Konjunktur

Deutschland muss in Forschung und Entwicklung mehr investieren

Gerade für eine rohstoffarme Volkswirtschaft wie Deutschland spielen Forschung und Entwicklung eine entscheidende Rolle. Um im internationalen Standortwettbewerb qualifizierte Arbeitsplätze und damit Einkommen und Wohlstand zu sichern, bedarf es einer breit aufgestellten, effizienten F&E-Industrie, die permanent Ideen „produziert“ und zu neuen Produkten und Techniken weiterentwickelt. Tatsächlich hat sich der Erfindergeist deutscher Forscher und Entwickler in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich am Markt behauptet. In den letzten Jahren konnten die Forschungsaktivitäten sogar noch spürbar gesteigert werden. So hat Deutschland die Zielgröße von Forschungsausgaben in Höhe von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts frühzeitig erreicht. Im europäischen Vergleich steht die deutsche Volkswirtschaft nicht nur bei der Forschungsintensität gut da, sondern auch bei den Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungserfolgen, wie Patentanmeldungen oder Exporte von Hightech-Gütern belegen. Allerdings werden die Innovationszyklen immer kürzer und die internationale Konkurrenz wächst. Zu den traditionellen Rivalen, wie die USA, gesellen sich neue Innovationskonkurrenten wie China und Südkorea. Um auch langfristig im…

Einkaufsmanagerindizes zeichnen guten Start für das zweite Quartal

Die Stimmungslage unter den europäischen Einkaufsmanagern lässt auf ein gefestigtes konjunkturelles Grundtempo in der Europäischen Währungsunion schließen. Gemäß der heutigen Vorabveröffentlichung, die auf rund 85 Prozent der Antworten der befragten Einkaufsmanager beruht, bleiben die Stimmungsinkatoren nicht nur auf einem hohen Niveau, sie können sogar gegenüber den hohen Werten aus dem März etwas zulegen. Dies spiegelt sich an dem umfassenden Composite-Einkaufsmanagerindex wider, der die Stimmungslage in der gesamten Privatwirtschaft erfasst. Er verbesserte sich nochmal um 0,3 Zähler und liegt im April bei 56,7 Indexpunkten: Das ist der höchste Zählerstand seit 72 Monaten. Sowohl die Dienstleister als auch die Industrieunternehmen vermeldeten eine bessere Stimmung. Auf Länderebene wurden leichte Stimmungseintrübungen bei den deutschen Einkaufsmanagern auf hohem Niveau durch bessere Stimmungswerte in Frankreich und den anderen Ländern mehr als ausgeglichen. Gemäß der Umfrageergebnisse steht die konjunkturelle Erholung der Währungsunion damit auf einem breiten Fundament. Die Einschätzungen der deutschen Unternehmen aus der Industrie und dem…

Starkes Wachstum in China – erkauft mit hohen Staatsschulden

Chinas Konjunktur hat zum Jahreswechsel sichtlich mehr Fahrt aufgenommen. Der Aufschwung, der sich seit Mitte letzten Jahres erst zaghaft mit der Verbesserung einiger Stimmungsumfragen angedeutet und schließlich in zahlreichen Frühindikatoren widergespiegelt hat, schlägt sich nun auch in besseren Wachstumszahlen nieder. Bereits gestern am Ostermontag hat das chinesische Statistikamt ein BIP-Wachstum von 6,9 Prozent für das erste Quartal dieses Jahres bekannt gegeben. Damit wurde nicht nur das Ergebnis vom Schlussquartal 2016 übertroffen, das mit einer Rate von 6,8 Prozent seinerseits bereits eine leichte Wachstumsbeschleunigung aufwies. Auch die Markterwartungen konnten positiv überrascht werden. Die Abweichungen sind nur gering und wären für andere Volkswirtschaften kaum der Rede wert. Für China ist die Bekanntgabe dieser leichten Wachstumsbeschleunigung aber durchaus bemerkenswert. Schließlich ist es kaum zwei Jahre her, dass die Turbulenzen an Chinas Finanzmärkten große Sorgen hinsichtlich der Stabilität der chinesischen Wirtschaft schürten. Gleichzeitig wuchsen die Zweifel an den offiziell gemeldeten Wachstumsraten, ob diese den…

