USA

Nach den Wahlen in den USA: Trump behält seinen Kurs wohl bei

Bei den Zwischenwahlen haben die Republikaner, also die Partei des derzeitigen US-Präsidenten, die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. Im Senat, der zweiten Kongresskammer, konnten sie hingegen ihre zuvor sehr knappe Mehrheit etwas ausbauen. Demnach wird zukünftig das Regieren für Donald Trump schwieriger, da in der Regel Gesetzesänderungen die Zustimmung in beiden Kammern erhalten müssen. Trotz des Machtverlustes ist damit zu rechnen, dass Trump seinen eingeschlagenen Kurs „America first“ beibehalten wird. Es könnte durchaus passieren, dass er einer stärkeren parlamentarischen Kontrolle eine noch schärfere Rhetorik entgegensetzt. Letztendlich ist aber davon auszugehen, dass er es nicht riskieren wird, den konjunkturellen Schwung abzuwürgen. Diese Gefahr würde entstehen, wenn es zu einer starken Verunsicherung bei den Konsumenten und den Unternehmern kommt. Ein möglicher Auslöser hierfür wären drohende deutliche Kostensteigerungen auf der Importseite als Folgen von hohen Strafzöllen. Das jüngste Wahlergebnis gibt uns kaum einen Anlass unsere Wachstumsprognose zu verändern. Nach einem deutlichen Wachstum der US-Wirtschaft…

US-Arbeitsmarkt: Kräftiges Stellenplus bei leicht anziehender Lohndynamik

Einen besseren Bericht zur Lage am Arbeitsmarkt können sich Donald Trump und die republikanische Partei so wenige Tage vor den Kongresswahlen kaum wünschen. Die Zahl der Beschäftigten ist allein im Oktober um eine Viertel Million gestiegen. Für den bisherigen Jahresverlauf ergibt sich dadurch ein stattlicher Zuwachs von mehr als 2,1 Millionen Beschäftigten. Trotz eines sichtbaren Zustroms beim Arbeitskräfteangebot wurde bei der historisch niedrigen Arbeitslosenquote kein Anstieg verzeichnet, diese notierte unverändert nur bei 3,7 Prozent. Die Liste der guten Nachrichten ist aber damit noch nicht zu Ende. Denn auch die Industriebeschäftigung konnte erneut von der rund laufenden Konjunktur profitieren. Sie setzte nicht nur ihren Aufwärtstrend fort, sondern verzeichnete mit einem Anstieg um 67.000 Personen die stärkste Steigerung seit acht Monaten. Diese Zahlen dürften vom US-Präsidenten und seinen Anhängern als Beleg für die Umsetzung eines seiner wichtigsten Wahlversprechen gewertet werden. So hatte er 2016 seinen Wählern doch zugesichert, dass er „die US-Industrie…

US-Midterm-Wahlen als Zwischenzeugnis für Trump

Zwei Jahre ist es jetzt her, dass Präsident Trump zum wichtigsten Staatsoberhaupt der Welt gewählt wurde. Und seit zwei Jahren ist die Antwort der Devisenmärkte auf die Ausrichtung der US-Politik unmissverständlich: „America First“ heißt auch „US-Dollar First“. Es mag einige Zeit gedauert haben, bis sich die Finanzmärkte mit Trumps erratischem Führungsstil angefreundet haben, inzwischen haben sie damit aber ihren Frieden geschlossen, da (zumindest die kurzfristigen) Erfolge seiner Wirtschaftspolitik außer Frage stehen. Derzeit verfügen Trump und seine republikanische Partei über die bestmögliche Machtkonstellation: Die Republikaner haben in beiden Häusern des Kongresses eine Mehrheit, so dass sie die Legislative de facto kontrollieren. Aus dieser Position der Stärke nährt sich auch die Durchschlagskraft des US-Dollars. Mit den Zwischenwahlen am 6. November steht diese Konstellation nun zur Disposition. Als wahrscheinlichstes Ergebnis gelten derzeit ein demokratisch kontrolliertes Repräsentantenhaus und ein republikanischer Senat. Für den US-Präsidenten würde dies eine Änderung seiner bisherigen politischen Rahmenbedingungen bedeuten. Er…

Restriktive Geldpolitik = Rezession?

