USA

US-Wahlkampf in der heißen Phase – Wirtschaftsthemen entscheiden

Gestern Nacht fand die erste von drei TV-Debatten der beiden Bewerber um die US-Präsidentschaft statt. Amtsinhaber Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney stritten um den besseren Kurs in der Wirtschafts- und Steuerpolitik. Mehr als sonst dürften gerade die Themen aus diesem Bereich eine entscheidende Rolle bei der Wahl spielen. Denn der Aufschwung ist vier Jahre nach der letzten Finanzkrise noch immer fragil, die Staatsverschuldung hoch. Die Wähler werden langsam ungeduldig ob der schleppenden Konjunkturerholung, zumal bei einer Arbeitslosigkeit von immer noch über 8 Prozent. Auch die TV-Debatte war geprägt von den stark gegensätzlichen Positionen der Kontrahenten. Obama möchte seine eher diskretionäre Wirtschaftspolitik fortsetzen, bei es ihm – in seinen Worten – um „faire Lastenteilung“ bei der Finanzierung der künftigen Aufgaben geht und bei der es nur maßvolle Kürzungen bei den teuren Sozialprogrammen geben soll. Die Steuersätze für das Gros der Bevölkerung sollen nicht erhöht werden, nur jene für…

Notenbanken auf heikler Mission

Die amerikanische Notenbank (Fed) hat gestern Abend eine weitere Runde außerordentlicher geldpolitischer Maßnahmen („QE3“) angekündigt. So will die Zentralbank monatlich hypothekenbesicherte Anleihen im Wert von 40 Mrd. USD ankaufen, bis sich der Ausblick am Arbeitsmarkt verbessert habe. Außerdem soll der Leitzins nach Angaben der US-Zentralbank bis 2015 nicht angehoben werden. Die Fed strebe damit ein „Wachstum auf breiter Basis an“, so Fed-Chef Bernanke. Außerdem sei es für die US-Wirtschaft wichtig, die anhaltende Diskussion über bevorstehende Einsparungen in der US-Fiskalpolitik („fiscal cliff“) so bald wie möglich zu beenden und die damit einhergehende Unsicherheit zu beseitigen.

USA: Quantitative Easing 3 kommt! Drei Perspektiven: Eine Antwort

Über den nächsten geldpolitischen Schritt der Federal Reserve wird nicht erst seit den jüngsten Konjunktursorgen diskutiert. Die Vermutung einer erneuten massiven Intervention der Fed an den Anleihemärkten hält sich mit einer gewissen Nachhaltigkeit. Wir teilen diese Ansicht und gehen noch für dieses Jahr von einer Neuauflage der quantitativen Lockerung aus, einem Quantitative Easing (QE) 3. Unsere Argumentation basiert auf drei unterschiedlichen Ansätzen: Fundamentalanalyse: Anhand von Fed-Projektionen der Teuerungsrate und der Arbeitslosenquote erhalten wir aus einer Taylor-Regel ein deutliches Signal für einen weiteren quantitativen Schritt seitens der Fed. Betrachtung der Stimmenverhältnisse im geldpolitischen Rat FOMC: Die Anzahl der Befürworter weiterer expansiver Maßnahmen ist weiter angestiegen. Mit Jeffrey Lacker ist nur noch ein einziger „Falke“ übriggeblieben. Analyse des Anleihenportfolios der Fed: Aufgrund der Verlängerung der Operation Twist bis Ende dieses Jahres schrumpfen im Fed-Anleiheportfolio die Bestände an US-Treasuries mit Laufzeiten bis zu drei Jahren auf ein verschwindend geringes Niveau zusammen. Nach unserem…

Endlich mal wieder eine gute Nachricht vom US-Arbeitsmarkt!

Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli positiv überrascht – per Saldo sind 163 Tsd. neue Stellen geschaffen worden. Das waren deutlich mehr als nach den schwachen Zahlen der Vormonate zu erwarten war. Allein die Industrie hat 25 Tsd. neue Jobs geschaffen. Beim Staat gingen aber wie schon in den Vormonaten Stellen verloren, ebenso konnte der Bausektor nicht zum Beschäftigungsaufbau beitragen. Der größte positive Schub kam aus den Servicebereichen. Die Tatsache, dass trotz der gemeldeten Beschäftigungszuwächse die Arbeitslosenquote nicht zurückgegangen ist, sondern im Gegenteil noch leicht von 8,2 auf 8,3 Prozent gestiegen ist, macht aber deutlich, dass der schwache Trend am Arbeitsmarkt, der sich im zweiten Quartal durchgesetzt hatte, noch nicht gebrochen ist. Vor allem in der Industrie müsste sich erst ein wirklich nachhaltig positives Investitionsklima durchsetzen, bevor man hier eine dauerhaft positive Beschäftigungsdynamik erwarten kann. Der Blick auf den jüngsten ISM-Index aus der Industrie, der im Juli mit 49,8 Punkten zum…

USA: Weitere Konjunkturabschwächung im 2. Quartal 2012

Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal weiter an Tempo verloren. Das BIP stieg nur noch um 1,5% (Q/Q, annualisiert), nach 2,0% im 1. Quartal. Die jüngste Wachstumsabschwächung beruht vor allem auf Einbußen bei der Konsumdynamik. Auch der Außenhandel wirkte im abgelaufenen Quartal bremsend. Die USA spüren die verhaltenere Nachfrage etwa aus China, aber auch die Turbulenzen rund um die Schuldenkrise in Euroland. Positiv stach vor allem der Wohnungsbau heraus, der sich nun mit erkennbar positiven Wachstumsbeiträgen auf niedrigem Niveau weiter zu stabilisieren scheint. Dass die Binnennachfrage wegen der schwächeren Konsumlust nicht mehr so robust ist wie noch am letzten Jahreswechsel kommt nicht überraschend. Immerhin war das zweite Quartal von einer recht schwachen Beschäftigungsdynamik geprägt, die auch das Konsumklima stark belastet hat: Von April bis Juni wurden pro Monat per Saldo nur noch 75 Tsd. neue Jobs geschaffen. Im Vorquartal sah das mit durchschnittlich 226 Tsd. neuen Stellen monatlich noch ganz…

Trendwende am US-Immobilienmarkt?

Der gerade veröffentlichte landesweite US-Hauspreisindex der „Federal Housing Finance Agency“ ist im Mai um 0,8 Prozent gestiegen. Damit weist der so genannte „Purchase-only-Index“ im vierten aufeinanderfolgenden Monat einen Preisanstieg auf und liegt damit fast vier Prozent über dem Vorjahreswert. Ist das nun die Trendwende nach einer gut fünf Jahre währenden Korrekturphase am US-Immobilienmarkt? Schließlich lag auch der Case-Shiller-Index, in dessen Berechnung zusätzlich das Subprime-Segment eingeht, in den vergangenen Monaten im Plus. Der Abwärtstrend bei den Preisen dürfte zumindest ausgelaufen sein. Denn das mit monatlich rund 200.000 Zwangsversteigerungen immer noch hohe Niveau abgewickelter Hypotheken kann den Markt offenbar nicht mehr nach unten drücken. Die dahinter stehende, anziehende Nachfrage, die in steigenden Verkaufszahlen für neue und bestehende Häuser, einem anziehenden „Pending-Home-Sales-Index“ und einem fallenden Bestand zum Verkauf stehender Objekte zum Ausdruck kommt, hat mehrere Ursachen. Das gefallene Preisniveau macht den Immobilienkauf in Kombination mit den ausgesprochenen niedrigen Zinsen attraktiv. So weisen die…

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