Regulierung / Banken

Deutsche Banken verschärfen Kreditrichtlinien für Firmenkunden

Wie aus der aktuellen Bank Lending Survey-Auswertung vom Juli hervorgeht, möchte eine leichte Mehrheit der befragten Institute in den nächsten Monaten strengere Richtlinien für die Kreditvergabe an Firmenkunden anlegen. Betroffen sind sowohl kleine und mittlere Betriebe als auch Großunternehmen. Mit der ersten Verschärfung ihrer Kreditvergaberichtlinien seit April 2015 reagieren die Banken auf die aktuelle Konjunktureintrübung. Die für das laufende und kommende Jahr zu befürchtende Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ist insbesondere den internationalen Handelsstreitigkeiten und anderen geopolitischen Risiken geschuldet. Von einer weiteren Eskalation protektionistischer Maßnahmen wären vor allem exportstarke deutsche Mittelständler und Großunternehmen betroffen. Ein Einbruch der Kreditvergabe an Firmenkunden ist zunächst jedoch nicht zu befürchten: Zum einen findet sich bisher nur eine leichte Mehrheit der Banken, die ein Verschärfung der Kreditrichtlinien plant. Zum anderen hat sich das Wachstum der Firmenkreditbestände bis zuletzt kräftig beschleunigt und den privaten Wohnungsbaukredit als Wachstumstreiber des deutschen Kreditmarktes abgelöst. Sollte sich das Wachstumstempo der Unternehmenskredite jetzt…

Fed-Chef bestätigt aktuellen geldpolitischen Kurs

Die gestrige Anhörung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell im Rahmen des halbjährlichen Berichts zur Geldpolitik vor dem Bankenausschuss des Senats war mit Spannung erwartet worden. In seiner Eröffnungsrede hat sich Powell bezüglich der konjunkturellen Entwicklung optimistisch gezeigt. Das solide Wachstumstempo im bisherigen Jahresverlauf basiere seiner Meinung nach auf mehreren Faktoren: Robuste Jobzuwächse, steigende Einkommen nach Steuern und Optimismus bei den Haushalten. Mit einem starken Arbeitsmarkt, einer Inflation nahe des Zwei-Prozent-Ziels sowie mit ausgeglichenen Risiken für den Wachstumsausblick sei der FOMC-Rat der Ansicht, dass weitere Leitzinserhöhungen der beste geldpolitische Weg seien – zumindest momentan. Dieser Einschub von Powell („for now“) kann dahingehend interpretiert werden, dass das geldpolitische Vorgehen nicht auf Autopilot steht. Leitzinserhöhungen werden demnach nicht zwangsläufig vorgenommen, sondern unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen. Interessanter als die vorbereitete Eröffnungsrede waren die Fragen der Senatoren sowie die Antworten von Powell. Etliche Fragen kamen zu den möglichen Auswirkungen des Handelskonflikts. Diesbezüglich hat der Vorsitzende…

Protektionistische Politik kostet Wachstum und Wohlstand

Immer mehr Staaten weltweit verfolgen eine protektionistische Politik. Sollte sich diese Entwicklung durchsetzen, hätte das ein Ende der Globalisierung zur Folge. Das Zeitalter der niedrigen Zinsen würde zu Ende gehen und die Inflation würde sich beschleunigen. Kurzum: Protektionistische Politik kostet Wachstum und Wohlstand. Weltweit ist derzeit ein Erstarken protektionistischer Kräfte zu beobachten. Populistische Bewegungen gewinnen in vielen Ländern an Einfluss, sie berufen sich häufig auf nationalistische Ideologien und propagieren einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Isolationismus. Der Kampf gegen die Globalisierung ist eine zentrale Gemeinsamkeit der Populisten über die Ländergrenzen hinweg. US-Präsident Donald Trump ist hier sicherlich ein eingängiges Beispiel, doch er steht keinesfalls allein da. Auch in weiten Teilen Europas gewinnen ähnliche Positionen an Boden. Wenn Populisten nicht bereits an der Regierung beteiligt sind, so prägen sie doch vielfach die politische Debatte. Dabei war es die Globalisierung, die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der letzten rund 25 Jahre entscheidend geprägt hat….

