USA

Endlich mal wieder eine gute Nachricht vom US-Arbeitsmarkt!

Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli positiv überrascht – per Saldo sind 163 Tsd. neue Stellen geschaffen worden. Das waren deutlich mehr als nach den schwachen Zahlen der Vormonate zu erwarten war. Allein die Industrie hat 25 Tsd. neue Jobs geschaffen. Beim Staat gingen aber wie schon in den Vormonaten Stellen verloren, ebenso konnte der Bausektor nicht zum Beschäftigungsaufbau beitragen. Der größte positive Schub kam aus den Servicebereichen. Die Tatsache, dass trotz der gemeldeten Beschäftigungszuwächse die Arbeitslosenquote nicht zurückgegangen ist, sondern im Gegenteil noch leicht von 8,2 auf 8,3 Prozent gestiegen ist, macht aber deutlich, dass der schwache Trend am Arbeitsmarkt, der sich im zweiten Quartal durchgesetzt hatte, noch nicht gebrochen ist. Vor allem in der Industrie müsste sich erst ein wirklich nachhaltig positives Investitionsklima durchsetzen, bevor man hier eine dauerhaft positive Beschäftigungsdynamik erwarten kann. Der Blick auf den jüngsten ISM-Index aus der Industrie, der im Juli mit 49,8 Punkten zum…

USA: Weitere Konjunkturabschwächung im 2. Quartal 2012

Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal weiter an Tempo verloren. Das BIP stieg nur noch um 1,5% (Q/Q, annualisiert), nach 2,0% im 1. Quartal. Die jüngste Wachstumsabschwächung beruht vor allem auf Einbußen bei der Konsumdynamik. Auch der Außenhandel wirkte im abgelaufenen Quartal bremsend. Die USA spüren die verhaltenere Nachfrage etwa aus China, aber auch die Turbulenzen rund um die Schuldenkrise in Euroland. Positiv stach vor allem der Wohnungsbau heraus, der sich nun mit erkennbar positiven Wachstumsbeiträgen auf niedrigem Niveau weiter zu stabilisieren scheint. Dass die Binnennachfrage wegen der schwächeren Konsumlust nicht mehr so robust ist wie noch am letzten Jahreswechsel kommt nicht überraschend. Immerhin war das zweite Quartal von einer recht schwachen Beschäftigungsdynamik geprägt, die auch das Konsumklima stark belastet hat: Von April bis Juni wurden pro Monat per Saldo nur noch 75 Tsd. neue Jobs geschaffen. Im Vorquartal sah das mit durchschnittlich 226 Tsd. neuen Stellen monatlich noch ganz…

Trendwende am US-Immobilienmarkt?

Der gerade veröffentlichte landesweite US-Hauspreisindex der „Federal Housing Finance Agency“ ist im Mai um 0,8 Prozent gestiegen. Damit weist der so genannte „Purchase-only-Index“ im vierten aufeinanderfolgenden Monat einen Preisanstieg auf und liegt damit fast vier Prozent über dem Vorjahreswert. Ist das nun die Trendwende nach einer gut fünf Jahre währenden Korrekturphase am US-Immobilienmarkt? Schließlich lag auch der Case-Shiller-Index, in dessen Berechnung zusätzlich das Subprime-Segment eingeht, in den vergangenen Monaten im Plus. Der Abwärtstrend bei den Preisen dürfte zumindest ausgelaufen sein. Denn das mit monatlich rund 200.000 Zwangsversteigerungen immer noch hohe Niveau abgewickelter Hypotheken kann den Markt offenbar nicht mehr nach unten drücken. Die dahinter stehende, anziehende Nachfrage, die in steigenden Verkaufszahlen für neue und bestehende Häuser, einem anziehenden „Pending-Home-Sales-Index“ und einem fallenden Bestand zum Verkauf stehender Objekte zum Ausdruck kommt, hat mehrere Ursachen. Das gefallene Preisniveau macht den Immobilienkauf in Kombination mit den ausgesprochenen niedrigen Zinsen attraktiv. So weisen die…

