USA

US Konjunktur verliert an Fahrt

Die US Konjunktur ist nicht völlig immun gegenüber den anhaltenden politischen Belastungsfaktoren. Insbesondere der kein Ende findende Handelsstreit mit China schein sich zu einer zunehmenden Belastung für die Industrie zu entwickeln. Dabei dürften weniger die direkten Effekte eine Rolle spielen, sondern die Erwartung von höheren Preisen (durch Zölle) und damit sinkende Gewinnmargen dürften hier eine wichtige Rolle spielen. Die Stimmung in der Industrie ist zuletzt deutlich gefallen. Laut den Umfragen durch das ISM Institut hat sich das Klima in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt. Im September ist der Indikator unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gesunken. Der US-Arbeitsmarkt scheint sich dagegen noch robust zu entwickeln, wenn auch nicht ohne Makel. So wächst die Zahl der Industriebeschäftigten bereits seit Jahresbeginn kaum noch. Der im Vergleich zum Vorjahr sichtbar verlangsamte Beschäftigungsaufbau ist teilweise der Knappheit von qualifizierten Arbeitskräften geschuldet. Bedenken an der Robustheit des Arbeitsmarkts und auch an der gesamten US Konjunktur…

Neuer Zollstreit zwischen USA und EU: Das könnte am Ende teuer werden

Die US-Regierung hat die Einführung neuer Strafzölle gegen die EU angekündigt. Dieses Mal geht es um „Vergeltungszölle“, die von der Welthandelsorganisation (WTO) aufgrund der verbotenen EU-Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus sogar ausdrücklich genehmigt worden sind. Die Zölle auf Güter im Wert von 7,5 Mrd. Euro sollen Mitte Oktober in Kraft treten. Das Volumen entspricht dem WTO-Beschluss, doch die vom US-Handelsministerium veröffentlichte Liste der mit Zöllen belegten Produkte überraschte doch etwas. Klar ist, dass die Länder mit Airbus-Produktionsstandorten, die für die fraglichen Subventionen verantwortlich sind, auch von den US-Zöllen getroffen werden sollen. Das sind im Wesentlichen Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Auf der Liste stehen zwar wie erwartet Passagierflugzeuge, doch werden sie nur mit einem Zollsatz von 10% belegt. Flugzeugteile oder Hubschrauber sind dagegen von den neuen Zöllen ausgenommen. Zuvor war vermutet worden, dass sämtliche Produkte der Luftfahrtindustrie mit Zöllen bis zu 100% (Obergrenze der WTO) belegt werden könnten. Das ist…

Am US-Dollar führt kein Weg vorbei

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat ihre alle drei Jahre erscheinende Statistik zu den Umsätzen am Devisenmarkt veröffentlicht, die als Nonplusultra für den weltweiten Devisenhandel gilt. Die wichtigste Erkenntnis für uns ist die überragende Dominanz des US-Dollars. Trotz der Zweifel an der Verlässlichkeit der US-Politik und des häufig unterstellten globalen Wunsches nach einem alternativen Zahlungsmittel kann die US-Währung ihre Spitzenposition am Devisenmarkt sogar noch leicht ausbauen. Weitere wesentliche Ergebnisse der Statistik sind: » Insgesamt wieder steigende Umsätze: Die täglichen Devisenumsätze lagen im April 2019 bei 6,6 Bio. US-Dollar (2016: 5,1 Bio.). Der zwischen 2013 und 2016 zu beobachtende Trend sinkender Volumina ist somit gebrochen. » US-Dollar bleibt liquideste Währung: Bei 88,3% aller Devisengeschäfte ist der US-Dollar beteiligt (2016: 87,6%). Auch der Euro kann mit 32,3% seinen zweiten Platz behaupten (31,4% im Jahr 2016); es lässt sich aber nicht leugnen, dass seine Rolle gegenüber dem vorigen Jahrzehnt strukturell abgenommen hat (2010:…

