Zentralbanken / Rentenmärkte

Neues Anleihenkaufprogramm der EZB lässt Bundrenditen steigen

Um den angeschlagenen Euro-Staaten ein Durchbrechen ihres Teufelskreises aus untragbaren Zinsbelastungen und Sparerfordernissen zu ermöglichen, soll sich der Druck der Finanzmärkte in Luft auflösen; zumindest sollen die kriselnden Staaten mehr Zeit bei ihren Sparaktivitäten erhalten. Eine Kombination aus Käufen am kurzen Ende der Renditestrukturkurve durch die europäische Notenbank (EZB) und Käufen am langen Ende durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verspricht Renditesenkungen entlang des gesamten Laufzeitenspektrums. Die Ankündigung auf der jüngsten Sitzung des EZB-Rates über eine Neuauflage eines Anleihenkaufprogramms hat deutschen Staatsanleihen gewisse Kursverluste beschert. Bis in die abgelaufene Handelswoche hinein hat sich ein Renditeanstieg entlang der gesamten Kurve abgespielt. Wir gehen von einem zunächst anhaltenden Impuls aus. Auch Länder wie Finnland und die Niederlande sind betroffen; für die Kurse von Anleihen aus der Euro-Peripherie (Ausnahme: Griechenland) sollten dagegen weitere Gewinne am Staatsanleihemarkt zu beobachten sein. Durch das neue Anleihen-Ankaufprogramm steht den Währungshütern nun eine „unlimitierte Feuerkraft“ zur Verfügung, womit der…

Rezession im Euro-Raum dauert an – Stimmung in Deutschland aber leicht erholt

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt weiter in der Rezession, das zeigen auch die neuesten Umfragen unter den Einkaufsmanagern. Im September ist das Stimmungsbarometer im EWU-Durchschnitt gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 45,9 Punkte gesunken, das ist der tiefste Wert seit Juni 2009. Damit notiert dieser wichtige Indikator schon seit zwölf Monaten unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin den zweiten Monat in Folge leicht besserte, war bei den Dienstleistern das Geschäftsklima im September so schlecht wie zuletzt im Juli 2009. Mit der jüngsten Veröffentlichung wurde die Hoffnung zahlreicher Analysten enttäuscht, dass sich die Ankündigung des unbegrenzten Kaufs von Staatsanleihen durch die EZB bereits kurzfristig in der Wirtschaftsstimmung positiv bemerkbar machen könnte. Spiegelbildlich verlief die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern: In Deutschland kletterte der Composite Index auf 49,7 Punkte und erreichte damit fast die Wachstumsschwelle, in Frankreich wurde dagegen ein überraschend…

Sind die angekündigten Anleihekäufe der EZB zielführend?

Im Euroraum ist ein erneutes Ankaufprogramm von Staatsanleihen der Euro-Problemländer durch die EZB beschlossene Sache. Im Zuge eines neuen, so genannten „OMT-Programms“ (Outright Monetary Transactions) will die Notenbank unter strengen Bedingungen Staatsanleihen hilfsbedürftiger Länder am Sekundärmarkt kaufen. Für diese Käufe haben sich die Währungshüter grundsätzlich keine Obergrenze gesetzt.

DAX nach Aufschwung auf wackeligem Fundament, taktisch Risiko abbauen!

Dank der von den Marktteilnehmern positiv aufgenommenen EZB-Ankündigung zu neuen Stützungsmaßnahmen hat sich der DAX unserem im Frühsommer postulierten Tradingkursziel von 7.200 Punkten deutlich genähert. Die Stimmung der Marktteilnehmer ist ausgesprochen gut, allerdings erscheint die plötzliche Nachfrage nach Dividendenpapieren eher dem Mangel an alternativen Anlagemöglichkeiten denn einer Verbesserung der Gewinnaussichten der Unternehmen geschuldet. Der Volatilitätsindex VDAX als maßgeblicher Stimmungsindex spiegelt beim aktuellen Niveau von 20,5 bereits ein recht hohes Maß an Sorglosigkeit wider.

Devisenmarkt wartet auf EZB

Der Devisenmarkt wartet dieser Tage auf die nächste Woche anstehende EZB-Ratssitzung und damit auf nicht weniger als die Ankündigung des von Notenbankchef Draghi in Aussicht gestellten schlagkräftigen Rettungspaketes, mit dessen Hilfe die EWU-Schuldenkrise endlich in ihre Schranken verwiesen werden soll. Doch wird die Notenbank bereits in der nächsten Woche liefern? Wir sind skeptisch. So halten wir es doch für wahrscheinlich, dass die EZB am Donnerstag noch keine näheren Angaben zu dem neuen Programm machen wird. Die dann enttäuschten Markterwartungen sollte der Euro letztendlich mit Kursverlusten quittieren. Verstärkt werden die Abwärtsrisiken für Euro-Dollar durch die für Freitagnachmittag angesetzte Rede von Fed-Chef Bernanke beim Notenbankertreffen in Jackson Hole. So gehen wir davon aus, dass Bernanke vorerst kein neues Ankaufprogramm (QE3) in Aussicht stellen wird, was dem US-Dollar unter die Arme greifen dürfte.

Zinsobergrenze für Italien und Spanien?

Gerüchte, wonach die Europäische Zentralbank eine Obergrenze für die Renditen von Staatsanleihen plane, haben zuletzt an den Märkten und in der Politik für einige Aufregung gesorgt. Weitere Interventionen am kurzen Ende des Marktes hatte EZB-Chef Draghi Ende Juli ja ohnehin schon in Aussicht gestellt, aber die Einführung einer „Zinsobergrenze“ war da noch nicht im Gespräch. Bei einigen Finanzmarktteilnehmern keimt die Hoffnung auf, dass die EZB mit noch massiveren Interventionen im Staatsanleihemarkt die Kurse wieder nach oben treiben könnte und damit für Entlastung vor allem bei den Krisenländern sorgen würde. Besonders aus Südeuropa wurden solche Interventionen der EZB in den letzten Wochen immer wieder gefordert. Aber sind die aktuellen Renditen an den Kapitalmärkten für Länder wie Italien und Spanien wirklich „zu hoch“? Betrachtet man den Verlauf der realen, also inflationsbereinigten Renditen für die einzelnen EWU-Länder in den letzten 20 Jahren, so fällt vor allem auf, dass bereits die Aussicht auf den…

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