Politik

Ganz oben die Umwelt

Dieser Tage steht bei den Gesprächen auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos das Thema Umweltschutz ganz oben auf der Agenda. Die negativen Folgen der Klimaerwärmung sind nicht mehr wegzudiskutieren, die Bilder von den verheerenden Flächenbränden in Australien zeigen einmal mehr die Brisanz des Problems, auch wenn es sich bislang noch kaum in den volkswirtschaftlichen Statistiken widerspiegelt. Die wirtschaftlichen Rechenwerke sind einst entwickelt worden, um ökonomischen Erfolg messbar zu machen – als Ertrag minus Kosten. Als Kosten werden sowohl bei den Unternehmen als auch auf der volkswirtschaftlichen Ebene alle Aufwände verbucht, die sich pekuniär bewerten lassen. Die frei verfügbaren Umweltressourcen Wasser und insbesondere Luft haben viel zu lang nicht dazugehört. Die Kosten der Verschmutzung trägt auch heute noch meist nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit. Diese ökonomische Fehlkalkulation muss sich schnellstmöglich ändern, darüber besteht wohl weitestgehend Einigkeit, wenn auch nicht über den richtigen Weg dorthin. An einer (spürbaren!) CO2-Bespreisung führt kein Weg…

Alles ruhig

Der geopolitische Start des Jahres 2020 war mit den Entwicklungen im Iran zeitweise turbulent. Es hat sich aber einmal mehr gezeigt, dass keine Partei den Beginn einer Eskalationsspirale riskieren möchte. Dies war besonders augenfällig und auch überraschend beim Iran der Fall. Die Art und Weise der Provokation und anschließender Deeskalation folgt aber einem gewissen Muster, das man auch schon in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnte. Politische Themen dürften in 2020 auch weiterhin bestimmend sein. Allen voran die Wahl des Präsidenten in den USA im November. Hier sprechen viele Gründe für die Wiederwahl von Trump. Das schwelende Impeachment-Verfahren könnte ihm zwar noch die Wiederwahl verhageln. Aber hierfür müssten noch deutlich mehr Beweise und belastendes Material gegen Trump auf den Tisch. Ansonsten sollte sich der US-Präsident auf seine Mehrheit im Senat verlassen können. Für Europa stehen neben dem Brexit unmittelbar keine politischen Großereignisse an, aber bei der Vielzahl der schwachen…

2020 ist in den USA ein Wahljahr – ein paar Facts und Figures für die Aktienmärkte

In wenigen Monaten wird in den USA der Präsidenten gewählt. Heute weiß man zwar noch nicht einmal, wer antreten wird. Sicher ist allerdings, dass bald eine emotionsgeladene Berichterstattung und sich täglich verändernde Prognosen auf der Tagesordnung stehen werden. Da starke Emotionen bekanntlich nicht zu den besten Investitionsentscheidungen führen und viele Wahlprognosen deutlich danebenlagen, anbei einige historische Daten. Aufgrund des komplizierten US-Wahlsystems ist für einen Sieg nicht die Mehrheit der Stimmen notwendig, sondern die Mehrheit der Wahlmänner. So erhielt auch Trump 2016 nur 46% der Stimmen, aber 57% der Wahlmänner. In fast 40% der Wahlen hatte der Sieger keine Mehrheit der Stimmen. Darüber hinaus hängt der Ausgang der Wahl immer am Ergebnis der „Swing States“, das von der Neigung der Wechselwähler abhängt. Seit dem zweiten Weltkrieg gab es 18 Wahlen und 13 Präsidenten. Dabei wurden nur drei Präsidenten abgewählt und einer verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Parteiwechsel…

EM-Währungen bieten den geopolitischen Risiken die Stirn

Das Segment der Schwellenländer-Währungen ist der Zuspitzung des US-Iran-Konflikts mit einer auf den ersten Blick unerwarteten Resilienz begegnet. So verzeichneten doch die als risikosensitiv geltenden Währungen selbst in den Tagen, als die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Golf-Krise am größten war, nur leichte Kursverluste. Auffällig ist hierbei die Entwicklung des russischen Rubels, der auf breiter Front sogar moderat zulegen konnte. Ursächlich hierfür sind zum einen die zeitweise deutlich gestiegenen Ölpreise. Zum anderen dürften heimische Faktoren eine Rolle für die Sonderstellung des Rubels spielen. Denn während sich beispielsweise die türkische Lira und der südafrikanische Rand mit heimischen Problemen auseinandersetzen müssen, kann der Rubel –was die nationalen fundamentalen und politischen Vorgaben betrifft – vergleichsweise sorgenfrei agieren. Dass die Gruppe der EM-Währungen auf die zeitweise massiv zugenommenen geopolitischen Risiken besonnen reagiert hat, ist unserer Ansicht nach jedoch in erster Linie dem sich zuletzt wieder aufgehellten globalen Sentiment gegenüber Schwellenländer-Währungen geschuldet. Hierzu haben…

Ölpreisszenarien

Bei einem Raketenangriff in Bagdad ist einer der höchsten iranischen Militärs ums Leben gekommen. Die USA haben sich bereits zu dem Angriff und der Tötung des Generals Soleimani bekannt. Teheran hat daraufhin massive Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Gegendrohungen aus Washington ließen nicht lange auf sich warten. Auf die neue Eskalation im Irankonflikt reagiert der Rohölpreis mit einem kräftigen Preisanstieg. Rein fundamental hat sich an der Lage am Rohölmarkt bislang nichts verändert, allerdings sind die Unsicherheiten über Art und Umfang der Vergeltungsmaßnahmen sehr hoch. Anbei drei Szenarien, wie sich der Ölpreis entwickeln könnte. Dabei sind die Möglichkeiten im Eskalationsszenario nach oben sehr variable, was sich natürlich auch auf den Ölpreis entsprechend auswirken dürfte.

Klimaschutz und Wachstum können gemeinsam funktionieren

Der Klimawandel ist Tatsache und „Fridays for Future“ bringt weltweit Millionen junger Menschen auf die Straße, die für einen schnellen Einstieg in einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren. Allerdings ist der reine Verzicht auf CO2-verursachende Aktivitäten kein nachhaltiges Konzept für einen klimafreundlichen Umbau unserer Volkswirtschaft. Eine staatlich verordnete Askese schreckt ab, weil damit Verbote und Beschränkungen verbunden sind. Vielmehr gilt es, einen wirtschaftlich-technischen Strukturwandel einzuläuten, der den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt, öffentliche Verkehrsträger stärkt, auf energetische Gebäudesanierung setzt und die Energieeffizienz der industriellen Produktion verbessert. Deutschlands Klimaschutzziel sieht bis zum Jahr 2030 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 vor. Derzeit wird der vorgegebene Pfad aber deutlich verfehlt. Um in den verbleibenden Jahren das sehr ambitionierte Ziel eines Ausstoßes von letztendlich nur noch 563 Millionen Tonnen CO2Äquivalenten doch noch zu erreichen, hat die Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm auf den Weg gebracht.     Wichtigster Bestandteil des Klimapakets ist eine…

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