Rohstoffmärkte

Trump stellt kurzzeitig den globalen Aluminiummarkt auf den Kopf

  Der Aluminiumpreis entwickelte sich im ersten Quartal diesen Jahres trotz der verhängten Einfuhrzölle der USA recht unauffällig. Lediglich das Preisniveau in den USA erfuhr eine leichte Niveauverschiebung. Dies begann sich aber Anfang April schlagartig zu verändern: Die US-Administration verhängte Sanktionen gegen russische Unternehmen und Oligarchen wegen ihrer Rolle im russischen Machtgefüge. Unter anderem geht es hier um den Vorwurf, Russland habe sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt. Mit Oleg Deripaska stand auch der größte Anteilseigner der En+ Group plc auf der Liste. Da der En+ Group in etwa die Hälfte der Anteile des russischen Aluminiumgiganten Rusal gehört, könnte eine Umsetzung der US-Sanktionen den globalen Aluminiummarkt erheblich beeinflussen. Der russische Aluminiumproduzent ist außerhalb Chinas der größte weltweit und liefert etwa 700 Tausend Tonnen Aluminium in die USA. Sollte dieses Material fehlen, wären die US-Produzenten auf absehbare Zeit nicht in der Lage, diese Lücke zu schließen. Auch steigende Importe aus anderen…

Rohöl auf höchstem Stand seit 2014 – Ein „letztes Hurra“ des Rohölpreises gewinnt an Wahrscheinlichkeit

Die Rohölnachfrage brummt, der Preis steigt. Die von den Investoren fokussierten OECD-Industrielagerbestände fallen als Folge der Anfang 2017 begonnenen „Produktionsbegrenzungsarbeiten“ von 14 OPEC- und zehn NOPEC-Staaten – nach anfänglicher Stagnationsphase – nun immer weiter. Saudi-Arabien und der Iran zanken sich mit zunehmend aggressiver Rhetorik wieder einmal an mehreren Fronten um die regionale Vorherrschaft im Nahen Osten. Die USA überlegen das Atomabkommen mit dem Iran in Bälde zu verlassen, wenn für den laut Präsident Trump „schlechtesten Deal aller Zeiten“ nicht bis zum 12. Mai eine Nachbesserungs-Agenda installiert wird. Und die vorgenannte OPEC/NOPEC-Koalition denkt trotz baldiger Erreichung des selbst gewählten Lagerbestandsnormalisierungsziels sehr laut über die Verlängerung ihrer Marktsteuerungs-Zusammenarbeit nach. Angesichts dieses prall gefüllten Bündels an „Bullen-Meldungen“ ist es doch nur allzu verständlich, dass der Brent-Rohölpreis in den vergangenen neun Monaten nahezu ungebremst von 45 auf 75 USD angestiegen ist und sich nach Meinung einiger Marktteilnehmer nun anschickt, in Bälde auch die 80-,…

Milch: Alles in Butter!

Knappheit bei Butter führt 2017 zu kräftigem Anstieg des Milchpreises. Verbesserte betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen erhöhen Milchaufkommen in Europa und Deutschland. Weitere Entwicklung des Milchpreises bleibt dank positiver Exportdynamik stabil. Milcherzeugende Betriebe atmeten 2017 nach einer längeren Durststrecke wieder auf. Der Milchpreis stieg 2017 im Jahresmittel kräftig um 35% auf 35,3 Cent je Kilogramm an. Ausgelöst wurde die Preisbewegung überwiegend durch die ausgeprägte Knappheit bei Butter (Fettmarkt). Als Folge ist der Butterpreis sehr stark gestiegen. Bei Magermilchpulver (Eiweißmarkt) hingegen sind die Notierungen wegen einer anhaltenden Überversorgung weiter gefallen. Dies übersetzte sich in eine rekordhohe Preisdifferenz zwischen Butter und Magermilchpulver („Fett-/Eiweiß-Spread“).     Die hohen Milchpreise führen bei gleichzeitig geringen Futtermittelkosten in der EU zu steigenden Bruttomargen der Milchviehhalter. Diese positiven betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen besonders seit September 2017 dazu, dass den Molkereien deutlich mehr Milch angeliefert wird als im Vorjahr. Dabei hat sich in der EU die Anzahl der Milchkühe sogar verringert. Ein…

