Regulierung / Banken

Vermögensaufbau durch weniger Regulierung

Wie aus der aktuellen Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ der Bundesbank hervorgeht, ist das durchschnittliche Nettovermögen in Deutschland zwischen 2014 und 2017 zwar um 18.300 Euro auf 232.800 Euro gestiegen. Allerdings sind die Vermögen nach wie vor ungleich verteilt. Dabei fällt die Ungleichverteilung hierzulande stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums, aber geringer als in den USA. Interessant ist, dass vor allem Bürger mit Immobilien- und Aktienbesitz von Wertzuwächsen profitieren konnten. Im internationalen Vergleich haben allerdings gerade diese Vermögenskategorien ein schwaches Gewicht: Deutsche Anleger gelten als risikoavers, weil sie Aktien meiden und eher in Einlagen und Versicherungen investieren. Zudem wohnen die Bürger hierzulande häufiger zur Miete als im Eigenheim. Dabei sind beide Vermögenskategorien besonders wichtig für den Vermögensaufbau: Aktien, Fonds und entsprechende Zertifikate tragen zu einer breiten Streuung der Geldanlage bei und erzielen langfristig gute Renditen. Der Vorteil von Immobilen besteht neben der Sicherheit vor allem in der disziplinierenden…

Kreditmärkte schwenken auf Wachstumsabschwächung ein – antizyklischer Kapitalpuffer kontraproduktiv

Wie aus der aktuellen Befragung der Banken im Euroraum durch die EZB hervorgeht, blieb die Kreditnachfrage der Unternehmen im ersten Quartal 2019 stabil und auch die Banken veränderten ihre Kreditvergabestandards kaum. Dagegen wuchs die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten dank niedriger Zinsen weiter und die Kreditinstitute verschärften ihre Vergaberichtlinien für Immobilienfinanzierungen. Auch für die kommenden Monate rechnen die Banken mehrheitlich mit einer wachsenden Nachfrage in beiden Kategorien. Obwohl der Anteil der Optimisten gegenüber der Januarbefragung marginal zugenommen hat, ist die Mehrheit der Kreditinstitute, die an eine wachsende Kreditnachfrage glaubt, im Vergleich zu 2018 allerdings stark abgeschmolzen. Das deckt sich mit der Wachstumsentwicklung der europäischen Kreditmärkte, die derzeit scheinbar ihren Zenit erreicht. Bei den Unternehmenskrediten war das bereits Ende September letzten Jahres der Fall, als der Zuwachs auf 4,3 Prozent stieg, um sich danach wieder abzuschwächen. Die privaten Wohnungskredite haben sich in den letzten Monaten bei einem Wachstumspfad um die 3,2 Prozent…

Euroraum: Leicht abgeschwächtes Wachstum der Unternehmenskredite im Schlussquartal 2018

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank sind die Unternehmenskredite im Euroraum 2018 um knapp 4 Prozent gewachsen. Damit hat sich der Anstieg der um Verkäufe, Verbriefungen und fiktive Cash-Pooling-Aktivitäten bereinigten Kreditbestände im vierten Quartal des vergangenen Jahres leicht abgeschwächt. Allerdings verlief die Entwicklung von Land zu Land recht unterschiedlich. Während die Firmenkundenkredite in Deutschland mit 6,4 Prozent den höchsten Zuwachs seit fast zehn Jahren verzeichnen konnten, schrumpften sie in Spanien. In Frankreich hat sich das Wachstum im Schlussquartal 2018 etwas und in Italien spürbar abgeschwächt. Uneinheitlich entwickelten sich auch die Kredite an private Haushalte, die im Euroraum leicht beschleunigt um 3,3 Prozent zulegten. Alles in allem verlief die Entwicklung im abgelaufenen Jahr erfreulich: Die europäischen Kreditmärkte, die von 2012 bis 2015 noch unter Rückgang bzw. Wachstumsschwäche litten, profitierten von einer hohen Kreditnachfrage der Unternehmen und privaten Haushalte. Nach unserer Einschätzung dürfte sich die zuletzt in Teilen des Marktes beobachtbare Abschwächung der…

