Konjunktur

Konjunkturdaten aus China überraschen positiv

Die chinesische Wirtschaft drosselt das Wachstumstempo weiter – allerdings nur leicht: Wie das chinesische Statistikamt heute Morgen berichtete, ist die Wirtschaftsleistung zum Jahresschluss 2011 um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das ist zwar so langsam wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Trotzdem stellt der jetzt gemeldete Wert eher eine positive Überraschung gegenüber den in den vergangenen Wochen doch deutlich nach unten revidierten Erwartungen des Marktes und auch gegenüber unseren eigenen Schätzungen dar.

Ausreichende Kreditversorgung in Deutschland und Europa?

Die Ergebnisse der Banken-Stresstests haben erneut die Frage einer Kreditklemme in Deutschland und Europa aufgeworfen. 31 Banken aus 12 europäischen Ländern sind nun aufgefordert, eine Eigenkapitallücke von 115 Mrd. Euro bis Ende Juni zu schließen. Viele große Kreditinstitute, die schon in der Finanzmarktkrise in Schieflage geraten waren und Staatshilfe benötigten, befinden sich immer noch in einem Konsolidierungsprozess, der oft mit einer zurückhaltenden Kreditvergabe verbunden ist. Die neuen Anforderungen der Europäischen Bankenaufsicht verschärfen die Situation zusätzlich. Im Hinblick auf die ohnehin fragile Konjunkturentwicklung in vielen Ländern Europas stellen mögliche Finanzierungsengpässe vor allem für Unternehmen ein zusätzliches Risiko dar.

Kräftige deutsche Konjunktur 2011

Für die deutsche Wirtschaft war 2011 ein gutes Jahr. Nach vorläufigen Angaben lag die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Gesamtjahr 2011 bei 3,0 Prozent. Damit hat sich die dynamische Konjunkturerholung nach der Krise 2008/2009 weiter fortgesetzt, und die gesamtwirtschaftliche Leistung hat ihr Vorkrisenniveau nun wieder überschritten.

USA: Rezessionsängste in den Hintergrund getreten

Gemessen an den Besorgnissen über eine drohende Rezession, die noch in den Sommermonaten die Diskussion beherrschten, hat sich die US-Konjunktur erstaunlich gut geschlagen. Das dritte Quartal steht trotz aller Stimmungsbelastungen, die etwa infolge der dramatischen Kontroverse um die Anhebung der staatlichen Schuldengrenze, immerhin mit einem Quartalszuwachs von rund 2,0 Prozent (annualisiert) zu Buche. Für das Jahresende und mit Blick auf das nächste Jahr sind ebenfalls positive Wachstumsraten zu erwarten.

Peking leitet konjunkturpolitische Wende ein

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China haben für Beunruhigung gesorgt – nicht nur an den internationalen Finanzmärkten, sondern auch in Peking selbst: Die Einkaufsmanagerindizes sind zuletzt deutlich unter die 50-Punkte-Marke gefallen, die Immobilienpreise beginnen zu sinken und die Auslandsaufträge sind Umfragen zufolge auf den niedrigsten Stand seit knapp drei Jahren zurückgegangen. Besorgniserregend finden wir das Niveau der aktuellen Indikatoren allerdings noch nicht: Seit geraumer Zeit prognostizieren wir eine deutliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft, wobei wir von einer Kehrtwende im Immobilien- und Bausektor ausgehen, wo sich die straffere Geldpolitik besonders bemerkbar machen dürfte.

USA: Kongresskommission ohne Einigung über Budgetsanierung

Die Kongress-Kommission, das so genannte „Super-Committee“, die bis zum 23. November konkrete Vorschläge zur mittelfristigen Defizitreduzierung erarbeiten sollte, hat sich nicht einigen können. Deshalb soll nun, so hat es das „Budget Control Act“ von Anfang August bestimmt, eine automatische Schuldenbremse in Kraft treten, die automatische Ausgabenkürzungen in Gesamthöhe von 1200 US-Dollar für den Zeitraum bis 2021 vorsieht.

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