USA

Wirbelsturm Sandy: Ein Dämpfer für das aktuelle US-Wachstum?

Nachdem der Wirbelsturm Sandy die US-Ostküste getroffen und gewaltige Schäden angerichtet hat, taucht unweigerlich die Frage auf: Welche wirtschaftlichen Folgen wird er haben? Und: Wird er einen dämpfenden Effekt auf das US-BIP-Wachstum ausüben? Einen Tag nach dem Ereignis, das bislang mindestens 43 Todesopfer gefordert hat, ist hierzu bestenfalls eine ganz vorläufige Betrachtung möglich.

US-Renditen vor moderatem Anstieg

Im Dezember 2012 läuft das Staatsanleihentauschprogramm „Operation Twist“ der US-Notenbank aus. Wir gehen davon aus, dass die Fed neben dem derzeit laufenden Ankaufprogramm von Hypothekenanleihen (QE3) Anfang des kommenden Jahres ein weiteres Staatsanleihenankaufprogramm aus der Taufe  heben wird. Dessen Aufgabe wird es wohl sein, einem möglichen Renditeanstieg der US-Staatsanleihen entgegenzuwirken. Nach unserer Prognosen dürften die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries bis Dezember 2013 langsam auf 2,10% ansteigen. Die Gründe für einen Anstieg sind unseres Erachtens erstens eine für Europa erwartete Erholung der Finanzmärkte und, damit einhergehend, Rückflüsse von Kapital nach Europa sowie zweitens eine sich verschlechternde Bonität der Vereinigten Staaten. Kürzungen der öffentlichen Ausgaben, wie sie bislang laut „automatischer“ Haushaltskonsolidierung vorgeschrieben sind, wird es wohl vorerst nicht geben, da die US-Volkswirtschaft sonst über das „fiskalische Kliff“ in eine Rezession stürzen würde. Daher wird dem demnächst zu wählenden neuen US-Präsidenten kaum eine andere Wahl bleiben, als die „automatischen“ Budgetrestriktionen auszusetzen, die Steuern…

Mögliche Entspannung in Europa dürfte Blick für die USA öffnen

Auf Sicht der kommenden Woche besteht Hoffnung – Hoffnung darauf, dass die Krise in Europa an den Devisenmärkten zumindest vorübergehend in den Hintergrund rückt. So scheint Griechenland die „notwendigen Voraussetzungen“ für die Auszahlung der anstehenden Hilfstranche aus Sicht der Troika zu erfüllen. Zudem stehen in Spanien Regionalwahlen an, die bislang als Hürde auf dem Weg zu einer finanziellen Unterstützung des Landes galten, und die Idee einer ESM-Kreditlinie findet offenbar immer mehr Anhänger.

US-Wahlkampf in der heißen Phase – Wirtschaftsthemen entscheiden

Gestern Nacht fand die erste von drei TV-Debatten der beiden Bewerber um die US-Präsidentschaft statt. Amtsinhaber Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney stritten um den besseren Kurs in der Wirtschafts- und Steuerpolitik. Mehr als sonst dürften gerade die Themen aus diesem Bereich eine entscheidende Rolle bei der Wahl spielen. Denn der Aufschwung ist vier Jahre nach der letzten Finanzkrise noch immer fragil, die Staatsverschuldung hoch. Die Wähler werden langsam ungeduldig ob der schleppenden Konjunkturerholung, zumal bei einer Arbeitslosigkeit von immer noch über 8 Prozent. Auch die TV-Debatte war geprägt von den stark gegensätzlichen Positionen der Kontrahenten. Obama möchte seine eher diskretionäre Wirtschaftspolitik fortsetzen, bei es ihm – in seinen Worten – um „faire Lastenteilung“ bei der Finanzierung der künftigen Aufgaben geht und bei der es nur maßvolle Kürzungen bei den teuren Sozialprogrammen geben soll. Die Steuersätze für das Gros der Bevölkerung sollen nicht erhöht werden, nur jene für…

Notenbanken auf heikler Mission

Die amerikanische Notenbank (Fed) hat gestern Abend eine weitere Runde außerordentlicher geldpolitischer Maßnahmen („QE3“) angekündigt. So will die Zentralbank monatlich hypothekenbesicherte Anleihen im Wert von 40 Mrd. USD ankaufen, bis sich der Ausblick am Arbeitsmarkt verbessert habe. Außerdem soll der Leitzins nach Angaben der US-Zentralbank bis 2015 nicht angehoben werden. Die Fed strebe damit ein „Wachstum auf breiter Basis an“, so Fed-Chef Bernanke. Außerdem sei es für die US-Wirtschaft wichtig, die anhaltende Diskussion über bevorstehende Einsparungen in der US-Fiskalpolitik („fiscal cliff“) so bald wie möglich zu beenden und die damit einhergehende Unsicherheit zu beseitigen.

USA: Quantitative Easing 3 kommt! Drei Perspektiven: Eine Antwort

Über den nächsten geldpolitischen Schritt der Federal Reserve wird nicht erst seit den jüngsten Konjunktursorgen diskutiert. Die Vermutung einer erneuten massiven Intervention der Fed an den Anleihemärkten hält sich mit einer gewissen Nachhaltigkeit. Wir teilen diese Ansicht und gehen noch für dieses Jahr von einer Neuauflage der quantitativen Lockerung aus, einem Quantitative Easing (QE) 3. Unsere Argumentation basiert auf drei unterschiedlichen Ansätzen: Fundamentalanalyse: Anhand von Fed-Projektionen der Teuerungsrate und der Arbeitslosenquote erhalten wir aus einer Taylor-Regel ein deutliches Signal für einen weiteren quantitativen Schritt seitens der Fed. Betrachtung der Stimmenverhältnisse im geldpolitischen Rat FOMC: Die Anzahl der Befürworter weiterer expansiver Maßnahmen ist weiter angestiegen. Mit Jeffrey Lacker ist nur noch ein einziger „Falke“ übriggeblieben. Analyse des Anleihenportfolios der Fed: Aufgrund der Verlängerung der Operation Twist bis Ende dieses Jahres schrumpfen im Fed-Anleiheportfolio die Bestände an US-Treasuries mit Laufzeiten bis zu drei Jahren auf ein verschwindend geringes Niveau zusammen. Nach unserem…

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