Rohstoffmärkte

Rohölpreise von über 100 USD sind möglich, … aber sehr unwahrscheinlich

Der Brent-Rohölpreis ist in den vergangenen Wochen vor dem Hintergrund der immer näher rückenden US-Energiesanktionen gegen den Iran beständig angestiegen. Im Rahmen dieses jüngsten Versorgungsangst getriebenen Aufwärtsimpulses kletterte der Preis für einen Barrel „Nordsee-Rohöl“ Anfang Oktober sogar erstmals seit 2014 wieder über die Marke von 86 USD. Neuerliche saudische Zusicherungen etwaige Iran-Ausfälle kompensieren zu können, der Mitte Oktober publizierte „Weltkonjunktur-Mahnbescheid“ des Internationalen Währungsfonds sowie die unlängst reduzierten Nachfragewachstumsschätzungen von DOE, IEA und OPEC sorgten zuletzt aber wieder für eine spürbare Preisberuhigung in den Bereich von 81 USD. Angesichts der wieder normalisierten OECD-Lagerbestände, der strukturellen Output-Verluste in Venezuela, der volatilen Produktionsentwicklungen in Libyen und Nigeria sowie der produktionswachstumshemmenden Infrastrukturprobleme im Permian-Becken mehren sich die Stimmen, die die Fähigkeit der OPEC+ zur vollumfänglichen Kompensation der sanktionsbedingten Produktionsverluste im Iran anzweifeln und den Rohölmarkt in den kommenden Monaten in ein veritables Angebotsdefizit abrutschen sehen. Vor diesem Hintergrund sind die OPEC+-Reservekapazitäten und die geschätzen…

Dr. Kupfer stellt nicht immer die richtige Diagnose

Der Kupferpreis ist in den letzten Monaten deutlich unter Druck geraten. Im Vergleich zu seinem Sommerhoch stürzte er um etwa 16% auf aktuell 6.200 USD je Tonne ab. Da Kupfer in ganz unterschiedlichen Branchen, wie etwa der Elektrotechnik, Bauwirtschaft und Telekommunikation eingesetzt wird, gilt „Doktor Kupfer“ als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Daher findet ein solcher Preissturz auch eine hohe Beachtung unter den Anlegern. Dr. Kupfer funktioniert durchaus als Frühindikator, allerdings haben wir aktuell Zweifel, ob die Diagnose des weltwirtschaftlichen Gesundheitszustandes korrekt ist. Die spürbare Preiskorrektur ist nämlich aus unserer Sicht überwiegend auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China zurückzuführen. Die dadurch entstandenen Unsicherheiten schürten Ängste, dass sich die chinesische Kupfernachfrage womöglich deutlich abschwächen könnte. Da China mehr als 50% der globalen Nachfrage stellt, kann nicht verwundern, dass sich daraufhin insbesondere die spekulativen Großanleger von Kupfer trennten und den Preis damit drückten. Allerdings hat sich diese Nachfrageschwäche in China…

Gold-/Silber-Ratio stark erhöht

» Gold-/Silber-Ratio ist aktuell so hoch wie seit 27 Jahren nicht mehr. » Silber kommt als verkapptes Industriemetall unter Druck. » In den nächsten zwölf Monaten wird der Silber- den Goldpreis schlagen Zusammenfassung: Das Preisverhältnis von Gold und Silber (Gold-/Silber-Ratio) findet am Edelmetallmarkt schon immer eine hohe Beachtung. Das Gold-/Silber-Ratio gibt an, welche Menge an Silber aufgebracht werden muss, um eine Unze Gold zu kaufen. Aktuell ist ein Blick auf das Bewertungsparameter besonders interessant, weil es dramatisch auf über 80 gestiegen ist und mittlerweile rund 60% über dem langjährigen Mittelwert notiert. Bei einem Rückblick in die Vergangenheit zeigt sich oftmals, dass Werte oberhalb von 80 eine relative Unterbewertung des Silbers (gegenüber Gold) signalisieren und als Folge mit einer angleichenden Preisbewegung zu rechnen ist. Die Verhältniszahl lag nur Anfang der 1990er-Jahre auf einem noch höheren Niveau. Damals steckten die USA in einer Rezession und der zweite Golfkrieg begann. Die konjunkturelle Lage…

