Rohstoffmärkte

Ölpreis erhöht Druck auf Verbraucherpreise, Inflationsprognosen etwas angehoben

Die Verteuerung des Ölpreises haben wir zum Anlass genommen, unsere Inflationsprognosen zu überarbeiten. In der Regel rechnen wir jetzt in diesem Jahr mit etwas höheren Inflationsraten. Trotz dieser Anpassung ergibt sich in Anbetracht des robusten weltweiten Wachstumstrends weiterhin das Bild einer vergleichsweise moderaten Inflationsentwicklung. Der Ölpreis hat sich seit seinem letzten Tiefpunkt im Juni des vergangenen Jahres, bei nur 45 US-Dollar pro Barrel, ja sichtbar erholt. Ende Oktober wurde die Marke von 60 US-Dollar überschritten. Nach Weihnachten ging es dann weiter deutlich aufwärts, so dass inzwischen sogar ein Preis von 70 US-Dollar erreicht wurde. Kurzfristig rechnen wir nicht damit, dass der Ölpreis deutlich sinkt. Grundsätzlich sollte sich aber wieder ein leichter Abwärtstrend einstellen, so dass am Jahresende der Preis wohl nahe bei 60 US-Dollar liegt. Da nicht nur die US-amerikanische Ölindustrie bei den höheren Notierungen ihre Förderung ausweitet, dürfte eine gesteigerte Angebotsmenge den Ölpreis wieder senken. Dennoch rechnen wir jetzt…

OPEC-NOPEC-Deal 3.0 – „Die Verpackung ist betörender als der Inhalt“

Im Rahmen ihres gestrigen Treffens in Wien haben sich die 24 Vertreter der OPEC-/NOPEC-Koalition darauf verständigt, ihr Förderbegrenzungsabkommen bis Ende 2018 zu verlängern. Das Kürzungsvolumen wird bei 1,72 Mio. Barrel pro Tag (mbd) liegen. Die bis dato vom Kürzungsabkommen ausgenommenen OPEC-Mitgliedsstaaten Libyen und Nigeria haben weich formulierte Produktionsobergrenzen akzeptiert… Die Parteien vereinbarten darüber hinaus einen Überprüfungstermin im Juni 2018. Ein offizielles Statement zu einer geplanten Exit-Strategie gab es nicht. Der Markt reagierte insgesamt positiv auf den neuen „Rohöl-Newsflow“. Der Brent-Januar-Future kletterte bis auf 63,50 USD, weil sich die Investoren von der außergewöhnlichen Geschlossenheit des Kartells – gerade auch vor dem Hintergrund der jüngsten außenpolitischen Verspannung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran – beeindruckt zeigten. Offenbar hat die Wiener Runde aus Sicht der Investoren mit ihrer rhetorischen Schwerpunktsetzung den richtigen Ton getroffen. Auf den ersten Blick hat die OPEC-/NOPEC-Koalition dem Markt mindestens das gegeben, was dieser sich von ihr erwartet hatte. Nach…

Strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft wirken sich auch auf Unternehmen aus

Die beschlossene und erwünschte Energiewende kommt nun auch bei den Unternehmen an. So reagiert nun Siemens auf den Strukturwandel im Bereich fossiler Stromerzeugung und hat eine Restrukturierung angekündigt. Ziel ist es dabei, die Auslastung der Werke zu steigern und die Effizienz durch Ressourcenbündelung auszubauen. Um dies zu erreichen, sollen auch 6900 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon die Hälfte in Deutschland. Hinter dieser Entscheidung steht ein dramatischer Strukturwandel. So ist die Nachfrage nach grossen Gasturbinen (>100 Megawatt) global drastisch gesunken: Schätzungen gehen von ca. 100 Turbinen pro Jahr als normalisiertes Niveau aus, während die Kapazität bei ca. 400 Turbinen liegt. Insgesamt spiegelt sich in dieser Marktentwicklung die Veränderungen in der ökologischen Betrachtung der Stromerzeugung wider. Die neuen Prognosen zu Erderwärmung an der 23. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Bonn haben einmal gezeigt, dass wir in den nächsten Jahren einen spürbaren Umbau in der Stromerzeugung angehen müssen. Bedauerlich ist, dass diese betriebswirtschaftlichen Notwendigen…

