USA

Zolldrohungen der USA schweben wie ein Damoklesschwert über der deutschen Autoindustrie

Am 25. Juli des vergangenen Jahres konnte EU-Kommissionspräsident Juncker den US-Präsidenten Trump noch von der Einführung von Strafzöllen auf Autos abbringen. Zuletzt sind die Sorgen über amerikanische Strafzölle für europäische Autos aber wieder gewachsen. Das US-Handelsministerium könnte den Import von Autos und Autoteilen als Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit des Landes einschätzen und damit aus amerikanischer Sicht die Grundlage für die Einführung von Strafzöllen schaffen. Die deutsche Autoindustrie entwickelte sich in den vergangenen Jahren insgesamt durchaus erfreulich. Daran änderten auch der Dieselskandal und die drohenden Einfahrverbote in einige deutsche Großstädte zunächst nur wenig. Mittlerweile zeigt die Automobilkonjunktur aber Bremsspuren: 2018 haben die Aufträge aus dem Euro-Ausland um über 7 Prozent nachgegeben. Im Inland sieht es mit einem Rückgang von über 4 Prozent kaum besser aus. Lediglich aus dem Nicht-Euro-Ausland sind die Auftragseingänge für die deutsche Autoindustrie noch gestiegen (+2,4 Prozent). Angesichts dieser Entwicklung kämen Strafzölle der Vereinigten Staaten zu einer denkbar…

USA: Einigung beim Bundeshaushalt, aber Trump treibt die politische Eskalation weiter voran

Vor wenigen Tagen haben sich die beiden Parteiblöcke und der US-Präsident kurz vor Fristende beim Budgetstreit geeinigt. Die erneute Schließung von zahlreichen Bundesbehörden wurde dadurch verhindert – das war eine gute Nachricht von der US-Politik. Unmittelbar nach dem erzielten Kompromiss rief Präsident Trump jedoch den nationalen Notstand aus, um vollumfänglich an die von ihm geforderten Gelder für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko zu gelangen. Damit ist nicht nur die erhoffte innenpolitische Entspannung ausgeblieben, sondern die Konfrontation ist stattdessen weiter eskaliert. Die demokratische Partei und auch einzelne Bundesstaaten haben bereits erklärt, politisch und auch juristisch dagegen vorzugehen. Trump hat den Notstand nur ausgerufen hat, um die Budgethoheit des Kongresses zu umgehen. Damit schafft er einen Präzedenzfall in der amerikanischen Geschichte. So viele Befugnisse der amerikanische Präsident auch bei der Außenpolitik hat, innenpolitisch ist er meist auf die Zustimmung des Senats und des Repräsentantenhauses angewiesen. Mithilfe des vermeintlichen…

Amerika finanziert sich selber

Nach der Veröffentlichung der US-Portfolioflowdaten für November sind die Daten für das vergangene Jahr nun fast komplett. Auch wenn der Dezember noch fehlt, ist es sicherlich nicht zu früh für einen ersten Blick auf die Entwicklungen des Gesamtjahres. Dabei stechen zwei hervor: 1. Kapitalzuflüsse aus dem Ausland haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen, 2. Repatriierungsströme haben sich mehr als verdoppelt. Dies bescherte den USA im vergangenen Jahr einen sehr soliden Nettokapitalzufluss, der allerdings nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass die Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits derzeit vor allem in den Händen amerikanischer Investoren liegt. Der US-Aktienmarkt, der in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts gefühlt nichts falsch machen konnte, verbuchte 2014 zum ersten Mal in seiner Geschichte signifikante Kapitalabzüge aus dem Ausland. Nachdem sich 2017 eine Erholung abzeichnete, ging es im vergangenen Jahr jedoch erneut steil bergab. Ausländische Investoren zogen 110 Mrd. US-Dollar aus US-Aktien ab. Ihr schwindendes Vertrauen in den US-Unternehmenssektor…