Bank Lending Survey: Optimismus europäischer Banken schwindet, Vorsicht wächst

Wie aus der aktuellen Befragung der Europäischen Zentralbank zum Kreditgeschäft der Banken (BLS) hervorgeht, bleiben sie im Euroraum für die Kreditnachfrage in den nächsten Monaten optimistisch. Sowohl für Unternehmens- als auch für die privaten Wohnungsbaukredite erwarten die befragten Institute mehrheitlich eine steigende Nachfrage. Allerdings sinkt die Zahl der Optimisten immer mehr. Bei den Firmenkundenkrediten findet sich nur noch eine knappe Mehrheit, die an eine wachsende Nachfrage glaubt. Gleichzeitig werden die Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe. Überwogen im Herbst 2018 noch die Absichten, die Kreditrichtlinien zu lockern, findet sich jetzt in beiden Kundensegmenten eine marginale Mehrheit, die ihre Richtlinien für die Vergabe in den nächsten Monaten verschärfen möchte. Auch bei deutschen Banken schwindet der Optimismus im Hinblick auf die Kreditnachfrage, und die Vorsicht wächst. Damit spiegeln die Ergebnisse der Befragung die Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven in den letzten Monaten wider. Gleichzeitig bekräftigen sie uns in unserer Einschätzung, dass der europäische und…

Crowdfunding als Einlagen- und Kreditersatz?

Unter dem Sammelbegriff „Crowdfunding“ gibt es zahlreiche Internet-Plattformen, die Geldgeber mit Menschen oder Unternehmen zusammenbringen, die Kapitalbedarf bzw. Projektideen haben. In der Summe weist der Markt anhaltendes und phasenweise sehr hohes Wachstum auf. Allerdings ist eine gespaltene Marktentwicklung zu beobachten: Während in der Anfangsphase insbesondere Unternehmensfinanzierungen im Vordergrund standen, haben in den letzten Jahren verstärkt Immobilienprojekte an Bedeutung gewonnen. Trotz hoher Zuwächse bleibt Crowdfunding in Deutschland ein Markt, der bisher nur kleine Nischen erobern konnte. Insbesondere die Entwicklung im Crowdinvesting und Crowdlending für Unternehmen hat enttäuscht. Das geringe Marktvolumen, das bisher erreicht wurde, liegt u.a. an den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Crowdfunding aus Verbraucherschutzgründen enge Grenzen setzen. Hinzu kommen teils erhöhte Risiken, die Anleger abschrecken, sowie mangelndes Interesse des Mittelstandes. Der Markt dürfte tendenziell weiterwachsen und sich dauerhaft Nischen im Finanzierungskreislauf erobern. Durch rechtliche Rahmenbedingungen, die den Anlegerschutz sowie die Wettbewerbsneutralität sicherstellen, bleiben die Wachstumsperspektiven jedoch stark auf kleinteilige Geschäfte begrenzt….

Konjunktur ruckelt – Kreditmärkte laufen rund

Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie weitere Konjunkturbelastungen wie etwa der bevorstehende Brexit haben nun auch Deutschland erreicht. Die zuletzt so erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Frühjahrsquartal geschrumpft, nachdem sie im Vorquartal noch um 0,5 Prozent zulegen konnte. Dies war der erste Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts seit dem Winterquartal des Jahres 2015. Trotzdem wachsen die Kreditmärkte weiter kräftig. Mit 6,3 Prozent fiel der Anstieg der Unternehmenskredite in Deutschland zuletzt so hoch wie seit 2008 nicht mehr aus. Und auch die privaten Wohnungsbaukredite konnten ihr Wachstumstempo auf 4,8 Prozent beschleunigen. Im Euroraum zählen Frankreich und Deutschland zu den Wachstumslokomotiven. Die Kreditvolumina in Italien wuchsen nur unterdurchschnittlich und die in Spanien gar schwach. Dafür konnten weitere Fortschritte beim Abbau „fauler Kredite“ verzeichnet werden, auch wenn die Quote in Italien mit 8,2 Prozent immer noch viel zu hoch ist. Trotz hoher…

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