USA

US-Wirtschaftswachstum in Q4 verlangsamt, aber weiter robust

Im vierten Quartal ist die US-Wirtschaft auf das Jahr hochgerechnet um 2,6 Prozent gewachsen, dies zeigen die jüngst mit rund vierwöchiger Verspätung veröffentlichten Zahlen. Hier schlagen sich noch immer die Auswirkungen des „Shutdowns“ zum Jahreswechsel nieder, von dem auch die meisten Statistikämter in Mitleidenschaft gezogen wurden. Daraus resultierende Belastungen für die gesamtwirtschaftliche Produktion sind in den Daten für das Schlussquartal kaum zu erkennen, allerdings war es auch erst am 22. Dezember zur Schließung der Bundesbehörden gekommen. Insgesamt entspricht das nach zwei kräftigen Vorquartalen verlangsamte Wachstum den Erwartungen. In positiver Hinsicht fällt auf, dass der Schwung bei den Investitionen in Ausrüstungen und Maschinen wieder zugelegt hatte. Enttäuschend, aber nicht überraschend, ist der erneute Rückgang beim Wohnungsbau. Für das laufende Jahr rechnen wir unverändert mit einem US-Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Ein solides Wachstum, allerdings eine sichtbare Drosselung gegenüber 2018, als 2,9 Prozent zu Buche standen. Die unverändert gute Stimmung in den…

Trumps unfreiwillige Politik des starken Dollars

Während die Handelsgespräche mit China offenbar hinreichend konstruktiv verlaufen und US-Präsident Trump auch für sein Prestigeprojekt – die Mauer zu Mexiko – inzwischen eine (wenn auch höchst fragliche) Finanzierung gefunden hat, wächst das Risiko, dass er sich jetzt seinem nächsten Erzfeind widmet. Dass er sich an den erfolgreichen deutschen (Auto-)Exporten in die USA stört, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Möglicherweise hat er jetzt mit dem Bericht seines Handelsministeriums auch die formelle Grundlage, um „aus Gründen der nationalen Sicherheit“ Importzölle von bis zu 25% gegen Automobilimporte zu verhängen. Für Euro-USoDollar bedeuten entsprechende Diskussionen doppeltes Ungemach: Zum einen ist der US-Dollar derzeit der ultimative sichere Hafen – unabhängig davon, welcher Natur die Unsicherheit auch sein mag. Zum anderen würde die ohnehin konjunkturell fragile Eurozone, und mit ihr der Euro, unter einem Einbruch der Exporttätigkeit, aber auch unter einer unspezifischen Verunsicherung der Investoren leiden. Dass sich der US-Präsident mit einer Eskalationsspirale aus…

FOMC-Minutes: baldiges Ende der Bilanzreduktion

Die gestern Abend veröffentlichten Minutes der FOMC-Sitzung vom 29. und 30. Januar zeigen, dass die Fed noch nicht das Ende des Leitzinserhöhungszyklus ausrufen wollte. So gaben etliche Mitglieder zu Protokoll, dass im Jahresverlauf Erhöhungen eventuell notwendig sein könnten – je nachdem, wie sich die konjunkturelle Situation entwickeln werde. Angesichts der zunehmenden Risiken seien sich aber nahezu alle Notenbanker dahingehend einig, dass eine vorübergehende Pause im Leitzinserhöhungszyklus angemessen sei. Momentan gäbe es eine Reihe von Risiken, die zweifelsohne eine Unterbrechung im Straffungskurs rechtfertigten. Insbesondere belasten die schwierigen Brexit-Verhandlungen, der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China, die volatile Aktienmarktentwicklung sowie der fünfwöchige Stillstand des US-Verwaltungsapparates. Diese Faktoren hätten das Potenzial, die wirtschaftliche Dynamik in den Vereinigten Staaten, in China und in Europa zu beeinträchtigen. Gleichzeitig erkannte die Fed an, dass viele Marktteilnehmer angesichts der Verschärfung der Finanzierungsbedingungen die Zinserhöhung im Dezember bereits nicht verstanden hätten. Was die Notenbankbilanz betrifft, so äußerten…

USA: Innenpolitisch Eskalation, aber Deals beim Außenhandel?

