USA

Handelsstreit bremst Chinas Wirtschaftswachstum

Die chinesische Wirtschaft hat über die Sommermonate weiter an Fahrt verloren. Das Wirtschaftswachstum fiel im dritten Quartal erneut niedriger aus als im Vorquartal, mit 6,0 Prozent (J/J) sank es auf ein neues 27-Jahres-Tief. Damit wurden die Marktschätzungen leicht verfehlt, unsere eigenen, etwas skeptischeren Erwartungen haben sich jedoch bewahrheitet. Der Abwärtstrend, der Anfang letzten Jahres mit Ausbruch der US-chinesischen Handelsstreitigkeiten begann, hat sich fortgesetzt. Die größten Wachstumseinbußen gab es in der Industrie, die im abgelaufenen Quartal mit 5,0 Prozent den niedrigsten Anstieg seit 1990 verzeichnete. Der Wert wäre noch schwächer ausgefallen, hätte sich die Industrieproduktion im Quartalsschlussmonat September nicht wieder sichtlich beschleunigt. Wir bleiben allerdings vorsichtig, ob sich damit eine Kehrtwende des industriellen Abschwungs abzeichnet. Vielmehr könnten sich dahinter, wie schon im bisherigen Jahresverlauf, vorgezogene staatliche Maßnahmen verbergen, deren Effekt schnell wieder verpufft. Hauptbelastung für Chinas Wirtschaft bleibt der Zollstreit mit den USA. Trotz der soeben von Donald Trump ausgesetzten Zollerhöhung…

Seltene Erden: Pekings Faustpfand

China hat im September so wenig Seltene Erden exportiert wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Australien dagegen will seine Ausfuhren an Seltenen Erden in naher Zukunft deutlich ausweiten, insbesondere der Absatz in den Vereinigten Staaten soll gesteigert werden. Mit Australien arbeiten die USA zurzeit an einem Kooperationsabkommen zur Förderung der Produktion Seltener Erden. Damit soll der weltweite, vor allem aber der US-Bedarf an den wichtigen Metallen von der Angebotsübermacht der Chinesen unabhängiger gemacht werden. Denn die Sorge ist groß, dass Peking ein Exportembargo der Rohstoffe gegen die USA verhängen könnte, seine dominante Position also als „Waffe“ im Handelsstreit einsetzt – auch wenn die beiden Seiten einer Beilegung des Konflikts zuletzt wieder ein kleines Stückchen nähergekommen sind. Seltene Erden sind für heutige Technologien unverzichtbar, obwohl die Metalle nur in geringen Mengen benötigt werden. Ihre Einsatzgebiete erstrecken sich von der Automobilindustrie über die Optik und Medizin bis hin zu massentauglichen Hightech…

Viel Lärm um nichts? Trump kündigt Teilabkommen im Handelsstreit mit China an

China und die Vereinigten Staaten scheinen auf eine Teillösung im Handelsstreit zuzusteuern. Die in der vergangenen Woche wieder aufgenommenen Gespräche zwischen den beiden Ländern hätten damit zumindest einen ersten Erfolg gebracht. Allerdings: In den vergangenen knapp zwei Jahren, in denen der Konflikt nach und nach immer weiter eskalierte, war ein Abkommen schon häufiger in greifbare Nähe gerückt. Es scheiterte dann aber immer wieder an unannehmbaren oder kaum umsetzbaren Forderungen auf beiden Seiten sowie letztlich auch an der Sprunghaftigkeit Donald Trumps. Dies ist auch dieses Mal nicht auszuschließen. Kernstück des Teilabkommens ist nach Aussage des US-Präsidenten die Bereitschaft der Chinesen, amerikanische Agrarprodukte im Wert von 40 Mrd. bis 50 Mrd. US-Dollar pro Jahr abzunehmen. Auch Teil der Lösung sollen höhere Importe von Boeing-Flugzeugen mit einem Umfang von bis zu 20 Mrd. US-Dollar sein. Darüber hinaus soll es eine erste Verständigung in den kritischen Streitpunkten zu Währungsfragen und zum Schutz geistigen Eigentums…

