USA

US-Steuerreform würde Gewinnturbo bei Aktien zünden

Die erwartete Steuerreform in den Vereinigten Staaten könnte den börsennotierten US-Unternehmen ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk liefern. Die geplante Entlastung um rund 1,4 Billionen US-Dollar wäre die größte Überarbeitung der Steuerordnung seit Präsident Reagan. Sollte der Steuersatz, mit dem US-Unternehmen ihre Gewinne versteuern, tatsächlich von nominell 35% auf 20% sinken, ist mit einem deutlichen Gewinnsprung bei S&P 500 & Co. zu rechnen. Zwar bezahlt schon jetzt die Mehrheit der US-Unternehmen deutlich weniger als die 35% Steuern (wir halten 25% bis 27% für realistisch) und auch dürften bereits einige Analysten Annahmen zur Steuerreform in ihren Modellen verarbeitet haben. Trotzdem ist unseres Erachtens ein weiterer Gewinnsprung um bis zu acht Prozentpunkte wahrscheinlich, sollte eine der beiden Vorschläge (oder ein Kompromiss) in der bisher bekannten Form in diesem Jahr verabschiedet werden. Aktuell gehen wir davon aus, dass die 2018er Indexgewinne beim S&P um elf Prozent ansteigen werden (vor Steuerreform), von 131 auf 146 Indexeinheiten. Durch…

Sorgen vor einer neuen Dotcom-Blase sind übertrieben

Nächste Stufe der digitalen Revolution bringt Wachablösung am Aktienmarkt Während der industriellen Revolution führte die Erfindung mechanischer Maschinen zu einer zunehmenden Verdrängung menschlicher Arbeitskraft. Mit der Erfindung der Massenproduktion Anfang der 1920er Jahre beschleunigte sich diese Entwicklung. Produktivitätsverbesserungen erzeugten wirtschaftliches Wachstum, verbunden mit einer deutlichen Verbesserung des Lebensstandards. Mit der Erfindung der Halbleiter und Computer wurde dann die „digitale“ Revolution eingeleitet. Diese dauert heute noch an und dürfte sich auch noch viele Jahre fortsetzen. Im deutschsprachigen Raum wird in diesem Zusammengang gerne der Begriff „Industrie 4.0“ verwendet, bereits in den kommenden Jahren werden Maschinen mit Bewusstsein erwartet. Die laufende Zwischenstufe der digitalen Revolution, gekennzeichnet durch eine massenhafte Sammlung, Speicherung und Übertragung/Teilung digitaler Daten, wurde durch Unternehmen aus den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologien ausgelöst. Deren Soft- und Hardwareprodukte nutzen die bereits vorhandene Infrastruktur (das Internet) und bauen auf diesen Absatzmärkten auf, die innerhalb kurzer Zeit hunderte von Millionen (z.B. Suchmaschinen,…

US Notenbank freut sich über stabiles Wachstum, macht sich aber zunehmend Sorgen um den Finanzmarkt

Die amerikanische Notenbank ist weiterhin sehr zufrieden mit dem fundamentalen Umfeld und dem Wirtschaftswachstum. So kann man es aus dem Protokoll der letzten FOMC Sitzung lesen. Der Arbeitsmarkt, der Konsum und auch die Produktion des verarbeitenden Gewerbes zeigten alle soliden Zuwächse. Die Wirtschaftsleistung sei trotz der Hurrikan-bedingten Störungen mit einer soliden Rate gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt wächst schneller als das Produktionspotenzial und die Inflation sei durch temporäre beziehungsweise idiosynkratrische Faktoren gebremst worden. Meinungsverschiedenheiten gab es aber bezüglich der mittelfristigen Inflationsdynamik und daraus folgend auch eine Diskussion über mögliche Änderungen der Maßnahmen zur Sicherstellung der Preisstabilität. Auf der einen Seite laufe laut einiger FOMC-Mitglieder die Fed Gefahr, derzeit zu lange auf einen Anstieg der Inflation zu warten und genau damit eine mögliche Instabilität an den Finanzmärkten zu riskieren. Auf der anderen Seite weisen einige Ratsmitglieder auf die im Jahresverlauf wieder gesunkenen Inflationserwartungen hin. Die Inflationsentwicklung wollen die Ratsmitglieder daher genau beobachten, bevor…

