Zentralbanken / Rentenmärkte

SNB hakt Kapitel „EUR-CHF-Wechselkursuntergrenze“ ab

Drei Jahre, drei Monate und vier Tage nachdem die Schweizerische Nationalbank ihre Untergrenze in Euro-Franken aufgegeben hat, ist es passiert. Erstmals seit dem 15. Januar 2015 ist das Währungspaar gestern Abend wieder über die Marke von 1,2000 CHF geklettert. Selbst die für ihre Zurückhaltung bekannten Schweizer dürften dieses Ereignis mit einer gewissen Euphorie aufgenommen haben, können sie doch damit das schwierige und umstrittene Kapitel „Wechselkursuntergrenze“ als endgültig abgehakt ansehen. Interessanterweise waren es vorrangig Faktoren außerhalb der Schweiz, die zu der Euro-Franken-Bewegung seit dem zweiten Quartal 2017 beigetragen haben. (Zur Erinnerung: vor rund einem Jahr lag das Währungspaar noch bei Kursen um 1,0650 CHF.) Insbesondere der mit dem Sieg von Emmanuel Macron aus EWU-Sicht erfreuliche Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen und die Aussicht auf ein Ende der ultra-expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank gaben dem Euro gegenüber dem Franken Auftrieb. Auslöser des jüngsten Anstiegs des Währungspaares dürften hingegen die von den USA erlassenen…

US Notenbank bleibt für Wachstum zuversichtlich – Risiken steigen aber

Das Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US Notenbank vom 20.-21. März deutet auf einen strafferen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank hin. So könnten die verbesserten Aussichten für das Wirtschaftswachstum und die gestiegene Zuversicht eines Inflationsanstiegs auf 2% den Weg für einen steileren Zinserhöhungspfad ebnen. Zudem könnte die gegen Ende des vergangenen Jahres beschlossenen Steuererleichterungen die konjunkturelle Dynamik zusätzlich befeuern. Vor diesem Hintergrund wurde im FOMC-Rat wohl auch die Möglichkeit diskutiert, das Fed-Kommuniqué im Laufe des Jahres zu adjustieren, um die Märkte auf eine akkommodierende oder gar restriktivere geldpolitische Ausrichtung vorzubereiten. Trotz der besseren Wirtschaftsaussichten gab eine große Mehrheit der Geldpolitiker zu Bedenken, dass eine mögliche Eskalation des jüngsten Handelsstreits der US-Wirtschaft schaden würde. Die hohe Volatilität an den Finanzmärkten würde die Unsicherheiten bezüglich der weiteren Handelspolitik und die hieraus resultierenden Folgen für das Wirtschaftswachstum widerspiegeln. Zusammengefasst bestätigt das Protokoll den Willen der US-Notenbank die Leitzinsen in diesem und im…

EBA: Lage der EU-Banken hat sich verbessert – Herausforderungen bleiben

Die EBA bescheinigt EU-Banken eine wesentliche Verbesserung ihrer Lage, aber bemängelt die weiterhin hohen NPL, die die Profitabilität beeinträchtigen. In ihrem Update des Risk Dashboard, das die Risiken und Schwächen des EU-Bankensektors im vierten Quartal 2017 zusammenfasst, ging die EU-Behörde vor allem auf die Entwicklung der Kapitalisierung, der Aktivaqualität, der Profitabilität sowie der Refinanzierung des Bankensektors ein. Zum ersten Mal hat die EBA als Reaktion auf die Empfehlung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) über gewerbliche Immobilienmärkte eine zusätzliche Seite mit aggregierten Immobilienexposures veröffentlicht. Die EU-Banken haben ihre Kapitalquoten weiter verbessert. Die CET1 Quote (phase-in) erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 20 Basispunkte (Bp.) auf 14,8% und (fully loaded) um 30 Bp. auf 14,6%. Die Tier 1 Quote legte um 20 Bp. auf 16,2% und die Gesamtkapitalquote um 10 Bp. auf 19,0% zu. Dazu beigetragen hat hauptsächlich der Rückgang der Kreditrisikoaktiva. Auch die Qualität der Kreditportfolien hat sich laut EBA…

