Sonstige

Südafrika in der Wirtschaftskrise

Das Wirtschaftswachstum in Südafrika blieb letztes Jahr mit nur 0,8% deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Im ersten Quartal 2019 gab es gar einen neuen Wachstumsrückschlag, die Gesamtwirtschaft sank gegenüber dem Schlussquartal 2018 um 0,8%, die Arbeitslosenquote hat fast 28% und damit den höchsten Stand seit Sommer 2017 erreicht. Der reformorientierte und auf Ausgleich bedachte Präsident Cyril Ramaphosa hat es bisher nicht geschafft, sein Land aus dem ökonomischen Krisenmodus zu führen. Die wirtschaftliche Misere Südafrikas beruht ganz wesentlich auf strukturellen Ursachen, die sich kurzfristig kaum lösen lassen. Dazu gehören die zu hohe Zahl von unproduktiven Staatsunternehmen, darunter auch der zuletzt wegen rotierender Stromabschaltungen in die Schlagzeilen geratene staatliche Energieversorger Eskom. Aber auch gravierende Mängel im Bildungssystem, zu viele wachstumshemmende Regulierungen und ein beängstigendes Maß an Korruption behindern den Beschäftigungsaufbau und den wirtschaftlichen Fortschritt. Trotz aller Missstände hat Ramaphosa es geschafft, die Parlamentswahlen vom Mai mit unerwartet gutem Ergebnis für die Regierungspartei…

Tankan-Index der Bank von Japan fällt auf ein Dreijahrestief

Der vierteljährliche Stimmungsindex der Bank of Japan hat zuletzt weiter nachgegeben: Bei den großen und exportorientierten Industrieunternehmen ist er im zweiten Quartal um 5 Zähler gefallen und hat ein Dreijahrestief von nur noch +7 Punkten erreicht. Damit hat sich dieser wichtige Index, der von -100 bis +100 reicht, bei den befragten Unternehmen nun deutlich an einen Gleichstand zwischen optimistischen und skeptischen Antworten angenähert. Die Einschätzungen der mehr binnenorientierten Großunternehmen aus dem Servicesektor haben sich dagegen zuletzt etwas verbessern können, von 21 auf 23 Punkte. Für alle Unternehmen (alle Sektoren und alle Größenklassen) ist der Tankan zuletzt von 12 auf 10 Punkte gefallen. Japans Großindustrie hat mithin im zweiten Quartal überdurchschnittlich starke Stimmungseinbußen erlitten. Die Sorgen über ihr aktuelles und künftiges Geschäftsumfeld sind angesichts der Verunsicherungen und der realen Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits auch verständlich. Auf dem jüngsten G20-Gipfel in Osaka gab es zwar insofern positive Nachrichten, als die USA nun…

Keine Partystimmung am Zuckermarkt

» Im Jahr eins nach der Deregulierung des EU-Zuckermarktes ist die Stimmung wegen des ausgeprägten Zuckerpreisrückgangs stark eingetrübt. » Deutlich gestiegener Angebotsüberhang in Europa kann nur unvollständig über den Exportkanal abfließen. » Einen Hoffnungsschimmer für den Zuckerpreis liefert der prognostizierte Rückgang des globalen Zuckerüberhangs. Am 1. Oktober 2017 wurde der europäische Zuckermarkt neu geordnet. Sowohl die Obergrenzen für die Produktion von Zucker und Isoglukose als auch die Mindestpreise für Rüben wurden abgeschafft. Die Deregulierung führte im Zuckerjahr 2017/18 zu einem deutlichen Produktionsanstieg (+24%). Die EU schätzt, dass der europäische Angebotsüberhang als Folge bei etwa 2 Millionen Tonnen Zucker liegt. Seit Herbst 2017 stürzte der europäische Zuckerpreis somit um 26%. Neben der Abschaffung des Quoten- und Mindestpreissystems wurde auch das Exportlimit aufgehoben. Damit öffnete sich die EU weiter dem Weltmarkt. Schließlich sollte der europäische Zuckerüberhang auf den globalen Markt abfließen. Allerdings war der Weltmarkt 2017/18 selbst aufgrund von deutlich gestiegenen Ausfuhren…