Steilerer Zinspfad der Fed nach dem „Trial-and-Error“-Konzept

Die Fed hat gestern Abend den geldpolitischen Kurs der vergangenen Monate fortgesetzt und die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Daneben wurden die Erwartungen über den zukünftigen Zinspfad nach oben angepasst. Die US-Währungshüter gehen im Median davon aus, dass die Fed die Leitzinsen im weiteren Verlauf dieses Jahres noch zweimal anheben wird. Im kommenden Jahr dürften insgesamt drei Zinsanhebungen erfolgen. Damit hat sich der allgemeine Tenor der Fed in Richtung einer leicht restriktiveren Geldpolitik verschoben. Die Wachstums- und Inflationsprojektionen der einzelnen Währungshüter spiegeln eine zuversichtliche Entwicklung der konjunkturellen Dynamik wider, während die Inflationsrate bei nur leicht oberhalb von 2% weiterhin gemäßigt ausfallen sollte. Dieser Entscheid wurde einstimmig getroffen. Im Großen und Ganzen hat die US-Notenbank unsere Meinung bestätigt, dass die Leitzinsen weiterhin in Richtung eines neutralen Niveaus angepasst werden, wenn wir auch bisher von einem vorsichtigeren Kurs ausgegangen waren. Außerdem hat die Fed die Forward Guidance verändert sowie eine technische Anpassung…

Droht nach dem Zinsanstieg eine Pleitewelle europäischer Zombie-Unternehmen?

In den meisten europäischen Ländern sind die Firmenpleiten in den letzten Jahren zurückgegangen. Hierzu haben neben der konjunkturellen Erholung auch die extrem niedrigen Kreditzinsen beigetragen. Die daraus resultierende Kostenersparnis ist zwar erfreulich für die Unternehmen. Allerdings besteht die Gefahr, dass das langanhaltende Niedrigzinsumfeld die Entstehung von Zombie-Unternehmen begünstigt. Die Sorgen richten sich auf die Zeit, wenn die Zinsen wieder signifikant steigen. Das dürfte viele Zombie-Unternehmen überfordern und könnte eine Pleitewelle auslösen. In Deutschland und Frankreich besteht kaum Gefahr, dass ein signifikanter Anstieg des Zinsniveaus in eine Pleitewelle führt. Hier nutzen die Firmen vorwiegend mittel- und langfristige Festzinskredite, die ihnen das niedrige Zinsniveau über einen längeren Zeitraum sichern. Vor allem aber spricht die niedrige Non-Performing Loans-Quote bei Unternehmenskrediten für eine geringe Verbreitung von Zombie-Unternehmen. Sorgen um eine kräftig wachsende Zahl an Insolvenzen bei einem Zinsanstieg müssen sich dagegen Portugal, Italien und Irland machen. Hier deuten hohe NPL-Quoten auf eine stärkere Verbreitung…

US Notenbank hat keinen Grund zur Eile

Wie nahezu einhellig von den Marktteilnehmern erwartet, hat die Fed gestern Abend den Leitzinskorridor bei 1,50% bis 1,75% unverändert gelassen. Die Erläuterungen zum Zinsentscheid, die Auskunft über den weiteren geldpolitischen Kurs geben sollen, wurden gegenüber der letzten Sitzung im März nur leicht angepasst. Einige Marktteilnehmer hatten damit gerechnet, dass die Notenbank angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung und des zuletzt gestiegenen PCE-Deflators – das präferierte Inflationsmaß der Fed – ihr Wording deutlich verschärfen und nun vor Inflationsgefahren warnen wird. Dies hat sich aber nicht bewahrheitet. Was die Indikation bezüglich einer Leitzinserhöhung im Juni betrifft, so gab es im gestern veröffentlichten Zinskommuniqué kaum neue Hinweise. Die Fed nahm zwar zur Kenntnis, dass die Konsumtätigkeit im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal 2017 nachgelassen habe. Die Unternehmensinvestitionen setzten jedoch ihren kräftigen Anstieg fort. Die mittelfristigen Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick seien daher ungefähr ausgeglichen. Die Inflation sei zuletzt angestiegen und erreiche nun das…

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