Regulierung / Banken

Steilerer Zinspfad der Fed nach dem „Trial-and-Error“-Konzept

Die Fed hat gestern Abend den geldpolitischen Kurs der vergangenen Monate fortgesetzt und die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Daneben wurden die Erwartungen über den zukünftigen Zinspfad nach oben angepasst. Die US-Währungshüter gehen im Median davon aus, dass die Fed die Leitzinsen im weiteren Verlauf dieses Jahres noch zweimal anheben wird. Im kommenden Jahr dürften insgesamt drei Zinsanhebungen erfolgen. Damit hat sich der allgemeine Tenor der Fed in Richtung einer leicht restriktiveren Geldpolitik verschoben. Die Wachstums- und Inflationsprojektionen der einzelnen Währungshüter spiegeln eine zuversichtliche Entwicklung der konjunkturellen Dynamik wider, während die Inflationsrate bei nur leicht oberhalb von 2% weiterhin gemäßigt ausfallen sollte. Dieser Entscheid wurde einstimmig getroffen. Im Großen und Ganzen hat die US-Notenbank unsere Meinung bestätigt, dass die Leitzinsen weiterhin in Richtung eines neutralen Niveaus angepasst werden, wenn wir auch bisher von einem vorsichtigeren Kurs ausgegangen waren. Außerdem hat die Fed die Forward Guidance verändert sowie eine technische Anpassung…

Droht nach dem Zinsanstieg eine Pleitewelle europäischer Zombie-Unternehmen?

In den meisten europäischen Ländern sind die Firmenpleiten in den letzten Jahren zurückgegangen. Hierzu haben neben der konjunkturellen Erholung auch die extrem niedrigen Kreditzinsen beigetragen. Die daraus resultierende Kostenersparnis ist zwar erfreulich für die Unternehmen. Allerdings besteht die Gefahr, dass das langanhaltende Niedrigzinsumfeld die Entstehung von Zombie-Unternehmen begünstigt. Die Sorgen richten sich auf die Zeit, wenn die Zinsen wieder signifikant steigen. Das dürfte viele Zombie-Unternehmen überfordern und könnte eine Pleitewelle auslösen. In Deutschland und Frankreich besteht kaum Gefahr, dass ein signifikanter Anstieg des Zinsniveaus in eine Pleitewelle führt. Hier nutzen die Firmen vorwiegend mittel- und langfristige Festzinskredite, die ihnen das niedrige Zinsniveau über einen längeren Zeitraum sichern. Vor allem aber spricht die niedrige Non-Performing Loans-Quote bei Unternehmenskrediten für eine geringe Verbreitung von Zombie-Unternehmen. Sorgen um eine kräftig wachsende Zahl an Insolvenzen bei einem Zinsanstieg müssen sich dagegen Portugal, Italien und Irland machen. Hier deuten hohe NPL-Quoten auf eine stärkere Verbreitung…

US Notenbank hat keinen Grund zur Eile

Wie nahezu einhellig von den Marktteilnehmern erwartet, hat die Fed gestern Abend den Leitzinskorridor bei 1,50% bis 1,75% unverändert gelassen. Die Erläuterungen zum Zinsentscheid, die Auskunft über den weiteren geldpolitischen Kurs geben sollen, wurden gegenüber der letzten Sitzung im März nur leicht angepasst. Einige Marktteilnehmer hatten damit gerechnet, dass die Notenbank angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung und des zuletzt gestiegenen PCE-Deflators – das präferierte Inflationsmaß der Fed – ihr Wording deutlich verschärfen und nun vor Inflationsgefahren warnen wird. Dies hat sich aber nicht bewahrheitet. Was die Indikation bezüglich einer Leitzinserhöhung im Juni betrifft, so gab es im gestern veröffentlichten Zinskommuniqué kaum neue Hinweise. Die Fed nahm zwar zur Kenntnis, dass die Konsumtätigkeit im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal 2017 nachgelassen habe. Die Unternehmensinvestitionen setzten jedoch ihren kräftigen Anstieg fort. Die mittelfristigen Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick seien daher ungefähr ausgeglichen. Die Inflation sei zuletzt angestiegen und erreiche nun das…