USA: Stellenaufbau, aber eingetrübte Konsumentenerwartungen

Die Zahl der Beschäftigten in den Vereinigten Staaten ist zu Beginn des Jahres kräftiger gestiegen als erwartet. Dies zeigt der jüngste Arbeitsmarktbericht. Sie lag bei 304.000 Personen, davon entfielen immerhin 72.000 auf den güterproduzierenden Bereich. Bei den Dienstleistern profitierten fast alle Branchen, das Freizeit- und Gastgewerbe sowie der Gesundheitsbereich ragten allerdings heraus. In den kommenden Monaten dürfte diese Dynamik insgesamt aber nicht anhalten, darauf weist das leicht abgekühlte Wirtschaftsklima hin. In der Statistik zur Arbeitslosigkeit, die separat durch Telefonbefragungen ermittelt wird, hat zum einen die vorübergehende Schließung einiger Bundesbehörden, aber auch eine aktualisierte Schätzung der Bevölkerungszahl ihre Spuren hinterlassen. Für Januar wird eine Arbeitslosenquote von 4,0% ausgewiesen. Da die zurückliegenden Monatsdaten nicht neu berechnet werden, kann die Quote nicht direkt mit dem Vormonat verglichen werden. Unabhängig von diesen statistischen Anpassungen notiert sie auf einem historisch niedrigen Niveau. Angesichts der robusten Beschäftigungsdynamik fiel der Lohnanstieg allerdings vergleichsweise mager aus. Gegenüber Dezember…

FOMC: Auf die Pause folgt das Ende

Die Fed hat gestern wie allgemein erwartet die Leitzinsen unverändert belassen. Das im Anschluss an die Zinsentscheidung veröffentlichte Pressestatement deutet auf eine deutlich vorsichtigere geldpolitische Ausrichtung hin als in den vergangenen Monaten. So gaben die Notenbanker zu Protokoll, dass sie sich bezüglich weiterer Leitzinserhöhungen in Geduld üben wollten. Des Weiteren wurde der Passus im Fed-Statement, der Auskunft über die Richtung des nächsten geldpolitischen Schrittes gibt, sehr offen formuliert: Die FOMC-Mitglieder werden abhängig von der zukünftigen Inflationsrate, der wirtschaftlichen Entwicklung oder der geopolitischen Umstände entweder Leitzinserhöhungen oder -senkungen vornehmen. Gleichzeitig signalisierten sie, mehr Flexibilität bei der Normalisierung ihrer Notenbankbilanz zuzulassen. Mit Blick auf die ökonomische Entwicklung könne der Bilanzabbau auch gestoppt werden. Dies ist eine erhebliche Änderung gegenüber bisherigen Äußerungen, stand doch bislang die Reduktion der Fed-Bilanz auf Autopilot. Dabei wurde auf der Pressekonferenz der generelle Ausblick von Powell weiterhin als sehr positiv eingeschätzt. Der Fed-Vorsitzende gab aber auch zu bedenken,…

US-Politik bremst das Wirtschaftswachstum deutlich

Die Zeit bis zur nächsten Kongress- und Präsidentenwahl in den USA dürfte durch ein sehr unsicheres wirtschaftspolitisches Umfeld gekennzeichnet sein. Auch wenn für den Bundeshaushalt in den nächsten drei Wochen ein Kompromiss gefunden wird, den auch Präsident Trump unterzeichnet, rechnen wir mit dämpfenden Effekten auf die US-Konjunktur. Das Hangeln von „Deadline“ zu „Deadline“ wird wohl den politischen Alltag bis zum November 2020 bestimmen. Konsumenten und Unternehmer werden künftig etwas vorsichtiger agieren. Wir haben deshalb unsere Wachstumsprognose gesenkt und erwarten jetzt 2019 ein Wirtschaftswachstum von 2,1% und 2020 von 1,6% – eine insgesamt gedrosselte Dynamik, aber immer noch ein solides Wachstum. Im Hinblick auf den etwas schwächeren Ausblick für die US-Konjunktur haben wir auch unsere Prognose für die Inflation gesenkt. Letztendlich dürfte trotz der guten Beschäftigungslage die Lohndynamik weniger stark anziehen als zunächst angenommen. Nach einer durchschnittlichen Inflationsrate von knapp 2% in diesem Jahr rechnen wir im nächsten mit 2,3%. In…

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