Wohl nur die Gerichte können Trump noch stoppen und das Zweckentfremden von Haushaltsmitteln verhindern. Innenpolitisch dürfte die Polarisierung und Spaltung noch zunehmen, da bereits in einem Jahr die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl stattfinden. Die jüngste Eskalationsstufe verheißt auch nichts Gutes für die nächste Anhebung der Schuldenobergrenze, die wohl in Kürze auf der Agenda steht. Auch die Verhandlungen für das Haushaltsjahr 2019/2020, das am 1. Oktober beginnt, dürften kaum besser laufen als dieses Mal. Außenpolitisch dürfte Trump hingegen der „Dealmaker“ bleiben, um die Interessen seiner Wählergruppen zu bedienen. Offensichtlich ist ihm sehr an seiner Wiederwahl im Herbst des nächsten Jahres gelegen. Bei den Handelsstreitigkeiten mit China laufen die Gespräche zurzeit auf Hochtouren und es ist durchaus möglich, dass es nicht zu der Verhängung von weiteren Strafzöllen kommen wird. Bereits Ende Februar läuft die Stillhalteperiode ab, auf die sich die Staatsoberhäupter der beiden Länder geeinigt hatten. Aber selbst wenn es bis…

Zolldrohungen der USA schweben wie ein Damoklesschwert über der deutschen Autoindustrie

Am 25. Juli des vergangenen Jahres konnte EU-Kommissionspräsident Juncker den US-Präsidenten Trump noch von der Einführung von Strafzöllen auf Autos abbringen. Zuletzt sind die Sorgen über amerikanische Strafzölle für europäische Autos aber wieder gewachsen. Das US-Handelsministerium könnte den Import von Autos und Autoteilen als Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit des Landes einschätzen und damit aus amerikanischer Sicht die Grundlage für die Einführung von Strafzöllen schaffen. Die deutsche Autoindustrie entwickelte sich in den vergangenen Jahren insgesamt durchaus erfreulich. Daran änderten auch der Dieselskandal und die drohenden Einfahrverbote in einige deutsche Großstädte zunächst nur wenig. Mittlerweile zeigt die Automobilkonjunktur aber Bremsspuren: 2018 haben die Aufträge aus dem Euro-Ausland um über 7 Prozent nachgegeben. Im Inland sieht es mit einem Rückgang von über 4 Prozent kaum besser aus. Lediglich aus dem Nicht-Euro-Ausland sind die Auftragseingänge für die deutsche Autoindustrie noch gestiegen (+2,4 Prozent). Angesichts dieser Entwicklung kämen Strafzölle der Vereinigten Staaten zu einer denkbar…

USA: Einigung beim Bundeshaushalt, aber Trump treibt die politische Eskalation weiter voran

Vor wenigen Tagen haben sich die beiden Parteiblöcke und der US-Präsident kurz vor Fristende beim Budgetstreit geeinigt. Die erneute Schließung von zahlreichen Bundesbehörden wurde dadurch verhindert – das war eine gute Nachricht von der US-Politik. Unmittelbar nach dem erzielten Kompromiss rief Präsident Trump jedoch den nationalen Notstand aus, um vollumfänglich an die von ihm geforderten Gelder für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko zu gelangen. Damit ist nicht nur die erhoffte innenpolitische Entspannung ausgeblieben, sondern die Konfrontation ist stattdessen weiter eskaliert. Die demokratische Partei und auch einzelne Bundesstaaten haben bereits erklärt, politisch und auch juristisch dagegen vorzugehen. Trump hat den Notstand nur ausgerufen hat, um die Budgethoheit des Kongresses zu umgehen. Damit schafft er einen Präzedenzfall in der amerikanischen Geschichte. So viele Befugnisse der amerikanische Präsident auch bei der Außenpolitik hat, innenpolitisch ist er meist auf die Zustimmung des Senats und des Repräsentantenhauses angewiesen. Mithilfe des vermeintlichen…

1 2 3 57