Regulierung / Banken

US-Notenbank bleibt vernünftig

Die US-amerikanische Notenbank hat ihren Leitzins, wie von den meisten Marktteilnehmern erwartet, um 25 Basispunkte gesenkt. Gleichzeitig hat sie die Bilanzreduktion vorzeitig beendet. Insgesamt hat die Fed damit das geldpolitische Umfeld leicht gelockert, es aber vermieden, dies als Trendwende zu klassifizieren. Damit hat sie dem hohen politischen Druck widerstanden und ihre relativ vernünftige Geldpolitik fortgesetzt. Das Statement, das nach dem Zinsentscheid veröffentlicht wurde, klingt optimistisch und kaum verändert. So hat die Fed attestiert, dass das Wirtschaftswachstum anhaltend moderat ausfalle und die Konsumtätigkeit zugelegt habe. Die markt-basierten Inflationserwartungen seien weiterhin niedrig. Die Auswirkungen der sich abkühlenden globalen Wirtschaftsentwicklung sowie der gedämpfte Inflationsdruck erklären die Leitzinssenkung um 25 Basispunkte. Nun werde man die Entwicklungen „weiter beobachten“, was eine sprachliche Abrüstung gegenüber der Formulierung „eng beobachten“ ist, mit der in der Regel eine baldige geldpolitische Maßnahme signalisiert wird. In der Pressekonferenz erklärte Fed-Chef Powell erneut, dass der Ausblick für die US-Wirtschaft günstig sei…

Deutschland: Konjunktureintrübung schlägt sich zunehmend im Kreditgeschäft nieder

Die konjunkturelle Eintrübung, von der vor allem auch die exportorientierte deutsche Industrie betroffen ist, schlägt sich zunehmend im Geschäft der Banken in Deutschland nieder. Wie aus der Juli-Umfrage der EZB zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) hervorgeht, haben die befragten Banken zum zweiten Mal in Folge über Verschärfungen ihrer Kreditrichtlinien für Unternehmen berichtet. So wurden vermehrt Kreditanträge abgelehnt und die Margen für risikoreichere Kredite ausgeweitet. Betroffen waren stärker große Unternehmen. Gründe sind eine verschlechterte Lage verschiedener Firmen bzw. Branchen mit der Folge einer sinkenden Kreditwürdigkeit. Die Umfrageergebnisse stützen unsere Einschätzung, dass sich das äußerst dynamische Wachstum der Kreditmärkte in Deutschland in diesem Jahr spürbar abschwächt. Zuletzt stiegen die Firmenkundenkreditbestände um 6,1 Prozent (Ende Q1/2019) und die privaten Wohnungsbaukredite um 4,9 Prozent. Im Firmenkundenkreditgeschäft sind für die nächsten drei Monate zunächst keine weiteren Verschärfungen der Kreditrichtlinien geplant. Allerdings erwarten die Banken mehrheitlich eine sinkende Kreditnachfrage der Großunternehmen. Stütze des Kreditgeschäfts bleiben die…

Der Euro ist keine Leitwährung – er wird auch keine sein

Der US Dollar ist global die dominante Währung und zementiert damit auch die wirtschaftliche Vorherrschaft der USA. Die US Administration nutzt diese Dominanz zunehmend aus. Die US Sanktionen gegen den Iran sind auch deswegen so erfolgreich, weil die USA die Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs über Swift kontrollieren können. Damit lässt sich die von den Vereinigten Staaten beschlossene Sanktionspolitik auch Unternehmen aus Ländern aufzwingen, die sich dieser Art der Politik eigentlich nicht anschließen wollen, wie Europa im Falle der Iran-Sanktionen. Denn mit der Kontrolle des Zahlungsverkehrs kann die US Regierung nicht nur den Zugang zum wichtigen US Markt kontrollieren, sondern auch den US Dollar als international anerkanntes Zahlungsmittel. Die Dominanz des US Dollars ist natürlich nicht grundlos entstanden. Die USA sind die weltgrößte Volkswirtschaft und der wichtigste Exportmarkt für fast alle Länder dieser Welt. Damit lässt sich auch die heimische Währung als Zahlungsmittel aufzwingen. Gleichzeitig hat die USA mit den US…

