Konjunktur

Deutsche Konjunktur im Frühjahr solide, Ausblick aber schwächer

Die deutsche Wirtschaft bleibt nach dem kräftigen Jahresauftakt auch im zweiten Quartal auf Wachstumskurs. Allerdings hat sich die Konjunktur im Frühjahr doch merklich verlangsamt. Die heute für das zweite Vierteljahr gemeldete Wachstumsrate von 0,3% im Vergleich zum Vorquartal liegt etwas niedriger als in Q1 (+0,5%). Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben vor allem die Kauffreude der Verbraucher und der immer noch gute Außenhandel zum insgesamt positiven Ergebnis im Frühjahr beigetragen. Trotz der Krise in einigen europäischen Ländern haben die deutschen Unternehmen auch im abgelaufenen Quartal ihre Exporte steigern können. Die Industrieproduktion hat allerdings im Frühjahr im Vergleich zum kräftigen Jahresbeginn leicht nachgegeben. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte gehen wir von einer zwar weiterhin aufwärts gerichteten, aber doch gebremsten Wirtschaftsdynamik in Deutschland aus. Das schwächere internationale Umfeld macht sich auch hierzulande bemerkbar. In den vergangenen Monaten haben sich vor allem die Frühindikatoren merklich abgeschwächt. Die Auswirkungen der Euro-Krise schlagen sich…

China: Enttäuschende Konjunkturdaten zum Auftakt des dritten Quartals

In China lassen die Zeichen einer konjunkturellen Kehrtwende weiter auf sich warten: Der Datenkranz wichtiger Wirtschaftsindikatoren für den Monat Juli hat größtenteils enttäuscht. Vor allem im Industriesektor, der knapp die Hälfte zur chinesischen Wirtschaftsleistung beiträgt, blieb die Entwicklung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dort verlangsamte sich das Expansionstempo weiter und verharrte mit 9,2 Prozent zum vierten Mal in Folge im einstelligen Bereich. Ein Wachstum der Industrieproduktion über 10 Prozent ist unserer Schätzung nach aber notwendig, damit die Zuwachsrate der gesamten Wirtschaftsleistung wieder über die 8 Prozent-Grenze steigt. Zieht die Industriekonjunktur in den nächsten Wochen nicht wieder an, wird dieses Ziel in diesem Jahr nur noch schwer zu erreichen sein. Doch es gibt auch Zeichen, die zuversichtlich stimmen: So deutet die Stimmungsaufhellung im verarbeitenden Gewerbe durchaus auf eine Belebung hin. Auch ist es überraschend, dass sich die im Frühjahr angestoßenen staatlichen Infrastrukturinvestitionen nicht schon stärker im industriellen Output bemerkbar machen. Dies…

Deutsche Konjunktur im Sommer schwächer

In den aktuellen Wirtschaftsdaten zeigen sich die Belastungen durch die Krise im Euro-Raum immer deutlicher. Nach den empfindlichen Rückgängen bei den Stimmungsindikatoren liefern nun auch schwächere, „harte“ Daten Anhaltspunkte für eine gedrosselte Konjunkturdynamik. So sind die Auftragseingänge der Industrieunternehmen im Juni deutlich zurückgefallen, auch die Produktion wurde im Vergleich zum Mai etwas nach unten gefahren. Die schwächere Nachfrage aus den Krisenländern schlägt sich auch bei den deutschen Exporten nieder, die aber andererseits noch von lebhaften Geschäften in den Märkten außerhalb der EU profitieren. Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist von der Krise besonders betroffen, im zweiten Quartal 2012 gingen insgesamt rund fünf Prozent weniger Bestellungen ein als im Vorjahr. Aus den Ländern des Euro-Raums kamen zwischen April und Juni fast 13 Prozent weniger Orders, während die Kunden aus Nicht-EWU-Ländern ihre Aufträge um knapp zwei Prozent erhöhten. Im Investitionsgüterbereich ist die Nachfrage aus den EWU-Ländern sogar um mehr als 20 Prozent…