Es bleibt dabei: Der Weg in eine Europäische Einlagensicherung ist lang und steinig

Die Diskussion um eine gemeinsame Europäische Einlagensicherung nimmt wieder Fahrt auf. Im Februar forderte EZB-Präsident Mario Draghi, die Errichtung von EDIS (European Deposit Insurance Scheme) nicht länger aufzuschieben. Passend hierzu hat sein Institut im April eine Studie veröffentlicht. Darin kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass EDIS in der Lage wäre, die Abdeckung von Einlegerschäden auch bei erheblichen Bankenkrisen zu gewährleisten. Zuletzt hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen mit Emmanuel Macron zu Wort gemeldet. Sie erklärte die Bereitschaft Deutschlands, an einer gemeinsamen Einlagensicherung mitzuwirken. Allerdings sieht sie die Realisierung des Projekts nicht in der unmittelbaren, aber in einer ferneren Zukunft. Tatsächlich gilt es auf dem Weg zu einer Europäischen Einlagensicherung noch gewaltige Herausforderungen zu meistern. Hierzu zählt der Abbau hoher Risiken, die in den Bilanzen zahlreicher Banken schlummern. Das zeigen die „faulen Kredite“, die sich laut European Banking Authority Ende 2017 auf über 813 Mrd. Euro in Europa…

Bankenkrisen lassen sich nur schlecht vorhersagen, Risiken steigen aber in China, Hongkong, Kanada und die Schweiz

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in ihrem Quartalsbericht einen Sonderbeitrag veröffentlicht, in dem die Liste der potenziellen Frühindikatoren für Bankenkrisen erweitert wird. So könnten eine hohe Haushaltsverschuldung und hohe internationale Verbindlichkeiten Staaten in Schwierigkeiten bringen und in der Folge zu Bankenkrisen führen. In einer Untersuchung historischer Daten konnte entsprechenden Indikatoren, die Haushalts- und internationale Verschuldung messen, eine hohe Prognosegüte bezüglich zukünftiger Bankenkrisen nachgewiesen werden. Dabei hat sich vor allem das Verhältnis von Schuldendienst zu verfügbaren Einkommen bei Haushalten als nützlicher Indikator erwiesen. Beide Indikatoren sind in den Jahren vor einer Bankenkrise gemessen an ihren Trends relativ gleichmäßig angestiegen und dann nach Beginn einer Bankenkrise deutlich abgefallen. Die gemeinsame Nutzung von Verschuldungsindikatoren und solchen zur Immobilienpreisentwicklung hat die Prognosegüte noch einmal erhöht. Insgesamt deutet eine Analyse des derzeitigen globalen Umfelds anhand dieser erweiterten Liste an Frühindikatoren darauf hin, dass sich in einigen Ländern, wie China, Hongkong, Kanada und die…

Griechenland erhält besseres Rating

Moody’s hat gestern Abend für einen Paukenschlag gesorgt. Entgegen des üblichen Turnus hat Moody’s das griechische Rating außerordentlich um zwei Stufen auf „B3“ angehoben – der Ausblick bleibt positiv. Die Heraufstufung als solche wundert weniger als der gewählte Zeitpunkt. Die reguläre Überprüfung der Bonitätsnote Griechenlands hätte für den 30. März angestanden. Im Falle außerordentlicher Umstände ist es den Agenturen jedoch gestattet, von dem zuvor veröffentlichten Terminplan abzuweichen. Überwiegend nutzten die Agenturen diese Ausnahmemöglichkeit bis dato für außerordentliche Herabstufungen. Dass Moody’s sich veranlasst sah, Hellas vorzeitig heraufzustufen, dürfte die Regierung in Athen umso mehr freuen. Inhaltlich führt Moody’s drei wesentliche Gründe für die Entscheidung an. Griechenland habe sowohl substantielle fiskalische als auch institutionelle Fortschritte vollzogen. Diese würden zu einer Erholung der Wirtschaft sowie auch des Bankensektors beitragen. Konkret nennt Moody’s den Anstieg des Primärüberschusses auf mehr als 2% des BIP. Die Schuldenstandsquote des Landes würde voraussichtlich auf 174% im kommenden Jahr…

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