USA

USA: Weiter schwindende Fiskaldisziplin ermöglicht „Budget-Deal“

Kurz vor Ende eines Countdowns, für den die so genannte Schuldenobergrenze verantwortlich war, konnte sich die Politik in den Vereinigten Staaten auf einen Ausgaben-Deal einigen. Dabei sichert jetzt vor allem das weitere Dahinschwinden der Fiskaldisziplin die Zahlungsfähigkeit der US-Regierung bis Ende Juli 2021, also bis deutlich nach den nächsten Kongress- und Präsidentschaftswahlen. Der „Budget Control Act“ aus dem Jahr 2011 ist damit jetzt wohl endgültig Geschichte, das jährliche Defizit im Bundeshaushalt dürfte Schätzungen zu Folge auf rund 1 Billion US-Dollar steigen. Eigentlich soll die Schuldenobergrenze (debt ceiling) als gesetzliche Höchstgrenze den Gesamtbetrag an Schulden im Zaum halten, den der Staat aufsammeln darf. In den letzten Wochen waren Schätzungen bekannt geworden, dass die Mittel des Finanzministers wohl doch nicht bis Oktober reichen, wie zunächst angenommen wurde. Jetzt hat im Kongress die letzte Sitzungswoche vor der Sommerpause begonnen und es wurde offensichtlich eine Einigung über die Staatsfinanzen erreicht. Der erreichte Kompromiss beinhaltet…

USA: Moderate Inflation – trotz robuster Konjunktur

Ein insgesamt moderater Ausblick für die Inflation hatte der US-amerikanischen Notenbank den Spielraum gegeben, bereits mit dem vergangenen Jahreswechsel ihren geldpolitischen Normalisierungskurs zu beenden. Dafür ist vor allem der verhaltene Lohnanstieg verantwortlich, der trotz einer historisch niedrigen Arbeitslosigkeit verzeichnet wird. Auch Fed-Chef Jerome Powell hat jüngst darauf hingewiesen, dass sich der Zusammenhang zwischen einer guten Beschäftigungslage und den Steigerungsraten bei den Löhnen gelockert hat. Damit fällt auch der daraus resultierende Auftrieb bei den Verbraucherpreisen niedriger aus als in früheren konjunkturellen Erholungsphasen. Dennoch dürften die Inflationsraten in den kommenden Monaten etwas anziehen. 2019 rechnen wir im Durchschnitt mit einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent, 2020 sollte die Inflation bei 2,4 Prozent liegen. Beim Ausblick für das kommende Jahr schlagen sich neben den wieder leicht anziehenden Lohnforderungen auch ein Basiseffekt und die bestehenden Strafzölle auf Importe aus China bei den Verbraucherpreisen nieder. Der Ölpreis wird hingegen wohl eher inflationsdämpfend wirken. Nach unserer Einschätzung…

Besorgte Notenbanken – sorglose Anleger?

In den Vereinigten Staaten dreht sich die aktuelle geldpolitische Diskussion nicht mehr um die Frage, ob die Zinsen in der nächsten Notenbanksitzung gesenkt werden sollen, sondern nur noch darum, wie stark sie sinken werden. Damit steht die erste Zinssenkung seit zehn Jahren bevor, und das, obwohl sich die US-Konjunktur in einer – von Deutschland aus gesehen – beneidenswert guten Verfassung befindet. Die Arbeitslosenquote steht mit 3,7 Prozent fast auf dem tiefsten Stand der letzten 40 Jahre, und auch andere wichtige Kennzahlen zeigen sich ausgesprochen robust. Es ist daher in Notenbankkreisen viel von einem Zinsschritt zur „Versicherung“ gegen die zahlreichen weltwirtschaftlichen Risiken die Rede. Als Begründung wird auch die sehr moderate Inflationsrate herangezogen. Sie liegt auf einem für die Spätphase eines Konjunkturaufschwungs untypisch niedrigen Niveau. Das wiederum hat mit der verhaltenen Lohndynamik zu tun, die auf den ersten Blick so gar nicht zum leergefegten Arbeitsmarkt passen will. Wenn die Notenbanken die…