Ölpreis erhöht Druck auf Verbraucherpreise, Inflationsprognosen etwas angehoben

Die Verteuerung des Ölpreises haben wir zum Anlass genommen, unsere Inflationsprognosen zu überarbeiten. In der Regel rechnen wir jetzt in diesem Jahr mit etwas höheren Inflationsraten. Trotz dieser Anpassung ergibt sich in Anbetracht des robusten weltweiten Wachstumstrends weiterhin das Bild einer vergleichsweise moderaten Inflationsentwicklung. Der Ölpreis hat sich seit seinem letzten Tiefpunkt im Juni des vergangenen Jahres, bei nur 45 US-Dollar pro Barrel, ja sichtbar erholt. Ende Oktober wurde die Marke von 60 US-Dollar überschritten. Nach Weihnachten ging es dann weiter deutlich aufwärts, so dass inzwischen sogar ein Preis von 70 US-Dollar erreicht wurde. Kurzfristig rechnen wir nicht damit, dass der Ölpreis deutlich sinkt. Grundsätzlich sollte sich aber wieder ein leichter Abwärtstrend einstellen, so dass am Jahresende der Preis wohl nahe bei 60 US-Dollar liegt. Da nicht nur die US-amerikanische Ölindustrie bei den höheren Notierungen ihre Förderung ausweitet, dürfte eine gesteigerte Angebotsmenge den Ölpreis wieder senken. Dennoch rechnen wir jetzt…

OPEC-NOPEC-Deal 3.0 – „Die Verpackung ist betörender als der Inhalt“

Im Rahmen ihres gestrigen Treffens in Wien haben sich die 24 Vertreter der OPEC-/NOPEC-Koalition darauf verständigt, ihr Förderbegrenzungsabkommen bis Ende 2018 zu verlängern. Das Kürzungsvolumen wird bei 1,72 Mio. Barrel pro Tag (mbd) liegen. Die bis dato vom Kürzungsabkommen ausgenommenen OPEC-Mitgliedsstaaten Libyen und Nigeria haben weich formulierte Produktionsobergrenzen akzeptiert… Die Parteien vereinbarten darüber hinaus einen Überprüfungstermin im Juni 2018. Ein offizielles Statement zu einer geplanten Exit-Strategie gab es nicht. Der Markt reagierte insgesamt positiv auf den neuen „Rohöl-Newsflow“. Der Brent-Januar-Future kletterte bis auf 63,50 USD, weil sich die Investoren von der außergewöhnlichen Geschlossenheit des Kartells – gerade auch vor dem Hintergrund der jüngsten außenpolitischen Verspannung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran – beeindruckt zeigten. Offenbar hat die Wiener Runde aus Sicht der Investoren mit ihrer rhetorischen Schwerpunktsetzung den richtigen Ton getroffen. Auf den ersten Blick hat die OPEC-/NOPEC-Koalition dem Markt mindestens das gegeben, was dieser sich von ihr erwartet hatte. Nach…

Strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft wirken sich auch auf Unternehmen aus

Die beschlossene und erwünschte Energiewende kommt nun auch bei den Unternehmen an. So reagiert nun Siemens auf den Strukturwandel im Bereich fossiler Stromerzeugung und hat eine Restrukturierung angekündigt. Ziel ist es dabei, die Auslastung der Werke zu steigern und die Effizienz durch Ressourcenbündelung auszubauen. Um dies zu erreichen, sollen auch 6900 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon die Hälfte in Deutschland. Hinter dieser Entscheidung steht ein dramatischer Strukturwandel. So ist die Nachfrage nach grossen Gasturbinen (>100 Megawatt) global drastisch gesunken: Schätzungen gehen von ca. 100 Turbinen pro Jahr als normalisiertes Niveau aus, während die Kapazität bei ca. 400 Turbinen liegt. Insgesamt spiegelt sich in dieser Marktentwicklung die Veränderungen in der ökologischen Betrachtung der Stromerzeugung wider. Die neuen Prognosen zu Erderwärmung an der 23. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Bonn haben einmal gezeigt, dass wir in den nächsten Jahren einen spürbaren Umbau in der Stromerzeugung angehen müssen. Bedauerlich ist, dass diese betriebswirtschaftlichen Notwendigen…

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