Sonstige

Verschuldung der Schwellenländer steigt weiter

Das erste Halbjahr 2018 war von einem schwierigen Marktumfeld für Schwellenländer gekennzeichnet. Auch wenn Ursache und Wirkung nicht immer klar trennbar sind, so bestand ein Grund für die Skepsis im Erstarken des US-Dollars relativ zu vielen EM-Währungen, da dies die Bedienung der USD-Schulden prinzipiell verteuert. Die in dieser Woche aktualisierten Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) für die USD-Verschuldung von Ländern außerhalb der USA (Nicht-Banken-Sektoren) liefern interessante Einbllicke. Demnach ist die USD-Verschuldung der Emerging Markets von Q1 2017 zu Q1 2018 um 292 Mrd. USD auf 3,68 Billionen USD gewachsen, so dass sich der Anstieg der letzten Jahre fortsetzt. Dabei ist nicht nur bei den Schwellenländern die USD-Verschuldung angestiegen, der Zuwachs hier war jedoch mit 8,9% etwas schwungvoller als derjenige der gesamten USD-Verschuldung (+ 7%). Treibende Kraft der Dynamik war der Bereich der USD-Verschuldung via Anleihen, die mit 16,4% klar schneller wuchs als die USD-Bankdarlehen mit 3,8%. Beim Blick…

Wahl in der Türkei – wenig Klarheit, viele Fragezeichen

Am kommenden Sonntag finden in der Türkei vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Zugleich tritt mit dem Urnengang die im Frühjahr 2017 im Rahmen eines Referendums angenommene, aber dennoch umstrittene Verfassungsreform in Kraft. Diese stärkt die Machtbefugnisse des Präsidenten gegenüber dem türkischen Parlament. Regulär standen Neuwahlen erst für Ende 2019 auf der Agenda. Wohl nicht zuletzt mit der Absicht, seine Wiederwahl zu sichern, zog Staatsoberhaupt Erdogan diese jedoch auf den 24. Juni vor. Laut aktuellen Umfragen ist fraglich, ob der Plan des amtierenden Präsidenten aufgehen wird. Weder Erdogan noch das ihn unterstützende Wahlbündnis aus AKP und nationalistischer MHP können sich derzeit sicher sein, die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich zu vereinen. Mit Blick auf die Zusammensetzung des künftigen Parlaments könnte es vor allem darauf ankommen, ob die pro-kurdische HDP über die für Einzelparteien geltende 10%-Hürde klettern wird. Sollte dies gelingen, könnte die HDP gemeinsam mit einem oppositionellen Parteienbündnis, dem unter…

Grillsaison unterstützt zunächst Schweinefleischpreis

2017 stieg der Schweinefleischpreis kräftig an und lag im Jahresmittel 10% über dem Vorjahr. Als Folge steigen in Europa sowohl die Schweinebestände als auch die Schlachtmengen. Saisonale Faktoren („Grillsaison“) stabilisieren zunächst den Preis. Mittelfristig limitiert aber ein schleppendes Exportgeschäft das Potenzial. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bleibt weiter das größte Risiko. Der Preis für Schweinefleisch ist 2017 kräftig gestiegen und erreichte phasenweise ein Niveau von über 1,70 Euro je Kilogramm. Der relativ hohe Preis für Schweinefleisch veranlasste die viehhaltenden Betriebe, mehr Schweine einzustallen. In Europa lag der Bestand Ende des letzten Jahres bei 150 Millionen Schweinen, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 2% bedeutet. In den Stallungen befanden sich mit 12 Millionen Tieren (+1%) auch wieder mehr Zuchtsauen. Damit steigt 2018 die für die zukünftige Schweinefleischerzeugung wichtige Ferkelproduktion. Im bisherigen Jahresverlauf sind die Schlachtmengen in der EU im Vergleich zum Vorjahr auf 4,1 Millionen Tonnen (+7%) ebenfalls gestiegen. Dieser…

Datenschutz und Social Media: Hier kommt zusammen, was bislang nicht zusammen passt.

