Politik

China: Wachstum stabilisiert sich dank staatlicher Maßnahmen

Chinas Konjunktur hat sich in den zurückliegenden Monaten stabilisiert, dies zeigen die neuesten Wirtschaftszahlen. Danach ist das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal dieses Jahres um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen – geringfügig stärker als zum Jahresauftakt, als das Wachstum auf 7,4 Prozent und somit den geringsten Wert seit 18 Monaten zurückgefallen war. Der nun gemeldete Wert hat auch die Markterwartungen leicht übertroffen. Die eigentlich positive Nachricht: Gegenüber dem ersten Quartal 2014 hat sich das BIP-Wachstum zuletzt recht deutlich auf 2 Prozent beschleunigt, das ist der kräftigste Anstieg seit 9 Monaten. Zu Jahresbeginn hatte die entsprechende Rate noch bei rund 1 ½ Prozent gelegen. Die leichte Konjunkturerholung stützt sich allerdings überwiegend auf eine Vielzahl kleinerer staatlicher Stimulierungsmaßnahmen, die die chinesische Führung in den vergangenen Monaten gezielt auf den Weg gebracht hat. Hierzu zählen insbesondere vorgezogene Investitionen in Infrastruktur und sozialen Wohnungsbau. Der Anstieg der staatlichen Investitionstätigkeit hat die in den letzten…

Frankreich: Die Null wird stehen

Nach dem verlorenen WM-Viertelfinale gegen Deutschland erblickte die französische Nationalmannschaft auf der Anzeigetafel eine Null für die Équipe Tricolore, während für Deutschland eine Eins aufleuchtete. Ähnlich dürfte es sich dieses Jahr für das französische Wirtschaftswachstum verhalten: Denn wir erwarten lediglich ein sehr mageres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, sodass am Ende mit 0,6 Prozent eine Null vor dem Komma stehen sollte. Damit bleibt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone eine entscheidende Bremse für die konjunkturelle Erholung im gemeinsamen Währungsraum. Die zum Großteil unverändert schwachen Wirtschaftsdaten aus Frankreich treiben französischen Konjunkturbeobachtern mehr und mehr Sorgenfalten auf die Stirn. Dabei fallen nicht nur „harte“ Daten schlecht aus, sondern auch Stimmungsindikatoren machen wenig Hoffnung darauf, dass die Wirtschaft unseres größten Nachbarlandes im Jahresverlauf so richtig in Schwung kommt. Immerhin ist etwas Besserung in Sicht: Nach dem Stillstand der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn dürfte für die Monate April bis Juni ein minimales Quartalsplus ausgewiesen werden, eine abermalige Stagnation ist…

Brasilien nach der Fußball-WM: Wirtschaft im Stimmungstief

Brasilien erlebt nach der Fußball-WM gerade grenzenlosen Frust und Enttäuschung: Seine Selecao hat nicht wie so sehr erhofft den WM-Titel im eigenen Land geholt, sondern im Halbfinale eine bittere Niederlage einstecken müssen. Auch das Spiel um den dritten Platz ging verloren. Als wäre der Fußball ein Spiegel für die ökonomische Verfassung des Landes, gab es zuletzt auch zur Konjunktur nur Ernüchterndes zu melden. Nachdem das Wirtschaftswachstum trotz der letzten baulichen Vorbereitungen auf das Fußball-Großereignis im ersten Quartal kaum mehr als stagnierte, dürfte auch das zweite Quartal kein großes  Wachstum erbracht haben. Die Industrieproduktion war im Frühsommer rückläufig, der reale Konsum schwach. Dabei signalisieren die Frühindikatoren keine nachhaltige Konjunkturbelebung im nun begonnenen zweiten Halbjahr. Im Gegenteil, die Einkaufsmanager etwa haben gerade erneut ihre Erwartungen nach unten korrigiert, der Index von Markit notiert hier seit drei Monaten unter der neutralen Linie von 50. Auch das Konsumklima ist zuletzt abgestürzt. Zugleich hat die…

EU: Woche der Personalentscheidungen – Folgen für den Stabilitätspakt?

