Konjunktur

China findet allmählich zu alter Wachstumsstärke zurück

Nach dem tiefen Corona-Absturz zu Jahresbeginn hat die chinesische Wirtschaft ihre kräftige Erholung über die Sommermonate fortgesetzt. Das jährliche Wirtschaftswachstum beschleunigte sich von 3,2 auf 4,9 Prozent im dritten Quartal und ist damit nicht mehr weit von seinem früheren Wachstumspfad entfernt. Bereits mit dem zweiten Quartal konnte China das Vorkrisenniveau seiner Wirtschaftsleistung wiederherstellen. Für das Gesamtjahr zeichnet sich nun ein Wachstum von rund zwei Prozent gegenüber 2019 ab. Damit zählt China zu den ganz wenigen Ländern, die in diesem Jahr überhaupt eine positive Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr erzielen werden und erweist sich einmal mehr als globale Konjunkturlokomotive. Positiv ist, dass der Schwung der Erholung bis zuletzt angehalten hat. Sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandel konnten ihr Wachstum im September deutlich beschleunigen. Das Wirtschaftsklima hat sich zuletzt weiter aufgehellt. Positiv ist auch, dass der Aufschwung zunehmend an Breite gewinnt. Kamen zu Beginn der Erholung noch wesentliche Anschubhilfen von staatlichen Konjunkturstimuli,…

Jungendarbeitslosigkeit wird zu einem Problem im Euroraum

Das Corona-Virus hat im ersten Halbjahr harte konjunkturelle Rückschläge in den Volkswirtschaften rund um den Globus bewirkt. Im Euro-Raum konnte mithilfe umfangreicher Maßnahmen immerhin der Arbeitsmarkt vor schwereren Verwerfungen bewahrt werden. Doch läuft es längst nicht in allen Altersgruppen gleichermaßen gut. Insbesondere in der Gruppe der unter 25-jährigen wurde seit den Lockdownmaßnahmen ab März ein recht zügiger Anstieg in der EWU-Arbeitslosenquote verzeichnet. Einer der Gründe für die rapide Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit ist der Umstand, dass Unternehmen in Corona-Zeiten aufgrund erhöhter Unsicherheit deutlich weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Das stellt insbesondere all jene vor eine Herausforderung, die nach ihrem Abschluss im Corona-Sommer die Schule verlassen haben und nur schwer oder gar keine Ausbildung finden. Zudem werden befristete Arbeitsverhältnisse in den unsicheren Zeiten kaum verlängert. Die Gefahr dabei ist, dass diese Personen dauerhaft in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Je länger sich eine Person in Arbeitslosigkeit befindet, desto schwierig wird die Integration in den…

China: Kräftiger Außenhandel unterstreicht Konjunkturerholung

Längst ist China zurück auf Wachstumskurs. Dass die schnelle wirtschaftliche Erholung nach dem tiefen Corona-Einbruch Anfang des Jahres nicht nur von den üblichen staatlichen Konjunkturstimuli getragen wurde, sondern sich auch auf eine hohe Nachfrage aus dem Ausland stützen konnte und kann, haben die aktuellen Außenhandelszahlen aus der Volksrepublik wieder eindrucksvoll bewiesen. Trotz der globalen Rezession konnte Chinas Exportindustrie im September rund 10 Prozent mehr Waren auf seinen Auslandsmärkten absetzen als im vergangenen Jahr. Bemerkenswert ist, dass China bei seinem immer noch wichtigsten Abnehmer, den USA, in den vergangenen Monaten hohe Absatzerfolge verzeichnen konnte, obwohl die im Handelsstreit eingeführten Importzölle weiterhin in Kraft sind. Längst ist der Anteil chinesischer Produkte an den Gesamtimporten der Amerikaner wieder so hoch wie vor Ausbruch des Zollstreits. Auch auf anderen Absatzmärkten konnten die Chinesen Marktanteile hinzugewinnen, in Australien oder Frankreich beispielsweise, wo die Nachfrage nach chinesischen Waren bis zuletzt hoch war. Profitiert hat die chinesische…