Die letzten Wochen waren für Facebook turbulent. So musste Facebook einräumen, dass persönliche Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern des Sozialen Netzwerkes „Facebook“ von einem ehemaligen Psychologie-Professor im Rahmen einer Meinungsumfrage unbefugt an das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica verkauft wurden. Diese steht im Verdacht, die erworbenen Datensätze u.a. für Wahlkampagnen des US-Präsidenten Donald Trump verwendet zu haben. Die Alphabet-Tochter Google geriet 2017 in die Kritik, als das Videoportal „YouTube“ Werbung renommierter Unternehmen im Umfeld von extremistischen und rassistischen Inhalten platzierte. Die beiden „Online-Giganten“ haben in den letzten Jahren mit der Sammlung und der Auswertung von persönlichen Daten – dem „Gold des 21. Jahrhunderts“ – für die Bereitstellung von zielgruppenspezifischer Online-Werbung enorme Erfolge erzielt. Zwischen 2012 und 2017 wuchs der Umsatz bei Facebook im Durchschnitt über 40% pro Jahr; bei Alphabet betrug der Wert rund 15%. Einige Dienste der Unternehmen werden zum Teil von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt. Dabei…

Autoindustrie: Neue CO2- Zielvorgaben sind ambitioniert

Die EU-Kommission hat Ende 2017 ein Paket für saubere Mobilität vorgelegt, in dessen Rahmen neue CO2-Zielvorgaben für Pkw und Lieferwagen beschlossen wurden. Neuwagen sollen bis zum Jahr 2025 im Durchschnitt zunächst 15% weniger CO2 ausstoßen, bis 2030 dann 30%. Ausgangspunkt ist der Ausstoß von 95 Gramm CO2 pro Kilometer bei PKW und 147 Gramm bei leichten Nutzfahrzeugen. Auf Grund der Umstellung des Verbrauchmessverfahrens auf das „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ werden nur relative Zielgrößen vorgegeben. Eine Quotenregelung für Elektromobilität ist nicht vorgesehen. Die Trends in den Neuzulassungen 2017 lassen strengere CO2-Abgasnormen derzeit sehr schwer erreichbar erscheinen. Denn 1.) sinkt der Anteil CO2-armer Diesel-PKW weiter, 2.) steigt die Nachfrage nach SUVs und Geländewagen mit hohen CO2-Emissionen ungebrochen und 3.) kommen reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride – trotz Wachstums – nicht über ein Nischendasein hinaus. Die weitere Verschärfung der CO2-Emissionsgrenzwerte nach 2021 stellt die Automobilhersteller vor große Herausforderungen. Einerseits soll sich die…

Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt näher

Bereits 2007 wurde das Virus aus Afrika nach Georgien eingeschleppt. Bisher gibt es keine Impfung. Das für den Menschen ungefährliche Virus führt bei Wild- und Hausschweinen schnell zum Tod. Als wesentliche Eintragungsquelle gilt der Mensch. Es wird vermutet, dass durch unachtsam weggeworfene infizierte Speisereste (z.B. auf Raststätten) eine Ausbreitung begünstigt/ausgelöst wird. Das Virus breitete sich entlang von Fernverkehrsrouten von Georgien über Russland und das Baltikum bis nach Polen und die Tschechische Republik aus. Viele Experten gehen davon aus, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis ASP in Deutschland ankommt. Deutschland ist auf dem Schweinefleischmarkt abhängig von Exporten. Mit einem Selbstversorgungsgrad von über 120% muss die Mehrproduktion über den globalen Markt „abfließen“. Bei einem ASP-Ausbruch in Deutschland (hier reicht schon eine Eintragung) würden die deutschen Exporte auf die Drittmärkte einbrechen bzw. vollständig zurückgehen. Selbst die Ausfuhren innerhalb der EU gerieten in Mitleidenschaft. Außerdem dürfte die Inlandsnachfrage infolge von Unsicherheit…

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