EZB prüft Einrichtung einer Notfalllinie für Banken – Verlustbeteiligung wird wahrscheinlicher

Die EZB erwägen, eine neue Notfallkreditlinie für Banken (Eurosystem Resolution Liquidity, ERL) einzurichten. Diese Linie soll es der EZB ermöglichen, den gesunden Teilen einer zu restruktierenden Bank, die in eine „Good Bank“ übertragen werden, Liquidität bereitzustellen. Es gebe eine Reihe von Szenarien im Kontext von Bankenrestrukturierungen, in denen es der EZB derzeit nicht möglich sei, Banken zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Die Einrichtung einer dauerhaften Notfallkreditlinie würde daher ein starkes Signal pro Bankenunion senden und das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der neuen Abwicklungsregelungen stärken. Dabei sollen diese Kredite über europäische Garantien (ESM oder SRB/Europäischer Bankenrestrukturierungsfonds) abgesichert werden, da die Sicherheitenanforderungen gegenüber den „normalen“ Operationen gelockert werden sollen. Es könnte sogar sein, dass die Banken außer der Garantie überhaupt keine Sicherheiten stellen müssten. In dem Dokument wird darauf verwiesen, dass die US-Notenbank und die Bank of England ähnliche Instrumente bereits zur Verfügung haben. Unklar ist jedoch, ob es eine solche Notfallkreditlinie wirklich geben…

Euro-Raum Inflationsrate: Osterfest und Lebensmittel treiben Preise im März nach oben

Der seit Monaten anhaltende Rückgang der Inflationsrate des Euro-Raums wurde im März erst einmal gestoppt. Zwischen Februar 2017 und Februar 2018 hatte sich die jährliche Rate noch nahezu halbiert. Nun haben die Preise im März wieder etwas stärker zugelegt. Die Teuerung kletterte von +1,1 Prozent im Februar auf +1,4 Prozent im März. Hinter dem Anstieg stehen der sogenannte Ostereffekt und merklich gestiegene Lebensmittelpreise. Gewöhnlich steigen in der Kar- und Osterwoche die Preise für tourismusnahe Dienstleistungen spürbar an. Fällt das Osterfest in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf unterschiedliche Monate (März/April), dann entstehen in der jährlichen Inflationsrate stärkere Schwankungen. Dies wird als Ostereffekt bezeichnet, der nun im März die Preise ein Stück weit nach oben gehoben hat. Die Kernrate – also die Preise exklusive Energie und unverarbeiteter Lebensmittel– hat das allerdings kaum beflügelt. Sie stieg nur leicht von +1,2 auf +1,3 Prozent. Gerade der Preisdruck von Gütern aus dem verarbeitenden Gewerbe schmolz im März merklich ab…

FOMC: Drei Leitzinserhöhungen in 2018

Gestern Abend europäischer Zeit waren wieder alle Augen auf die US-Notenbank gerichtet. Insgesamt verlief das Tripple aus Fed-Kommuniqué, Projektionen und Pressekonferenz ohne größere Überraschungen. Schon im Vorfeld stand unter den Marktteilnehmern nahezu einhellig fest, dass die Fed den Leitzinskorridor um weitere 25 Basispunkte anheben wird. Diesbezüglich hat die Fed auch geliefert, so dass die Spanne der Fed Funds Rate nun bei 1,50% bis 1,75% liegt. Außerdem hält die Notenbank an ihrem graduellen Kurs weiterer Zinsanhebungen fest. Die Inflations- und Wachstumsprognosen wurden lediglich marginal nach oben angepasst. Die Zinserwartungen der US-Währungshüter, die im Rahmen des sogenannten „Dot-Plots“ abgegeben werden, zeigen für das Gesamtjahr 2018 weiterhin drei Leitzinserhöhungen. Jedoch wurde das Tempo der Zinserhöhungen für die Jahre 2019 und 2020 im Vergleich zu den letzten FOMC-Projektionen nach oben revidiert. Auf der Pressekonferenz gab es zwar kritische Fragen bezüglich der US-Steuerreform und eines möglichen zunehmenden Protektionismus. Powell gab zu Protokoll, dass sehr wohl…

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