US-Arbeitsmarktbericht zeigt rund laufenden Jobmotor bei weiter nur verhaltener Lohndynamik

Mit einem Anstieg um 261.000 Personen zeigt der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht für Oktober immerhin den stärksten Stellenaufbau seit fünfzehn Monaten. Im September wurde die Beschäftigungsstatistik allerdings durch die Auswirkungen der schweren Wirbelstürme erheblich verzerrt und zeigte dadurch nur einen sehr geringen Beschäftigungszuwachs. Aber auch wenn man bei den Oktober-Daten den Nachholeffekt außen vor lässt, ergibt sich quasi „netto“ immer noch ein Zuwachs von rund 150.000 Beschäftigten – also ein solides Beschäftigungsplus. Die amerikanische Notenbank dürfte dementsprechend ihre moderate Normalisierung weiter fortsetzen. Ein fast noch positiveres Bild für den US-Arbeitsmarkt zeigt die monatliche Befragung der privaten Haushalte. So setzte die Arbeitslosenquote ihren Abwärtstrend weiter fort und notierte nur noch bei 4,1 Prozent. Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im Dezember 2000 verzeichnet. Aber auch andere Indikatoren, wie beispielsweise ein sichtbarer Rückgang bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen und bei den „unfreiwillig Teilzeit arbeitenden Personen“, sprechen für einen rund laufenden Jobmotor. Nach unserer…

Powell wird neuer Fed-Chef

US-Präsident Donald Trump hat den Juristen und ehemaligen Investmentbanker Jerome Powell zum Nachfolger von Janet Yellen für das Amt des US-Notenbankpräsidenten nominiert. Der nun von Trump nominierte Kandidat muss noch vom US-Senat bestätigt werden. Die vierjährige Amtszeit von Yellen als Vorsitzende der Notenbank endet am 3. Februar 2018. Der Ausschlag für die Nominierung von Powell dürfte gewesen sein, dass ihm eine größere Nähe zu den regierenden Republikanern nachgesagt wird. Trump wird mit seiner Wahl daher wohl deutlich mehr Republikaner zufrieden stellen, als wenn er Yellen erneut nominiert hätte. Ein weiterer Vorteil gegenüber Kandidaten, die bislang vorwiegend in der Wissenschaft tätig waren, dürfte gewesen sein, dass Powell seit Mai 2012 Mitglied des Gouverneursrates ist und damit reichlich Erfahrung mit den Abläufen sowie Entscheidungsprozessen innerhalb der wichtigsten Notenbank besitzt. Nicht zuletzt könnte für ihn gesprochen haben, dass er sich bezüglich einer Lockerung der Regulierungsbedingungen für Banken offener zeigt als beispielsweise Janet Yellen….

US-Wirtschaft hat im dritten Quartal das kräftige Tempo gehalten

Nach einer ersten Schätzung ist die US-Wirtschaft im dritten Quartal auf das Jahr hoch gerechnet um 3,0 Prozent gewachsen. Damit wurde trotz der Beeinträchtigungen durch mehrere schwere Wirbelstürme nahezu die Dynamik des Vorquartals gehalten, sichtbare Bremsspuren sind ausgeblieben. Diese Zahlen erwecken nicht den Eindruck, dass dringend fiskalische Stützungsmaßnahmen erforderlich sind, damit die US-Konjunktur ihr robustes Wachstum beibehält. Dennoch könnte die erneut recht kräftige Investitionstätigkeit im Bereich Ausrüstungen und Maschinen von der Erwartung auf Steuersenkungen profitiert haben. So laufen doch derzeit auf politischer Ebene sehr intensive Verhandlungen, um in diesem Jahr noch Steuererleichterungen auf den Weg zu bringen und damit ein wichtiges Wahlversprechen umzusetzen. Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) liefern insgesamt keine große Überraschung. Im Gegenteil, es wird das recht positive Bild bestätigt, das die Umfragen in den letzten Monaten gezeigt haben. So notiert doch das Industrieklima des ISM-Instituts auf einem 13-Jahres-Hoch und die Umfrage im Dienstleistungssektor zeigt ein ähnlich…

1 2 37