USA

Wäre eine Insolvenz der Fed ein Problem?

Die US-Notenbank hat in den letzten Monaten in erheblichem Maße Wertpapiere und Kredite von Unternehmen aufgekauft, die im Gegensatz zu US-Staatsanleihen und hypothekengesicherten Papieren signifikanten Bonitätsrisiken unterliegen. Da die Fed aber wie alle Notenbanken im Vergleich zu ihrer Bilanzgröße über ein nur sehr geringes Eigenkapital verfügt, steigt damit natürlich das Risiko, dass aus dem Portfolio Verluste entstehen, die das Eigenkapital übersteigen. Damit wäre die Fed – technisch gesehen – insolvent. Bei einer Notenbank spielt das jedoch wirtschaftlich keine große Rolle. Zum einem könnten der Staat und die Anteilseigner der Notenbank Eigenkapital nachschießen, um eine Insolvenz abzuwenden. Aber selbst das ist nicht unbedingt notwendig, da die Fed zur Erfüllung ihrer Aufgaben auch mit negativem Eigenkapital operieren könnte. Wichtiger ist die Komponente Vertrauen. Einerseits geht es darum, dass die Fed ihre Unabhängigkeit behält und nicht im Moment ihrer wirtschaftlichen Schwäche unter verstärkten Einfluss der Politik gerät. Andererseits geht es um das Vertrauen…

USA: Starker Anstieg der Verbraucherpreise hält wohl nicht lange an

Die Verbraucherpreise in den USA ziehen wieder kräftiger an. Die Inflationsrate erreichte im Juli die 1-Prozent-Marke – nur zwei Monate nachdem die Teuerungsrate fast auf die Nulllinie gefallen war. Zu dem deutlichen Anstieg des Preisniveaus trugen erneut wesentlich die Benzinpreise bei: Sie legten um mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, und das obwohl sie schon im Juni um kräftig angestiegen waren. Aber auch bei den industriellen Gütern und Dienstleistungen ging es nun wieder stärker aufwärts. Eine Ausnahme blieben allein die Nahrungsmittel, die gegenüber dem Vormonat sogar etwas günstiger wurden. Bei dem raschen Preisauftrieb dürfte es sich vor allem um eine Erholungstendenz handeln: Bei vielen Gütern und Dienstleistungen, die jetzt spürbar teurer werden, gab es im Frühjahr krisenbedingt starke Rabatte. Die Benzinpreise befinden sich zum Beispiel immer noch fast 20 Prozent unter dem ihrem Vorkrisenniveau. Die Nahrungsmittelpreise erholen sich dagegen in die andere Richtung. Überraschend ist daher nicht, dass…

USA: Beschäftigungsaufbau gerät ins Stocken, verhaltener Ausblick für die Konjunktur

Der US-Arbeitsmarkt befindet sich weiter auf dem Weg der Erholung. Allerdings werden die Schritte nun deutlich kleiner. Im Juli stieg die Zahl der Beschäftigten laut dem offiziellen Arbeitsmarktbericht um 1,8 Mio. gegenüber dem Vormonat an. Besonders Unternehmen im Freizeit und Beherbergungsgewerbe sowie der Staat trugen zu dem Beschäftigungsaufbau bei. Dennoch: Im Juni wurden insgesamt noch weit mehr als doppelt so viele Jobs geschaffen! Die Arbeitslosenquote sank immerhin von rund 11 Prozent im Juni auf nun 10,2 Prozent. Aber auch hier hat sich das Tempo inzwischen deutlich verlangsamt. Die jüngste Entwicklung am Arbeitsmarkt unterstreicht den getrübten Ausblick für die US-Konjunktur: Die Wirtschaft braucht den privaten Konsum als Zugpferd aus der Krise. Gerät der Abbau der Arbeitslosigkeit aber ins Stocken, wird die Konsumfreude der Verbraucher nur langsam zurückkehren. Danach sieht es derzeit aus. Hoffnungen auf eine steile Erholung der US-Wirtschaft werden damit gedämpft. Eine deutlich höhere Zahl von Neueinstellungen wird es wohl…

Sommerloch

Wir sind mitten im Sommerloch. Wirtschaftlich wie politisch gibt es kaum Neuigkeiten. Zumal in den letzten Monaten auf alle eine Vielzahl von Beschlüssen eingeprasselt ist, die jetzt nach und nach auch erst noch verdaut werden muss. Es rückt immer stärker in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit, dass wir lernen müssen, mit Corona zu leben. Das Virus ist auch in den Sommermonaten hoch aktiv und sobald man in der Bevölkerung die notwendige Disziplin schleifen lässt, steigt die Zahl der Neuinfektionen. Zwischenzeitlich gibt es zumindest einige Behandlungsmöglichkeiten, was die theoretischen Kapazitäten der Gesundheitssysteme erhöht. Die Sorge vor einer massiven zweiten Welle ist zwar da, zeigt sich aber nicht in den Stimmungsindikatoren. Hier überwiegt weiterhin die Hoffnung auf eine Normalisierung. Zumal sich einen weiteren nationalen Lockdown aus meiner Sicht eigentlich kein Land mehr erlauben kann, da die wirtschaftlichen Folgekosten zu hoch wären. Was bleibt, ist der Appell an die Menschen achtsam zu sein,…

US-Wirtschaft stürzt tief, Hoffnung ruhen auf Stützungsmaßnahmen

Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten ist in der ersten Jahreshälfte 2020 abgestürzt. Wie tief die US-Wirtschaft gefallen ist, zeigen die jüngsten Wachstumszahlen vom zweiten Quartal: Demnach sank die Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni mit einer annualisierten Rate von fast 33 Prozent – so steil ging es mit der US-Wirtschaft noch nie bergab, zumindest in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Dabei schrumpfte die wirtschaftliche Leistung schon in den ersten drei Monaten des Jahres annualisiert um 5 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2019. Das Vorjahresniveau liegt in weiter Ferne. Schuld an dem Absturz ist die Corona-Pandemie: Die Angst vor einer Ansteckung und die harten Lockdown-Maßnahmen sorgten besonders bei den Investitionen und beim privaten Verbrauch für enorme Einbußen. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in schwindelerregende Höhen, die Arbeitslosenquote erreichte in der Spitze fast 15 Prozent im April. Das hat die konsumgetriebene US-Wirtschaft im Kern erschüttert. Mittlerweile hat sich die Wirtschaft aber auf…

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