USA

USA: Konsumklima auf Rekordhoch, doch Wirtschaftspolitik bleibt unklar

Obwohl sich der neue US-Präsident seit zwei Monaten im Amt befindet, herrscht bisher keineswegs Klarheit über die Wirtschaftspolitik, die in den kommenden Jahren womöglich die US-Konjunktur und damit auch die Weltwirtschaft stark beeinflussen wird. Der Versuch, Obamacare „auf die Schnelle“ zu reformieren, hat wenig überraschend die fehlende Einigkeit zwischen dem Präsidenten und der republikanischen Partei verdeutlicht. Zum anderen hat sich einmal mehr gezeigt, wie tief die Gräben sind, die innerhalb der eigenen Partei verlaufen. Wir stehen weiterhin zu unserer Einschätzung, dass es wohl zu konjunkturstimulierenden Maßnahmen durch die Trump-Administration kommen wird, allerdings dürften diese weit hinter den Wahlversprechen zurückbleiben. Es wird viel davon abhängen, inwiefern sich die republikanische Partei tatsächlich hinter die Pläne „ihres“ Präsidenten stellt. Auch weil ein weiteres Aufblähen der Staatsverschuldung der grundsätzlichen Haltung der republikanischen Abgeordneten entgegensteht, dürfte das Volumen von Ausgabenprogrammen oder Steuererleichterungen eher begrenzt bleiben. In Kraft treten können mögliche fiskalische Maßnahmen ohnehin frühestens mit…

Aktuelle Entwicklungen am Rohölmarkt: Bleibt der Preis stabil?

Nach vier Monaten auf dem außergewöhnlich stabilen Niveau von 54-57 USD hat der Rohölpreis zuletzt um 10% auf 51 USD nachgegeben. Der Grund für die ausgeprägte Korrekturbewegung ist vor dem Hintergrund steigender US-Rohöllagerbestände zu sehen: Es herrscht eine zunehmende Unsicherheit, wann beziehungsweise ob sich die von der OPEC angestrebte Normalisierung der globalen Rohöllagerbestände einstellt. Tatsächlich haben sich die Lagerbestände nicht abgebaut, was wohl großteils daran liegt, dass es den US-Schieferölunternehmen gelungen ist, ihre Fördermengen zügig wieder hochzufahren. Zudem scheinen die Erwartungen einiger Investoren hinsichtlich der Geschwindigkeit des Lagerabbaus etwas überambitioniert gewesen zu sein. Angesichts der aus OPEC-Sicht (noch) suboptimalen Gemengelage sollten sich die OPEC und ihre NOPEC-Partner im Laufe des 2Q2017 zu einer modifizierten Sechs-Monats-Verlängerung des Produktionsbegrenzungsabkommens durchringen. Auf dem Weg zum OPEC-Beschlussgipfel in Wien (25.05.) wird sich in erster Linie Saudi-Arabien wieder mehrdeutig und nebulös zum Fortgang der Dinge äußern, um die Niveauhöhe und die Form der Rohöl-Terminkurve mittels…

US-Arbeitsmarkt: Kräftiger Frühjahrsschwung bei der Beschäfti-gung, weiterhin nur moderater Lohndruck

Dank eines erfreulich deutlichen Stellenaufbaus im güterproduzierenden Bereich konnte im Februar die recht kräftige Beschäftigungsdynamik vom Vormonat gehalten werden. Nach dem heute veröffentlichten offiziellen Bericht zum US-Arbeitsmarkt stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 235.000 Personen, dies entsprach nahezu der Steigerung vom Vormonat. Dass der US-Arbeitsmarkt sich auch schon ohne wirtschaftspolitische Stimuli in einer außerordentlich guten Verfassung befindet, verdeutlicht der Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,8 auf 4,7 Prozent. Denn im Februar stieg im Vergleich zum Vormonat das Angebot an Arbeitskräften erneut deutlich an, so dass es auch galt, Rückkehrer aus der stillen Reserve in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Da der Jobmotor im Februar aber nicht ins Stocken geriet, sondern stattdessen seinen Schwung im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft etwas steigerte, sank trotz des deutlichen Zustroms an Arbeitskräften die Arbeitslosigkeit. Aber gerade die deutliche Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes dürfte auch das Anziehen der Lohndynamik verhindert haben. Wie im Januar…

