Konjunktur

EWU-Konjunktur bleibt vorerst im Abwärtstrend

Die Aussichten für die Konjunktur im Euro-Raum haben sich im Juli weiter eingetrübt. Das geht aus unseren Berechnungen zum DZ BANK Euro-Indikator hervor, der zyklische Wendepunkte frühzeitig signalisieren kann. Die Indikator-Entwicklung der vergangenen Monate deutet darauf hin, dass sich die EWU-Wirtschaft derzeit in der Rezession befindet. Allerdings ist der Einbruch bislang bei weitem nicht so drastisch und so tief verlaufen wie in der schweren Krise 2008/2009. Eine Trendwende zum Positiven ist mit Blick auf die zweite Jahreshälfte aber auch noch nicht absehbar. Zuletzt haben sich vor allem die Stimmungsindikatoren bei den europäischen Unternehmen und Verbrauchern weiter eingetrübt. Besonders im Industriebereich hat das Geschäftsklima erheblich gelitten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe deuten nun bereits seit elf Monaten auf rückläufige Geschäfte hin. Die aktuelle Umfrage der EU-Kommission zeigt, dass sich die Produktionserwartungen der Industrieunternehmen seit Jahresanfang sukzessive verschlechtert haben. Die Verunsicherung über den weiteren Verlauf der Euro-Schuldenkrise lässt sich auch…

USA: Weitere Konjunkturabschwächung im 2. Quartal 2012

Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal weiter an Tempo verloren. Das BIP stieg nur noch um 1,5% (Q/Q, annualisiert), nach 2,0% im 1. Quartal. Die jüngste Wachstumsabschwächung beruht vor allem auf Einbußen bei der Konsumdynamik. Auch der Außenhandel wirkte im abgelaufenen Quartal bremsend. Die USA spüren die verhaltenere Nachfrage etwa aus China, aber auch die Turbulenzen rund um die Schuldenkrise in Euroland. Positiv stach vor allem der Wohnungsbau heraus, der sich nun mit erkennbar positiven Wachstumsbeiträgen auf niedrigem Niveau weiter zu stabilisieren scheint. Dass die Binnennachfrage wegen der schwächeren Konsumlust nicht mehr so robust ist wie noch am letzten Jahreswechsel kommt nicht überraschend. Immerhin war das zweite Quartal von einer recht schwachen Beschäftigungsdynamik geprägt, die auch das Konsumklima stark belastet hat: Von April bis Juni wurden pro Monat per Saldo nur noch 75 Tsd. neue Jobs geschaffen. Im Vorquartal sah das mit durchschnittlich 226 Tsd. neuen Stellen monatlich noch ganz…

Trendwende am US-Immobilienmarkt?

Der gerade veröffentlichte landesweite US-Hauspreisindex der „Federal Housing Finance Agency“ ist im Mai um 0,8 Prozent gestiegen. Damit weist der so genannte „Purchase-only-Index“ im vierten aufeinanderfolgenden Monat einen Preisanstieg auf und liegt damit fast vier Prozent über dem Vorjahreswert. Ist das nun die Trendwende nach einer gut fünf Jahre währenden Korrekturphase am US-Immobilienmarkt? Schließlich lag auch der Case-Shiller-Index, in dessen Berechnung zusätzlich das Subprime-Segment eingeht, in den vergangenen Monaten im Plus. Der Abwärtstrend bei den Preisen dürfte zumindest ausgelaufen sein. Denn das mit monatlich rund 200.000 Zwangsversteigerungen immer noch hohe Niveau abgewickelter Hypotheken kann den Markt offenbar nicht mehr nach unten drücken. Die dahinter stehende, anziehende Nachfrage, die in steigenden Verkaufszahlen für neue und bestehende Häuser, einem anziehenden „Pending-Home-Sales-Index“ und einem fallenden Bestand zum Verkauf stehender Objekte zum Ausdruck kommt, hat mehrere Ursachen. Das gefallene Preisniveau macht den Immobilienkauf in Kombination mit den ausgesprochenen niedrigen Zinsen attraktiv. So weisen die…

