Rohstoffmärkte

Partystimmung am Rohölmarkt

Mit BNT162 macht ein vielversprechender Impfstoff gegen Covid-19 einen großen Schritt in Richtung Zulassungsziel. Vor allem die nach Angaben der Impfstoffentwickler hohe Wirksamkeit von 90 Prozent konnte positiv überraschen. Diese Zahl ist nicht in Stein gemeißelt, da sie sich im Laufe des Studienfortgangs noch verändern kann. Zwar sind noch einige Fragen, wie zum Beispiel die Dauer der Wirksamkeit, offen, allerdings ist jetzt zumindest Licht am Ende des dunklen Pandemietunnels zu sehen. Dies reicht aus, um den Rohölmarkt in Ekstase zu versetzen. Brent-Rohöl legte in den letzten drei Tagen um über 12 Prozent zu. Ohne Zweifel könnte sich der in Lichtgeschwindigkeit entwickelte Impfstoff, sofern er zügig zugelassen wird, zum Game-Changer am Rohölmarkt entwickeln. Da es aber in punkto Produktion und Verteilung Restriktionen gibt, ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass wir zügig wieder zur präpandemischen Normalität übergehen – zumindest was die Rohölnachfrage betrifft. So werden die Benzin- und Kerosinnachfrage als Folge…

Megatrends treiben Metallnachfrage

Industriemetalle haben den Corona-Schock weitestgehend verdaut und die flaue wirtschaftliche Entwicklung scheint keinen nachhaltigen negativen Einfluss zu haben. Drei Megatreiber sorgen für eine stabile Nachfrage und sollten auch in den kommenden Jahren sich positiv auswirken; die Digitalisierung, die E-Mobilität und die Energiewende. Weltweit wird das Leben immer digitaler. Diese Entwicklung wurde durch die Corona-Krise zwar nicht ausgelöst, aber erheblich beschleunigt. Auch die Art zu arbeiten, ist durch Homeoffice und Online-Konferenzen oder Meetings eine andere geworden. Die voranschreitende Digitalisierung lässt die zu verarbeitenden Datenmengen exponentiell steigen. Neue Rechenzentren müssen auch für den Trend zum Cloud-Computing errichtet werden. Hierfür sind Metalle, die beispielsweise für Kühlungsanlagen, Verkabelungen und der Produktion von Halbleitern benötigt werden, unabdingbar. Auch die E-Mobilität kommt gerade, wenn es um die Batterieproduktion geht, an Kobalt, Lithium, Nickel nicht vorbei. In einem Elektroauto sind durchschnittlich 84 Kilogramm Kupfer verbaut. Sowohl das Betreiben von neuen Rechenzentren als auch die zunehmende Elektrifizierung der…

Extreme vermeiden

Gold ist einer der großen Gewinner der jüngsten Entwicklungen. Steigende Schuldenstände, niedrige Zinsen für einen unabsehbar langen Zeitraum und zunehmende politische Verunsicherung in vielen Teilen der Welt haben das Interesse für Gold kräftig steigen lassen. Dabei soll Gold die Portfolien resistenter gegen Risiken machen, die man aus der aktuellen Sicht nur vage oder gar nicht einschätzen kann – also sogenannte schwarze Schwäne. Neben Gold sind vor allem Industriemetalle kräftig gestiegen. Dabei spielten natürlich die rasante Konjunkturerholung in China und die ergriffenen Fiskalmaßnahmen in anderen Industrieländern eine wichtige Rolle. Zudem macht sich bei vielen Industriemetallen langsam eine gewisse Knappheitsprämie bemerkbar. Die schnell fortschreitende Digitalisierung dürfte mittelfristig zu einer spürbar höheren Nachfrage nach Metallen führen, die in diesem Bereich benötigt werden. Dies geht so weit, dass sich viele Länder über ihre Abhängigkeit von ausländischen Förderstätten Gedanken machen. Eine höhere heimische Produktion wird vor diesem Hintergrund immer attraktiver. Damit rücken natürlich auch die…

Gold springt locker über 2.000 USD

Wie ein hoch dekoriertes Sprungpferd nimmt Gold die 2.000er-Hürde problemlos. Vor allem unter institutionellen Anlegern ist Gold salonfähig geworden. Sie sehen sich zunehmend mit dem 16 Billionen US-Dollar Problem konfrontiert. So hoch kann nämlich das Volumen von Anleihen (Investment Grade) mit negativen Renditen beziffert werden. Anlagealternativen sind also ein rares Gut. Wir rechnen damit, dass die Investmentnachfrage aufgrund der aktuellen Zins- und Unsicherheitssituation weiter steigt. Zumal der Goldanteil in den institutionellen Portfolien mit unter 0,5 Prozent noch extrem gering ist.  Auch die Tatsache, dass der Status des US-Dollars als ultimativer sicherer Hafen zumindest Kratzer bekommt, spricht für ein fortgesetzt hohes Investoreninteresse. Es darf an der Stelle auch nicht vergessen werden, dass der Goldmarkt sehr eng ist. Die global ausstehenden Gold Exchange-Traded-Funds (ETFs) erreichen gerade mal eine Marktkapitalisierung, die in etwa der von SAP und Zalando entspricht. Selbst wenn Großanleger nur marginal ihre Goldpositionen erhöhen, kann dies einen erheblichen Einfluss auf…

Gold als älteste Anlageklasse wiederentdeckt

Manchmal geht es schnell und sogar schneller als man denkt. Der Goldpreis in USD hat sein Allzeithoch aus 2011 geknackt. Die alte Anlagedame weiß in 2020 durchaus zu überzeugen. Im bisherigen Jahresverlauf schlug sich Gold sogar besser als die durchtrainierten US-Technologiewerte an der Börse. Der Preis des Edelmetalls steigt seit einigen Jahren in verschiedenen Währungen an, was für uns dafürspricht, dass Gold seinem Ruf als Währungsalternative durchaus gerecht wird. Nun steht die magische Marke von 2.000 USD auf der goldenen Agenda. Die Coronakrise hat die (Finanz)-Welt abrupt auf den Kopf gestellt und einmal kräftig durchgeschüttelt. Zwar haben sich die Kapitalmarkt-Wogen wieder geglättet, jedoch bleiben die politischen und ökonomischen Unsicherheiten weiterhin sehr hoch. Angesichts der steigenden Neuinfektionen in den USA ist auch eine zweite Infektionswelle nicht auszuschließen. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzufedern, haben die Zentralbanken ihre monetären Schleusen weit geöffnet. Auch die umfangreich aufgelegten Fiskalmaßnahmen sollen die Wirtschaft wieder…

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