Regulierung / Banken

Der unsichtbare Anstieg des Risikos

Der globale Notenbankzinszyklus deutet nach unten. Dies hat Folgen für die Renditen der Staatsanleihen, die weltweit fallen. Die Bundesanleihen rentieren auch für lange Laufzeiten im negativen Bereich. Damit wird der globale Anlagenotstand immer größer. So erreicht der alle Anleihearten mit negativer Rendite umfassende Index „Bloomberg Barclays Global Aggregate Negative Yielding Debt Market Value Index“ fast schon wieder die Hochstände aus dem Jahr 2016. Unabhängig davon, ob die Renditerückgänge durch die zunehmende Risikoaversion der Marktteilnehmer oder in Erwartung geldpolitischer Lockerungen durch die Notenbanken zustande kommen, erhöht dies die relative Attraktivität von Anleihen mit einer auskömmlichen positiven Rendite. Da mit Hilfe von Staatsanleihen, bis auf die sehr langen Laufzeiten, kaum mehr positive Renditen erzielbar sind, dürfte der Blick von Investoren zunehmend auf Unternehmensanleihen mit einem Investment-Grade-Rating fallen. Unter den 1.515 Unternehmensanleihen im iBoxx Euro Non-Financials Senior, dem Benchmarkindex für Corporate-Bonds mit Investment-Grade-Rating, rentieren 93,1% im positiven Bereich. Zwar stammt die überwiegende Zahl…

EZB: Notfalls handlungsbereit

Die EZB hat im Rahmen der heutigen Sitzung ihre Forward Guidance adjustiert. Hieß es im geldpolitischen Statement bislang, dass die Leitzinsen mindestens über das Ende 2019 auf dem aktuellen Niveau verbleiben werden, wurde dieser Zeitrahmen nun bis mindestens Mitte des kommenden Jahres ausgedehnt. Damit tragen die Notenbank-Oberen den derzeit auszumachenden Risikofaktoren (Handelsstreit / Brexit) für den gesamteuropäischen Konjunkturausblick Rechnung. Die vorsichtige Haltung der Notenbank spiegelt sich auch in den überarbeiteten Stabsprojektionen wider. Für die Zeithorizonte 2020 und 2021 wurde der Wachstumsausblick leicht nach unten revidiert. Zugleich war Draghi aber auch bemüht, nicht übermäßig pessimistisch zu wirken. So verwies er in diesem Zusammenhang auf die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Inflationsprojektionen wurden nur geringfügig angepasst. Bemerkenswert ist, dass der längerfristige Ausblick (2021) unverändert geblieben ist. Marktseitig waren zuletzt verstärkt Zweifel aufgekommen, wonach die EZB ihr selbstgestecktes Inflationsziel erreichen kann. Diesen Befürchtungen hat Draghi durchaus energisch widersprochen. Seiner Einschätzung nach seien gegenwärtig…

Vermögensaufbau durch weniger Regulierung

Wie aus der aktuellen Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ der Bundesbank hervorgeht, ist das durchschnittliche Nettovermögen in Deutschland zwischen 2014 und 2017 zwar um 18.300 Euro auf 232.800 Euro gestiegen. Allerdings sind die Vermögen nach wie vor ungleich verteilt. Dabei fällt die Ungleichverteilung hierzulande stärker aus als im Durchschnitt des Euroraums, aber geringer als in den USA. Interessant ist, dass vor allem Bürger mit Immobilien- und Aktienbesitz von Wertzuwächsen profitieren konnten. Im internationalen Vergleich haben allerdings gerade diese Vermögenskategorien ein schwaches Gewicht: Deutsche Anleger gelten als risikoavers, weil sie Aktien meiden und eher in Einlagen und Versicherungen investieren. Zudem wohnen die Bürger hierzulande häufiger zur Miete als im Eigenheim. Dabei sind beide Vermögenskategorien besonders wichtig für den Vermögensaufbau: Aktien, Fonds und entsprechende Zertifikate tragen zu einer breiten Streuung der Geldanlage bei und erzielen langfristig gute Renditen. Der Vorteil von Immobilen besteht neben der Sicherheit vor allem in der disziplinierenden…

