Regulierung / Banken

Money for nothing…

Wer kennt nicht den Song der Dire Straits „Money For Nothing“. Die Realität hat uns sogar noch eingeholt. Für Schulden gibt es heute sogar noch Geld zurück. In dieser Logik sind Schulden also ein Vermögensgegenstand geworden und keine Belastung mehr. Damit drehen sich natürlich viele Gesetzmäßigkeiten in der realen Wirtschaft und an den Finanzmärkten um. In den USA kaufen Unternehmen mit neuen Schulden Aktien zurück, da sie sich angesichts der niedrigen Zinsen für Unternehmensanleihen Finanzierungsvorteile versprechen. In Deutschland kann man Immobilienkredite bald zum Nulltarif bekommen. Die niedrigen Zinsen sind natürlich auch ein Grund für die steigenden Hauspreise. Das günstige Zinsumfeld bedeutet jedoch nicht, dass der Weg ins Eigenheim prinzipiell einfacher und erschwinglicher geworden ist. Vielmehr haben sich die Herausforderungen verändert. Die Hürde, die die Haushalte beim Erwerb vom Wohneigentum heute überspringen müssen, ist nicht mehr die tragfähige monatliche Belastung. Da die Eigenkapitalanforderungen der Banken mit den steigenden Immobilienpreisen zugenommen haben,…

Balance wahren

Die erratische Politik von US-Präsident Trump zieht ihre Furchen durch die Weltwirtschaft mit der Folge einer spürbar größeren Unsicherheit hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Entsprechend ist die Investitionsneigung der Unternehmen gesunken und die Investitionstätigkeit wird weitgehend auf das Notwendige beschränkt. Immer lauter wird der Ruf nach staatlicher Unterstützung. Im Mittelpunkt dieser Forderungen steht vor allem Deutschland, eines der wenigen Länder mit einem Haushaltsüberschuss. Auch die Zentralbanken stemmen sich gegen die Wachstumsrisiken. Während in den USA die Zentralbank noch versucht, ihr geldpolitisches Pulver trocken zu halten, ist die EZB bereits einen Schritt weiter und prüft alle weiteren Optionen der Geldpolitik, bis hin zum Kauf von Aktien und Bankanleihen. Zumindest hat EZB-Chef Draghi den Prüfauftrag in der letzten Pressekonferenz nicht eingeschränkt. Mit einer zunehmend expansiven Geld- und Fiskalpolitik versuchen Regierungen und Zentralbanken, der Abkühlung der weltwirtschaftlichen Dynamik entgegenzuwirken. Dabei scheint bislang die Geschwindigkeit der Lockerung so hoch zu sein, dass man…

US Notenbank lässt sich alles offen, Zinsen dürften aber sinken

Viele Marktteilnehmer erhofften sich von der Zentralbank-Konferenz in Jackson Hole weitere Informationen, ob sich die jüngste Anpassung in der Mitte des Konjunkturzyklus nicht doch noch zu einem ausgewachsenen Leitzinssenkungszyklus entwickeln wird. Fed-Chef Powell wollte sich aber nicht festlegen und gab keine konkreten Hinweise auf den zukünftigen Pfad der Geldpolitik. Offen war er dagegen dahingehend, dass man kein Handbuch für den Umgang mit dem laufenden Handelskonflikt habe. Dies deutet wiederum auf eine hohe Unsicherheit im FOMC selbst hin. Zwar ist es aus meiner Sicht relativ sicher, dass die US-Leitzinsen im Laufe des Jahres weiter sinken werden. Die spannende Frage ist aber eher, ob weitere Zinssenkungen überhaupt noch einen positiven Effekt auf die Realwirtschaft haben werden, oder nur die Finanzmärkte beflügeln. Der politische Druck auf die US-Notenbank ist zudem weiter gestiegen. Nach Trump ist Powell nun ein Feind – man weiß aber nicht genau für wen oder was. Inwieweit dies in den…

