Politik

Krisen gefährden DAX-Aufschwung

Die Eskalation der Türkei-Krise zeigt, wie schnell Donald Trump außerhalb der USA für Unruhe sorgen kann. Bis zu den Kongresswahlen in den USA im November könnte der US-Präsident verstärkt versuchen, sein Wohl im Angriff auf vermeintliche Gegner zu suchen, auch um von seinen persönlichen Affären abzulenken. Anleger können sich zwar damit trösten, dass die Trump´sche Rhetorik und seine Taten nicht immer übereinstimmen. Aber gerade diese Unberechenbarkeit sorgt dafür, dass Unternehmen und Investoren zunehmend nervöser werden. Betraf die erste Stufe der Eskalation „nur“ einen Teil der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, drohen nun eine Vielzahl neuer Baustellen, u.a. im Iran und der Türkei. Die US-Unternehmen leiden bisher kaum unter den Belastungen, weil die heimische Wirtschaft so stark wächst wie seit langer Zeit nicht mehr. Ein Crash am US-Aktienmarkt wird an den Märkten nicht diskutiert. So notierte das Volatilitätsbarometer VIX bis vor wenigen Tagen noch auf den tiefsten Stand seit Januar…

Türkei-Krise erreicht Rom

Die hausgemachte Krise der Türkei hat auf den ersten Blick wenig mit Italien zu tun. Nichtsdestotrotz hat ausgerechnet der Absturz der Lira auch den italienischen Staatsanleihen deutlich zugesetzt. Seit Mitte Juli weiteten sich Risikoaufschläge italienischer Schuldtitel gegenüber Bundesanleihen zunächst aus Sorge vor einer Zunahme der Neuverschuldung Italiens sowie einer möglichen Eskalation im Streit mit der EU-Kommission bereits aus. Die jüngste Zunahme der Risikoprämien geht allerdings primär auf die verschärfte Krise in der Türkei zurück. Erst heute Morgen erholten sich erstmals seit Tagen die Kurse italienischer Staatstitel wieder, als auch die türkische Lira ebenfalls leichte Gewinne verzeichnen konnte. Wenngleich der ökonomische Vordenker der Lega, Borghi, Pressemeldungen zufolge jedwede Ausstrahlungseffekte der Türkei-Krise in Richtung Italien für unlogisch erachtet, dürften zwei wesentliche Gründe die Bewegung erklären: Zum einen steigt die Sorge, dass eine Pleitewelle in der Türkei auch europäischen Banken schaden könnte. Nach spanischen und französischen sind italienische Banken die am stärksten in…

Türkei: Lira-Krise strahlt aus

Die Krise der Türkischen Lira nimmt kein Ende – im Gegenteil! Über 11% verlor die Landeswährung heute Morgen binnen weniger Minuten gegenüber dem US-Dollar. Dass sich hieraus neue Rekordtiefs der Lira gegenüber Euro und US-Dollar ergaben, versteht sich nach den Kursverlusten der vergangenen Wochen schon beinahe von selbst. Die Ursachen der Krise sind bekannt. Eine Zentralbank, die trotz einer ausufernden Inflationsrate nicht aktiv wird und deren Unabhängigkeit mehr als fraglich ist, sowie ein türkischer Präsident, der zweifelhafte ökonomische Thesen vertritt, vor ausländischen Verschwörern warnt und außenpolitisch auf Konfrontationskurs mit den USA geht. Der gestrige Versuch der Regierung in Person des Finanzministersund Schwiegersohns Erdogans, der Krise entgegenzuwirken, indem die Wachstumserwartungen in den Budgetplanungen nach unten revidiert wurden, schlug – wenig überraschend – fehl. Die Auswirkungen des Lira-Verfalls bleiben mittlerweile nicht mehr auf die Landeswährung der Türkei begrenzt, sondern strahlen auf andere Währungen aus. Dies gilt vor allem für den Südafrikanischen Rand….