Kreditmärkte schwenken auf Wachstumsabschwächung ein – antizyklischer Kapitalpuffer kontraproduktiv

Wie aus der aktuellen Befragung der Banken im Euroraum durch die EZB hervorgeht, blieb die Kreditnachfrage der Unternehmen im ersten Quartal 2019 stabil und auch die Banken veränderten ihre Kreditvergabestandards kaum. Dagegen wuchs die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten dank niedriger Zinsen weiter und die Kreditinstitute verschärften ihre Vergaberichtlinien für Immobilienfinanzierungen. Auch für die kommenden Monate rechnen die Banken mehrheitlich mit einer wachsenden Nachfrage in beiden Kategorien. Obwohl der Anteil der Optimisten gegenüber der Januarbefragung marginal zugenommen hat, ist die Mehrheit der Kreditinstitute, die an eine wachsende Kreditnachfrage glaubt, im Vergleich zu 2018 allerdings stark abgeschmolzen. Das deckt sich mit der Wachstumsentwicklung der europäischen Kreditmärkte, die derzeit scheinbar ihren Zenit erreicht. Bei den Unternehmenskrediten war das bereits Ende September letzten Jahres der Fall, als der Zuwachs auf 4,3 Prozent stieg, um sich danach wieder abzuschwächen. Die privaten Wohnungskredite haben sich in den letzten Monaten bei einem Wachstumspfad um die 3,2 Prozent…

Euroraum: Leicht abgeschwächtes Wachstum der Unternehmenskredite im Schlussquartal 2018

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank sind die Unternehmenskredite im Euroraum 2018 um knapp 4 Prozent gewachsen. Damit hat sich der Anstieg der um Verkäufe, Verbriefungen und fiktive Cash-Pooling-Aktivitäten bereinigten Kreditbestände im vierten Quartal des vergangenen Jahres leicht abgeschwächt. Allerdings verlief die Entwicklung von Land zu Land recht unterschiedlich. Während die Firmenkundenkredite in Deutschland mit 6,4 Prozent den höchsten Zuwachs seit fast zehn Jahren verzeichnen konnten, schrumpften sie in Spanien. In Frankreich hat sich das Wachstum im Schlussquartal 2018 etwas und in Italien spürbar abgeschwächt. Uneinheitlich entwickelten sich auch die Kredite an private Haushalte, die im Euroraum leicht beschleunigt um 3,3 Prozent zulegten. Alles in allem verlief die Entwicklung im abgelaufenen Jahr erfreulich: Die europäischen Kreditmärkte, die von 2012 bis 2015 noch unter Rückgang bzw. Wachstumsschwäche litten, profitierten von einer hohen Kreditnachfrage der Unternehmen und privaten Haushalte. Nach unserer Einschätzung dürfte sich die zuletzt in Teilen des Marktes beobachtbare Abschwächung der…

Bank Lending Survey: Optimismus europäischer Banken schwindet, Vorsicht wächst

Wie aus der aktuellen Befragung der Europäischen Zentralbank zum Kreditgeschäft der Banken (BLS) hervorgeht, bleiben sie im Euroraum für die Kreditnachfrage in den nächsten Monaten optimistisch. Sowohl für Unternehmens- als auch für die privaten Wohnungsbaukredite erwarten die befragten Institute mehrheitlich eine steigende Nachfrage. Allerdings sinkt die Zahl der Optimisten immer mehr. Bei den Firmenkundenkrediten findet sich nur noch eine knappe Mehrheit, die an eine wachsende Nachfrage glaubt. Gleichzeitig werden die Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe. Überwogen im Herbst 2018 noch die Absichten, die Kreditrichtlinien zu lockern, findet sich jetzt in beiden Kundensegmenten eine marginale Mehrheit, die ihre Richtlinien für die Vergabe in den nächsten Monaten verschärfen möchte. Auch bei deutschen Banken schwindet der Optimismus im Hinblick auf die Kreditnachfrage, und die Vorsicht wächst. Damit spiegeln die Ergebnisse der Befragung die Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven in den letzten Monaten wider. Gleichzeitig bekräftigen sie uns in unserer Einschätzung, dass der europäische und…

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