Konjunktur

Keine Aufbruchstimmung unter den Einkaufsmanagern im Euro-Raum

Ein schwungvoller Start in das zweite Quartal sieht anders aus. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum ist im April leicht von 51,6 auf 51,3 Indexpunkte gesunken. Dabei gab das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich etwas nach. Das Pendant für das verarbeitende Gewerbe stieg um 0,3 Punkte, blieb aber mit 47,8 Zählern unter der Wachstumsschwelle. Die Dienstleister in Deutschland und in Frankreich zeigten sich optimistischer, während das verarbeitende Gewerbe noch immer mit Nachfrageproblemen zu kämpfen hat. Dies dämpft den Optimismus. Die Bedenken konzentrierten sich gemäß den befragten Einkaufsmanagern auf die zunehmende politische Unsicherheit einschließlich Brexit, Handelskriege und Protektionismus. Auch der Automobilsektor wurde erneut häufig als Problembereich genannt. In der Summe hat sich an den Belastungsfaktoren in der europäischen Privatwirtschaft im April nichts geändert. Auf Basis der vorliegenden Befragungsindikatoren dürfte damit keine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im Euro-Raum zu erwarten sein, zumal sich im Rest des Währungsgebiets die Stimmungslage zuletzt wohl schlechter entwickelt hat…

China: Konjunkturmaßnahmen zeigen erste Wirkung

Chinas Konjunktur scheint sich gefangen zu haben. Das Wirtschaftswachstum hat sich zu Jahresbeginn bei 6,4% stabilisiert. Das ist eine positive Überraschung. Vor allem die sehr dynamische Beschleunigung der Industrieproduktion im März um drei Prozentpunkte auf 8,5% zeigt, dass die Konjunkturmaßnahmen wirken, welche die chinesische Regierung in den letzten Wochen angestoßen hat. Auch die staatliche Investitionstätigkeit und die Investitionen in die Infrastruktur haben weiter angezogen. Nicht unproblematisch ist sicherlich, dass es sich dabei zum wiederholten Male um die „alten“ Anschubhilfen mit den typischen längerfristigen Risiken für die Finanzstabilität und das Potenzialwachstum handelt. Davor hat die OECD Peking gerade erst gewarnt. Zu begrüßen ist dagegen der Schub für den privaten Konsum durch die Mehrwertsteuersenkung von 16 auf 13%. Er dürfte auch der stark gesunkenen Automobilnachfrage „unter die Arme greifen“. Sichtbare Effekte stehen hier allerdings noch aus. Noch ist es sicherlich zu früh, bereits die Kehrtwende für Chinas Konjunktur auszurufen. In den kommenden…

Dienstleistungen trotzen der globalen Konjunkturabkühlung – nationale Industriepolitik nicht zielführend

Der aktuelle Einbruch der Auftragseingänge vor allem aus dem Ausland ist nicht auf die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrieunternehmen zurückzuführen. Er ist eine Folge der hohen Auslandsabhängigkeit der deutschen Industrie in Zeiten einer internationalen Konjunktureintrübung. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Diskussion um die „Nationale Industriestrategie 2030“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie an Bedeutung. Die „Nationale Industriestrategie 2030“ enthält strategische Leitlinien für eine Industriepolitik. Allerdings zeigt die langfristige Entwicklung, dass es die Industrieunternehmen in Deutschland bisher ganz gut ohne aktive Einflussnahme des Staates geschafft haben, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft ist vergleichsweise hoch. Die Umsatzentwicklung der vergangenen 15 Jahre verdeutlicht aber auch, dass manche Dienstleistungen dynamischer wuchsen als das verarbeitende Gewerbe und durchaus auch mehr Zukunftspotential besitzen könnten. Im Gegensatz zu den Industrieunternehmen hat die globale Konjunkturabkühlung den deutschen Dienstleistern bisher nicht die gute Stimmung vermiesen können. Die stark auf den Heimatmarkt konzentrierten Dienstleistungsunternehmen…

