Regulierung / Banken

Bankenkrisen lassen sich nur schlecht vorhersagen, Risiken steigen aber in China, Hongkong, Kanada und die Schweiz

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in ihrem Quartalsbericht einen Sonderbeitrag veröffentlicht, in dem die Liste der potenziellen Frühindikatoren für Bankenkrisen erweitert wird. So könnten eine hohe Haushaltsverschuldung und hohe internationale Verbindlichkeiten Staaten in Schwierigkeiten bringen und in der Folge zu Bankenkrisen führen. In einer Untersuchung historischer Daten konnte entsprechenden Indikatoren, die Haushalts- und internationale Verschuldung messen, eine hohe Prognosegüte bezüglich zukünftiger Bankenkrisen nachgewiesen werden. Dabei hat sich vor allem das Verhältnis von Schuldendienst zu verfügbaren Einkommen bei Haushalten als nützlicher Indikator erwiesen. Beide Indikatoren sind in den Jahren vor einer Bankenkrise gemessen an ihren Trends relativ gleichmäßig angestiegen und dann nach Beginn einer Bankenkrise deutlich abgefallen. Die gemeinsame Nutzung von Verschuldungsindikatoren und solchen zur Immobilienpreisentwicklung hat die Prognosegüte noch einmal erhöht. Insgesamt deutet eine Analyse des derzeitigen globalen Umfelds anhand dieser erweiterten Liste an Frühindikatoren darauf hin, dass sich in einigen Ländern, wie China, Hongkong, Kanada und die…

Griechenland erhält besseres Rating

Moody’s hat gestern Abend für einen Paukenschlag gesorgt. Entgegen des üblichen Turnus hat Moody’s das griechische Rating außerordentlich um zwei Stufen auf „B3“ angehoben – der Ausblick bleibt positiv. Die Heraufstufung als solche wundert weniger als der gewählte Zeitpunkt. Die reguläre Überprüfung der Bonitätsnote Griechenlands hätte für den 30. März angestanden. Im Falle außerordentlicher Umstände ist es den Agenturen jedoch gestattet, von dem zuvor veröffentlichten Terminplan abzuweichen. Überwiegend nutzten die Agenturen diese Ausnahmemöglichkeit bis dato für außerordentliche Herabstufungen. Dass Moody’s sich veranlasst sah, Hellas vorzeitig heraufzustufen, dürfte die Regierung in Athen umso mehr freuen. Inhaltlich führt Moody’s drei wesentliche Gründe für die Entscheidung an. Griechenland habe sowohl substantielle fiskalische als auch institutionelle Fortschritte vollzogen. Diese würden zu einer Erholung der Wirtschaft sowie auch des Bankensektors beitragen. Konkret nennt Moody’s den Anstieg des Primärüberschusses auf mehr als 2% des BIP. Die Schuldenstandsquote des Landes würde voraussichtlich auf 174% im kommenden Jahr…

Kreditwachstum im Euroraum auf breitem Fundament

Wie aus der Bankenstatistik der Europäischen Zentralbank hervorgeht, hat sich das Kreditwachstum der Geschäftsbanken im Euroraum 2017 spürbar beschleunigt. Die um Verkäufe, Verbriefungen und fiktive Cash-Pooling-Aktivitäten bereinigten Kredite an private Haushalte stiegen um 2,8 Prozent und die Firmenkredite gar um 2,9 Prozent. Damit steht das von Immobilienfinanzierungen und Unternehmensinvestitionen getriebene Kreditwachstum insgesamt auf einem breiten Fundament. Trotz Fortschritten bei der Stabilisierung der Märkte in Südeuropa bestehen jedoch immer noch erhebliche regionale Unterschiede: Während die Unternehmenskredite in Frankreich (+6,3 Prozent) und Deutschland (+4,2) ordentlich zulegten, fiel das Wachstum in Italien (+0,5) eher mau aus und in Spanien (-0,1) musste sogar ein leichter Rückgang registriert werden. Vor dem Hintergrund eines anhaltend günstigen konjunkturellen Umfeldes kann für das laufende Jahr mit einer ähnlichen Dynamik wie in 2017 gerechnet werden. Dabei verlagern sich in Deutschland, als größtem Teilmarkt, die Wachstumskräfte weiter von den privaten Immobilienfinanzierungen in Richtung Firmenkundenkredite. Darauf deuten rückläufige Wohnungsbaugenehmigungen hin, während…