Hoffnung – mal wieder

Die letzten Tage haben in Bezug auf die größten politischen Risiken für die Weltwirtschaft eine leichte Entspannung gebracht. In Großbritannien scheint die unmittelbare Gefahr eines No-Deal-Brexit zum 31.10.2019 fürs Erste abgewendet. In Italien wurde eine Zusammenarbeit zwischen den Sozialdemokraten und der 5-Sterne-Bewegung vereinbart und damit schnelle Neuwahlen und ein möglicher Durchmarsch von Salvinis Lega bis auf Weiteres ausgeschlossen. Und schließlich werden zwischen den USA und China zumindest wieder Gesprächstermine vereinbart, auch das ist angesichts des Zerwürfnisses der letzten Wochen schon ein Fortschritt. An den Finanzmärkten wurden diese Entwicklungen bereits mit großer Erleichterung aufgenommen. Die Renditen der Bundesanleihen konnten sich von ihrem Tiefststand wieder etwas erholen, auch an den Aktienmärkten haben die Notierungen zugelegt. Deutlich profitiert haben auch die italienischen Staatsanleihen. Doch könnte die Erleichterung verfrüht sein und schon bald wieder einer Enttäuschung Platz machen. In Bezug auf den Brexit scheint uns die „harte“ Variante keineswegs ausgeschlossen zu sein. Sie könnte…

Balance wahren

Die erratische Politik von US-Präsident Trump zieht ihre Furchen durch die Weltwirtschaft mit der Folge einer spürbar größeren Unsicherheit hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Entsprechend ist die Investitionsneigung der Unternehmen gesunken und die Investitionstätigkeit wird weitgehend auf das Notwendige beschränkt. Immer lauter wird der Ruf nach staatlicher Unterstützung. Im Mittelpunkt dieser Forderungen steht vor allem Deutschland, eines der wenigen Länder mit einem Haushaltsüberschuss. Auch die Zentralbanken stemmen sich gegen die Wachstumsrisiken. Während in den USA die Zentralbank noch versucht, ihr geldpolitisches Pulver trocken zu halten, ist die EZB bereits einen Schritt weiter und prüft alle weiteren Optionen der Geldpolitik, bis hin zum Kauf von Aktien und Bankanleihen. Zumindest hat EZB-Chef Draghi den Prüfauftrag in der letzten Pressekonferenz nicht eingeschränkt. Mit einer zunehmend expansiven Geld- und Fiskalpolitik versuchen Regierungen und Zentralbanken, der Abkühlung der weltwirtschaftlichen Dynamik entgegenzuwirken. Dabei scheint bislang die Geschwindigkeit der Lockerung so hoch zu sein, dass man…

US Notenbank lässt sich alles offen, Zinsen dürften aber sinken

Viele Marktteilnehmer erhofften sich von der Zentralbank-Konferenz in Jackson Hole weitere Informationen, ob sich die jüngste Anpassung in der Mitte des Konjunkturzyklus nicht doch noch zu einem ausgewachsenen Leitzinssenkungszyklus entwickeln wird. Fed-Chef Powell wollte sich aber nicht festlegen und gab keine konkreten Hinweise auf den zukünftigen Pfad der Geldpolitik. Offen war er dagegen dahingehend, dass man kein Handbuch für den Umgang mit dem laufenden Handelskonflikt habe. Dies deutet wiederum auf eine hohe Unsicherheit im FOMC selbst hin. Zwar ist es aus meiner Sicht relativ sicher, dass die US-Leitzinsen im Laufe des Jahres weiter sinken werden. Die spannende Frage ist aber eher, ob weitere Zinssenkungen überhaupt noch einen positiven Effekt auf die Realwirtschaft haben werden, oder nur die Finanzmärkte beflügeln. Der politische Druck auf die US-Notenbank ist zudem weiter gestiegen. Nach Trump ist Powell nun ein Feind – man weiß aber nicht genau für wen oder was. Inwieweit dies in den…

1 2 62