Politik

Der Euroraum braucht Deutschland und Frankreich

Seit der Finanzkrise und spätestens seit dem Brexit-Votum Großbritanniens stehen die EU und die Eurozone vor tiefgreifenden Veränderungen. Sosehr Einigkeit in Europa dahingehend besteht, dass Reformen unerlässlich sind, so gering ist der Konsens darüber, welchen Weg Europa genau einschlagen sollte. Die Kernprobleme sind sowohl politischer als auch ökonomischer Natur. Während sich die EU als supranationales Gebilde schwer tut einen identitätsstiftenden gemeinsamen Geist zu entwickeln, bemängeln Kritiker vor allem die Ausgestaltung des Subsidiaritätsprinzips und einen Mangel an Demokratie bei den EU-Institutionen. Wirtschaftlich krankt die Eurozone insbesondere daran, dass die Konvergenzkriterien von Beginn an nicht eingehalten und Verfehlungen nicht konsequent sanktioniert wurden. Die Folgen sind eine inzwischen ausgeprägte wirtschaftliche Divergenz und ein System das Fehlverhalten begünstigt. Aber auch die unterschiedlich hohe Mobilität der ökonomischen Faktoren Arbeit und Kapital trägt zur gegenwärtigen Schieflage bei. Für einen anhaltenden Erfolg des Euroraums ist es unabdingbar, dass sich die Länder des Euroraums strukturell annähern. Dies bedeutet,…

Ist Deutschland ein Niedriglohnland?

Die Diskussion über den hohen Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands und seine Ursachen hat in den letzten Wochen wieder Fahrt aufgenommen. Internationale Institutionen wie IWF, OECD oder die EU-Kommission kritisieren lautstark, dass ein Überschuss in der Größenordnung von rund acht Prozent der Wirtschaftsleistung deutlich zu hoch ist. Doch Vorsicht: Bei dieser Rechnung werden aus politischen Gründen gern wichtige Faktoren einfach ausgeblendet. Bei der internationalen Kritik ist auch der Ruf nach höheren Lohnsteigerungen zuletzt immer lauter geworden. Diese Forderung basiert auf der Annahme, Deutschland habe sich durch eine zu große Lohnzurückhaltung in früheren Jahren einen „unfairen“ Vorsprung in der Wettbewerbsfähigkeit verschafft, der nun durch ein entsprechend stärkeres Lohnwachstum wieder abgebaut werden sollte. Vor allem in der angelsächsischen Kritik am deutschen Wirtschaftsmodell spielt das Lohnargument eine wichtige Rolle. So hat jüngst das englische Wirtschaftsmagazin „The Economist“ hervorgehoben, dass der Anteil der Konsumausgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland besonders niedrig sei. Die Einkommen der privaten…

Nordkorea-Konflikt bringt Unruhe an die Aktienmärkte

Die Eskalationsspirale im Nordkorea-Konflikt dreht sich immer weiter. Jüngst hat US-Präsident Trump mit einem militärischen Konflikt gedroht, falls Nordkorea nicht einlenkt. Eine entsprechende verbale Antwort aus Nordkorea hat nicht lange auf sich warten lassen. Gleichzeitig startet China ein großes Manöver vor der Küste von Nordkorea. Dies alles kommt nach einer geschlossenen Reaktion der UN auf die Aktionen von Nordkorea, die Hoffnung gaben, dass die Staatengemeinschaft nun mit einer einheitlichen Linie gegen das kleine Land agieren würde. Eine weitere Eskalation des Konfliktes ließe sich vermutlich nur schwer eindämmen und dürfte weitreichende Konsequenzen haben. Insbesondere – aber nicht nur – der asiatische Raum dürfte hiervon betroffen sein. Die Finanzmärkte und insbesondere die Aktienmärkte haben auf die jüngsten politischen Entwicklungen reagiert. So kam es heute erstmals seit längerer Zeit wieder zu nennenswerten Kursrückgängen an den Weltbörsen. Bis dato war das Anlagejahr 2017 ausgesprochen ruhig verlaufen. Dies spiegelte sich sowohl an der anhaltend niedrigen…

Der Euro-Raum macht beeindruckende Fortschritte

In den letzten Jahren dominierten vor allem negative Meldungen über den Euro-Raum die Schlagzeilen. Hier ging es um die fehlende Einigkeit unter den Politikern aus Nord- und Südeuropa oder um die schlechte Wirtschaftslage in vielen EWU-Ländern. Bei letzterem hat sich das Bild zuletzt gewandelt. Und es gibt zunehmend Positives zu vermelden. Die Konjunktur im Euro-Raum erholt sich. Und zwar nicht  nur in den stabilen Ländern wie Deutschland, Österreich oder den Niederlanden, sondern auch in den vormaligen Krisenländern Südeuropas. Der konjunkturelle Aufschwung ist  im Euroraum überall spürbar. So zeigte die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern im Industriebereich, dass der Sektor zuletzt so stark gewachsen ist wie seit rund sechs Jahren nicht mehr. Besonders beeindruckend dabei ist nicht nur, wie positiv die Konjunkturaussichten von den befragten Managern beurteilt werden, sondern dass sich in allen teilnehmenden Ländern eine positive Entwicklung abzeichnet. Dabei überzeugen etwa Spanien und Irland bereits seit rund drei Jahren mit…

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