Konjunktur

Bankaktien – Günstig bewertet, aber aus gutem Grund

Der europäische Bankensektor notiert nach dem Kursrückgang mit einem Kurs-Buchwertverhältnis (KBV) von 0,8. Gemessen am historischen Durchschnitt seit 1994 (1,7) ist der Bankensektor damit um rund 50% unterbewertet. Da der Aktienmarkt insgesamt ebenfalls deutlich unterhalb seines historischen Bewertungsdurchschnitts notiert, verzerrt diese Betrachtung das Bild. Relativ zum Gesamtmarkt beträgt die Unterbewertung des Bankensektors derzeit auf KBV-Basis 35%, auf Basis KGV sind es 11%.

Deutsche Konjunktur: Besser wird’s nicht

Die deutsche Konjunktur boomt, nie seit der Wiedervereinigung lag das Wachstum so hoch wie zu Jahresbeginn 2011. Zu dem beeindruckenden Plus von mehr als 5% haben sowohl die starken Exporte, aber auch die anziehenden Investitionen in Maschinen und Bauten beigetragen. Sogar der private Konsum, der in den letzten Jahren stets nur schleppend vorankam, lag zu Jahresanfang knapp 2% höher als vor Jahresfrist.

Die Zinsrichtung zeigt aufwärts

Die Inflation im Euroraum steigt in diesem Jahr voraussichtlich auf 2,6% und überschreitet damit das Zwei-Prozent-Ziel der EZB deutlich. Auch die jüngste Leitzinserhöhung hat daran wenig geändert. Erst im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate wieder etwas niedriger ausfallen. Die Haushaltsdefizite verschiedener EWU-Länder haben in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Vor allem die Verschuldung Griechenlands wird die Märkte in den nächsten Monaten in Atem halten.

Deutsche Wirtschaft mit starkem Jahresbeginn

Die deutsche Konjunktur boomt weiter. Im ersten Quartal stieg die heimische Wirtschaftsleistung um 1,5% im Vergleich zum Vorquartal und lag damit sogar rund 5% höher als Anfang 2010. Die Verluste der Krisenjahre 2008 und 2009 konnten demnach deutlich schneller wieder aufgeholt werden als vielfach erwartet worden war. Deutschland bleibt also weiter konjunktureller Spitzenreiter unter den Ländern der Währungsunion.

Keine Entwarnung im Reich der Mitte

In China bleibt die Inflation hoch: Sie hat im April nur leicht auf 5,3 Prozent nachgegeben, weit weniger als saisonüblich. Der Preisanstieg bei den Agrarrohstoffen heizt die Nahrungsmittelinflation an – die Rate ist hier seit Monaten zweistellig und trägt mehr als die Hälfte zur hohen Gesamtinflation bei. Angesichts der aktuellen Preissituation an den Agrarmärkten ist vorerst auch kein sichtbarer Rückgang der Inflation in China zu erwarten, sondern allenfalls in der zweiten Jahreshälfte.

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