Regulierung / Banken

Asset Quality Review und Banken-Stresstests werfen Schatten voraus

Der Asset Quality Review (AQR) der EZB und der folgende Stresstest werfen ihre Schatten voraus. Es scheint, als ob sich die rund 130 Banken, die ab dem 1. November 2014 unter der Aufsicht der EZB stehen, schon kräftig auf die kommenden Stresstests der EZB und der EBA vorbereiten. So wurden in den letzten Monaten die Bilanzen verkürzt, und es wurde versucht, risikoreiche Positionen in den Kreditportfolios zu bereinigen. Dabei liegen in den einzelnen Ländern die Probleme zwar jeweils an anderen Stellen der Bilanz. Aber der im Euroraum einheitliche Trend ist kaum übersehbar. Eine Folge hiervon ist der merkliche Rückgang der Kreditvergabe in den südeuropäischen Ländern, da hier die Anzahl der problembehafteten Kredite monatlich steigt. Die Investoren honorieren dies und investieren wieder verstärkt in europäische Banktitel. Entsprechend laufen die Spreads deutlich zusammen – sowohl für Senior- als auch für Nachranganleihen. Somit haben die angekündigten Stresstests eigentlich schon einen Teil ihrer Aufgabe,…

Banken-Gesundheits-Checks als Wachstumsbremse in Südeuropa?

Vor dem Start der europäischen Bankenaufsicht durch die EZB im kommenden Jahr werden die betroffenen Banken auf Herz und Nieren geprüft. Für die krisengebeutelten Staaten Südeuropas könnten die Gesundheits-Checks eine Weichenstellung bedeuten: Sollte den Banken eine passable Verfassung attestiert werden, dürfte das die Finanzmarktstabilität erhöhen und die Finanzierung des Aufschwungs erleichtern. Sollten die Prüfungen jedoch erhöhte Risiken oder geringes Eigenkapital ergeben, könnte das bestehende Kreditengpässe verstärken und die Konjunkturerholung gefährden. Für diverse Banken starten die Gesundheitstests zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Neben einer angespannten Eigenkapitalsituation bereitet das wachsende Volumen „fauler Kredite“ in Spanien, Italien und Portugal Sorgen. Viele Institute befinden sich in einem Konsolidierungsprozess, zu dem der Abbau von Risikoaktiva und eine vorsichtige Kreditvergabe zählen. Während in Deutschland steigende Kreditbestände und eine positive Nettokreditvergabe zu beobachten sind, sinkt das Volumen im Süden. Außerdem haben sich die Zinsen weit auseinander entwickelt. Banken im Süden benötigen hohe „Risikozuschläge“ in ihren Kreditzinsen, um Kreditausfälle…

Risikogewichte bei Staatsanleihen: Regierungen und EZB im Dilemma

Die Diskussion über eine bonitätsbezogene Eigenkapitalunterlegung von Staatsanleihen bei Banken gewinnt aktuell an Intensität. Die Kritiker, zu denen auch Bundesbankpräsident Weidmann gehört, verweisen auf die hohe gegenseitige Abhängigkeit zwischen Staaten und Banken, die im Falle einer Schieflage der Staatsfinanzen unmittelbar auch die Stabilität des Finanzsektors gefährdet. Die Bedeutung einheimischer Banken für die Staatsrefinanzierung sowie die Verflechtung von Abhängigkeiten zwischen Staaten und Banken war seit der Einführung der Gemeinschaftswährung noch nie so groß wie heute. Spräche sich die EZB, beispielsweise im Rahmen des Bankentests, nun aber für strengere Regeln aus, würde dies vor allem die harten Kernkapitalquoten von Banken aus den Peripherieländern belasten. Gesetzt den Fall einer Regelverschärfung wären Banken daher gezwungen, zusätzliches Eigenkapital aufzubauen oder ihre Bestände an EWU-Staatsanleihen zu reduzieren. Wegen der stark gestiegenen Staatsanleihebestände der Banken droht im Fall einer Reduzierung eine beträchtliche Nachfragelücke bei Bonds der Peripherie-Länder. Einspringen könnten vor allem die jeweiligen inländischen privaten Haushalte und…

USA stehen vor der Verschärfung der Eigenkapitalregeln für Banken

Diese Woche hat sich das Board der US-Notenbank für die Übernahme der vom Basel Komitee vorgeschlagenen neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III ausgesprochen. Ab Januar 2014 werden US-Banken die neuen, strengeren regulatorischen (risikogewichteten) Eigenkapitalquoten mit entsprechenden Übergangsregelungen einhalten müssen. Die großen US-Banken dürften keine Probleme haben, diese Quoten zu erfüllen. Allerdings drohen den US-Banken weitere Regelungen, die auf eine zusätzliche Stärkung der Eigenkapitalbasis abzielen. Darüber wird aber offenbar noch zwischen den unterschiedlichen für die Bankenregulierung verantwortlichen Behörden gerungen. So könnten beispielweise Banken, die sich stark auf kurzfristige Refinanzierungen verlassen, zu zusätzlichen Eigenkapitalpuffern gezwungen werden. Daneben wird für die US-Banken insbesondere aber auch die Überarbeitung des Leverage Ratios – einer vom Risiko unabhängigen Eigenkapitalquote – bedeutsam sein. Während es in Europa bislang noch keine bindende Leverage Ratio gibt, wird in den USA bereits eine Leverage Ratio von mindestens 4% verwendet. Das Basel Komitee hat nun vorgeschlagen, dass ab 2018 weltweit eine Leverage…

Bail-in gewinnt Konturen

Nachdem eine erste Verhandlungsrunde am vergangenen Samstag gescheitert war, haben sich die EU-Finanzminister in der Nacht zum 27. Juni 2013 auf Regeln zur Restrukturierung strauchelnder Banken (Bail-in) geeinigt. Das neue Gesetz muss nun noch mit dem EU-Parlament verhandelt und dann beschlossen werden. Erwartungsgemäß haben sich die Finanzminister auf einen Kompromiss geeinigt, der keine besonderen Überraschungen bereithält. Das Dokument enthält zwar bestimmte Anforderungen an die Gestaltung und Anwendung einheitlicher Sanierungs- und Abwicklungsmechanismen, diese werden dann allerdings durch zahlreiche Sonderregeln aufgeweicht, die massive Spielräume eröffnen. Klar geregelt wurde die Rangfolge der Verlustzuweisung im Falle eines Bail-in. Während gedeckte Einlagen (bis 100.000 Euro) immer abgesichert sind, bleiben die darüber liegenden Einlagen ungeschützt. Allerdings werden hier zukünftig Einlagen von natürlichen Personen, Mikro-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen bevorzugt behandelt.

Deutschland plant „Liikanen-light“

Die Diskussion um die Einführung eines europaweiten Trennbankensystems für bestimmte Banken, ausgelöst durch die im vergangenen Jahr veröffentlichten Vorschläge einer von der EU-Kommission unter Vorsitz des finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen, hat jüngst durch zwei aktuelle Meldungen eine neue Dynamik erhalten: EU-Binnenmarktkommissar Barnier distanziert sich einem Zeitungsartikel (FT vom 30. Januar 2013) zufolge von einem nicht unwesentlichen Aspekt der Kernempfehlung des Liikanen-Berichts: Er spricht sich gegen die Auslagerung der Market Making-Positionen in eine eigene Einheit aus. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer umfangreichen Auswirkungsstudie der „Liikanen-Vorschläge“. Nach Berücksichtigung aller Optionen wird Barnier bzw. die EU-Kommission im Sommer ihre Position bekanntgeben.

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