USA

Der Ausblick für die Weltwirtschaft hat sich eingetrübt – Prognosen gesenkt

Auch wenn die Nachrichtenlage momentan gerade mal wieder eher durch Signale der Entspannung geprägt ist, so sind die geopolitischen Risiken weiter gestiegen. Durch das anhaltende „Hin und Her“ bei den zahlreichen Gefahrenstellen für die Konjunktur bedroht vor allem eine sichtbare Zurückhaltung bei der Investitionstätigkeit den Wachstumsausblick vieler Industrie- und Schwellenländer. Wir rechnen für dieses und das kommende Jahr nicht mehr mit einer Beschleunigung beim Wachstum der Weltwirtschaft. Auch die Inflationsprognosen haben wir teilweise etwas gesenkt. Der verschärfte Handelskonflikt und die weitere Zuspitzung der geopolitischen Risiken belastet weltweit das Wirtschaftsklima, auch wenn sich dies bisher regional erst in recht unterschiedlicher Ausprägung zeigt. Insgesamt dürften in den kommenden Monaten die anhaltenden Diskussionen und Auseinandersetzungen über Handelsbarrieren auf dem realwirtschaftlichen Sentiment lasten. Grundsätzlich wird ein Stimmungsrückgang in den Unternehmen und bei den privaten Haushalten eine Zurückhaltung bei der Investitionstätigkeit und eine etwas schwächere Dynamik beim Welthandel zur Folge haben. Für die meisten Industrieländer…

US Notenbank bleibt für Wachstum zuversichtlich – Risiken steigen aber

Das Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US Notenbank vom 20.-21. März deutet auf einen strafferen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank hin. So könnten die verbesserten Aussichten für das Wirtschaftswachstum und die gestiegene Zuversicht eines Inflationsanstiegs auf 2% den Weg für einen steileren Zinserhöhungspfad ebnen. Zudem könnte die gegen Ende des vergangenen Jahres beschlossenen Steuererleichterungen die konjunkturelle Dynamik zusätzlich befeuern. Vor diesem Hintergrund wurde im FOMC-Rat wohl auch die Möglichkeit diskutiert, das Fed-Kommuniqué im Laufe des Jahres zu adjustieren, um die Märkte auf eine akkommodierende oder gar restriktivere geldpolitische Ausrichtung vorzubereiten. Trotz der besseren Wirtschaftsaussichten gab eine große Mehrheit der Geldpolitiker zu Bedenken, dass eine mögliche Eskalation des jüngsten Handelsstreits der US-Wirtschaft schaden würde. Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten würde die Unsicherheiten bezüglich der weiteren Handelspolitik und die hieraus resultierenden Folgen für das Wirtschaftswachstum widerspiegeln. Zusammengefasst bestätigt das Protokoll den Willen der US-Notenbank die Leitzinsen in diesem und im…

USA: Bereits jetzt ein ernüchternder Ausblick für den Bundes-haushalt, aber es kommt wohl noch schlimmer

Die unabhängige Kongressbehörde CBO hat routinemäßig ihre Budgetprojektionen überarbeitet. Obwohl das CBO für dieses Jahr dank der jüngsten Steuerreform mit einem erstaunlich kräftigen Wirtschaftswachstum rechnet, fällt der fiskalische Ausblick für den US-Bundeshaushalt wenig überraschend ziemlich ernüchternd aus. Der jüngste Report bestätigt, dass sich das Defizit im Bundeshaushalt, gemessen mit dem Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, in den kommenden Jahren deutlich ausweiten wird. Nach -3,5 Prozent im abgelaufenen Jahr dürfte es sich auf -5,1 Prozent im Jahr 2022 vergrößern. In zehn Jahren dürfte die Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsproduktes laut CBO bei rund 96 Prozent liegen, also rund 20 Prozentpunkte höher als derzeit. Zu einer ähnlich deutlichen Verschlechterung bei den Staatsfinanzen ist es nur nach dem zweiten Weltkrieg und nach der letzten großen Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. In Wirklichkeit wird es aber wohl eher noch etwas schlimmer kommen. Unsere Bedenken werden von mehreren Aspekten genährt. So beruhen die jüngsten CBO-Projektionen auf der aktuellen…

