Rohstoffmärkte

E-Mobilität löst Kupferphantasie aus

Am Samstag öffnete die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt ihre Tore für die breite Öffentlichkeit. Der in Deutschland durch Dieselskandal und Spekulationen über unlautere Absprachen gebeutelte Automobilsektor, setzt auf der IAA besonders auf Elektromobilität. Ohne Zweifel wird die deutsche Automobilindustrie in den nächsten Jahren mit neuen Modellen eine E-Offensive starten. Der ausgeprägte Zukunftstrend zur E-Mobilität treibt die Nachfrage nach den Industriemetallen in den nächsten Dekaden deutlich an. Neben den Metallen, wie Lithium, Cobalt und Nickel, die für die Herstellung von Akkumulatoren verwendet werden, sollte insbesondere Kupfer langfristig profitieren. In einem Elektrofahrzeug beispielsweise sind je nach Reichweite bis zu 140 Kilogramm Kupfer verbaut. In einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sind hingegen lediglich durchschnittlich 23 Kilogramm verbaut. Aber auch bei dem Ausbau der noch als limitierender Faktor gesehenen Lade-Infrastruktur wird Kupfer benötigt. Für jede Ladestation werden etwa 25 Kilogramm Kupfer benötigt. Damit liegt die These nahe, dass sich Kupfer langfristig vom Infrastruktur-…

Unternehmen verdienen prächtig

Das Ende der Berichtssaison zum ersten Quartal 2017 steht unmittelbar bevor und die Berichte der Unternehmen waren sehr positiv. In den USA stiegen die Umsätze der Unternehmen im S&P 500 um 8% an, die Gewinne überproportional um 15%. Dies ist das stärkste Wachstum seit dem 3. Quartal 2011. Bis auf eine Ausnahme (Telekom-Titel) zogen in allen US-Sektoren die Gewinne an – das Wachstum verläuft breit gestützt und dies trotz des im Jahresvergleich stärker gewordenen US-Dollars. Auch in Europa zeigte der Trend im Auftaktquartal deutlich nach oben: Beim Stoxx 600 wuchsen die Unternehmensumsätze um 10%, die Gewinne legten um knapp 37% zu. Beim DAX ging es bei den Umsätzen um knapp 4% nach oben, bei den Gewinnen um 11 %. Bei den deutschen Unternehmen stiegen Umsätze und Ergebnisse weniger stark als beim S&P 500 und Stoxx 600 an, dies ist auf die geringe Relevanz erdölabhängiger Titel in der Indexzusammensetzung zurückzuführen. Bei…

Milchbauern profitieren von steigenden Preisen – vorerst

Die Milchpreise sind in Deutschland seit Mitte 2016 kräftig gestiegen. Der vom Kieler Institut von Ernährungswirtschaft (ife) regelmäßig veröffentlichte Rohstoffwert Milch, der sich aus den Butter- und Magermilchpulverpreisen ableitet, lag im März 52% über dem Vorjahreswert. Dies sorgt unter den Milchbauern in Verbindung mit niedrigen Futtermittelpreisen für eine deutliche Aufhellung der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die im bisherigen Jahresverlauf rückläufige europäische Milcherzeugung und die hohe Verbrauchsdynamik bei fetthaltigeren Milchprodukten (Fettmarkt) lassen den Butterpreis sehr stark steigen. Auf dem Eiweißmarkt fiel die Notierung für Magermilchpulver (MMP) hingegen aufgrund der ausreichenden Versorgungslage deutlich. Nicht nur die in Europa erzeugte Milchmenge ist bisher rückläufig, sondern auch die in den anderen wichtigen Exportländern wie Australien und Neuseeland. Einzig die USA können wegen der guten Wetterbedingungen und niedrigen Futtermittelpreise ihr Milchaufkommen erhöhen. Wir erwarten jedoch, dass die gestiegenen Milchpreise im weiteren Jahresverlauf einige Milchbauern in Europa dazu veranlassen, ihre Erzeugungsmenge wieder zu erhöhen. In Polen ist die…

Aktuelle Entwicklungen am Rohölmarkt: Bleibt der Preis stabil?

