USA

Fed bleibt auf Kurs

Die US-Währungshüter werden im Oktober damit beginnen, ihr 4.500 Mrd. US-Dollar großes Portfolio langsam zu reduzieren und damit die außergewöhnlichen Maßnahmen zurückzudrehen, die nach der schweren Finanzmarktkrise implementiert wurden. Außerdem prognostizieren die FOMC-Mitglieder eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr. Als Begründung gaben sie an, dass die Sturmschäden durch die schweren Hurrikans nur vorübergehende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werden. So könnte das Wirtschaftswachstum aufgrund der sturmbedingen Schäden zwar kurzfristig niedriger ausfallen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten jedoch, dass der Kurs der Volkswirtschaft mittelfristig kaum wesentlich beeinflusst werde. Insgesamt war das jüngste Treffen des geldpolitischen Rats der US-Notenbank deutlich hawkisher als von den Marktteilnehmern erwartet und es scheint als bleibe die Fed auf Kurs. Nichtsdestotrotz gewinnt man dabei den Eindruck, dass bei der Fed-Chefin eher der Wille vorherrscht, so weit wie möglich im Normalisierungsprozess der Geldpolitik voranzuschreiten. Auf der Pressekonferenz gab Fed-Chefin Yellen zu Protokoll, dass die Bilanz kein Instrument sei,…

Niedrigerer Inflationsausblick für die USA und den Euro-Raum, trotz kräftiger Konjunktur

Der seit Jahresbeginn gestiegene Wechselkurs des Euro zum US-Dollar hat für reichlich Diskussion gesorgt. Für die aktuell kräftige konjunkturelle Entwicklung in der EWU sehen wir darin bislang keine große Gefahr. Für die Teuerungsrate der Verbraucherpreise dürfte das höhere Wechselkursniveau jedoch Folgen haben. Der stärkere Euro dürfte bei den Konsumgütern, die aus Ländern von außerhalb des Euro-Raums eingeführt werden, zu geringeren Preissteigerungen führen als wir es bislang in unserer Prognose unterstellt haben. Zudem verbilligen sich in Euro gerechnet die Rohölimporte und damit der Verbrauch von Benzin und Heizöl. Kompensierende Effekte, wie etwa eine durch höhere Löhne angefeuerte Verbrauchernachfrage, erwarten wir dagegen kaum, trotz der aktuell kräftigen konjunkturellen Erholung. Wir haben daher die EWU-Inflationsprognose, gemessen am europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), für das kommende Jahr angepasst. Für den Durschnitt des Euro-Raums gehen wir jetzt von einer Inflationsrate von 1,3 Prozent für das Jahr 2018 aus. Unsere bisherige Prognose lag bei 1,5 Prozent. Für…

US-Tropenstürme: Mögliche wirtschaftliche Auswirkungen

In den Vereinigten Staaten sind die Zerstörungen, durch die beiden Tropenstürme „Harvey“ und „Irma“ noch nicht vollständig absehbar. Daher ist es noch zu früh für eine genaue Analyse der ökonomischen Auswirkungen der Stürme, doch lassen sich bereits jetzt einige mögliche Schlussfolgerungen ziehen. Insgesamt zeigt die Erfahrung, dass sich Naturkatastrophen (Hurrikans „Katrina“ 2005 und „Sandy“ 2012) nur kurzfristig auf das Wirtschaftswachstum auswirken und dass unmittelbar nach einem Sturm auftretende Einbrüche in der Regel durch nachfolgende Wiederaufbaumaßnahmen wieder aufgeholt wurden. Kurzfristige negative volkswirtschaftliche Konsequenzen sind jedoch zu erwarten, insbesondere aufgrund der dichten zeitlichen Abfolge von „Harvey“ und „Irma“ sowie der Tatsache, dass mit Texas und Florida gleich zwei wichtige Regionen betroffen sind. Durch den Hurrikan „Harvey“, der mit Houston die viertgrößte Stadt der USA getroffen hat, sind auch viele Ölraffinerien betroffen. Der Rohölpreis ist im Nachgang des Hurrikans „Harvey“ von unter 46,0 auf 48,5 US-Dollar je Barrel angestiegen. Der Hurrikan „Irma“ schwächte…

USA: Trump gelingt eine Überbrückungslösung, aber wo bleibt eine nachhaltige Fiskalpolitik?

