Rohstoffmärkte

Seltene Erden: Pekings Faustpfand

China hat im September so wenig Seltene Erden exportiert wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Australien dagegen will seine Ausfuhren an Seltenen Erden in naher Zukunft deutlich ausweiten, insbesondere der Absatz in den Vereinigten Staaten soll gesteigert werden. Mit Australien arbeiten die USA zurzeit an einem Kooperationsabkommen zur Förderung der Produktion Seltener Erden. Damit soll der weltweite, vor allem aber der US-Bedarf an den wichtigen Metallen von der Angebotsübermacht der Chinesen unabhängiger gemacht werden. Denn die Sorge ist groß, dass Peking ein Exportembargo der Rohstoffe gegen die USA verhängen könnte, seine dominante Position also als „Waffe“ im Handelsstreit einsetzt – auch wenn die beiden Seiten einer Beilegung des Konflikts zuletzt wieder ein kleines Stückchen nähergekommen sind. Seltene Erden sind für heutige Technologien unverzichtbar, obwohl die Metalle nur in geringen Mengen benötigt werden. Ihre Einsatzgebiete erstrecken sich von der Automobilindustrie über die Optik und Medizin bis hin zu massentauglichen Hightech…

Angriff auf die Ölproduktion in Saudi-Arabien

Am Wochenende kam es in Saudi-Arabien zu einem Drohnenangriff auf die größte weltweite Ölraffinerie („Abkaik“) und das Ölfeld („Khurais“). Das Staatsunternehmen Aramco meldete daraufhin einen Produktionsausfall von 5,7 MMBD, was etwa der Hälfte der gesamten Produktion des Königreiches entspricht und rund 5 Prozent der weltweiten Versorgung mit Öl ausmacht. In der Ölhistorie gab es ein solches Produktionsausfallereignis noch nicht. Selbst der Irak-Krieg und die Iranische Revolution hatten einen geringeren Einfluss auf die Ölproduktion. Der Ölpreis stieg aufgrund der Nachrichtenlage sehr deutlich an und erreichte in der Spitze sogar über 70 USD. Im Tagesverlauf hat sich der Preis jedoch wieder spürbar reduziert und liegt aktuell bei rund 66 USD. Es ist damit zu rechnen, dass a) Aramco einen Gutteil der Produktion in wenigen Tagen wieder hochfahren kann und b) die Bestände des Staatsunternehmens reichen, um Kundenverpflichtungen nachzukommen. Ein „Force-Majeur“ (Lieferausfall wegen eines unvorhergesehenen Ereignisses) kann also aller Voraussicht nach abgewendet werden….

Geopolitischer Konflikt erhöht den Ölpreis nicht dauerhaft

Die Spannungen im Persischen Golf sorgen für Turbulenzen am Rohölmarkt. In der Straße vom Hormus legte der Iran einen unter britischer Fahne fahrenden Öltanker an die Kette. Rund ein Drittel des über den Seeweg transportierten Rohöls durchquert die Meerenge an der südlichen Küste des Irans. Daher werden die Ereignisse sehr aufmerksam beobachtet. Allerdings bleibt ein nachhaltiger Anstieg des Rohölpreises aus. Ein Grund hierfür ist, dass nicht mit einer weiteren Eskalation zu rechnen ist. Der Iran wird den Konflikt-Bogen nur so weit spannen, dass eine militärische Auseinandersetzung vermieden werden kann. Die USA setzen überwiegend auf die eingeschlagene Sanktionspolitik gegen den Iran und wollen eine militärische Eskalation ebenfalls vermeiden. Die Festsetzung des Tankers wird von vielen Marktteilnehmern auch als Retourkutsche auf den vor Gibraltar vertäuten iranischen Tanker gesehen. Teheran sendet derweil versöhnlichere Töne und bietet einen Tausch beider Öltanker an. Zumindest bislang reicht der geopolitische Konflikt nicht aus, um den Rohölpreis dauerhaft…

