USA

Alles ruhig

Der geopolitische Start des Jahres 2020 war mit den Entwicklungen im Iran zeitweise turbulent. Es hat sich aber einmal mehr gezeigt, dass keine Partei den Beginn einer Eskalationsspirale riskieren möchte. Dies war besonders augenfällig und auch überraschend beim Iran der Fall. Die Art und Weise der Provokation und anschließender Deeskalation folgt aber einem gewissen Muster, das man auch schon in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnte. Politische Themen dürften in 2020 auch weiterhin bestimmend sein. Allen voran die Wahl des Präsidenten in den USA im November. Hier sprechen viele Gründe für die Wiederwahl von Trump. Das schwelende Impeachment-Verfahren könnte ihm zwar noch die Wiederwahl verhageln. Aber hierfür müssten noch deutlich mehr Beweise und belastendes Material gegen Trump auf den Tisch. Ansonsten sollte sich der US-Präsident auf seine Mehrheit im Senat verlassen können. Für Europa stehen neben dem Brexit unmittelbar keine politischen Großereignisse an, aber bei der Vielzahl der schwachen…

China: Abschwung pausiert, US-Deal ist aber kein Konjunkturprogramm

Der Konjunkturabschwung in China hat Ende 2019 deutlich an Schärfe verloren. Das Wirtschaftswachstum büßte im vierten Quartal nicht weiter an Tempo ein. Mit unveränderten 6,0% (J/J) liegt der aktuelle Wachstumswert nicht nur im Rahmen der Markterwartungen, sondern auch knapp innerhalb der von Peking vorgegebenen Wachstumsspanne – das ist in China immer noch ein Politikum. Sicherlich haben die Deeskalation im Handelsstreit mit den USA und die Hoffnung auf zumindest eine partielle Einigung ihren Teil dazu beigetragen, um den Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft zu mildern. Auch wenn US-Präsident Trump zunächst lediglich weitere Zollerhöhungen von der Agenda nahm, verschaffte dies Chinas Exportindustrie in den vergangenen Monaten eine Atempause. Ganz ohne staatliche Anschubhilfe scheint die Konjunkturstabilisierung jedoch nicht ausgekommen zu sein. Dies legt die deutliche Wachstumsbeschleunigung in der Industrie zum Jahresschluss nahe, welche die Handschrift früherer Kurzzeit-Stimuli Pekings trägt, wie wir sie im vergangenen Jahr mehrfach gesehen haben. Mit der nun erfolgten Unterzeichnung…

US-Deal mit China – die „harten Brocken“ kommen erst noch

Rechtzeitig zum Beginn des Wahljahres ist es der US-Regierung gelungen, beim Handelskonflikt mit China ein erstes Zwischenabkommen zu vereinbaren. Die plötzliche Einigung nach monatelangem „Hin und Her“ ist sicher der für Trump am 3. November auf dem Spiel stehenden Wiederwahl geschuldet. Im Grunde handelt es sich aber nur um einen Waffenstillstand mit einer teilweisen Rücknahme der bereits verhängten Strafzölle. Dies wird vor allem daran erkennbar, dass unmittelbar weitere Handelsgespräche aufgenommen werden sollen. Hier geht es dann unter anderem um Themen wie die chinesische Industriepolitik und den Schutz des geistigen Eigentums. Also letztlich die wirklich „harten Brocken“, bei denen kaum mit einem Einlenken Chinas zu rechnen ist. Sollten diese Gespräche stocken und auch die Nachfragesteigerung nicht den zugesagten Mengen entsprechen, ist die Gefahr groß, dass sich der Konflikt wieder verschärft. Der Verlauf des Wahlkampfes dürfte hierbei ebenfalls eine Rolle spielen. Gerade die Exportwirtschaft dürfte sich in Anbetracht dieser Unsicherheit bei Investitionen…

