Konjunktur

Bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland

In Schleswig-Holstein hat sich die neue Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP darauf geeinigt, neue soziale Absicherungsmodelle zu untersuchen, darunter auch das Grundeinkommen. Besonders die Grünen favorisieren schon länger ein bedingungsloses Grundeinkommen, das in seiner Grundidee jedem Bürger, unabhängig von seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und seinem Alter, eine feste und in der Höhe gleiche staatliche Zuwendung zukommen lässt. Der Transfer, der andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente oder Kindergeld ersetzen soll, ist dabei an keine Bedingungen oder Gegenleistungen geknüpft. Während für die einen Ziele wie Entbürokratisierung, Verschlankung und Modernisierung des Sozialstaats im Vordergrund stehen, geht es anderen vor allem um die finanzielle Freiheit durch die Grundabsicherung, die Freiraum für berufliche Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit und Innovationen schaffen soll. Ob es nun um ein bedingungsloses Grundeinkommen oder um das von der FDP vorgeschlagene Bürgergeld geht, die Diskussion wird in den kommenden Jahren sicherlich an Intensität gewinnen. Denn mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst die Gefahr,…

Wirtschaft im Euro-Raum läuft auch in Q2 rund

Die europäischen Einkaufsmanagerindizes sind im Juni zwar etwas gefallen, für das zweite Quartal signalisieren sie für den Euro-Raum jedoch weiterhin eine gute wirtschaftliche Lage. Im Quartalsmittel fällt die Beurteilung der Einkaufsmanager so gut aus wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Daran ändert auch die leichte Stimmungseintrübung im Juni kaum etwas. Nach den Verbesserungen der letzten Monate ist die kleine Korrektur am aktuellen Rand nicht überraschend. Insgesamt dürfte das Wirtschaftswachstum damit im zweiten Quartal auf Basis der Umfragedaten wieder recht kräftig ausfallen. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 56,8 auf 55,7 Indexpunkte, der ist der niedrigste Stand seit 5 Monaten. Dabei büßte das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich etwas ein, während der Index für die Industrie den höchsten Wert seit 73 Monaten erklimmen konnte. Auftragslage und Beschäftigungsabsichten werden durchweg als gut bewertet, der Preisdruck der Unternehmen bleibt begrenzt. Die deutschen Einkaufsmanager zeigen sich im Juni weiterhin zuversichtlich, auch wenn…

Bitcoins: Teufelszeug oder Währung der Zukunft?

Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin ist in den letzten Wochen und Monaten rasant angestiegen und bricht nahezu täglich neue Rekorde. Erst vor kurzem hat er die Marke von 2.000 USD überschritten. Die Akzeptanz von Bitcoins steigt und auch die Regulierung von Digitalwährungen schreitet voran. Doch gleichzeitig tauchen Bitcoins immer wieder in negativem Kontext auf: über der Digitalwährung lastet nach wie vor ein Schleier der Illegalität. Dazu kommt ihr stark ideologisch geprägter Hintergrund. Erste Nutzer waren inmitten der Finanzkrise 2008 Libertäre und Anarchisten, die es sich zum Ziel gemacht hatten, das existierende Finanzsystem mit Bitcoins zu stürzen. Auch dass der Entwickler nur unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist, sorgt für Misstrauen. Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin hat sich in den letzten zwei Monaten dennoch mehr als verdoppeln können. Es gibt bereits mehrere Millionen Bitcoin-Nutzer und die Zahl steigt täglich weiter. Knapp 9.000 Geschäfte weltweit akzeptieren mittlerweile Bitcoins, online sind es…

Spaniens Regierung unter Druck, wirtschaftliche Aussichten könnten darunter leiden

