USA

US-Renditen sind stark gestiegen – Potential für einen weiteren Anstieg aber begrenzt

Die zuletzt zunehmenden Sorgen über eine höhere Inflationsdynamik und stärker steigende Notenbankzinsen haben einen spürbaren Renditeanstieg am US-Staatsanleihemarkt ausgelöst. Schon lange wurde befürchtet, dass die zehnjährigen US-Renditen vor dem Hintergrund einer restriktiveren Geldpolitik, die sowohl mit Leitzinsanhebungen als auch mit einer Reduktion der US-Notenbankbilanz einhergeht, eigentlich hätten steigen müssen. Die jüngste Bewegung könnte nun die Sorge bestätigen, dass sich ein neuer Trend hin zu deutlich höheren Zehnjahresrenditen herausbilden wird. Dabei gab es in der Vergangenheit zahlreiche Argumente, die für den lediglich moderaten Anstieg der Kapitalmarktrenditen trotz Leitzinserhöhungen der US-Notenbank angeführt wurden. Insbesondere die Markterwartung, dass die US-Notenbank die Fed Funds Target Rate nicht schnell und mit Verve erhöhen wird, wurde als Grund für die maßvollen Kursverluste in den zurückliegenden Jahren genannt. Außerdem dürfte die anhaltend hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen sowohl von inländischen als auch von ausländischen Investoren einen potenziellen Anstieg der US-Kapitalmarktrenditen begrenzt haben. Nicht zuletzt hält die US-Notenbank weiterhin…

Attraktive Dividendenwerte

Welche Auswirkung hatte die jüngste (kleine) Korrektur auf die Dividendenwerte? Während in den USA die Renditen 10-jähriger Anleihen bereits über der Dividendenrendite liegen, bieten Euro-Aktien weiter einen deutlichen Aufschlag, da sowohl die Dividendenrenditen höher als auch die Anleiherenditen niedriger ausfallen. Für Dividendeninvestoren sollte die Ausschüttung im Vordergrund stehen. Da die Wirtschaft so gut wie lange nicht mehr wächst, ist es höchst wahrscheinlich, dass auch die Ausschüttungen in den nächsten Jahren wachsen werden und die Dividendenrenditen weiter ansteigen. Die Korrektur hat dazu geführt, dass die DAX-Dividendenrendite wieder auf dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre liegt, im Umfeld deutlich steigender Gewinne ein attraktives Niveau.

US-Inflation: Trotz deutlichem Schub von Energiepreisen nur moderates Tempo

Nur auf den ersten Blick haben die Januar-Daten zur Inflation in den USA den Befürchtungen an den Finanzmärkten neue Nahrung gegeben. Der Anstieg der Verbraucherpreise um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat lag etwas über den Erwartungen. Verantwortlich hierfür war vor allen Dingen ein in seiner Stärke unterschätzter Preisauftrieb, der von den Energiepreisen ausging. Dennoch zeigte sich bei der Jahresteuerungsrate trotz dieses doch recht deutlichen Extra-Schubs keine Veränderung, diese notierte wie auch im Dezember bei 2,1 Prozent. Der tatsächliche inländische Inflationsdruck wird jedoch besser von der Kernrate gemessen, die die Preisentwicklung ohne Energie und Nahrungsmittel erfasst. Die Veränderungsrate gegenüber dem Vormonat fiel mit +0,3 Prozent zwar leicht höher aus als in den Vormonaten, für den ersten Monat eines Kalenderjahres war dies aber keine allzu große Überraschung. Trotz Saisonbereinigung zeigt sich gerade im Januar besonders bei den Dienstleistungspreisen sehr oft eine leicht stärkere Dynamik. Vor allem bei den Gesundheitskosten war dies auch…

Droht erneut Gefahr vom US-Häusermarkt?

Der US-Häusermarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren von einer sehr tiefen Krise erholt. Einige Indikatoren erinnern allerdings nur auf den ersten Blick stark an die Situation kurz vor dem Platzen der Preisblase. Der Case-Shiller-Hauspreisindex für die 20 größten Metropolen dürfte beispielsweise in diesem Frühjahr wieder sein Vorkrisenniveau erreichen. Dies ist insofern besorgniserregend, da der rapide Preisverfall im Jahr 2007 in den Großstädten begann. Dort war es auch zu den stärksten Preisübertreibungen gekommen. Dennoch dürften nach unserer Einschätzung vorerst vom Häusermarkt keine ernsthaften Gefahren für die Konjunktur ausgehen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass weiterhin die verschärften Kreditvergaberichtlinien angewendet werden. Letztendlich haben strengere Finanzierungskonditionen dazu geführt, dass die Eigentumsquote seit der letzten Krise gesunken ist. Vor allem junge Familien sind in das Mietsegment abgewandert. Diese Erstkäufer steigen also zu einem späteren Zeitpunkt in den Eigentumsmarkt ein, nämlich dann, wenn sie über das erforderliche Eigenkapital verfügen. Durch den kontinuierlichen…

VDAX springt über 40 Punkte – Unsicherheit so groß wie nach Brexit-Entscheid 2016

Bis vor zwei Wochen schien die Volatilität an den Finanzmärkten ein Relikt der Vergangenheit geworden zu sein, es herrschte Grabesruhe an den Aktienmärkten. Dies hat sich innerhalb weniger Tage geändert. Der VDAX, der, abgeleitet aus den an der Eurex gehandelten DAX-Optionen, die erwartete Schwankungsbreite für den DAX für die kommenden 30 Tage misst, ist auf über 40 Punkte geschossen. Interpretiert man die erwartete Volatilität als Stressindikator, ist die Unsicherheit am deutschen Aktienmarkt derzeit so hoch wie nach dem Brexit-Entscheid im Juni 2016 oder nach dem Crash des chinesischen Aktienmarktes im August 2015. Investoren, die nun damit rechnen, dass die Volatilität am Aktienmarkt bald wieder in Richtung des Durchschnitts sinkt (19 Punkte in den USA / 20 in Deutschland), könnten zunächst enttäuscht werden. Die Volatilität weist empirisch eine geringe Tendenz zu einer langsamen Rückkehr zum Mittelwert („mean reversion“) auf. Zunächst erwarten wir noch ein erhöhtes Volatilitätsplateau. Volaspitzen waren in der Vergangenheit…

Sind US-Aktien jetzt wieder günstig?

Bewertungssituation des S&P 500 dank Korrektur deutlich verbessert, erster „Bugschuss“ sollte aber in Erinnerung gehalten werden Für den S&P 500 errechnet sich ein KGV von 15,5. Dies wäre im historischen Vergleich keine zu teure Bewertung. Allerdings läuft die Bewertung einzelner Unternehmen unverändert aus dem Ruder. Für die europäischen Märkte sehen wir derzeit ein höheres Kurspotenzial. Die Aktienmärkte sind in dieser Woche erstmalig seit langer Zeit deutlich gefallen. Die Kursentwicklung, insbesondere in den USA, war im Jahr 2017 durch Übertreibungen geprägt gewesen. Diese Übertreibungen sind nun ein Stück weit abgebaut worden. Für den S&P 500 errechnet sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der für 2019 (und durch die US Steuerreform getunten) erwarteten Gewinne von 15,5 Einheiten. Dies wäre im historischen Vergleich keine zu teure Bewertung. Allerdings läuft die Bewertung vieler einzelner Unternehmen unverändert aus dem Ruder. Dazu gehören nicht nur Technologie- oder Biotech-Unternehmen, sondern auch viele „defensive“ Unternehmen. Beispielhaft genannt werden…

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