Konjunktur

Frankreichs Wirtschaftspolitik am Scheideweg

Die französische Wirtschaft braucht dringend Reformen. Die Arbeitslosigkeit steigt, der Außenhandel ist zunehmend defizitär und die Unternehmen fordern Kostenentlastungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Sechs Monate nach der Präsidentenwahl steht die französische Regierung vor schweren Entscheidungen: Einerseits muss Hollande die Bevölkerung und vor allem seine Wähler überzeugen, dass es ohne strukturelle Reformen und eine Senkung der Staatsausgaben nicht weitergehen kann, da sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit – auch in Anbetracht der Reformen in zahlreichen anderen Ländern – sonst noch weiter verschlechtern dürfte. Dies ist kein leichtes Unterfangen, da die Franzosen bezüglich der Streikfreudigkeit sogar vor den Italienern rangieren und Hollande ja gerade wegen seines Wahlversprechens, dass es mit ihm keine finanziellen Belastungen geben werde, gewählt wurde. Andererseits müssen auch die Finanzmärkte vom Geschäftsmodell der französischen Wirtschaft überzeugt werden. Bereits im Herbst 2011 musste die bürgerliche Vorgängerregierung erfahren, wie schnell die Renditeforderungen an den Finanzmärkten in die Höhe schnellen können und sich damit…

Konjunktur in Deutschland vor schwachem Winterhalbjahr

Die in den letzten Tagen veröffentlichten Wirtschaftsdaten sprechen eine deutliche Sprache: Die deutsche Konjunktur wird zunehmend belastet durch die Krise in den anderen europäischen Ländern, vor allem die Industrie leidet unter der wegbrechenden Nachfrage. Zwar laufen die Geschäfte mit den außereuropäischen Kunden weiterhin sehr gut, doch kann das die Ausfälle im EWU-internen Handel nicht ganz kompensieren.

Deutscher Mittelstand zeigt sich noch robust

Die Ergebnisse der DZ BANK Mittelstandsumfrage vom Herbst 2012 zeigen, dass der deutsche Mittelstand von der Euro-Schuldenkrise insgesamt weniger betroffen ist als die Großunternehmen. Die Gründe hierfür sind insbesondere in der geringeren Auslandsorientierung der mittelständischen Unternehmen sowie in der höheren Abhängigkeit vom Konsum der privaten Haushalte zu finden.

Obama gewinnt die US-Präsidentschaftswahl

Bei den US-Präsidentschaftswahlen hat sich Barack Obama deutlicher als vielfach erwartet gegen seinen republikanischen Herausforderer Romney behaupten können. Schon wartet die nächste große Aufgabe auf den US Präsidenten, die Abwehr des „fiskalischen Kliffs“. Am plausibelsten erscheint uns, dass am Jahresende – noch mit dem alten Kongress – eine temporäre Verlängerung der aktuellen, sehr niedrigen Steuersätze aus der Bush-Ära vereinbart sowie die automatischen Ausgabenkürzungen vorerst ausgesetzt werden. Damit wäre das „fiscal cliff“ fürs Erste umgangen. Mit dem neuen Kongress könnte dann im nächsten Halbjahr eine umfassendere Lösung ausgehandelt werden, die zeitlich gestaffelt einsetzt und kurzfristig die Konjunktur nicht abwürgt. In diesem Zusammenhang wäre auch eine Steuerreform möglich, die den Mittelstand entlastet und das Steuersystem vereinfacht. Jede Lösung hier muss aber die mittelfristige Budgetkonsolidierung fest im Blick behalten. Auf die Steueranhebung für die Besserverdienenden dürfte Obama nur dann verzichten, wenn im Gegenzug dazu zumindest ein Teil ihrer bisherigen Abschreibungsmöglichkeiten und „Loopholes“ abgeschafft…

Die Bilanz der Amtszeit Obama: Durchwachsen

Am 6. November wird in den USA der neue Präsident gewählt. Ob Barack Obama eine zweite Amtszeit erhält, ist völlig offen, so eng wie diesmal war selten ein Rennen ums Weiße Haus. Blicken wir knapp vier Jahre zurück: Der Januar 2009, also der Monat in dem Obama sein Amt antrat, wäre eigentlich für jeden neuen US-Präsidenten ein denkbar schlechter Zeitpunkt für die Übernahme der Amtsgeschäfte gewesen. Denn die Abschwungsdynamik der letzten Rezession war gerade kurz vor ihrem Höhepunkt und die Arbeitslosigkeit stieg ungebremst in schwindelnde Höhen. Obamas damalige Losung „Yes, we can!“ – bezog sie sich auch auf seine Fähigkeit, mit der ungewöhnlich schwierigen Wirtschaftslage fertig zu werden und das Land schnell und sicher wieder in einen Aufschwung zu führen? Nach vier Jahren kann man seine wirtschaftspolitische Bilanz bestenfalls als „durchwachsen“ bezeichnen.

Wirbelsturm Sandy: Ein Dämpfer für das aktuelle US-Wachstum?

Nachdem der Wirbelsturm Sandy die US-Ostküste getroffen und gewaltige Schäden angerichtet hat, taucht unweigerlich die Frage auf: Welche wirtschaftlichen Folgen wird er haben? Und: Wird er einen dämpfenden Effekt auf das US-BIP-Wachstum ausüben? Einen Tag nach dem Ereignis, das bislang mindestens 43 Todesopfer gefordert hat, ist hierzu bestenfalls eine ganz vorläufige Betrachtung möglich.

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