Konjunktur

USA: Rezessionsängste in den Hintergrund getreten

Gemessen an den Besorgnissen über eine drohende Rezession, die noch in den Sommermonaten die Diskussion beherrschten, hat sich die US-Konjunktur erstaunlich gut geschlagen. Das dritte Quartal steht trotz aller Stimmungsbelastungen, die etwa infolge der dramatischen Kontroverse um die Anhebung der staatlichen Schuldengrenze, immerhin mit einem Quartalszuwachs von rund 2,0 Prozent (annualisiert) zu Buche. Für das Jahresende und mit Blick auf das nächste Jahr sind ebenfalls positive Wachstumsraten zu erwarten.  

Peking leitet konjunkturpolitische Wende ein

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China haben für Beunruhigung gesorgt – nicht nur an den internationalen Finanzmärkten, sondern auch in Peking selbst: Die Einkaufsmanagerindizes sind zuletzt deutlich unter die 50-Punkte-Marke gefallen, die Immobilienpreise beginnen zu sinken und die Auslandsaufträge sind Umfragen zufolge auf den niedrigsten Stand seit knapp drei Jahren zurückgegangen. Besorgniserregend finden wir das Niveau der aktuellen Indikatoren allerdings noch nicht: Seit geraumer Zeit prognostizieren wir eine deutliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft, wobei wir von einer Kehrtwende im Immobilien- und Bausektor ausgehen, wo sich die straffere Geldpolitik besonders bemerkbar machen dürfte.

USA: Kongresskommission ohne Einigung über Budgetsanierung

Die Kongress-Kommission, das so genannte „Super-Committee“, die bis zum 23. November konkrete Vorschläge zur mittelfristigen Defizitreduzierung erarbeiten sollte, hat sich nicht einigen können. Deshalb soll nun, so hat es das „Budget Control Act“ von Anfang August bestimmt, eine automatische Schuldenbremse in Kraft treten, die automatische Ausgabenkürzungen in Gesamthöhe von 1200 US-Dollar für den Zeitraum bis 2021 vorsieht.

Deutsche Konjunktur im dritten Quartal: Noch gut!

In Deutschland hat sich die positive Konjunkturentwicklung auch in den Sommermonaten fortgesetzt. Die Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal 2011 im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 0,5 Prozent angestiegen. Damit hat sich das Wachstumstempo im abgelaufenen Quartal wieder leicht erhöht. Nach amtlichen Angaben war das vor allem auf den Anstieg der privaten Konsumausgaben zurückzuführen, und auch die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen haben zum Wachstum beigetragen, während der Außenhandel keinen nennenswerten Wachstumsbeitrag lieferte.

Unternehmensstimmung erneut schlechter

Die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland hat sich im Oktober zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Betroffen sind sowohl die Geschäftserwartungen als auch die aktuelle Lage. Zudem verschlechterte sich die Stimmung in allen Sektoren der gewerblichen Wirtschaft.

Investoren fordern Wachstumskonzept für die italienische Wirtschaft

Das italienische Parlament hat am Freitag dem amtierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, nach einer Ablehnung wenige Tage zuvor, doch noch das Vertrauen ausgesprochen. Binnen Monatsfrist war dies das zweite Mal, dass der Ministerpräsident zu dieser Maßnahme gezwungen war. Auslöser waren die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr. Unter dem massiven Druck der Kapitalmärkte und internationaler Organisationen sind im September in größerem Umfang Maßnahmen zur Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgezogen worden, die ursprünglich erst 2013 in Kraft treten sollten. Die Unzufriedenheit der Investoren kommt am Anleihenmarkt unverändert in den zwar inzwischen gesunkenen, aber immer noch sehr hohen Risikoprämien zum Ausdruck.

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