Die Angst vor der Abkühlung

Der Brexit wurde erneut verschoben. Nun bis Halloween. Die Rahmenbedingungen sind für Großbritannien jedoch nicht sehr attraktiv und man kann weiter hoffen, dass der vorliegende Austrittvertrag doch noch angenommen wird. Auch politische Konsequenzen für Frau May sollte man nun nicht mehr ausschließen. Damit wurde ein ungeregelter Brexit abermals umschifft. Aus Sicht der Notenbanken sicherlich eine sehr willkommene Entwicklung. Denn die Realisierung eines der politischen Risiken könnte das fragile Wachstumsumfeld deutlich stören. Eine spürbare Verschlechterung der konjunkturellen Lage würde die Mehrheit der Zentralbanken wiederum vor ein schier unlösbares Problem stellen. Agieren sie proaktiv, werden sie schnell an ihre Grenzen stoßen und könnten sich gezwungen sehen, zu immer unorthodoxeren Maßnahmen zu greifen. Dies könnte eine Vertrauenskrise auslösen. Das gleiche Risiko bestünde jedoch auch für den Fall, dass Zentralbanken (zu) passiv blieben. Es gibt aber auch positive Meldungen von der konjunkturellen Seite. So mehren sich die positiven Signale für die chinesische Konjunktur. Die…

Spaniens Wirtschaftswachstum bleibt robust

Die spanische Volkswirtschaft sollte auch im ersten Quartal dieses Jahres ein starkes Wachstum von 0,6% gegenüber dem Vorquartal erreicht haben. So lautet die Schätzung der spanischen Notenbank. Die Hintergründe für das robuste Wachstum, das nun schon seit fünf Jahren anhält, sind vielfältig. Ein entscheidender Faktor ist die Tatsache, dass sich die spanische Wirtschaft noch immer in einem Erholungsprozess befindet. Sie hatte von 2008 bis 2013 in Folge einer doppelten rezessiven Phase rund 10% der Wirtschaftsleistung eingebüßt. Damit fiel der Rückgang wesentlich intensiver aus als in den meisten übrigen Euroländern. Verwendet man den Euro-Raum als Maßstab, so wird deutlich, dass noch ein gewisses Aufholpotenzial vorhanden ist. Von den gegenwärtigen Turbulenzen in der Industrie Europas bleibt aber auch Spanien nicht gänzlich verschont. Dabei stehen zwei Themen besonders im Fokus der Debatte: die sich abkühlende Konjunktur in China und die neuen Abgasvorschriften für die Automobilindustrie. Spaniens Wirtschaft kommt hierbei aber mit einem blauen…

Kreditmärkte schwenken auf Wachstumsabschwächung ein – antizyklischer Kapitalpuffer kontraproduktiv

Wie aus der aktuellen Befragung der Banken im Euroraum durch die EZB hervorgeht, blieb die Kreditnachfrage der Unternehmen im ersten Quartal 2019 stabil und auch die Banken veränderten ihre Kreditvergabestandards kaum. Dagegen wuchs die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten dank niedriger Zinsen weiter und die Kreditinstitute verschärften ihre Vergaberichtlinien für Immobilienfinanzierungen. Auch für die kommenden Monate rechnen die Banken mehrheitlich mit einer wachsenden Nachfrage in beiden Kategorien. Obwohl der Anteil der Optimisten gegenüber der Januarbefragung marginal zugenommen hat, ist die Mehrheit der Kreditinstitute, die an eine wachsende Kreditnachfrage glaubt, im Vergleich zu 2018 allerdings stark abgeschmolzen. Das deckt sich mit der Wachstumsentwicklung der europäischen Kreditmärkte, die derzeit scheinbar ihren Zenit erreicht. Bei den Unternehmenskrediten war das bereits Ende September letzten Jahres der Fall, als der Zuwachs auf 4,3 Prozent stieg, um sich danach wieder abzuschwächen. Die privaten Wohnungskredite haben sich in den letzten Monaten bei einem Wachstumspfad um die 3,2 Prozent…

1 2 169