Konjunktur

Mittelstand kann sich globaler Konjunkturabkühlung nicht ganz entziehen

Die Stimmung der mittelständischen Unternehmen hat sich in diesem Frühjahr erneut leicht verschlechtert. Dies zeigen die Ergebnisse der neuen Mittelstandsstudie der DZ BANK und des BVR. Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage gab es sogar den zweiten Rückgang in Folge: Der Saldo aus positiven und negativen Antworten sank gegenüber unserer Herbstumfrage von 79,3 auf 73,6 Punkte. In einer globalisierten Welt können sich auch die am Heimatmarkt orientierten Mittelständler den Auswirkungen gestiegener internationaler Risiken nicht ganz entziehen. Im langjährigen Vergleich fällt das derzeitige Geschäftslageniveau aber immer noch gut aus. Zudem rechnen die Mittelständler nicht mit einer anhaltenden Schwächephase. Nach einer deutlichen Verringerung im letzten Herbst blicken sie bereits wieder etwas optimistischer in die Zukunft: Der Saldo der Geschäftserwartungen steigt von 21,1 auf 24,1 Punkte. In den vergangenen Jahren hat sich immer mehr gezeigt, dass der Fachkräftemangel zu einem allgemeinen Problem der deutschen Wirtschaft wird. Im Mittelstand hat er mittlerweile Unternehmen aller…

Inflationsanstieg im Euro-Raum merklich langsamer

Im Mai hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Euro-Raum merklich verlangsamt. Die Inflationsrate – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – sank gemäß der Schnellschätzung von Eurostat von 1,7% im April auf 1,2% im Mai. Dies ist hauptsächlich auf einen geringeren Anstieg der Preise für Dienstleistungen zurückzuführen. Während der Osterferienzeit im vergangenen Monat hatten sich Dienstleistungen stärker als sonst verteuert. Dieser Preisanstieg wurde im Mai nun wieder korrigiert. Da die Teuerung bei den sonstigen Gütern, bei den Nahrungsmitteln und bei Energie nur moderat ausfiel, hat sich die Inflationsrate insgesamt reduziert. Auf Länderebene berichteten alle Volkswirtschaften, die Schnellschätzungen veröffentlichen, ebenfalls von niedrigeren Verbraucherpreisanstiegen. Besonders deutlich fielen die Korrekturen in Deutschland und Spanien aus. Hier verringerte sich die Jahresrate um 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozentpunkte. Die deutsche Inflationsrate lag im Mai bei 1,3%, die spanische sogar nur bei 0,9%. Wie geht es nun weiter? Nach dem Auslaufen des Ostereffektes deutet im Moment kaum…

Fragile EWU-Konjunktur im Frühjahr 2019

Nach zwei schwächeren Monaten in März und April verlief der Mai im Euro-Raum – gemessen an wichtigen Wirtschaftsdaten – nicht so schlecht wie vielfach erwartet. Der Euro-Indikator der DZ BANK, der konjunkturelle Trends frühzeitig anzeigen kann, legte leicht um 0,1 Prozent zu und steht nun bei 99,0 Punkten. Auch die Vorjahresrate hat sich im abgelaufenen Monat leicht verbessert: Sie liegt jetzt bei -1,8 Prozent, nach -2,0 Prozent im April. Vor allem der angeschlagene Industriesektor konnte zuletzt positiv überraschen. Sowohl bei den Auftragseingängen als auch bei den Produktionserwartungen der Unternehmen gab es nach fünf Monaten mit fortgesetzten Rückgängen im Mai wieder positivere Nachrichten. Dabei konnten die in Umfragen ermittelten Produktionserwartungen ihren Verlust aus dem Vormonat aufholen und liegen aktuell immerhin wieder auf ihrem langjährigen Durchschnittswert. Unterdessen sehen die von Markit befragten Einkaufsmanager noch keine Verbesserung der Lage im verarbeitenden Gewerbe. Der „Einkaufsmanagerindex“ gab im Mai noch einmal leicht nach und bleibt…