Deutschland mit Nachholbedarf bei Investitionen in Software und Datenbanken

Der internationale Erfolg der Digitalisierung spiegelt sich vor allem in den Investitionen in Software und Datenbanken, aber auch in den Investitionen für Forschung und Entwicklung (F&E) wider. Seit den neunziger Jahren wuchsen die Investitionen in diesen beiden Segmenten auch in Deutschland überdurchschnittlich und erwiesen sich dabei als relativ krisenresistent, ganz im Gegensatz zu den Ausrüstungsinvestitionen. Im zweiten Quartal 2020, also mitten in der Corona-Krise, konnten sie zusammengenommen sogar gegenüber dem Vorquartal zulegen, als einzige Komponente des deutschen Bruttoinlandsprodukts neben dem Staatskonsum. Im internationalen Vergleich sind in Deutschland zwar die Investitionen in F&E von überdurchschnittlicher Bedeutung für das Bruttoinlandsprodukt. In vielen anderen Ländern spielen Investitionen in Software und Datenbanken aber eine weitaus größere Rolle als in Deutschland. Gegenüber den Vereinigten Staaten, aber auch etwa gegenüber Großbritannien hat Deutschland hier trotz der durchaus positiven Entwicklung der vergangenen Jahre immer noch einen beträchtlichen Nachholbedarf. Ein wesentlicher Grund für den starken Nachholbedarf ist die…

USA: Inflationserwartung bleibt gedämpft

Corona-Pandemie und Lockdown: Die Inflationsrate in den USA ist deshalb im Frühjahr auf Talfahrt gegangen. Von über 2 Prozent zu Jahresbeginn 2020 ging es ab März steil bergab, erst im Mai fand sie knapp über der Nulllinie halt. Über den Sommer kletterten die Preise aber wieder ein gutes Stück nach oben. Im August lagen die Verbraucherpreise durchschnittlich 1,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Ungeachtet dessen will die Notenbank auf längere Zeit an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik festhalten. Setzt die Inflationsrate den Aufstieg in größeren Schritten fort? Wir sehen zumindest kurz- bis mittelfristig dafür keinen Grund. Zunächst: Die Preisentwicklung über die Sommermonate war vor allem Sondereffekten geschuldet. Der Rohölpreis hatte sich zwischenzeitlich ein gutes Stück erholt und zuvor gewährte Rabatte für Dienstleistungen und Güter wurden nach der Lockerung von Corona-Restriktionen zum Teil zurückgenommen. Diese „Normalisierung“ des Preisniveaus ist mittlerweile aber weit fortgeschritten und der Rohölpreis rutschte zuletzt wieder etwas tiefer, weil die Nachfrage…

Frühindikator für EWU-Konjunktur steigt zum fünften Mal in Folge

Im April 2020 – und damit zum Höhepunkt des Corona-Shutdown in Europa – war der DZ BANK Euro-Indikator auf den tiefsten Wert seit Mai 2009 gefallen. Seitdem hat sich unser Frühindikator für die EWU-Wirtschaftsentwicklung aber bereits kräftig erholt – es ging seit Mai fünf Mal in Folge aufwärts. Im September 2020 stieg der Euro-Indikator um 0,8 Prozent im Vergleich zum August und lag mit einem Niveau von 97,9 Punkten nur noch 0,6 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Im abgelaufenen Monat waren es vor allem die Kennzahlen aus dem Industriebereich sowie die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die zum Anstieg des Euro-Indikators beigetragen haben. So melden die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe bereits seit Juli wieder steigende Auftragseingänge, auch im September hat sich die Situation weiter verbessert. Dennoch konnten in den letzten drei Monaten erst rund zwei Drittel des Order-Rückgangs aus dem Frühsommer aufgeholt werden. Auch die Stimmung unter den…

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