USA

Made in China 2025“: Zukunftsstrategie für China – eine Bedrohung für die Industrieländer?

Spätestens seit US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf chinesische Importe auch zur Kampfansage gegen „Made in China 2025“ erklärt hat, ist das chinesische Zukunftsprojekt in aller Munde. Ziel der Strategie ist es, Chinas Industrie grundlegend zu modernisieren und in die Lage zu versetzen, Hightech-Produkte, die das Land bislang importieren muss, selbst zu produzieren. Dies ist grundsätzlich erst einmal ein wichtiger, wenn nicht sogar ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Denn Chinas bisheriges Wachstumsmodell – die billige Massenproduktion relativ einfacher Industriegüter – ist mit dem demografischen Wandel und dem gestiegenen Wohlstandsniveau des Landes in die Jahre gekommen. „Made in China 2025“ ist an das Konzept der „Industrie 4.0“ angelehnt, der Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Fertigung. Zehn ausgewählte Schlüsselindustrien in China, darunter Elektromobilität und Robotics, sollen mittels Digitalisierung bis zum Jahr 2025 zum technologischen Niveau der Industrieländer aufschließen. Bis Mitte des Jahrhunderts will China in diesen Bereichen dann die…

Die Fed rudert zurück

Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der jüngsten Sitzung des geldpolitischen Rates der US-Notenbank vom 8. November 2018 („Minutes“) hat überraschende Neuigkeiten über die weitere geldpolitische Ausrichtung der Fed zutage gefördert. Zwar lassen die Minutes kaum Zweifel daran, dass die US-Währungshüter den Leitzinskorridor im Dezember erneut um 25 Basispunkte erhöhen werden. Neu war jedoch, dass die Fed-Oberen beabsichtigen, ihren Tenor im Protokoll zu ändern. Während in der Vergangenheit darauf hingewiesen wurde, dass eine graduelle Erhöhung des Leitzinsniveaus angemessen sei, könnte demnächst im Kommuniqué stehen, dass weitere Leitzinserhöhungen strikt von den Datenveröffentlichungen abhängig sein werden. Noch vor wenigen Wochen hatte Fed-Chef Jerome Powell darauf hingewiesen, dass die Fed einen leicht restriktiven Leitzins in Erwägung ziehe. Viele Marktteilnehmer hatten in den zurückliegenden Monaten daher den Eindruck gewonnen, dass eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte pro Quartal auf absehbare Zeit in Stein gemeißelt sei. Diese Erwartungshaltung wurde mit dem jüngsten Protokoll in Frage gestellt. Eine…

Aktienmärkte – Der Pessimismus ist zu groß geworden

In den USA steigen die Zinsen nun schon seit 2015 an. Zwar befinden wir uns im flachsten Leitzinsanhebungszyklus seit 50 Jahren, aber die Zinsen steigen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die mittel- und langfristigen Renditen, die ebenfalls angestiegen sind. Gleichzeitig verknappt die US Notenbank auch die Liquidität und baut ihre Bilanz langsam ab. Diese Entwicklung haben die Finanzmärkte und insbesondere die Aktienmärkte lange ignoriert. Diese Phase scheint nun vorbei zu sein. Die laufende Korrektur wird noch verstärkt durch ein Überdenken der Geschäftsmodelle im Technologiesektor. Die vormals erwarteten Gewinnsteigerungen werden zunehmend kritisch hinterfragt. Dazu kommen noch wachsende Sorgen, dass durch Regulierung im Datenbereich und Überlegungen, die technologischen Oligopole einzugrenzen, die Gewinnaussichten zusätzlich regulatorisch reduziert werden. Jedoch wird aus meiner Sicht nun allmählich zu viel Pessimismus in die Märkte eingepreist. Wir befinden uns zwar in einer späten Phase des Konjunkturzyklus, allerdings gehen wir mindestens in den kommenden beiden Jahren nicht von…

Bleibt in den großen Industrienationen die Entwicklung der Industrie hinter den Dienstleistungen zurück?

