USA

Wie die EZB: Fed nun auch mit einer Nullzinspolitik „Forever“

Insgesamt zeigten das Fed-Statement, die Projektionen sowie die Pressekonferenz der US-Notenbank, dass die Geldpolitik in den kommenden Jahren ultra-expansiv ausgerichtet bleiben wird. Powell versicherte, dass die Währungshüter alle zur Verfügung stehenden geldpolitischen Instrumente ausnutzen werden, je nachdem wie sich die Wirtschaft entwickeln werde. Außerdem betonte er mehrfach und nahezu dogmatisch, dass die neue Forward Guidance ein kraftvolles und mächtiges Konzept sei, die Erwartungen der Marktteilnehmer zu steuern. Die Zusage, die Leitzinsen erst dann zu erhöhen, wenn die Inflationsrate im Durchschnitt die Marke von 2% erreicht habe, ist unseres Erachtens sowohl weitreichend als auch bedingungslos. Insbesondere muss diese Zusage vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Währungshüter in ihren Projektionen auch im Jahr 2023 gerade mal eine Inflationsrate von 2% erwarten. Eine erste Leitzinserhöhung dürfte gemäß der neuen Forward Guidance frühestens im Jahre 2025 vorgenommen werden. Unsere Einschätzung: Wait-and-See bis Präsidentschaftswahl Powell hat sich alle Türen offengelassen, die geldpolitische Ausrichtung je…

US Notenbank – Erstes Treffen mit neuer Strategie

Zwar werden auf der kommenden Sitzung des FOMC wahrscheinlich keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen in die Wege geleitet, doch gibt die derzeitige Ausrichtung genügend Anlass zur Diskussion. Bei der Frage, was die Fed noch machen kann, um die Geldpolitik zu lockern, scheiden sich die Geister auch innerhalb des FOMC. Negative Leitzinsen oder eine sogenannte „yield curve control“ wurden zuletzt mehrheitlich abgelehnt. Einige Währungshüter wollen die Forward Guidance schärfen und den Marktteilnehmern mehr Klarheit über die zukünftige geldpolitische Ausrichtung geben. Unseres Erachtens dürfte die Fed im Pressestatement nun betonen, dass die Leitzinsen erst dann angehoben werden, wenn das durchschnittliche Inflationsziel von 2% „nachhaltig“ erreicht wurde. Damit würde die Fed die Forward Guidance konkretisieren und ein längerfristig niedriges Leitzinsniveau verankern. Die Währungshüter werden aber keine exakten Angaben machen, wie lange die Inflation tatsächlich höher ausfallen soll. Turnusgemäß werden im Nachgang der FOMC-Sitzung aktualisierte Projektionen veröffentlicht, wobei die Erwartungen für das Jahr 2023 neu…

Trotz Corona gute Stimmung am US-Häusermarkt

Der US-amerikanische Häusermarkt ist bislang weitgehend unbeschadet durch die Corona-Pandemie gekommen, trotz einer explosionsartig ausgeweiteten Arbeitslosigkeit, vielen Corona-Infektionen und den schon recht hohen Immobilienpreisen. Doch die Stimmung am Häusermarkt brach nur kurz ein, um unmittelbar danach ein höheres Niveau zu erreichen. Die Hauspreise stagnieren derzeit und bewegen sich dabei in der Pandemie auf ihrem Allzeit-Hoch. Drei Prozent für eine 30-jährige Standardhypothek – nie zuvor konnten Häuser so günstig finanziert werden. Entsprechend attraktiv ist das Marktumfeld für Käufer mit einem sicheren Job. Die Suche nach dem passenden Eigenheim ist schon schwieriger. Das Immobilienangebot ist so knapp wie selten zuvor. Das Zinstief wird die Nachfrage weiter stützen und den Markt in Verbindung mit dem knappen Immobilienangebot stabilisieren. Die Gefahr einer spürbaren Preiskorrektur nimmt auch mit Blick auf die eingesetzte wirtschaftliche Erholung ab. Demgegenüber spricht die hohe Arbeitslosigkeit gegen merklich anziehende Hauspreise.

