Rohstoffmärkte

Gold als Schleudersitz-Absicherung im aufsteigenden „Aktienmarkt-Jet“

Der Goldpreis steigt nach einer kleinen Atempause wieder an und liegt aktuell nur etwa 100 USD unter seinem Allzeithoch von 2011. Aus unserer Sicht wird dieses Niveau in der aktuell laufenden Aufwärtsbewegung übertroffen werden können, aber nicht zwingend im ersten Anlauf. Die aktuelle Zurückhaltung der Zentralbanken bei Goldkäufen und die geringere Nachfrage der Juweliere spricht zumindest kurzfristig für einen leichten Preisrückgang. Die Investmentnachfrage ist aktuell aber sehr hoch. Die Ängste vor einer zweiten Corona-Welle nehmen zu. Diese Unsicherheiten stützen Gold. Allerdings könnte eine zweite Welle, die wir nicht erwarten, die Investoren auch wieder in Panik versetzen. In einem solchen Szenario würde Gold auch an Wert verlieren. Wir halten fest: Gold profitiert von Unsicherheiten, nicht aber von Panik. Im aktuellen Umfeld steigen Gold und die globalen Aktienmärkte  im Gleichschritt Dies ist aber eigentlich nicht ungewöhnlich und war in der Form auch nach der Finanzkrise so zu beobachten. Die Maßnahmen der Zentralbanken…

Inflation – Das Warten auf Godot

Ein wenig Sorge über eine erneute Ausbreitung des Coronavirus reicht aus, um die Stimmung an den Finanzmärkten kippen zu lassen. So geschehen in der letzten Woche. Auslöser waren Meldungen über eine steigende Zahl an Ansteckungen in den USA und ein Wiedererstarken der Infektionen in Peking. Beendet wurde diese Phase, wie so oft in den letzten Wochen, durch die positive Ankündigung der US-amerikanischen Notenbank zu einzelnen Stützungsmaßnahmen. Ein solches Szenario mit steigenden Infektionszahlen dürfte sich in den kommenden Monaten noch öfters wiederholen. Der Druck auf Notenbanken für weitere Unterstützung wird jedes Mal steigen. Eine wichtige Variable für die Reaktionsfähigkeit der Notenbanken ist dabei die Inflation. Die Sorge vor einer deutlich steigenden Inflation hat in den letzten Wochen wieder deutlich zugenommen. Hintergrund hierfür sind der enorme Anstieg der Verschuldung und die Maßnahmen der Notenbanken. Es gibt aber keine Anzeichen, dass sich der Inflationstrend beschleunigt. Im Gegenteil, die schwache Nachfrage und der niedrige…

Rohöl: Supertanker sind voll

Erstmals seit Januar sind die Lagerbestände von Rohöl in den USA marginal gefallen. Die Preisreaktion war sehr positiv. Wir halten sie aber zumindest kurzfristig für übertrieben. Da einige Länder in die Post-Lockdown-Phase übergehen, ist zwar eine Nachfrageerholung im zweiten Halbjahr plausibel. Allerdings bleibt das „Vor-Corona-Niveau“ in weiter Ferne. Erst 2021 ist mit einer nachhaltigeren Nachfragestabilisierung zu rechnen. Aufgrund der globalen Angebotskürzungen dreht der Ölmarkt in der zweiten Jahreshälfte wohl leicht in den defizitären Bereich. Dies wird aber bestenfalls ausreichen, um den sehr hohen Angebotsüberhang in 2020 minimal zu schmälern. Wer sich aber über den leichten Bestandsrückgang in den USA von 750 Tausend Barrel freut, ist jedoch mindestens auf einem Rohöl-Auge blind. Denn: Über 30 Supertanker, die mit saudischem Öl gefüllt sind, werden in den kommenden Wochen an der US-Golf- und Westküste anlanden. Es handelt sich um gut 50 Millionen Barrel, die in Bälde wieder die US-Lagerbestände füllen werden. Die globalen…

Kupfer erholt sich, aber (noch) keine Entwarnung

Wir befinden uns in einer schweren globalen Rezession. Dafür halten sich die konjunktursensitiven Industriemetalle, allen voran Kupfer, erstaunlich stabil. Seit Jahresbeginn ist das Infrastrukturmetall nur um 14,3 Prozent gefallen. Der Rohstoffmarkt ist im selben Zeitraum um 24,9 Prozent eingebrochen. Seit seinem Jahrestief Mitte März legte Kupfer mit einem Anstieg von 13 Prozent eine deutliche Aufwärtsbewegung hin. Wir stellen uns nun die Frage, wie nachhaltig diese positive Preisreaktion sein kann? Da auf China mehr als die Hälfte der globalen Nachfrage bei Kupfer entfällt, ist die chinesische Verbrauchsentwicklung stets im Fokus der Anleger. In der Post-Lockdown-Phase ist der chinesische Verbrauch wieder etwas gestiegen. Auch die Raffinerien haben ihre Auslastung spürbar hochgefahren. Allerdings erwarten wir, dass die chinesische Konjunktur 2020 bestenfalls stagniert. Daher wird die Nachfrageerholung bei Kupfer im weiteren Verlauf des Jahres nicht ausreichen, um den Verbrauchsverlust des ersten Quartals auszugleichen. Diese etwas positiveren „Verbrauchssignale“ halfen in Verbindung mit den „Lockdown-bedingten“ Angebotsausfällen…

Rohölmarkt spiegelt Konjunktureinbruch wider

Wir alle wissen, dass die Weltwirtschaft auf eine tiefe Rezession zusteuert, die die vergangenen Krisen wohl noch deutlich in den Schatten stellen wird. An den Finanzmärkten kann man von dieser Entwicklung bislang nur wenig sehen. Zwar sind die Aktienmärkte in der ersten Reaktion um gut 40% angestürzt, die unglaublich hohen staatlichen Zusagen zur Unterstützung von Unternehmen und privaten Haushalten haben aber zu einer schnellen Erholung der Aktienmärkte beigetragen. Die Bewertung der Aktienmärkte liegt nun fast wieder auf dem sehr hohen Niveau, das man vor der Corona Krise beobachten konnte. Bei den Anleihemärkten und hier insbesondere bei den Staatsanleihen zeigen die quasi unlimitierten Zusagen der Zentralbanken Wirkung. Kaum ein Anleihesegment, das nicht von den Käufen der Zentralbanken profitieren kann. Auch hier sind die Auswirkungen, in Form von höherer Staatsverschuldung oder steigenden Bilanzrisiken der Unternehmen, wenn überhaupt nur sehr gedämpft zu sehen. Die wirtschaftliche Abkühlung spiegelt sich aber mit voller Wucht im…

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