Konjunktur

US-Renditen sind stark gestiegen – Potential für einen weiteren Anstieg aber begrenzt

Die zuletzt zunehmenden Sorgen über eine höhere Inflationsdynamik und stärker steigende Notenbankzinsen haben einen spürbaren Renditeanstieg am US-Staatsanleihemarkt ausgelöst. Schon lange wurde befürchtet, dass die zehnjährigen US-Renditen vor dem Hintergrund einer restriktiveren Geldpolitik, die sowohl mit Leitzinsanhebungen als auch mit einer Reduktion der US-Notenbankbilanz einhergeht, eigentlich hätten steigen müssen. Die jüngste Bewegung könnte nun die Sorge bestätigen, dass sich ein neuer Trend hin zu deutlich höheren Zehnjahresrenditen herausbilden wird. Dabei gab es in der Vergangenheit zahlreiche Argumente, die für den lediglich moderaten Anstieg der Kapitalmarktrenditen trotz Leitzinserhöhungen der US-Notenbank angeführt wurden. Insbesondere die Markterwartung, dass die US-Notenbank die Fed Funds Target Rate nicht schnell und mit Verve erhöhen wird, wurde als Grund für die maßvollen Kursverluste in den zurückliegenden Jahren genannt. Außerdem dürfte die anhaltend hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen sowohl von inländischen als auch von ausländischen Investoren einen potenziellen Anstieg der US-Kapitalmarktrenditen begrenzt haben. Nicht zuletzt hält die US-Notenbank weiterhin…

Griechenland erhält besseres Rating

Moody’s hat gestern Abend für einen Paukenschlag gesorgt. Entgegen des üblichen Turnus hat Moody’s das griechische Rating außerordentlich um zwei Stufen auf „B3“ angehoben – der Ausblick bleibt positiv. Die Heraufstufung als solche wundert weniger als der gewählte Zeitpunkt. Die reguläre Überprüfung der Bonitätsnote Griechenlands hätte für den 30. März angestanden. Im Falle außerordentlicher Umstände ist es den Agenturen jedoch gestattet, von dem zuvor veröffentlichten Terminplan abzuweichen. Überwiegend nutzten die Agenturen diese Ausnahmemöglichkeit bis dato für außerordentliche Herabstufungen. Dass Moody’s sich veranlasst sah, Hellas vorzeitig heraufzustufen, dürfte die Regierung in Athen umso mehr freuen. Inhaltlich führt Moody’s drei wesentliche Gründe für die Entscheidung an. Griechenland habe sowohl substantielle fiskalische als auch institutionelle Fortschritte vollzogen. Diese würden zu einer Erholung der Wirtschaft sowie auch des Bankensektors beitragen. Konkret nennt Moody’s den Anstieg des Primärüberschusses auf mehr als 2% des BIP. Die Schuldenstandsquote des Landes würde voraussichtlich auf 174% im kommenden Jahr…

Deutsche Unternehmen überweisen 47 Mrd. Euro Dividende an Aktionäre

– In Deutschland beginnt die Dividendensaison, Aktionäre bekommen Rekordsumme von 47 Mrd. Euro (+9% gegenüber Vorjahr) überwiesen – Die Ausschüttungen sind durch die operative Entwicklung der Unternehmen finanziert und somit sehr solide – „Dividendenaristokraten“ bleiben für uns Trumpf Der Blick auf den Kontoauszug lässt viele Aktionäre dieser Tage wieder erfreuen, denn mit Siemens hat der erste große DAX-Konzern den Ausschüttungsregen 2018 eröffnet. Rund um den Globus befindet sich die Konjunktur im Aufwind, daher verwundert es nicht, dass Investoren in diesem Jahr eine Rekorddividende erwarten können. Die großen deutschen Konzerne werden knapp 47 Mrd. Euro und damit über 9% mehr als im Vorjahr an die Aktionäre ausschütten. Die Korrektur an den Aktienmärkten hat dazu geführt, dass die Dividendenrenditen wieder etwas gestiegen sind. Der DAX bietet eine Dividendenrendite von 3,2%, was dem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre entspricht und in einem Umfeld steigender Gewinne und Dividenden attraktiv erscheint. Auch relativ zu Anleihen…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Verschnaufpause im Februar