Stimmung im Sommerloch

In der deutschen Industrie hat sich das Geschäftsklima im Juli weiter verschlechtert. Gemäß vorläufiger Daten ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im laufenden Monat mit nur noch 43,3 Punkten sogar auf ein 3-Jahres-Tief gefallen. Im Juni stand der Index noch bei 45 Punkten, der neutrale Wert liegt indes bei 50. Damit hat sich die Stimmungseintrübung im Industriebereich in den vergangenen Wochen ungebremst fortgesetzt, die Messzahl für Deutschland liegt nun sogar unterhalb des Durchschnittswerts für das verarbeitende Gewerbe im Euro-Raum. Offenbar spüren immer mehr deutsche Industriebetriebe die negativen Auswirkungen der Krise in der Eurozone, der Optimismus, der noch in den ersten Monaten des Jahres vorherrschte, ist verflogen. Immerhin hält sich das Umfrageergebnis für den Dienstleistungssektor in Deutschland mit 49,7 Punkten noch im neutralen Bereich, und in der Bauwirtschaft laufen die Geschäfte weiterhin gut. Dennoch wächst das Risiko, dass die deutsche Konjunktur mehr und mehr unter der Krise in Südeuropa und…

Beschleunigter Preisrückgang am spanischen Immobilienmarkt

Die Lage in Spanien ist ernst – das unterstreichen nicht zuletzt die Sondersitzungen von Haushaltsausschuss und Bundestag zu den Finanzhilfen zur Rekapitalisierung spanischer Banken. Die Institute leiden stark unter dem anhaltenden Preisverfall am Immobilienmarkt. Dass von dieser Seite vorerst nicht mit einer Entspannung zu rechnen ist, machen die am Vormittag veröffentlichten Hauspreisdaten für das zweite Quartal deutlich. Mit einem erneuten kräftigen Preisrückgang gegenüber dem Vorquartal von 2,5 Prozent fällt die Jahresveränderungsrate mit minus 8,3 Prozent auf den bisher tiefsten Stand. Im Durchschnitt liegen die Hauspreise nun 23 Prozent unter dem Höchststand von Anfang 2008. Ein erheblicher Belastungsfaktor ist der übermäßige Neubau der vergangenen Jahre. So stehen 3,7 Millionen nach 2004 fertig gestellten Wohnungen lediglich 2,4 Millionen verkaufte Einheiten gegenüber, was bei den Banken zu hohen Abschreibungen auf Bauträgerfinanzierungen führt. Das Fertigstellungsniveau ist mit aktuell noch 120.000 Einheiten zwar auf einen Bruchteil zurückgegangen, aber durch die ebenfalls stark rückläufigen Verkaufszahlen bleibt…

Wie geht es dem keltischen Tiger?

Die irische Wirtschaft hat nach letzten Informationen des Statistikamtes im Jahr 2011 revidiert um 1,4 Prozent zugelegt. Die Zunahme ist damit doppelt so stark wie bisher vermeldet. Getragen wurde die Entwicklung vom Export, während die inländische Nachfrage – private wie staatliche Konsumnachfrage sowie die Investitionen – weiterhin rückläufig waren. Die positive Aussage passt in eine Reihe von Meldungen der letzten Zeit, die von der grünen Insel kamen. Angefangen von dem positiven Referendum zum Europäischen Stabilitätsmechanismus, über den Plan der Regierung, Anfang 2013 wieder an den Kapitalmarkt zurückzukehren bis hin zu dem Lob, das die Troika zuletzt für die Umsetzung des wirtschaftpolitischen Reformprozesses ausgesprochen hat. Irland als der keltische Tiger scheint damit mehr als nur seine Wunden zu lecken, die ihm die Rezession aus dem Jahr 2008/2009, die geplatzte heimische Häuserblase sowie die Bankenkrise zugefügt haben. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt des ersten Quartals 2012 sind jedoch zumindest auf den ersten Blick…

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