USA

Die Welt legt weiter in US-Dollar an

Der US-Dollar bleibt mit einem Anteil von 61,7% mit Abstand die weltweite Reservewährung Nummer eins, verliert jedoch leicht an Bedeutung (seit Frühjahr 2015 rund 4%-Punkte). Der Euro kann sich von seinem Vertrauensverlust aus den Jahren der EWU-Systemkrise erholen, aber bei Weitem nicht an den Werten von Anfang des Jahrzehnts anknüpfen. Die Zukunft dürfte den alternativen Reservewährungen gehören. Nicht nur der Renminbi, sondern auch der Yen könnte neue Anhänger finden. Ein Regimewechsel weg vom US Dollar und damit verbunden einer kompletten Neuordnung des Systems der Reservewährungen steht aber in absehbar Zukunft aus meiner Sicht nicht an. Bislang macht sich der Politikstil von Präsident Trump bei der Allokation der Währungsreserven kaum negativ bemerkbar. Jedoch könnte die zunehmende Verschuldung der USA sich langfristig nachteilig auswirken, da diese die Attraktivität des Währungsraums mindert. Jedoch ist auch in diesem Kontext die relative Veränderung zu anderen Währungsräumen relevant und hier befindet sich die USA in guter…

Kursfeuerwerk in den ersten Monaten 2019

  In den ersten Monaten dieses Jahres gab es ein wahres Kursfeuerwerk an den Finanzmärkten. Dies sollte man aber nicht linear fortschreiben, denn der Gegenwind dürfte stärker werden. 2018 war für fast sämtliche Assetklassen kein gutes Jahr. Dies hat sich in den ersten Monaten 2019 nun völlig umgekehrt und nahezu alle Assetklassen zeigen eine positive Performance seit Jahresbeginn. Insbesondere die gute Performance der Aktienmärkte verdeutlicht, dass die Kursverluste 2018 übertrieben waren. Denn die Wachstumserwartungen haben sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2019 eher verschlechtert und auch die politischen Risiken haben sich nicht sonderlich verbessert. Rückenwind kam dagegen wieder einmal von den Notenbanken: So hat die US-Notenbank den Zinsanhebungszyklus beendet, und die EZB hat sämtlichen Fantasien, dass die Zinsen zeitnah steigen könnten, den Boden entzogen. Natürlich kann man die gute Performance der ersten Wochen nicht einfach fortschreiben. Wenn jedoch die britische Regierung einen ungeregelten Brexit vermeidet und der Handelskonflikt zwischen den…

US-Arbeitsmarkt: Stellenaufbau nur vorübergehend vom Wetter eingefroren, Löhne weiter leicht aufwärts

Für Februar steht in der US-Arbeitsmarktstatistik nur ein mageres Stellenplus von 20.000 zu Buche, dies zeigt der offizielle Arbeitsmarktbericht. Bei den Dienstleistern stieg die Zahl der Beschäftigten nur um knapp 60.000 Personen, das ist die schwächste Entwicklung seit September 2017. Im industriellen Sektor sank die Beschäftigung sogar um 32.000 Personen, der erste Rückgang seitdem Präsident Trump im Amt ist. Die Angst vor einem abrupten Abreißen des Beschäftigungsaufbaus halten wir jedoch aus verschiedenen Gründen für übertrieben. Zum einen wurde mit den jüngsten Zahlen der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten nach oben revidiert, so dass allein im Dezember und Januar insgesamt mehr als eine halbe Million neue Arbeitsplätze entstanden sind. Zum anderen sind ein wetterbedingter einmaliger Belastungseffekt und das gute Wirtschaftsklima ebenso zu nennen wie die weiter rückläufige Arbeitslosigkeit. Dennoch dürfte sich der Konjunkturmotor und damit auch der Jobmotor in diesem Jahr nicht mehr ganz so schwungvoll drehen wie im Vorjahr. Die…

USA: Wie geht es mit der Staatsverschuldung weiter?

