Zentralbanken / Rentenmärkte

Fed: Zins (noch) unverändert

Beim jüngsten Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank wurde der Leitzinskorridor wie allgemein erwartet unverändert gelassen. Schon im letzten Statement hatten sich die Währungshüter sehr optimistisch bezüglich des Wirtschaftswachstums geäußert. An diesem positiven Tenor hielten die Fed-Oberen fest. So haben die Währungshüter bestätigt, dass die Binnenkonjunktur sehr stark ausfalle. Die Arbeitslosenquote wird nun als „fallend“ und nicht mehr als „tief“ betrachtet. Nur die Unternehmensinvestitionen fielen im Vergleich zum kräftigen Anstieg zu Beginn des Jahres moderater aus. Die Inflationserwartungen seien unverändert. Insgesamt gaben die FOMC-Mitglieder zu Protokoll, dass die wirtschaftlichen Risiken ausgeglichen seien. Vor diesem Hintergrund seien weitere, graduelle Zinserhöhungen angebracht. Eine Leitzinserhöhung im Dezember dürfte daher höchstwahrscheinlich sein. So steht zu befürchten, dass ein starkes Wirtschaftswachstum, höhere Zölle und steigende Löhne zu einem zunehmenden Inflationsdruck führen. Die geldpolitische Ausrichtung wurde wie in den vergangenen Monaten einstimmig beschlossen. Unveränderte Leitzinsen sowie ein nahezu gleichgebliebenes FOMC-Statement waren im Vorfeld der geldpolitischen Ratssitzung der…

EZB – Warten auf’s Christkind

Erwartungsgemäß haben die EWU-Währungshüter im Rahmen ihres heutigen Zusammentreffens keine Änderungen am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs vorgenommen. Notenbankchef Draghi räumte zwar ein, dass die konjunkturelle Dynamik in der Eurozone zuletzt schwächer ausgefallen sei als ursprünglich angenommen, doch hat dies die grundsätzliche Zuversicht der Notenbank-Oberen nicht erschüttert – ein Abschwung sei das nicht. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Währungshüter trotz der zahlreichen Spannungsfelder (Brexit, Budgetstreit Italien, US-Handelskonflikt) die Risiken für den Konjunkturausblick nach wie vor als ausgeglichen betrachten. Eine Anpassung dieser Formulierung hätte allerdings auch nachhaltige Zweifel am EZB-Kurs genährt. Gegenwärtig sieht es danach aus, dass die Notenbank zum Ende des Jahres die Anleihekäufe (netto neu) beenden wird. Trotz der EZB Forward Guidance zeigen sich die Marktakteure aber nicht ganz überzeugt, dass die EZB im Herbst des kommenden Jahres tatsächlich erstmals an der Zinsschraube drehen wird. Die EONIA Forward Notierungen haben im Nachgang zur Ratssitzung niedriger tendiert. Der gegenwärtige Streit…

Fed beugt sich nicht dem Diktat

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt seine Kritik bezüglich der geldpolitischen Ausrichtung der US-Notenbank verschärft. Nachdem er sich zunächst nur unglücklich über die Fed-Politik zeigte, hat er nochmals nachgelegt und die Notenbank und deren Währungshüter als „verrückt“ bezeichnet. Mit den jüngsten Äußerungen geht der US-Präsident erneut eine Eskalationsstufe weiter. Nicht nur, dass Trump nun bedauere, dass er Powell zum Fed-Chef ernannt habe. Auf die Frage eines Journalisten, unter welchen Bedingungen er den Notenbankchef absetzen würde, antwortete Trump, dass er es nicht wüsste. Vor wenigen Wochen hatte er auf diese Frage noch die klare Antwort gegeben, dass er Powell nicht absetzen werde. Außerdem fordert Trump nun ganz offen niedrigere Leitzinsen. Die Macht des US-Präsidenten: Er bestimmt den Fed-Vorsitzenden Die wichtigste Frage, die sich die Finanzmarktteilnehmer stellen, ist die nach der Möglichkeit des US-Präsidenten, den Fed-Vorsitzenden seines Amtes zu entheben. Diese Frage gewinnt an Priorität, da Trump seit seiner Amtseinführung schon kräftig am…