Bisher kann der 45. Präsident der Vereinigten Staaten kaum Erfolge vorweisen. Es immer noch völlig unklar, ob es jemals zu der im Wahlkampf und auch in den letzten Wochen immer wieder durch den Präsidenten angekündigten durchgreifenden Steuerreform kommen wird. Hinzu kommt, dass die Abschaffung von Obamacare, die er seiner Wählerschaft nachdrücklich versprochen hatte, in den parlamentarischen Gremien offenbar gescheitert ist. Umso erfreulicher ist es, dass unmittelbar nachdem die Kongressabgeordneten aus der Sommerpause nach Washington zurückgekehrt sind, durch eine Überbrückungslösung die drohende Zahlungsunfähigkeit des Staates zumindest vorübergehend gebannt werden konnte. Es sei dahin gestellt, dass das Ausbleiben des in der Vergangenheit „übliche Pokern der Parteiblöcke bis zur letzten Minute“ wohl im Zusammenhang mit den Tragödien in den Unwetterregionen zu sehen ist. Bereits im Herbst des nächsten Jahres stehen ja die Halbzeitwahlen für den Kongress an. In den bereits Anfang 2018 beginnenden Wahlkampf möchte wohl kaum ein Politiker mit dem Makel eines…

USA: Industrie sorgt für solides Beschäftigungsplus, Stimmung unbeeindruckt von politischen Risiken

Nach dem jüngsten offiziellen Arbeitsmarktbericht ist im August die Zahl der Beschäftigten um 156.000 Personen gestiegen. Damit bleibt die Beschäftigungsdynamik zwar hinter den beiden recht kräftigen Vormonaten zurück. Nach unserer Einschätzung ist dies trotz der Saisonbereinigung, die bei diesen Daten durchgeführt wird, aber für einen August keine allzu große Enttäuschung. Sehr oft liefert dieser Ferienmonat eher schwache Arbeitsmarktzahlen, so zeigt auch dieser August-Bericht einen ungewöhnlich niedrigen Stellenaufbau im Bereich „Erziehung und Gesundheit“. Wichtiger sind die sehr positiven Nachrichten, die der jüngste Bericht zum industriellen Sektor enthält. So sind zuletzt immerhin 70.000 neue Stellen, also fast die Hälfte des gesamten Zuwachses, im produzierenden Bereich entstanden. Und als wäre das noch nicht genug, so zeigt sich jetzt auch für die beiden vorangegangenen Monate eine bessere Entwicklung, da die Daten hoch revidiert wurden. Damit passen die jetzigen Arbeitsmarktzahlen wesentlich besser zu der guten Stimmung, die seit Jahresbeginn die Managerbefragungen für die Industriebetriebe abbilden….

Regulierung ist gut für expansive Geldpolitik – wirklich?

Ende vergangener Woche waren alle Augen auf das jährlich stattfindende Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City gerichtet. Bei der Konferenz in Jackson Hole haben die weltweit wichtigsten Notenbankvertreter teilgenommen. Die Marktteilnehmer hatten sich insbesondere weitere Informationen über den geldpolitischen Kurs in den Vereinigten Staaten und in der Eurozone erhofft, denn schon in der Vergangenheit wurde die Konferenz dazu genutzt, neue geldpolitische Signale zu senden. Dieses Mal haben es die Notenbanker jedoch vermieden zur aktuellen Geldpolitik Stellung zu nehmen. Dennoch kann ein wichtiger Schluss aus dem diesjährigen Währungshüter-Treffen gezogen werden: Die Geldpolitik bleibt vorerst expansiv und damit werden auch die Kapitalmarkrenditen bis auf weiteres niedrig bleiben. Dass Draghi keine neuen Informationen im Koffer hatte, bedeutet nicht zuletzt, dass die EZB es nicht eilig hat, einen Plan zum Abbau der Anleihekäufe zu präsentieren. Dies war vor drei Jahren bei der Ankündigung des umfassenden Kaufprogramms noch anders. Damals war Eile geboten…

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