Zentralbanken / Rentenmärkte

Nächste Leitzinsanhebung steht bevor

Die EZB dürfte im Juli die Leitzinsen erneut erhöhen. Vor dem Hintergrund der insbesondere in den Peripheriestaaten schwierigen Liquiditätslage hat die EZB eine weitere Verlängerung der unkonventionellen Maßnahmen angekündigt. Solange die Währungshüter keine Vollbremsung bei der Geldpolitik vollziehen und weiterhin den Bankensektor ausreichend mit Zentralbankgeld versorgen, wird der von uns erwartete Renditeanstieg am langen Ende der Bundkurve moderat ausfallen. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen dürften in den kommenden drei Monaten auf 3,25% klettern. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres rechnen wir zwar mit einer Fortsetzung des Renditeanstiegs, dieser sollte aber recht verhalten ausfallen. Gegen Ende dieses Jahres dürften die zehnjährigen Bundrenditen bei etwa 3,80% zu liegen kommen. Für das kurze Ende der Kurve rechnen wir hingegen mit einem kräftigeren sowie schnelleren Anstieg der Renditen über die kommenden Monate. Die zweijährigen Renditen werden einen weiteren restriktiven Kurs der Notenbank antizipieren und schon auf kurze Sicht weiter in die Höhe klettern. Die…

US-Dollar und Euro: Chaotische Zustände dies- und jenseits des Atlantiks

Als Beobachter von Euro und Dollar glaubt man derzeit, versehentlich auf die Zeitungsseite über die Dritte Welt gerutscht zu sein: Bürgerkriegsähnliche Zustände und politisches Chaos in Griechenland; ein offener Disput zwischen Regierungen und EZB; das weltweit schlechteste Rating eines Euro-Landes, bei dessen Umschuldung es längst nur noch um das „wie“ und nicht mehr um das „ob“ geht. Eigentlich ein Wunder, dass der Euro nicht bis zur Parität abgerutscht ist.

Leitzinsschritt wohl im Juli

Die Bundesanleihen haben im Mai erhebliche Gewinne verbuchen können. Dabei haben die zehnjährigen Laufzeiten im Tief bei Renditen unter 3% notiert. Der Hauptantrieb der guten Performance der Bundesanleihen sind erneut die Sorgen um Griechenland. Der Renditerückgang ist jedoch umso erstaunlicher, als mit einer baldigen Fortsetzung der Leitzinserhöhungen seitens der EZB gerechnet wird.

Griechenland dominiert erneut die Nachrichtenlage – Euro leidet

Unter dem Eindruck der Nachricht, dass die Ratingagentur S&P den Ausblick für die italienische Bonitätsnote von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hat, ist die europäische Einheitswährung zum Wochenauftakt kurzzeitig unter die Schwelle von 1,40 USD gerutscht. Zwischenzeitlich hat sich der Euro wieder etwas oberhalb dieser Marke stabilisieren können. Ein Dauerbrenner ist auch in dieser Woche das leidige Thema Griechenland. Wie ein Ausweg aus der griechischen Schuldenmisere letztendlich aussehen könnte, dürfte sich frühestens Mitte Juni auf dem geplanten EU-Finanzministertreffen in Brüssel zeigen. Bis dahin bleibt die ausgeprägte Unsicherheit an den Finanzmärkten wohl bestehen.

Die Zinsrichtung zeigt aufwärts

Die Inflation im Euroraum steigt in diesem Jahr voraussichtlich auf 2,6% und überschreitet damit das Zwei-Prozent-Ziel der EZB deutlich. Auch die jüngste Leitzinserhöhung hat daran wenig geändert. Erst im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate wieder etwas niedriger ausfallen. Die Haushaltsdefizite verschiedener EWU-Länder haben in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Vor allem die Verschuldung Griechenlands wird die Märkte in den nächsten Monaten in Atem halten.

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