Regulierung / Banken

Bank Lending Survey: Optimismus europäischer Banken schwindet, Vorsicht wächst

Wie aus der aktuellen Befragung der Europäischen Zentralbank zum Kreditgeschäft der Banken (BLS) hervorgeht, bleiben sie im Euroraum für die Kreditnachfrage in den nächsten Monaten optimistisch. Sowohl für Unternehmens- als auch für die privaten Wohnungsbaukredite erwarten die befragten Institute mehrheitlich eine steigende Nachfrage. Allerdings sinkt die Zahl der Optimisten immer mehr. Bei den Firmenkundenkrediten findet sich nur noch eine knappe Mehrheit, die an eine wachsende Nachfrage glaubt. Gleichzeitig werden die Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe. Überwogen im Herbst 2018 noch die Absichten, die Kreditrichtlinien zu lockern, findet sich jetzt in beiden Kundensegmenten eine marginale Mehrheit, die ihre Richtlinien für die Vergabe in den nächsten Monaten verschärfen möchte. Auch bei deutschen Banken schwindet der Optimismus im Hinblick auf die Kreditnachfrage, und die Vorsicht wächst. Damit spiegeln die Ergebnisse der Befragung die Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven in den letzten Monaten wider. Gleichzeitig bekräftigen sie uns in unserer Einschätzung, dass der europäische und…

Crowdfunding als Einlagen- und Kreditersatz?

Unter dem Sammelbegriff „Crowdfunding“ gibt es zahlreiche Internet-Plattformen, die Geldgeber mit Menschen oder Unternehmen zusammenbringen, die Kapitalbedarf bzw. Projektideen haben. In der Summe weist der Markt anhaltendes und phasenweise sehr hohes Wachstum auf. Allerdings ist eine gespaltene Marktentwicklung zu beobachten: Während in der Anfangsphase insbesondere Unternehmensfinanzierungen im Vordergrund standen, haben in den letzten Jahren verstärkt Immobilienprojekte an Bedeutung gewonnen. Trotz hoher Zuwächse bleibt Crowdfunding in Deutschland ein Markt, der bisher nur kleine Nischen erobern konnte. Insbesondere die Entwicklung im Crowdinvesting und Crowdlending für Unternehmen hat enttäuscht. Das geringe Marktvolumen, das bisher erreicht wurde, liegt u.a. an den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Crowdfunding aus Verbraucherschutzgründen enge Grenzen setzen. Hinzu kommen teils erhöhte Risiken, die Anleger abschrecken, sowie mangelndes Interesse des Mittelstandes. Der Markt dürfte tendenziell weiterwachsen und sich dauerhaft Nischen im Finanzierungskreislauf erobern. Durch rechtliche Rahmenbedingungen, die den Anlegerschutz sowie die Wettbewerbsneutralität sicherstellen, bleiben die Wachstumsperspektiven jedoch stark auf kleinteilige Geschäfte begrenzt….

Konjunktur ruckelt – Kreditmärkte laufen rund

Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie weitere Konjunkturbelastungen wie etwa der bevorstehende Brexit haben nun auch Deutschland erreicht. Die zuletzt so erfolgsverwöhnte deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Frühjahrsquartal geschrumpft, nachdem sie im Vorquartal noch um 0,5 Prozent zulegen konnte. Dies war der erste Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts seit dem Winterquartal des Jahres 2015. Trotzdem wachsen die Kreditmärkte weiter kräftig. Mit 6,3 Prozent fiel der Anstieg der Unternehmenskredite in Deutschland zuletzt so hoch wie seit 2008 nicht mehr aus. Und auch die privaten Wohnungsbaukredite konnten ihr Wachstumstempo auf 4,8 Prozent beschleunigen. Im Euroraum zählen Frankreich und Deutschland zu den Wachstumslokomotiven. Die Kreditvolumina in Italien wuchsen nur unterdurchschnittlich und die in Spanien gar schwach. Dafür konnten weitere Fortschritte beim Abbau „fauler Kredite“ verzeichnet werden, auch wenn die Quote in Italien mit 8,2 Prozent immer noch viel zu hoch ist. Trotz hoher…

