Konjunktur

Nicht nur die kurzfristigen Folgen betrachten

Die Folgen der Corona-Krise sind zwar noch nicht in den realwirtschaftlichen Daten sichtbar, aber die ersten Wachstumsprognosen werden bereits diskutiert. Das geht dabei von eher effekthaschenden Sprüchen wie „die Mutter aller Rezessionen“ bis zu sehr breiten Zielbändern. Die Auswirkung des aktuellen „shut down“ in Europa lassen sich nur schwer greifen. Wir haben versucht die Effekte zu berechnen. Dabei haben wir jedoch nicht die Nachfrageseite analysiert, sondern die Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts. Wenn man die aktuellen Ankündigungen zusammennimmt, kann man mit einem Rückgang des BIP von rund 2% pro Monat rechnen. Wenn der aktuelle Zustand also 1 Jahr anhält, würde das deutsche BIP um etwa 25% fallen. Diese Zahl alleine zeigt, dass dies selbst die deutsche Volkswirtschaft nicht verkraften würde. Hier muss es eine andere Lösung geben. Ich gehe weiterhin davon aus, dass das wirtschaftliche Leben etwa im Mai langsam wieder in den Normalzustand übergeht. Unter dieser Annahme kann man für dieses…

Auf die Staaten kommt es nun an

Die Dynamik der Pandemie bleibt hoch. Dies war jedoch auch noch nicht anders zu erwarten. Wenn man die übliche Inkubationszeit berücksichtigt, dann kann man eigentlich frühestens Ende nächster Woche mit einer Abflachung der Ansteckungsrate rechnen. Dabei ist die Höhe der Dunkelziffer nur schwer einzuschätzen. Die faktische Zahl der Infizierten dürfte vermutlich um ein vielfaches höher sein als die offiziellen Angaben. Dies ist eigentlich keine schlechte Nachricht. Wenn eine Infektion eine gewisse Immunität mit sich bringt, dann sinkt mit einer steigenden Zahl an Infizierten, die nicht schwer erkranken, die Anfälligkeit der Gesamtbevölkerung. Damit hält sich auch die potenzielle Belastung des Gesundheitssystems in Grenzen, was zurzeit die größte Sorge darstellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden langsam sichtbar. Heute ist der ZEW Index kräftig gefallen und hat ein Niveau von -46 Punkten erreicht. Ein Level, dass man zuletzt während der Finanzmarktkrise erreicht hatte. Jedoch ist es auch keine große Überraschung, dass die…

Tiefrote Konjunkturzahlen aus China

Dass der Corona-Shut-down in China massive ökonomische Verluste mit sich bringen würde, war mehr als absehbar. Schwer einzuschätzen war dagegen, wie groß die Einbußen ausfallen würden und noch schwerer, ob die chinesische Führung das volle Ausmaß des Einbruchs überhaupt preisgeben würde. Bereits die Bekanntgabe der rekordschlechten Einkaufsmanagerindizes vor zwei Wochen stellten da eine gewisse Überraschung dar. Die nun veröffentlichten Wachstumszahlen aus Industrie, Einzelhandel und Bauwirtschaft spiegeln die verheerenden Stimmungsumfragen vom Februar wider: Die wirtschaftliche Aktivität ist im zweistelligen Prozentbereich eingeknickt. Die Industrieproduktion ist im Februar um ein Viertel gegenüber dem bereits schwachen Vormonat geschrumpft. Der Output lag im Januar und Februar zusammengenommen mehr als 13 Prozent unter dem Niveau desselben Zeitraums von 2019. Die Einzelhandelsumsätze sind zeitgleich sogar um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Berücksichtigt man die aktuell hohe Inflation, dürften sie in realer Rechnung sogar um rund ein Viertel eingeknickt sein. Auch die Bautätigkeit verbucht Verluste…

Italien vom Corona-Virus voll erfasst

Italien ist mit seinen hohen Infektionszahlen das Epizentrum der europäischen Corona-Krise. Dort breitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 weiter aus. Fast 10.000 Menschen haben sich insgesamt in Italien angesteckt, die Zahl der Todesfälle beläuft sich fast auf 500. Nachdem zunächst nur einige Ortschaften unter Quarantäne standen, hat die Regierung am 8. März große Teile des wirtschaftlich starken Nordens zur Sperrzone erklärt und die Bewegungsfreiheit von rund 16 Mio. Menschen eingeschränkt. Da sich trotzdem wohl nicht wenige Menschen aus dem Norden in den Süden Italiens in Bewegung gesetzt haben, wurden in einem weiteren Schritt am 9. März die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit auf das ganze Land ausgeweitet. Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen nicht ausgesetzt, aber stark kontrolliert werden. Schulen, Universitäten und Kindergärten im ganzen Land bleiben bis mindestens 3. April geschlossen. Sportveranstaltungen werden ausgesetzt und Tourismus steht still. Rund 60 Millionen Menschen sind von den Maßnahmen betroffen….

Corona – Wir brauchen jetzt Gelassenheit und Fiskalpolitik

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was uns die nächsten Tage und Wochen noch erwarten könnte, folgende einfache Grafik (s.u.). In der Grafik sind die Corona Fälle außerhalb Chinas um einen Monat nach hinten verschoben abgetragen. Die Entwicklung der Infektionsausbreitung ähnelt frappierend der Ausbreitung von CoVvd-19 in China. Wenn sich die Grippewelle außerhalb von China ähnlich verhält wie in China, werden wir in den nächsten Tagen einen schnellen Anstieg sehen und dann, wie in China, das Abebben der Epidemie. Dabei ist zu aber zu bedenken, dass die Quarantänemaßnahmen in China sehr weitreichend waren, im Vergleich zum Rest der Welt. Daher besteht das Risiko, dass sich die Verlangsamung außerhalb von China nicht entsprechend schnell einstellt, oder aber die Infektionszahlen viel schneller steigen als in China. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann wäre dies ein guter Hinweis, dass Quarantänemaßnahmen eigentlich wenig bringen. Die Verbreitung des Corona-Virus ist zurzeit noch ein…

Der Optimismus schwindet im Firmenkundengeschäft

Nachdem das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2018 noch um 1,5 Prozent zulegen konnte, waren es im vergangenen Jahr nur noch 0,6 Prozent. Immerhin ist das BIP damit das zehnte Jahr in Folge gestiegen. Rückläufig war die Konjunktur im vergangenen Jahr dabei aber nur im zweiten Quartal. Im dritten Quartal konnte sie wieder etwas zulegen, im Schlussquartal stagnierte sie. Vor allem der Außenhandel, aber auch die schwachen Ausrüstungsinvestitionen sorgten für das wenig erfreuliche Ergebnis. Deutlich besser liefen die Bauinvestitionen und der Konsum. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus kommt dieses Jahr jedoch ein neues Risiko für die deutsche Konjunktur hinzu. Die schwache Konjunktur im Schlussquartal 2019 und hier insbesondere die erneut gegenüber dem Vorquartal rückläufigen Ausrüstungsinvestitionen sind mitverantwortlich dafür, dass die Unternehmenskreditbestände in Deutschland immer weiter an Wachstumstempo verlieren. Nur langfristige Kredite mit Laufzeiten von über 5 Jahren und Kredite für den Wohnungsbau erfreuen sich noch zunehmender Beliebtheit. Den Markt für…

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