhängiges Gremium hatte bereits für 2018 einen ausgeglichenen Budgetsaldo prognostiziert, und die Maastricht-Schuldenstandsgrenze von 60% des BIP wurde erneut…

Wirtschaftswachstum im Euroraum mit ernüchternden Quartalsergebnissen

Die Konjunkturdelle im Euroraum hat sich auf das vierte Quartal 2018 ausgeweitet. So verharrte das Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorquartal bei schwachen 0,2%. Die Sorge vor einem möglichen „Hard-Brexit“, neue EU-Abgasvorschriften und die schwelenden internationalen Handelskonflikte haben die Konjunktur der meisten Volkswirtschaften im Währungsgebiet gedämpft. Vor allem die drei größten Euroländer – Deutschland, Frankreich und auch Italien – haben das Wirtschaftswachstum gebremst. Die im Euroraum konjunkturell schwächere zweite Jahreshälfte 2018 hat auch den Jahresdurchschnitt merklich nach unten gezogen: Nach einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 2,4% für 2017 reichte es im vergangenen Jahr nur noch zu einem Plus von 1,8%. Der Ausblick für das laufende Jahr bleibt ebenfalls verhalten. Das Klima in der Privatwirtschaft fiel zuletzt – vorsichtig ausgedrückt – nur „leicht zuversichtlich“ aus. Unter dieser Annahme dürfte für das Gesamtjahr 2019 im Euroraum eine Abkühlung auf rund 1% Wirtschaftswachstum bevorstehen. Für Deutschland gibt es bisher keine offizielle Quartalszahl für das Jahresende 2018….

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