Druck auf Weltpolitik und Weltwirtschaft steigt

US-Präsident Trump dreht immer weiter an der Eskalationsschraube, zuletzt ging es gegen Mexiko. Wie so oft ist die Begründung zwar nachvollziehbar, doch mit höheren Zöllen wird man das Migrationsproblem sicherlich nicht lösen. Zudem könnte die Ankündigung höherer Zölle im Zusammenhang mit den lauter werdenden Forderungen für ein Amtsenthebungsverfahren stehen. Auch in Zukunft ist kaum damit zu rechnen, dass sich die vielen Streitigkeiten allesamt lösen lassen. Und selbst wenn: Der Schaden für die Weltwirtschaft ist da. Im Euroraum gibt es für die italienische Regierung auch kein Halten mehr. Innenminister Salvini stellt sich nach dem Erfolg bei den Europawahlen ganz offen gegen die Fiskalregeln und fordert nun ein schuldenfinanziertes Wachstumsprogramm für Italien. Damit könnte er die populistische Tür im Euroraum weit aufstoßen und den Stabilitätsgedanken weiter schwächen. Dies wird sich natürlich auch auf das Verhalten der Investoren auswirken, die sich von Ländern wie Italien wieder distanzieren könnten. In Deutschland dagegen wird die…

Antizyklischer Kapitalpuffer mit begrenzter Wirkung

Seit Jahren hält die EZB die Zinsen im Keller und treibt damit die Aktien- und Immobilienmärkte in die Höhe. Nun soll es der antizyklische Kapitalpuffer richten. Damit sollen in wirtschaftlich guten Zeiten Reserven im Bankensystem aufgebaut werden, die als Vorsorge zur Deckung von Verlusten dienen. Sollten sich die zyklischen Systemrisiken abbauen, kann der Puffer wieder verringert werden. Vor allem in Stressphasen soll so die nachhaltige Kreditvergabe an die Realwirtschaft unterstützt werden. Nach einer Empfehlung des deutschen Ausschusses für Finanzmarktstabilität (AFS) soll der inländische antizyklische Kapitalpuffer ab dem dritten Quartal 2019 aktiviert und auf 0,25% festgesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt haben die Banken in Deutschland zwölf Monate Zeit, die zusätzlichen Kapitalvorgaben zu erfüllen. Der AFS begründet die Entscheidung mit zyklischen Systemrisiken, die sich in der langen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und niedriger Zinsen gebildet haben. Genannt werden potenziell unterschätzte Kreditrisiken, überbewertete Kreditsicherheiten durch Immobilienpreisanstiege und Zinsänderungsrisiken. Tatsächlich befindet sich die deutsche…

ifo-Umfrage: Deutsche Wirtschaft verliert an Zuversicht

Die Umfrageergebnisse im Mai sind eine herbe Enttäuschung. Während sich das Klima in den letzten Monaten vor allem im Industriebereich abgekühlt hat, schätzen aktuell nun auch der Handel und der Dienstleistungssektor ihre Geschäftsentwicklung merklich schlechter ein als noch im Vormonat. Dabei ist die Messzahl für die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Mai fast schon abgestürzt. Und das in den Bereichen, die sich bislang noch relativ stabil gehalten haben. Immerhin war der private Konsum im ersten Quartal der wichtigste Treiber für die Konjunktur. Nur beim Bau läuft es weiter gut, hier hält der Boom an. Unterdessen sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen in allen Sektoren für die kommenden Monate immerhin stabil geblieben. Insgesamt sind das keine guten Vorzeichen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal. Denn vom Außenhandel sind im derzeitigen weltwirtschaftlichen Umfeld sicherlich keine Impulse zu erwarten. Wenn sich die Stimmung nun auch in der Binnenwirtschaft weiter eintrüben sollte, drohen die Antriebskräfte…

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