USA

Trump und seine Mauer: Ist ein Notstand möglich?

Ein Notstand wird von einem führenden Politiker bzw. einer Regierung in der Regel damit begründet, dass die vorhandenen Befugnisse nicht ausreichen, um eine Krise in den Griff zu bekommen. In den USA wurden vom Kongress in den vergangenen Jahrhunderten zudem zahlreiche Gesetze verabschiedet, die dem Präsidenten in einer militärischen, wirtschaftlichen oder Arbeitsmarktkrise zusätzliche Notfallbefugnisse verleihen. Einige davon finden sich nicht nur in den Archiven, sondern sind auch derzeit in Kraft. Auch nach der Verabschiedung des „National Emergencies Act“ im Jahr 1976 kann der Präsident nach wie vor frei darüber entscheiden, wann er den Notstand verhängt. Während eines Notstands müssen beide Kammern des Kongresses alle sechs Monate zusammentreten und diskutieren, ob eine Abstimmung zur Beendigung des Notstands durchgeführt werden soll. Das Notstandsdekret läuft automatisch nach einem Jahr aus, wenn der Präsident es nicht erneuert. Insgesamt findet sich in der Verfassung nur wenig zu den Befugnissen, die der Präsident oder der Kongress…

Droht am US-Häusermarkt ein Einbruch?

2018 sind die Häuserpreise in den Vereinigten Staaten das siebte Jahr in Folge gestiegen. Der Auftrieb hat zuletzt jedoch an Schwung verloren, da die Verkaufszahlen stagnieren. Der Verschuldungsgrad der privaten Haushalte ist inzwischen deutlich gesunken, liegt aber immer noch bei rund 100% des Einkommens. Eine moderate Kreditvergabe und auch Bautätigkeit sprechen gegen einen drohenden Preisverfall. Ein plötzlicher Nachfrageeinbruch und eine wieder steigende Verschuldung sind dennoch Risiken. Aber betrachten wir die Lage auf diesem wichtigen Immobilienmarkt doch etwas genauer. Schließlich hat der Hypothekenbestand in den USA im vergangenen Jahr immerhin wieder den Wert von 9 Bio. US-Dollar überstiegen, dies war zuletzt 2008 der Fall gewesen. Durch einen stetigen Aufwärtstrend haben die US-Häuserpreise bereits vor zwei Jahren wieder das Vorkrisenniveau erreicht und inzwischen auch überschritten. Im Verlauf des vergangenen Jahres verringerte sich dann erstmals seit 2014 die Nachfrage. Dies zeigte sich in rückläufigen Verkaufszahlen und einer leicht schwächeren Preisdynamik. Dabei bremsten vor…

Schwächere Weltkonjunktur – Prognosen gesenkt

Kaum ein Risikofaktor aus dem alten Jahr hat mit dem Jahreswechsel an Brisanz eingebüßt. Neu hinzugekommen ist eine zugespitzte innenpolitische Lage in den USA, dies verdeutlicht der „Shutdown“, die bereits mehrwöchige Schließung einiger Bundesbehörden. Erste Datenveröffentlichungen zeigen zudem, dass die Industrie im Euro-Raum auch im vierten Quartal die Konjunktur belastet hat. Wir haben deshalb für Deutschland, Frankreich und den Euro-Raum insgesamt unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt. Für die US-Wirtschaft hat sich darüber hinaus auch der Ausblick auf das Jahr 2020 eingetrübt. Europaweit haben die Probleme in der Autoindustrie Spuren im industriellen Sektor hinterlassen. Wegen einer erneut nur langsamen Gangart im Schlussquartal 2018 senken wir für den Euro-Raum unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 1,2 Prozent. Aus recht unterschiedlichen Gründen hat sich vor allem der Ausblick für Deutschland, Frankreich und Italien verschlechtert. Während die deutsche und die französische Wirtschaft dennoch 2019 um rund ein Prozent wachsen dürften, erwarten wir im…

