Zentralbanken / Rentenmärkte

Zinsobergrenze für Italien und Spanien?

Gerüchte, wonach die Europäische Zentralbank eine Obergrenze für die Renditen von Staatsanleihen plane, haben zuletzt an den Märkten und in der Politik für einige Aufregung gesorgt. Weitere Interventionen am kurzen Ende des Marktes hatte EZB-Chef Draghi Ende Juli ja ohnehin schon in Aussicht gestellt, aber die Einführung einer „Zinsobergrenze“ war da noch nicht im Gespräch. Bei einigen Finanzmarktteilnehmern keimt die Hoffnung auf, dass die EZB mit noch massiveren Interventionen im Staatsanleihemarkt die Kurse wieder nach oben treiben könnte und damit für Entlastung vor allem bei den Krisenländern sorgen würde. Besonders aus Südeuropa wurden solche Interventionen der EZB in den letzten Wochen immer wieder gefordert. Aber sind die aktuellen Renditen an den Kapitalmärkten für Länder wie Italien und Spanien wirklich „zu hoch“? Betrachtet man den Verlauf der realen, also inflationsbereinigten Renditen für die einzelnen EWU-Länder in den letzten 20 Jahren, so fällt vor allem auf, dass bereits die Aussicht auf den…

Eine schwierige Abwägung für die EZB

Bundesbank-Präsident Weidmann kritisiert den geplanten Aufkauf von Staatsanleihen von Euro-Ländern relativ offen. Seine Kritik bezieht sich dabei im Grunde darauf, dass der Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB den Reformdruck für diese Länder merklich verringert, da die Zinsbelastung sinkt. Bislang haben sich Länder wie Spanien und Italien, aber auch die kleinen Länder einem harten Reformkurs unterworfen und konnten auch erste Verbesserungen in der Wettbewerbsfähigkeit vorweisen. Jedoch reichen die bislang erreichten Verbesserungen nicht aus, die Lücke zu den anderen Ländern im Euroraum zu schließen. Außerdem bleiben die Investoren weiterhin skeptisch, ob das derzeitige Reformtempo aufrecht erhalten werden kann. Die relativ hohen Renditen, die die Investoren beim Kauf von Staatsanleihen dieser Länder verlangen, sind dabei ein relativ großer Anreiz, mit dem Reformkurs weiter fortzufahren. Dieser Anreiz kann durch den Eingriff der EZB verringert werden und die Länder dazu verleiten, die teilweise sehr schmerzhaften strukturellen Reformen nicht fortzuführen. In diesem Falle wären die…

Ein EWU-Austritt käme Deutschland teuer zu stehen

In den kommenden Wochen steht eine ganze Reihe von wichtigen Entscheidungen an, die für die Zukunft der Europäischen Währungsunion prägend sein könnten: Am 12. September das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu ESM und Fiskalpakt; schon Anfang September reist die Troika wieder nach Athen, um die wirtschaftliche Situation zu bewerten und die Fortschritte bei der Umsetzung des griechischen Sparprogramms zu überprüfen; Spanien dürfte wohl in Kürze einen offiziellen Antrag auf direkte Unterstützung durch den EFSF bzw. ESM stellen – über das bereits zugesagte Hilfspaket von 100 Mrd. Euro für die spanischen Banken hinaus; und schließlich wird sich die Europäische Zentralbank bereits am 06. September erneut mit den in Aussicht gestellten neuen Stützungsmaßnahmen (Ankauf von kurzlaufenden Staatsanleihen in größerem Umfang durch die EZB) für Länder, die einen Hilfsantrag gestellt haben, befassen und detaillierte Pläne vorstellen. Jedes dieser Ereignisse hat das Potential, die Diskussion über die Zukunft und den Fortbestand der Währungsunion noch weiter…

Hoffnungen, Gerüchte, vage Vermutungen,…

Der Euro hat in den letzten Wochen an den Devisenmärkten deutlich zulegen können. Getrieben wurde diese Erholung vor allem von Hoffnungen auf ein baldiges Eingreifen der Europäischen Zentralbank zugunsten der am schwersten von der Staatsschuldenkrise betroffenen Euro-Länder sowie vagen Andeutungen, die möglicherweise ein Entgegenkommen für das hochverschuldete Griechenland von Seiten der Euro-Mitglieder signalisieren.

Spiel mit dem Feuer

Nachdem sich vor kurzem schon einige Politiker der Regierungskoalition in Deutschland zu einem möglichen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum geäußert haben, kommen auch aus anderen vermeintlich stabilen Mitgliedsländern weitere düstere Stimmen. Zuletzt hat sich der finnische Außenminister zu Wort gemeldet. Er fordert die Gemeinschaft auf, „sich offen der Möglichkeit eines Auseinanderbrechens des Euro zu stellen“ und sich darauf vorzubereiten. Demnach erarbeitet Finnland einen Handlungsplan für alle Eventualitäten für ein Ende des Euro. Die Auflösung der Währungsunion würde jedoch – wie auch die Euro-Einführung vor mehr als 13 Jahren – ein Experiment darstellen, welches in dieser Dimension noch nie durchgeführt wurde. Niemand kann heute sagen, wie ein Ende des Euro aussieht und was die Folgen wären. Kehrt man zurück zu nationalen Währungen oder gibt es Währungsblöcke wie einen Nord- oder Südeuro? Einigermaßen sicher erscheint aus heutiger Sicht, dass die neuen Währungen der heutigen Problemländer in einem wie auch immer gearteten neuen…

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