Nach Finanz- und Euroschuldenkrise hat sich nicht nur die Konjunktur in den westlichen Industriestaaten spürbar erholt. Auch die Arbeitsmärkte haben sich merklich entspannt. In den meisten großen Industrienationen fallen die Arbeitslosenquoten mittlerweile so niedrig aus wie schon seit vielen Jahren nicht. In Deutschland ist die Arbeitslosenquote sogar so niedrig wie noch nie. Auch wenn der Rückgang der Arbeitslosigkeit in anderen Ländern weniger stark ausgefallen ist wie in Deutschland, zeigt sich in den Vereinigten Staaten und in Japan ein ähnlicher Trend. Die Arbeitslosenquote unterschreitet auch in diesen großen Industrienationen inzwischen ihr Vorkrisenniveau, in Japan sogar deutlich. Während die Arbeitsmärkte die Finanzkrise mittlerweile hinter sich gelassen haben, ist das bei anderen Indikatoren zum Teil immer noch nicht der Fall: So sind etwa die Kapazitäten der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe sowohl in Deutschland, als auch in den Vereinigten Staaten und in Japan noch nicht wieder so hoch ausgelastet, wie sie dies vor der…

Fed: Zins (noch) unverändert

Beim jüngsten Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank wurde der Leitzinskorridor wie allgemein erwartet unverändert gelassen. Schon im letzten Statement hatten sich die Währungshüter sehr optimistisch bezüglich des Wirtschaftswachstums geäußert. An diesem positiven Tenor hielten die Fed-Oberen fest. So haben die Währungshüter bestätigt, dass die Binnenkonjunktur sehr stark ausfalle. Die Arbeitslosenquote wird nun als „fallend“ und nicht mehr als „tief“ betrachtet. Nur die Unternehmensinvestitionen fielen im Vergleich zum kräftigen Anstieg zu Beginn des Jahres moderater aus. Die Inflationserwartungen seien unverändert. Insgesamt gaben die FOMC-Mitglieder zu Protokoll, dass die wirtschaftlichen Risiken ausgeglichen seien. Vor diesem Hintergrund seien weitere, graduelle Zinserhöhungen angebracht. Eine Leitzinserhöhung im Dezember dürfte daher höchstwahrscheinlich sein. So steht zu befürchten, dass ein starkes Wirtschaftswachstum, höhere Zölle und steigende Löhne zu einem zunehmenden Inflationsdruck führen. Die geldpolitische Ausrichtung wurde wie in den vergangenen Monaten einstimmig beschlossen. Unveränderte Leitzinsen sowie ein nahezu gleichgebliebenes FOMC-Statement waren im Vorfeld der geldpolitischen Ratssitzung der…

Nach den Wahlen in den USA: Trump behält seinen Kurs wohl bei

Bei den Zwischenwahlen haben die Republikaner, also die Partei des derzeitigen US-Präsidenten, die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. Im Senat, der zweiten Kongresskammer, konnten sie hingegen ihre zuvor sehr knappe Mehrheit etwas ausbauen. Demnach wird zukünftig das Regieren für Donald Trump schwieriger, da in der Regel Gesetzesänderungen die Zustimmung in beiden Kammern erhalten müssen. Trotz des Machtverlustes ist damit zu rechnen, dass Trump seinen eingeschlagenen Kurs „America first“ beibehalten wird. Es könnte durchaus passieren, dass er einer stärkeren parlamentarischen Kontrolle eine noch schärfere Rhetorik entgegensetzt. Letztendlich ist aber davon auszugehen, dass er es nicht riskieren wird, den konjunkturellen Schwung abzuwürgen. Diese Gefahr würde entstehen, wenn es zu einer starken Verunsicherung bei den Konsumenten und den Unternehmern kommt. Ein möglicher Auslöser hierfür wären drohende deutliche Kostensteigerungen auf der Importseite als Folgen von hohen Strafzöllen. Das jüngste Wahlergebnis gibt uns kaum einen Anlass unsere Wachstumsprognose zu verändern. Nach einem deutlichen Wachstum der US-Wirtschaft…

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