„Shutdown“ in den USA wirkt sich kurzfristig kaum aus

Im Dezember 2018 einigte sich der US-Kongress auf ein Gesetz, das die noch verbleibenden 25% der Gelder der US-Bundesregierung finanzieren soll, denen für das laufende Jahr noch keine Haushaltsmittel zugewiesen worden waren. Präsident Trump lehnte eine Unterzeichnung dieses Gesetzes ab, weil darin ein Betrag von 5,7 Mrd. US-Dollar nicht enthalten war, die er für sein wichtiges Projekt fordert – die Mauer zwischen den USA und Mexiko. Wegen fehlender Finanzmittel haben einige Abteilungen in den Ministerien ihren Betrieb seit dem 22. Dezember 2018 vollständig oder teilweise einstellen müssen. Betroffen sind beispielsweise das Finanz-, Handels-, Außen- sowie das Justizministerium. Die Auswirkungen dieses teilweisen „Shutdowns“ waren bisher begrenzt. Von rund 800.000 betroffenen Mitarbeitern arbeiten einige derzeit unbezahlt. Andere in nicht so wesentlichen Positionen Tätige wurden in unbezahlten Urlaub geschickt. Viele betroffene Staatsbedienstete schränken ihre Ausgaben ein, weil es ihnen schlicht an Geld mangelt. Dies wird sich kurzfristig auf den Konsum und damit für…

US-Berichtssaison: Wie stark wird der Rückgang ausfallen?

Die USA konnten lange von einer Sonderkonjunktur, basierend auf Steuersenkungen und geldpolitischen Impulsen, profitieren. Allerdings sind in den vergangenen Monaten, infolge der Handelsstreitigkeiten und des Regierungsstillstands, auch der amerikanische Wirtschaftsoptimismus und die US-Börsen deutlich unter die Räder gekommen. Mit der Berichtssaison zum Gesamtjahr 2018 wird sich nun zeigen, wie stark sich die US-Wirtschaft tatsächlich eingetrübt hat und in welchem Umfang die Unternehmen ihre Ausblicke nach unten revidieren müssen. Zwar gehen wir davon aus, dass die US-Unternehmen das fünfte Quartal in Folge ein zweistelliges Gewinnwachstum (plus 11,4%) zeigen werden und sich deutlich besser geschlagen haben als die europäischen Mitbewerber. Allerdings wird der Markt den Zahlen der Vergangenheit relativ wenig Gewicht schenken. So haben bereits im Vorfeld der Berichterstattung zwei Drittel der Unternehmen die Guidance reduziert und auch die Analysten haben die Schätzungen so stark wie seit dem dritten Quartal 2017 nicht mehr gesenkt. Zu den prominentesten Unternehmen, die den Markt bereits…

FOMC: gedrosseltes Tempo

Die US-Notenbank hat die vierte Leitzinserhöhung in diesem Jahr vorgenommen und den Leitzinskorridor auf 2,25 bis 2,50% angehoben. Der Zinssatz für die Überschussreserven (IOER) wurde hingegen um lediglich 20 Basispunkte auf 2,40% erhöht. Eigentlich war die Leitzinserhöhung von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet worden, wenngleich die impliziten Fed-Funds-Futures zuletzt nur noch eine Wahrscheinlichkeit von knapp 70% für eine höhere Fed-Funds-Rate in diesem Jahr angezeigt hatten. Das Fed-Statement, das direkt nach dem Zinsentscheid veröffentlicht wurde, zeigt zum einen eine leicht vorsichtigere Haltung der US-Notenbank bezüglich der globalen Risiken. Zum anderen spiegelt das Kommuniqué auch die veränderte Erwartung der Währungshüter wider, dass die Fed im kommenden Jahr die Leitzinsen weniger stark anheben wird als bislang erwartet. So rechnen sie für 2019 im Median nur noch mit zwei statt drei Leitzinsanhebungen. Gerade die Vorstellungen der Notenbanker über die weitere geldpolitische Ausrichtung war im Vorfeld des gestrigen Treffens einer der wichtigsten Diskussionspunkte an den…

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