USA

Die Zollschraube dreht sich munter weiter

Die USA dreht munter weiter an der Zollschraube und bringt damit zusehends das weltweite Wachstumsmodell einer arbeitsteiligen Wirtschaft in Gefahr. Die US Wirtschaft dürfte hiervon zunächst am wenigsten betroffen sein. Deutschland und Europa dürften dagegen am stärksten die Folgen dieser Handelspolitik spüren. Anbei die Faktenlage in ein paar Grafiken dargestellt.      

Steilerer Zinspfad der Fed nach dem „Trial-and-Error“-Konzept

Die Fed hat gestern Abend den geldpolitischen Kurs der vergangenen Monate fortgesetzt und die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Daneben wurden die Erwartungen über den zukünftigen Zinspfad nach oben angepasst. Die US-Währungshüter gehen im Median davon aus, dass die Fed die Leitzinsen im weiteren Verlauf dieses Jahres noch zweimal anheben wird. Im kommenden Jahr dürften insgesamt drei Zinsanhebungen erfolgen. Damit hat sich der allgemeine Tenor der Fed in Richtung einer leicht restriktiveren Geldpolitik verschoben. Die Wachstums- und Inflationsprojektionen der einzelnen Währungshüter spiegeln eine zuversichtliche Entwicklung der konjunkturellen Dynamik wider, während die Inflationsrate bei nur leicht oberhalb von 2% weiterhin gemäßigt ausfallen sollte. Dieser Entscheid wurde einstimmig getroffen. Im Großen und Ganzen hat die US-Notenbank unsere Meinung bestätigt, dass die Leitzinsen weiterhin in Richtung eines neutralen Niveaus angepasst werden, wenn wir auch bisher von einem vorsichtigeren Kurs ausgegangen waren. Außerdem hat die Fed die Forward Guidance verändert sowie eine technische Anpassung…

Warum die USA die Steuern senkte und Deutschland darunter leidet

Bereits seit einigen Monaten fallen die europäischen Stimmungsindikatoren. Bislang war das noch kein Grund zur Beunruhigung, da das Sentiment in den Unternehmen sich immer noch auf einem hohen Niveau befindet. Doch Vorsicht: Die weltpolitische Lage hinterlässt hier immer deutlicher ihre Spuren.   Der aktuelle Zollstreit und die bereits erhobenen Zölle durch die USA werden den Unternehmen im Euroraum und insbesondere in Deutschland weiter auf den Magen schlagen. Doch tatsächlich sind die bislang beschlossenen Zölle auf Stahl und Aluminium nicht das Problem. Denn der wirtschaftliche Schaden, der aus diesen Zöllen resultiert ist nicht beträchtlich. Anders sähe es bei Zöllen auf Autos und ähnliches aus. Wenn solche Zölle eingeführt werden, hätte dies erhebliche Folgen für die deutsche und europäische Wirtschaft. US Präsident Trump zeigt sehr eigene wirtschaftspolitische Ansichten. So ist scheinbar aus seiner Sicht ein Handelsbilanzdefizit prinzipiell eine offene Rechnung. Damit hätten aus Sicht des US Präsidenten Europa, und hier insbesondere Deutschland,…

Trump und die unfreiwillige Politik des starken USD

» Trotz der diplomatischen Entgleisungen beim G7-Gipfel lässt sich bislang keine nennenswerte Reaktion am Devisenmarkt erkennen. » Marktseitig überwiegt die Wahrnehmung, dass der USD bei einer weiteren Eskalation am besten gewappnet ist (Konjunkturdifferenz, Fed-Schritte, …) » Dass Trumps Kurs damit eine kontraproduktive USD-Stärke als unerwünschte Nebenwirkung haben könnte, wird derzeit nicht thematisiert. Während die öffentliche Meinung über die Ereignisse beim G7-Gipfel noch zwischen Entsetzen, Ernüchterung und stillschweigender Bewunderung schwankt, lässt sich an den Finanzmärkten bislang keine auffällige Bewegung erkennen. Weder das Risiko eines eskalierenden Handelskriegs noch der weltwirtschaftliche Ausblick werden nennenswert anders beurteilt als noch am Freitag. Ob Trumps Vorstellungen von Freihandel umsetzbar sind und sich der Rest der Welt tatsächlich unfair an den USA bereichert, sei dahingestellt. Fakt ist: der US-Präsident will die Situation „seiner“ Exporteure verbessern und das US-Handelsdefizit (als Symptom der unfairen Behandlung der USA) abbauen. Dafür sind neben verbalen Drohkulissen Importzölle sein Mittel der Wahl. Diese…

Die Welt ist im Wandel – Deutschland muss sich positionieren

Der Themenpalette auf dem kommenden G7 Treffen – das sich langsam in G6 plus 1 (USA) wandelt – zeigt eindringlich, wie die Weltpolitik sich verändert. Die Globalisierung hat zu großen sozialen Verschiebungen geführt, die politisch nicht ausreichend abgefedert wurden. Die Digitalisierung hat die Veränderungsgeschwindigkeit in den Gesellschaften spürbar erhöht. Globale Wanderungsbewegungen, angetrieben durch Krieg, Armut und Klimaveränderungen, führen zu einem hohen Migrationsdruck in den Industrieländern. Die Folge in den Gesellschaften sind zunehmende Verlust- oder/und Abstiegsängste. Diese Entwicklungen haben spürbare Folgen in der politischen Willensbildung in den Industrieländern. Die Menschen werden empfänglich für populistische Politik und vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Probleme. Hinzu kommt eine zunehmende Entfremdung der politischen Klasse von der restlichen Bevölkerung. Ergebnisse dieser Umwälzungen sind nicht zuletzt die Wahl von US Präsident Trump und die neue italienische Regierung. Insbesondere Trump krempelt mit seinem Politikstil, der zu einem Großteil auf Unberechenbarkeit fußt und die Interessen der USA in den…

US-Dollar und Treasury-Rendite: eine Scheinehe

Die Makroökonomische Theorie befasst sich ausführlich mit der Beziehung zwischen Währungen und Zinsen. So besagt die Zinsparität, dass der Zinsvorteil eines Landes durch eine Anpassung des Wechselkurses ausgeglichen werden muss. Anders ausgedrückt: der Zinsvorteil eines Landes resultiert in höheren Kapitalzuflüssen, die Währung wertet auf, wodurch der Zinsvorteil nivelliert wird. Diese Argumentationskette („höhere Zinsen = stärkere Währung“) ist tief im kollektiven Wissen des Finanzmarktes verankert. Und auch wenn der Zusammenhang in der Praxis bei weitem nicht so eng ist, wie manch einer glaubt, ist unbestreitbar, dass der Währungsmarkt sich insbesondere in Phasen starker Renditebewegungen vom Zinsniveau leiten lässt. So belegen langfristige Korrelationsanalysen, dass die Relation zwischen dem US-Dollar-Index und der 10J-Rendite amerikanischer Staatsanleihen überwiegend positiv, wenngleich recht volatil, ist. Seit geraumer Zeit ist diese Korrelation jedoch stark rückläufig und bewegt sich nunmehr seit Ende des vergangenen Jahres in der Region von Null, hier und da sogar im negativen Bereich. Geschuldet ist…

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