Politik

Immobilienpreise steigen in einigen Ländern langsamer

Die Hauspreise sind an den internationalen Immobilienmärkten im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Der von uns für 20 Länder berechnete Hauspreisindex zeigt aber auch, dass die Preisdynamik trotz des verbreitet niedrigen Zinsniveaus nachgelassen hat. Dahinter verbirgt sich allerdings kein genereller Trend, sondern zunehmend gegenläufige Entwicklungen. Denn während die Häusermärkte in einigen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Portugal kräftig auf die Tube gedrückt haben, sind die Hauspreise insbesondere dort, wo es über viele Jahre fast kontinuierlich bergauf ging, unter Druck geraten. In Australien und Schweden sanken die Preise sogar etwas. Aufgrund der voraussichtlich auch weiterhin niedrigen Hypothekenzinsen dürften die Preise an den meisten internationalen Immobilienmärkten weiter steigen. Die Zeit für besonders kräftige Preiszuwächse scheint aber vorüber. Makroprudentielle Instrumente erschweren die Immobilienfinanzierung, hohe Kaufpreise belasten die Erschwinglichkeit und die international schwächere konjunkturelle Entwicklung schiebt die Märkte weniger stark an. Dazu kommt, dass der Wohnungsbau in einer ganzen Reihe von Ländern zugenommen hat…

China: Die Gründe für den unheimlichen Kursaufschwung

In China steigen die Börsen wie in den besten Tagen. Mit dem katapultartigen Anstieg der Kurse 2019 wurde eine Einigung der amerikanisch-chinesischen Zollverhandlungen vorweggenommen. Auch der langfristige Ausblick spricht für China: Die chinesische Wirtschaft dürfte in diesem Jahr rund viermal so schnell wachsen wie die deutsche Wirtschaft. Darüber hinaus wird das „alte China“ langfristig durch das „neue China“ in der Industrie- und Dienstleistungslandschaft ersetzt. Das „alte China“ wird an der Börse repräsentiert von Unternehmen aus den Bereichen wie Immobilien, Grundstoffe oder Finanzen. Diese wachsen langsamer oder kämpfen mit Problemen wie Überkapazitäten oder notleidenden Kredite. Dies ist einer der Gründe, warum diese Aktien im ohnehin schwachen Marktumfeld im Dezember 2018 mit besonders hohen Abschlägen zur Bewertung des Gesamtmarktes gehandelt wurden. Diese Unterbewertung wurde durch den Kursanstieg 2019 wieder ausgeglichen. Dennoch sind die Anleger immer noch auf der Suche nach Wachstumsstories jenseits defensiver Aktien (obwohl dies auch gute Anlagemöglichkeiten sein können). Diese…

Deutscher Wohnungsmarkt: Genehmigungen 2018 leicht rückläufig, zunehmende Regulierung könnte dies noch verschlimmern

Das zu knappe Wohnungsangebot ist ein wesentlicher Grund für kräftig steigende Immobilienpreise und Mieten. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Denn die Zahl der Baugenehmigungen ist im vergangenen Jahr sogar minimal um 0,2% auf 347.300 Wohnungen zurückgegangen. Das ist auf den ersten Blick weniger gravierend, schließlich ist die Genehmigungszahl nicht einmal um 1.000 Einheiten gesunken. Abwärts ging es zudem vor allem bei Wohnheimen. Dagegen ist die Zahl der genehmigten Häuser und Wohnungen um 3.000 auf 332.600 Stück gestiegen. Problematischer ist, dass der Bau neuer Wohnungen nicht hinterherkommt: Es stockt bei den Fertigstellungen. Im vergangenen Jahr dürften rund 300.000 gebaut worden sein, rund 100.000 Einheiten unter dem geschätzten jährlichen Neubaubedarf. Ein größerer Zuwachs ist angesichts der weitgehend ausgelasteten Bauwirtschaft kaum möglich. Für wesentlich mehr Fertigstellungen benötigt der arbeitsintensive Bausektor mehr Mitarbeiter, die zwar händeringend gesucht werden, angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt aber kaum verfügbar sind. Gebremst wird der…

Brexit-Abkommen: nein, nein – und nochmals nein?

