Zentralbanken / Rentenmärkte

Zentralbanken machen immer weiter

In dieser Woche haben in Japan, den USA und im Euroraum die Zentralbanken beraten und ihre Beschlüsse verkündet. Tenor bei allen drei Zentralbanken ist, dass man alle geldpolitischen Kräfte aufbieten wird, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Anleihekaufprogramme laufen unverändert weiter und das Volumen wird, wenn notwendig, aufgestockt werden. Liquidität wird weiterhin reichlich zur Verfügung gestellt und die Notenbanken akzeptieren ein immer breiteres Band an Sicherheiten, damit hier keine Engpässe entstehen. Die Fed hat zudem den direkten Zugang für Unternehmen zu Zentralbankliquidität ausgeweitet. Auch die EZB hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik beschlossen. Mit der Einführung der PELTROs (Pandemic Emergency Longer-term Refinancing Operations) wurde der Leitzins de facto um 25 Basispunkte gesenkt und steht nun bei minus 0,25%, obwohl der Refisatz offiziell nicht verändert wurde. Die Leitzinsen bleiben damit bei allen Notenbanken bei 0%. Die neuen Krisenprogramme dürften wohl bis zum nächsten Frühjahr laufen, wenn die die COVID-19 Pandemie nicht…

Die Welt in 4 Charts

Die Weltwirtschaft fällt in eine tiefe Rezession, da der Covid-19 die wirtschaften in den Ländern größtenteils lahmlegt und die Lieferketten nachhaltig gestört werden. Die Staaten reagieren mit Fiskalprogramme in bislang ungekannten Ausmaßen. Die nun auflaufende Staatsverschuldung wird uns die nächsten Jahre noch intensiv beschäftigen. Die Zentralbanken sind ebenfalls in den Krisenmodus gewechselt und haben, wo möglich, die Zinsen gesenkt und Assetkaufprogramm reaktiviert oder ausgeweitet. Die Handlungsmöglichkeiten sind nun aber weitestgehend ausgeschöpft. Die Inflation fällt aktuell hauptsächlich wegen des niedrigen Ölpreises. Die Nahrungsmittelpreise dürften zwar im Laufe des Jahres etwas über dem Durchschnitt liegen, aber insgesamt sollte die Inflation sehr niedrig bleiben, da die schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage die Möglichkeiten für Preisanhebungen stark einschränkt. Die Investoren sind von den Unterstützungsaktionen der Regierungen und Zentralbanken tief beeindruckt. Folglich hat sich die Entwicklung der Kapitalmärkte von der realwirtschaftlichen Entwicklung weitestgehend abgekoppelt. Diese Entwicklung kann noch einige Zeit andauern, auch wenn die Bewertungen der Märkte…

Die Welt in 5 Jahren

Die Corona-Pandemie ist nun bereits fortgeschritten und die meisten Länder haben mit einer Einschränkung des sozialen und wirtschaftlichen Lebens reagiert. Zur Abfederung der Lasten wurden staatliche Hilfspakete geschnürt und die Zentralbanken wurden aktiv. Die Risikotransformation hin zu Zentralbanken beschleunigt sich und wird einige Zeit anhalten. Um sich nicht in technischen Einzelheiten zu verlieren, finden Sie hier ein paar Gedanken, wie die Welt in ein paar Jahren aussehen könnte.  

Weltwirtschaft im Alarmmodus

Die Corona-Pandemie wird die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen. Wenn der aktuelle Zustand sich innerhalb der kommenden Wochen wieder lockert, dann sollten die massiven Fiskalprogramme die notwendigen Impulse für eine kräftige Erholung geben. Der Wachstumsverlauf in diesem Jahr hängt hauptsächlich von der Ausbreitung des Coronavirus ab. Während die Wirtschaft in China bereits wieder erste Lebenszeichen von sich gibt, fangen die wirtschaftlichen Belastungen in den USA erst an.   Die Inflation bleibt zunächst sehr niedrig. Ausnahme könnten die Lebensmittelpreise sein, die von der Versorgungslage abhängen und entsprechend auch deutlich schwanken können. Die Notenbanken haben ihr Pulver weitestgehend verbraucht. Nennenswerte Impulse kann man von den Instituten eigentlich nicht mehr erwarten.

Euphorie folgt der Depression

Seit gestern kennen die Märkte kein Halten mehr. Als wollte man die Tristesse der letzten Woche abschütteln sind die Aktienkurse kräftigst gestiegen. Der Treibstoff für die dynamische Erholung war das große Hilfspaket der Fed und die Hoffnung, dass sich nun endlich auch die beiden Kammern des US-Parlaments auf das Corona-Unterstützungspaket von rund 2.000 Mrd. US Dollar einigen können, was man dann auch geschafft hat. In Europa ist man in diesem Feld schon weiter. Hier hat die EZB bereits in der letzten Woche ein umfangreiches Unterstützungspaket für Investoren und die Euroraum-Länder verkündet. Die Regierungen im Euroraum haben gleichzeitig umfangreiche fiskalische Maßnahmen beschlossen. Dabei ist die Aufgabenteilung zwischen Notenbanken und Regierungen in allen Ländern sehr ähnlich. Die Notenbanken kümmern sich darum, dass die Finanzmärkte funktionieren und die Liquiditäts- und Kreditkosten für Staaten und Unternehmen nicht zu teuer werden, was Insolvenzen und Staatenkrisen vorbeugen soll.  Dafür nehmen die Notenbanken einen starken Volumenanstieg der…

Corona – Wir brauchen jetzt Gelassenheit und Fiskalpolitik

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was uns die nächsten Tage und Wochen noch erwarten könnte, folgende einfache Grafik (s.u.). In der Grafik sind die Corona Fälle außerhalb Chinas um einen Monat nach hinten verschoben abgetragen. Die Entwicklung der Infektionsausbreitung ähnelt frappierend der Ausbreitung von CoVvd-19 in China. Wenn sich die Grippewelle außerhalb von China ähnlich verhält wie in China, werden wir in den nächsten Tagen einen schnellen Anstieg sehen und dann, wie in China, das Abebben der Epidemie. Dabei ist zu aber zu bedenken, dass die Quarantänemaßnahmen in China sehr weitreichend waren, im Vergleich zum Rest der Welt. Daher besteht das Risiko, dass sich die Verlangsamung außerhalb von China nicht entsprechend schnell einstellt, oder aber die Infektionszahlen viel schneller steigen als in China. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann wäre dies ein guter Hinweis, dass Quarantänemaßnahmen eigentlich wenig bringen. Die Verbreitung des Corona-Virus ist zurzeit noch ein…

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