Regulierung / Banken

Italien rettet Banken mit Steuermitteln

Es zeichnete sich bereits in den vergangenen Tagen ab, seit Sonntagabend ist es nun offiziell: Die Krisenbanken Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza werden liquidiert und nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt. Die EU-Kommission hat dem Plan gestern Abend bereits zugestimmt. Da es sich bei den zwei von der EZB als nicht mehr überlebensfähig eingestuften Instituten um keine systemrelevanten Banken handle, dürfe nach nationalem Insolvenzrecht abgewickelt werden. Die italienische Regierung dürfte die gefundene Lösung vor allem als politischen Erfolg verbuchen. Es wäre einem Desaster für die in den Umfragen strauchelenden Sozialdemokraten gleichgekommen, hätten private Anleger Verluste erlitten. Sowohl Links- als auch Rechtspopulisten hätten dies im anstehenden Wahlkampf für ihre Zwecke nutzen können. Der politische Erfolg hat aber seinen Preis. Das gesamte Rettungspaket entspricht einem Umfang in der Größenordnung von 1,2% des BIP. In Zeiten, in denen Italien ohnehin seine Sparbemühungen bereits zurückführt, lasten die Hilfsgelder wie eine Bürde auf den Staatsfinanzen…

Rückläufige Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland – eine gesunde Entwicklung

Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, sind die Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres um 6,6 Prozent auf 79.200 Wohnungen gesunken. Das ist der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2012. Betroffen sind vor allem Einfamilienhäuser. Hier sind die neu ausgestellten Genehmigungen um 15,3 Prozent eingebrochen. Das immer noch hohe Niveau der Baugenehmigungen und die Engpässe in der Bauindustrie sprechen dafür, dass zunächst weiterhin mit einer leicht steigenden Zahl an Baufertigstellungen zu rechnen ist und dass die Immobilienkreditnachfrage hoch bleibt. Selbst wenn sich der aktuelle Rückgang als neuer Trend herauskristallisiert, besteht kein Grund zu Panik. Mit einem Einbruch des Wohnungsbaus ist nicht zu rechnen, sondern langfristig eher mit einem abgefederten Rückgang von dem inzwischen erreichten hohen Niveau.  

Geldpolitik der EZB erhöht Druck auf die Banken

Die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank belasten zunehmend die Ertragslage der Banken in Deutschland und Europa. Dies hat die Bank Lending Survey der EZB im April zum Kreditgeschäft der Banken ergeben. Zwar hat das erweiterte Anleihen-Kaufprogramm des Eurosystems die Liquiditätsposition und die Finanzierungsbedingungen der Banken in den letzten sechs Monaten direkt oder indirekt verbessert. Die Verbesserungen in Deutschland resultierten vor allem aus Geldvermögensumschichtungen der Kunden in Bankeinlagen und in geringerem Umfang aus dem Verkauf bankeigener Wertpapiere. Allerdings berichtet eine deutliche Mehrheit der befragten Institute in Europa auch von schrumpfenden Netto-Zinsmargen und einer Verschlechterung der Gesamtertragslage der Bank. Hierzu hat insbesondere der vom Anleihen-Kaufprogramm beflügelte Rückgang der Kreditzinsen beigetragen. So fiel der durchschnittliche europäische Effektivzins im Neugeschäft mit Firmenkunden im Februar auf ein neues Rekordtief von 1,56 Prozent. In Deutschland erreichte der entsprechende Zinssatz bereits im Januar ein neues Minimum von gerade einmal 1,32 Prozent. Hinzu kommt die Belastung der Bankenerträge…

Geldpolitik EZB steht vor einer Trendwende

Die Stimmungsindikatoren in der Eurozone sind in Feierlaune. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes als auch die Geschäftsklimaindikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone in den kommenden Monaten zunimmt. Dabei scheint die Erholung nicht nur auf einzelne Länder beschränkt zu sein: Etliche EWU-Mitgliedsländer gaben zuletzt robuste Konjunktursignale. So dürfte der Aufschwung in der Eurozone eine breitere Basis gewinnen. Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung dürfte eine leichte Beschleunigung der Weltkonjunktur sein. Diese profitiert auch vom leicht gestiegen Ölpreis und von einer weiterhin sehr stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in China. Das Deflationsgespenst, das die Marktteilnehmer und Geldpolitiker noch im letzten Jahr in Atem gehalten hatte, hat mit dem kräftigen Anstieg der europäischen Inflationsraten seinen Schrecken verloren. Der Inflationsdruck ist zwar weiterhin niedrig, aber die jüngsten positiven Entwicklungen hinsichtlich der Konjunktur- und Inflationsentwicklung sorgen für wachsende Unruhe bei den Währungshütern. Die amerikanische Notenbank hat bereits reagiert und die Zinsen im März angehoben und zwei…

Faule Kredite: Italien verschärft die angespannte Lage in Europa

Wie aus neuesten Zahlen der European Banking Authority (EBA) hervorgeht, ist der Anteil fauler Kredite an den Gesamtforderungen der Banken in der Europäischen Union im vierten Quartal 2016 um 0,3 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent gesunken. Zwar ist in fast allen Ländern ein Rückgang zu beobachten. Allerdings verbessert sich die Gesamtsituation nur sehr langsam und es bestehen noch immer extreme Unterschiede zwischen den Ländern. So bereiten Non Performing Loans (NPL) in Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Belgien wenig Probleme. In diesen Ländern fällt die NPL-Quote mit knapp zwei bis gut drei Prozent sehr niedrig aus. Dagegen drohen die Banken in Griechenland und Zypern unter der Last fauler Kredite von 46 bzw. 45 Prozent der Forderungen zu ersticken. Leidgeprüfte Bankensektoren finden sich auch in Portugal, Irland und insbesondere in Italien als wirtschaftlichem Schwergewicht.  Italien zeigte lange Zeit kaum Fortschritte. Erst im Schlussquartal 2016 verbesserte sich die NPL-Quote um 0,9 Prozentpunkte auf…

Kreditwachstum im Euroraum bleibt schwach

Im letzten Jahr wuchsen die Kredite der Banken an Unternehmen, private Haushalte und Staaten im Euroraum um 0,9 Prozent auf 10.774 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren erneut die privaten Wohnungsbaukredite, die um 2,4 Prozent zulegten. Im Bereich der Firmenkundenkredite konnte der mehrjährige Trend schrumpfender Kreditbestände gestoppt werden: Die Ausleihungen an Unternehmen stiegen 2016 um 0,6 Prozent. Dagegen haben die öffentlichen Gebietskörperschaften ihre Bankschulden weiter abgebaut. Insgesamt hat sich das bereits 2015 wieder einsetzende Wachstum der Kundenkredite zwar stabilisiert, eine spürbar zunehmende Dynamik ließ der europäische Kreditmarkt jedoch weiterhin vermissen. Außerdem entwickelten sich die nationalen Einzelmärkte sehr unterschiedlich: So wurde der europaweite Zuwachs fast vollständig von Banken in Frankreich und Deutschland getragen, die überdurchschnittlich hohe Zuwächse ihrer Kreditbestände verzeichnen konnten. Dagegen schmolzen die Ausleihungen der Banken in südlichen Euroländern wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Zypern weiter ab. Das gilt in verstärktem Maße für die Unternehmenskredite in diesen Ländern. Vor allem in…

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