Wachsender Margendruck im deutschen Bankensektor

Im Rahmen des Bank Lending Survey der EZB berichten deutsche Banken seit Jahren über immer neue Verengungen der Margen im Geschäft mit Unternehmenskrediten und mit privaten Wohnungsbaukrediten. In beiden Geschäftsfeldern dominiert der intensive Wettbewerb als Begründung für die unbefriedigende Margenentwicklung. Zu den Antriebskräften der Verschärfung des Wettbewerbs im Bankensektor zählen technischer Fortschritt in Form der Digitalisierung sowie extrem niedrige Zinsen. Die wachsende Konkurrenz macht sich vor allem im Firmenkundengeschäft und im Bereich Kontoführung/Zahlungsverkehr bemerkbar, weniger im Einlagengeschäft. Weil im Bankgeschäft nur sehr eingeschränkt Produktdifferenzierungen möglich sind, wird der Wettbewerb hauptsächlich über die Konditionen ausgetragen. Das erhöht den Druck auf die Margen. Für die Anbieter besteht ein Anreiz, engen Margen durch eine Steigerung des Geschäftsvolumens entgegenzuwirken. Bei einem gleichzeitig begrenzten Wachstumspotenzial des Gesamtmarktes verstärkt sich so das Ringen um Marktanteile. Während sich die Anbietergewichte im Einlagengeschäft zuletzt stabilisiert haben, verschieben sich die Größenordnungen im Kreditgeschäft weiterhin zugunsten von Kreditgenossenschaften, Regionalbanken und…

Steigende Risikoaversion deutscher Banken bei Immobilienkrediten

Wie aus der aktuellen Bankenbefragung der EZB (Bank Lending Survey) hervorgeht, beabsichtigt eine leichte Mehrheit der Kreditinstitute in Deutschland in den nächsten Monaten, ihre Richtlinien für die Vergabe von Immobilienkrediten an private Haushalte zu verschärfen. Das sind die ersten Verschärfungsabsichten seit der Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland im Frühjahr 2016. Damals reagierten die Banken mit erhöhter Vorsicht auf Unsicherheiten, die sich aus der Umsetzung der Richtlinie ergaben. Bei den aktuellen Verschärfungen der Kreditvergabestandards spielen die starken Immobilienpreisanstiege in deutschen Ballungszentren eine wichtige Rolle. Zwar lässt sich insgesamt für Deutschland keine generelle Immobilienpreisblase ausmachen. Allerdings gibt es zunehmend regionale Überbewertungen bei Wohnimmobilien in verschiedenen Städten, die Anlass zur Sorge geben. Hinzu kommen regional teils stark wachsende Immobilienkredite. Die aktuell geplanten Verschärfungen der Kreditvergaberichtlinien sind eine angemessene Reaktion darauf. Nach unserer Einschätzung handelt sich um eine Trendwende in der Kreditvergabepolitik der Banken, die sich in nächster Zeit verstärken dürfte.

Kapitalmarktrenditen dies und jenseits des Atlantiks dürften auf Jahressicht moderat höher tendieren

Die europäischen Währungshüter sind zwischenzeitlich wieder aus der Sommerpause zurückgekehrt und haben ihren eingeschlagenen geldpolitischen Kurs bestätigt. Ab Oktober werden die monatlichen Anleihekäufe im Rahmen des EZB-Ankaufprogramms (APP) auf 15 Mrd. Euro verringert. Perspektivisch sollen die Nettoneukäufe dann zum Ende des Jahres gänzlich beendet werden. Auch wenn die Währungshüter damit einen weiteren kleinen Schritt in Richtung geldpolitischer Normalität unternehmen, bleibt der geldpolitische Stimulus nach wie vor umfassend. So sind angesichts der EZB-Forward Guidance Leitzinserhöhungen zunächst kein Thema. Erst auf Jahressicht halten wir es für vorstellbar, dass die Notenbank-Oberen den Einlagesatz vorsichtig nach oben schleusen. Einen ersten „richtigen“ Zinsschritt halten wir frühestens Ende nächsten Jahres für wahrscheinlich. Während sich die EZB sichtlich schwertut, die Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik ernsthaft anzugehen, treiben die US-Amtskollegen diese zusehends voran. Bis Mitte nächsten Jahres rechnen wir mit insgesamt vier Zinserhöhungen von je 25 Basispunkten. Mit 2,75% bis 3,00% dürfte die US-Notenbank dann ein neutrales…

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