Die spanische Minderheitsregierung steht zunehmend auf wackeligen Beinen. Zwar scheiterte ein gegen Ministerpräsident Rajoy eingeleiteter Misstrauensantrag der linksalternativen Podemos auf breiter Linie. Nichtsdestotrotz gestaltet sich die Regierungsarbeit der Konservativen vor allem  wegen  zahlreiche Korruptionsskandale schwierig. Außerdem hat die Wahl Sánchez zum neuen, alten PSOE-Generalsekretär die von den Sozialisten tolerierte Minderheitsregierung weiter destabilisiert – peilt dieser perspektivisch doch eine Allianz mit der linksalternativen Podemos an. Somit dürften die Regierungsgeschäfte und somit auch spanische Reformbestrebungen zunehmend ausgebremst werden. Gleichzeitig stellen die Separatismus-Bestrebungen Kataloniens ein weiteres innenpolitisches Risiko dar. Obwohl das spanische Verfassungsgericht jedwede Form von Unabhängigkeitsbemühungen untersagt hat, setzte die katalanische Regierung ein Volksreferendum für Anfang Oktober fest und geht damit weiter auf Konfrontationskurs zu Madrid. Ob die Volksabstimmung tatsächlich stattfindet, und wie Rajoys Exekutive mit dem offensichtlich nicht rechtskonformen Verhalten der katalanischen Regionalregierung umgehen wird, ist derzeit noch völlig offen. Fest steht, dass eine weitere Eskalation oder gar der Versuch einer…

Geschäftslage im Mittelstand auf Rekordhoch

Der Brexit, die wenig außenhandelsfreundliche Politik der neuen Regierung in den Vereinigten Staaten oder die immer noch andauernde Schwäche einiger Schwellenländer können den mittelständischen Unternehmen die gute Laune nicht vermiesen. Seit dem Start unserer Mittelstandsumfrage vor 22 Jahren haben die Befragten ihre aktuelle Geschäftslage noch nie so gut bewertet. Auch der Blick in die nähere Zukunft hat sich im Vergleich zum Herbst vergangenen Jahres deutlich aufgehellt. So optimistisch präsentierte sich der deutsche Mittelstand seit immerhin drei Jahren nicht mehr. Die überaus positive Stimmung des Mittelstands wird von den weiterhin guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft getragen. Vor allem die Konsumfreude der privaten Haushalte befeuerte die Nachfrage nach den Erzeugnissen und Dienstleistungen der Mittelständler, die sich auch nicht sonderlich von den gestiegenen Energiekosten beeindrucken haben lassen. Zudem ist die Eigenkapitalquote erneut gestiegen, und die Bilanzqualität der Mittelständler verharrt auf hohem Niveau – alles in allem eine solide betriebswirtschaftliche Lage. Damit…

May steht vor einem Scherbenhaufen

Premierministerin May ist die große Verliererin der Parlamentswahl in Großbritannien. Es ist keineswegs auszuschließen, dass die Tory-Chefin in den kommenden Tagen die politischen Konsequenzen der Wahlniederlage zieht und zurücktritt. Unabhängig von der Person Theresa May bestehen für die Tories zwei Optionen an der Macht zu bleiben. Entweder eine Minderheitsregierung oder eine Koalition mit der nordirischen Partei DUP, was für eine knappe Mehrheit reichen könnte. Der große Gewinner der Unterhauswahl ist der Chef der Labour-Party Jeremy Corbyn. Für einen künftigen Premierminister Corbyn dürfte es dennoch nicht reichen. So würde nicht einmal eine Dreierkoalition aus Labour, Liberaldemokraten und schottischer SNP für eine Mehrheit der Abgeordneten reichen, und dabei ist schon eine solche Konstellation für ein Land, das Parteienbündnisse an der Regierungsspitze historisch nicht gerade gewohnt ist, schwer vorstellbar. Das Wahlergebnis wird sicherlich Konsequenzen für die anstehenden Brexit-Gespräche haben. Bliebe Theresa May an der Macht, wäre lediglich mit einer kurzen, zeitlichen Verzögerung des…

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