USA

Die globalen Zentralbanken drehen wieder auf expansiv

Die jüngste Ankündigung von Präsident Trump, die Strafzölle auf chinesische Waren weiter zu erhöhen, hat die eigentlich schon nahe geglaubte Lösung im US-chinesischen Handelsstreit in weitere Ferne rücken lassen. Auch zwischen den USA und der Europäischen Union droht in den nächsten Wochen eine Verschärfung der Zoll-Auseinandersetzungen. Damit wird die erhoffte Beschleunigung der globalen Konjunktur wieder etwas unwahrscheinlicher. Viele Notenbanken haben schon vor einigen Monaten auf die schwächer werdenden Wachstumsperspektiven und die zunehmende Verunsicherung reagiert und die in Aussicht gestellten restriktiveren geldpolitischen Maßnahmen bis auf Weiteres abgesagt. So hat die Europäische Zentralbank die avisierte Zinserhöhung im Herbst gestrichen und setzt erst einmal auf Abwarten. Das entspricht auch der aktuellen Linie der US-Notenbank, die ihren Zinserhöhungskurs für beendet erklärt hat und auch mit der Bilanzreduktion nicht mehr fortfahren will. Somit ist die erhoffte geldpolitische Normalisierung erst einmal abgesagt. Das Niedrigzinsumfeld und die von ihm ausgehenden Risiken bestehen weiter. An den Finanzmärkten wird…

Das Weiterdrehen der Zollspirale kostet Wachstum

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China droht sich noch einmal zu verschärfen. Wegen der starken internationalen Verflechtungen und eng verwobenen Lieferketten gibt es kaum ein Land, das nicht auf irgendeine Weise von diesem Konflikt betroffen ist. Noch vor wenigen Tagen hatte sich der Vize-Präsident der US-Handelskammer recht optimistisch zum Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China geäußert. Inzwischen besteht jedoch der Eindruck, dass eine neue Eiszeit angebrochen ist beziehungsweise alles wieder auf Anfang gedreht wurde. Letztlich war die Nachrichtenlage bereits in den letzten Wochen fortwährend durch ein ständiges „Auf und Ab“ geprägt, allerdings in einer deutlich gemäßigteren Tonlage. Angesichts des neuen harten Tonfalls sollten wir einen Blick darauf werfen, welche Folgen das Weiterdrehen der Zollspirale für die beiden unmittelbar betroffenen Länder und auch für den Euroraum hätte. Die chinesische Exportwirtschaft spürt bereits Belastungen durch die im vergangenen Jahr von den USA verhängten Strafzölle, weshalb die chinesische Regierung verschiedene…

US-Arbeitsmarkt – im April fast ohne „Schönheitsfehler“

Der Schwung am US-Arbeitsmarkt hat auch im April keine Spuren von Ermüdung gezeigt. Der jüngst veröffentlichte Arbeitsmarktbericht meldet bei der Zahl der Beschäftigten einen kräftigen Anstieg um 263.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die bereits zuvor auf einem historisch niedrigen Niveau notierende Arbeitslosenquote sank dadurch noch mehr und fiel von 3,8 auf 3,6%. Den wesentlichen Schub lieferte erneut der Dienstleistungsbereich, aber auch in der Bauwirtschaft und im öffentlichen Bereich stieg die Beschäftigung. Grundsätzlich zeigt sich in den USA, trotz einer Saisonbereinigung der Zahlen, meist im Frühjahr ein solider Schwung bei der Beschäftigung. Dieser wurde in der Vergangenheit meist vom Einzelhandel getragen. Im vergangenen Monat entstanden allerdings allein 76.000 neue Arbeitsplätze bei unternehmensnahen Dienstleistern. In Anbetracht der guten Stimmungswerte in diesem Sektor ist dies keine allzu große Überraschung. Letztlich dürften sich hier auch noch positive Auswirkungen der Senkung der Unternehmenssteuer im vergangenen Jahr zeigen. Einen Makel kann man kaum am April-Bericht finden….