Anlagen in Südafrika und der Türkei riskant, aber attraktiv

Der Wind hat gedreht. Wurden Finanzmärkte in Schwellenländern im Sommer dieses Jahres von internationalen Investoren noch gemieden und Engagements in größerem Umfang zurückgefahren, konnten sich Emerging-Market-Währungen in den vergangenen Wochen spürbar erholen. Immerhin gut 4% bzw. fast 19% konnten der Südafrikanische Rand und die Türkische Lira seit Anfang September gegenüber dem Euro zulegen. Die Türkei stand neben Argentinien im Zentrum der Emerging-Market-Turbulenzen in den Sommermonaten. Zunehmende Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank sowie die Furcht vor weiteren Sanktionen aus den USA, die den Zugang des Landes zu den internationalen Kapitalmärkten einschränken würden, haben zu einer erheblichen Verunsicherung der Investoren geführt. Eine Eskalation bis hin zur Zahlungsunfähigkeit vieler türkischer Unternehmen oder gar des Staates wurde an den Finanzmärkten mehr und mehr eingepreist. Mittlerweile haben die Vorzeichen dieser beiden zentralen Krisentreiber gedreht. Die türkische Zentralbank hat den Leitzins Mitte September unerwartet deutlich angehoben. Hinzu kommt, dass der in der Türkei festgesetzte US-Pastor…

Fed-Minutes: In Richtung restriktiv

Die gestern Abend veröffentlichten Minutes der US-Notenbanksitzung vom 26. September zeigen, dass die Fed-Oberen angesichts einer soliden Wachstumsdynamik intensiv darüber diskutiert haben, die Leitzinsen zeitweise über das neutrale Zinsniveau zu erhöhen. Etliche FOMC-Mitglieder befürworteten eine temporär restriktive geldpolitische Ausrichtung. Einige andere Währungshüter sprachen sich gegen einen solchen Schritt aus, da die Wirtschaft derzeit weder Zeichen einer Überhitzung zeige noch ein deutlicher Anstieg der Inflationsraten auszumachen sei. Unabhängig von dem geldpolitischen Zielniveau, das die Fed letzten Endes ansteuern wird, waren sich die Geldpolitiker über weitere moderate Zinsanhebungen in den kommenden Monaten einig. Außerdem wurde genauer erläutert, warum im FOMC-Statement lange bevor ein neutrales Zinsniveau erreicht wurde, der Passus über die akkommodierende Geldpolitik gestrichen wurde. Ein weiteres Hinauszögern dieser Entscheidung hätte dazu geführt, dass sich die Marktteilnehmer in Sicherheit wiegen würden, die Fed wisse genau, wann die Geldpolitik nicht mehr akkommodierend sei. Märkte sind weiterhin vorsichtiger als die Währungshüter Insgesamt ist das…

Kapitalmarktrenditen dies und jenseits des Atlantiks dürften auf Jahressicht moderat höher tendieren

Die europäischen Währungshüter sind zwischenzeitlich wieder aus der Sommerpause zurückgekehrt und haben ihren eingeschlagenen geldpolitischen Kurs bestätigt. Ab Oktober werden die monatlichen Anleihekäufe im Rahmen des EZB-Ankaufprogramms (APP) auf 15 Mrd. Euro verringert. Perspektivisch sollen die Nettoneukäufe dann zum Ende des Jahres gänzlich beendet werden. Auch wenn die Währungshüter damit einen weiteren kleinen Schritt in Richtung geldpolitischer Normalität unternehmen, bleibt der geldpolitische Stimulus nach wie vor umfassend. So sind angesichts der EZB-Forward Guidance Leitzinserhöhungen zunächst kein Thema. Erst auf Jahressicht halten wir es für vorstellbar, dass die Notenbank-Oberen den Einlagesatz vorsichtig nach oben schleusen. Einen ersten „richtigen“ Zinsschritt halten wir frühestens Ende nächsten Jahres für wahrscheinlich. Während sich die EZB sichtlich schwertut, die Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik ernsthaft anzugehen, treiben die US-Amtskollegen diese zusehends voran. Bis Mitte nächsten Jahres rechnen wir mit insgesamt vier Zinserhöhungen von je 25 Basispunkten. Mit 2,75% bis 3,00% dürfte die US-Notenbank dann ein neutrales…

1 2 70