USA

Krisen gefährden DAX-Aufschwung

Die Eskalation der Türkei-Krise zeigt, wie schnell Donald Trump außerhalb der USA für Unruhe sorgen kann. Bis zu den Kongresswahlen in den USA im November könnte der US-Präsident verstärkt versuchen, sein Wohl im Angriff auf vermeintliche Gegner zu suchen, auch um von seinen persönlichen Affären abzulenken. Anleger können sich zwar damit trösten, dass die Trump´sche Rhetorik und seine Taten nicht immer übereinstimmen. Aber gerade diese Unberechenbarkeit sorgt dafür, dass Unternehmen und Investoren zunehmend nervöser werden. Betraf die erste Stufe der Eskalation „nur“ einen Teil der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, drohen nun eine Vielzahl neuer Baustellen, u.a. im Iran und der Türkei. Die US-Unternehmen leiden bisher kaum unter den Belastungen, weil die heimische Wirtschaft so stark wächst wie seit langer Zeit nicht mehr. Ein Crash am US-Aktienmarkt wird an den Märkten nicht diskutiert. So notierte das Volatilitätsbarometer VIX bis vor wenigen Tagen noch auf den tiefsten Stand seit Januar…

Wall Street: Rekordhoch vor dem Fall

Ob S&P 500, Nasdaq Composite, Nasdaq 100 oder Russell 2000: Etliche wichtige US-Börsenbarometer notieren nur wenige Punkte unter ihren Rekordhochs. Es wird wohl nur noch wenige Tage dauern, bis die alten Rekordmarken eingestellt werden. Lediglich der Dinosaurier-Index Dow Jones, welcher auf einem veralteten Indexkonzept (Mittelung der Aktienkurse der 30 Mitglieder!) basiert, notiert deutlicher unter seinem Rekordhoch, gut vier Prozent fehlen noch. Auch die Kursvolatilität amerikanischer Aktien ist, gemessen am VIX Index, zuletzt deutlich gesunken. Mit einem Stand von 10,6 Punkten erreichte das weltweit bekannteste Barometer für Kursschwankungen am Aktienmarkt jüngst den tiefsten Stand seit Januar 2018. Für viele Anleger sind dies überraschende Nachrichten, schließlich deuten die globalen Rahmenbedingungen doch auf eine Verschlechterung der Lage für die Aktienmärkte an. Die Geldpolitik wird zunehmend restriktiver, das Konjunkturmomentum nimmt außerhalb der USA und Asiens ab und die Gefahr eines Handelskrieges drückt die Stimmung. Warum steigen also die Kurse der US-Unternehmen? – Tatsächlich scheint…

US-Arbeitsmarkt mit Schwung ins zweite Halbjahr, bei weiter moderatem Lohnanstieg

Im Juli ist die Zahl der Beschäftigten am US-Arbeitsmarkt um 157.000 Personen gestiegen, dies zeigt der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht. Dieser Stellenzuwachs lag etwas unter den Erwartungen. Da aber das Plus der beiden Vormonate insgesamt um rund 50.000 Stellen nach oben revidiert wurde, ist das Bild eines recht flott laufenden Jobmotors weiterhin intakt. Dies wird durch den Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,0 auf 3,9 Prozent unterstrichen. Vor allem die Zahl der erst seit kurzem Arbeitslosen ging sichtbar zurück, aber auch zahlreiche Langzeitarbeitslose konnten in den Arbeitsmarkt integriert werden. In den kommenden Monaten erwarten wir weiterhin eine robuste Beschäftigungsdynamik. Dafür spricht das unverändert gute Wirtschaftsklima, die gut gefüllten Auftragsbücher und die kräftige Investitionstätigkeit der Unternehmen. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt knapp unter vier Prozent liegen, ein solch niedriger Wert wurde zuletzt im Jahr 2000 erreicht. Von daher ist es keine Überraschung, dass das jüngste Statement der Fed-Oberen die grundsätzliche Bereitschaft widerspiegelt, den…

