USA

Prognose für die US-Wirtschaft deutlich gesenkt

Auch in den Vereinigten Staaten gilt inzwischen quasi landesweit eine Ausgangssperre, der US-Präsident hat diese jüngst bis Ende April verlängert. Im zweiten Quartal dürfte deshalb die US-Wirtschaft einen deutlich tieferen Einbruch erleiden als zunächst angenommen. Vor allem beim privaten Konsum rechnen wir in Q2 mit einem beispiellosen Einbruch. Dies trifft vor allem den haushaltsnahen Dienstleistungssektor, aber auch in vielen anderen Wirtschaftsbereichen herrscht inzwischen Stillstand. Die Arbeitslosigkeit ist deshalb bereits in die Höhe geschnellt und wird auch noch weiter steigen. Wenn die privaten Haushalte hiervon (noch) nicht selbst betroffen sind, so werden sie allein aufgrund einer großen Verunsicherung die Konsumausgaben auf das nötigste beschränken. Letztlich erwarten wir für das Bruttoinlandsprodukt in Q2 einen auf das Jahr hoch gerechneten Rückgang um rund 30 Prozent. Das vor wenigen Tagen vom Kongress beschlossene umfangreiche Stützungspaket kann diesen Einbruch nicht verhindern. Schätzungen zu Folge wird es 3 bis 4 Wochen dauern, bis erste finanziellen Hilfen…

Corona-Virus: Konzertierte Zentralbankaktion könnte bald anstehen

Inzwischen verdichten sich die Anzeichen, dass die großen Zentralbanken Fed, EZB, BoJ und BoE angesichts der Verbreitung des Corona-Virus Maßnahmen ergreifen könnten. Hierbei sind Leitzinssenkungen, wie auch Erhöhungen von Kaufprogrammen möglich. Die Risiken für die Weltwirtschaft haben zweifelsohne zugenommen. Die Quarantäne-Maßnahmen und die Produktionsunterbrechungen sollten der Weltwirtschaft spürbar zusetzen. Insbesondere die stark exportabhängigen Länder, wie zum Beispiel Deutschland, dürften verstärkt unter dem in Teilen lahmgelegten Wirtschaftsleben leiden. Die Vereinigten Staaten hingegen werden wohl nur wenig von den negativen Folgen der Virusepidemie betroffen sein, wenngleich eine komplette wirtschaftliche Abkopplung nicht möglich sein wird. Letzten Endes dürften Leitzinssenkungen und/oder auch eine konzertierte Aktion der Zentralbanken die realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch kaum positiv beeinflussen. So werden die Lieferketten trotz einer erneuten geldpolitischen Lockerung weiter gestört bleiben. Die Konsumtätigkeit wird sich nicht durch Leitzinssenkungen beschleunigen. Selbst Helikoptergeld, wie zum Beispiel in Hong Kong, dürfte kaum realwirtschaftliche Konsequenzen zeitigen, solange die Menschen aus Angst vor einer…

Trump bleibt im Amt – bleibt der Corona-Virus in China?

Die Corona-Grippe breitet sich in China zunehmend aus. Das Ausmaß von SARS wurde bereits jetzt mit bislang über 20.000 Infizierten weit übertroffen. Trotz der hohen Ansteckungsrate bleibt die Zahl der Erkrankungen außerhalb Chinas jedoch sehr klein und überschaubar. Von einer globalen Pandemie ist man noch sehr weit entfernt. Die Finanzmärkte haben auf die Entwicklung reagiert, die in der letzten Woche sichtbar gestiegenen Sorgen haben sich wieder verflüchtigt. Dies gilt natürlich nur solange die Verbreitung der Grippe weitestgehend auf China beschränkt bleibt. Die kräftigen Kursanstiege an den Aktienmärkten könnten trotzdem etwas verfrüht gewesen sein. Je länger das Grippevirus die wirtschaftliche Aktivität in China einschränkt, umso größer werden die wirtschaftliche Verluste sein. Bereits jetzt sollte man leicht negative Effekte für die weltwirtschaftliche Dynamik nicht ausschließen. Für die erreichten wirtschaftlichen Erfolge und die äußerst gute Entwicklung der Finanzmärkte hat sich US-Präsident Trump feiern lassen. Der Wahlkampfauftakt lässt erahnen, was uns in den kommenden…

