Aktienmärkte

Die Weltwirtschaft ist bislang nicht bedroht

Wie schon im vergangenen Sommer hat ein Einbrechen des chinesischen Aktienmarktes in den letzten Tagen Schockwellen rund um den Globus geschickt. Auch in Europa und den USA haben die Kurse kräftig nachgegeben, die Signale aus China werden als Vorboten eines wirtschaftlichen Einbruchs interpretiert. Die chinesische Währung hat auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren abgewertet, der Ölpreis ist mit etwas mehr als 32 US-Dollar sogar so niedrig wie seit mehr als 11 Jahren nicht mehr. Sind das tatsächlich Anzeichen für eine sich verschärfende, weltweite Wirtschaftskrise? Nein, aus meiner Sicht nicht. Bereits im letzten Sommer hat sich gezeigt, dass der momentan viel zitierte Zusammenhang zwischen Aktienmarkt und Konjunktur in China so überhaupt nicht gegeben ist. Weder taugten die Aktienmärkte in der Vergangenheit als Frühindikatoren für das Wirtschaftswachstum, noch gehen vom Auf und Ab des Marktes nennenswerte Effekte auf die chinesische Konjunktur aus. Wir haben das auch in diesem Blog schon mehrfach…

Stress am High Yield-Markt – Ansteckungsgefahr für Aktien?

Bei Kapitalanlegern werden die Sorgenfalten immer tiefer. Erst waren es Rohstoff- und Emerging Markets-Investitionen, die deutliche Kursverluste verbuchen mussten. Später folgten die Aktienkurse, die in einem Umfeld rückläufiger Unternehmensgewinne, hoher Bewertung und allgemeiner Reife des Kursaufschwungs in einen Bärenmarkt gezwungen wurden. Wenige Tage vor dem lang erwarteten Zinsschritt der US-Notenbank ist nun der nächste Dominostein umgefallen und der Abverkauf von Risikoassets hat sich nochmal beschleunigt. Diesmal kamen in den USA die „High Yield“-Anleihen, Unternehmensanleihen mit deutlich schlechterer Bonität, unter massiven Verkaufsdruck. Der Auslöser für die initialen Kursverluste dieser Anleihen war der fallende Rohölpreis, der die Gewinnperspektiven – und damit auch die Zinstragfähigkeit – vieler Unternehmen aus der Ölbranche infrage stellt. In den letzten Tagen hatte sich die Korrektur am High Yield-Markt nochmals verstärkt, unter anderem auch, weil ein renommierter US-Vermögensverwalter einen Fonds schloss und den Kunden den Verkauf der Anteile verbot. Viele Investoren fühlen sich nun an das Jahr 2007…