Rohstoffmärkte

Extreme vermeiden

Gold ist einer der großen Gewinner der jüngsten Entwicklungen. Steigende Schuldenstände, niedrige Zinsen für einen unabsehbar langen Zeitraum und zunehmende politische Verunsicherung in vielen Teilen der Welt haben das Interesse für Gold kräftig steigen lassen. Dabei soll Gold die Portfolien resistenter gegen Risiken machen, die man aus der aktuellen Sicht nur vage oder gar nicht einschätzen kann – also sogenannte schwarze Schwäne. Neben Gold sind vor allem Industriemetalle kräftig gestiegen. Dabei spielten natürlich die rasante Konjunkturerholung in China und die ergriffenen Fiskalmaßnahmen in anderen Industrieländern eine wichtige Rolle. Zudem macht sich bei vielen Industriemetallen langsam eine gewisse Knappheitsprämie bemerkbar. Die schnell fortschreitende Digitalisierung dürfte mittelfristig zu einer spürbar höheren Nachfrage nach Metallen führen, die in diesem Bereich benötigt werden. Dies geht so weit, dass sich viele Länder über ihre Abhängigkeit von ausländischen Förderstätten Gedanken machen. Eine höhere heimische Produktion wird vor diesem Hintergrund immer attraktiver. Damit rücken natürlich auch die…

Gold springt locker über 2.000 USD

Wie ein hoch dekoriertes Sprungpferd nimmt Gold die 2.000er-Hürde problemlos. Vor allem unter institutionellen Anlegern ist Gold salonfähig geworden. Sie sehen sich zunehmend mit dem 16 Billionen US-Dollar Problem konfrontiert. So hoch kann nämlich das Volumen von Anleihen (Investment Grade) mit negativen Renditen beziffert werden. Anlagealternativen sind also ein rares Gut. Wir rechnen damit, dass die Investmentnachfrage aufgrund der aktuellen Zins- und Unsicherheitssituation weiter steigt. Zumal der Goldanteil in den institutionellen Portfolien mit unter 0,5 Prozent noch extrem gering ist.  Auch die Tatsache, dass der Status des US-Dollars als ultimativer sicherer Hafen zumindest Kratzer bekommt, spricht für ein fortgesetzt hohes Investoreninteresse. Es darf an der Stelle auch nicht vergessen werden, dass der Goldmarkt sehr eng ist. Die global ausstehenden Gold Exchange-Traded-Funds (ETFs) erreichen gerade mal eine Marktkapitalisierung, die in etwa der von SAP und Zalando entspricht. Selbst wenn Großanleger nur marginal ihre Goldpositionen erhöhen, kann dies einen erheblichen Einfluss auf…

Gold als älteste Anlageklasse wiederentdeckt

Manchmal geht es schnell und sogar schneller als man denkt. Der Goldpreis in USD hat sein Allzeithoch aus 2011 geknackt. Die alte Anlagedame weiß in 2020 durchaus zu überzeugen. Im bisherigen Jahresverlauf schlug sich Gold sogar besser als die durchtrainierten US-Technologiewerte an der Börse. Der Preis des Edelmetalls steigt seit einigen Jahren in verschiedenen Währungen an, was für uns dafürspricht, dass Gold seinem Ruf als Währungsalternative durchaus gerecht wird. Nun steht die magische Marke von 2.000 USD auf der goldenen Agenda. Die Coronakrise hat die (Finanz)-Welt abrupt auf den Kopf gestellt und einmal kräftig durchgeschüttelt. Zwar haben sich die Kapitalmarkt-Wogen wieder geglättet, jedoch bleiben die politischen und ökonomischen Unsicherheiten weiterhin sehr hoch. Angesichts der steigenden Neuinfektionen in den USA ist auch eine zweite Infektionswelle nicht auszuschließen. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzufedern, haben die Zentralbanken ihre monetären Schleusen weit geöffnet. Auch die umfangreich aufgelegten Fiskalmaßnahmen sollen die Wirtschaft wieder…

Gold als Schleudersitz-Absicherung im aufsteigenden „Aktienmarkt-Jet“

Der Goldpreis steigt nach einer kleinen Atempause wieder an und liegt aktuell nur etwa 100 USD unter seinem Allzeithoch von 2011. Aus unserer Sicht wird dieses Niveau in der aktuell laufenden Aufwärtsbewegung übertroffen werden können, aber nicht zwingend im ersten Anlauf. Die aktuelle Zurückhaltung der Zentralbanken bei Goldkäufen und die geringere Nachfrage der Juweliere spricht zumindest kurzfristig für einen leichten Preisrückgang. Die Investmentnachfrage ist aktuell aber sehr hoch. Die Ängste vor einer zweiten Corona-Welle nehmen zu. Diese Unsicherheiten stützen Gold. Allerdings könnte eine zweite Welle, die wir nicht erwarten, die Investoren auch wieder in Panik versetzen. In einem solchen Szenario würde Gold auch an Wert verlieren. Wir halten fest: Gold profitiert von Unsicherheiten, nicht aber von Panik. Im aktuellen Umfeld steigen Gold und die globalen Aktienmärkte  im Gleichschritt Dies ist aber eigentlich nicht ungewöhnlich und war in der Form auch nach der Finanzkrise so zu beobachten. Die Maßnahmen der Zentralbanken…

Inflation – Das Warten auf Godot

Ein wenig Sorge über eine erneute Ausbreitung des Coronavirus reicht aus, um die Stimmung an den Finanzmärkten kippen zu lassen. So geschehen in der letzten Woche. Auslöser waren Meldungen über eine steigende Zahl an Ansteckungen in den USA und ein Wiedererstarken der Infektionen in Peking. Beendet wurde diese Phase, wie so oft in den letzten Wochen, durch die positive Ankündigung der US-amerikanischen Notenbank zu einzelnen Stützungsmaßnahmen. Ein solches Szenario mit steigenden Infektionszahlen dürfte sich in den kommenden Monaten noch öfters wiederholen. Der Druck auf Notenbanken für weitere Unterstützung wird jedes Mal steigen. Eine wichtige Variable für die Reaktionsfähigkeit der Notenbanken ist dabei die Inflation. Die Sorge vor einer deutlich steigenden Inflation hat in den letzten Wochen wieder deutlich zugenommen. Hintergrund hierfür sind der enorme Anstieg der Verschuldung und die Maßnahmen der Notenbanken. Es gibt aber keine Anzeichen, dass sich der Inflationstrend beschleunigt. Im Gegenteil, die schwache Nachfrage und der niedrige…

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