Italien bleibt sich treu

Die Zielkonflikte innerhalb der Regierung in Italien treten immer öfter zutage. Nach einem weiteren Treffen der Regierungsspitze im Vorfeld der im September offiziell startenden Budgetplanungen für 2019 äußerten sich gestern sowohl Ministerpräsident Conte als auch der Vorsitzende der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), Di Maio, öffentlich zum Stand der Gespräche. Conte sprach zuerst und gab sich gemäßigt. Er beruhigte die Märkte mit Äußerungen, die Regierung werde sich realistische Ziele setzen und nicht alle Maßnahmen kurzfristig und vollumfänglich umsetzen. Heute zitiert ihn die italienische Presse, die Regierung strebe für die Vollendung der Flat-Tax und des Grundeinkommens eine Zeitspanne von fünf Jahren an. Eine gänzlich andere Tonart wählte hingegen Di Maio. Er forderte eine rasche Umsetzung des Regierungsplans und stellte eine harte Verhandlungsführung mit der EU-Kommission zur Durchsetzung der fiskalischen Lockerungsmaßnahmen in Aussicht. Der ökonomische Vordenker der Lega, Borghi, ließ jüngst durchblicken, dass sich die Regierung sogar ein Budgetdefizit von 4 oder 5% im kommenden…

Argentinien: Reformprozess in der Krise?

Argentiniens Reformpräsident Mauricio Macri kämpft nun bereits seit Ende 2015 gegen die Hinterlassenschaften der populistischen Wirtschaftspolitik der peronistischen Kirchner-Ära (2003 bis 2015), die zu übermäßigen Staatsausgaben, Devisenkontrollen, Überbewertung des Peso und einem Regulierungsdickicht geführt hatte. Nach seinen bisherigen Reformschritten wie der Freigabe des Wechselkurses, dem graduellen Subventionsabbau auf dem Strommarkt, dem Entfall von Preisbindungen und auch gewissen Einsparungen bei den Sozialausgaben fehlen aber noch durchgreifende Konsolidierungserfolge. Das Twindefizit beim Staat und im Außenhandel hält sich hartnäckig und hat die außenwirtschaftliche Verwundbarkeit Argentiniens zuletzt erhöht. Die Inflation muss mit extrem hohen Leitzinsen bekämpft werden. Die Leitzinswende in den USA hat die Währungen vieler Emerging Markets negativ getroffen. Kapital fließt zurück in die Länder mit höherem Wachstum und der Aussicht auf bessere Realverzinsung. Von diesen Kapitalabflüssen ist auch Argentinien betroffen, zumal sein Leistungsbilanzdefizit zuletzt noch gestiegen ist. In mehreren Schüben ist seit Mai der Außenwert des Peso stark unter Druck geraten. Die…

Politische Spannungen lassen Lira weiter einbrechen

Das Währungspaar Dollar-Lira ist gestern Abend erstmals überhaupt über die Marke von 5,00 TRY geklettert – Tendenz heute Morgen weiter steigend. Auch gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung verzeichnet die Lira aktuell neue Rekordtiefs. Seit Jahresbeginn hat die Landeswährung über 22% gegenüber dem Euro verloren, verglichen mit dem Greenback waren es sogar fast 25%. Unter den nennenswerten Währungen weltweit schnitt nur der argentinische Peso schlechter ab. Zentral für die Schwäche der Landeswährung ist zwar weiterhin der Mangel an Entschlossenheit auf Seiten der türkischen Zentralbank und die damit einhergehenden, berechtigten Zweifel an der politischen Unabhängigkeit der Währungshüter. Ausschlaggebend für den jüngsten Kurseinbruch war jedoch die Eskalation der zwischen der Türkei und den USA vorherrschenden diplomatischen Differenzen. Die US-Administration fordert die sofortige Freilassung des seit Monaten festgehaltenen US-Pastors Brunson und hat gestern Sanktionen gegen zwei türkische Minister erlassen, die bei dessen Festsetzung eine führende Rolle gespielt haben sollen. Die Türkei hat die US-Strafmaßnahmen als…

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