USA

US-Kapitalflüsse – bitterer Vorgeschmack aus Japan

Wie immer zur Monatsmitte stehen in Kürze die Daten zu den grenzüberschreitenden US-Kapitalflüssen an. Einst ein Kriterium für die Finanzierbarkeit der US-Leistungsbilanz, haben sich diese sogenannten TIC-Daten längst zu einem Gradmesse der internationalen Investorenstimmung gewandelt. Wie groß ist der Bedarf für US-Wertpapiere als sichere Häfen in Zeiten abflauender Krisen noch?

Globale Devisenreserven: Euro-Anteil bleibt trotz Krise stabil

Noch vor wenigen Jahren hatten die europäischen Politiker große Ambitionen, den Euro als führende Welt-Reservewährung zu etablieren und den US-Dollar von dessen Thron zu stoßen. Angesichts des gegenwärtigen Teufelskreises aus Sparprogrammen und Rezession, des fehlenden politischen Konsens in der Eurozone und der immer wieder auflodernden Systemzweifel ist von diesen Ambitionen nicht mehr viel übrig. Und doch fällt auf, dass Investoren der Eurozone die Treue halten. Die Aufstockung der offiziellen Devisenreserven auf Euro-Basis ist zwar zum Stocken gekommen, von einem breit angelegten Abbau kann aber auch weiterhin nicht die Rede sein, wie die jüngsten Daten des IWF unterstreichen. Der weltweite Bestand an Devisenreserven lag Ende 2012 bei 10,936 Bio. US-Dollar und damit nur wenig höher als Ende des dritten Quartals (10,783 Bio. US-Dollar). Davon entfallen auf die Industrieländer 3,691 Bio. US-Dollar, auf die Entwicklungsländer 7,245 Bio. US-Dollar. Den einzigen nennenswerten Reserveanstieg gab es in den Entwicklungsländern (+112 Mrd. US-Dollar), die ihre FX-Allokation…

US-Wirtschaft bleibt trotz Belastungen auf dem Wachstumspfad

Nicht nur die Euroländer, sondern auch die Vereinigten Staaten sind zur Konsolidierung ihres Staatshaushaltes gezwungen. Für den Haushaltsstreit, der zunächst zum Jahreswechsel und noch einmal Anfang März seine jüngsten Höhepunkte erreichte, wurden dramatische Bilder wie der „Sturz über die fiskalische Klippe“ gezeichnet. Inzwischen ist klar, dass in diesem Jahr Belastungen in Form von Ausgabenkürzungen, Steuer- und Abgabenerhöhungen mit einem Volumen von rund 1,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung auf der US-Wirtschaft lasten. Dies ist jedoch deutlich weniger als das, was zahlreiche Euroländer in den vergangenen Jahren verkraften mussten bzw. noch verkraften müssen.

Fed hält Kurs

In den Vereinigten Staaten stand der gestrige Tag ganz im Zeichen der Fed: Zunächst hat die US-Notenbank ihr Kommuniqué zu ihrer jüngsten geldpolitischen Entscheidung veröffentlicht; danach hat sie neue Projektionen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bekanntgegeben; und schließlich hat sich Notenbankpräsident Ben Bernanke auf der zugehörigen Pressekonferenz zu Wort gemeldet. Wie allgemein erwartet, hielt der geldpolitische Ausschuss der Fed den Leitzins weiterhin in der Spanne zwischen 0 und 0,25%. Der Tenor der gestrigen FOMC-Sitzung lag auf einer leicht pessimistischeren Einschätzung zur US-Konjunktur, vor allem weil die Wachstumsprojektionen nach unten revidiert worden waren.

Vorerst keine Lösung im US-Haushaltsstreit, aber es hätte noch schlimmer kommen können

Ein kurzfristiger Kompromiss war zwischen den Republikanern und den Demokraten nicht zu erzielen, nun sind in den USA doch Ausgabenkürzungen in Höhe von 86 Mrd. US-Dollar in Kraft getreten. Das belastet den kurzfristigen Ausblick für die Konjunktur, da die Einsparungen insgesamt ein Volumen von rund 0,5 Prozent des BIP ausmachen und den konjunkturellen Schwung im zweiten Quartal sichtbar abbremsen dürften. Noch schlimmer als die Ausgabenkürzungen, die nach der Rasenmähermethode über fast alle Budgets durchgeführt werden müssen, und die auch mit Lohnkürzungen für die öffentlich Bediensteten verbunden sein werden, wäre jedoch das Ausbleiben jeglicher Maßnahmen zur Konsolidierung des Staatshaushaltes bzw. eine erneute Verschiebung gewesen.

And the Oscar goes to … US-Dollar

Auch wenn das Jahr 2013 so erfreulich für den Euro begonnen hat, lassen wir uns nicht von den Fortschritten in der Bewältigung der Eurokrise berauschen. Vielmehr wollen wir das freundliche Prognoseumfeld für die USA angemessen würdigen und leiten daraus eine neue, weitaus bullishere USD-Prognose als bisher ab. Dank der EZB sind die Systemzweifel gegenüber der Eurozone verschwunden. Die Eurozone dürfte zwar das Schlimmste hinter sich haben, aber der künftige Weg ist nicht frei von Hürden, sei es ökonomischer, sei es politischer Natur. Die schwierige Regierungsbildung in Italien ist hier nur einer von vielen Punkten, die das Sentiment eintrüben. Aber selbst bei fortgesetzter Krisenberuhigung sprechen Investorenverhalten und Kapitalumschichtungen innerhalb der Eurozone gegen eine stärkere Euro-Aufwertung – analog zu der Beobachtung, dass der Euro während seiner größten Existenzkrise auch nur relativ wenig abgewertet hat. In der zweiten Jahreshälfte sollte sich das Marktinteresse dann klar Richtung USA drehen und wir in eine Phase…

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