USA

US-Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen – zweiter Lockdown aber unwahrscheinlich

Die Nachrichten aus den USA sind derzeit zweigeteilt. Auf der Sonnenseite stehen die jüngsten Meldungen zur konjunkturellen Lage. Ob am Häusermarkt, beim Konsum- und Industrieklima oder bei den Beschäftigungszahlen – überall bewegten sich die Indikatoren zuletzt wieder aufwärts, zum Teil sogar sehr steil. Positiv hervorzuheben ist der Einkaufsmanagerindex des ISM für das verarbeitende Gewerbe, der im Juni sogar den Sprung über die Wachstumsschwelle schaffte. Er steht nun bei 52,6 Punkten. Die Lockerungen der Lockdownmaßnahmen und die umfangreichen Staatshilfen haben der Wirtschaft offensichtlich wieder Schwung gegeben. Sicherlich, an die Werte von vor der Krise kommt man noch nicht wieder heran. Zu nennen ist hier insbesondere die Arbeitslosenquote, die aktuell (Juni) 11,1 Prozent beträgt. Im Jahresdurchschnitt 2019, also „vor Corona“, lag sie mit 3,7 Prozent viel tiefer. Dennoch zeigen die Daten, dass sich die Wirtschaft überraschend schnell erholen kann. Wird die Entwicklung der Gesamtwirtschaft sogar die Form eines V annehmen, folgt also…

Der politische Rückenwind für den US-Dollar wird schwächer

Seit Donald Trump vor dreieinhalb Jahren das Amt als US-Präsident übernommen hat, hat er reichlich Anlass zu Diskussionen geboten. In vielen Belangen hat er neue Wege beschritten, gegen diplomatische Konventionen verstoßen und sich regelmäßig an der Grenze des guten Geschmacks entlang gehangelt. Dennoch müssen ihm nicht nur seine Parteifreunde einen bemerkenswerten ökonomischen Erfolg bescheinigen. Alles andere als eine Wiederwahl Trumps schien vor wenigen Monaten undenkbar. Weder der Handelskrieg mit China noch das Amtsenthebungsverfahren konnten dieser Erfolgsgeschichte etwas anhaben. Und dann kam Covid-19. Trump sieht sich derzeit einem bis dato ungeahnten Gegenwind ausgesetzt. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden verfügt in Umfragen inzwischen über einen äußerst komfortablen Vorsprung. Bis zur US-Präsidentschaftswahl sind es noch 127 Tage, eine kleine Ewigkeit in so volatilen politischen Zeiten wie den aktuellen. Es wäre töricht, bereits jetzt davon auszugehen, dass der Machtwechsel sicher bevorsteht. Nicht nur, dass Trump wie ein angeschossener Tiger aggressiver denn je um jede…

Fed: Niedrige Kapitalmarktrenditen verankern

Am 9. und 10. Juni tagt der Rat der US-Notenbank. Bei der anstehenden FOMC-Sitzung werden die US-Währungshüter wohl intensiv über die Möglichkeit einer sogenannten „yield curve control“ diskutieren. Dabei werden – wie in schon in Japan – Renditeziele für bestimmte in der Regel längere Laufzeiten von der Notenbank vorgegeben. Außerdem stehen die überarbeiteten Projektionen auf der Agenda, eine mögliche Konkretisierung der Forward Guidance und die Frage, ob die Fed Aussagen über die Höhe der zukünftigen Anleihekäufe vornehmen wird. Angesichts eines Leitzinskorridors von 0,00%-0,25% sind diesbezüglich keine Änderungen zu erwarten. In verschiedenen Reden haben die Fed-Oberen zuletzt darüber diskutiert, wie sie mittelfristig die Kapitalmarktrenditen auf einem niedrigen Niveau verankern können. Doch ob die Fed tatsächlich den Paradigmenwechsel wagt und auf eine Steuerung der Zinskurve umschwenkt, ist nicht nur fraglich, sondern im aktuellen Umfeld unseres Erachtens auch unnötig. So sind die Kapitalmarktrenditen in den Vereinigten Staaten schon sehr niedrig. Nicht zuletzt hat…

