Konjunktur

DAX: Warten (=Hoffen) auf die Politik

Die zyklischen, konjunkturellen Kräfte sprechen tendenziell für eine Abschwächung der Wachstumsdynamik. Die Bewertung des deutschen Aktienmarkts ist noch günstig, daraus allein ergibt sich jedoch kaum Kurspotenzial, weil gleichzeitig die Gewinnschätzungen etwas zu ambitioniert erscheinen. Für einen überschaubaren Gewinnzuwachs in den kommenden Quartalen sollte es aber dennoch reichen, weil wir erwarten, dass die europäische Politik sich auf einen Wachstumspakt zur Eindämmung / Abfederung der Schuldenkrise verständigen wird und deutsche Unternehmen aufgrund der hohen europäischen Verflechtung hiervon profitieren werden.

Geldvermögensbildung privater Haushalte in schwierigem Umfeld

Das Umfeld für Sparen und Geldanlage ist weiterhin von Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Euro und der internationalen Staatsschuldenkrise geprägt. Während viele Länder mit Konjunkturproblemen kämpfen, ist für Deutschland 2012 und 2013 mit einem zwar abgeschwächten, aber befriedigendenn Wachstum zu rechnen. Das schlägt sich in einem Beschäftigungsanstieg und hohen Tarifabschlüssen nieder. Insgesamt dürfte sich der Einkommenszuwachs der privaten Haushalte in diesem und im nächsten Jahr weiter beschleunigen und den Konsum stimulieren.

Robuste Konjunktur steigert die Kreditnachfrage

Neben der wieder gestärkten wirtschaftlichen Entwicklung sorgen die Kreditmärkte für einen guten Ausblick in das weitere Jahr. Angetrieben von den Wohnungsbauinvestitionen wachsen die Kredite der privaten Haushalte so stark wie seit 2003 nicht mehr. Auch die Unternehmenskreditbestände sind im ersten Quartal im Vorjahres- und im Vorquartalsvergleich leicht gestiegen. Darüber hinaus rechnen die Banken mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Gleichzeitig beabsichtigen sie eine leichte Lockerung der Kreditvergaberichtlinien.

USA: Schwacher Arbeitsmarkt im Mai

Das US-Beschäftigungswachstum ist im Mai enttäuschend schwach ausgefallen: Per Saldo nur noch +69 Tsd. neue Stellen wurden geschaffen. Im Privatsektor waren es 82 Tsd., beim Staat wurden 13 Tsd. Stellen gestrichen. Erschwerend für die Arbeitsmarkterholung kommt hinzu, dass von den Job-Gewinnen der beiden Vormonate nun 49 Tsd. Stellen durch Abwärtsrevisionen wegfallen. Damit wurden seit März im Durchschnitt weniger als 100 Tsd. Jobs pro Monat geschaffen. Zum Vergleich: Von Dezember bis Februar gab es über 250 Tsd. neue Jobs pro Monat. Die Arbeitslosenquote ist im Mai erstmals seit Juni 2011 wieder gestiegen, von 8,1 auf 8,2 Prozent. Seit vier Monaten schwächt sich das Tempo des Stellenaufbaus also ab, es reicht inzwischen nicht mehr aus, um den US-Arbeitsmarkt in den nächsten zwei oder drei Jahren – geschweige denn vor den Präsidentschaftswahlen im November – aus den Schlagzeilen herauszubringen. Offenbar hat eine immer größere Zahl von kleinen und mittelgroßen Betrieben derzeit keine Neigung,…

Mehr Puffer für den Franken? Der Exportsektor schwächelt aber weiter

Zunächst einmal ein Kompliment an Euro-Franken: Trotz der sich zuspitzenden Situation um Griechenland und den Fortbestand der Eurozone ist in diesem Währungspaar keine Neigung zu einer Franken-Aufwertung zu erkennen. An Interessenten an Sicheren Häfen dürfte es kaum mangeln, aber die SNB lässt auch weiterhin nicht zu, dass dies den Euro unter die selbst auferlegte Schmerzgrenze der SNB bei 1,20 CHF drückt. Wir sehen gute bis sehr gute Chancen, dass ihr dies auch bei einer Eskalation der Schuldenkrise, etwa in Form eines Griechenland-Austritts, weiterhin glücken kann. Von der noch zum Jahreswechsel plausiblen Anhebung der 1,20er Marke auf 1,25 CHF oder höher sollte aber vorerst keine Rede mehr sein. Eine Intensivierung der SNB-Interventionstätigkeit  ist dennoch plausibel, um mehr „Knautschzone“ in das Währungspaar zu bringen. Dadurch, dass Euro-Franken zuletzt nur noch hauchdünn von der 1,20er Marke entfernt war, war die Gefahr eines versehentlichen Unterschreitens in dünnem Handel sehr groß. Dem könnte die SNB…

Deutsche Unternehmen spüren die Belastungen

Die Schuldenkrise und die zunehmende Unsicherheit über die weitere Entwicklung schlagen auch bei den deutschen Unternehmen zunehmend auf die Stimmung. Die heute veröffentlichten neuen Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex sowie die Umfragen unter den Einkaufsmanagern in Deutschland zeigen, dass die aktuelle Geschäftslage nicht mehr ganz so positiv eingeschätzt wird wie noch vor einigen Monaten und dass auch die Erwartungen für die kommenden Monate wieder etwas ungünstiger ausfallen als zuletzt. Gleichwohl zeigen vor allem die Ergebnisse der ifo-Umfrage, dass das Geschäftsklima in Deutschland immer noch überwiegend positiv ist; die Umfrageergebnisse bewegen sich weiterhin deutlich oberhalb ihres langfristigen Durchschnittswertes. Angesichts der Belastungen, die vor allem für die Exportindustrie mit der Schuldenkrise und der Rezession in Südeuropa verbunden sind, kommt die Stimmungseintrübung nicht wirklich überraschend. Gleichzeitig können sich die Unternehmen aber auch auf eine stabile Binnennachfrage in Deutschland stützen. Das macht auch die Umfrage unter den Einkaufsmanagern deutlich, die im Dienstleistungsbereich, der wesentlich stärker auf…

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