Kryptowährungen

Corona-Krise beflügelt Kryptowährungen

Kryptowährungen sahen zu Beginn der Corona-Pandemie zwar wie eindeutige Verlierer der Krise aus. Dies hat sich jedoch seit Mitte März nach und nach gewandelt, woran auch der jüngste Kursrückgang bei Bitcoin zurück in den Bereich um 10.000 USD nichts ändert. Einen wesentlichen Beitrag zur positiven Dynamik dürften die weltweit zu beobachtende Ausweitung der expansiven Geldpolitik sowie die Fiskalprogramme historischen Ausmaßes geleistet haben. So hat der Mix aus ausufernden staatlichen Schuldenstandsquoten und einem zumindest perspektivisch erheblich zunehmenden Preisdruck offenbar dazu geführt, dass Investoren vermehrt auf die Suche nach Anlagemöglichkeiten außerhalb von Euro, US-Dollar & Co. gegangen sind. Zahlreiche Kryptowährungs-Befürworter gehen zudem von nachhaltigen, Corona-bedingten Verhaltensänderungen der Menschen aus, die zu einer höheren allgemeinen Akzeptanz von Blockchain-basierten Währungen geführt hätten. Hintergrund ist ein unterstellter Strukturbruch in Form eines Digitalisierungsschubs, der durch zunehmende Web-Konferenzen, Homeoffice und vermehrtes Online-Shopping ausgelöst worden sei. Keineswegs neu oder zwingend Corona-bedingt, aber immer wieder für steigende Bitcoin-Kurse gut,…

Wenn die Realität zu kompliziert wird

Die Corona-Pandemie hat Wirtschaft und Gesellschaft in vielen Ländern auf eine harte Probe gestellt. Nicht alle schaffen es, sich der veränderten Realität anzupassen. Bei den Unternehmen gibt es viele Verlierer, auch in bislang eher vom Zeitgeist begünstigten Branchen wie dem Tourismus und dem Flugverkehr. Sie müssen ums Überleben kämpfen, sind teils auf staatliche Hilfe angewiesen. Auch in der Gesellschaft gibt es Gruppen, die mit der neuen Realität nicht zurechtkommen und sich derzeit lautstark bemerkbar machen. Teilweise wird hier die Existenz des Virus einfach negiert. Einfache Lösungen werden gesucht, um der Komplexität der Welt zu entfliehen. Die Helden dieser Menschen sind häufig Politiker wie Donald Trump oder Wladimir Putin, die den Eindruck vermitteln, dass ein einfaches Weltbild und hartes Durchgreifen zur Problemlösung führen können. In dieser speziellen Welt gibt es ein grundsätzliches Misstrauen gegen alle Institutionen. Dazu gehören auch die Banken und das Finanzsystem. Unter den Anlagemöglichkeiten steht hier traditionell das…

Digitale Zentralbankwährungen: nur eine Frage der Zeit

Libra hat die Finanzwelt, die Politik und die Zentralbanken aufgeschreckt. Auf der Suche nach der richtigen Antwort auf die private globale Kryptowährung dreht sich die Debatte zunehmend um die Frage, ob Notenbanken eine digitale Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency oder CBDC) einführen sollten. So hat beispielsweise die EZB in einem jüngst veröffentlichten Statement den grundsätzlichen Bedarf der Bürger an schnelleren, günstigeren und einfacheren Zahlungsmöglichkeiten in der EWU anerkannt. Zudem wurde darauf verwiesen, dass eine CBDC dann verstärkt in Betracht gezogen wird, sollte die Bargeldnutzung signifikant zurückgehen. Neben der geänderten Anspruchshaltung der Bürger gegenüber Geldformen und Währungen sowie der notwendigen Reaktion auf Libra gibt es weitere Motive für die Zentralbanken, CBDCs einzuführen. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang vor allem die Kernaufgabe von Notenbanken, einen reibungslosen Zahlungsverkehr zu gewährleisten. Darüber hinaus kann eine digitale Zentralbankwährung zusätzlichen geldpolitischen Spielraum bieten – gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Die Herausforderung für die Notenbanker besteht insbesondere…