US Konjunktur verliert an Fahrt

Die US Konjunktur ist nicht völlig immun gegenüber den anhaltenden politischen Belastungsfaktoren. Insbesondere der kein Ende findende Handelsstreit mit China schein sich zu einer zunehmenden Belastung für die Industrie zu entwickeln. Dabei dürften weniger die direkten Effekte eine Rolle spielen, sondern die Erwartung von höheren Preisen (durch Zölle) und damit sinkende Gewinnmargen dürften hier eine wichtige Rolle spielen. Die Stimmung in der Industrie ist zuletzt deutlich gefallen. Laut den Umfragen durch das ISM Institut hat sich das Klima in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt. Im September ist der Indikator unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gesunken. Der US-Arbeitsmarkt scheint sich dagegen noch robust zu entwickeln, wenn auch nicht ohne Makel. So wächst die Zahl der Industriebeschäftigten bereits seit Jahresbeginn kaum noch. Der im Vergleich zum Vorjahr sichtbar verlangsamte Beschäftigungsaufbau ist teilweise der Knappheit von qualifizierten Arbeitskräften geschuldet. Bedenken an der Robustheit des Arbeitsmarkts und auch an der gesamten US Konjunktur…

Neuer Zollstreit zwischen USA und EU: Das könnte am Ende teuer werden

Die US-Regierung hat die Einführung neuer Strafzölle gegen die EU angekündigt. Dieses Mal geht es um „Vergeltungszölle“, die von der Welthandelsorganisation (WTO) aufgrund der verbotenen EU-Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus sogar ausdrücklich genehmigt worden sind. Die Zölle auf Güter im Wert von 7,5 Mrd. Euro sollen Mitte Oktober in Kraft treten. Das Volumen entspricht dem WTO-Beschluss, doch die vom US-Handelsministerium veröffentlichte Liste der mit Zöllen belegten Produkte überraschte doch etwas. Klar ist, dass die Länder mit Airbus-Produktionsstandorten, die für die fraglichen Subventionen verantwortlich sind, auch von den US-Zöllen getroffen werden sollen. Das sind im Wesentlichen Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Auf der Liste stehen zwar wie erwartet Passagierflugzeuge, doch werden sie nur mit einem Zollsatz von 10% belegt. Flugzeugteile oder Hubschrauber sind dagegen von den neuen Zöllen ausgenommen. Zuvor war vermutet worden, dass sämtliche Produkte der Luftfahrtindustrie mit Zöllen bis zu 100% (Obergrenze der WTO) belegt werden könnten. Das ist…

Am US-Dollar führt kein Weg vorbei

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat ihre alle drei Jahre erscheinende Statistik zu den Umsätzen am Devisenmarkt veröffentlicht, die als Nonplusultra für den weltweiten Devisenhandel gilt. Die wichtigste Erkenntnis für uns ist die überragende Dominanz des US-Dollars. Trotz der Zweifel an der Verlässlichkeit der US-Politik und des häufig unterstellten globalen Wunsches nach einem alternativen Zahlungsmittel kann die US-Währung ihre Spitzenposition am Devisenmarkt sogar noch leicht ausbauen. Weitere wesentliche Ergebnisse der Statistik sind: » Insgesamt wieder steigende Umsätze: Die täglichen Devisenumsätze lagen im April 2019 bei 6,6 Bio. US-Dollar (2016: 5,1 Bio.). Der zwischen 2013 und 2016 zu beobachtende Trend sinkender Volumina ist somit gebrochen. » US-Dollar bleibt liquideste Währung: Bei 88,3% aller Devisengeschäfte ist der US-Dollar beteiligt (2016: 87,6%). Auch der Euro kann mit 32,3% seinen zweiten Platz behaupten (31,4% im Jahr 2016); es lässt sich aber nicht leugnen, dass seine Rolle gegenüber dem vorigen Jahrzehnt strukturell abgenommen hat (2010:…

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