US-Vorwahl in Iowa: Ein Erfolg für einen finanzpolitisch gemäßigten Außenseiter

Mit Spannung wurde die erste Vorwahl für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber erwartet. Durch einige technische Pannen hat die Bekanntgabe der Ergebnisse dann eine schon fast peinliche Dramaturgie erhalten. Rein rechnerisch hat dieser Bundesstaat für die erst im Juli anstehende Nominierung zum offiziellen Gegenkandidaten zwar nur eine recht geringe Bedeutung. Dennoch haben die Demokraten in der Vergangenheit meistens den Iowa-Sieger zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Hinzu kommt noch der positive Schub, den das Gewinner-Team für den (Vor-)Wahlmarathon in den kommenden Wochen und vor allem für den „Super-Tuesday“ am 3. März erhält. An dem Tag wird allein in 15 Bundesstaaten abgestimmt, darunter befinden sich auch die beiden Schwergewichte Kalifornien und Texas. Aber wie ist das Ergebnis zu bewerten, das sich inzwischen abzeichnet? Der Newcomer Pete Buttigieg hat dem Sozialisten Bernie Sanders den Spitzenplatz wohl knapp streitig gemacht. Der vergleichsweise junge Afghanistan-Veteran hat damit überraschend gut abgeschnitten. Da sein Wahlkampf sich aber sehr stark auf Iowa konzentriert…

FOMC: Fed stellt Liquiditätsversorgung sicher

Die eindeutige Botschaft der US-Notenbank von gestern Abend lautet: Das aktuelle Leitzinsniveau ist angemessen. Die derzeitige geldpolitische Ausrichtung dürfte das Wirtschaftswachstum stärken und die Rückkehr zum Inflationsziel von 2% fördern. Vor diesem Hintergrund hat der geldpolitische Ausschuss der Fed bei seiner gestrigen Sitzung den Leitzinskorridor unverändert bei 1,5% bis 1,75% gelassen. Der Leitzinsentscheid ist einstimmig getroffen wurden. Dies war unisono von den Marktteilnehmern erwartet worden. Trotz des unveränderten Leitzinsniveaus wurden andere, wichtige geldpolitische Entscheidungen getroffen. So wurde der Zins für die Überschussreserven (Interest on Excess Reserves IOER) wie erwartet um fünf Basispunkte angehoben. Diese Anpassung ist in erster Linie als technische Maßnahme zu verstehen, damit die IOER und die effektive Fed-Funds-Rate in der Mitte des angestrebten Zinskorridors liegen. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass die Repo-Geschäfte mindestens bis April fortgesetzt werden und die T-Bill Käufe bis ins zweite Halbjahr. Die Notenbanker möchten sicherstellen, dass die Überschussreserven der Geschäftsbanken mindestens bei 1,5…

Alles ruhig

Der geopolitische Start des Jahres 2020 war mit den Entwicklungen im Iran zeitweise turbulent. Es hat sich aber einmal mehr gezeigt, dass keine Partei den Beginn einer Eskalationsspirale riskieren möchte. Dies war besonders augenfällig und auch überraschend beim Iran der Fall. Die Art und Weise der Provokation und anschließender Deeskalation folgt aber einem gewissen Muster, das man auch schon in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnte. Politische Themen dürften in 2020 auch weiterhin bestimmend sein. Allen voran die Wahl des Präsidenten in den USA im November. Hier sprechen viele Gründe für die Wiederwahl von Trump. Das schwelende Impeachment-Verfahren könnte ihm zwar noch die Wiederwahl verhageln. Aber hierfür müssten noch deutlich mehr Beweise und belastendes Material gegen Trump auf den Tisch. Ansonsten sollte sich der US-Präsident auf seine Mehrheit im Senat verlassen können. Für Europa stehen neben dem Brexit unmittelbar keine politischen Großereignisse an, aber bei der Vielzahl der schwachen…

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