USA

Pyrrhussieg

Der Handelsstreit entwickelt sich zu einem endlos erscheinenden Hin und Her von Zollerhöhungen durch die US Regierung und Gegenreaktionen der chinesischen Regierung. Offizielles Ziel der USA ist es weiterhin ein Handelsabkommen mit China zu erreichen. Die Gesprächsbereitschaft der chinesischen Regierung möchte man eben mit diesen Maßnahmen erhöhen. Sicherlich, bislang haben die Zollerhöhungen auch Wirkung gezeigt. Die Wachstumsdynamik der chinesischen Volkswirtschaft hat nachgelassen. Jedoch bleibt die Frage, ob die höheren US Zölle auf chinesische Waren China tatsächlich so stark treffen, dass man am Ende weitreichende Zugeständnisse machen wird. Die Zölle könnten auch zum Bumerang werden, falls die Konsumenten mit höheren Preisen konfrontiert werden. Wenn dann die Zustimmungswerte für den Kurs von US-Präsident Trump sinken, könnte der US-Präsident schnell in Erklärungsnot kommen. Die Kollateralschäden dieser Politik – schwächeres Weltwachstum, geringere Investitionen und fallende Aktienmärkte – bieten hier bereits einen Vorgeschmack. Hier hat man aber bereits den Schuldigen ausgemacht, nämlich die US Notenbank….

US-Aktien: Zinskurve sendet Rezessionssignal

In den USA übertrifft die Höhe der Leitzinsen die langfristigen Kapitalmarktzinsen. In einigen anderen Industriestaaten zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Diese „invers“ genannte Zinskurve stellt die üblichen Mechanismen im Kreditgeschäft auf den Kopf. Denn üblicherweise sind die Zinsen für einen Kredit umso höher, je länger die vereinbarte Laufzeit des Kredits ist. Kehrt sich dieser Zusammenhang um, d.h. fällt der Zinssatz mit der längeren Laufzeit unter den der kürzeren, kann dies bei Unternehmen zu wirtschaftlichen Problemen führen. So können Banken unter anderem kein Geld mehr verdienen durch die „Fristentransformation“. In dieser werden kurzfristig angelegte Kundeneinlagen zu einem höheren Zins als Kredit verliehen. Erschwert stellt sich die Situation für die Banken innerhalb Europas dar. Hier ist zwar die Zinskurve in den Einzelländern noch nicht invers, jedoch zahlen die Banken Strafzinsen für Einlagen bei der Europäischen Zentralbanken, welche sie sich in aller Regel nicht von ihren Anlegern zurückholen. Auch ohne diese unmittelbare…

Zukunftsfestigkeit der US Wirtschaft ist am steigen

In den USA ist die Dynamik bei den privaten Investitionen in der ersten Jahreshälfte sichtbar hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Dies ist nicht allzu überraschend, da doch die Senkung der Unternehmenssteuer in 2018 für eine Sonderkonjunktur bei der Investitionstätigkeit gesorgt hatte. Bei den Ausrüstungsinvestitionen hatte sich deshalb im vergangenen Jahr der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2012 gezeigt. Wie geht es weiter und wohin fließen die Gelder? Auch am aktuellen Rand sind die Investitionen in Software und in F&E überdurchschnittlich stark gestiegen, dies zeigen die Daten für Q1 und Q2. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Investitionen in IT-Anlagen und Computer. Bremsende Effekte vom verschärften Handelskonflikt sind nicht auszumachen. Aber wir vermuten auch durch den internationalen Disput einen stützenden Effekt für alle Investitionen, die letztlich für die Unternehmen kostensenkend wirken. Dies betrifft die weitere Automatisierung von Produktionsprozessen für Güter ebenso wie die für Dienstleistungen. Bezüglich der Zukunftsorientierung der US-Wirtschaft stimmt…

