Konjunktur

China: Wachstum in Q3 verlangsamt – Investitionen bremsen, Handelsbelastungen stehen noch aus

Chinas Wirtschaft hat im abgelaufenen Quartal weiter an Schwung verloren. Mit einem Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent war die Abschwächung sogar etwas stärker als erwartet. Angesichts des über den Sommer eskalierten Handelsstreits steht die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft momentan zweifellos unter besonderer Beobachtung. Bremseffekte im Handel mit den Vereinigten Staaten dürften für die Konjunkturabkühlung bislang aber kaum verantwortlich sein. Sie werden im Moment noch durch Vorzieheffekte überlagert und durch die Abwertung des Yuan abgefedert. Vielmehr hat die Investitionszurückhaltung Pekings das Wachstum gedämpft. Bereits im laufenden Quartal könnten die Belastungen aus dem Außenhandel aber schon deutlicher spürbar werden. Wir sehen uns in unserer vorsichtigen Wachstumsprognose für dieses Jahr von 6,5 Prozent bestätigt. Eine auffällige Schwäche haben die monatlichen Exportzahlen in den vergangenen Monaten, in denen die US-Zölle sukzessive ausgeweitet wurden, nicht gezeigt. Fast schon im Gegenteil: Im September haben sie sogar deutlich angezogen. Auch das Wachstum der Exporte in die Vereinigten Staaten…

US-Wahl – zahlt sich die Strategie „America first“ aus?

Die in weniger als drei Wochen stattfindenden Zwischenwahlen für den US-Kongress gelten als Stimmungstest für die Politik von Donald Trump. Der entscheidende Aspekt ist die Frage, ob die republikanische Partei in beiden Kammern die Mehrheit der Sitze behält oder ob Trump einen großen Teil seiner Handlungsfähigkeit einbüßt. Der republikanischen Partei und auch dem Präsidenten wird sicher bekannt sein, dass die Präsidentenpartei bei den „midterms“ in der Regel Sitze im Kongress verliert. Für das Wahlergebnis wird es eine große Rolle spielen, welcher der Parteiblöcke besser seine Wählerschaft mobilisieren kann. Laut einer Umfrage sind die US-Konsumenten mit der Wirtschaftspolitik der Regierung so zufrieden wie zuletzt vor 15 Jahren. Vor allem bei einem zentralen Wahlversprechen, der Stärkung der US-Industrie, kann der Präsident Erfolge vorweisen. Ein sichtbar erholtes Industrieklima geht einher mit steigender Beschäftigung. Zum Schutz der heimischen Industrie war ja auch die Aufkündigung des NAFTA-Handelsabkommens mit Kanada und Mexiko eine von Trump‘s ersten…

Bisher nur moderater Lohnanstieg in den USA, trotz anhaltenden Beschäftigungsaufbaus

Auch im September sind in den Vereinigten Staaten die Löhne nur um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Auf Jahressicht entspricht das einem Lohnplus von 2,8 Prozent. Damit bleiben die Steigerungsraten weiterhin hinter den Zuwächsen in früheren Konjunkturaufschwüngen zurück. Ohne Zweifel spielt dabei die Tiefe der vorausgegangenen Krise eine große Rolle. So waren doch einige Jahre mit hoher Arbeitslosigkeit die Folge der letzten Rezession, vorübergehend lag die Arbeitslosenquote sogar im zweistelligen Bereich. Dennoch – der Zusammenhang, dass die Verknappung von qualifizierten Arbeitskräften zu steigenden Lohnforderungen führt, gilt auch heute noch. Am Ende dieses Jahres dürfte ein durchschnittlicher Lohnzuwachs von knapp drei Prozent zu Buche stehen, und damit höher ausfallen als im Jahr 2017 (2,5 %). Nach unserer Einschätzung wird durch die sehr niedrige Arbeitslosigkeit die Lohndynamik weiter anziehen und 2019 wohl bereits bei rund 3,5 Prozent liegen. Auch wenn die Raten damit immer noch nicht den Anschluss an frühere Boom-Zeiten…

Diesel-Umtauschprämie: Belastung oder Konjunkturprogramm?

Für die deutsche Autoindustrie hätte es schlimmer kommen können. Die neuen Diesel-Beschlüsse der Koalition werden in ihren Auswirkungen auf die Autobauer wohl überschaubar bleiben. Denn die verlangten Umtauschprämien und Nachrüstprogramme für ältere Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 werden auf die 14 deutschen Städte mit der höchsten Schadstoffbelastung beschränkt. Damit fällt etwa Frankfurt, wo in den vergangenen Wochen intensiv über Fahrverbote diskutiert wurde und das nach Einwohnern auf Patz fünf in Deutschland, nach Einpendlern sogar auf Platz zwei steht, gar nicht in die Liste der betroffenen Städte. Die genannten 14 Städte haben zusammen knapp sieben Millionen Einwohner, repräsentieren also weniger als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Selbst wenn man die umliegenden Landkreise wie vorgesehen mit einbezieht, werden wohl deutlich weniger als 20 Prozent der Deutschen mit älterem Dieselfahrzeug in den Genuss einer Prämie oder einer kostenlosen Umrüstung kommen. Dennoch könnte das Programm merkliche gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben. Geht man…

Immobilienpreise in Deutschland – Anlass zur Besorgnis?

Es ist nichts Neues, dass in den vergangenen Jahren die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland kräftig gestiegen sind. Dafür haben ein knappes Angebot, historisch niedrige Zinsen und die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesorgt. Da der Preisauftrieb auch am aktuellen Rand kaum an Schwung verloren hat, ist es mehr als berechtigt, dass die Notenbank und auch die Bankenaufsicht dies sorgsam im Auge haben. Besonders die immer noch sehr lockere Geldpolitik der EZB ist doch der ideale Nährboden für Preisblasen bei Vermögensgütern. Preisübertreibungen sind besonders in den prosperierenden Wirtschaftszentren entstanden. Gerade dort steht einem anhaltenden Bevölkerungszustrom ein knappes Angebot gegenüber. Hinzu kommen noch die teilweise auch ausländischen Investoren, die für ihr Portfolio gerne Mehrfamilienhäuser an den deutschen Top-Standorten erwerben. Die vor kurzem vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) vorgelegten Zahlen zeigten für diese Großstädte zwar eine erste, leichte Verlangsamung bei der Preisdynamik. Es ist aber fraglich, ob es sich hierbei um eine…

DZ BANK Euro-Indikator: Die Zeichen stehen auf weitere Abkühlung

Die Konjunktur im Euro-Raum verliert bereits seit Anfang 2018 an Fahrt, daran dürfte sich auch im weiteren Jahresverlauf nichts ändern. Das lässt sich aus der aktuellen Entwicklung des Euro-Indikators der DZ BANK schließen, der im September den achten Rückgang in Folge verbuchte. Der Indikator sank im abgelaufenen Monat um 0,2 Prozent auf einen Stand von genau 100 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verliert der Indikator damit 0,9 Prozent, im Vormonat lag hier das Minus noch bei 0,4 Prozent. Wie schon in den Vormonaten lieferten die Kennzahlen aus dem Industriesektor den größten Beitrag zum Rückgang des Euro-Indikators. So sind die Produktionserwartungen der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe im September auf den tiefsten Stand seit April 2017 gesunken. Die Markit-Umfrage unter den Einkaufsmanagern belegt, dass die EWU-Industrie an Dynamik verliert und im abgelaufenen Monat das schwächste Wachstum seit zwei Jahren verzeichnete. Dabei zeigte die Messzahl für Neuaufträge im Exportgeschäft zuletzt sogar den niedrigsten…

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