Kryptowährungen

Kurssprung bei Kryptowährungen

Nach Monaten der Bewegungs- und – zumindest mit Blick auf die allgemeine Berichterstattung – Bedeutungslosigkeit klingt es beinahe wie ein nachträglicher Aprilscherz. Ist es aber nicht. Binnen weniger als einer Stunde schoss der Bitcoin-Kurs gegenüber dem US-Dollar am Dienstagmorgen um über 20% in die Höhe und kletterte dabei erstmals seit Mitte November zeitweise wieder über die Marke von 5.000 US-Dollar. Die meisten anderen führenden Kryptowährungen legten ebenfalls spürbar zu. Vielerorts werden die üblichen Verdächtigen als Auslöser für den Kurssprung herangezogen, darunter fundamentale und politische Rahmenbedingungen wie das Niedrigzinsumfeld oder das Brexit-Chaos. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Struktur des Marktes mit zahlreichen, über die Welt verteilten Handelsplätzen dazu führen kann, dass breit gestreute größere Kaufanfragen zu größeren Schwankungen führen. Erfolgsmeldungen bezüglich eines Upgrades der Handelsplattform Ethereum machten die Runde. Last but not least wurden Spekulationen laut, dass die für 2020 vorgesehene Halbierung der Entlohnung für das Bitcoin-Mining im Vorfeld von…

Politische Krisen – eine Chance für Kryptowährungen?

Im Zuge der massiven Kursverluste, die im vergangenen Jahr verzeichnet wurden, hat das allgemeine Interesse an Kryptowährungen merklich nachgelassen. Weder dies noch die seit einigen Monaten zu beobachtende Seitwärtsbewegung ändern etwas daran, dass die eingefleischten Befürworter in Bitcoin & Co. nicht nur die Zukunft des Geldes, sondern auch einen sicheren Hafen in unsicheren Zeiten an den „traditionellen“ Finanzmärkten sehen. Für Zeiträume, in denen in den vergangenen Jahren eine deutlich erhöhte Verunsicherung der Finanzmarktakteure anzutreffen war, lassen sich ökonomische und politische Faktoren als Ursachen heranziehen. Unter den erstgenannten werden die Sorgen um eine harte Landung von Chinas Wirtschaft (Mitte 2015 und Anfang 2016) und die US-Ökonomie (Anfang und Ende 2018) sowie die Freigabe des Euro-Franken-Wechselkurses im Januar 2015 subsumiert. Zur zweiten Kategorie zählen das EU-Referendum in Großbritannien (Juni 2016) sowie die Präsidentschaftswahlen in den USA (November 2016) und Frankreich (Frühjahr 2017). Während bei den ökonomisch bedingten Turbulenzen keine klare Stoßrichtung des…

Bitcoin in „stabiler Seitenlage“, aber noch lange nicht tot

Ende Oktober 2008 erlebte Bitcoin offiziell seine Geburtsstunde, und trotz der seither zweifelsfrei geschriebenen Erfolgsschichte dürfte sich das Urgestein der Kryptowährungen seinen zehnten Geburtstag sicherlich etwas anders vorgestellt haben – gerade vor dem Hintergrund der Euphorie, die in der zweiten Hälfte letzten Jahres aufgekommen war. Ausgehend von knapp 20.000 USD Mitte Dezember 2017 erreichte der Bitcoin-Kurs Ende Juni sein bisheriges Jahrestief knapp unter 5.800 USD. Nicht nur für Bitcoin, sondern für das gesamte Segment war das Jahr 2018 bislang eher eine Enttäuschung. Ursachen für den Einbruch der Kurse von Bitcoin & Co. gibt es einige. Zunächst dürfte die vorübergehend aufgekeimte Erwartung eines zeitnah bevorstehenden Siegeszuges von Kryptowährungen gegenüber traditionellem Geld übertrieben gewesen sein. Selbiges gilt für die Hoffnung, dass etablierte Investoren und Finanzhäuser in großem Stil in das Segment einsteigen würden. Das derzeitige, von diversen globalen Unruhequellen und einer restriktiver werdenden US-Geldpolitik geprägte Finanzmarktumfeld macht es den Kryptowährungen darüber hinaus…

