Politik

Weltwirtschaft in der Krise, Politik kann derzeit wenig ausrichten

Die Weltwirtschaft steckt in der Rezession. Die Corona-Infektionswelle rund um den Globus hat die Konjunktur in Rekordtempo in die Krise gestürzt. Dabei handelt es sich um einen sehr steilen und zweifellos auch sehr tiefen wirtschaftlichen Einbruch, aber nicht um einen typischen Abschwung. Das macht es nicht zuletzt für die Finanzmärkte so schwierig, die Lage zu interpretieren und eine angemessene Reaktion zu finden. Die Bewegungen der letzten Tage an den Finanzmärkten waren extrem. Auf einen fast beispiellosen Kursverfall an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche folgten in den letzten Tagen ebenso rekordverdächtige Kursgewinne. Auch die Renditen zeigen keineswegs das typische Muster, das man aus konjunkturellen Zyklen kennt. Es fehlt an Orientierung, weil derzeit niemand in der Lage ist, auch nur eine halbwegs verlässliche Prognose für die kommenden Wochen zu erstellen. Eines ist jedoch relativ klar: Die Wirtschaftspolitik, die derzeit versucht mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Krise anzukämpfen, ist in der…

Euphorie folgt der Depression

Seit gestern kennen die Märkte kein Halten mehr. Als wollte man die Tristesse der letzten Woche abschütteln sind die Aktienkurse kräftigst gestiegen. Der Treibstoff für die dynamische Erholung war das große Hilfspaket der Fed und die Hoffnung, dass sich nun endlich auch die beiden Kammern des US-Parlaments auf das Corona-Unterstützungspaket von rund 2.000 Mrd. US Dollar einigen können, was man dann auch geschafft hat. In Europa ist man in diesem Feld schon weiter. Hier hat die EZB bereits in der letzten Woche ein umfangreiches Unterstützungspaket für Investoren und die Euroraum-Länder verkündet. Die Regierungen im Euroraum haben gleichzeitig umfangreiche fiskalische Maßnahmen beschlossen. Dabei ist die Aufgabenteilung zwischen Notenbanken und Regierungen in allen Ländern sehr ähnlich. Die Notenbanken kümmern sich darum, dass die Finanzmärkte funktionieren und die Liquiditäts- und Kreditkosten für Staaten und Unternehmen nicht zu teuer werden, was Insolvenzen und Staatenkrisen vorbeugen soll.  Dafür nehmen die Notenbanken einen starken Volumenanstieg der…

Die Einschänkungen nehmen zu – wie geht es weiter?

Die Einschränkungen im täglichen Leben werden auch in Deutschland immer deutlicher spürbar. Der Servicesektor liegt zu großen Teilen brach und folgt damit dem verarbeiteten Gewerbe und der Automobilindustrie. Die wirtschaftlichen Einbußen werden entsprechend hoch sein. Im aktuellen Regelwerk der Politik zur Bekämpfung von Covid-19 schrumpft das deutsche BIP pro Monat rund 2,25%. Dies zeigt, dass man die aktuellen Einschränkungen des täglichen Lebens nur eine begrenzte Zeit durchhalten kann. Spätestens Ende April dürfte es hier zu einer Lockerung kommen, ansonsten wäre der wirtschaftliche Schaden sehr groß und könnte auch strukturell dauerhafte Spuren hinterlassen. Die aktuellen Prognosen der Bundesregierung für das BIP-Wachstum in Deutschland von -5% dürfte ähnliche Annahmen unterstellt haben. Die Hoffnung der Regierungen in Bund und Länder muss also darauf liegen, dass der aktuelle Kurs Erfolg hat und sich die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten Wochen reduziert. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird sich die Frage wie…

Rohöl im Krisenmodus

Der Rohölpreis setzt seine Talfahrt fort. In den letzten vier Wochen hat sich der Preis fast halbiert. Selbst die Ankündigung, dass die USA massiv ihre strategischen Reserven aufstocken wollen, verpuffte vollständig. Die Amerikaner können etwa noch 100 Millionen Barrel zusätzlich einlagern. Auch die Chinesen werden die tiefen Preise nutzen, um ihre Reserven hochzufahren. Der Rohölmarkt bezweifelt aber, dass das ausreichen wird, um den Ölpreis zu stabilisieren. Die fundamentale Gemengelage ist denkbar ungünstig. Sowohl von der Nachfrageseite („Corona-Schock“) als auch von der Angebotsseite (steigende Produktion) droht weiter Ungemach. Da die Ölproduktion in den USA mittlerweile nicht mehr rentabel ist, geraten die Fracker zunehmend unter Druck. Somit sind in den USA nun eher Produktionsrückgänge zu erwarten. Aber auch das wird den Markt nicht ausgleichen können. Das Einzige was von der Angebotsseite helfen würde, wäre, wenn sich die Opec im Schulterschluss mit Russland und den USA auf eine deutliche Produktionsreduktion verständigt. Dies wäre…

Auf die Staaten kommt es nun an

Die Dynamik der Pandemie bleibt hoch. Dies war jedoch auch noch nicht anders zu erwarten. Wenn man die übliche Inkubationszeit berücksichtigt, dann kann man eigentlich frühestens Ende nächster Woche mit einer Abflachung der Ansteckungsrate rechnen. Dabei ist die Höhe der Dunkelziffer nur schwer einzuschätzen. Die faktische Zahl der Infizierten dürfte vermutlich um ein vielfaches höher sein als die offiziellen Angaben. Dies ist eigentlich keine schlechte Nachricht. Wenn eine Infektion eine gewisse Immunität mit sich bringt, dann sinkt mit einer steigenden Zahl an Infizierten, die nicht schwer erkranken, die Anfälligkeit der Gesamtbevölkerung. Damit hält sich auch die potenzielle Belastung des Gesundheitssystems in Grenzen, was zurzeit die größte Sorge darstellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden langsam sichtbar. Heute ist der ZEW Index kräftig gefallen und hat ein Niveau von -46 Punkten erreicht. Ein Level, dass man zuletzt während der Finanzmarktkrise erreicht hatte. Jedoch ist es auch keine große Überraschung, dass die…

Corona: Prozyklische Wirkungen vermeiden

Die Zahl der Coronainfizierten steigt außerhalb von China weiterhin dynamisch an. Bislang haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sich noch nicht positiv bemerkbar gemacht. Jedoch können wir auch nicht sagen, wie der Verlauf gewesen wäre, ohne alle die Maßnahmen. Es ist daher damit zu rechnen, dass man den jetzigen Zustand eventuell erweitert. Die wirtschaftlichen Folgen werden natürlich sehr tiefgreifend sein. Konjunkturdaten aus China haben heute einen ersten Eindruck vermittelt. Nun gilt es allerdings auf prozyklische Wirkungen von Reaktionen zu achten. Ratingagenturen haben hierbei eine ganz zentrale Stellung. Sicherlich haben die Ratingagenturen in den nächsten Wochen viele Gründe, die Ratings für Unternehmen und Länder nach unten zu nehmen. Jedoch ist es die Frage, ob dies in der jetzigen Situation sehr sinnvoll ist. Durch die Herabstufung werden üblicherweise Mechanismen ausgelöst, die im jetzigen Umfeld die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der betroffenen Unternehmen oder Länder noch deutlich vergrößern können. Diese Effekte können sich summieren…

1 2 121