Gekommen, um zu bleiben – Steuerkürzungen sorgen für massiven Gewinnsprung in den USA

Die Analysten für US-Unternehmen dürften dieser Tage gestresst sein. Mit dem Ende 2017 verabschiedeten Steuersenkungsprogramm der Trump-Administration hat sich ein neues Bild für die Schätzungen der Gewinne, Dividenden und Aktienrückkäufe für 2018 und die Jahre danach ergeben. Diese werden nun erstmalig vollumfänglich in den Berichten der Unternehmen ersichtlich sein und die bis dato unsicheren Schätzungen der Analysten ablösen. Vereinzelt ist mit Ergebnissprüngen durch Steuereffekte um bis zu 20% zu rechnen. Dazu kommt die gesunde operative Entwicklung der US-Unternehmen – für den S&P 500 dürften die Gewinne im operativen Geschäft um rund sieben Prozent gewachsen sein. Insgesamt sollten die Gewinne gemäß des Datenanbieters Factset beim S&P 500 im ersten Quartal um 17% anziehen, im Gesamtjahr 2018 gar um 19%. Erwähnenswert ist, dass derzeit alle der großen Branchen in den USA ein Gewinnwachstum verzeichnen, der Aufschwung also auf breiten Schultern verläuft. Taktgeber für den Aufschwung beim Gewinnwachstum bleiben die Unternehmen aus den…

US-Arbeitsmarkt: Trotz schwacher März-Daten eine erfreuliche Quartalsbilanz, unverändert nur moderate Lohnsteigerungen

In den Vereinigten Staaten lag die Arbeitslosenquote im März den sechsten Monat in Folge auf dem niedrigen Niveau von 4,1 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Beschäftigten gegenüber Februar allerdings „nur“ um 103.000 Personen, der Beschäftigungszuwachs blieb damit sichtbar hinter den kräftigen Vormonaten zurück. Dennoch kann sich die Arbeitsmarktbilanz für das erste Quartal durchaus sehen lassen. Zum einen entstanden knapp 620.000 neue Stellen, das ist der stärkste Anstieg seit sechs Quartalen. Noch erfreulicher fällt die Bilanz aus, wenn man den öffentlichen Sektor außen vorlässt, da in diesem Bereich zuletzt eher Stellen abgebaut wurden. Die private Wirtschaft hat also zu Jahresbeginn ihre Beschäftigungsdynamik gesteigert, der Blick allein auf die schwächeren März-Daten liefert hier einen falschen Eindruck. Das Bild eines weiterhin rund laufenden Jobmotors, der vom Dienstleistungssektor und den güterproduzierenden Branchen gleichermaßen angetrieben wird, ergänzt unverändert eine moderate Entwicklung der Löhne. So stiegen laut jüngstem Arbeitsmarktbericht die gezahlten Stundenlöhne um 0,3 Prozent…

Eskalierender Handelsstreit USA-China und die Folgen

In Sachen Handelsstreit USA-China überschlagen sich derzeit die Ereignisse. Am 03. April hat US-Präsident Trump konkrete US-Strafzölle auf Importe aus China angedroht, China seinerseits hat wenige Stunden später mit vergleichbaren Ankündigungen reagiert. Und nur zwei Tage später hat Trump nun erneut nachgelegt. Betroffen von den am 03.04. konkret avisierten US-Zöllen sind chinesische Lieferungen im Umfang von rund 50 Mrd. USD. Das entspricht rund 10 Prozent aller chinesischen Exporte in die USA und 0,4 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ein Großteil der betroffenen chinesischen Produkte dürfte für die USA nicht leicht zu substituieren sein. Der Effekt der Schutzzölle könnte sich daher stärker in der US-Inflation als in einer sinkenden US-Nachfrage nach diesen Importen niederschlagen. Der Export der Produkte dürfte schätzungsweise um etwa ein Drittel sinken, die chinesischen Gesamtexporte in die USA also um 3 bis 4 Prozent. Der Wachstumseffekt auf das chinesische BIP läge damit rechnerisch unter 0,2 Prozent. Da viele…

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