Rohstoffmärkte

Widersprüchliche Einflüsse am Rohstoffmarkt

Die Rohstoffmärkte werden derzeit von widersprüchlichen Faktoren getrieben. Einerseits lässt die Dynamik der Weltkonjunktur etwas nach, vor allem wegen der Abschwächung des chinesischen Industriesektors, was zu einem nachlassenden Nachfragewachstum bei Rohstoffen führen sollte. Andererseits verbessert sich mit Blick auf 2012 – selbst bei einer leicht nachlassenden Nachfragedynamik – für einige Rohstoffe, darunter Rohöl, die fundamentale Ausgangslage recht deutlich. Wir erwarten weiterhin, dass sich in den veröffentlichten Wirtschaftsdaten Licht und Schatten ablösen werden.

Gold bleibt als sicherer Hafen gefragt

Oft wird ein gegenüber dem Euro schwacher US-Dollar als wichtigster positiver Goldpreistreiber herausgestellt. Wenn dem immer so wäre, dann hätte ein deutscher Anleger, der seine physischen Goldkäufe in Euro abwickelt, nur sehr begrenzte Gewinnmöglichkeiten, weil er wegen des stärkeren Euros einen Translationsverlust erleiden würde. Unbestritten ist, dass eine Schwäche des Greenbacks das gelbe Edelmetall bei den Anlegern als Währungsalternative interessanter macht, aber es kann nicht die einzige Begründung für die Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre sein. Vielmehr sind hier die aus unserer Sicht unbegründete Angst vor einer massiven Geldentwertung und Sorgen um die Entwicklung der Staatsschulden vor allem in Südeuropa und den USA zu nennen.

Internationale Energieagentur sieht ein „Goldenes Erdgaszeitalter“

Die Internationale Energieagentur (IEA) wird nächste Woche einen Report mit dem Titel „Potenzial und Implikationen eines Goldenen Erdgaszeitalters“ publizieren. Welch ein Unterschied zur Wortwahl des Jahres 2009, als die IEA wegen sprudelnder US-Schiefergasquellen und global wachsender LNG-Infrastrukturen einen langfristigen Erdgasüberfluss diagnostizierte. Was hat sich seither verändert? Kurz gesagt: Die Nachfrageperspektive!

Rohstoffe: der Supertrend ist noch nicht zu Ende

Der Rohstoffmarkt hat sich in den letzten Tagen wieder gefangen und konnte seit dem Zwischentief Mitte Mai gemessen am DJ-UBS Rohstoffindex um fast 3% zulegen. In dieser Woche halfen einige positive US-Wirtschaftsdaten und die wieder zunehmende Konzentration des Marktes auf die Angebotsseite.

Ernüchterung am Rohstoffmarkt. Korrektur führt zu einer vernünftigen Bewertung

Bis Anfang Mai kannte der Rohstoffmarkt nur eine Richtung, die nach oben! Allen voran die Energieträger und Edelmetalle haben eine sehr positive Preisentwicklung hingelegt. Neben dem Konflikt in Libyen, der bei Rohöl zum Aufbau einer deutlichen Risikoprämie führte, waren überwiegend der schwache US-Dollar und die optimistische Stimmung der Anleger bezüglich der globalen Konjunkturentwicklung verantwortlich.  Aber auch die steigende Inflationserwartung löste bei Anlegern vermehrt das Bedürfnis aus, in Sachwerte zu investieren. Gold und Silber stiegen als Folge recht stark an. Der Silberpreis legte seit Jahresbeginn in der Spitze um über 63 % zu. Diese Entwicklung war überzogen und musste eine Korrektur als Folge haben.

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