E-Mobilität löst Kupferphantasie aus

Am Samstag öffnete die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt ihre Tore für die breite Öffentlichkeit. Der in Deutschland durch Dieselskandal und Spekulationen über unlautere Absprachen gebeutelte Automobilsektor, setzt auf der IAA besonders auf Elektromobilität. Ohne Zweifel wird die deutsche Automobilindustrie in den nächsten Jahren mit neuen Modellen eine E-Offensive starten. Der ausgeprägte Zukunftstrend zur E-Mobilität treibt die Nachfrage nach den Industriemetallen in den nächsten Dekaden deutlich an. Neben den Metallen, wie Lithium, Cobalt und Nickel, die für die Herstellung von Akkumulatoren verwendet werden, sollte insbesondere Kupfer langfristig profitieren. In einem Elektrofahrzeug beispielsweise sind je nach Reichweite bis zu 140 Kilogramm Kupfer verbaut. In einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sind hingegen lediglich durchschnittlich 23 Kilogramm verbaut. Aber auch bei dem Ausbau der noch als limitierender Faktor gesehenen Lade-Infrastruktur wird Kupfer benötigt. Für jede Ladestation werden etwa 25 Kilogramm Kupfer benötigt. Damit liegt die These nahe, dass sich Kupfer langfristig vom Infrastruktur-…

Unternehmen verdienen prächtig

Das Ende der Berichtssaison zum ersten Quartal 2017 steht unmittelbar bevor und die Berichte der Unternehmen waren sehr positiv. In den USA stiegen die Umsätze der Unternehmen im S&P 500 um 8% an, die Gewinne überproportional um 15%. Dies ist das stärkste Wachstum seit dem 3. Quartal 2011. Bis auf eine Ausnahme (Telekom-Titel) zogen in allen US-Sektoren die Gewinne an – das Wachstum verläuft breit gestützt und dies trotz des im Jahresvergleich stärker gewordenen US-Dollars. Auch in Europa zeigte der Trend im Auftaktquartal deutlich nach oben: Beim Stoxx 600 wuchsen die Unternehmensumsätze um 10%, die Gewinne legten um knapp 37% zu. Beim DAX ging es bei den Umsätzen um knapp 4% nach oben, bei den Gewinnen um 11 %. Bei den deutschen Unternehmen stiegen Umsätze und Ergebnisse weniger stark als beim S&P 500 und Stoxx 600 an, dies ist auf die geringe Relevanz erdölabhängiger Titel in der Indexzusammensetzung zurückzuführen. Bei…

Milchbauern profitieren von steigenden Preisen – vorerst

Die Milchpreise sind in Deutschland seit Mitte 2016 kräftig gestiegen. Der vom Kieler Institut von Ernährungswirtschaft (ife) regelmäßig veröffentlichte Rohstoffwert Milch, der sich aus den Butter- und Magermilchpulverpreisen ableitet, lag im März 52% über dem Vorjahreswert. Dies sorgt unter den Milchbauern in Verbindung mit niedrigen Futtermittelpreisen für eine deutliche Aufhellung der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die im bisherigen Jahresverlauf rückläufige europäische Milcherzeugung und die hohe Verbrauchsdynamik bei fetthaltigeren Milchprodukten (Fettmarkt) lassen den Butterpreis sehr stark steigen. Auf dem Eiweißmarkt fiel die Notierung für Magermilchpulver (MMP) hingegen aufgrund der ausreichenden Versorgungslage deutlich. Nicht nur die in Europa erzeugte Milchmenge ist bisher rückläufig, sondern auch die in den anderen wichtigen Exportländern wie Australien und Neuseeland. Einzig die USA können wegen der guten Wetterbedingungen und niedrigen Futtermittelpreise ihr Milchaufkommen erhöhen. Wir erwarten jedoch, dass die gestiegenen Milchpreise im weiteren Jahresverlauf einige Milchbauern in Europa dazu veranlassen, ihre Erzeugungsmenge wieder zu erhöhen. In Polen ist die…

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