USA

Hoffnung – mal wieder

Die letzten Tage haben in Bezug auf die größten politischen Risiken für die Weltwirtschaft eine leichte Entspannung gebracht. In Großbritannien scheint die unmittelbare Gefahr eines No-Deal-Brexit zum 31.10.2019 fürs Erste abgewendet. In Italien wurde eine Zusammenarbeit zwischen den Sozialdemokraten und der 5-Sterne-Bewegung vereinbart und damit schnelle Neuwahlen und ein möglicher Durchmarsch von Salvinis Lega bis auf Weiteres ausgeschlossen. Und schließlich werden zwischen den USA und China zumindest wieder Gesprächstermine vereinbart, auch das ist angesichts des Zerwürfnisses der letzten Wochen schon ein Fortschritt. An den Finanzmärkten wurden diese Entwicklungen bereits mit großer Erleichterung aufgenommen. Die Renditen der Bundesanleihen konnten sich von ihrem Tiefststand wieder etwas erholen, auch an den Aktienmärkten haben die Notierungen zugelegt. Deutlich profitiert haben auch die italienischen Staatsanleihen. Doch könnte die Erleichterung verfrüht sein und schon bald wieder einer Enttäuschung Platz machen. In Bezug auf den Brexit scheint uns die „harte“ Variante keineswegs ausgeschlossen zu sein. Sie könnte…

Balance wahren

Die erratische Politik von US-Präsident Trump zieht ihre Furchen durch die Weltwirtschaft mit der Folge einer spürbar größeren Unsicherheit hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Entsprechend ist die Investitionsneigung der Unternehmen gesunken und die Investitionstätigkeit wird weitgehend auf das Notwendige beschränkt. Immer lauter wird der Ruf nach staatlicher Unterstützung. Im Mittelpunkt dieser Forderungen steht vor allem Deutschland, eines der wenigen Länder mit einem Haushaltsüberschuss. Auch die Zentralbanken stemmen sich gegen die Wachstumsrisiken. Während in den USA die Zentralbank noch versucht, ihr geldpolitisches Pulver trocken zu halten, ist die EZB bereits einen Schritt weiter und prüft alle weiteren Optionen der Geldpolitik, bis hin zum Kauf von Aktien und Bankanleihen. Zumindest hat EZB-Chef Draghi den Prüfauftrag in der letzten Pressekonferenz nicht eingeschränkt. Mit einer zunehmend expansiven Geld- und Fiskalpolitik versuchen Regierungen und Zentralbanken, der Abkühlung der weltwirtschaftlichen Dynamik entgegenzuwirken. Dabei scheint bislang die Geschwindigkeit der Lockerung so hoch zu sein, dass man…

US Notenbank lässt sich alles offen, Zinsen dürften aber sinken

Viele Marktteilnehmer erhofften sich von der Zentralbank-Konferenz in Jackson Hole weitere Informationen, ob sich die jüngste Anpassung in der Mitte des Konjunkturzyklus nicht doch noch zu einem ausgewachsenen Leitzinssenkungszyklus entwickeln wird. Fed-Chef Powell wollte sich aber nicht festlegen und gab keine konkreten Hinweise auf den zukünftigen Pfad der Geldpolitik. Offen war er dagegen dahingehend, dass man kein Handbuch für den Umgang mit dem laufenden Handelskonflikt habe. Dies deutet wiederum auf eine hohe Unsicherheit im FOMC selbst hin. Zwar ist es aus meiner Sicht relativ sicher, dass die US-Leitzinsen im Laufe des Jahres weiter sinken werden. Die spannende Frage ist aber eher, ob weitere Zinssenkungen überhaupt noch einen positiven Effekt auf die Realwirtschaft haben werden, oder nur die Finanzmärkte beflügeln. Der politische Druck auf die US-Notenbank ist zudem weiter gestiegen. Nach Trump ist Powell nun ein Feind – man weiß aber nicht genau für wen oder was. Inwieweit dies in den…

