USA

Globale Geldpolitik steht vor großen Veränderungen

Der Beginn der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise liegt nun fast genau zehn Jahre zurück, doch in der internationalen Geldpolitik ist die Krise noch so präsent als wäre es gestern gewesen. Fast alle großen Notenbanken, zumindest in den Industrieländern, halten ihre Leitzinsen bei Null oder nur wenig darüber und in vielen Ländern wird daneben noch laufend Liquidität über den Ankauf von Aktiva in die Märkte gepumpt. Nie zuvor gab es eine derart lange Phase extrem expansiver Geldpolitik. Doch aktuell mehren sich nicht nur in den USA und im Euro-Raum die Anzeichen, dass ein größerer geldpolitischer Umbruch bevorsteht. Zwar sieht es derzeit so aus, als könnte er sich sehr langsam vollziehen. Denn die Notenbanken haben keinen Grund zur Eile, die Inflationsaussichten sind zwar angestiegen, sie halten sich aber immer noch in Grenzen. Das muss aber nicht so bleiben. Besonders in den USA besteht das Risiko, dass sich die Inflationsrate beschleunigt und damit…

US-Arbeitsmarkt: Anhaltender Schwung lässt Zahl der Arbeitslosen weiter schrumpfen

Nach einer Dauer von ziemlich genau 10 Jahren wurden im Mai in den USA erstmals wieder weniger als sieben Millionen Arbeitslose gezählt, dies zeigt der jüngste offizielle Arbeitsmarktbericht. Durch den fünften Rückgang in Folge lag die Arbeitslosenquote nur noch bei 4,3 Prozent. Der Jobmotor in den Vereinigten Staaten läuft also weiter rund und bestätigt unser Bild eines robusten Wirtschaftswachstums im laufenden und in den kommenden Quartalen. Angesichts der guten Arbeitsmarktlage dürften die Fed-Oberen kaum daran vorbeikommen, noch in diesem Monat den nächsten Zinsschritt zu verkünden. Bedenkenträger dürften anmerken, dass die Zahl der Beschäftigten im Mai „nur“ um 138.000 Personen stieg und damit hinter den Markterwartungen zurückblieb. Darüber hinaus wurde auch noch der Beschäftigungsaufbau in den beiden vorangegangenen Monaten um insgesamt fast 70.000 Personen nach unten revidiert. Nach unserer Einschätzung ist ein robustes Tempo beim US-Jobmotor aber weiterhin zu erkennen. Der bisherige Quartalsdurchschnitt zeigt ein monatliches Stellenplus von rund 160.000 –…

Nach Rückzug aus Pariser Abkommen: Kampf gegen Klimawandel geht auch ohne die USA weiter

Gestern Abend gab Präsident Trump den Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen bekannt. Ein Austritt ist frühestens drei Jahre nach Inkrafttreten des Übereinkommens möglich und die Wirkung tritt erst ein weiteres Jahr später ein. Das Übereinkommen ist für die USA am 4. November 2016 in Kraft getreten, wodurch ein Austritt frühestens zum 4. November 2020 wirksam wäre, genau einen Tag nach der Wahl des 46. Präsidenten der USA. Wir gehen davon aus, dass der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen keinen Dominoeffekt nach sich ziehen wird. Die internationale Staatengemeinschaft wird – auch ohne die USA – an ihren verbindlichen Klimazielen festhalten. Aktuelle Signale aus China, Indien und Russland haben das bereits unterstrichen. Zudem werden die EU und China heute einen Pakt zur Bekämpfung des Klimawandels besiegeln. „Internen“ Gegenwind dürfte Trump weiterhin vor allem aus der US-Privatwirtschaft, von US-Bundesstaaten, Städten und Investoren erfahren. Nachhaltige Technologien sind für viele US-Unternehmen längst globaler…

USA: Trump gibt abermals nach um „Shutdown“ zu verhindern

Ein Überbrückungshaushalt sichert die Zahlungsfähigkeit der US-Regierung bis Ende des laufenden Fiskaljahres am 30. September. Die Details werden in dieser Woche noch festgezurrt und sollen dann von beiden Kongresskammern, dem Repräsentantenhaus und dem Senat als Haushaltsgesetz beschlossen werden. Um im Senat auch die erforderliche Mehrheit von 60 Prozent der Stimmen zu erhalten, waren Zugeständnisse gegenüber den demokratischen Abgeordneten erforderlich. Es steht bereits fest, dass das Budget um rund 20 Mrd. US-Dollar ausgeweitet wird und Einsparungen in keiner Weise vorgesehen sind. Entscheidend ist zumindest unter kurzfristigen Aspekten die Tatsache, dass es nicht zu einer Zahlungsunfähigkeit, einem sogenannten „Shutdown“, der US-Regierung gekommen ist. Dies war zuletzt 2013 immerhin für die Dauer von 16 Tagen der Fall, sodass einige Bundesbehörden und andere Einrichtungen ihre Pforten schließen mussten. Damals hatte eine republikanische Mehrheit im Kongress einen Haushaltsentwurf des demokratischen Präsidenten Barack Obama blockiert. Der jüngste fiskalische Kompromiss weckt bei uns allerdings die Befürchtung, dass…

US-Wirtschaft: Sondereffekte verhageln abermals die Bilanz des ersten Quartals

Die jüngst veröffentlichten Daten zum Schwung der US-Wirtschaft im ersten Quartal sind wieder einmal recht schwach ausgefallen, auf das Jahr hochgerechnet wurde nur eine Steigerung um 0,7 Prozent gemeldet. Vorausgegangen war im vierten Quartal ein deutlicher Zuwachs von 2,1 Prozent. Präsident Trump wird den schwachen Jahresauftakt, den die neuesten Daten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigen, wohl als Beweis für die schlechte Verfassung der US-Wirtschaft interpretieren. Nach unserer Einschätzung ist es wichtiger darauf hinzuweisen, dass die Schwierigkeiten, die die Saisonbereinigung bei diesem sehr großen und auch von sehr unterschiedlichen klimatischen Zonen geprägten Land aufwirft, weiterhin bestehen und die statistische Erfassung der wirtschaftlichen Dynamik beeinträchtigen. Wiederholt hat die Statistikbehörde verlautbart, dass besonders der Zeitraum Januar bis März von dieser Problematik betroffen ist und eine Verbesserung weiterhin in Arbeit ist. Aber nicht nur klimatische, sondern auch andere Sondereffekte lasten auf den jüngsten BIP-Daten und haben dafür gesorgt, dass vor allem der private Konsum…

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