USA

Sommerloch

Wir sind mitten im Sommerloch. Wirtschaftlich wie politisch gibt es kaum Neuigkeiten. Zumal in den letzten Monaten auf alle eine Vielzahl von Beschlüssen eingeprasselt ist, die jetzt nach und nach auch erst noch verdaut werden muss. Es rückt immer stärker in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit, dass wir lernen müssen, mit Corona zu leben. Das Virus ist auch in den Sommermonaten hoch aktiv und sobald man in der Bevölkerung die notwendige Disziplin schleifen lässt, steigt die Zahl der Neuinfektionen. Zwischenzeitlich gibt es zumindest einige Behandlungsmöglichkeiten, was die theoretischen Kapazitäten der Gesundheitssysteme erhöht. Die Sorge vor einer massiven zweiten Welle ist zwar da, zeigt sich aber nicht in den Stimmungsindikatoren. Hier überwiegt weiterhin die Hoffnung auf eine Normalisierung. Zumal sich einen weiteren nationalen Lockdown aus meiner Sicht eigentlich kein Land mehr erlauben kann, da die wirtschaftlichen Folgekosten zu hoch wären. Was bleibt, ist der Appell an die Menschen achtsam zu sein,…

US-Wirtschaft stürzt tief, Hoffnung ruhen auf Stützungsmaßnahmen

Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten ist in der ersten Jahreshälfte 2020 abgestürzt. Wie tief die US-Wirtschaft gefallen ist, zeigen die jüngsten Wachstumszahlen vom zweiten Quartal: Demnach sank die Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni mit einer annualisierten Rate von fast 33 Prozent – so steil ging es mit der US-Wirtschaft noch nie bergab, zumindest in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Dabei schrumpfte die wirtschaftliche Leistung schon in den ersten drei Monaten des Jahres annualisiert um 5 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2019. Das Vorjahresniveau liegt in weiter Ferne. Schuld an dem Absturz ist die Corona-Pandemie: Die Angst vor einer Ansteckung und die harten Lockdown-Maßnahmen sorgten besonders bei den Investitionen und beim privaten Verbrauch für enorme Einbußen. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in schwindelerregende Höhen, die Arbeitslosenquote erreichte in der Spitze fast 15 Prozent im April. Das hat die konsumgetriebene US-Wirtschaft im Kern erschüttert. Mittlerweile hat sich die Wirtschaft aber auf…

US-Wirtschaft braucht Konsumanreize

  In den USA soll es bald ein neues Konjunkturprogramm geben, darüber ist sich die Politik einig. Das ist wichtig, weil die Wirtschaft immer noch in einer tiefen Krise steckt: Während viele Konjunkturindikatoren vom Juni auf eine starke Erholung hinwiesen, gab es in den letzten Tagen die ersten Enttäuschungen: Das Konsumklima der Uni Michigan verschlechterte sich im Juli zum Beispiel gegenüber dem Vormonat. Angesichts des dramatischen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen ist die Verunsicherung der Verbraucher wenig verwunderlich. Aber auch die immer noch hohen Arbeitslosenzahlen – die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen zuletzt sogar wieder an – und das baldige Auslaufen der zusätzlichen Arbeitslosengelder drücken derzeit wohl die Laune der Verbraucher. Uneinigkeit herrscht noch über die konkrete Ausgestaltung neuer Maßnahmen. Immerhin haben die Republikaner sich nun offensichtlich untereinander angenähert: Nach ihrem Wunsch soll das neue Hilfspaket etwa 1 Billion US-Dollar schwer sein, das entspräche knapp 5 Prozent der Wirtschaftsleistung von 2019. In welcher…

