USA

US-Notenbank macht Pause… bis zur nächsten Krise

Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 29. und 30. Oktober zeigt, dass die Währungshüter die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick weiterhin als hoch einstufen. Vor diesem Hintergrund sei eine Leitzinssenkung angebracht gewesen, wenn die Entscheidung hierfür auch knapp ausgefallen war. Die meisten FOMC-Mitglieder waren jedoch auch der Meinung, dass die geldpolitische Ausrichtung nach dem jüngsten Zinsschritt nun angemessen sei. Damit sind weitere Zinssenkungen erst einmal unwahrscheinlich geworden. Für eine Fortsetzung der Zinssenkungen müsste sich der konjunkturelle Ausblick wieder merklich verschlechtern. Die Risiken, die mit dem nach wie vor schwelenden Handelskonflikt mit China einhergehen, sind groß und können auch schnell zu einem bedeutenden Konjunkturrisiko werden. Über den Stand der Verhandlungen zwischen den USA und China gibt es unterschiedliche Interpretationen. Festzuhalten bleibt aber, dass beide Seiten eine positive Entwicklung begrüßen dürften. Auf chinesischer Seite wären gute Nachrichten eine willkommene Ablenkung vom Konflikt rund um Hongkong. Und US-Präsident Trump hätte in…

US-Wirtschaft profitiert von steigenden Schulden, ein Beispiel für andere Länder?

In Deutschland ist eine hitzige Debatte über die Sinnhaftigkeit der Schuldenbremse entbrannt. Dabei bietet die jetzige Regelung der Regierung eigentlich genug Flexibilität, diese möchte man aber nicht nutzen. In den USA geht man dagegen einen völlig anderen Weg, was zu einer deutlichen Ausweitung des Defizits im staatlichen Haushalt geführt hat. Insbesondere die Steuersenkungen und wachsende Sozialkosten haben die Lücke im US Bundeshaushalt deutlich vergrößert. Vor allem die finanzielle Entlastung der Unternehmen und der privaten Haushalte hat für positive Konjunkturimpulse gesorgt hat. Durch die Steuersenkungen der Trump’schen Regierung sind die Unternehmen Schätzungen zu Folge um rund 80 Mrd. US-Dollar entlastet worden und die privaten Haushalte um rund 120 Mrd. US-Dollar. Dies alleine dürfte zu einem Wachstumsplus von rund 0,7 %-Punkten beigetragen haben. Bei einem erwarteten BIP-Wachstum von 2,3% gg. Vj. im Jahr 2019 ist das ein nicht unerheblicher Beitrag. Ob geplant oder nicht, mit diesen Maßnahmen hat die US-Regierung die Wirtschaft…

FOMC: Pause nach drei Zinsschritten

Die US-Notenbank hat gestern Abend wie erwartet erneut den Leitzinskorridor um 25 Basispunkte gesenkt. Dies war der dritte Zinsschritt der Fed in diesem Jahr. Die FOMC-Mitglieder Rosengren von der regionalen Fed Boston und George von der regionalen Fed Kansas City haben den Zinsentscheid nicht mitgetragen. Erneut hat die Notenbank die geldpolitische Maßnahme mit den globalen Entwicklungen und der gedämpften Inflation gerechtfertigt. Insgesamt wurde der einleitende Abschnitt des Fed-Pressestatements kaum verändert. So wurde lediglich darauf verwiesen, dass die Exporttätigkeit schwach ausfalle. Die Situation am Arbeitsmarkt bleibe jedoch robust und die Wirtschaft entwickele sich moderat. Entfallen ist die explizite Ankündigung, dass die Fed handeln werde, um die wirtschaftliche Expansion mit einem starken Arbeitsmarkt aufrechtzuerhalten. Die Pressekonferenz war recht unspektakulär. Nach einer kurzen Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, die recht optimistisch ausfiel, gab der Fed-Vorsitzende eine kurze Erklärung zu den Liquiditätsmaßnahmen ab. Insbesondere wies er ausdrücklich darauf hin, dass diese nicht mit einer quantitativen…