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen der Einkaufsmanagerbefragung im Euro-Raum gaben die Stimmungsbarometer auf weiterhin hohem Niveau gegenüber dem Vormonat leicht nach. Der kleine Rückgang ist nicht verwunderlich. Nach der Stimmungsverbesserung im vergangenen Jahr ist eine Korrektur durchaus zu erwarten gewesen. Es mag auch sein, dass gerade im Exportgeschäft der inzwischen gestiegene Außenwert des Euro zum US-Dollar die Nachfrage etwas gedämpft hat. Trotzdem bleibt der Aufschwung intakt. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euro-Raum gab im Februar gemäß den vorläufigen Zahlen leicht von 58,8 auf 57,5 Indexpunkte nach. Dahinter stehen jeweils leichte Rückgänge bei der Industrie und bei den Dienstleistern, die beide von einem ordentlichen, aber geringeren Plus bei den Auftragseingängen berichten. Dieses Bild zeigt sich nicht nur in Frankreich und in Deutschland, sondern auch in den anderen von der Umfrage erfassten Volkswirtschaften. Deren Ergebnisse werden aber erst zu Beginn des kommenden Monats veröffentlicht In Deutschland ging es leicht nach unten. Die beiden…

Aussichten für den Dax weiterhin günstig

Zusammenfassung » Der DAX ist mit einem KGV-2019e von 11,8 und einer Dividendenrendite von 3,5% günstig bewertet. » Die starke Weltkonjunktur (+3,9% in 2018) bringt den DAX-Unternehmen 2018/19 einen deutlichen Gewinnsprung. Gleichzeitig bieten die niedrigen Kapitalmarktrenditen Anlegern keine echte Alternative. » Dieses Setup überzeugt uns: Wir erwarten, dass der DAX bis zum Jahresende um gut 13% auf 14.000 Punkte steigen wird. Die Auftragsbücher der deutschen Industrie sind dank wachsender Weltkonjunktur prall gefüllt, die Stimmung in der Wirtschaft ist so gut wie nie zuvor. Dies spiegelt sich bei den Erwartungen für die Umsatz- und Gewinnentwicklung der DAX-Unternehmen wider. Analysten rechnen damit, dass in diesem und im nächsten Jahr die DAX-Gewinne um je 10% steigen sollten. Aktienanalysten tendieren häufig dazu, Gewinnerwartungen zunächst zu positiv zu formulieren, meist ist die erste Schätzung dann zu optimistisch und muss revidiert werden. Berücksichtigt man jedoch das gesamte (volks-)wirtschaftliche globale Umfeld, welches durch eine gut laufende Konjunktur,…

Südafrika: Zeit der guten Hoffnung

In Südafrika ist Staatspräsident Jacob Zuma gestern von seinem Amt zurückgetreten. Damit erspart Zuma sich und seiner Partei eine Abwahl im Rahmen eines Misstrauensvotums im Parlament. Zuma hat solche Voten zwar mehrfach überstanden, in diesem Fall schienen sich Opposition und regierender ANC aber einig, den Präsidenten abzuwählen. Damit wird Vizepräsident Cyril Ramaphosa, der seit Dezember 2017 auch der Vorsitzende des ANC ist, der neue Präsident des Landes. Innerhalb von 30 Tagen muss das Parlament dies bestätigen, was angesichts der ANC-Mehrheit aber sehr wahrscheinlich ist. In der Abstimmung dürfte sich zeigen, wie stark der Rückhalt Ramaphosas in seiner Partei ist. Welche Vorteile bietet dieser zügige und vergleichsweise reibungslose Machtwechsel? Cyril Ramaphosa kann nun früher damit beginnen, seine politische Agenda, die auf Wachstum durch verbesserte Rahmenbedingungen für Unternehmen, stärkere Bildungsförderung und Anti-Korruptionsmaßnahmen setzt, in die Tat umzusetzen. Dies dürfte die Zuversicht im Land sowie bei externen Investoren stärken und damit die dringend…

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