Regulierung / Banken

Bad Bank als wichtiger Eckpfeiler im Restrukturierungsprozess

Der spanische Bankenrestrukturierungsfonds FROB hat vergangene Woche die durchschnittlichen Übertragungswerte von Aktiva auf die zentrale Bad Bank SAREB bekannt gegeben. Dabei basiert der Übertragungswert der Aktiva auf dem ökonomischen Wert, der anhand der im Rahmen der von Oliver Wyman durchgeführten Bottom-Up-Stresstests erwarteten Verluste im Basisszenario ermittelt wird sowie auf einem zusätzlichen assetspefizifischen Abschlag unter Berücksichtigung von Sonderfaktoren im Zusammenhang mit der Aktivaübertragung. Insgesamt soll der so ermittelte Übertragungswert durchschnittlich einen Abschlag von rund 63% auf den Bruttobuchwert der zwangsvollstreckten Aktiva und 45,6% auf den Bruttobuchwert der Kredite an Bauträger darstellen. Gemessen an den seit Anfang des Jahres beschlossenen gesetzlichen Sanierungsauflagen sowie an den erwarteten Verlusten im Bottom-Up-Stresstest von Oliver Wyman erscheinen die festgelegten Übertragungswerte „angemessen“, da sie entweder nahezu gleiche oder sogar höhere Abschläge zugrunde legen. Neben den verstaatlichten Instituten BFA-Bankia, CatalunyaCaixa, Novacaixagalicia sowie Banco de Valencia (Gruppe 1), die Aktiva im Volumen von rund 45 Mrd. Euro auf die…

Fiskalkrise: Gestörte Finanzmarktintegration im Euro-Raum

Die anhaltende Schuldenkrise in Europa hinterlässt zusehends mehr Spuren, nicht zuletzt auch in den Bilanzen der Banken. Spätestens mit dem Beginn des einheitlichen Währungsraums in Europa und damit dem Wegfall von Währungsrisiken hatten die Verflechtungen innerhalb des europäischen Bankensystems zunächst deutlich zugenommen. Die Schuldenkrise und die Umschuldung in Griechenland haben aber dann gezeigt, wie anfällig diese verwobene Struktur sein kann. Den Abbau von Verschuldung der Banken gegenüber dem Ausland, der im Wesentlichen in der Lehman-Pleite seinen Ausgang genommen hatte, haben die Unsicherheiten im Verlaufe der Eurokrise weiter verstärkt.

Expertengruppe schlägt Aufspaltung von Banken vor

Die Expertengruppe unter Vorsitz des finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen hat ihr mit Spannung erwartetes Konsultationspapier („High-level Expert Group on reforming the structure of the EU banking sector“) vorgelegt. Für den größten Diskussionsbedarf sorgt die Empfehlung, Banken unter bestimmten Voraussetzungen in zwei rechtlich separierte Einheiten aufzuspalten, die fortan in einer Holdingstruktur operieren können: Einerseits in eine „Handelseinheit“, die eine Bank oder ein Finanzunternehmen sein kann, und in eine „Einlagenbank“. In der „Handelseinheit“ wird der Eigenhandel, die Handelsaktiva, Teile des Derivategeschäfts, Forderungen gegenüber Hedge Fonds und Zweckgesellschaften bzw. ähnlichen Organisationen sowie Private Equity Investments gebündelt. Zur Deckung ihres Finanzbedarfs darf die „Handelseinheit“ nicht das Einlagengeschäft betreiben. Alle anderen Geschäftssparten – Kreditgeschäft und z.B. Asset Management – verbleiben bei der „Einlagenbank, der es im Unterschied zur „Handelseinheit“ erlaubt ist, das Einlagengeschäft zu betreiben und Zahlungsverkehrsdienstleistungen für Privatkunden anzubieten. Aber auch die zur Absicherung von z.B. Währungs- und Zinsrisiken abgeschlossenen Derivate für nicht-finanzielle Unternehmen…

Der ESM und die direkte Rekapitalisierung von Banken

Die Verunsicherung der Investoren bezüglich der eng miteinander verwobenen Banken- und Staatsfinanzierungskrise nimmt wieder zu. Abzulesen war dies gestern an den deutlich gestiegenen Renditen von Staatsanleihen der Peripherie, vor allem Spaniens und Irlands. Die Verunsicherung wurde vermutlich zum Teil von dem merklich zunehmenden Unmut der Bevölkerung in den betroffenen Ländern getrieben. In Spanien kommen zu den Protesten gegen den Sparkurs der Regierung auch noch die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens hinzu. Als gemeinsamer, die Unsicherheit erhöhender Faktor dürften aber die Ergebnisse eines Treffens der Finanzminister Finnlands, Deutschlands und der Niederlande gewirkt haben. In einer Pressemitteilung zu diesem Treffen haben die drei Finanzminister Prinzipien des Euro-Rettungsschirms ESM mit Blick auf die direkte Rekapitalisierung von Banken festgehalten. Darin sprechen sie sich u.a. dafür aus, dass der „ESM zwar Verantwortung für Probleme übernehmen kann, die unter einer neuen Aufsicht entstehen, doch frühere Schulden sollen in der Zuständigkeit der nationalen Behörden verbleiben.“ Darüber hinaus soll der ESM…

Gespaltene Entwicklung im deutschen Kreditgeschäft

Die Schuldenkrise im Euro-Raum und das insgesamt schwierigere internationale Umfeld haben dafür gesorgt, dass sich die Konjunkturaussichten in Deutschland in den letzten Monaten eingetrübt haben. Das dürfte sich auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen und die damit in Zusammenhang stehende Kreditnachfrage negativ auswirken. Diese Einschätzung wird durch den jüngsten Bank Lending Survey für Deutschland bekräftigt: Während in der Aprilumfrage noch eine große Mehrheit der befragten Banken mit einer wachsenden Kreditnachfrage der Unternehmen rechnete, war in der Juliumfrage die Zahl der Pessimisten, die mit sinkender Nachfrage rechnen, fast genauso groß wie die der Optimisten. Gleichzeitig beabsichtigt eine kleine Mehrheit der Banken, ihre Kreditrichtlinien für Unternehmen zu verschärfen. Für die nächsten Monate ist daher tendenziell mit einer Stagnation im Firmenkundenneugeschäft zu rechnen. Auf längere Sicht könnten die entsprechenden Kreditbestände sogar zurückgehen. Während die Euro-Krise und das schwache internationale Umfeld die Investitionspläne der Unternehmen bremsen, fühlen sich viele private Haushalte in ihren Investitionsabsichten bekräftigt….

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