USA

USA: Trump gibt abermals nach um „Shutdown“ zu verhindern

Ein Überbrückungshaushalt sichert die Zahlungsfähigkeit der US-Regierung bis Ende des laufenden Fiskaljahres am 30. September. Die Details werden in dieser Woche noch festgezurrt und sollen dann von beiden Kongresskammern, dem Repräsentantenhaus und dem Senat als Haushaltsgesetz beschlossen werden. Um im Senat auch die erforderliche Mehrheit von 60 Prozent der Stimmen zu erhalten, waren Zugeständnisse gegenüber den demokratischen Abgeordneten erforderlich. Es steht bereits fest, dass das Budget um rund 20 Mrd. US-Dollar ausgeweitet wird und Einsparungen in keiner Weise vorgesehen sind. Entscheidend ist zumindest unter kurzfristigen Aspekten die Tatsache, dass es nicht zu einer Zahlungsunfähigkeit, einem sogenannten „Shutdown“, der US-Regierung gekommen ist. Dies war zuletzt 2013 immerhin für die Dauer von 16 Tagen der Fall, sodass einige Bundesbehörden und andere Einrichtungen ihre Pforten schließen mussten. Damals hatte eine republikanische Mehrheit im Kongress einen Haushaltsentwurf des demokratischen Präsidenten Barack Obama blockiert. Der jüngste fiskalische Kompromiss weckt bei uns allerdings die Befürchtung, dass…

US-Wirtschaft: Sondereffekte verhageln abermals die Bilanz des ersten Quartals

Die jüngst veröffentlichten Daten zum Schwung der US-Wirtschaft im ersten Quartal sind wieder einmal recht schwach ausgefallen, auf das Jahr hochgerechnet wurde nur eine Steigerung um 0,7 Prozent gemeldet. Vorausgegangen war im vierten Quartal ein deutlicher Zuwachs von 2,1 Prozent. Präsident Trump wird den schwachen Jahresauftakt, den die neuesten Daten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigen, wohl als Beweis für die schlechte Verfassung der US-Wirtschaft interpretieren. Nach unserer Einschätzung ist es wichtiger darauf hinzuweisen, dass die Schwierigkeiten, die die Saisonbereinigung bei diesem sehr großen und auch von sehr unterschiedlichen klimatischen Zonen geprägten Land aufwirft, weiterhin bestehen und die statistische Erfassung der wirtschaftlichen Dynamik beeinträchtigen. Wiederholt hat die Statistikbehörde verlautbart, dass besonders der Zeitraum Januar bis März von dieser Problematik betroffen ist und eine Verbesserung weiterhin in Arbeit ist. Aber nicht nur klimatische, sondern auch andere Sondereffekte lasten auf den jüngsten BIP-Daten und haben dafür gesorgt, dass vor allem der private Konsum…

Trumps Steuerpläne sind gut, aber eine Hypothek für die Zukunft

US-Präsident Donald Trump will mit Steuersenkungen für die Unternehmen und die privaten Haushalte die Wirtschaft ankurbeln. Eine grundsätzliche Vereinfachung des Steuerdickichts soll weitere Impulse für die Konjunktur liefern. Die gestrigen Ankündigungen des Präsidenten und seines Finanzministers sollen wohl vor allem verdeutlichen, dass sie das Wahlversprechen „der größten Steuerreform aller Zeiten“ auf jeden Fall umsetzen. Denn obwohl die Republikaner in beiden Kongresskammern die Mehrheit haben, wurde bisher kaum etwas von Trumps Wahlversprechen realisiert. So scheiterte ein erster Gesetzentwurf zur Reform von „Obamacare“ recht kläglich im Repräsentantenhaus. Viele Dekrete des Präsidenten wurden vor Gericht wieder aufgehoben oder sind nur noch stark eingeschränkt gültig. Einzig die Freigabe des milliardenschweren Ausbaus der Ölpipeline „Keystone XL“, der jahrelang auf Eis lag, wurde als konjunkturstimulierende Maßnahme umgesetzt. Auch wenn Steuersenkungen und besonders Vereinfachungen grundsätzlich zu begrüßen sind, darf der wesentliche Haken an den gestrigen Verlautbarungen nicht unter den Tisch fallen. Die Gegenfinanzierung für die in Aussicht…

USA: Konsumklima auf Rekordhoch, doch Wirtschaftspolitik bleibt unklar

Obwohl sich der neue US-Präsident seit zwei Monaten im Amt befindet, herrscht bisher keineswegs Klarheit über die Wirtschaftspolitik, die in den kommenden Jahren womöglich die US-Konjunktur und damit auch die Weltwirtschaft stark beeinflussen wird. Der Versuch, Obamacare „auf die Schnelle“ zu reformieren, hat wenig überraschend die fehlende Einigkeit zwischen dem Präsidenten und der republikanischen Partei verdeutlicht. Zum anderen hat sich einmal mehr gezeigt, wie tief die Gräben sind, die innerhalb der eigenen Partei verlaufen. Wir stehen weiterhin zu unserer Einschätzung, dass es wohl zu konjunkturstimulierenden Maßnahmen durch die Trump-Administration kommen wird, allerdings dürften diese weit hinter den Wahlversprechen zurückbleiben. Es wird viel davon abhängen, inwiefern sich die republikanische Partei tatsächlich hinter die Pläne „ihres“ Präsidenten stellt. Auch weil ein weiteres Aufblähen der Staatsverschuldung der grundsätzlichen Haltung der republikanischen Abgeordneten entgegensteht, dürfte das Volumen von Ausgabenprogrammen oder Steuererleichterungen eher begrenzt bleiben. In Kraft treten können mögliche fiskalische Maßnahmen ohnehin frühestens mit…

Aktuelle Entwicklungen am Rohölmarkt: Bleibt der Preis stabil?

Nach vier Monaten auf dem außergewöhnlich stabilen Niveau von 54-57 USD hat der Rohölpreis zuletzt um 10% auf 51 USD nachgegeben. Der Grund für die ausgeprägte Korrekturbewegung ist vor dem Hintergrund steigender US-Rohöllagerbestände zu sehen: Es herrscht eine zunehmende Unsicherheit, wann beziehungsweise ob sich die von der OPEC angestrebte Normalisierung der globalen Rohöllagerbestände einstellt. Tatsächlich haben sich die Lagerbestände nicht abgebaut, was wohl großteils daran liegt, dass es den US-Schieferölunternehmen gelungen ist, ihre Fördermengen zügig wieder hochzufahren. Zudem scheinen die Erwartungen einiger Investoren hinsichtlich der Geschwindigkeit des Lagerabbaus etwas überambitioniert gewesen zu sein. Angesichts der aus OPEC-Sicht (noch) suboptimalen Gemengelage sollten sich die OPEC und ihre NOPEC-Partner im Laufe des 2Q2017 zu einer modifizierten Sechs-Monats-Verlängerung des Produktionsbegrenzungsabkommens durchringen. Auf dem Weg zum OPEC-Beschlussgipfel in Wien (25.05.) wird sich in erster Linie Saudi-Arabien wieder mehrdeutig und nebulös zum Fortgang der Dinge äußern, um die Niveauhöhe und die Form der Rohöl-Terminkurve mittels…

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