Konjunktur

Die Zinsrichtung zeigt aufwärts

Die Inflation im Euroraum steigt in diesem Jahr voraussichtlich auf 2,6% und überschreitet damit das Zwei-Prozent-Ziel der EZB deutlich. Auch die jüngste Leitzinserhöhung hat daran wenig geändert. Erst im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate wieder etwas niedriger ausfallen. Die Haushaltsdefizite verschiedener EWU-Länder haben in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Vor allem die Verschuldung Griechenlands wird die Märkte in den nächsten Monaten in Atem halten.

Deutsche Wirtschaft mit starkem Jahresbeginn

Die deutsche Konjunktur boomt weiter. Im ersten Quartal stieg die heimische Wirtschaftsleistung um 1,5% im Vergleich zum Vorquartal und lag damit sogar rund 5% höher als Anfang 2010. Die Verluste der Krisenjahre 2008 und 2009 konnten demnach deutlich schneller wieder aufgeholt werden als vielfach erwartet worden war. Deutschland bleibt also weiter konjunktureller Spitzenreiter unter den Ländern der Währungsunion.

Keine Entwarnung im Reich der Mitte

In China bleibt die Inflation hoch: Sie hat im April nur leicht auf 5,3 Prozent nachgegeben, weit weniger als saisonüblich. Der Preisanstieg bei den Agrarrohstoffen heizt die Nahrungsmittelinflation an – die Rate ist hier seit Monaten zweistellig und trägt mehr als die Hälfte zur hohen Gesamtinflation bei. Angesichts der aktuellen Preissituation an den Agrarmärkten ist vorerst auch kein sichtbarer Rückgang der Inflation in China zu erwarten, sondern allenfalls in der zweiten Jahreshälfte.

USA: Gegenläufige Signale vom Arbeitsmarkt – Wirtschaft lebt vor allem vom schwachen Dollar

Teile der US-Wirtschaft äußern derzeit einen Optimismus, der uns überzogen scheint. Zwar ist Optimismus nichts Schlimmes, aber im Hinblick auf die US-Konjunktur wäre etwas mehr Nüchternheit durchaus angebracht. Denn teures Öl macht der Wirtschaft zu schaffen, der Mittelstand leidet unter Absatzproblemen. Dennoch sind vor allem die großen Industriefirmen, die vom schwachen Dollar profitieren, derzeit geradezu überschwänglich. Der Stimmungsindex der Einkaufsmanager in diesem Sektor ging im April nur leicht von 61,2 auf 60,4 Punkte zurück, blieb also über der Marke von 60, die „Euphorie“ anzeigt.

Internationale Häusermärkte: Korrektur hält auch 2011 an

In Deutschland sind die Voraussetzungen für einen kräftigen Preiszuwachs Dank des starken Wirtschaftswachstums, hoher Beschäftigung und einem niedrigen Zinsniveau so günstig wie seit langen nicht mehr. Wir erwarten 2011 daher einen Preisanstieg für Wohnimmobilien von 3 bis 4 Prozent. Der Zuwachs fällt voraussichtlich nicht höher aus, weil starken regionalen Märkten auch eine recht hohe Anzahl schwacher Teilmärkte gegenüber steht.

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