Kaum verlangsamtes Tempo der US-Wirtschaft in Q3, Wohnungsbau nicht mehr auf Talfahrt

Die zeitweise an den Märkten verbreitete Befürchtung eines Konjunktureinbruchs durch den Handelskonflikt mit China hat sich mit der Veröffentlichung der BIP-Daten für das dritte Quartal nicht bestätigt. Das Wirtschaftswachstum lag in Q3 auf das Jahr hoch gerechnet bei 1,9 Prozent, nach 2,0 Prozent im Vorquartal. Erwartungsgemäß lieferte der private Verbrauch den wesentlichen Wachstumsimpuls. Gleichzeitig konnte das Ausgabenplus bei der öffentlichen Hand die verhaltene Investitionstätigkeit der privaten Wirtschaft kompensieren. Vom Außenhandel ging nur ein minimaler bremsender Effekt aus, da einem deutlichen Anstieg bei den Importen eine positive Entwicklung bei den Güterexporten gegenüberstand. Letztlich rechnen wir unverändert für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Aber nicht nur das leichte Plus bei den Exporten, sondern auch die Tatsache, dass der Wohnungsbau wohl seine Talfahrt beendet hat, sticht bei der jüngsten Veröffentlichung des Statistikamtes positiv heraus. Erstmals seit Q4 2017 sind die Investitionen in Wohnungen und Häuser wieder gegenüber dem Vorquartal gestiegen –…

Noch kein Ende der Unsicherheit

Unsicherheit bleibt der bestimmende Faktor für Wirtschaft und Finanzmärkte. Zwar könnten mit dem Brexit und dem US-chinesischen Handelsstreit zwei der wichtigsten politischen Belastungsthemen in den letzten Tagen einer Lösung nähergekommen sein. Doch noch herrscht keine Klarheit, wohin die Reise geht. In der kommenden Woche stehen dies- und jenseits des Atlantiks wichtige Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung an. Sowohl im Euro-Raum als auch in den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum im abgelaufenen dritten Quartal nochmals abgeschwächt haben. Vor allem die Investitionen leiden unter der fortgesetzten Unsicherheit, die Unternehmen bleiben zurückhaltend angesichts der fehlenden Klarheit in Bezug auf die weiteren Perspektiven. Dabei dürfte das Wachstum im Euro-Raum erheblich schwächer als in den USA ausgefallen sein und zwischen Juli und September nur noch ganz knapp über der Nulllinie gelegen haben. Besonders die Industrie leidet unter den internationalen Belastungen. Das zeigt vor allem der Blick auf Deutschland, wo das verarbeitende Gewerbe eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung…

Handelsstreit bremst Chinas Wirtschaftswachstum

Die chinesische Wirtschaft hat über die Sommermonate weiter an Fahrt verloren. Das Wirtschaftswachstum fiel im dritten Quartal erneut niedriger aus als im Vorquartal, mit 6,0 Prozent (J/J) sank es auf ein neues 27-Jahres-Tief. Damit wurden die Marktschätzungen leicht verfehlt, unsere eigenen, etwas skeptischeren Erwartungen haben sich jedoch bewahrheitet. Der Abwärtstrend, der Anfang letzten Jahres mit Ausbruch der US-chinesischen Handelsstreitigkeiten begann, hat sich fortgesetzt. Die größten Wachstumseinbußen gab es in der Industrie, die im abgelaufenen Quartal mit 5,0 Prozent den niedrigsten Anstieg seit 1990 verzeichnete. Der Wert wäre noch schwächer ausgefallen, hätte sich die Industrieproduktion im Quartalsschlussmonat September nicht wieder sichtlich beschleunigt. Wir bleiben allerdings vorsichtig, ob sich damit eine Kehrtwende des industriellen Abschwungs abzeichnet. Vielmehr könnten sich dahinter, wie schon im bisherigen Jahresverlauf, vorgezogene staatliche Maßnahmen verbergen, deren Effekt schnell wieder verpufft. Hauptbelastung für Chinas Wirtschaft bleibt der Zollstreit mit den USA. Trotz der soeben von Donald Trump ausgesetzten Zollerhöhung…

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