Nach vier Monaten auf dem außergewöhnlich stabilen Niveau von 54-57 USD hat der Rohölpreis zuletzt um 10% auf 51 USD nachgegeben. Der Grund für die ausgeprägte Korrekturbewegung ist vor dem Hintergrund steigender US-Rohöllagerbestände zu sehen: Es herrscht eine zunehmende Unsicherheit, wann beziehungsweise ob sich die von der OPEC angestrebte Normalisierung der globalen Rohöllagerbestände einstellt. Tatsächlich haben sich die Lagerbestände nicht abgebaut, was wohl großteils daran liegt, dass es den US-Schieferölunternehmen gelungen ist, ihre Fördermengen zügig wieder hochzufahren. Zudem scheinen die Erwartungen einiger Investoren hinsichtlich der Geschwindigkeit des Lagerabbaus etwas überambitioniert gewesen zu sein. Angesichts der aus OPEC-Sicht (noch) suboptimalen Gemengelage sollten sich die OPEC und ihre NOPEC-Partner im Laufe des 2Q2017 zu einer modifizierten Sechs-Monats-Verlängerung des Produktionsbegrenzungsabkommens durchringen. Auf dem Weg zum OPEC-Beschlussgipfel in Wien (25.05.) wird sich in erster Linie Saudi-Arabien wieder mehrdeutig und nebulös zum Fortgang der Dinge äußern, um die Niveauhöhe und die Form der Rohöl-Terminkurve mittels…

Rohöl: Kürzende OPEC und steigende Lagerbestände – ein Paradoxon?

So mancher Marktteilnehmer reibt sich beim Blick auf die derzeit über die Ticker laufenden Rohöl-Nachrichten schon etwas verwundert die Augen. So sind die im Investorenfokus stehenden Rohöllagerbestände in den USA seit dem Jahresbeginn – ergo: dem Startzeitpunkt des viel beschriebenen OPEC-/NOPEC-Produktionskürzungs-Deals – in sechs (jeweils positiven) Wochenschritten um 40 Mio. Barrel (+8%) gestiegen. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich auch in der westeuropäischen „ARA-Speicherregion“ (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen), wo die Rohöllagerbestände im gleichen Zeitraum um 8 Mio. Barrel (+14%) anzogen. Aber wieso anzogen? Hatten die zehn „kürzungsgebundenen“ OPEC- und die elf „kürzungswilligen“ NOPEC-Staaten nicht für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni eine kumulierte Produktionsabsenkung von insgesamt 1,8 Mio. Barrel pro Tag (OPEC-10: 1,2 mbd und NOPEC-11: 0,6 mbd) versprochen, um die seit dem 3Q2014 geradezu aufgequollenen globalen Rohöllagerbestände wieder auf das Normalmaß des 5-Jahresdurchschnittswertes abzuschmelzen? Und stand nicht zuletzt in nahezu jeder Wirtschaftszeitung zu lesen, dass insbesondere die OPEC ihr…

Langfristige Perspektiven für Gold

Die historischen Preismuster bei Gold zeigen, dass sich der Preis langfristig hauptsächlich an den ökonomischen Bedingungen in den USA orientiert. In der Rückschau stechen mit der (a) Zins-, (b) Inflations- und (c) US-Dollar-Entwicklung insbesondere drei Preistreiber hervor. Gold fungiert aber immer auch als Angstbarometer. Die letzte Aufwärtsbewegung, die bis 2013 andauerte, wurde sowohl durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise als auch die europäische Schuldenkrise begünstigt. In unserem Basisszenario (Gewichtung: 60%) gehen wir davon aus, dass sich die US-Konjunktur über die nächsten Jahre bei einem moderaten Inflationsniveau robust entwickeln wird („Goldilocks-Bedingungen“). Damit wird bei einer fortschreitenden Zinsnormalisierung auch das Realzinsniveau steigen. Dies wirkte sich historisch stets negativ auf den Goldpreis aus. Aber auch in Europa steht die Zinswende unseres Erachtens bevor, was zunehmend eine Debatte über die Opportunitätskosten des Goldbesitzes auslösen dürfte. Darüber hinaus unterstellen wir, dass es in den nächsten Jahren nicht zu ähnlichen systemischen Unsicherheiten kommen wird, wie das…

1 2 14