Fed: Wachstum nun stärker – Erhöhungskurs wird fortgesetzt

Die US-Währungshüter haben bei ihrem gestrigen Zusammentreffen entschieden, den Leitzins unverändert bei 1,75% bis 2,00% zu belassen. Eine Zinsänderung wäre eine faustdicke Überraschung gewesen. So wurden in diesem Erhöhungszyklus bislang alle Beschlüsse zur Straffung des Leitzinses an FOMC-Sitzungsterminen mit anschließender Pressekonferenz getroffen. Für die August-Sitzung war lediglich die Veröffentlichung des geldpolitischen Statements vorgesehen. Im Vergleich zur Juni-Sitzung wurde dieses nur geringfügig angepasst. Die Notenbank-Oberen honorierten aber die beachtliche wirtschaftliche Dynamik im zweiten Quartal und änderten ihre Wachstumseinschätzung von „solide“ auf „stark“ ohne dabei in Wachstumseuphorie zu verfallen. Die mittelfristigen Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick werden nach wie vor als ungefähr ausgeglichen betrachtet. Die Inflation sei zuletzt über das Inflationsziel geklettert. Mittelfristig gehen die Währungshüter aber davon aus, dass die Jahresinflation um das symmetrische Inflationsziel schwanken werde. Im Fed-Statement spiegelt sich die grundsätzliche Bereitschaft der Währungshüter wider, ihren moderaten Zinserhöhungskurs fortzusetzen. Nennenswerte Marktreaktionen auf die Fed-Entscheidung sind ausgeblieben. Die zehnjährige Treasury-Rendite…

USA: Kräftiges Wachstum, da Importe nicht nur belasten

Mit der Veröffentlichung der Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal wird alljährlich eine Revision der historischen Daten vorgenommen. Durch die jüngste Überarbeitung des Statistikamtes zeigt sich für die US-Wirtschaft eine noch stärkere Importabhängigkeit. Auch in diesem Jahr wird die große Zahl an Einfuhren das Wachstum wohl sichtbar drosseln. Wir rechnen mit einer Belastung in Höhe von 0,8 Prozentpunkten, also einem ähnlich starken Bremseffekt wie im Vorjahr. Werden auch die Exporte berücksichtigt, dann verschwindet am aktuellen Rand der Bremseffekt fast völlig. Darüber hinaus zeigt die Struktur der Importe die große Bedeutung der Handelsverflechtungen für die USA. Aber eins nach dem anderen. Durch die wachstumssteigernden Effekte des Außenhandels in Form von Exporten wird unterm Strich das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten in diesem Jahr, ähnlich wie im Vorjahr, nur um 0,1 Prozentpunkt reduziert. Wegen des schwelenden Handelsstreits, nicht nur mit China, ist aber gerade in diesem Jahr die Prognose mit großer…

US-Wirtschaft koppelt sich langsam von Europa ab

Dynamisches Wachstum beim privaten Konsum und bei den Exporten haben im zweiten Quartal die US-Wirtschaft sichtbar „auf Touren gebracht“. Nach einer ersten Schätzung ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hoch gerechnet deutlich um 4,1 Prozent gewachsen, dies entsprach den Erwartungen. Vorausgegangen war ein verhaltener Jahresauftakt, vor allem wegen extremen Winterstürmen war das BIP im ersten Quartal gerade mal halb so stark gewachsen. Die jüngsten Daten stehen der amerikanischen Notenbank Fed bei ihrem moderaten Straffungskurs keinesfalls im Weg – im Gegenteil, sie stützen diesen. Wir rechnen noch mit zwei weiteren Zinsanhebungen in diesem Jahr. Im internationalen Vergleich sieht es ganz danach aus, als würden sich die Vereinigten Staaten zunehmend von der Konjunktur in Europa abkoppeln. Auch im laufenden Quartal dürfte die US-Konjunktur das hohe Tempo gehalten haben, Signale für eine abflauende Dynamik sind kaum auszumachen. Die Umfragen in der Wirtschaft und auch bei den Konsumenten zeigen unverändert eine prächtige Stimmungslage….

1 2 47