US-Präsident Trump hat den momentanen Leitzinserhöhungskurs der US-Notenbank als „verrückt“ bezeichnet und damit wiederholt seine Unzufriedenheit mit dem in Aussicht gestellten graduellen Zinsanhebungspfad zum Ausdruck gebracht. Trump befürchtet, dass hierdurch die konjunkturelle Dynamik leiden könnte. Tatsächlich nimmt die Fed Kurs in Richtung Normalisierung der Geldpolitik, nachdem diese rund zehn Jahre teils sehr expansiv ausgerichtet war. Nicht allein aufgrund der Äußerungen des US-Präsidenten dürfte auf Sicht der kommenden Monate wohl eines der wichtigsten Themen am Finanzmarkt bleiben, wie lange die Fed an ihrem Leitzinserhöhungszyklus festhalten wird. Auch bei den Marktteilnehmern kommen vereinzelt Befürchtungen auf, die Fed könnte die geldpolitischen Zügel zu stark anziehen und hierdurch die wirtschaftliche Dynamik abbremsen. Die Ängste vor einer übertriebenen geldpolitischen Straffung kommen nicht von ungefähr: Tatsächlich zeigen die Zinserhöhungszyklen der Fed in der Vergangenheit, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik in einem entscheidenden Maße darüber bestimmt, wann der Aufschwung (Boom) in den nächsten Abschwung (Bust) umschlägt….

Auch im dritten Quartal zeigte die US-Wirtschaft solides Wachstum – werden die Wähler dies honorieren?

Die US-Statistik weist für das dritte Quartal ein deutliches Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent aus. Dabei wird – anders als in Europa – grundsätzlich das annualisierte, also das auf das Jahr hoch gerechnete Wachstum veröffentlicht. Im Vergleich zum kräftigen zweiten Quartal, als eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 4,2 Prozent zu Buche stand, ist das nur eine leichte Verlangsamung. Hierfür hat vor allem, der üblicherweise als Tempomacher fungierende, private Konsum gesorgt, bei dem die Dynamik sogar noch zulegte. Die Konsumtätigkeit lieferte deshalb allein etwas mehr als zwei Drittel des Wachstums. Wir rechnen im laufenden und in den kommenden Quartalen mit einer ähnlichen Entwicklung, dafür spricht die prächtige Stimmung bei den Verbrauchern und die historisch gute Beschäftigungslage. Die Stagnation bei den Investitionen in Maschinen gibt nach unserer Einschätzung wenig Anlass zur Besorgnis, da diese doch zuvor sechs Quartale in Folge deutlich gewachsen sind. Für eine weiterhin robuste Investitionstätigkeit der Unternehmen spricht vor allem…

ifo-Umfrage: Handelssorgen drücken auf die Stimmung

Die deutschen Unternehmen blicken angesichts der Vielzahl der Konjunkturrisiken skeptischer auf die Entwicklung der nächsten Monate. Das zeigt die Umfrage des ifo-Instituts im Oktober. Der Handelsstreit zwischen den USA und China, das Risiko eines ungeordneten Brexit sowie die auf Konfrontationskurs gehende Populistenregierung in Italien bereiten den Unternehmen zunehmend Sorge. Dennoch ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft nach wie vor insgesamt positiv. Nach dem zwischenzeitlichen Anstieg im August liegen die Messwerte für die Konjunkturerwartungen aktuell immer noch höher als im Frühjahr und über ihrem langjährigen Mittelwert. Von Pessimismus kann auf Seiten der Unternehmen also noch keine Rede sein. Starke Einbußen gab es zuletzt bei den Indikatoren aus dem verarbeitenden Gewerbe. Hier drücken die internationalen Risiken besonders auf die Stimmung. Dagegen bleiben die boomende Bauwirtschaft und das Dienstleistungsgewerbe wichtige Stützen für die deutsche Konjunktur. Niedrige Zinsen, der feste Arbeitsmarkt und die stabile Binnennachfrage sorgen derzeit gemeinsam für eine Fortsetzung der konjunkturellen…

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