In dieser Woche stehen wichtige Weichenstellungen für die EU an. Am Dienstag stimmt das Europäische Parlament über den künftigen EU-Kommissionspräsidenten ab. Weil die beiden größten Fraktionen der Sozialisten und Konservativen voraussichtlich nicht geschlossen hinter dem Kandidaten Jean-Claude Juncker stehen werden, könnte es ein hauchdünnes Ergebnis geben. Aber alles andere als eine Mehrheit für den ehemaligen luxemburgischen Premier wäre eine faustdicke Überraschung. Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Schon am Mittwoch kommen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel zusammen, um das EU-Personaltableau komplett zu machen. Nicht nur ein Nachfolger für den bisherigen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy wird gesucht, sondern auch ein Nachfolger für die Außenbeauftragte Catherine Ashton. Es sind schon einige Namen in der Brüsseler Gerüchteküche herumgereicht worden, wobei in der Vergangenheit die europäischen Staatenlenker oftmals bei der Entscheidung Überraschungskandidaten aus dem Hut gezaubert haben. Aus wirtschaftspolitischer Sicht am interessantesten dürfte die Personalie „Euro-Gruppen-Chef“ sein. Zwar hat der derzeitige…

Verbesserte Einkommensperspektiven privater Haushalte mit fadem Beigeschmack

Der Bundesrat hat heute dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde zugestimmt. Zusammen mit dem Rentenreformpaket wurden zwei sozialpolitische Maßnahmen ergriffen, von denen verstärkt untere Einkommensschichten profitieren. Für verbesserte Einkommensperspektiven der Bürger sorgt jedoch vor allem auch der günstige Konjunkturverlauf. Das hat sich bereits in den Tarifverhandlungen des laufenden Jahres niedergeschlagen. Im nächsten Jahr sollte sich das Wirtschaftswachstum zwar abschwächen, im europäischen Vergleich aber immer noch ordentlich ausfallen. Obwohl der Mindestlohn Arbeitsplätze kostet, dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im nächsten Jahr weiter steigen – allerdings langsamer als 2014. Zeitlich verzögert profitieren auch die Betriebsüberschüsse und Selbstständigeneinkünfte vom Aufschwung. Ein Wermutstropfen für die Einkommensentwicklung privater Haushalte ist jedoch das anhaltend niedrige Zinsniveau. Gemessen an der langjährigen Durchschnittsrendite deutscher Rentenwerte hat das private Geldvermögen in Form von Einlagen, Rentenpapieren und Rentenfonds ein Einkommenspotenzial von rund 80 Mrd. Euro im Jahr. Aktuell erreichen die Zinseinkünfte der Bürger gerademal 18 Mrd. Euro. Kurz-…

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird’s langsam eng

Im Rahmen ihrer regelmäßigen „Engpassanalyse“ hat die Bundesagentur für Arbeit festgestellt, dass vor allem in technischen Berufsfeldern, wie z. B. in der Automatisierungs- und Energietechnik, aber auch in Gesundheits- und Pflegeberufen, also z. B. bei Humanmedizinern und examinierten Pflegekräften, mittlerweile ein „bundesweiter Fachkräftemangel“ besteht. Die deutschen Unternehmen haben demnach immer größere Schwierigkeiten, geeignetes Personal für ihre Vakanzen zu finden. Dies mag in Anbetracht von immer noch knapp drei Millionen Arbeitslosen zunächst verwundern. Doch bereits seit 2011 haben sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt Beschäftigung und Arbeitslosigkeit entkoppelt. So stieg in den ersten Monaten 2014 die Beschäftigung im Vorjahresvergleich insgesamt um rund 360.000, die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs erhöhte sich sogar um mehr als 400.000. Die Arbeitslosenzahl liegt 2014 bislang dagegen nur etwa 35.000 unter Vorjahr. Das heißt, der weitaus größte Teil der neu geschaffenen Stellen kann nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus besetzt werden. Vielmehr sind die Unternehmen auf neu auf den Arbeitsmarkt…

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