Italien steckt in einer schweren Rezession, weiterer Reformbedarf

Die Leistung der italienischen Wirtschaft ist auch im zweiten Quartal deutlich geschrumpft, das haben die heute veröffentlichten Zahlen gezeigt. Nach einer ersten Schätzung des italienischen Statistikamts war im Frühjahr die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent niedriger als im Vorquartal. Italien befindet sich in einer schweren Rezession, die Wirtschaft im drittgrößten Euroland schrumpft bereits seit rund einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen ist inzwischen auf 2,6 Millionen angestiegen – das bedeutet in den vergangenen zwölf Monaten einen Zuwachs von 600.000 Personen. Das von der EU-Kommission erhobene Verbraucherklima ist entsprechend in den letzten Monaten abgestürzt und erreichte im Juni ein neues Rekordtief. Aber nicht nur der private Konsum leidet unter dem Konsolidierungskurs der italienischen Regierung, der hauptsächlich über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen vorangetrieben wird, auch die privaten Investitionen in Ausrüstungen und Bauten haben eine deutliche Talfahrt hinter sich und dürften diese noch weiter fortsetzen. Neben einer insgesamt schwachen Nachfrage und Auftragslage spielt hier wohl…

Endlich mal wieder eine gute Nachricht vom US-Arbeitsmarkt!

Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli positiv überrascht – per Saldo sind 163 Tsd. neue Stellen geschaffen worden. Das waren deutlich mehr als nach den schwachen Zahlen der Vormonate zu erwarten war. Allein die Industrie hat 25 Tsd. neue Jobs geschaffen. Beim Staat gingen aber wie schon in den Vormonaten Stellen verloren, ebenso konnte der Bausektor nicht zum Beschäftigungsaufbau beitragen. Der größte positive Schub kam aus den Servicebereichen. Die Tatsache, dass trotz der gemeldeten Beschäftigungszuwächse die Arbeitslosenquote nicht zurückgegangen ist, sondern im Gegenteil noch leicht von 8,2 auf 8,3 Prozent gestiegen ist, macht aber deutlich, dass der schwache Trend am Arbeitsmarkt, der sich im zweiten Quartal durchgesetzt hatte, noch nicht gebrochen ist. Vor allem in der Industrie müsste sich erst ein wirklich nachhaltig positives Investitionsklima durchsetzen, bevor man hier eine dauerhaft positive Beschäftigungsdynamik erwarten kann. Der Blick auf den jüngsten ISM-Index aus der Industrie, der im Juli mit 49,8 Punkten zum…

EWU-Konjunktur bleibt vorerst im Abwärtstrend

Die Aussichten für die Konjunktur im Euro-Raum haben sich im Juli weiter eingetrübt. Das geht aus unseren Berechnungen zum DZ BANK Euro-Indikator hervor, der zyklische Wendepunkte frühzeitig signalisieren kann. Die Indikator-Entwicklung der vergangenen Monate deutet darauf hin, dass sich die EWU-Wirtschaft derzeit in der Rezession befindet. Allerdings ist der Einbruch bislang bei weitem nicht so drastisch und so tief verlaufen wie in der schweren Krise 2008/2009. Eine Trendwende zum Positiven ist mit Blick auf die zweite Jahreshälfte aber auch noch nicht absehbar. Zuletzt haben sich vor allem die Stimmungsindikatoren bei den europäischen Unternehmen und Verbrauchern weiter eingetrübt. Besonders im Industriebereich hat das Geschäftsklima erheblich gelitten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe deuten nun bereits seit elf Monaten auf rückläufige Geschäfte hin. Die aktuelle Umfrage der EU-Kommission zeigt, dass sich die Produktionserwartungen der Industrieunternehmen seit Jahresanfang sukzessive verschlechtert haben. Die Verunsicherung über den weiteren Verlauf der Euro-Schuldenkrise lässt sich auch…

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