Rohstoffmärkte

Edelmetalle im Fokus

Die Edelmetalle sind zuletzt deutlich unter Druck geraten. Sowohl der starke US-Dollar, die erhöhte Hinterlegungspflicht bei Futures-Geschäften  als auch die rückläufige Inflationserwartung waren hierfür verantwortlich. Während wir bei Gold vor dem Hintergrund der südeuropäischen Schuldenkrise sehr zügig von einem Preis-Comeback ausgehen, bleiben die Silber-Perspektiven vorerst eingetrübt, da sich das globale Wachstumstempo allmählich abschwächt. Daher gehen wir im aktuellen Umfeld davon aus, dass sich Gold besser entwickeln wird als Silber.

Neuer Rohstoffindex: DZ BANK BestCommodity Index

Die DZ BANK hat einen neuartigen Rohstoffindex entwickelt, der es dem Anleger ermöglicht, auf langfristige Rohstofftrends zu setzen. Der DZ BANK BestCommodity Index zeichnet sich dadurch aus, dass er mit nur acht Indexbestandteilen den Rohstoffmarkt vollständig abbilden kann und auf optimale Weise die Terminkurveneigenschaften der enthaltenen Rohstoffe ausnutzt.

Rohöl – Die nächste Reise geht nach Süden

Was haben Tom und Jerry und Rohöl gemeinsam? Wie die beiden Zeichentrick-Protagonisten trotzt auch das „schwarze Gold“ mitunter den Gesetzen von Schwerkraft und Logik. Genauso wie der bedauernswerte Kater Tom bei seiner Jagd auf die clevere Maus Jerry regelmäßig über Felsränder hinausschießt und erst nach etlichen Metern im leeren Raum in die letztendlich doch unvermeidliche Abwärtsbewegung übergeht, notiert inzwischen auch der Rohölpreis deutlich höher, als es die multiplen auf ihn einwirkenden Preisauftriebs- und -abtriebskräfte erlauben sollten.

Rohstoffe bleiben noch relativ stabil

Die Turbulenzen um die Staatsfinanzen dies- und jenseits des Atlantiks führten in den letzten Tagen zu einer Aktienmarkttalfahrt. Aber auch im Bereich der Staatsanleihen haben die Marktteilnehmer beinahe alle kreditrisikobehafteten Wertpapiere veräußert. Das Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession wird wieder seitens der Marktteilnehmer zum Thema gemacht. Angst vor einer sich deutlich abkühlenden Weltwirtschaftsdynamik macht ebenfalls die Runde. Dass Edelmetalle wie Gold und Silber in einem solchen Marktumfeld profitieren, verwundert nicht.

Rohstoffe etablieren sich zunehmend als alternative Anlageklasse

Obwohl sich die weltweite Wachstumsdynamik ein wenig abschwächt und die südeuropäische Schuldenkrise weiterhin für Wirbel sorgt, bleibt das Rohstoffinteresse der Anleger hoch. Die Netto-Long-Position der 18 wichtigsten Rohstoffe, die als Gradmesser für das Investorenverhalten im Rohstoffbereich herangezogen wird, ist in der vergangenen Woche um 16% angestiegen. Das heißt, die Anzahl der Rohstoffoptimisten übersteigt die der Pessimisten recht deutlich. Allerdings befindet sich die Netto-Long-Position noch recht spürbar unter den April-Niveaus. Trotz der aktuellen Kapitalmarktunsicherheiten etablieren sich die Rohstoffe zunehmend als alternative Anlageklasse.

Goldpreis wieder auf Rekordniveau

Die Edelmetalle machen ihrem Namen als sicherer Hafen alle Ehre. Gold ist, angetrieben durch die abermalige Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise, wieder in den Rekord-Modus übergegangen und konnte gestern erstmals die 1.600-Dollar-Marke überspringen. Auch in Euro liegt das gelbe Metall auf Rekordniveau. Interessant ist zudem, dass die ETF-Investoren ihre Goldbestände ausbauen und die deutlich spekulativer eingestellten Futures-Investoren noch nicht übermäßig auf die positive Gold-Ausgangslage reagiert haben. Für uns heißt das, dass bei Gold noch Spielraum für weitere Preissteigerungen existiert. Der kleine Bruder des Goldes, das Silber, erlebt ebenfalls eine deutliche Aufwärtsbewegung.

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