USA: Unternehmensgewinne brechen ein

Die Berichtssaison in den USA hat in der vergangenen Woche begonnen. Im zweiten Quartal dürften die Unternehmensgewinne um fast 50% gegenüber dem Vorjahr gesunken sein. Dies wäre der stärkste Einbruch seit der Finanzkrise 2008. Insbesondere die Unternehmensgewinne in den Sektoren Energie und Konsumgüter dürften deutlich eingebrochen sein. Energieunternehmen litten unter dem niedrigen Preis für Erdöl, während Konsumgüterhersteller den Einbruch der Nachfrage und die unterbrochenen Lieferketten spürten. Dabei traf es die Fluglinien, Automobilhersteller, sowie die Unternehmen der Reise & Freizeit-Industrie (Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Casinos) besonders stark. Viele der Konzerne schreiben tiefrote Zahlen. Sie sind teilweise auf Staatshilfen angewiesen. Analysten rechnen in keinem der elf US-Sektoren mit steigenden Gewinnen. Selbst die konjunkturstabilen Versorgertitel dürften weniger als im Vorjahr verdient haben. Ähnliches gilt für den IT-Sektor, in dem ein Rückgang der Gewinne um zehn Prozent erwartet wird. Überhaupt dürfte nur ein gutes Dutzend Unternehmen ein Gewinnwachstum präsentieren. Zu diesem gehören Unternehmen aus den Bereichen…

US-Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen – zweiter Lockdown aber unwahrscheinlich

Die Nachrichten aus den USA sind derzeit zweigeteilt. Auf der Sonnenseite stehen die jüngsten Meldungen zur konjunkturellen Lage. Ob am Häusermarkt, beim Konsum- und Industrieklima oder bei den Beschäftigungszahlen – überall bewegten sich die Indikatoren zuletzt wieder aufwärts, zum Teil sogar sehr steil. Positiv hervorzuheben ist der Einkaufsmanagerindex des ISM für das verarbeitende Gewerbe, der im Juni sogar den Sprung über die Wachstumsschwelle schaffte. Er steht nun bei 52,6 Punkten. Die Lockerungen der Lockdownmaßnahmen und die umfangreichen Staatshilfen haben der Wirtschaft offensichtlich wieder Schwung gegeben. Sicherlich, an die Werte von vor der Krise kommt man noch nicht wieder heran. Zu nennen ist hier insbesondere die Arbeitslosenquote, die aktuell (Juni) 11,1 Prozent beträgt. Im Jahresdurchschnitt 2019, also „vor Corona“, lag sie mit 3,7 Prozent viel tiefer. Dennoch zeigen die Daten, dass sich die Wirtschaft überraschend schnell erholen kann. Wird die Entwicklung der Gesamtwirtschaft sogar die Form eines V annehmen, folgt also…

Der politische Rückenwind für den US-Dollar wird schwächer

Seit Donald Trump vor dreieinhalb Jahren das Amt als US-Präsident übernommen hat, hat er reichlich Anlass zu Diskussionen geboten. In vielen Belangen hat er neue Wege beschritten, gegen diplomatische Konventionen verstoßen und sich regelmäßig an der Grenze des guten Geschmacks entlang gehangelt. Dennoch müssen ihm nicht nur seine Parteifreunde einen bemerkenswerten ökonomischen Erfolg bescheinigen. Alles andere als eine Wiederwahl Trumps schien vor wenigen Monaten undenkbar. Weder der Handelskrieg mit China noch das Amtsenthebungsverfahren konnten dieser Erfolgsgeschichte etwas anhaben. Und dann kam Covid-19. Trump sieht sich derzeit einem bis dato ungeahnten Gegenwind ausgesetzt. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden verfügt in Umfragen inzwischen über einen äußerst komfortablen Vorsprung. Bis zur US-Präsidentschaftswahl sind es noch 127 Tage, eine kleine Ewigkeit in so volatilen politischen Zeiten wie den aktuellen. Es wäre töricht, bereits jetzt davon auszugehen, dass der Machtwechsel sicher bevorsteht. Nicht nur, dass Trump wie ein angeschossener Tiger aggressiver denn je um jede…

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