Geben und Nehmen

Wie geht es weiter im Handelskonflikt zwischen USA und China? Immer weitere Zolldrohungen von amerikanischer Seite, bis hin zu Einfuhrbeschränkungen. Auf diese Eskalation antwortet die chinesische Seite ihrerseits mit weiteren Handelsbeschränkungen, einer spürbaren Abwertung der Währung und am Ende verkauft die chinesische Zentralbank ihr größtes Pfand, US Staatsanleihen. In Folge geht der Welthandel in eine Rezession und das globale Wirtschaftswachstum schwächt sich spürbar ab. So könnte es kommen, insbesondere getrieben von der amerikanischen Seite. Jedoch erscheint es mir nicht sehr wahrscheinlich. Die US-amerikanische Volkswirtschaft würde in diesem Szenario relativ zu China und anderen exportorientierten Volkswirtschaften zwar weniger Wachstumsverluste verzeichnen, aber auch die US-Wachstumsdynamik würde nachlassen. Dies sollte sich dann auch auf den Arbeitsmarkt und die Aktienmärkte nachhaltig negativ auswirken. Spätestens dann kommt US-Präsident Trump in Erklärungsnot, insbesondere im kommenden Wahljahr. Es ist daher wahrscheinlich, dass wir immer wieder Phasen mit einem positiven Verlauf der Gespräche bekommen, aber auch Phasen, in…

Internationaler Zinssenkungswettlauf

Die Zinsen sinken rund um den Globus. Noch Anfang 2019 sah es so aus, als sollte sich die gerade erst gestartete Normalisierung der Geldpolitik, ausgehend von der US-Notenbank, auch allmählich auf die anderen Zentralbanken der Welt übertragen. Heute stehen die Zeichen dagegen weltweit schon wieder auf Zinssenkung. Nach der jüngsten Leitzinssenkung der Fed haben jedenfalls verschiedene andere Notenbanken ebenfalls einen Schwenk in Richtung expansiver Geldpolitik vollführt. So haben beispielsweise die Währungshüter in Indien, Thailand, Neuseeland, Brasilien oder Peru nachgezogen und den Expansionsgrad ihrer Geldpolitik erhöht. Die EZB wird wohl im September ein großes Maßnahmenpaket ankündigen. Der politische Druck auf die US-Notenbank dürfte in den kommenden Monaten hoch bleiben. Andere Zentralbanken könnten dann erneut im Schlepptau folgen. Sollte sich dieser vermeintliche Wettlauf um die lockerste Geldpolitik fortsetzen, können die Zentralbanken jedoch nur verlieren. Die Zeiten extrem niedriger Renditen an den Anleihemärkten dürften also weitergehen, die Situation könnte sich sogar noch verschärfen….

Unbeständigkeit braucht Gelassenheit

Die US-Handelspolitik scheint von Stimmungen und wahltaktischen Erwägungen bestimmt zu sein und zeichnet sich durch eine hohe Unbeständigkeit aus. Innerhalb weniger Tage hat US-Präsident Trump Zölle in Höhe von 10% auf ein Volumen von 300 Mrd. US Dollar verkündet und diese dann wieder teilweise verschoben. Erschwerend kommt hinzu, dass es für beide Aktionen eigentlich keine belastbare Begründung gab. Sie erscheinen dem Beobachter als völlig willkürliche Aktionen der US-Regierung oder des Präsidenten selbst. Die Finanzmärkte, insbesondere die Aktienmärkte, haben auf beide Ankündigungen heftig reagiert. Jedoch sollte man in diese Bewegungen nichts hineininterpretieren. Die wirtschaftlichen Aussichten werden durch diese erratischen Aktionen nicht nachhaltig verändert. Allerdings dürfte sich die Investitionszurückhaltung der Unternehmen noch weiter verstärken, da die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Handelskonflikts sich noch vertiefen sollte. Die schwachen Investitionen und der stagnierende Welthandel sind aber die wichtigsten Gründe für die nachlassende Wachstumsdynamik. Beides wird sich durch die jüngsten Entwicklungen kaum bessern….

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