Zentralbanken / Rentenmärkte

IWF löst Kapitalkontroverse aus

Für Aufsehen sorgte die IWF-Chefin Lagarde, die forderte, dass die europäischen Banken eine schnelle und verpflichtende Stärkung ihrer Kapitaldecke benötigen, um sie so gegen die Risiken aus der Staatsschuldenkrise und aus einem schwachen Wirtschaftswachstum zu wappnen. Hierin sieht sie auch einen entscheidenden Schlüssel, Ansteckungseffekte zu verhindern und die Liquiditätskrise einzudämmen.

Kurzläufer und Floater

Nach der jüngsten Anhebung dürfte auf Sicht der kommenden zwölf Monate der Leitzins im Euroraum nach unserem Dafürhalten von derzeit 1,50% um weitere 75 Basispunkte auf 2,25% angehoben werden. Die Zinsen am Geldmarkt sollten in diesem Zeitraum um rund 90 Basispunkte ansteigen, die Kapitalmarktrenditen in einer Spanne zwischen 100 und 150 Basispunkten. Bei festverzinslichen Anleihen sollten vor dem Hintergrund unserer Zinsprognose lediglich Kurzläufer gekauft werden.

Renditeanstiege am heimischen Rentenmarkt

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone sollte in diesem Jahr relativ solide ausfallen. Angesichts der Schuldenkrise und des deutlichen Anstiegs der Arbeitslosenrate in vielen Mitgliedsländern ist ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes um 1,8% passabel. Die Inflation im Euroraum steigt in diesem Jahr auf voraussichtlich 2,6% und überschreitet das 2%-Ziel der EZB damit deutlich. Die EZB dürfte im Juli die Leitzinsen erneut anheben und zwar um 25 Basispunkte auf 1,5%. Gegen Ende des Jahres sehen wir das Leitzinsniveau bei 1,75%. Die Bundesanleihen dürften mittelfristig aufgrund der Inflationssorgen und des anhaltenden Wirtschaftswachstums Kursverluste erleiden. Wir gehen davon aus, dass die zehnjährigen Bundrenditen bis zum Jahresende in einem moderaten Tempo auf 3,80% ansteigen werden. Für das kurze Ende der Kurve rechnen wir hingegen mit einem kräftigeren sowie schnelleren Anstieg der Renditen über die kommenden Monate. Die zweijährigen Renditen werden einen weiteren restriktiven Kurs der Notenbank antizipieren und schon auf kurze Sicht weiter in die Höhe…

Nächste Leitzinsanhebung steht bevor

Die EZB dürfte im Juli die Leitzinsen erneut erhöhen. Vor dem Hintergrund der insbesondere in den Peripheriestaaten schwierigen Liquiditätslage hat die EZB eine weitere Verlängerung der unkonventionellen Maßnahmen angekündigt. Solange die Währungshüter keine Vollbremsung bei der Geldpolitik vollziehen und weiterhin den Bankensektor ausreichend mit Zentralbankgeld versorgen, wird der von uns erwartete Renditeanstieg am langen Ende der Bundkurve moderat ausfallen. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen dürften in den kommenden drei Monaten auf 3,25% klettern. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres rechnen wir zwar mit einer Fortsetzung des Renditeanstiegs, dieser sollte aber recht verhalten ausfallen. Gegen Ende dieses Jahres dürften die zehnjährigen Bundrenditen bei etwa 3,80% zu liegen kommen. Für das kurze Ende der Kurve rechnen wir hingegen mit einem kräftigeren sowie schnelleren Anstieg der Renditen über die kommenden Monate. Die zweijährigen Renditen werden einen weiteren restriktiven Kurs der Notenbank antizipieren und schon auf kurze Sicht weiter in die Höhe klettern. Die…

US-Dollar und Euro: Chaotische Zustände dies- und jenseits des Atlantiks

Als Beobachter von Euro und Dollar glaubt man derzeit, versehentlich auf die Zeitungsseite über die Dritte Welt gerutscht zu sein: Bürgerkriegsähnliche Zustände und politisches Chaos in Griechenland; ein offener Disput zwischen Regierungen und EZB; das weltweit schlechteste Rating eines Euro-Landes, bei dessen Umschuldung es längst nur noch um das „wie“ und nicht mehr um das „ob“ geht. Eigentlich ein Wunder, dass der Euro nicht bis zur Parität abgerutscht ist.

Leitzinsschritt wohl im Juli

Die Bundesanleihen haben im Mai erhebliche Gewinne verbuchen können. Dabei haben die zehnjährigen Laufzeiten im Tief bei Renditen unter 3% notiert. Der Hauptantrieb der guten Performance der Bundesanleihen sind erneut die Sorgen um Griechenland. Der Renditerückgang ist jedoch umso erstaunlicher, als mit einer baldigen Fortsetzung der Leitzinserhöhungen seitens der EZB gerechnet wird.

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