Konjunktur

ifo-Umfrage: Herbstlicher Gegenwind für die deutsche Konjunktur

Nach dem Dämpfer im Sommerquartal zeigen die deutschen Konjunkturdaten bislang auch im Herbst keine Erholungstendenz. Die aktuelle ifo-Umfrage weist für November den dritten Rückgang des Geschäftsklimas in Folge auf, was üblicherweise als Bestätigung eines Abwärtstrends interpretiert wird. Sowohl bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch bei den Erwartungen verschlechterten sich die Umfragewerte. Die deutschen Unternehmen bleiben wohl vor allem angesichts der vielfältigen internationalen Belastungsfaktoren skeptisch im Hinblick auf die kommenden Monate. Besonders die stockenden Brexit-Gespräche und die EU-kritischen Äußerungen aus Italien haben im November das Wirtschaftsklima belastet. Allerdings könnten sich die Aussichten zum Jahresende wieder etwas aufhellen. Wenn der Vertragsentwurf zum Brexit das britische Parlament passiert und sich die zuletzt etwas versöhnlicheren Töne aus Rom in den kommenden Wochen bestätigen, dürfte das dem Sentiment in Europa wieder etwas Aufwind verschaffen. Die Überwindung der Probleme im Automobilsektor im Zusammenhang mit der neuen Abgasnorm dürften darüber hinaus für einen deutlichen Aufholeffekt…

Einkaufsmanagerindizes: Abschwächung setzt sich fort, vor allem in der Industrie

Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum setzte sich gemäß den vorläufigen Ergebnissen im November fort. Der zusammengefasste Composite-Index für den Euroraum sank von 53,1 auf 52,4 Indexpunkte. Im verarbeitenden Gewerbe schwächte sich gemäß der Umfrage das Wachstum der Produktion weiter ab. Der entsprechende Teilindex sank auf den niedrigsten Wert seit 30 Monaten. Das geringere Wachstum wird auf eine langsamere weltweite Konjunkturdynamik sowie auf steigende politische und wirtschaftliche Unsicherheiten zurückgeführt. Auch schwache Verkaufszahlen im Automobilbereich bereiten den Industrie-Einkaufsmanagern Sorgen. Der Dienstleistungsbereich zeigt sich aufgrund einer soliden Konsumnachfrage robuster, aber hier mehren sich nach Angaben von Markit die Zeichen einer Abschwächung. Die deutschen Einkaufsmanager zeigten sich im November skeptischer. Sowohl die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe als auch das Sentiment bei den Dienstleistern trübte sich ein. Der umfassende Einkaufsmanager-Composite-Index sank daher von 53,4 auf 52,2 Indexpunkte. Dies ist der niedrigste Wert seit 47 Monaten. Die Einkaufsmanager der Serviceunternehmen und aus der Industrie berichteten…

EZB bleibt optimistisch

Die EZB sieht trotz schwächerer Wirtschaftsdaten die Konjunktur auf einem breit angelegten Expansionspfad. Zwar gaben die Notenbank-Oberen zu Protokoll, dass Unsicherheit und Fragilität die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusse. Insgesamt seien die Wachstumsrisiken jedoch ausgeglichen. Trotz dieses Ausblicks wurde im Rahmen der September-Ratssitzung insbesondere auf die Gefahr von Protektionismus, auf die Schwäche von einigen Schwellen-ländern und die Volatilität an den Finanzmärkten hingewiesen. Die italienischen Turbulenzen standen hingegen nicht im Fokus. Zwar seien die Renditen für ein großes EWU-Land gestiegen. Die Staatsanleihen von anderen Ländern wurden hiervon jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Mit neuen Stabsprojektionen im Dezember wird die EZB ihre konjunkturelle Einschätzung nochmals auf den Prüf-stand stellen. Die Notenbank gab sich weiterhin zuversichtlich, dass sich die Inflationsrate in Richtung des Zielwertes der Notenbank entwickele. Die enttäuschende Entwicklung bei der Kernrate sei hauptsächlich auf die Dienstleistungspreise zurückzuführen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das Lohnwachstum zugenommen habe, wenngleich die Notenbank nun einen nicht mehr…

