Politik

Corona Krise – wie geht es weiter?

Aus der Corona Krise ist eine systemische Krise geworden. Jedoch ist sie nicht vergleichbar mit der Finanzmarktkrise von 2008/09. Daher sind der Verlauf und die notwendigen Rettungsmaßnahmen auch unterschiedlich. Die aktuelle Krise ist bislang eine Angebotskrise, da die Produktion als erstes betroffen war. Zudem wurden die Lieferketten deutlich gestresst. Durch die gesellschaftlichen Einschränkungen und die breitflächigen Quarantänemaßnahmen wird daraus nun langsam eine Nachfrage getriebene Krise. Der Bankensektor ist bislang noch nicht betroffen. Wenn es zu einer breiten Insolvenzwelle kommen sollte, wären die Belastungen natürlich auch bei den Banken deutlich spürbar und könnten hier wiederum eine Bankenkrise auslösen. In diesem Fall würde der kriselnde Bankensektor als ein Brandbeschleuniger wirken und die Rezession vertiefen und verlängern. Die nun getroffenen Maßnahmen von der EZB und der Bundesregierung zielen darauf ab, genau dies zu verhindern. Die neuen Regelungen für das Kurzarbeitergeld sollten die Belastungen für die privaten Haushalte großteils abfedern. Die umfassende Kreditzusage sollte…

Bundesregierung und EZB machen alles richtig!

Ein dickes Lob an EZB und Bundesregierung! Mit ihren jeweiligen Beschlüssen haben sie sich nicht dem anfangs der Woche herrschenden Aktionismus gebeugt, sondern jeweils die richtigen Impulse gegeben. Die EZB hat zusammen mit der EBA über mehrere Pressemitteilungen Anpassungen bei den geldpolitischen Maßnahmen beziehungsweise Erleichterungen für Banken angekündigt. So bleiben die Leitzinsen zwar unverändert, dafür wird es zusätzliche Wertpapierankäufe über 120 Mrd. Euro bis Jahresende geben. Zudem werden die Konditionen für die Liquiditätsversorgung gelockert. Daneben werden Banken aufgefordert, auf ihre bestehenden Eigenkapital- und Liquiditätspuffer zurückzugreifen, um die Kreditversorgung der Realwirtschaft aufrecht zu erhalten. Die regulatorischen Anforderungen werden entsprechend etwas gesenkt. Auch wenn einige Marktteilnehmer enttäuscht waren, sind diese Maßnahmen ausgewogen und hilfreich. Die EZB hat das Einzige getan, was in ihrer Macht steht. Sie stellt durch die Bereitstellung günstiger und ausreichender Liquidität sicher, dass Banken dank adäquater Refinanzierung ihrer Aufgabe, die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, nachkommen können. Die Krise,…

Die Corona-Rezession wird kommen – aber wie tief wird sie sein?

Die Entwicklung der Infektionsfälle mit dem Corona-Virus verläuft in den betroffenen Ländern außerhalb von China derzeit sehr ähnlich wie vor einigen Wochen in China selbst. Man muss also auch für die nächsten Tage einen kräftigen Anstieg der Zahl der Neuerkrankungen erwarten. Die aktuelle Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, dass man Zeit gewinnt, indem man den schnellen Anstieg der Neuinfektionen so weit wie möglich verlangsamt. So will man die Stabilität des Gesundheitswesens sicherstellen. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist das sicherlich die richtige Strategie. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise lassen sich weiterhin nur schwer abschätzen. Es ist aber relativ sicher, dass die meisten Industrieländer im ersten Halbjahr 2020 in eine mehr oder weniger tiefe Rezession fallen werden. Für Italien muss man sicherlich mit einer tiefen wirtschaftlichen und strukturellen Krise rechnen. Vor diesem Hintergrund sind die zuletzt beschlossenen fiskalischen Hilfspakete der Europäischen Union und der Einzelländer zweifellos richtig. Auch wenn die…

Weltwirtschaft durch Pandemie unter erheblichem Druck

Der Ausblick für die Weltkonjunktur ist durch die rasante Ausbreitung des Corona-Virus zunehmend unter Druck geraten. In China und im angrenzenden asiatischen Raum sind die Betriebsabläufe immer noch gestört, dadurch stehen die globalen Lieferketten unter Druck. Auch für die europäische Wirtschaft und die Vereinigten Staaten hat sich die Perspektive deutlich eingetrübt. Dabei drohen nicht nur den exportabhängigen Ländern Belastungen. Immer mehr Länder schränken das öffentliche Leben zunehmend ein, was auf der Binnenkonjunktur lastet. Wir haben unsere Wachstumsprognosen deshalb deutlich gesenkt. Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte rund einen Prozentpunkt niedriger ausfallen und im Jahr 2020 nur noch bei knapp zwei Prozent liegen. In China dürfte die Wirtschaft im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal geschrumpft sein – ein Novum in den letzten 30 Jahren. Die Infektionszahlen gehen inzwischen zwar deutlich zurück und viele der rigorosen Vorsichtsmaßnahmen konnten gelockert werden. Von Normalität ist das Land aber noch weit entfernt. Negative Rückwirkungen drohen…

Die Corona Rezession wird kommen, Frage ist wie tief wird sie sein?

Die Entwicklung der Infektionsfälle an Corona entwickeln sich weiterhin sehr ähnlich zu dem Verlauf in China (s.u.). Man kann also auch für die nächsten Tage einen kräftigen Anstieg der Neuerkrankungen erwarten. Die aktuelle Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, dass man den schnellen Anstieg der Neuinfektionen verzögert und damit die Stabilität der Gesundheitswesen erhält. Anbetracht der aktuellen Entwicklungen zurzeit sicherlich die richtige Strategie. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise lassen sich weiterhin nur schwer abschätzen. Es ist aber relativ sicher, dass die meisten Industrieländer in H1 in eine mehr oder weniger tiefe Rezession fallen werden. Für Italien muss man mit einer tiefen wirtschaftlichen und strukturellen Krise rechnen. Vor diesem Hintergrund sind die zuletzt beschlossenen fiskalischen Hilfspakete richtig. Auch wenn diese im Laufe der Zeit noch nachjustiert werden müssen. Die hektisch wirkenden Aktionen der Zentralbanken sind dagegen aus meiner Sicht eher Aktionismus, werden aber von den Marktteilnehmern erwartet und teils vehement eingefordert….

Corona – Wir brauchen jetzt Gelassenheit und Fiskalpolitik

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was uns die nächsten Tage und Wochen noch erwarten könnte, folgende einfache Grafik (s.u.). In der Grafik sind die Corona Fälle außerhalb Chinas um einen Monat nach hinten verschoben abgetragen. Die Entwicklung der Infektionsausbreitung ähnelt frappierend der Ausbreitung von CoVvd-19 in China. Wenn sich die Grippewelle außerhalb von China ähnlich verhält wie in China, werden wir in den nächsten Tagen einen schnellen Anstieg sehen und dann, wie in China, das Abebben der Epidemie. Dabei ist zu aber zu bedenken, dass die Quarantänemaßnahmen in China sehr weitreichend waren, im Vergleich zum Rest der Welt. Daher besteht das Risiko, dass sich die Verlangsamung außerhalb von China nicht entsprechend schnell einstellt, oder aber die Infektionszahlen viel schneller steigen als in China. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann wäre dies ein guter Hinweis, dass Quarantänemaßnahmen eigentlich wenig bringen. Die Verbreitung des Corona-Virus ist zurzeit noch ein…

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