Politik

Trump bleibt im Amt – bleibt der Corona-Virus in China?

Die Corona-Grippe breitet sich in China zunehmend aus. Das Ausmaß von SARS wurde bereits jetzt mit bislang über 20.000 Infizierten weit übertroffen. Trotz der hohen Ansteckungsrate bleibt die Zahl der Erkrankungen außerhalb Chinas jedoch sehr klein und überschaubar. Von einer globalen Pandemie ist man noch sehr weit entfernt. Die Finanzmärkte haben auf die Entwicklung reagiert, die in der letzten Woche sichtbar gestiegenen Sorgen haben sich wieder verflüchtigt. Dies gilt natürlich nur solange die Verbreitung der Grippe weitestgehend auf China beschränkt bleibt. Die kräftigen Kursanstiege an den Aktienmärkten könnten trotzdem etwas verfrüht gewesen sein. Je länger das Grippevirus die wirtschaftliche Aktivität in China einschränkt, umso größer werden die wirtschaftliche Verluste sein. Bereits jetzt sollte man leicht negative Effekte für die weltwirtschaftliche Dynamik nicht ausschließen. Für die erreichten wirtschaftlichen Erfolge und die äußerst gute Entwicklung der Finanzmärkte hat sich US-Präsident Trump feiern lassen. Der Wahlkampfauftakt lässt erahnen, was uns in den kommenden…

Deutsche Landwirtschaft im Umbruch

  Die Bundesregierung hat auf die anhaltenden Bauernproteste reagiert und Vertreter aus Ernährungsgewerbe und Handel zu Gesprächen über die Lebensmittelpreise eingeladen. Greifbare Ergebnissen waren nicht zu erwarten. Die angespannte Lage verdeutlicht jedoch den hohen Druck, unter dem die Branche steht und der den landwirtschaftlichen Strukturwandel beschleunigen dürfte. Auslöser für die Zukunftsängste der Landwirte ist aber nicht nur ein starker internationaler Preiswettbewerb. Auch Umweltschutzauflagen, Klimawandel, technischer Fortschritt und demographische Probleme spielen eine Rolle. So zählt die Landwirtschaft zu den Wirtschaftszweigen, in denen Digitalisierung eine deutlich effizientere Produktion verspricht. Allerdings sind die neuen Techniken, die allmählich Einzug im Agrarsektor halten, mit hohen Investitionen verbunden. Das verstärkt den Druck zur Bildung größerer Betriebseinheiten. Hinzu kommt die sich verschärfende Nachfolgeproblematik. Spätestens wenn die geburtenstarken Jahrgänge unter den Landwirten in den Ruhestand gehen, ist mit einem neuen Schub beim „Höfesterben“ in Deutschland zu rechnen. Bis 2040 dürfte die Zahl der Betriebe von derzeit 266.700 (2018)…

EZB hat ihre Grenzen erreicht

Die um sich greifende Grippewelle hat die Diskussion über notwendige Zinssenkungen wiederbelebt. Dies kommt eigentlich zur Unzeit. Denn in den zurückliegenden Wochen wurde am Kapitalmarkt eher zunehmend darüber diskutiert, ob die ultraexpansive Geldpolitik der vergangenen Jahre die Finanzmarktstabilität gefährde. Hintergrund dieser Diskussion ist weniger, dass die Leitzinsen bei null liegen beziehungsweise der Einlagesatz einen negativen Wert aufweist, sondern vielmehr der lange Zeitraum der lockeren Geldpolitik. Obwohl man schon seit einem Jahr geldpolitisch Vollgas gibt, ist die Inflation hartnäckig niedrig, die Löhne steigen kaum und Investitionen, wie Wirtschaftswachstum entwickeln sich bestenfalls moderat. Diese Entwicklungen haben Zweifel an der Effektivität der Geldpolitik aufkommen lassen. Während die Leitzinssenkungen und die Anleihekäufe wichtige und richtige Schritte zur Krisenbewältigung waren, schafft es die EZB nicht mehr, die zugrunde liegenden Probleme innerhalb der Europäischen Währungsunion zu beheben. Die geldpolitischen Grenzen sind im Euroraum erreicht worden. Bei der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung sollte zudem nicht das Risiko unterschätzt…