US-Arbeitsmarkt im Krisenmodus – aber der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht

Bereits die März-Daten hatten für den US-Arbeitsmarkt einen deutlichen Rückgang bei der Beschäftigung gezeigt, die jüngst veröffentlichten Zahlen für den Monat April sind jetzt aber erwartungsgemäß noch wesentlich schlechter ausgefallen. Gegenüber Vormonat sank die Zahl der Beschäftigten um rund 20,5 Millionen und die Arbeitslosenquote schnellte auf14,7 Prozent in die Höhe. Dies ist nicht nur die höchste jemals verzeichnete Rate, sondern auch der stärkste monatliche Anstieg seit Erfassung der Daten im Jahr 1948. Im April ist mit einem Minus von 7,6 Millionen mehr als ein Drittel des Beschäftigungsabbaus auf das Hotel- und Gaststättengewerbe entfallen. Große Verluste von jeweils rund 2 Millionen zeigen aber auch der Einzelhandel, unternehmensnahe Dienstleistungen und der Bildungssektor. Aber auch die Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft wurden von dem Abwärtssog nicht verschont, dies zeigen die Rückgänge um 1,3 und knapp 1,0 Millionen. Letztlich verdeutlicht der jüngste Bericht, dass in allen Wirtschaftsbereichen die Zahl der Beschäftigten…

US Banken scheuen das Risiko

Die US-Banken werden im Kredit deutlich restriktiver. Dies zeigen die jüngsten Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage der US Notenbank unter den Banken zum Kreditgeschäft (Senior Loan Officer Survey). Sollte es zu einer Insolvenzwelle kommen, dürfte die konjunkturelle Erholung sehr schleppend verlaufen. Daher versucht die US Notenbank zurzeit fast im Alleingang die Kreditversorgung zu sichern. Die Standards für kommerzielle Kredite sowie für Kredite an private Haushalte haben sich im Zuge der COVID-19-Krise dramatisch verschärft. In der Subkategorie der Unternehmen gaben die Befragten zu Protokoll, dass die Kreditbedingungen per Saldo sowohl für die großen und mittleren als auch für die kleinen Firmen in einem erheblichen Maße verschärft wurden. Außerdem sind die Margen für risikoreichere Kredite kräftig gestiegen und die Erfordernisse für Sicherheiten wurden erheblich erhöht. Als Ursache, die zu der deutlichen Verschärfung der Gewährung von Unternehmenskrediten beigetragen haben, erwähnten die Kreditinstitute vor allem eine geringere Risikotoleranz. Diese basiere insbesondere auf den allgemeinen Konjunkturaussichten,…

USA: Der BIP-Rückgang in Q1 ist nur ein leichter Vorgeschmack auf den Einbruch im laufenden Quartal

Die Einschränkungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens durch die Corona-Pandemie haben die US-Wirtschaft in eine Rezession getrieben, dies bestätigen die jüngst vorgelegten Daten. Im ersten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hoch gerechnet um 4,8 Prozent geschrumpft. Die negativen Q1-Daten sind aber wohl nur ein leichter Vorgeschmack auf den zu erwartenden kräftigen Einbruch im laufenden Quartal. Dafür spricht, dass sich durch die landesweiten Ausgangsbeschränkungen die Konsumtätigkeit auf das Allernötigste beschränkt hat. Darüber hinaus zeigt sich in den Industriebetrieben und auch im Dienstleistungsbereich ein beispielloser Stimmungseinbruch. Ebenso düster beurteilen die Verbraucher ihre aktuelle Situation, in den letzten Wochen wurden immerhin mehr als 26 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosengeld gestellt. Letztlich ist für das zweite Quartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um rund 30 Prozent zu rechnen. Die finanziellen Hilfsmaßnahmen von staatlicher Seite, die inzwischen rund 2,6 Billionen US-Dollar umfassen, können gar nicht so schnell wirken, um dies zu verhindern. Außerdem…

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