Konjunktur

Türkei: Weg der wirtschaftlichen Erholung von Risiken gezeichnet

Die gute Nachricht vorweg: Die türkische Wirtschaft befindet sich nach der Wirtschaftskrise vom vergangenen Jahr auf dem Weg der Erholung. Umfragebasierte Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sie ihr Tief mittlerweile verlassen hat. Das im Vergleich zum Herbst letzten Jahres niedrige Inflationsniveau und die Zinssenkungen haben den Unternehmen und Verbrauchern offensichtlich etwas Vertrauen zurückgegeben. Positiv hat sich das auch in den Wachstumszahlen niedergeschlagen. Seit Jahresbeginn konnte die Wirtschaftsleistung der Türkei überraschend schnell wieder zulegen. Allerdings – und das ist die schlechte Nachricht – hat sich das Wachstumstempo nun wieder spürbar verlangsamt. Im dritten Quartal nahm das Bruttoinlandsprodukt der Türkei nur noch um 0,4% gegenüber dem Vorquartal zu. Zwischen April und Juni war die Rate mit 1,0% noch deutlich kräftiger ausgefallen. Die türkische Wirtschaft befindet sich somit auf keinem sehr steilen, sondern sehr holprigen Erholungspfad. Im vierten Quartal könnte sich das Wirtschaftswachstum weiter abschwächen – wir halten sogar eine negative Rate nicht…

Inflationsrate im Euroraum verlässt Dreijahrestief

Im November hat sich die Inflationsrate wieder etwas erhöht. Gemäß der Schnellschätzung lag im abgelaufenen Monat die Steigerungsrate der Verbraucherpreise im Euroraum bei 1,0%, nach 0,7% im Vormonat. Dieser Anstieg der Inflation ist auf eine stärkere Dynamik bei den Preisen von unverarbeiteten Lebensmitteln und Dienstleistungen zurückzuführen. Die Preisentwicklung der sonstigen Güter blieb moderat. Dagegen sanken die Energiepreise erneut in einem ähnlichen Umfang wie schon im Vormonat. Dies ist vor allem auf die im Jahresvergleich niedrigere Notierung von Rohöl zurückzuführen, was sich an den Tankstellen bemerkbar machte. In allen großen Mitgliedsländern hat sich die Teuerungsrate zuletzt etwas beschleunigt. In Deutschland und Frankreich stieg die Jahresrate jeweils von 0,9% auf 1,2% an. In Spanien stieg die Rate von 0,2% auf 0,5% und in Italien von 0,2% auf 0,4%. Insgesamt bleibt die Inflationsentwicklung im Euroraum trotz des jüngsten Anstiegs aber weiterhin verhalten. Im Falle der stärkeren Preisdynamik bei Lebensmitteln und Dienstleistungen dürfte es…

Chemiesektor weiterhin im Abwärtstrend

Die Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft ist in den letzten Monaten zum Problem geworden. Auch die hiesige Chemiebranche kann sich angesichts ihrer hohen Auslandsabhängigkeit nicht entziehen. Nachdem die Auftragseingänge bereits 2018 um mehr als 1% nachgegeben hatten, kam es in den ersten neun Monaten dieses Jahres zu einem nochmals wesentlich stärkeren Rückgang. In Anbetracht dieser Entwicklung verwundert es nicht, dass auch die Produktion der Branche deutlich zurückgefahren werden musste: Sie gab im Zeitraum von Januar bis September gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 3,2% nach. Auch die Kapazitätsauslastung der deutschen Chemieunternehmen sank bereits im letzten Jahr tendenziell leicht. Deutlich stärker fiel der Rückgang jedoch in diesem Jahr aus. So liegt die derzeitige Auslastung bei nur noch gut 80%; ein noch geringerer Wert wurde im ersten Quartal 2010 gemessen. Etwas positiver zeigten sich die Auftragsbestände, die 2019 im Durchschnitt immerhin auf dem Niveau des Vorjahres lagen. Angesichts der schwachen Nachfrage muss die Chemiebranche…

Indien verpasst eine Chance

Indien hat mitgeteilt, sich nicht länger an den Vorarbeiten zur Gründung der asiatischen Freihandelszone (RCEP) zu beteiligen und der Handelszone auch später nicht beitreten zu wollen. Aber auch ohne Indien wird die RCEP mit jeweils fast einem Drittel der globalen Wirtschaft sowie der Weltbevölkerung die größte Freihandelszone der Welt sein. Aktuell ist die indische Leistungsbilanz zwar insgesamt relativ stabil und das leichte Minus von rund 2% des Bruttoinlandsproduktes gibt nur wenig Grund zur Sorge. Betrachtet man jedoch nur den Güterhandel, also die klassische Handelsbilanz, so existiert hier derzeit ein enormes indisches Handelsdefizit gegenüber China, das sich in den letzten zehn Jahren auf rund 58 Mrd. US-Dollar fast vervierfacht hat – bei einem totalen bilateralen Handel von rund 95 Mrd. US-Dollar. Die Sorge, dass billige Importgüter die heimische Industrie weiter unter Druck setzen, ist wohl berechtigt. Zudem gibt es in Indien unzählige Unternehmen, die noch keine Erfahrung im Export haben und…

ifo-Umfrage: Endlich wieder Hoffnung

Die Unternehmen in Deutschland schöpfen wieder Hoffnung. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe leiden die Firmen schon seit mehr als einem Jahr unter den internationalen Belastungen. Und bei den wichtigsten Themen – Handelsstreit USA-China und Risiko eines „No-Deal-Brexit“ – gibt es nun endlich Fortschritte zu vermelden. Zwar ist noch keine Einigung in trockenen Tüchern, doch hat das Risiko eines Scheiterns der Verhandlungen bei beiden Themen deutlich abgenommen. Das sind gute Nachrichten für die deutsche Konjunktur. Die Industrie kann sich damit immerhin auf niedrigem Niveau stabilisieren, im Dienstleistungssektor läuft es angesichts der steigenden Einkommen ohnehin noch recht rund. Der Handel erwartet ein gutes Weihnachtsgeschäft. Und die Bauwirtschaft bleibt weiterhin ein wichtiger Stützungspfeiler der heimischen Konjunktur. Die Rezession in Deutschland ist abgewendet, auch im vierten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft zumindest ein leicht positives Wachstum aufweisen. Eine kräftige Erholung ist allerdings noch nicht in Sicht. Notwendig dafür wäre eine durchgreifende Belebung der Weltwirtschaft,…

Industrie lastet weiterhin auf der Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum

Eine Aufbruchstimmung lässt sich aus den Daten der November-Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern bestimmt nicht ablesen. Der umfassende Composite Index gab 0,3 Zähler nach und sank auf 50,3 Indexpunkte. Dabei fiel die Messzahl für die Dienstleister Der Index für die Industrie konnte zwar zulegen, er blieb aber mit 46,6 Punkten weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 50 Zählern. Die Industrie leidet noch immer unter der rückläufigen Nachfrage, vor allem aus dem Ausland. Der noch immer wachsende Dienstleistungsbereich droht aber immer mehr von der anhaltenden Krise in der Industrie in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Hier legten die Beschäftigungsabsichten kaum noch zu. Der deutsche Composite-Index blieb trotz Verbesserung um 0,3 Zähler mit 49,2 Punkten weiterhin unterhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Die Stimmung der Dienstleister gab leicht nach und fiel so niedrig aus wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Die Messzahl für die Industrie konnte…

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