Türkei: Abkehr von der Demokratie schadet auch der Wirtschaft

Nun hat der türkische Präsident Recep Erdogan also erreicht, wonach er schon länger gestrebt hat: Das Verfassungsreferendum vom 16. April ist mit der knappen Mehrheit von 51,4 zu 48,6 Prozent der Wahlstimmen zu seinen Gunsten ausgegangen. Dies bedeutet, dass die von ihm gewünschte Änderung der türkischen Verfassung und die Zusammenballung der exekutiven Macht im Präsidentenpalast nun also kommen wird. Die Opposition hat schwere Benachteiligungen im Wahlkampf und nun auch Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung beklagt und will das Ergebnis anfechten. Große Aussicht auf Erfolg wird ihr hier aber wohl nicht beschieden sein. Die Türkei hat sich mit dem Ausgang des Referendums von der parlamentarischen Demokratie, ihren gesetzlich verankerten Kontrollrechten und der Gewaltenteilung im Staat verabschiedet. Bedenklich stimmt dabei, dass auf rund 63 Prozent der Wahlzettel, die von in Deutschland lebenden Türken abgegeben wurden, ein Votum für Erdogans Verfassungsreform stand. Fortan wird der Präsident im Wesentlichen allein die Innen- und Außenpolitik sowie…

Faule Kredite: Italien verschärft die angespannte Lage in Europa

Wie aus neuesten Zahlen der European Banking Authority (EBA) hervorgeht, ist der Anteil fauler Kredite an den Gesamtforderungen der Banken in der Europäischen Union im vierten Quartal 2016 um 0,3 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent gesunken. Zwar ist in fast allen Ländern ein Rückgang zu beobachten. Allerdings verbessert sich die Gesamtsituation nur sehr langsam und es bestehen noch immer extreme Unterschiede zwischen den Ländern. So bereiten Non Performing Loans (NPL) in Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Belgien wenig Probleme. In diesen Ländern fällt die NPL-Quote mit knapp zwei bis gut drei Prozent sehr niedrig aus. Dagegen drohen die Banken in Griechenland und Zypern unter der Last fauler Kredite von 46 bzw. 45 Prozent der Forderungen zu ersticken. Leidgeprüfte Bankensektoren finden sich auch in Portugal, Irland und insbesondere in Italien als wirtschaftlichem Schwergewicht.  Italien zeigte lange Zeit kaum Fortschritte. Erst im Schlussquartal 2016 verbesserte sich die NPL-Quote um 0,9 Prozentpunkte auf…

Japan: Wirtschaftsklima bleibt verhalten – expansive Geldpolitik verpufft

In Japan bleibt das Wirtschaftsklima verhalten. Der wichtige Tankan-Index hat sich am Ende des ersten Quartals zwar leicht verbessert. Doch lag das Ergebnis etwas unter den Erwartungen des Marktes. Bei den großen und exportstarken Industrieunternehmen stieg der Indexwert von zuvor 10 nur auf 12 Punkte – trotz vorheriger Yen-Abwertungen und guter Exportzahlen im ersten Quartall. Eine Rolle mögen hierbei die politisch bedingt unsicheren künftigen Absatzperspektiven auf wichtigen japanischen Exportmärkten wie den USA und China gespielt haben. Der Tankan-Index wird von der Bank of Japan berechnet und fasst die Stimmungswerte von über 10.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft zusammen. Bezogen auf alle befragten Unternehmen, also aller Sektoren und aller Größenklassen, stieg der Index von 7 auf nun 10 Punkte. Dies ist, gemessen an der möglichen Spannbreite dieses Diffusionsindexes, die von -100 bis +100 reicht, gerade einmal etwas über der „neutralen“ Linie von Null. Hier kommt zum Tragen, dass vor allem die kleineren…

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