Pyrrhussieg

Der Handelsstreit entwickelt sich zu einem endlos erscheinenden Hin und Her von Zollerhöhungen durch die US Regierung und Gegenreaktionen der chinesischen Regierung. Offizielles Ziel der USA ist es weiterhin ein Handelsabkommen mit China zu erreichen. Die Gesprächsbereitschaft der chinesischen Regierung möchte man eben mit diesen Maßnahmen erhöhen. Sicherlich, bislang haben die Zollerhöhungen auch Wirkung gezeigt. Die Wachstumsdynamik der chinesischen Volkswirtschaft hat nachgelassen. Jedoch bleibt die Frage, ob die höheren US Zölle auf chinesische Waren China tatsächlich so stark treffen, dass man am Ende weitreichende Zugeständnisse machen wird. Die Zölle könnten auch zum Bumerang werden, falls die Konsumenten mit höheren Preisen konfrontiert werden. Wenn dann die Zustimmungswerte für den Kurs von US-Präsident Trump sinken, könnte der US-Präsident schnell in Erklärungsnot kommen. Die Kollateralschäden dieser Politik – schwächeres Weltwachstum, geringere Investitionen und fallende Aktienmärkte – bieten hier bereits einen Vorgeschmack. Hier hat man aber bereits den Schuldigen ausgemacht, nämlich die US Notenbank….

US-Aktien: Zinskurve sendet Rezessionssignal

In den USA übertrifft die Höhe der Leitzinsen die langfristigen Kapitalmarktzinsen. In einigen anderen Industriestaaten zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Diese „invers“ genannte Zinskurve stellt die üblichen Mechanismen im Kreditgeschäft auf den Kopf. Denn üblicherweise sind die Zinsen für einen Kredit umso höher, je länger die vereinbarte Laufzeit des Kredits ist. Kehrt sich dieser Zusammenhang um, d.h. fällt der Zinssatz mit der längeren Laufzeit unter den der kürzeren, kann dies bei Unternehmen zu wirtschaftlichen Problemen führen. So können Banken unter anderem kein Geld mehr verdienen durch die „Fristentransformation“. In dieser werden kurzfristig angelegte Kundeneinlagen zu einem höheren Zins als Kredit verliehen. Erschwert stellt sich die Situation für die Banken innerhalb Europas dar. Hier ist zwar die Zinskurve in den Einzelländern noch nicht invers, jedoch zahlen die Banken Strafzinsen für Einlagen bei der Europäischen Zentralbanken, welche sie sich in aller Regel nicht von ihren Anlegern zurückholen. Auch ohne diese unmittelbare…

Zukunftsfestigkeit der US Wirtschaft ist am steigen

In den USA ist die Dynamik bei den privaten Investitionen in der ersten Jahreshälfte sichtbar hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Dies ist nicht allzu überraschend, da doch die Senkung der Unternehmenssteuer in 2018 für eine Sonderkonjunktur bei der Investitionstätigkeit gesorgt hatte. Bei den Ausrüstungsinvestitionen hatte sich deshalb im vergangenen Jahr der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2012 gezeigt. Wie geht es weiter und wohin fließen die Gelder? Auch am aktuellen Rand sind die Investitionen in Software und in F&E überdurchschnittlich stark gestiegen, dies zeigen die Daten für Q1 und Q2. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Investitionen in IT-Anlagen und Computer. Bremsende Effekte vom verschärften Handelskonflikt sind nicht auszumachen. Aber wir vermuten auch durch den internationalen Disput einen stützenden Effekt für alle Investitionen, die letztlich für die Unternehmen kostensenkend wirken. Dies betrifft die weitere Automatisierung von Produktionsprozessen für Güter ebenso wie die für Dienstleistungen. Bezüglich der Zukunftsorientierung der US-Wirtschaft stimmt…

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