US-Markt hat große Bedeutung für einzelne deutsche Branchen

In den vergangenen Wochen ist viel darüber geschrieben worden, ob die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten negative Auswirkungen auf den deutschen Außenhandel mit den USA haben könnte. Schließlich sind die Vereinigten Staaten das wichtigste Exportziel für die deutsche Wirtschaft und die Äußerungen von Donald Trump zum Welthandel und zu möglichen Strafzöllen für Importe in die USA könnten möglicherweise einen Anlass zur Sorge geben. Deutsche Unternehmen lieferten im vergangenen Jahr Waren im Wert von fast 107 Mrd. Euro in die USA. Das sind 8,9 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren. Allerdings blieben die Exporte in die USA mit 6,4 Prozent deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Das war der erste Rückgang seit der Finanzmarktkrise. Weltweit konnten die deutschen Ausfuhren 2016 dagegen um 1,2 Prozent zulegen. Die gestiegene Nachfrage kam dabei vor allem aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (+2,2 Prozent). Der Rückgang der Exporte deutscher Waren in die…

Wie „phänomenal“ wird Trumps Steuerreform?

Präsident Trump kündigte an, er werde in den nächsten Wochen eine „phänomenale Bekanntmachung“ in Sachen Steuerpolitik machen. Schon seit seiner Wahl, spätestens aber seit der Amtseinführung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gilt –neben der Aussicht auf steigende Staatsausgaben und Deregulierung- eine bevorstehende umfassende Steuerreform als neuer Impulsgeber für die Gewinnsituation der Unternehmen in den USA. Das aktuelle Steuersystem der USA ist im internationalen Maßstab nicht effizient und benachteiligt US-Firmen in einem gewissen Maße im internationalen Wettbewerb, jedenfalls wenn im Ausland erzielte Gewinne in die USA transferiert werden sollen. Das Vorhaben der Republikaner, an einigen Schwachstellen des Steuersystems anzusetzen, ist positiv zu werten. Ein geringerer Steuersatz, angewendet auf eine breitere Steuerbasis, würde zu Effizienzgewinnen führen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen aus einer Repatriierung der Auslandsvermögen könnten konjunkturstimulierend eingesetzt werden. Wenn darüber hinaus durch die Einführung eines Grenzausgleichs Anreize geschaffen würden, einen höheren Teil der Wertschöpfung in die USA zu…

Zinsschock dank Trump?

Nachdem Donald Trump zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, kam es an den Finanzmärkten zu einer euphorischen Stimmung. Viele Frühindikatoren sind in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen, gleichzeitig sind die Inflationserwartungen deutlich in die Höhe geklettert. Wie auch wir, gehen die meisten Ökonomen und Marktteilnehmer jedoch davon aus, dass Trump nicht alle im Wahlkampf versprochenen Maßnahmen umsetzen kann. Doch was wären die Auswirkungen, falls der neue US-Präsident seine Wachstumsversprechen tatsächlich halten kann? Hierzu haben wir ein theoretisches Szenario entwickelt, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit zwar gering, in den letzten Wochen aber zumindest gestiegen ist. In diesem Szenario müsste sich für Ende 2018, angesichts eines hypothetischen Anstiegs der US-Inflation auf 3,9% und des BIP-Wachstums auf 3,5% eine deutlich höhere Rendite 10-jähriger USTs von 5% ergeben. Infolgedessen würden auch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei 3,2% liegen, wobei auch ein positiver Transmissionseffekt auf die europäischen Inflations- und Wachstumszahlen zu erwarten wäre. Angesichts des aktuellen…

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