FOMC: Fed stellt Liquiditätsversorgung sicher

Die eindeutige Botschaft der US-Notenbank von gestern Abend lautet: Das aktuelle Leitzinsniveau ist angemessen. Die derzeitige geldpolitische Ausrichtung dürfte das Wirtschaftswachstum stärken und die Rückkehr zum Inflationsziel von 2% fördern. Vor diesem Hintergrund hat der geldpolitische Ausschuss der Fed bei seiner gestrigen Sitzung den Leitzinskorridor unverändert bei 1,5% bis 1,75% gelassen. Der Leitzinsentscheid ist einstimmig getroffen wurden. Dies war unisono von den Marktteilnehmern erwartet worden. Trotz des unveränderten Leitzinsniveaus wurden andere, wichtige geldpolitische Entscheidungen getroffen. So wurde der Zins für die Überschussreserven (Interest on Excess Reserves IOER) wie erwartet um fünf Basispunkte angehoben. Diese Anpassung ist in erster Linie als technische Maßnahme zu verstehen, damit die IOER und die effektive Fed-Funds-Rate in der Mitte des angestrebten Zinskorridors liegen. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass die Repo-Geschäfte mindestens bis April fortgesetzt werden und die T-Bill Käufe bis ins zweite Halbjahr. Die Notenbanker möchten sicherstellen, dass die Überschussreserven der Geschäftsbanken mindestens bei 1,5…

Es läuft für Italien und Griechenland

Die Götter zeigen sich den Regierenden in Athen und Rom gegenüber derzeit gnädig gestimmt. Bei den Regionalwahlen in Emilia-Romagna blieb der befürchtete Rechtsruck aus. Die sozialdemokratische PD wird auch in Zukunft den Regionalpräsidenten stellen. Ihr Kandidat, Bonaccini, erhielt 51,4% der Stimmen, wohingegen die Kandidatin der Lega, Borgonzoni, nur auf 43,6% der Stimmen kam. Auch bei der Wahl zum Regionalparlament liegt Mitte-links vor den Rechtspopulisten. Einen rabenschwarzen Tag erwischte hingegen die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), deren Kandidat im Zweikampf der beiden anderen Parteien mit 3,4% Zustimmung nahezu unterging. Trotz der Niederlage der M5S ist das gestrige Ergebnis als Sieg der Regierungsparteien in Rom zu werten, wohingegen der Höhenflug der Lega damit erst einmal einen Dämpfer erlitt. Entsprechend positiv reagierten heute Morgen auch die Anleger. Renditen 10-jährige Staatsanleihen sanken um bis zu 20 Basispunkte, der Risikoaufschlag gegenüber Bundesanleihen fiel unter die Marke von 140 Basispunkten. Der Optimismus fußt auf der Annahme, dass die Gefahr…

Ganz oben die Umwelt

Dieser Tage steht bei den Gesprächen auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos das Thema Umweltschutz ganz oben auf der Agenda. Die negativen Folgen der Klimaerwärmung sind nicht mehr wegzudiskutieren, die Bilder von den verheerenden Flächenbränden in Australien zeigen einmal mehr die Brisanz des Problems, auch wenn es sich bislang noch kaum in den volkswirtschaftlichen Statistiken widerspiegelt. Die wirtschaftlichen Rechenwerke sind einst entwickelt worden, um ökonomischen Erfolg messbar zu machen – als Ertrag minus Kosten. Als Kosten werden sowohl bei den Unternehmen als auch auf der volkswirtschaftlichen Ebene alle Aufwände verbucht, die sich pekuniär bewerten lassen. Die frei verfügbaren Umweltressourcen Wasser und insbesondere Luft haben viel zu lang nicht dazugehört. Die Kosten der Verschmutzung trägt auch heute noch meist nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit. Diese ökonomische Fehlkalkulation muss sich schnellstmöglich ändern, darüber besteht wohl weitestgehend Einigkeit, wenn auch nicht über den richtigen Weg dorthin. An einer (spürbaren!) CO2-Bespreisung führt kein Weg…

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