Industrie im Euro-Raum verliert an Schwung

Die Industrie war im Jahr 2017 eine wichtige Triebfeder des konjunkturellen Aufschwungs im Euro-Raum. Im fast abgelaufenen Jahr 2018 hat sie aber erheblich an Dynamik verloren. Einer verhaltenen Entwicklung bei den Auftragseingängen folgend verzeichnete die Industrieproduktion kaum noch Zuwächse und verläuft tendenziell seitwärts. Dabei haben sich die gängigen Stimmungsindikatoren im Jahresverlauf deutlich eingetrübt. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch das Industrieklima gemäß der Umfrage der EU-Kommission befinden sich auf dem Rückzug. Dies dürfte zum einen die Unsicherheiten aufgrund der gestiegenen Risiken, wie etwa den von den USA ausgehende Handelskonflikt mit der Gefahr der Zollausweitung auf europäische Produkte, widerspiegeln. Zum anderen spüren die Unternehmen die nachlassende Nachfrage, und dabei gerade die geringeren Auftragseingänge aus dem Ausland. Allerdings finden die Korrekturen auf einem hohen Niveau statt. Die Kapazitäten in der Industrie sind am aktuellen Rand zwar weniger stark ausgelastet als zuvor, aber auch der Auslastungsgrad ist noch vergleichsweise hoch. Allerdings schmelzen die vorhandenen…

Aktienmärkte – Der Pessimismus ist zu groß geworden

In den USA steigen die Zinsen nun schon seit 2015 an. Zwar befinden wir uns im flachsten Leitzinsanhebungszyklus seit 50 Jahren, aber die Zinsen steigen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die mittel- und langfristigen Renditen, die ebenfalls angestiegen sind. Gleichzeitig verknappt die US Notenbank auch die Liquidität und baut ihre Bilanz langsam ab. Diese Entwicklung haben die Finanzmärkte und insbesondere die Aktienmärkte lange ignoriert. Diese Phase scheint nun vorbei zu sein. Die laufende Korrektur wird noch verstärkt durch ein Überdenken der Geschäftsmodelle im Technologiesektor. Die vormals erwarteten Gewinnsteigerungen werden zunehmend kritisch hinterfragt. Dazu kommen noch wachsende Sorgen, dass durch Regulierung im Datenbereich und Überlegungen, die technologischen Oligopole einzugrenzen, die Gewinnaussichten zusätzlich regulatorisch reduziert werden. Jedoch wird aus meiner Sicht nun allmählich zu viel Pessimismus in die Märkte eingepreist. Wir befinden uns zwar in einer späten Phase des Konjunkturzyklus, allerdings gehen wir mindestens in den kommenden beiden Jahren nicht von…

Warum ist Industrie 4.0 so wichtig für Deutschland?

Industrie 4.0 bezeichnet den Eintritt in die vierte Stufe der industriellen Revolution. Diese Stufe ermöglicht eine höhere Flexibilität der Produktion durch die Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette. Die Digitalisierung, die sich in den vergangenen zehn Jahren relativ schnell in unser Alltagsleben eingeschlichen hat, soll damit auch umfassenden Einzug in die gewerblichen Bereiche Deutschlands halten und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf lange Sicht erhalten. Der deutschen Industrie fehlt es im internationalen Vergleich aktuell nicht an Wettbewerbsfähigkeit. Die Unternehmen haben sich bereits seit einiger Zeit von der billigen, in Deutschlands nicht konkurrenzfähigen Massenfertigung verabschiedet und diese in kostengünstigere Schwellenländer verlagert. Unter anderem sorgten die Agenda 2010 und die Lohnmoderation der Tarifparteien in den 2000er Jahren zumindest bis zum Ende der Finanzmarktkrise für stabile Lohnstückkosten in Deutschland, während sie in anderen westlichen Industrienationen und in China deutlich anstiegen. Zuletzt haben die Lohnstückkosten zwar auch in Deutschland wieder zugelegt, jedoch nur analog zu den meisten…

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