Sonstige

Der Merkel-Macron-Plan: Der erste Schritt auf dem Weg zur Transferunion

Es kommt Bewegung in die Diskussion um einen EU-Wiederaufbaufonds. Auf Basis des deutsch-französischen Vorschlags soll der Fonds ein Volumen von 500 Mrd. Euro haben, von der EU verwaltet werden und bereits in einigen Monaten an den Start gehen. Brüssel würde auch allein über die Verwendung der Gelder entscheiden, die sich aber daran orientieren soll, wie stark die Empfängerstaaten von der Krise betroffen sind. Anders als zunächst von Berlin gefordert, würde der Fonds Zuschüsse und keine Kredite gewähren und konzeptionell den Kohäsionsfonds der EU ähneln. Dies erklärt auch, weshalb er kleiner als bislang diskutiert ausfallen soll. Zur Finanzierung der Gelder würde die EU zunächst Anleihen am Finanzmarkt begeben. Hierzu müssten die Parlamente der Nationalstaaten noch ihre Zustimmung geben. Die Verschuldung der EU soll aber durch höhere finanzielle Zuwendungen der Nationalstaaten an die EU über die kommenden Jahre sukzessive abgetragen werden. Legen wir für Deutschland einen Anteil der Zahlungen an die EU…

Corona – Facts & Figures

Die Dynamik der Corona Pandemie lässt in den meisten Ländern nach. Nur in einigen Schwellenländern scheint die Situation noch kritisch zu sein. In den Ländern zeigen sich nun zunehmende Unterschiede in den Folgen von COVID-19.  

FOMC: Fed stellt Liquiditätsversorgung sicher

Die eindeutige Botschaft der US-Notenbank von gestern Abend lautet: Das aktuelle Leitzinsniveau ist angemessen. Die derzeitige geldpolitische Ausrichtung dürfte das Wirtschaftswachstum stärken und die Rückkehr zum Inflationsziel von 2% fördern. Vor diesem Hintergrund hat der geldpolitische Ausschuss der Fed bei seiner gestrigen Sitzung den Leitzinskorridor unverändert bei 1,5% bis 1,75% gelassen. Der Leitzinsentscheid ist einstimmig getroffen wurden. Dies war unisono von den Marktteilnehmern erwartet worden. Trotz des unveränderten Leitzinsniveaus wurden andere, wichtige geldpolitische Entscheidungen getroffen. So wurde der Zins für die Überschussreserven (Interest on Excess Reserves IOER) wie erwartet um fünf Basispunkte angehoben. Diese Anpassung ist in erster Linie als technische Maßnahme zu verstehen, damit die IOER und die effektive Fed-Funds-Rate in der Mitte des angestrebten Zinskorridors liegen. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass die Repo-Geschäfte mindestens bis April fortgesetzt werden und die T-Bill Käufe bis ins zweite Halbjahr. Die Notenbanker möchten sicherstellen, dass die Überschussreserven der Geschäftsbanken mindestens bei 1,5…

Wie politisch darf eine Bank sein?

Was für ein schönes Lob. Vielen Dank an die Redaktion der Börsen-Zeitung! Nur ein kleiner Hinweis sei gestattet: Natürlich gibt es bei uns keine einseitige Analyse. Sicherlich haben wir in den letzten Wochen und Monaten einige Analysen zu Deutschland erstellt. Dabei ist das Handeln der Bundesregierung nicht immer gut weggekommen. Vielmehr hat sich bei dem ein oder anderen Thema gezeigt, dass es in der Wirtschaftspolitik Versäumnisse gegeben hat. Diese Studien schreiben wir auch nicht zum Selbstzweck oder aus politischen Motiven heraus. Sie haben das Ziel, die langfristige Entwicklung des Standorts Deutschland zu beleuchten. Damit lassen sich Unternehmensgewinne, Trends an den Arbeitsmärkten und bei den Einkommen ableiten, unverzichtbare Größen für die Konjunktur- und Unternehmensanalyse. Es geht uns also nicht darum, Regierungsschelte zu betreiben, sondern ein solides Fundament für unsere Analyse aufzubauen. Das DZ BANK Research ist unabhängig und zwar in allen Belangen. Selbstzensur entspricht nicht unserem Anspruch, auch nicht dem Anspruch…

Südafrika in der Wirtschaftskrise

Das Wirtschaftswachstum in Südafrika blieb letztes Jahr mit nur 0,8% deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Im ersten Quartal 2019 gab es gar einen neuen Wachstumsrückschlag, die Gesamtwirtschaft sank gegenüber dem Schlussquartal 2018 um 0,8%, die Arbeitslosenquote hat fast 28% und damit den höchsten Stand seit Sommer 2017 erreicht. Der reformorientierte und auf Ausgleich bedachte Präsident Cyril Ramaphosa hat es bisher nicht geschafft, sein Land aus dem ökonomischen Krisenmodus zu führen. Die wirtschaftliche Misere Südafrikas beruht ganz wesentlich auf strukturellen Ursachen, die sich kurzfristig kaum lösen lassen. Dazu gehören die zu hohe Zahl von unproduktiven Staatsunternehmen, darunter auch der zuletzt wegen rotierender Stromabschaltungen in die Schlagzeilen geratene staatliche Energieversorger Eskom. Aber auch gravierende Mängel im Bildungssystem, zu viele wachstumshemmende Regulierungen und ein beängstigendes Maß an Korruption behindern den Beschäftigungsaufbau und den wirtschaftlichen Fortschritt. Trotz aller Missstände hat Ramaphosa es geschafft, die Parlamentswahlen vom Mai mit unerwartet gutem Ergebnis für die Regierungspartei…

Tankan-Index der Bank von Japan fällt auf ein Dreijahrestief

Der vierteljährliche Stimmungsindex der Bank of Japan hat zuletzt weiter nachgegeben: Bei den großen und exportorientierten Industrieunternehmen ist er im zweiten Quartal um 5 Zähler gefallen und hat ein Dreijahrestief von nur noch +7 Punkten erreicht. Damit hat sich dieser wichtige Index, der von -100 bis +100 reicht, bei den befragten Unternehmen nun deutlich an einen Gleichstand zwischen optimistischen und skeptischen Antworten angenähert. Die Einschätzungen der mehr binnenorientierten Großunternehmen aus dem Servicesektor haben sich dagegen zuletzt etwas verbessern können, von 21 auf 23 Punkte. Für alle Unternehmen (alle Sektoren und alle Größenklassen) ist der Tankan zuletzt von 12 auf 10 Punkte gefallen. Japans Großindustrie hat mithin im zweiten Quartal überdurchschnittlich starke Stimmungseinbußen erlitten. Die Sorgen über ihr aktuelles und künftiges Geschäftsumfeld sind angesichts der Verunsicherungen und der realen Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits auch verständlich. Auf dem jüngsten G20-Gipfel in Osaka gab es zwar insofern positive Nachrichten, als die USA nun…

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