USA

USA: Schuldenkompromiss in letzter Minute

Mit der Einigung zur Erhöhung der Schuldenobergrenze für die US-Regierung ist ein wichtiger Unsicherheits- und Risikofaktor vorerst aus der Welt geräumt worden, nämlich die drohende teilweise Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung. Auch das AAA-Rating kann wohl vorerst beibehalten werden. Von daher ist am Ende das Drama im US-Kongress gut ausgegangen. Es ist sicher auch positiv zu bewerten, dass die Anhebung der Obergrenze in zwei Schritten ausreichen wird, um vor den nächsten Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November 2012 keine erneute Entscheidung treffen zu müssen und man mit diesem Thema damit erst einmal „Ruhe“ hat. Auch dies sollte einen beruhigenden Effekt für die Märkte haben.

Rückschlag am US-Arbeitsmarkt

Nach den deutlich besser als erwarteten Arbeitsmarktzahlen der Jobvermittungsfirma ADP, die für Juni 157 Tsd. neue Beschäftigungsverhältnisse im Privaten Sektor meldete, waren die Erwartungen auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht der USA hoch gespannt. Vielerorts wurde sogar schon die langersehnte „Wende“ am US-Arbeitsmarkt prophezeit, mit diesmal deutlich mehr als 100 Tsd. neuen Stellen. Die nun veröffentlichten offiziellen Juni-Zahlen haben die hohen Erwartungen nicht erfüllen können, ja müssen sogar als „garstige“ Negativ-Überraschung gelten: Nur +18 Tsd. neue Non-Farm Payrolls! Zwar gab es 57 Tsd. neue Stellen im Privaten Sektor, aber auch weiteren Arbeitsplatzabbau im Bausektor und, besonders gravierend, beim Staat, der zuletzt immerhin 39 Tsd. Bedienstete freisetzte.

Portugal rückt in den Fokus

Die Erleichterung über den Zeitgewinn für Griechenland und mit ihr das Kursplus im Euro schwinden dahin. Statt Griechenland erhält jetzt Portugal Prügel und verhagelt dem Euro die Stimmung, was sowohl zum Dollar als auch zum Franken besonders auffällt. Die Euphorie der vergangenen Woche über die Verabschiedung des griechischen Sparpaketes erweist sich als trügerisch, haben die Märkte doch mit tatkräftiger Beihilfe der Ratingagenturen längst Portugal als das nächste Opfer ausgemacht.

Industrievertrauen fast überall auf dem Rückzug

Die Weltkonjunktur geht derzeit durch eine Phase schwächeren Wachstums, das zeigen auch die Stimmungsindikatoren aus dem Industriesektor. Die neuesten Umfragen unter den Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe lieferten in den großen Wirtschaftsregionen ein gemischtes Bild. So ist im Industriesektor des Euro-Raumes eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Dank der wachstumsstärkeren großen Mitgliedsländer Deutschland und Frankreich weist der EWU-Einkaufsmanagerindex für die gesamte Währungsunion zwar noch auf ein moderates Wachstum hin. Die weiterhin schlechte Stimmung bei den Industrieunternehmen in den Peripherieländern bestätigt aber das Bild der dort anhaltenden Rezession.

US-Konjunkturdaten enttäuschen die Märkte

Die abgelaufene Woche stand an den Märkten vor allem im Zeichen enttäuschender Daten zur US-Konjunktur: So sind die Hauspreise in den Vereinigten Staaten im ersten Quartal 2011 noch unter das Krisenniveau von 2009 gesunken. Die Messzahl für das Verbrauchervertrauen ist nach zwischenzeitlicher Erholung im Mai wieder auf das Niveau vom letzten Herbst abgesackt und für den Industriesektor weist der wichtige ISM-Klimaindikator ebenfalls auf ein Ende der Hochstimmung hin.

USA: Gegenläufige Signale vom Arbeitsmarkt – Wirtschaft lebt vor allem vom schwachen Dollar

Teile der US-Wirtschaft äußern derzeit einen Optimismus, der uns überzogen scheint. Zwar ist Optimismus nichts Schlimmes, aber im Hinblick auf die US-Konjunktur wäre etwas mehr Nüchternheit durchaus angebracht. Denn teures Öl macht der Wirtschaft zu schaffen, der Mittelstand leidet unter Absatzproblemen. Dennoch sind vor allem die großen Industriefirmen, die vom schwachen Dollar profitieren, derzeit geradezu überschwänglich. Der Stimmungsindex der Einkaufsmanager in diesem Sektor ging im April nur leicht von 61,2 auf 60,4 Punkte zurück, blieb also über der Marke von 60, die „Euphorie“ anzeigt.

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