Konjunktur

Inflationsrate in der EWU knapp über Null – negative Werte in der Zweiten Jahreshälfte zu erwarten

  Der Auftrieb bei den Verbraucherpreisen im Euro-Raum bleibt im Juni gemäß der vorläufigen Berechnung von Eurostat nur verhalten. Die Inflationsrate, gemessen am europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), lag im Juni gemäß der vorläufigen Berechnung bei 0,3 Prozent. Damit war die Rate etwas höher als im Vormonat mit 0,1 Prozent. Dabei ließ der hohe Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln etwas nach, für Energie musste erneut deutlich weniger bezahlt werden als noch vor einem Jahr. Bei den übrigen Dienstleistungs- und Güterpreisen bleibt der Preisauftrieb positiv aber moderat. Noch immer konnten wegen der Coronakrise nicht alle Preisdaten erhoben werden. Im Juni mussten in der Summe 11 Prozent der relevanten Daten geschätzt werden. Damit ergibt sich eine gewisse Fehleranfälligkeit der Daten. Auf Länderebene zog die Inflationsrate in Deutschland von 0,5 auf 0,8 Prozent an. In Frankreich verringerte sie sich von 0,4 auf 0,1 Prozent, Spanien und Italien verzeichneten negative Raten von -0,3 beziehungsweise -0,4 Prozent. Eine…

China: Immer mehr Zeichen der Erholung

In den meisten Bereichen der chinesischen Wirtschaft überwiegen mittlerweile die Zeichen der Erholung. Nicht nur die Umfragewerte signalisieren inzwischen wieder Wachstum, auch die „harten“ Konjunkturindikatoren sind auf einen Erholungspfad eingeschwenkt. Die Industrie hat ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht und liegt gegenüber dem Vorjahr seit April im Plus. Sogar ein leichtes Gewinnwachstum wurde jetzt gemeldet. Der Einzelhandel hat den Rückstand gegenüber letztem Jahr zuletzt zumindest deutlich verkleinert, wozu vor allem die kräftigen Umsätze der Autohändler in den letzten Wochen beigetragen haben. Sie konnten ihren 80-prozentigen Rückgang vom Februar tatsächlich komplett wiederaufholen. Viel spricht damit dafür, dass die Zahlen zum Wirtschaftswachstum im zu Ende gehenden zweiten Quartal, die China in rund zwei Wochen veröffentlichen wird, gut ausfallen werden. Gegenüber dem Vorjahr dürfte wieder ein leichtes Plus zu Buche stehen, das entspräche einem Anstieg gegenüber dem desaströsen Vorquartal von bis zu neun Prozent. Also, alles wieder in Ordnung im Ursprungsland der Pandemie? Sicher nicht!…

Also doch eine V-förmige Erholung?

Die Indikatoren der Woche: Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni so stark angestiegen wie nie zuvor, und die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Industrie hat sich kräftig erholt und war zuletzt schon wieder besser als im vierten Quartal 2019. Angesichts der immer noch schwierigen Situation von Unternehmen in vielen Branchen überraschen diese Meldungen. Können wir also doch mit einer schnellen V-förmigen Wirtschaftserholung rechnen? Der Anstieg der Geschäftstätigkeit würde ähnlich schnell erfolgen wie der Einbruch in März und April – die schnelle Kurserholung an den Aktienmärkten wäre hierfür ein guter Vorbote gewesen. Doch es gibt einige Gründe, warum sich der rasche Anstieg der Stimmungsindikatoren nicht in eine entsprechende Erholung der Realwirtschaft übersetzen wird. Zum einen bedeutet ein Einkaufsmanagerindex im Bereich von 50 Punkten nicht, dass sich die Wirtschaft wieder im „Normalzustand“ befindet. Er zeigt lediglich an, dass im Vergleich zum Vormonat keine weitere Verschlechterung eingetreten ist. Und der starke Anstieg beim…

Die Autoindustrie leidet unter Covid-19 und Strukturwandel

Die Autoindustrie leidet wie kaum eine andere deutsche Industriebranche unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Dies liegt aber nicht nur an der in der Krise zu beobachtenden Kaufzurückhaltung von Unternehmen und Konsumenten. Die Branche befand sich bereits vor COVID-19 in einer länger anhaltenden Krise, ganz im Gegensatz zur Finanzmarktkrise, die die Unternehmen während einer Boomphase getroffen hatte. Für die Branchenschwäche vor der Corona-Krise waren neben internationalen Entwicklungen wie dem Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China oder dem Brexit auch in der Branche hausgemachte Probleme wie die immer noch anhaltenden Nachwirkungen des Dieselskandals und drohende Fahrverbote in deutschenInnenstädten oder der Strukturwandel hin zu alternativen Antrieben verantwortlich. Die Nachfrage nach Autos sank zeitgleich nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen großen Märkten. Vor allem die schwache Nachfrage in China, dem größten und wachstumsstärksten Absatzmarkt der deutschen Hersteller, machte den Unternehmen zu schaffen. Immerhin zeigen sich dort Anzeichen einer Erholung….

ifo-Geschäftsklima: „Der stärkste jemals gemessene Anstieg“

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Juni weiter stark verbessert. Das zeigt die Umfrage des ifo-Instituts. Der Geschäftsklimaindex ist von 79,7 auf 86,2 Punkte angestiegen, und das ifo-Institut hebt hervor, dass es sich damit um den „stärksten jemals gemessenen Anstieg“ handelt. Aber heißt das auch, dass sich die reale Lage der deutschen Unternehmen im Juni entsprechend stark verbessert hat? Davon kann man leider nicht ausgehen. Zum einen ist der jüngste Anstieg des Geschäftsklimaindexes stark erwartungsbedingt. Das heißt, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass sich ihre Umsätze bzw. ihre Produktion in den nächsten sechs Monaten – verglichen mit dem Status quo – positiv entwickeln werden. Das anzunehmen ist angesichts der in den meisten Branchen immer noch sehr schwierigen Situation sicherlich plausibel. Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sind die Unternehmen dagegen deutlich vorsichtiger. Die Messzahl für die aktuelle Lage hat sich im Juni von dem Tief im Vormonat…

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