Der Druck im Rohöl-Kessel steigt – Prognose angehoben

Trotz großer Spannungen im Vorfeld konnte sich die OPEC-NOPEC-Kürzungskoalition („OPEC+“) Ende Juni darauf verständigen, ihre kumulierte Fördermenge – aufgrund der angespannten globalen Versorgungslage – zu erhöhen. Ermöglicht wurde die Einigung durch die Formulierung einer bewusst vage gehaltenen Abschlusserklärung, die es praktisch jedem Sitzungsteilnehmer erlaubte, sich zum diplomatischen Gewinner des OPECs auszurufen. Im Atom-Poker mit dem Iran hat sich US-Präsident Donald Trump zwar persönlich bisher noch nicht endgültig festgelegt, mit welcher Rigorosität – und gegebenenfalls mit welchem Zeitplan – er Teherans Rohöl-Exporte aus dem Markt drängen will. Stattdessen hat er vom US-Außenministerium kürzlich eine aggressive „Null-Toleranz-Duftmarke“ (Kurzfristiges Total-Embargo, keine Sekundärsanktions-Sonderregelungen für Irans Kunden) setzen lassen. Obwohl diese Position nachfolgend durch andere Stimmen etwas abgemildert wurde, dürfte die unerwartet scharfe US-Drohgebärde dazu führen, dass sich Irans Rohöl-Kunden mit ihren Einfuhren stärker als zuvor geplant zurückhalten werden. Je erfolgreicher die USA beim kurzfristigen Ausbremsen der iranischen Exporte sind, desto stärker ist – speziell…

Trump stellt kurzzeitig den globalen Aluminiummarkt auf den Kopf

  Der Aluminiumpreis entwickelte sich im ersten Quartal diesen Jahres trotz der verhängten Einfuhrzölle der USA recht unauffällig. Lediglich das Preisniveau in den USA erfuhr eine leichte Niveauverschiebung. Dies begann sich aber Anfang April schlagartig zu verändern: Die US-Administration verhängte Sanktionen gegen russische Unternehmen und Oligarchen wegen ihrer Rolle im russischen Machtgefüge. Unter anderem geht es hier um den Vorwurf, Russland habe sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt. Mit Oleg Deripaska stand auch der größte Anteilseigner der En+ Group plc auf der Liste. Da der En+ Group in etwa die Hälfte der Anteile des russischen Aluminiumgiganten Rusal gehört, könnte eine Umsetzung der US-Sanktionen den globalen Aluminiummarkt erheblich beeinflussen. Der russische Aluminiumproduzent ist außerhalb Chinas der größte weltweit und liefert etwa 700 Tausend Tonnen Aluminium in die USA. Sollte dieses Material fehlen, wären die US-Produzenten auf absehbare Zeit nicht in der Lage, diese Lücke zu schließen. Auch steigende Importe aus anderen…

Rohöl auf höchstem Stand seit 2014 – Ein „letztes Hurra“ des Rohölpreises gewinnt an Wahrscheinlichkeit

Die Rohölnachfrage brummt, der Preis steigt. Die von den Investoren fokussierten OECD-Industrielagerbestände fallen als Folge der Anfang 2017 begonnenen „Produktionsbegrenzungsarbeiten“ von 14 OPEC- und zehn NOPEC-Staaten – nach anfänglicher Stagnationsphase – nun immer weiter. Saudi-Arabien und der Iran zanken sich mit zunehmend aggressiver Rhetorik wieder einmal an mehreren Fronten um die regionale Vorherrschaft im Nahen Osten. Die USA überlegen das Atomabkommen mit dem Iran in Bälde zu verlassen, wenn für den laut Präsident Trump „schlechtesten Deal aller Zeiten“ nicht bis zum 12. Mai eine Nachbesserungs-Agenda installiert wird. Und die vorgenannte OPEC/NOPEC-Koalition denkt trotz baldiger Erreichung des selbst gewählten Lagerbestandsnormalisierungsziels sehr laut über die Verlängerung ihrer Marktsteuerungs-Zusammenarbeit nach. Angesichts dieses prall gefüllten Bündels an „Bullen-Meldungen“ ist es doch nur allzu verständlich, dass der Brent-Rohölpreis in den vergangenen neun Monaten nahezu ungebremst von 45 auf 75 USD angestiegen ist und sich nach Meinung einiger Marktteilnehmer nun anschickt, in Bälde auch die 80-,…

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