Zentralbanken / Rentenmärkte

Griechenland dominiert erneut die Nachrichtenlage – Euro leidet

Unter dem Eindruck der Nachricht, dass die Ratingagentur S&P den Ausblick für die italienische Bonitätsnote von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hat, ist die europäische Einheitswährung zum Wochenauftakt kurzzeitig unter die Schwelle von 1,40 USD gerutscht. Zwischenzeitlich hat sich der Euro wieder etwas oberhalb dieser Marke stabilisieren können. Ein Dauerbrenner ist auch in dieser Woche das leidige Thema Griechenland. Wie ein Ausweg aus der griechischen Schuldenmisere letztendlich aussehen könnte, dürfte sich frühestens Mitte Juni auf dem geplanten EU-Finanzministertreffen in Brüssel zeigen. Bis dahin bleibt die ausgeprägte Unsicherheit an den Finanzmärkten wohl bestehen.

Die Zinsrichtung zeigt aufwärts

Die Inflation im Euroraum steigt in diesem Jahr voraussichtlich auf 2,6% und überschreitet damit das Zwei-Prozent-Ziel der EZB deutlich. Auch die jüngste Leitzinserhöhung hat daran wenig geändert. Erst im kommenden Jahr dürfte die Teuerungsrate wieder etwas niedriger ausfallen. Die Haushaltsdefizite verschiedener EWU-Länder haben in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Vor allem die Verschuldung Griechenlands wird die Märkte in den nächsten Monaten in Atem halten.

Personelle Änderungen bei Bundesbank und EZB – keine Änderung der geldpolitischen Grundausrichtung

Anfang Mai ist Jens Weidmann in das Amt des deutschen Bundesbankpräsidenten eingeführt worden – eine Personalie, die heftig diskutiert worden ist. Die Art des Rückzugs seines Vorgängers Axel Weber hat für Aufhebens gesorgt, daneben hat die Presse die bis vor kurzem noch enge Dienstbeziehung Weidmanns zur deutschen Bundeskanzlerin aufgespießt. Fachlich und persönlich ist der „Neue“ seinem Amt gewachsen. Nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen geldpolitischen Herausforderungen der Eurozone erscheint Weidmann als eine gute Wahl.

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