US-Notenbank bleibt vernünftig

Die US-amerikanische Notenbank hat ihren Leitzins, wie von den meisten Marktteilnehmern erwartet, um 25 Basispunkte gesenkt. Gleichzeitig hat sie die Bilanzreduktion vorzeitig beendet. Insgesamt hat die Fed damit das geldpolitische Umfeld leicht gelockert, es aber vermieden, dies als Trendwende zu klassifizieren. Damit hat sie dem hohen politischen Druck widerstanden und ihre relativ vernünftige Geldpolitik fortgesetzt. Das Statement, das nach dem Zinsentscheid veröffentlicht wurde, klingt optimistisch und kaum verändert. So hat die Fed attestiert, dass das Wirtschaftswachstum anhaltend moderat ausfalle und die Konsumtätigkeit zugelegt habe. Die markt-basierten Inflationserwartungen seien weiterhin niedrig. Die Auswirkungen der sich abkühlenden globalen Wirtschaftsentwicklung sowie der gedämpfte Inflationsdruck erklären die Leitzinssenkung um 25 Basispunkte. Nun werde man die Entwicklungen „weiter beobachten“, was eine sprachliche Abrüstung gegenüber der Formulierung „eng beobachten“ ist, mit der in der Regel eine baldige geldpolitische Maßnahme signalisiert wird. In der Pressekonferenz erklärte Fed-Chef Powell erneut, dass der Ausblick für die US-Wirtschaft günstig sei…

Deutschland: Konjunktureintrübung schlägt sich zunehmend im Kreditgeschäft nieder

Die konjunkturelle Eintrübung, von der vor allem auch die exportorientierte deutsche Industrie betroffen ist, schlägt sich zunehmend im Geschäft der Banken in Deutschland nieder. Wie aus der Juli-Umfrage der EZB zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) hervorgeht, haben die befragten Banken zum zweiten Mal in Folge über Verschärfungen ihrer Kreditrichtlinien für Unternehmen berichtet. So wurden vermehrt Kreditanträge abgelehnt und die Margen für risikoreichere Kredite ausgeweitet. Betroffen waren stärker große Unternehmen. Gründe sind eine verschlechterte Lage verschiedener Firmen bzw. Branchen mit der Folge einer sinkenden Kreditwürdigkeit. Die Umfrageergebnisse stützen unsere Einschätzung, dass sich das äußerst dynamische Wachstum der Kreditmärkte in Deutschland in diesem Jahr spürbar abschwächt. Zuletzt stiegen die Firmenkundenkreditbestände um 6,1 Prozent (Ende Q1/2019) und die privaten Wohnungsbaukredite um 4,9 Prozent. Im Firmenkundenkreditgeschäft sind für die nächsten drei Monate zunächst keine weiteren Verschärfungen der Kreditrichtlinien geplant. Allerdings erwarten die Banken mehrheitlich eine sinkende Kreditnachfrage der Großunternehmen. Stütze des Kreditgeschäfts bleiben die…

Der Euro ist keine Leitwährung – er wird auch keine sein

Der US Dollar ist global die dominante Währung und zementiert damit auch die wirtschaftliche Vorherrschaft der USA. Die US Administration nutzt diese Dominanz zunehmend aus. Die US Sanktionen gegen den Iran sind auch deswegen so erfolgreich, weil die USA die Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs über Swift kontrollieren können. Damit lässt sich die von den Vereinigten Staaten beschlossene Sanktionspolitik auch Unternehmen aus Ländern aufzwingen, die sich dieser Art der Politik eigentlich nicht anschließen wollen, wie Europa im Falle der Iran-Sanktionen. Denn mit der Kontrolle des Zahlungsverkehrs kann die US Regierung nicht nur den Zugang zum wichtigen US Markt kontrollieren, sondern auch den US Dollar als international anerkanntes Zahlungsmittel. Die Dominanz des US Dollars ist natürlich nicht grundlos entstanden. Die USA sind die weltgrößte Volkswirtschaft und der wichtigste Exportmarkt für fast alle Länder dieser Welt. Damit lässt sich auch die heimische Währung als Zahlungsmittel aufzwingen. Gleichzeitig hat die USA mit den US…

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