Kryptowährungen & Regulierung: Vertrauen ist schlecht, Kontrolle ist besser

Kryptowährungen sind nach wie vor in jedermanns Munde. Idealisten sehen darin eine Alternative zum traditionellen Geldsystem, Kritiker hingegen den Inbegriff einer Blase. Vertreter von Regierungen, Notenbanken und Aufsichtsbehörden zufolge sind Bitcoin & Co. hoch spekulativ, anfällig für Kriminalität und beinhalten Risiken für das gesamte Finanzsystem. Folglich herrscht Einigkeit dahingehend, dass eine Regulierung erforderlich ist. Auf nationaler Ebene ist bereits eine Vielzahl regulatorischer Entschlüsse gefasst worden. Diese reichen von Warnungen bis hin zu Verboten. Zwar sind auch länderübergreifend Fortschritte zu erkennen. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine internationale Koordination angesichts der von Landesgrenzen unabhängigen „Virtual Currencies“ unerlässlich für eine funktionierende Regulierung ist. Die Europäische Union zeigt sich dabei als Pionier der Kryptowährungs-Regulierung über Ländergrenzen hinweg. Mit dem Inkrafttreten der 5. EU-Geldwäscherichtlinie in diesem Jahr wird ein einheitlicher Umgang mit Kryptowährungen in den (noch) 28 Mitgliedsstaaten einhergehen. Nicht nur werden Virtual Currencies eindeutig definiert, zudem fallen auch Kryptowährungs-Börsen und Treuhand-Wallets…

„Blockchainisierung“ des Euro

„Stable Coins” sind der Versuch, die Vorteile der Blockchain-Technologie mit der Wertstabilität von Euro, US-Dollar oder Yen zu kombinieren. Vereinfacht handelt es sich um Kryptowährungen, die zu 100% durch eine gängige Fiat-Währung (oder einen anderen Basiswert) gedeckt sein sollen. Zwar müssen sich die in Aussicht gestellten Vorteile noch als zutreffend erweisen, vielversprechend ist der Ansatz aber durchaus. Wie lassen sich die Vorteile der Blockchain-Technologie mit der Stabilität von Fiat-Währungen wie Euro, US-Dollar oder Yen kombinieren? Die Antwort auf diese Frage halten sowohl Vertreter aus der traditionellen Finanzbranche als auch aus der „Crypto-Community“ für zentral, wenn es um die Zukunft der Kryptowährungen geht. Schließlich ist die enorme Volatilität dieser Währungen, die selbst bei den prominentesten Vertretern Bitcoin, Ether oder Ripple zu beobachten ist, eine zentrale Schwachstelle, insbesondere mit Blick auf das Vertrauen sowie die breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit und bei Unternehmern. Zentralbankgeld in digitaler Form für die breite Masse der…

Geld im Zeitalter von Digitalisierung und Kryptowährungen

Das Zeitalter der Digitalisierung hat auch den Bereich des Geldes erfasst, und das nicht erst seit der zunehmenden Prominenz von Kryptowährungen. Vielmehr ist bereits seit vielen Jahren eine Entwicklung weg von Bargeld und hin zu elektronischen Zahlungen, vor allem mit EC-Karten, zu beobachten. Dieser Trend sollte in den nächsten Jahren anhalten, dürften technische Weiterentwicklungen doch die entsprechende Nutzung noch einfacher und komfortabler machen. Dass die derzeit existierenden Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, von diesem Trend nennenswert profitieren werden, darf bezweifelt werden. Ein bedeutender Kritikpunkt ist hierbei, dass Kryptowährungen wesentliche Anforderungen, die unser heutiges Wirtschaftsgefüge an Geld – egal ob analog oder digital – stellt, vermissen lassen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang vor allem die enormen Kursschwankungen, die fehlende Basis für dauerhaftes Vertrauen und die geringe Akzeptanz auf Anbieterseite. Darüber hinaus werden Echtzeitzahlungen, die als bedeutender Vorteil von Kryptowährungen gelten, zumindest innerhalb der Grenzen von Währungsräumen auf absehbare Zeit auch mit traditionellen…

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