Libra – Großangriff auf die Zentralbanken dieser Welt?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht einer oder mehrere Vertreter vonseiten der Politik, der Finanzaufsicht und von Zentralbanken zu der von einem Konsortium um den Tech-Giganten Facebook geplanten Kryptowährung Libra äußern. Und zumeist sind es lautstarke Kritik oder zumindest mahnende Worte, die zu vernehmen sind. Dies zeigt vor allem eines: Auch wenn sich das Libra-Projekt in einem vorläufigen Stadium befindet, wird die private weltweite Einheitswährung von vielen als ernst zu nehmende Konkurrenz für das etablierte Geld- und Finanzsystem wahrgenommen. Dies gilt nicht zuletzt vor dem Hintergrund der großen Nutzerbasis und der Finanzkraft der beteiligten Unternehmen. Die von den Initiatoren ausgegebenen Ziele sind es sicherlich nicht, die den Kritikern Furcht einflößen. Wer könnte schon etwas dagegen haben, insbesondere denjenigen Menschen auf der Welt einen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu eröffnen, die bislang ausgeschlossen sind – sofern sie nur über ein Smartphone und Internetzugriff verfügen? Auch ist die Idee, Finanztransaktionen…

„Libra“ will die Welt verändern

Greift Facebook mit seiner geplanten Kryptowährung „Libra“ nach der Weltherrschaft? Glaubt man dem zugehörigen „White Paper“, das jüngst veröffentlicht wurde und die zugrundeliegenden Ideen, Vorstellungen und Ziele zusammenfasst, ist eigentlich das Gegenteil der Fall. Demnach geht es den Initiatoren, zu denen derzeit insgesamt 28 Unternehmen und Organisationen gehören (Banken sind bislang nicht darunter), vor allem darum, allen Menschen und Unternehmen mithilfe einer stabilen Weltwährung einen „fairen, kostengünstigen und unmittelbaren Zugang auf ihr Geld“ und zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Vereinfacht gesagt, soll jeder Mensch auf der Welt mit Libra so einfach Geld verwalten und versenden können wie eine Kurznachricht oder ein Foto. Das klingt eher nach Weltfrieden als nach Weltherrschaft. Fraglich ist jedoch, was beziehungsweise wieviel von diesen Aussagen zu halten ist. Libra als Gefahr für die Finanzstabilität? Libra ist als Kryptowährung, basierend auf einer dezentralen Blockchain, konzipiert. Um eine allzu große Volatilität zu vermeiden, soll der Wechselkurs an einen Korb…

Kryptowährungen profitieren vom aktuellen Umfeld

Bitcoin ist zurück – dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, wenn man auf die Kursentwicklung der vergangenen Wochen blickt. Dümpelte die führende Kryptowährung Anfang April noch um die Marke von 4.000 US-Dollar, wurden zuletzt Kurse von über 11.000 US-Dollar erreicht. Zudem hat sich die Anzahl der täglichen Transaktionen gegenüber dem Jahresbeginn deutlich erholt und auf einem vergleichsweise hohen Niveau stabilisiert. Als mögliche Kurstreiber für die Kryptowährung können mehrere Faktoren herangezogen werden. Im Zentrum stehen hierbei die in der jüngeren Vergangenheit zunehmenden Spannungen auf internationaler politischer Ebene. Bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China gab es zwar zuletzt wieder vorsichtige Anzeichen einer Annäherung, von einer Einigung dürften die Konfliktparteien jedoch weit entfernt sein. Noch gravierender stellt sich die Situation in der Auseinandersetzung zwischen Washington und Teheran dar. Ein Angriff des US-Militärs auf Ziele im Iran wurde jüngst erst ganz kurzfristig abgesagt. Die Demonstrationen in Hongkong tragen ihr Übriges zu einem…

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