Der unsichtbare Anstieg des Risikos

Der globale Notenbankzinszyklus deutet nach unten. Dies hat Folgen für die Renditen der Staatsanleihen, die weltweit fallen. Die Bundesanleihen rentieren auch für lange Laufzeiten im negativen Bereich. Damit wird der globale Anlagenotstand immer größer. So erreicht der alle Anleihearten mit negativer Rendite umfassende Index „Bloomberg Barclays Global Aggregate Negative Yielding Debt Market Value Index“ fast schon wieder die Hochstände aus dem Jahr 2016. Unabhängig davon, ob die Renditerückgänge durch die zunehmende Risikoaversion der Marktteilnehmer oder in Erwartung geldpolitischer Lockerungen durch die Notenbanken zustande kommen, erhöht dies die relative Attraktivität von Anleihen mit einer auskömmlichen positiven Rendite. Da mit Hilfe von Staatsanleihen, bis auf die sehr langen Laufzeiten, kaum mehr positive Renditen erzielbar sind, dürfte der Blick von Investoren zunehmend auf Unternehmensanleihen mit einem Investment-Grade-Rating fallen. Unter den 1.515 Unternehmensanleihen im iBoxx Euro Non-Financials Senior, dem Benchmarkindex für Corporate-Bonds mit Investment-Grade-Rating, rentieren 93,1% im positiven Bereich. Zwar stammt die überwiegende Zahl…

EZB: Notfalls handlungsbereit

Die EZB hat im Rahmen der heutigen Sitzung ihre Forward Guidance adjustiert. Hieß es im geldpolitischen Statement bislang, dass die Leitzinsen mindestens über das Ende 2019 auf dem aktuellen Niveau verbleiben werden, wurde dieser Zeitrahmen nun bis mindestens Mitte des kommenden Jahres ausgedehnt. Damit tragen die Notenbank-Oberen den derzeit auszumachenden Risikofaktoren (Handelsstreit / Brexit) für den gesamteuropäischen Konjunkturausblick Rechnung. Die vorsichtige Haltung der Notenbank spiegelt sich auch in den überarbeiteten Stabsprojektionen wider. Für die Zeithorizonte 2020 und 2021 wurde der Wachstumsausblick leicht nach unten revidiert. Zugleich war Draghi aber auch bemüht, nicht übermäßig pessimistisch zu wirken. So verwies er in diesem Zusammenhang auf die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Inflationsprojektionen wurden nur geringfügig angepasst. Bemerkenswert ist, dass der längerfristige Ausblick (2021) unverändert geblieben ist. Marktseitig waren zuletzt verstärkt Zweifel aufgekommen, wonach die EZB ihr selbstgestecktes Inflationsziel erreichen kann. Diesen Befürchtungen hat Draghi durchaus energisch widersprochen. Seiner Einschätzung nach seien gegenwärtig…

Vermögensaufbau durch weniger Regulierung

Wie aus der aktuellen Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ der Bundesbank hervorgeht, ist das durchschnittliche Nettovermögen in Deutschland zwischen 2014 und 2017 zwar um 18.300 Euro auf 232.800 Euro gestiegen. Allerdings sind die Vermögen nach wie vor ungleich verteilt. Dabei fällt die Ungleichverteilung hierzulande stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums, aber geringer als in den USA. Interessant ist, dass vor allem Bürger mit Immobilien- und Aktienbesitz von Wertzuwächsen profitieren konnten. Im internationalen Vergleich haben allerdings gerade diese Vermögenskategorien ein schwaches Gewicht: Deutsche Anleger gelten als risikoavers, weil sie Aktien meiden und eher in Einlagen und Versicherungen investieren. Zudem wohnen die Bürger hierzulande häufiger zur Miete als im Eigenheim. Dabei sind beide Vermögenskategorien besonders wichtig für den Vermögensaufbau: Aktien, Fonds und entsprechende Zertifikate tragen zu einer breiten Streuung der Geldanlage bei und erzielen langfristig gute Renditen. Der Vorteil von Immobilen besteht neben der Sicherheit vor allem in der disziplinierenden…

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