Die US-Notenbank will unbedingt die Zinsen senken

Gestern hat der Vorsitzende der Fed, Jerome Powell, bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Repräsentantenhauses relativ klar signalisiert, dass die US-Zentralbank beabsichtigt, die Zinsen zu senken. So erscheinen jetzt drei Leitzinssenkungen auf Sicht der nächsten zwölf Monate möglich und wahrscheinlich; die erste Senkung könnte bereits im Juli erfolgen. Aus dem am gestrigen Abend veröffentlichten geldpolitischen Protokoll der US-Notenbank geht hervor, dass die Währungshüter im Rahmen der Juni-Ratssitzung grundsätzlich davon ausgegangen sind, dass die wirtschaftliche Aktivität in moderatem Tempo weiter zunehme. In diesem Zusammenhang rechnen die Fed-Vertreter mit einer anhaltend starken Entwicklung am Arbeitsmarkt und einer Inflationsrate im Bereich des Zielwertes. Allerdings habe nach Einschätzung zahlreicher Ratsmitglieder die Wahrscheinlichkeit einer ungünstigeren Entwicklung zugenommen. Risiken würden unter anderem von dem weiter ungelösten Handelsstreit ausgehen. Aus diesen unterschiedlichen Kommentaren und Einschätzungen lässt sich ableiten, dass für die US-Notenbank der neutral wirkende Leitzins nach unten verschoben wurde. Damit wirkt die aktuelle Zinspolitik bereits…

US-Arbeitsmarkt: Eine solide Halbjahresbilanz, aber wenig Druck bei den Löhnen

Der Beschäftigungsaufbau in den USA ist nicht zum Erliegen gekommen, dies zeigt der jüngste Arbeitsmarktbericht. Ein überraschend schwacher Vormonat hatte teilweise zu sehr pessimistischen Spekulationen über die US-Konjunktur geführt. Tatsächlich ist im Juni aber die Zahl der Beschäftigten um 224.000 Personen gestiegen. Auch in der Industrie entstanden 17.000 neue Arbeitsplätze, obwohl der schwelende Handelsstreit inzwischen sichtbar auf dem Industrieklima lastet. Es ist kein Warnsignal, dass das durchschnittliche monatliche Stellenplus im ersten Halbjahr „nur“ bei 172.000 Personen lag und damit sichtbar hinter dem des Vorjahreszeitraums zurückbleibt. Denn zum einen erfordert das Bevölkerungswachstum nur eine Steigerung um 100.000 Beschäftigte und zum anderen hatte 2018 die Senkung der Unternehmenssteuer für einen Extra-Schub beim Beschäftigungsaufbau gesorgt. Eine weitere Erklärung für den sich etwas langsamer drehenden Jobmotor ist die historisch niedrige Arbeitslosigkeit, durch die qualifizierte Arbeitskräfte kaum noch verfügbar sind. Der jüngste leichte Anstieg von 3,6 auf 3,7 Prozent ist übrigens einem deutlichen Zustrom beim…

Profiteure des Handelsstreits

Auf dem G20-Gipfel konnte eine weitere Eskalation im US-chinesischen Handelsstreit zwar vorerst abgewendet werden. Der Burgfrieden, der nun zwischen Peking und Washington vereinbart wurde, sieht jedoch vor, dass die seit dem vergangenen Sommer bereits bestehenden und gerade deutlich erhöhten Sonderzölle erst einmal weiter gültig sind. Vor allem für die chinesische Exportwirtschaft bleiben die Belastungen damit immer noch relativ hoch. Auch die asiatischen Nachbarstaaten werden durch die bilateralen Handelshürden zwischen den USA und China in Mitleidenschaft gezogen, da sie stark in die Produktionsketten der chinesischen Exportindustrie integriert sind. Betroffen sind hier vor allem Taiwan, Korea und Malaysia – Vietnam, Thailand und Japan in einem etwas geringeren Ausmaß. Ihre Exporte von Vorleistungsgütern nach China sind seit der Einführung der US-Zölle ähnlich stark eingebrochen wie Chinas Ausfuhren in die USA selbst. Chinas Anrainer können aber durchaus auch Nutzen aus dem transatlantischen Handelsstreit ziehen. Kurzfristig könnten die Länder von Importsubstitutionen profitieren, insbesondere von einer…

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