Rohstoffmärkte

Rohöl: Erhöhte geopolitische Risiken

Die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien hat sich in den letzten Tagen erhöht. Medienberichten zufolge prüft der US-Präsident einen bis zu zwei Tage andauernden Militärschlag. Auch Großbritannien bereitet sich auf eine militärische Intervention vor. Für die Regierungsoffiziellen in London und Washington bestehen ohnehin keine Zweifel daran, dass das Assad-Regime vergangene Woche im syrischen Bürgerkrieg chemische Waffen eingesetzt hat. Die Waffeninspekteure der Vereinten Nationen können derweil ihre Arbeit wegen erhöhter Sicherheitsrisiken in Damaskus nicht fortsetzen. Der Rohölpreis wurde in den letzten Handelsstunden durch die Zuspitzung in Syrien signifikant nach oben getrieben. Bisher hat die Notierung der Rohölsorte Brent eher verhalten auf die Syrien-Krise reagiert, was daran liegt, dass Syrien selbst kein wichtiger Rohölproduzent ist. Mittlerweile bestehen aber erhöhte Unsicherheiten darüber, ob ein mögliches militärisches Eingreifen der USA und Großbritanniens nicht zu einem Flächenbrand im Nahen Osten führen könnte. Die Region stellt mehr als 30% der weltweiten…

Dr. Kupfer hat einen Schnupfen

Einige Marktbeobachter werten den Preisrückgang bei den Industriemetallen bereits als ein Alarmsignal für die zukünftige globale Konjunkturentwicklung. Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kupfer wird insbesondere die Preisentwicklung des roten Industriemetalls als historisch funktionierender Frühindikator gesehen.

Die „US-Erdgasbäume“ wachsen (noch) nicht in den Himmel

Nachdem der US-Erdgaspreis infolge des rekordheißen 2012er-Sommers und des (niedrigpreisbedingt) massiven Brennstoffwechsels der US-Versorger zwischen Mitte April und Ende Dezember 2012 bereits um 70% angezogen war, hat sich der Erdgas-Steigflug auch zu Beginn des Jahres weiter fortgesetzt. Unmittelbar sind die seit Jahresbeginn nochmals deutlich abgeschmolzenen US-Erdgasvorräte für diesen neuerlichen Preisauftrieb verantwortlich, die wiederum auf den überdurchschnittlich kalten US-Winter 2012/13, Produktionsausfälle durch „Bohrlochkopf-Vereisungen“ und eine Unterauslastung des US-Atomkraftwerkparks als (temporäre) mittelbare Preistreiber zurückzuführen sind. Trotz wachsender Zahl von Erdgas-Optimisten und erster „Marktflüsterer“, die einem Erdgaspreis von >5 USD das Wort reden, machen es die mit anziehenden Notierungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite des Marktes einhergehenden Anpassungsprozesse sehr unwahrscheinlich, dass der Erdgaspreis die zuletzt im Juni 2010 überschrittene 5-USD-Marke kurzfristig wieder zurückerobern kann. So verfügt die Angebotsseite immer noch über beträchtliche „Stille Erdgasreserven“ bereits explorierter aber noch nicht an das Pipelinesystem angeschlossener Erdgasquellen, die bei Preisen von 4,00-5,00…

Industriemetalle sind wieder en vogue

Für Rohstoffe gilt übergeordnet zu konstatieren, dass die rückläufige Brisanz der europäischen Schuldenkrise allmählich die Risikotoleranz der Investoren erhöht. Dies führt einerseits dazu, dass die risikobehafteten Aktiva, wie Rohstoffe, in den Anlegermittelpunkt rücken und Kapital anlocken. Andererseits stehen sichere Häfen, wie der US-Dollar, aber auch Gold, im aktuellen Umfeld nicht so hoch in der Anlegergunst. Für die Anlageklasse der Rohstoffe wirkt ein an Wert verlierender US-Dollar positiv, weil sich die Preise für Rohstoffe außerhalb des US-Dollarraumes verbilligen und somit dort die Nachfrage nach oben ziehen. Von dem steigenden Risikoappetit der Anleger profitieren die konjunktursensitiven Energieträger und Industriemetalle im bisherigen Jahresverlauf am stärksten. Bei Rohöl halten wir aber aufgrund der guten Versorgungslage, die wir an steigenden Lagerbeständen festmachen, die kurzfristige Preisphantasie für begrenzt. Im Jahresausblick 2013 haben wir bereits darauf hingewiesen, dass wir insbesondere die Industriemetalle favorisieren, da diese am deutlichsten von der fortschreitenden chinesischen Konjunkturerholung profitieren. Daher haben wir als…

Rohstoffe: Ausblick 2013

Die zyklischen Rohstoffe gehörten 2012 zu den Rohstoffverlierern. Das wird sich 2013 ändern. Vor allem das Konjunktur-Comeback in China wird sich als wesentlicher Preistreiber erweisen. Das chinesische Wachstum wird – getragen von multimilliardenschweren Konjunkturmaßnahmen – wieder auf 8,5% zulegen, was sich besonders positiv auf die „China zentrischen“ Basismetalle auswirkt. Der Ölmarkt befindet sich in einem labilen Kräftegleichgewicht von „Preisbremsen“ (Weltkonjunkturschwäche, Lagerbestandsanstieg) und „Preistreibern“ (geopolitische Brandherde, Angebotsstörungen), die den Ölpreis in der Handelsspanne von 100-120 US-Dollar festhalten. Das Konjunktur-Comeback in China wird diese Patt-Situation im zweiten Halbjahr 2013 auflösen und den Ölpreis auf 120 US-Dollar treiben. Angesichts der ultralockeren Geldpolitiken von Federal Reserve, EZB und Bank of Japan werden vornehmlich die Edelmetalle bei den zunehmend sachwertorientierten Investoren gefragt bleiben. Anleger werden 2013 insbesondere Gold als Geld- und Währungsalternative zu schätzen wissen. Bei den Agrarrohstoffen gehen wir im Laufe des Jahres von einer zunehmenden Verbesserung der Versorgungslage und demzufolge sinkenden Preisen aus. Da wir…

Gold-Ausblick 2013: Noch kein “Skyfall” für den Goldfinger

Da Gold aus unserer Sicht nicht nur ein reiner Rohstoff ist, darf es auch nicht ausschließlich wie ein solcher bewertet werden. Weil nicht zuletzt auch die Zentralbanken weltweit Gold halten, wird das edle Metall auch als Geld- bzw. US-Dollar-Alternative angesehen. Wir gehen für 2013 davon aus, dass die Geldhaltung wegen der negativen Realzinsen in den Vereinigten Staaten und Europa unattraktiv bleiben wird, was die Gold-Opportunitäts-kosten gering hält.

1 14 15 16 18