FOMC: Geduld, Geduld und nochmal Geduld

Die US-Notenbank hat die geldpolitische Ausrichtung gestern Abend mehr oder weniger unverändert gelassen. Zwar wurde der Zins für die Überschussreserven (IOER) gesenkt, aber die Fed hat diese Modifikation als technische Anpassung bezeichnet. Daher sollte sie nicht als Abkehr vom derzeitigen geldpolitischen Kurs verstanden werden. Und dieser lautet klar und deutlich: Die Fed hat Geduld. Insgesamt gab sich der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, zuversichtlicher bezüglich der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Trotz dieser Äußerungen zeigte das Fed-Statement die Besorgnis der Währungshüter, dass die Inflation auf einem zu niedrigen Niveau liege. So gaben die Fed-Ökonomen zu Protokoll, dass die Gesamtinflationsrate sowie die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie zuletzt gesunken seien und unterhalb des Zielwertes der Fed von 2% verharren würden. Insbesondere die marktbasierten Inflationserwartungen seien sehr niedrig. Auf der Pressekonferenz hat Powell die niedrigen Inflationsraten angesprochen. Er gehe davon aus, dass vorübergehende Faktoren zu dem geringen Preisdruck beigetragen haben. Die globalen Risiken, so gab…

Kräftiges Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal – dank einiger Sondereffekte

Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um stattliche 3,2 Prozent gewachsen, der Marktkonsens hatte nur eine Steigerung um rund 2 Prozent erwartet. Allerdings sorgten Verzerrungen beim Außenhandel und eine erneute Aufstockung bei den Lagerbeständen ebenso für einmaligen Schub nach oben wie auch die Ausgaben des öffentlichen Sektors. Im laufenden und in den kommenden Quartalen werden sich diese Effekte wohl in ihr Gegenteil umkehren und dann das Wachstum belasten. Mit einem ähnlich hohen Tempo ist im weiteren Jahresverlauf also kaum zu rechnen. Als eine Seifenblase oder einen „trügerischen Schein“ sollte man die jüngsten BIP-Daten aus den Vereinigten Staaten aber dennoch nicht bezeichnen. Auch ohne die Sonderfaktoren ergibt sich immer noch ein robustes Wirtschaftswachstum, und das trotz „Shutdown“, historischer Kältewelle zu Jahresbeginn und verhaltener Weltkonjunktur. Letztlich dürfte sich die amerikanische Notenbank aber in ihrer Kursänderung bestätigt sehen. Dafür spricht beispielsweise die Stagnation bei den Investitionen in Maschinen und…

Die Welt legt weiter in US-Dollar an

Der US-Dollar bleibt mit einem Anteil von 61,7% mit Abstand die weltweite Reservewährung Nummer eins, verliert jedoch leicht an Bedeutung (seit Frühjahr 2015 rund 4%-Punkte). Der Euro kann sich von seinem Vertrauensverlust aus den Jahren der EWU-Systemkrise erholen, aber bei Weitem nicht an den Werten von Anfang des Jahrzehnts anknüpfen. Die Zukunft dürfte den alternativen Reservewährungen gehören. Nicht nur der Renminbi, sondern auch der Yen könnte neue Anhänger finden. Ein Regimewechsel weg vom US Dollar und damit verbunden einer kompletten Neuordnung des Systems der Reservewährungen steht aber in absehbar Zukunft aus meiner Sicht nicht an. Bislang macht sich der Politikstil von Präsident Trump bei der Allokation der Währungsreserven kaum negativ bemerkbar. Jedoch könnte die zunehmende Verschuldung der USA sich langfristig nachteilig auswirken, da diese die Attraktivität des Währungsraums mindert. Jedoch ist auch in diesem Kontext die relative Veränderung zu anderen Währungsräumen relevant und hier befindet sich die USA in guter…

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