Am Mittwochabend haben sich die Abgeordneten des britischen Unterhauses mehrheitlich dafür ausgesprochen, einen EU-Austritt ohne Abkommen grundsätzlich auszuschließen. Zwei Erkenntnisse lassen sich aus dem Abstimmungsergebnis ziehen: Zum einen hat Premierministerin May im Parlament eine weitere Niederlage erlitten, wollte sie den No-Deal-Brexit doch lediglich für Ende März und nicht generell ausschließen. Ihr Versuch, eine Ablehnung dieses Änderungsantrags mithilfe des Fraktionszwangs unter den Konservativen durchzusetzen, schlug offensichtlich fehl. Selbst einige Vertreter aus den Reihen der Regierung votierten gegen Mays Willen oder enthielten sich zumindest. Zum anderen nutzte May ihre Redezeit im Nachgang zur Abstimmung, um völlig zu recht darauf hinzuweisen, dass ohne neue Weichenstellungen das Land auch weiterhin Ende des Monats ohne Abkommen aus der Staatengemeinschaft ausscheiden wird. Rechtlich verbindlich ist das Abstimmungsergebnis schließlich nicht. Außerdem – und das wird in London gerne vergessen – hat die Europäische Union auch noch ein Wörtchen mitzureden. Sehr viel ist aktuell vom Machtverlust der Premierministerin…

DeutschlandBank AG

Die Spekulationen über eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank halten sich seit Anfang September 2016 hartnäckig. Der neue CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing, schloss zu Beginn seiner im April 2018 beginnenden Amtszeit eine Fusion zwischen den beiden Großbanken für die nächsten zwölf bis 18 Monate nahezu aus und verwies zur Begründung auf die laufende Integration der Postbank und die anhaltende Restrukturierung des Konzerns. Diese Argumente sind zwar auch heute noch valide. Doch der politische und gegebenenfalls auch wirtschaftliche Druck scheinen nun hinreichend groß zu sein, dass trotz allem informelle Gespräche bezüglich einer möglichen Fusion der beiden Institute geführt werden. Positive Effekte eines Zusammenschlusses der beiden Großbanken könnten sein: 1. die skalierbaren Investitionskosten für Technologie und Digitalisierung, 2. die erheblichen potenziellen Kostensynergien infolge ähnlicher Geschäftsfelder und 3. ein eventuell möglicher Transfer von Kundeneinlagen innerhalb des Konzerns. Dagegen sprechen Gründe wie: 1. höhere Kapitalanforderungen aufgrund der Größe, 2….

Türkei: Rezession vor Kommunalwahlen, Ausblick bleibt verhalten

Nun ist es amtlich: Die Wirtschaft der Türkei ist zum Jahresende 2018 in eine Rezession gestürzt. Die Wirtschaftsleistung des Landes sank im Schlussquartal des vergangenen Jahres spürbar um 2,4% gegenüber dem Vorquartal. Damit nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits das zweite Mal in Folge ab. Der Rückgang war zudem kräftiger als noch im Sommerquartal, als das Minus 1,6% betrug. Aufgrund der dynamischen Konjunktur noch zu Jahresbeginn 2018 fiel die Wachstumsrate für das Gesamtjahr mit 2,6% positiv aus. Für Präsident Erdoğan sind die schlechten Wirtschaftszahlen ein Problem. Denn Ende März finden in der Türkei Kommunalwahlen statt. Mit verschiedenen Maßnahmen hat die Regierung bereits versucht, sich gegen die hohen Inflationszahlen zu stemmen, die Konjunktur in Gang zu halten und letztlich die Bevölkerung zu besänftigen. Hierzu gehört eine Anhebung des Mindestlohns, ein vergünstigter staatlicher Vertrieb von Grundnahrungsmitteln sowie die Verlängerung der reduzierten Mehrwertsteuersätze unter anderem auf Automobile. Die Inflationsrate hatte im Februar 2019 mit…

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