Zentralbanken / Rentenmärkte

Euro-Skepsis geht trotz anhaltender Hängepartie zurück

Die Hängepartie im Zuge der Staatsschuldenkrise in der Eurozone ging letzte Woche in eine neue Runde. Griechenland verhandelt weiter mit der Troika, und Spanien denkt immer noch über einen Hilfsantrag nach. Zudem scheinen die Vorstellungen von Zyperns Präsident Christofias an wichtigen Punkten von denen der Troika abzuweichen. Nichtsdestotrotz hat das Lager der Euro-Skeptiker weiter an Anhängern verloren. So ist das Ausmaß der spekulativen Euro-Short-Positionen an der Derivatebörse in Chicago auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen. Auf Basis der aus Optionspreisen abgeleiteten „Risk Reversals“, die als Gradmesser für die Markterwartung künftiger Wechselkursbewegungen gelten, sehen Marktteilnehmer zwar weiterhin das größere Risiko auf Seiten einer Euro-Abwertung. Die Schar der Euro-Zweifler ist allerdings derzeit so gering wie seit Oktober 2010 nicht mehr. Entscheidender Grund hierfür dürfte die Erwartung der Marktteilnehmer sein, dass die europäischen Notenbanken im Zweifelsfall Staatsanleihen ankaufen werden – ungeachtet der Aussagen von EZB-Präsident Draghi, der nicht müde…

Bund-Renditen erst 2013 mit Aufwärtsdynamik

In den zurückliegenden Wochen ist das Geschehen an den europäischen Anleihemärkten von erheblicher Volatilität geprägt gewesen. Hatten sich die Risikoaufschläge für Peripherieanleihen im Zuge der Bekanntgabe des erneuten Anleihenkauf-Programms der EZB zunächst deutlich zurückgebildet, hat insbesondere die Unsicherheit darüber, wann Spanien unter den Rettungsschirm schlüpft, zuletzt für Verstimmung gesorgt. Die konjunkturell eher düstere Situation in der Euro-Zone wird wohl vorerst fortbestehen. Der ifo-Index, wichtigster Indikator für die deutsche Konjunktur, ist mittlerweile seit fünf Monaten in Folge gefallen. Die Währungshüter könnten bei niedrigen Inflationserwartungen in den kommenden Monaten den Leitzins ein weiteres Mal auf dann 0,50% senken. Für das lange Ende der Zinskurve erwarten wir vorerst noch niedrige Bund-Renditen. Erst im Verlaufe des nächsten Jahres sind Renditeanstiege wahrscheinlich, da der Status des Sicheren Anlagehafens der Bundesanleihen dann langsam an Bedeutung verlieren sollte. Insofern dürften die zehnjährigen Bund-Renditen zum Jahresende 2012 um die Marke von 1,60% schwanken, um dann bis Dezember 2013…

Der ESM und die direkte Rekapitalisierung von Banken

Die Verunsicherung der Investoren bezüglich der eng miteinander verwobenen Banken- und Staatsfinanzierungskrise nimmt wieder zu. Abzulesen war dies gestern an den deutlich gestiegenen Renditen von Staatsanleihen der Peripherie, vor allem Spaniens und Irlands. Die Verunsicherung wurde vermutlich zum Teil von dem merklich zunehmenden Unmut der Bevölkerung in den betroffenen Ländern getrieben. In Spanien kommen zu den Protesten gegen den Sparkurs der Regierung auch noch die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens hinzu. Als gemeinsamer, die Unsicherheit erhöhender Faktor dürften aber die Ergebnisse eines Treffens der Finanzminister Finnlands, Deutschlands und der Niederlande gewirkt haben. In einer Pressemitteilung zu diesem Treffen haben die drei Finanzminister Prinzipien des Euro-Rettungsschirms ESM mit Blick auf die direkte Rekapitalisierung von Banken festgehalten. Darin sprechen sie sich u.a. dafür aus, dass der „ESM zwar Verantwortung für Probleme übernehmen kann, die unter einer neuen Aufsicht entstehen, doch frühere Schulden sollen in der Zuständigkeit der nationalen Behörden verbleiben.“ Darüber hinaus soll der ESM…

Neues Anleihenkaufprogramm der EZB lässt Bundrenditen steigen

Um den angeschlagenen Euro-Staaten ein Durchbrechen ihres Teufelskreises aus untragbaren Zinsbelastungen und Sparerfordernissen zu ermöglichen, soll sich der Druck der Finanzmärkte in Luft auflösen; zumindest sollen die kriselnden Staaten mehr Zeit bei ihren Sparaktivitäten erhalten. Eine Kombination aus Käufen am kurzen Ende der Renditestrukturkurve durch die europäische Notenbank (EZB) und Käufen am langen Ende durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verspricht Renditesenkungen entlang des gesamten Laufzeitenspektrums. Die Ankündigung auf der jüngsten Sitzung des EZB-Rates über eine Neuauflage eines Anleihenkaufprogramms hat deutschen Staatsanleihen gewisse Kursverluste beschert. Bis in die abgelaufene Handelswoche hinein hat sich ein Renditeanstieg entlang der gesamten Kurve abgespielt. Wir gehen von einem zunächst anhaltenden Impuls aus. Auch Länder wie Finnland und die Niederlande sind betroffen; für die Kurse von Anleihen aus der Euro-Peripherie (Ausnahme: Griechenland) sollten dagegen weitere Gewinne am Staatsanleihemarkt zu beobachten sein. Durch das neue Anleihen-Ankaufprogramm steht den Währungshütern nun eine „unlimitierte Feuerkraft“ zur Verfügung, womit der…

Rezession im Euro-Raum dauert an – Stimmung in Deutschland aber leicht erholt

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt weiter in der Rezession, das zeigen auch die neuesten Umfragen unter den Einkaufsmanagern. Im September ist das Stimmungsbarometer im EWU-Durchschnitt gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 45,9 Punkte gesunken, das ist der tiefste Wert seit Juni 2009. Damit notiert dieser wichtige Indikator schon seit zwölf Monaten unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin den zweiten Monat in Folge leicht besserte, war bei den Dienstleistern das Geschäftsklima im September so schlecht wie zuletzt im Juli 2009. Mit der jüngsten Veröffentlichung wurde die Hoffnung zahlreicher Analysten enttäuscht, dass sich die Ankündigung des unbegrenzten Kaufs von Staatsanleihen durch die EZB bereits kurzfristig in der Wirtschaftsstimmung positiv bemerkbar machen könnte. Spiegelbildlich verlief die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern: In Deutschland kletterte der Composite Index auf 49,7 Punkte und erreichte damit fast die Wachstumsschwelle, in Frankreich wurde dagegen ein überraschend…

Sind die angekündigten Anleihekäufe der EZB zielführend?

Im Euroraum ist ein erneutes Ankaufprogramm von Staatsanleihen der Euro-Problemländer durch die EZB beschlossene Sache. Im Zuge eines neuen, so genannten „OMT-Programms“ (Outright Monetary Transactions) will die Notenbank unter strengen Bedingungen Staatsanleihen hilfsbedürftiger Länder am Sekundärmarkt kaufen. Für diese Käufe haben sich die Währungshüter grundsätzlich keine Obergrenze gesetzt.

1 70 71 72 77