Konjunktur

Deutschland 2012 wohl ohne Neuverschuldung

Obwohl die deutsche Wirtschaft sich seit der Jahresmitte merklich abschwächt wird der deutsche Staatshaushalt im Jahr 2012 wohl erstmals seit 2007 ohne neue Kredite auskommen. Das meldet das Bundesfinanzministerium in einer aktuellen Vorlage. Als überraschende Erfolgsnachricht kann der ausgeglichene Gesamthaushalt allerdings kaum gewertet werden. Zum einen war bereits seit einiger Zeit klar, dass die kräftigen Zuwächse bei den Steuereinnahmen im laufenden Jahr zu einem maßgeblichen Rückgang beim Staatsdefizit führen würden. Und zum anderen ist angesichts der konjunkturellen Abkühlung absehbar, dass sich die positive Einnahmeentwicklung nicht einfach ins kommende Jahr fortschreiben lässt. Zwischen Januar und Oktober sind die Einnahmen des deutschen Fiskus insgesamt um mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Da die staatlichen Ausgaben im laufenden Jahr wohl „nur“ um etwas mehr als ein Prozent ansteigen, verschwindet das Defizit des Staates, das im Jahr 2011 noch bei knapp 20 Mrd. Euro gelegen hat. Allerdings zeigen die aktuellen Daten…

Die neuen Zugeständnisse an Griechenland

Die gute Nachricht des Tages ist, dass ein Staatsbankrott Griechenlands nach den nächtlichen Verhandlungen der Euro-Finanzminister abgewendet wurde. Demnach soll Griechenland bis zum Jahresende 34,4 Mrd. erhalten. Davon dienen 10,6 Mrd. Euro zur Finanzierung des Staatshaushaltes und 23,8 Mrd. Euro zur Rekapitalisierung der griechischen Banken. Bis Ende März 2012 sollen dann weitere 9,3 Mrd. Euro an Griechenland fließen, aber in Abhängigkeit weiterer Reformfortschritte, wie der Umsetzung einer mit der Troika ausgehandelten Steuerreform. In der Summe macht das rund 44 Mrd. Euro. Die Schuldenstandsquote des griechischen Staates soll von knapp 190 Prozent im Jahr 2013 bis zum Jahr 2020 auf rund 124,5 Prozent in Relation zum BIP abgesenkt werden, bis zum Jahr 2023 auf „nachhaltig unter 110 Prozent“. Zur Erreichung dieses Ziel wurde in der Nacht ein Sammelsurium von Maßnahmen getroffen, deren genaue Details noch offen sind. Sie reichen von einem vom EFSF unterstützten, kreditfinanzierten Schuldenrückkaufprogramm, über eine Absenkung Zinsen der…

Industriestaaten schwenken fiskalpolitisch auf Restriktion um

Seit Ausbruch der Krise 2007 sind weltweit massive Interventionen der Notenbanken und Staaten zu beobachten. Die Finanzminister der westlichen Industriestaaten setzten anfangs auf gigantische Konjunkturpakete – mit der Folge hoher staatlicher Defizite und einer stark angewachsenen Verschuldung der Staaten. Nicht erst seit dem endgültigen Ausbruch der Euro-Fiskalkrise im zweiten Quartal 2010 erwecken die Finanzmärkte bei manchem den Eindruck, als ob sie bestimmten Ländern eine quasi-militärische Belagerung aufzwingen wollten. Marktrenditen werden gefordert, die vor dem Hintergrund eines gegebenen Wachstums und einer zu beobachtenden Preisniveauentwicklung, beispielsweise in Spanien oder Italien, auf lange Sicht unbezahlbar scheinen. Zudem laufen staatliche Finanzagenturen von Zeit zu Zeit Gefahr, bei Primärmarktauktionen auf gehörigen Beständen an Staatsanleihen sitzen zu bleiben. Große Anstrengungen, die Finanzlage des staatlichen Sektors wieder ins Lot zu bringen, ist derzeit wesentliches Kennzeichnen der Eurostaaten. Namentlich Griechenland, Portugal und Irland haben sich zu teilweise drastischen Maßnahmen verpflichtet, um ausufernden Fehlbeträgen der öffentlichen Hand Herr zu…

Deutsche Konjunktur unter Druck

Die Wirtschaft in Deutschland durchlebt momentan die kritischste Phase seit dem Ende der globalen Finanzkrise im Jahr 2009. Die Belastungen, die von der Euro-Schuldenkrise ausgehen, werden im Winterhalbjahr 2012/2013 das Wirtschaftswachstum in Deutschland wohl gänzlich zum Erliegen bringen. Der positive Schwung vom Außenhandel, der im laufenden Jahr die Konjunktur noch maßgeblich beeinflusst hat, wird sich in den kommenden Quartalen sogar zu einem Bremseffekt umkehren. Und die Verunsicherung bei den Unternehmen, die sich auch in den negativen Stimmungsindikatoren ausdrückt, lässt diese bei ihren Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen bis auf Weiteres sehr zurückhaltend sein.

Rezession im Euro-Raum dauert an – Einkaufsmanager pessimistisch

Die Wirtschaft im Euro-Raum verbleibt weiterhin in der Rezession. Die Umfragen unter den EWU-Einkaufsmanagern geben im Moment keinen Hinweis auf eine baldige konjunkturelle Verbesserung. Im November ist das Stimmungsbarometer für den Durchschnitt des Euro-Raums gegenüber dem Vormonat zwar um 0,1 Punkte auf 45,8 Punkte gestiegen, dennoch befindet sich dieser wichtige Indikator seit nunmehr fünfzehn Monaten – mit der Ausnahme des Januars 2012 – unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin leicht besserte und sich mit 46,2 Indexpunkten auf einem 8-Monatshoch befindet, war bei den Dienstleistungsunternehmen das Geschäftsklima mit 45,7 Indexpunkten im November so schlecht wie seit 40 Monaten nicht mehr. Nach offiziellen Angaben sank das BIP im Euro-Raum im dritten Quartal um 0,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2012. Mit der Veröffentlichung der heutigen Umfragedaten zeigt sich, dass sich die Talfahrt der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum weiter fortsetzen dürfte.

Schwaches Wachstum in Deutschland, Euro-Raum in der Rezession

Die Konjunktur in Deutschland hat sich im Sommer weiter abgeschwächt. Die deutsche Wirtschaft bleibt zwar – anders als in den meisten europäischen Nachbarländern – auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs. Nach vorläufiger Berechnung wurde aber lediglich eine Wachstumsrate von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gemeldet (Q2: +0,3 Prozent). Dabei haben – wie schon im Frühjahr – vor allem die Kauffreude der Verbraucher und der immer noch gute Außenhandel zum per saldo leicht positiven Ergebnis im abgelaufenen Vierteljahr beigetragen. Die Exporte der deutschen Unternehmen stiegen auch im abgelaufenen Quartal stärker als die Importe. Mit Blick auf das Winterhalbjahr gehen wir jedoch von einer noch schwächeren Wirtschaftsdynamik in Deutschland aus.

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