Gold profitiert von Unsicherheiten

Der Goldpreis legte seit seinem Jahrestief 2018 um etwa 9% zu. Zurückzuführen ist dieser Anstieg neben der anziehenden Volatilität an den globalen Aktienmärkten auf die derzeit konjunkturellen Unwägbarkeiten. So werden infolge des weiter ungelösten Handelskonflikts zwischen den USA und China Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung immer stärker wahrgenommen. Hinzu kommen politische Probleme, deren Lösungen sich langwierig und kompliziert gestalten: Neben der US-Haushaltsblockade ist hier insbesondere die gestiegene Wahrscheinlichkeit für einen ungeordneten Brexit zu nennen. So speist sich das allgemeine Unsicherheitsempfinden aus den schwankungsintensiveren Finanzmärkten, den bestehenden Risiken für die globale wirtschaftliche Entwicklung und den politischen Unstimmigkeiten. Diese Kombination lässt das Interesse der Anleger an Gold deutlich steigen. Allein die ETF-Investoren haben seit Anfang Oktober 2018 ihre Bestände um 160 Tonnen ausgeweitet – ein Plus von 7%. Neben dem zunehmenden Absicherungsbedürfnis der Anleger profitiert Gold von den seit Herbst 2018 gesunkenen US-Zinsen. Die letzten Aussagen der Fed lassen zudem darauf schließen,…

Wie abhängig ist Saudi-Arabien vom US-Goodwill?

Zuletzt ist der Preis für Brent-Rohöl bis auf 58 US-Dollar je Barrel zurückgegangen. Der Hauptgrund für diesen erneuten Preisrutsch waren Spekulationen, dass Saudi-Arabien die Förderung ausweiten würde – im Gegenzug für die jüngste öffentliche US-Rückendeckung Riads im Zusammenhang mit der „Khashoggi-Affäre“. Khalid Al Falih hatte erklärt, dass der Wüstenstaat seine Förderung im November – auf expliziten Nachfragewunsch seiner Kunden – von 10,6 mbd im Oktober auf „über 10,7 mbd“ angehoben habe. Jenseits dieser offiziellen Verlautbarung gehen am Markt aber auch anonyme Stimmen um, die von einer Förderanhebung auf über 11 mbd berichten. Im Kontext der aktuellen „Angebotsüberschuss-Debatte“ und der Markterwartung hinsichtlich einer unmittelbar bevorstehenden OPEC+-Förderkürzung wäre eine solche Produktionshöhe Saudi-Arabiens natürlich äußerst kontraproduktiv für den Preis. Da sich US-Präsident Donald Trump erst kürzlich bei Saudi-Arabien zunächst öffentlichkeitswirksam per Twitter für die sinkenden Rohölpreise bedankt hatte und später noch überraschend deutlich erklärte, dass die USA trotz der Fragen aufwerfenden Ermordung des…

Rohöl – Preissturz auf 65 US-Dollar nach der übertriebenen Party

Ein Barrel Brent-Rohöl kostet nur noch rund 65 US-Dollar – vor sechs Wochen stand der Preis noch bei 85 USD. Es wurde damals sogar spekuliert, er könne möglicherweise schon in Kürze die 100-USD-Marke erreichen. In volatilen Marktphasen können sechs Wochen eine lange Zeit sein. Ausschließlich fundamental ist der 24%ige Preissturz des Nordsee-Rohöls aber nicht zu erklären. Die vergangenen drei Monate waren eine Phase von Über- und Untertreibungen. Im August war das Preisumfeld ausgesprochen „bullish“: Von den USA waren gerade die ersten Sanktionen gegen Teheran verhängt worden. Iranischen Rohöl-Kunden wurde nahegelegt, ihre Einfuhren auf null zu reduzieren, um scharfen Sekundärsanktionen zu entgehen. In diesem Kontext begann der Markt, iranische Export-Verluste von 1,5-2,0 Mio. Barrel pro Tag (mbd) einzupreisen. Zeitgleich sorgten innenpolitische Probleme in Libyen dafür, dass die Produktion von 1,0 mbd auf 0,6 mbd zurückfiel. Überdies nahm das US-Energieministerium (DOE) unter Verweis auf Pipeline-Probleme im Schiefergas-Premium-Gebiet Permian seine Produktionserwartungen zurück. Schließlich…

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