2020 ist in den USA ein Wahljahr – ein paar Facts und Figures für die Aktienmärkte

In wenigen Monaten wird in den USA der Präsidenten gewählt. Heute weiß man zwar noch nicht einmal, wer antreten wird. Sicher ist allerdings, dass bald eine emotionsgeladene Berichterstattung und sich täglich verändernde Prognosen auf der Tagesordnung stehen werden. Da starke Emotionen bekanntlich nicht zu den besten Investitionsentscheidungen führen und viele Wahlprognosen deutlich danebenlagen, anbei einige historische Daten. Aufgrund des komplizierten US-Wahlsystems ist für einen Sieg nicht die Mehrheit der Stimmen notwendig, sondern die Mehrheit der Wahlmänner. So erhielt auch Trump 2016 nur 46% der Stimmen, aber 57% der Wahlmänner. In fast 40% der Wahlen hatte der Sieger keine Mehrheit der Stimmen. Darüber hinaus hängt der Ausgang der Wahl immer am Ergebnis der „Swing States“, das von der Neigung der Wechselwähler abhängt. Seit dem zweiten Weltkrieg gab es 18 Wahlen und 13 Präsidenten. Dabei wurden nur drei Präsidenten abgewählt und einer verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Parteiwechsel…

Pause bestätigt

Die US-Notenbank hat bei ihrem letzten geldpolitischen Treffen in diesem Jahr den Leitzinskorridor unverändert gelassen und die von uns erwartete Pause im aktuellen Leitzinszyklus bestätigt. Die wirtschaftlichen Aussichten wurden als solide bezeichnet. Insbesondere der Arbeitsmarkt sei robust. Das Fed Pressestatement wurde im Vergleich zur letzten Sitzung – wie üblich – nur wenig verändert. Die Fed gab zu Protokoll, die Aussichten für Wirtschaft und Inflation, einschließlich der globalen Entwicklungen,weiterhin genau zu beobachten. Der Satz, dass es Unsicherheiten über den wirtschaftlichen Ausblick gebe, wurde hingegen gestrichen. Das aktuelle Leitzinsniveau sei angemessen. Das jüngste Statement ist damit leicht optimistischer als das vorangegangene Kommuniqué. Spannend waren erneut die Zinserwartungen der Fed-Mitglieder, die im sogenannten Dot-Plot abgebildet sind. Im September deuteten die Projektionen der einzelnen FOMC-Mitglieder darauf hin, dass die Zinspause bis ins Jahr 2021 anhalten werde und dann eine Straffung der geldpolitischen Zügel auf der Agenda stehe. An dieser Botschaft haben die Währungshüter festgehalten,…

US-Notenbank macht Pause… bis zur nächsten Krise

Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 29. und 30. Oktober zeigt, dass die Währungshüter die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick weiterhin als hoch einstufen. Vor diesem Hintergrund sei eine Leitzinssenkung angebracht gewesen, wenn die Entscheidung hierfür auch knapp ausgefallen war. Die meisten FOMC-Mitglieder waren jedoch auch der Meinung, dass die geldpolitische Ausrichtung nach dem jüngsten Zinsschritt nun angemessen sei. Damit sind weitere Zinssenkungen erst einmal unwahrscheinlich geworden. Für eine Fortsetzung der Zinssenkungen müsste sich der konjunkturelle Ausblick wieder merklich verschlechtern. Die Risiken, die mit dem nach wie vor schwelenden Handelskonflikt mit China einhergehen, sind groß und können auch schnell zu einem bedeutenden Konjunkturrisiko werden. Über den Stand der Verhandlungen zwischen den USA und China gibt es unterschiedliche Interpretationen. Festzuhalten bleibt aber, dass beide Seiten eine positive Entwicklung begrüßen dürften. Auf chinesischer Seite wären gute Nachrichten eine willkommene Ablenkung vom Konflikt rund um Hongkong. Und US-Präsident Trump hätte in…

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