Konjunktur

Deutsches Staatsdefizit sinkt beträchtlich

Trotz des schwachen Jahresausklangs hat die insgesamt gute Konjunktur im abgelaufenen Jahr dafür gesorgt, dass das Defizit bei den deutschen Staatsfinanzen erheblich kleiner ausfiel als noch im Jahr 2010. Die Defizitquote ist von 4,3% auf 1,0% im Jahr 2011 gesunken, damit erfüllt Deutschland erstmals seit 2008 wieder das Defizitkriterium des Maastricht-Vertrages. Im laufenden Jahr ist allerdings kaum mit einem weiteren Rückgang des Staatsdefizits zu rechnen, denn aufgrund der schwächeren Konjunktur werden die Steuereinnahmen nicht mehr so stark zulegen wie noch 2011.

Deutsche Unternehmen zeigen Zuversicht

Trotz Schuldenkrise und globaler Konjunkturschwäche hat sich die Stimmung bei den deutschen Unternehmen im Februar zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindexes um mehr als einen Prozentpunkt auf 109,6 Punkte fiel deutlich kräftiger aus als von den meisten Analysten erwartet. Die Unternehmen schätzen einerseits ihre aktuelle Geschäftslage wieder besser ein als im Vormonat, sind aber auch merklich zuversichtlicher, was ihre Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate angeht. Insgesamt hat der wichtigste Stimmungsindex der deutschen Wirtschaft damit das höchste Niveau seit Juli 2011 erreicht, wobei die deutsche Konjunktur derzeit vor allem von binnenwirtschaftlichen Auftriebskräften getragen wird.

Konjunktur in Deutschland im 4. Quartal 2011 im Rückwärtsgang

In Deutschland hat sich die Konjunkturentwicklung im Schlussquartal 2011 merklich abgeschwächt. Die Wirtschaftsleistung ist unter dem Einfluss der EWU-Schuldenkrise im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 0,2 Prozent gesunken. Zuletzt haben lediglich die Investitionen positiv zum Wachstum beigetragen, vor allem die Bauinvestitionen legten merklich zu. Der rückläufige Export hatte dagegen im Schlussquartal einen negativen Effekt auf die Wirtschaftsleistung (bei ebenfalls sinkenden Importen), und auch die Konsumausgaben waren leicht rückläufig.

Frankreich hat Potenzial, aber auch großen Reformbedarf

Die französische Handelsbilanz ist im vergangenen Jahr auf ein Rekord-Defizit von fast 70 Mrd. Euro geklettert, dies zeigen heute veröffentlichte Daten. Die schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft, die darin zum Ausdruck kommt, macht es der derzeitigen Regierung und der im Mai neu zu wählenden Regierung nicht leicht, das klare Bekenntnis zur Haushaltskonsolidierung in die Tat umzusetzen. Deshalb sind sichtbare Maßnahmen zur Bekämpfung der strukturellen Probleme erforderlich, um die Glaubwürdigkeit des Sparkurses zu unterstreichen. Angesichts eines Schuldenstands von fast 90 Prozent der Wirtschaftsleistung dürften die Finanzmärkte im Anschluss an die Präsidentschaftswahl deutliche Signale erwarten. Da Frankreich in der Eurozone mit Abstand die höchste Ausgabenquote des Staates ausweist, ist der stetige Aufwärtstrend der Staatsverschuldung keine überraschende Entwicklung. Auf der Ausgabenseite sollte durch eine Reform des Sozialversicherungswesens und eine Verwaltungsreform die Kostenbelastung deutlich gesenkt werden. Die Einnahmenseite des Staatshaushaltes würde sichtbar von einem stärkeren Wirtschaftswachstum profitieren – bei gleichzeitig strenger Ausgabendisziplin würde…

Gute Einkommensperspektiven für private Haushalte in Deutschland

Trotz teilweise schwierigen Umfelds ergeben sich 2012 und 2013 gute Einkommensperspektiven für die privaten Haushalte. Von der im internationalen Vergleich eher günstigen Konjunkturentwicklung profitieren alle wichtigen Komponenten: Bruttolöhne und -gehälter dürften angesichts hoher Tarifabschlüsse und wachsender Beschäftigung 2012 um 2,7% und 2013 um 3,3% wachsen. Der seit Jahresbeginn niedrigere Rentenbeitragssatz bringt den Arbeitnehmern zudem Entlastungen von jährlich rund 1,4 Mrd. Euro. Rentner profitieren von der positiven Lohnentwicklung. 2012 ist ein nominaler Rentenzuwachs um 2,1% und 2013 um 2,8 Prozent zu erwarten. Betriebsüberschüsse, Selbstständigen- und Vermögenseinkommen erholten sich 2010 und vor allem 2011 (+6,4%) von ihrem Einbruch 2009. Für 2012 und 2013 ist mit moderaten Zuwächsen von jeweils rund 3,5% zu rechnen. Insgesamt dürften die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2012 um 3% und 2013 um 3,5% wachsen.

USA: Guter konjunktureller Schwung im Endquartal 2011

Die US-Konjunktur hat im Endquartal 2011 guten Schwung gezeigt, das Bruttoinlandsprodukt stieg um 2,8 Prozent ggü. dem Vorquartal (annualisierte Rate) und damit nur leicht unter der Konsenserwartung. Die etwas höhere Konsensprognose von 3,0 Prozent beruhte vor allem auf der überraschend starken und kontinuierlichen Aufhellung der Konsumstimmung seit letztem Herbst und auf den schon früh erkennbaren starken Absatzzahlen in der Autoindustrie. Dass nun die unmittelbare Reaktion an den Finanzmärkten auf die ersten offiziellen BIP-Daten eher etwas ernüchtert ausfiel, hat wohl damit zu tun, dass es vor allem eine sehr hohe Anstiegsrate bei den Lagerinvestitionen war, die allein einen Wachstumsbeitrag von fast 2 Prozentpunkten erbracht hat. Dies ist allerdings nicht jene Art von Wirtschaftswachstum, die man sich erhofft , denn Lagerinvestitionen haftet immer auch das Risiko von abrupten Korrekturen in die andere Richtung an.  Nennenswert auch der starke Rückgang bei den Fiskalausgaben der Regierung in Washington, signalisiert  er doch auch die eher…

1 170 171 172 178