Verschuldung der Schwellenländer steigt weiter

Das erste Halbjahr 2018 war von einem schwierigen Marktumfeld für Schwellenländer gekennzeichnet. Auch wenn Ursache und Wirkung nicht immer klar trennbar sind, so bestand ein Grund für die Skepsis im Erstarken des US-Dollars relativ zu vielen EM-Währungen, da dies die Bedienung der USD-Schulden prinzipiell verteuert. Die in dieser Woche aktualisierten Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) für die USD-Verschuldung von Ländern außerhalb der USA (Nicht-Banken-Sektoren) liefern interessante Einbllicke. Demnach ist die USD-Verschuldung der Emerging Markets von Q1 2017 zu Q1 2018 um 292 Mrd. USD auf 3,68 Billionen USD gewachsen, so dass sich der Anstieg der letzten Jahre fortsetzt. Dabei ist nicht nur bei den Schwellenländern die USD-Verschuldung angestiegen, der Zuwachs hier war jedoch mit 8,9% etwas schwungvoller als derjenige der gesamten USD-Verschuldung (+ 7%). Treibende Kraft der Dynamik war der Bereich der USD-Verschuldung via Anleihen, die mit 16,4% klar schneller wuchs als die USD-Bankdarlehen mit 3,8%. Beim Blick…

Wahl in der Türkei – wenig Klarheit, viele Fragezeichen

Am kommenden Sonntag finden in der Türkei vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Zugleich tritt mit dem Urnengang die im Frühjahr 2017 im Rahmen eines Referendums angenommene, aber dennoch umstrittene Verfassungsreform in Kraft. Diese stärkt die Machtbefugnisse des Präsidenten gegenüber dem türkischen Parlament. Regulär standen Neuwahlen erst für Ende 2019 auf der Agenda. Wohl nicht zuletzt mit der Absicht, seine Wiederwahl zu sichern, zog Staatsoberhaupt Erdogan diese jedoch auf den 24. Juni vor. Laut aktuellen Umfragen ist fraglich, ob der Plan des amtierenden Präsidenten aufgehen wird. Weder Erdogan noch das ihn unterstützende Wahlbündnis aus AKP und nationalistischer MHP können sich derzeit sicher sein, die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich zu vereinen. Mit Blick auf die Zusammensetzung des künftigen Parlaments könnte es vor allem darauf ankommen, ob die pro-kurdische HDP über die für Einzelparteien geltende 10%-Hürde klettern wird. Sollte dies gelingen, könnte die HDP gemeinsam mit einem oppositionellen Parteienbündnis, dem unter…

Grillsaison unterstützt zunächst Schweinefleischpreis

2017 stieg der Schweinefleischpreis kräftig an und lag im Jahresmittel 10% über dem Vorjahr. Als Folge steigen in Europa sowohl die Schweinebestände als auch die Schlachtmengen. Saisonale Faktoren („Grillsaison“) stabilisieren zunächst den Preis. Mittelfristig limitiert aber ein schleppendes Exportgeschäft das Potenzial. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bleibt weiter das größte Risiko. Der Preis für Schweinefleisch ist 2017 kräftig gestiegen und erreichte phasenweise ein Niveau von über 1,70 Euro je Kilogramm. Der relativ hohe Preis für Schweinefleisch veranlasste die viehhaltenden Betriebe, mehr Schweine einzustallen. In Europa lag der Bestand Ende des letzten Jahres bei 150 Millionen Schweinen, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 2% bedeutet. In den Stallungen befanden sich mit 12 Millionen Tieren (+1%) auch wieder mehr Zuchtsauen. Damit steigt 2018 die für die zukünftige Schweinefleischerzeugung wichtige Ferkelproduktion. Im bisherigen Jahresverlauf sind die Schlachtmengen in der EU im Vergleich zum Vorjahr auf 4,1 Millionen Tonnen (+7%) ebenfalls gestiegen. Dieser…

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