Es ist mal wieder so weit – der Finanzminister der Vereinigten Staaten arbeitet mit „außerordentlichen Maßnahmen“, um seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. Gleichzeitig hofft er, dass der Kongress möglichst bald die Schuldenobergrenze anhebt oder weiter aussetzt. Müssen wir damit rechnen, dass es jetzt zu einem mehrmonatigen politischen Tauziehen beim Thema „Schuldenobergrenze“ kommt? Schätzungen zufolge kann die Zahlungsfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt durch kreatives Haushaltsmanagement maximal noch bis zum Ende des Fiskaljahres, also noch für sechs Monate, gewährleistet werden. Wegen der verhärteten innenpolitischen Fronten könnte man erneut eine anhaltende Auseinandersetzung erwarten. Erst zu Jahresbeginn war es zu einer mehrwöchigen Schließung von einigen Bundesbehörden gekommen, als beim Bundeshaushalt für das laufende Jahr keine Einigung erzielt werden konnte. Darüber hinaus ist die Eskalation beim Thema „Migration und Mauerbau“ zuletzt von Präsident Trump noch durch die Ausrufung des Notstandes auf die Spitze getrieben worden. Nach unserer Einschätzung ist bei der Finanzpolitik, anders als beim Thema…

China senkt Wachstumsziel – das ist kein Drama

Chinas Regierung hat das Wachstumsziel für dieses Jahr gesenkt. Das ist nicht notwendigerweise eine schlechte Nachricht, völlig überraschend kam der Schritt ebenfalls nicht. Bereits in den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Provinzen ihre Zielvorgaben gedrosselt. Die Konjunkturindikatoren seit Jahresbeginn sind überwiegend schwach ausgefallen. Dass die Aussichten für Chinas Wirtschaft derzeit sicherlich alles andere als rosig sind, ist kein Geheimnis. Immer deutlichere Bremsspuren in der Konjunktur Chinas hinterlässt der Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten, und zwar nicht nur die US-Strafzölle auf chinesische Warenlieferungen, sondern auch die Gegenzölle Pekings auf Einfuhren aus den USA. Konsequenterweise hat Ministerpräsident Li bei seiner Eröffnungsrede auf dem soeben begonnenen Nationalen Volkskongress auch den transpazifischen Handelskonflikt für das Absenken der Zielvorgaben verantwortlich gemacht. Allerdings ist der Schritt klein: Statt um „etwa 6,5%“ soll die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr um 6% bis 6,5% wachsen. Trotzdem dürfte das Wirtschaftswachstum, nachdem es mit zielkonformen 6,6% im vergangenen Jahr bereits auf…

China, die USA und die „Potemkinschen Dörfer“ der FX-Stabilität

Die USA und China stehen kurz vor dem Durchbruch zu einem neuen Handelsabkommen. Das Thema „Währung“ soll angeblich eine zentrale Rolle spielen und es soll „genau definierte strukturelle Zusagen“ geben – wir sind gespannt, wie das aussehen soll. Bislang wird spekuliert, dass China verspricht, seine Eingriffe am Devisenmarkt offenzulegen. Es geht also nicht etwa um den Verzicht auf Interventionen und auch nicht um eine ex-ante-Information oder gar eine US-Erlaubnis, sondern nur darum, die Eingriffe nachträglich transparenter zu machen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass China den Yuan schon lange nicht mehr nur mit dem währungspolitischen Einsteigermodell in Form simpler Kassa-Interventionen auf den gewünschten Kurs bringt. Die Konstruktion ist deutlich komplexer und eine Mischung von Outright-, Termin- und Swap-Geschäften, Liquiditätssteuerung am Interbankenmarkt sowie einer Vielzahl anderer feiner Nadelstiche (zum Beispiel Anforderungen an die zu hinterlegenden Sicherheiten bei Fremdwährungsgeschäften der Geschäftsbanken). Ob China sich tatsächlich bereit erklärt, den USA die gesamte Bandbreite…

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