Rohstoffmärkte

Auch Gold ist nicht immun

Globale Rezession, die Aktienmärkte fallen kräftig und die Notenbanken lockern weltweit das geldpolitische Umfeld massiv. Der Goldpreis steigt aber nicht – wie man hätte erwarten können -, sondern er ist seit seinem Jahreshoch in den letzten Tagen um rund 10 Prozent gefallen. Der Kapitalmarkt ist aktuell im risk-off Modus unterwegs. In solchen Phasen fahren spekulative Großanleger auf Sicht und setzen verstärkt auf die Devise „cash is king“! Es kommt also zu einem breiten Abverkauf von risikobehafteten Aktiva. Davor kann sich auch Gold nicht entziehen. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass sich am Goldmarkt viele spekulative Anleger tummeln. Daher ist im aktuellen Umfeld zumindest kurzfristig mit weiteren Preisrücksetzern zu rechnen. Das ist aber nicht ungewöhnlich. Eine ähnliche Situation gab es während der Finanzkrise. Bevor der Goldpreis 2008 nach der Lehman-Pleite zu seinem Höhenflug ansetzte, ist er zunächst um 16 Prozent gefallen. In den darauffolgenden beiden Jahren konnte der Preis des Edelmetalls…

Rohöl im Krisenmodus

Der Rohölpreis setzt seine Talfahrt fort. In den letzten vier Wochen hat sich der Preis fast halbiert. Selbst die Ankündigung, dass die USA massiv ihre strategischen Reserven aufstocken wollen, verpuffte vollständig. Die Amerikaner können etwa noch 100 Millionen Barrel zusätzlich einlagern. Auch die Chinesen werden die tiefen Preise nutzen, um ihre Reserven hochzufahren. Der Rohölmarkt bezweifelt aber, dass das ausreichen wird, um den Ölpreis zu stabilisieren. Die fundamentale Gemengelage ist denkbar ungünstig. Sowohl von der Nachfrageseite („Corona-Schock“) als auch von der Angebotsseite (steigende Produktion) droht weiter Ungemach. Da die Ölproduktion in den USA mittlerweile nicht mehr rentabel ist, geraten die Fracker zunehmend unter Druck. Somit sind in den USA nun eher Produktionsrückgänge zu erwarten. Aber auch das wird den Markt nicht ausgleichen können. Das Einzige was von der Angebotsseite helfen würde, wäre, wenn sich die Opec im Schulterschluss mit Russland und den USA auf eine deutliche Produktionsreduktion verständigt. Dies wäre…

Ölpreis fällt deutlich

Der Rohölpreis stürzt massiv ein. Seit Freitag ist er um 30% gefallen, aber es kann kurzfristig noch weiter nach unten gehen. Die Opec und Russland konnten sich im Rahmen der erweiterten Opec (Opec+) entgegen unserer Erwartung nicht auf eine notwendige Drosselung der Produktion einigen. Damit existiert das Bündnis faktisch nur noch auf dem Papier. Vor dem Hintergrund der akuten Corona-Nachfrageschwäche wäre eine Kürzung aber sehr wichtig und richtig gewesen. Denn der Nachfragezuwachs dürfte 2020 mit 0,2 MMBD klein ausfallen. Die energiepolitische Motivation Russlands ist es, die US-Driller unter Druck zu bringen. Zu oft versuchten (nach russischer Lesart), die Amerikaner den Russen in die „Energiesuppe“ zu spucken. US-Sanktionen gegen den russischen Staats-Ölproduzenten Rosneft in Venezuela als auch die Sanktionen gegen Firmen, die an der Fertigstellung der Gas-Pipeline „Nord Stream 2“ beteiligt sind, sind nur zwei Beispiele. Sowohl die Saudis als auch die Russen reisten aus Wien ab und kündigten bereits eine…

Ölpreisszenarien

Bei einem Raketenangriff in Bagdad ist einer der höchsten iranischen Militärs ums Leben gekommen. Die USA haben sich bereits zu dem Angriff und der Tötung des Generals Soleimani bekannt. Teheran hat daraufhin massive Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Gegendrohungen aus Washington ließen nicht lange auf sich warten. Auf die neue Eskalation im Irankonflikt reagiert der Rohölpreis mit einem kräftigen Preisanstieg. Rein fundamental hat sich an der Lage am Rohölmarkt bislang nichts verändert, allerdings sind die Unsicherheiten über Art und Umfang der Vergeltungsmaßnahmen sehr hoch. Anbei drei Szenarien, wie sich der Ölpreis entwickeln könnte. Dabei sind die Möglichkeiten im Eskalationsszenario nach oben sehr variable, was sich natürlich auch auf den Ölpreis entsprechend auswirken dürfte.

Chemiesektor weiterhin im Abwärtstrend

Die Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft ist in den letzten Monaten zum Problem geworden. Auch die hiesige Chemiebranche kann sich angesichts ihrer hohen Auslandsabhängigkeit nicht entziehen. Nachdem die Auftragseingänge bereits 2018 um mehr als 1% nachgegeben hatten, kam es in den ersten neun Monaten dieses Jahres zu einem nochmals wesentlich stärkeren Rückgang. In Anbetracht dieser Entwicklung verwundert es nicht, dass auch die Produktion der Branche deutlich zurückgefahren werden musste: Sie gab im Zeitraum von Januar bis September gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 3,2% nach. Auch die Kapazitätsauslastung der deutschen Chemieunternehmen sank bereits im letzten Jahr tendenziell leicht. Deutlich stärker fiel der Rückgang jedoch in diesem Jahr aus. So liegt die derzeitige Auslastung bei nur noch gut 80%; ein noch geringerer Wert wurde im ersten Quartal 2010 gemessen. Etwas positiver zeigten sich die Auftragsbestände, die 2019 im Durchschnitt immerhin auf dem Niveau des Vorjahres lagen. Angesichts der schwachen Nachfrage muss die Chemiebranche…

Seltene Erden: Pekings Faustpfand

China hat im September so wenig Seltene Erden exportiert wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Australien dagegen will seine Ausfuhren an Seltenen Erden in naher Zukunft deutlich ausweiten, insbesondere der Absatz in den Vereinigten Staaten soll gesteigert werden. Mit Australien arbeiten die USA zurzeit an einem Kooperationsabkommen zur Förderung der Produktion Seltener Erden. Damit soll der weltweite, vor allem aber der US-Bedarf an den wichtigen Metallen von der Angebotsübermacht der Chinesen unabhängiger gemacht werden. Denn die Sorge ist groß, dass Peking ein Exportembargo der Rohstoffe gegen die USA verhängen könnte, seine dominante Position also als „Waffe“ im Handelsstreit einsetzt – auch wenn die beiden Seiten einer Beilegung des Konflikts zuletzt wieder ein kleines Stückchen nähergekommen sind. Seltene Erden sind für heutige Technologien unverzichtbar, obwohl die Metalle nur in geringen Mengen benötigt werden. Ihre Einsatzgebiete erstrecken sich von der Automobilindustrie über die Optik und Medizin bis hin zu massentauglichen Hightech…

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