Konjunktur

Prognose für die US-Wirtschaft deutlich gesenkt

Auch in den Vereinigten Staaten gilt inzwischen quasi landesweit eine Ausgangssperre, der US-Präsident hat diese jüngst bis Ende April verlängert. Im zweiten Quartal dürfte deshalb die US-Wirtschaft einen deutlich tieferen Einbruch erleiden als zunächst angenommen. Vor allem beim privaten Konsum rechnen wir in Q2 mit einem beispiellosen Einbruch. Dies trifft vor allem den haushaltsnahen Dienstleistungssektor, aber auch in vielen anderen Wirtschaftsbereichen herrscht inzwischen Stillstand. Die Arbeitslosigkeit ist deshalb bereits in die Höhe geschnellt und wird auch noch weiter steigen. Wenn die privaten Haushalte hiervon (noch) nicht selbst betroffen sind, so werden sie allein aufgrund einer großen Verunsicherung die Konsumausgaben auf das nötigste beschränken. Letztlich erwarten wir für das Bruttoinlandsprodukt in Q2 einen auf das Jahr hoch gerechneten Rückgang um rund 30 Prozent. Das vor wenigen Tagen vom Kongress beschlossene umfangreiche Stützungspaket kann diesen Einbruch nicht verhindern. Schätzungen zu Folge wird es 3 bis 4 Wochen dauern, bis erste finanziellen Hilfen…

Hoffnungswerte aus China? – Nicht überinterpretieren!

Als Ursprungsland der Pandemie ist China als erste Volkswirtschaft in die Corona-Krise gestürzt. Der Shutdown im Februar führte zu einem beispiellosen Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität. Nun kann das Land erste Wachstumserfolge melden. Die (staatlichen) Einkaufsmanagerindizes haben sich im März deutlich von ihren Allzeittiefs des Vormonats erholt, sie konnten sogar wider Erwarten die Wachstumsschwelle von 50 Punkten überwinden. In der Industrie stieg der Umfragewert von zuvor 35,7 auf 52 Punkte, im Dienstleistungssektor von 29,6 auf 52,3 Zähler. Grundsätzlich deckt sich die Verbesserung der Stimmungsindikatoren mit zahlreichen Berichten aus China, wonach sich das Wirtschaftsleben des Landes in den vergangenen Wochen allmählich von der vorangegangenen Schockstarre erholt. Dabei ist allerdings viel Propaganda. Dass die nun veröffentlichten Indikatoren politisch aufgebessert wurden, um das „Narrativ“ der erfolgreichen Krisenüberwindung zu untermauern, kann sicherlich nicht ausgeschlossen werden. Der privat erhobene Umfragewert von IHS Markit, der morgen erscheint, könnte das Bild hier bereits relativieren. Auf keinen Fall sollten…

Weltwirtschaft im Alarmmodus

Die Corona-Pandemie wird die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen. Wenn der aktuelle Zustand sich innerhalb der kommenden Wochen wieder lockert, dann sollten die massiven Fiskalprogramme die notwendigen Impulse für eine kräftige Erholung geben. Der Wachstumsverlauf in diesem Jahr hängt hauptsächlich von der Ausbreitung des Coronavirus ab. Während die Wirtschaft in China bereits wieder erste Lebenszeichen von sich gibt, fangen die wirtschaftlichen Belastungen in den USA erst an.   Die Inflation bleibt zunächst sehr niedrig. Ausnahme könnten die Lebensmittelpreise sein, die von der Versorgungslage abhängen und entsprechend auch deutlich schwanken können. Die Notenbanken haben ihr Pulver weitestgehend verbraucht. Nennenswerte Impulse kann man von den Instituten eigentlich nicht mehr erwarten.

Euphorie folgt der Depression

Seit gestern kennen die Märkte kein Halten mehr. Als wollte man die Tristesse der letzten Woche abschütteln sind die Aktienkurse kräftigst gestiegen. Der Treibstoff für die dynamische Erholung war das große Hilfspaket der Fed und die Hoffnung, dass sich nun endlich auch die beiden Kammern des US-Parlaments auf das Corona-Unterstützungspaket von rund 2.000 Mrd. US Dollar einigen können, was man dann auch geschafft hat. In Europa ist man in diesem Feld schon weiter. Hier hat die EZB bereits in der letzten Woche ein umfangreiches Unterstützungspaket für Investoren und die Euroraum-Länder verkündet. Die Regierungen im Euroraum haben gleichzeitig umfangreiche fiskalische Maßnahmen beschlossen. Dabei ist die Aufgabenteilung zwischen Notenbanken und Regierungen in allen Ländern sehr ähnlich. Die Notenbanken kümmern sich darum, dass die Finanzmärkte funktionieren und die Liquiditäts- und Kreditkosten für Staaten und Unternehmen nicht zu teuer werden, was Insolvenzen und Staatenkrisen vorbeugen soll.  Dafür nehmen die Notenbanken einen starken Volumenanstieg der…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Die Rezession ist da!

Eine tiefe Rezession im Euro-Raum ist aufgrund der Corona-Krise nicht zu verhindern. „Harte“ Indikatoren liegen bislang noch nicht vor. Aber die Vorabergebnisse der Befragung der Einkaufsmanager im Euro-Raum durch IHS Markit geben einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Der umfassende Composite-Index für den Euro-Raum ging im März so drastisch wie noch nie von 51,6 auf 31,4 Punkte zurück. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Juli 1998. Die Wirtschaft im Euro-Raum vollführt eine Vollbremsung, und die Krise könnte noch tiefer ausfallen als in der Finanzkrise 2009. Die Stimmung sank im Industrie- und Dienstleistungssektor, bei den Dienstleistern war der Rückgang aber deutlich stärker. Überall wurden von massiven Verschlechterungen berichtet: Auftragseingänge, Auftragsbestände, Produktion, Beschäftigungsabsichten und die Geschäftsperspektiven lagen tief im Minus. Der Dienstleistungssektor berichtet aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise von einem noch nie dagewesenen Einbruch der Geschäftstätigkeit. Das ist angesichts der verbreiteten Schließungen von Geschäften und…

Die Einschänkungen nehmen zu – wie geht es weiter?

Die Einschränkungen im täglichen Leben werden auch in Deutschland immer deutlicher spürbar. Der Servicesektor liegt zu großen Teilen brach und folgt damit dem verarbeiteten Gewerbe und der Automobilindustrie. Die wirtschaftlichen Einbußen werden entsprechend hoch sein. Im aktuellen Regelwerk der Politik zur Bekämpfung von Covid-19 schrumpft das deutsche BIP pro Monat rund 2,25%. Dies zeigt, dass man die aktuellen Einschränkungen des täglichen Lebens nur eine begrenzte Zeit durchhalten kann. Spätestens Ende April dürfte es hier zu einer Lockerung kommen, ansonsten wäre der wirtschaftliche Schaden sehr groß und könnte auch strukturell dauerhafte Spuren hinterlassen. Die aktuellen Prognosen der Bundesregierung für das BIP-Wachstum in Deutschland von -5% dürfte ähnliche Annahmen unterstellt haben. Die Hoffnung der Regierungen in Bund und Länder muss also darauf liegen, dass der aktuelle Kurs Erfolg hat und sich die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten Wochen reduziert. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird sich die Frage wie…

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