USA: Erholung am Arbeitsmarkt setzt sich fort, Dynamik dürfte aber weiter abnehmen

Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich im August aufgrund der konjunkturellen Erholung weiter gebessert: Zwar wurden etwas weniger Jobs geschaffen als im Juli, dennoch fiel das Plus bei der Beschäftigung mit rund 1,4 Millionen insgesamt recht ordentlich aus. Die Arbeitslosenquote sank infolgedessen überraschend stark von zuvor knapp über 10 Prozent auf 8,4 Prozent, möglicherweise eine Folge der nun deutlich reduzierten Bundesszuschüsse zur Arbeitslosenhilfe. Laut dem Statistikamt kommt es aber auch immer noch zu Fehlern bei der Klassifizierung, sodass die Arbeitslosenquote tatsächlich etwas höher liegen dürfte. Nichtsdestotrotz, die jüngsten Arbeitsmarktzahlen geben ein positives Signal für die US-Konjunktur, das gerade im Wahlkampf viel Beachtung erhält und Donald Trump sicherlich willkommen ist. Der Stellenaufbau fand erneut vor allem im Dienstleistungsbereich statt, wo sich die Beschäftigungssituation weiter „normalisiert“. So wurden besonders im Einzelhandel und im Freizeit- und Beherbergungsgewerbe wieder viele Personen eingestellt, die noch infolge des Lockdowns entlassen wurden. Aber auch der Staat…

Trump oder Biden – kurzfristig macht das wohl kaum einen Unterschied für die Wirtschaft

Welche Auswirkung hätte eine Wiederwahl Trumps oder ein Wahlsieg Bidens? Beide würden ihren Fokus nach der Wahl wohl darauf richten, die Wirtschaft auf ihrem Erholungskurs zu unterstützen. Vor allem Biden hat sich wiederholt für eine stärkere Rolle des Staates ausgesprochen – die Staatsausgaben würde er kräftig steigern. Finanzieren will er das mit höheren Steuern für Unternehmen und wohlhabende Bürger. Trump dürfte dagegen seinem Kurs treu bleiben: Er will mit Steuersenkungen der Wirtschaft wieder Schwung verleihen. Selbst wenn sich die Herangehensweise an das Thema Fiskalpolitik zwischen Trump und Biden damit unterscheidet, würde das Wahlergebnis zumindest mit Blick auf die kommenden zwei bis drei Jahre wohl kaum einen größeren Effekt für die Wirtschaft bedeuten. Die Maßnahmen, die letztlich umgesetzt werden können, werden maßgeblich von der Zusammensetzung im Kongress abhängen. Nur mit der Rückendeckung beider Kammern könnte der künftige US-Präsident größere Reformen umsetzen. Gerade für Trump scheinen die Chancen dafür derzeit gering. Auch…

Neue Zielgrößen der Fed

Die gestrige Rede des Fed-Vorsitzenden Powell wurde mit Spannung erwartet, da er Anhaltspunkte über die längerfristige strategische Ausrichtung der US-Geldpolitik gegeben hat. Marktseitig wurde davon ausgegangen, dass die Fed eine Überschreitung des Inflationsziels ausdrücklich zulassen wird. Inflationsziel wurde in der Vergangenheit verfehlt Diese Erwartungen hat Powell voll erfüllt. Die Fed wird sich nicht mehr am Erreichen einer konkreten Inflationsrate orientieren, sondern an einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2% im Zeitverlauf. Der Hintergrund dieser Anpassung ist, dass das Erreichen dieses Ziels schon in den zurückliegenden Jahren Probleme bereitet hat und die Inflation niedriger lag. Im Rahmen der schon im November 2018 begonnenen strategischen Überprüfung ihrer Geldpolitik hat die Fed diese Thematik untersucht und als Ergebnis nun ihr Zielsystem angepasst. Durchschnittliche Inflation – aber kein genauer Zeitpunkt Powell hat auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole angekündigt, dass die Fed eine, wie er es nannte, „flexible Form des durchschnittlichen Inflationsziels“ einführen wird. Da Powell…

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