USA: Privater Konsum verliert an Schwung

Die privaten Haushalte in den USA haben in den letzten Monaten deutlich an Konsumlust verloren. So sind die persönlichen Ausgaben im April und Mai nur noch etwa halb so stark gewachsen wie noch im recht guten ersten Quartal. Die Einzelhandelsumsätze haben in den letzten Monaten erkennbar an Dynamik eingebüßt, die Sparquote ist zuletzt gestiegen. Ein kompletter Stillstand der Konsumdynamik ist zwar nicht zu erwarten, aber das Umfeld für weiter gute Konsumzuwächse ist sehr viel schwieriger geworden als noch zu Jahresbeginn. Zum Teil hängen die schwächeren Umsätze im Einzelhandel damit zusammen, dass die Sonderkonjunktur in der Autoindustrie vorbei ist. Die US-Autohändler hatten im letzten Jahr wegen gestörter internationaler Zulieferketten ja zeitweise nur ein sehr eingeschränktes Fahrzeugangebot, was dann später zu umfangreichen Nachholkäufen und zweistelligen Zuwachsraten beim PKW-Absatz geführt hatte. Dieser Nachholbedarf scheint nun gedeckt. Gravierend für die Konsumperspektiven sind aber nun auch andere Faktoren. Vor allem die in den letzten Monaten…

USA: Obamas Gesundheitsreform wird Wahlkampfthema

Mit 5 : 4 Stimmen hat der US Supreme Court Obamas Gesundheitsreform gebilligt. Damit ist es also verfassungskonform, dass die Regierung auch jene Bürger dazu anhält, eine Krankenversicherung abzuschließen, die diese gar nicht wollen. Wer dies ablehne, muss künftig eine Strafprämie zahlen. Das entscheidende Argument: Die Strafprämie funktioniere wie eine Steuer, und Steuern zu erheben gestehe die Verfassung dem Kongress ja explizit zu. Laut Umfragen sind bis zu rund die Hälfte der US-Bürger gegen Obamas Pflichtversicherung, weshalb das Thema auch im angelaufenen US-Wahlkampf eine so große Rolle spielt. Tatsächlich betroffen vom neuen Kontraktionszwang werden aber deutlich weniger Bürger sein. In den nächsten Jahren sollten etwa 30 Mill. Amerikaner, also weniger als 10 Prozent der Bevölkerung, erstmalig eine Police abschließen. Dies sollte die grundsätzlichen Einwände der Reformgegner relativieren. Mit Obamacare erhalten viele US-Bürger erstmals Versicherungsschutz, die ihn haben wollen, ihn sich aber bisher nicht leisten können. Ist die Reform nun gut…

USA: Schwacher Arbeitsmarkt im Mai

Das US-Beschäftigungswachstum ist im Mai enttäuschend schwach ausgefallen: Per Saldo nur noch +69 Tsd. neue Stellen wurden geschaffen. Im Privatsektor waren es 82 Tsd., beim Staat wurden 13 Tsd. Stellen gestrichen. Erschwerend für die Arbeitsmarkterholung kommt hinzu, dass von den Job-Gewinnen der beiden Vormonate nun 49 Tsd. Stellen durch Abwärtsrevisionen wegfallen. Damit wurden seit März im Durchschnitt weniger als 100 Tsd. Jobs pro Monat geschaffen. Zum Vergleich: Von Dezember bis Februar gab es über 250 Tsd. neue Jobs pro Monat. Die Arbeitslosenquote ist im Mai erstmals seit Juni 2011 wieder gestiegen, von 8,1 auf 8,2 Prozent. Seit vier Monaten schwächt sich das Tempo des Stellenaufbaus also ab, es reicht inzwischen nicht mehr aus, um den US-Arbeitsmarkt in den nächsten zwei oder drei Jahren – geschweige denn vor den Präsidentschaftswahlen im November – aus den Schlagzeilen herauszubringen. Offenbar hat eine immer größere Zahl von kleinen und mittelgroßen Betrieben derzeit keine Neigung,…

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