EZB: Trotz Wachstumserholung bleibt Inflation unter Ziel

Die europäischen Währungshüter haben im Rahmen der heutigen Ratssitzung keine Veränderungen am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs beschlossen. Trotz einer deutlich an Schwung gewinnenden europäischen Konjunktur betont Notenbankchef Draghi weiterhin die Notwendigkeit eines umfassenden geldpolitischen Stimulus. Daher wird die Notenbank ihr Anleiheankaufprogramm bis zumindest September 2018 weiter fortsetzen. Die Halbierung des monatlichen Anleiheankaufvolumens ab Anfang des kommenden Jahres wurde bereits im Zuge der Oktober-Ratssitzung beschlossen. Marktseitige Spekulationen auf eine mögliche Modifikation der Forward-Guidance haben sich nicht bestätigt. Weiterhin wollen die Währungshüter zunächst die Netto-Anleiheankäufe beenden, bevor eine mögliche Zinserhöhung auf der Agenda steht. Die wachsende konjunkturelle Zuversicht der EZB spiegelt sich in den deutlich nach oben revidierten BIP-Projektionen wider. Die umfangreichsten Anpassungen wurden hierbei für das Jahr 2018 vorgenommen. Die Stabsprojektionen deuten nunmehr auf ein BIP-Plus von 2,3% hin, nachdem bislang lediglich von einem Zuwachs von 1,8% ausgegangen worden war. Der Ausblick für die Inflation wurde weniger umfangreich angepasst. Hervorzuheben ist allerdings,…

Firmenkunden entwickeln sich zum Wachstumsmotor des deutschen Kreditmarktes

Der Aufwärtstrend auf dem deutschen Kreditmarkt hat auch im dritten Quartal weiter angehalten. Die Kreditbestände für Unternehmen und private Haushalte konnten gegenüber ihrem Niveau vom Frühlingsquartal sowie im Vergleich zum Vorjahresquartal jeweils merklich zulegen. Vor allem das Firmenkundensegment entwickelt sich immer mehr zum Wachstumsmotor des deutschen Kreditmarktes. Von Ende September 2016 bis Ende September 2017 wuchsen die Ausleihungen an Unternehmen um 4,1 Prozent. Das ist der kräftigste Zuwachs seit 2009. Dies liegt auch daran, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Fahrt aufgenommen hat. Gegenüber dem Frühjahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent. Dabei konnten insbesondere die Investitionen und hierunter vor allem die Ausrüstungsinvestitionen zulegen. Wurde die Kreditnachfrage lange Zeit fast ausschließlich von den Wohnungsbauinvestitionen befeuert, kommen jetzt Investitionen in Maschinen und Anlagen hinzu, so dass die Entwicklung der Kreditmärkte auf einem breiteren Fundament steht. Gut ausgelastete Unternehmenskapazitäten, eine wieder steigende Auslandsnachfrage sowie anhaltend freundliche Rahmenbedingungen sorgen zudem dafür, dass sich…

US Notenbank freut sich über stabiles Wachstum, macht sich aber zunehmend Sorgen um den Finanzmarkt

Die amerikanische Notenbank ist weiterhin sehr zufrieden mit dem fundamentalen Umfeld und dem Wirtschaftswachstum. So kann man es aus dem Protokoll der letzten FOMC Sitzung lesen. Der Arbeitsmarkt, der Konsum und auch die Produktion des verarbeitenden Gewerbes zeigten alle soliden Zuwächse. Die Wirtschaftsleistung sei trotz der Hurrikan-bedingten Störungen mit einer soliden Rate gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt wächst schneller als das Produktionspotenzial und die Inflation sei durch temporäre beziehungsweise idiosynkratrische Faktoren gebremst worden. Meinungsverschiedenheiten gab es aber bezüglich der mittelfristigen Inflationsdynamik und daraus folgend auch eine Diskussion über mögliche Änderungen der Maßnahmen zur Sicherstellung der Preisstabilität. Auf der einen Seite laufe laut einiger FOMC-Mitglieder die Fed Gefahr, derzeit zu lange auf einen Anstieg der Inflation zu warten und genau damit eine mögliche Instabilität an den Finanzmärkten zu riskieren. Auf der anderen Seite weisen einige Ratsmitglieder auf die im Jahresverlauf wieder gesunkenen Inflationserwartungen hin. Die Inflationsentwicklung wollen die Ratsmitglieder daher genau beobachten, bevor…

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