Sonstige

Deutsche Unternehmen auf dem Gipfel der Zufriedenheit

Die Geschäfte laufen weiter glänzend, die deutschen Unternehmen sind derzeit ausgesprochen zufrieden. Sie schätzen nach der aktuellen ifo-Umfrage ihre Geschäftslage sogar so gut ein wie zuletzt vor mehr als zwanzig Jahren – kurz nach der deutschen Wiedervereinigung. Die positiven Ergebnisse stehen damit in einem gewissen Kontrast mit den skeptischeren Einschätzungen der vom ZEW befragten Finanzmarktakteure sowie der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe, die in den letzten Tagen gemeldet wurden.

Gold bleibt als sicherer Hafen gefragt

Oft wird ein gegenüber dem Euro schwacher US-Dollar als wichtigster positiver Goldpreistreiber herausgestellt. Wenn dem immer so wäre, dann hätte ein deutscher Anleger, der seine physischen Goldkäufe in Euro abwickelt, nur sehr begrenzte Gewinnmöglichkeiten, weil er wegen des stärkeren Euros einen Translationsverlust erleiden würde. Unbestritten ist, dass eine Schwäche des Greenbacks das gelbe Edelmetall bei den Anlegern als Währungsalternative interessanter macht, aber es kann nicht die einzige Begründung für die Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre sein. Vielmehr sind hier die aus unserer Sicht unbegründete Angst vor einer massiven Geldentwertung und Sorgen um die Entwicklung der Staatsschulden vor allem in Südeuropa und den USA zu nennen.

Die Quadratur des griechischen Kreises

Alle Vorschläge zur Rettung Griechenlands laufen letztlich auf drei Handlungsalternativen hinaus: Zinssubvention, Laufzeitenverlängerung oder Kapitalschnitt. Dabei können diese drei Alternativen danach unterteilt werden können, ob sie auf freiwilliger Basis erfolgen oder ob (ein gewisser) Druck auf die Marktakteure ausgeübt wird. Jeder Weg – Laufzeitenverlängerung, Zinssubvention und Schuldenschnitt – wird für sich alleine genommen kaum ausreichen, das griechische Schuldenproblem zu lösen. Es erscheint sinnvoll, ein Gesamtpaket Kombination aus Zinssubvention, Laufzeitenverlängerung und Kapitalschnitt zur Anwendung zu bringen.

Restrukturierung durch Laufzeitenverlängerung reicht nicht aus

EU-Kommissar Olli Rehn hat genauso wie Finanzminister Wolfgang Schäuble jüngst eine Diskussion um eine Umschuldung Griechenlands angestoßen. Hierbei sollen sich Gläubigerbanken „freiwillig“ dazu verpflichten, die Laufzeiten von ihnen gehaltener griechischer Anleihen zu verlängern. Ob dieser Weg für Griechenland gangbar ist, ist zu bezweifeln. Die griechischen Anleihen sind sehr breit gestreut, was es schwierig macht, die Investoren zu überzeugen.

US-Konjunkturdaten enttäuschen die Märkte

Die abgelaufene Woche stand an den Märkten vor allem im Zeichen enttäuschender Daten zur US-Konjunktur: So sind die Hauspreise in den Vereinigten Staaten im ersten Quartal 2011 noch unter das Krisenniveau von 2009 gesunken. Die Messzahl für das Verbrauchervertrauen ist nach zwischenzeitlicher Erholung im Mai wieder auf das Niveau vom letzten Herbst abgesackt und für den Industriesektor weist der wichtige ISM-Klimaindikator ebenfalls auf ein Ende der Hochstimmung hin.

Die EZB vor dem nächsten Leitzinsschritt

Die Europäische Zentralbank wird wahrscheinlich im Juli die Leitzinszügel ein weiteres Mal anziehen. Insgesamt geht die Notenbank hierzulande besonnen vor, um den unterschiedlichen Notwendigkeiten der verschiedenen EWU-Mitgliedsländer gerecht zu werden. So bleibt der EZB vor dem Hintergrund eines sehr hohen Wirtschaftswachstums in den Kernländern und einer beträchtlichen Anfälligkeit schwächerer EWU-Länder kaum eine andere Möglichkeit, als nur sehr langsam die Geldpolitik restriktiver auszurichten. Unseres Erachtens dürfte der Leitzins Ende des Jahres bei 1,75% stehen. In zwölf Monaten wird die Geldpolitik mit einem Zins von 2,25% den Restriktionsgrad zwar schon deutlich erhöht haben, vom absoluten Niveau her ist die EZB aber auch dann noch expansiv ausgerichtet.

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