Arbeitsmarkt

Frankreich: Geplante Arbeitsmarktreform geht in die richtige Richtung, aber greift zu kurz

Nicht abgeholter Müll, Zugausfälle und Schlange stehen an der Zapfsäule: Seit Wochen leidet Frankreich unter dem von den Gewerkschaften organisierten Streik gegen die geplante Arbeitsmarktreform. Mit Maßnahmen, wie einer Lockerung des Kündigungsschutzes und flexibleren Arbeitszeiten, will die französische Regierung mehr Schwung in den Arbeitsmarkt bringen und für mehr Beschäftigung sorgen. Dabei ist die aktuelle Reform nicht der erste Versuch, den Arbeitsmarkt zu beleben. Dass es tatsächlich akuten Handlungsbedarf gibt, zeigt ein Blick in die Statistik: So bewegt sich die französische Arbeitslosenquote seit Jahren hartnäckig nahe der Marke von 10 Prozent. Besonders betroffen sind die Jüngeren, die Berufseinsteiger: Die Jugendarbeitslosenquote liegt bei knapp 24 Prozent. Unter den neu abgeschlossenen Arbeitsverträgen machten im Jahr 2015 unbefristete Arbeitsverträge nur noch rund 13 Prozent aus. Der Rest besteht aus befristeten Verträgen, meist mit Laufzeiten von teilweise weniger als einem Monat. Mit der Reform, die in die richtige Richtung geht, will die Regierung die Probleme…

Die Arbeitslosigkeit sinkt, bleibt aber das Problem im Euroraum

In der Europäischen Währungsunion (EWU) sinkt die Arbeitslosigkeit seit dem zweiten Quartal 2013. Die Quote konnte von über 12 Prozent auf aktuell 10,2 Prozent schrittweise gesenkt werden. Die moderate konjunkturelle Erholung dürfte einen Großteil des Beschäftigungsaufbaus erklären. Allerdings ist sie bislang nicht kräftig genug, damit an Vorkrisenzeiträume angeknüpft werden kann. Daher fällt der Rückgang der Arbeitslosenquote nur sehr langsam aus. Die zähe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der EWU ist auch Ausdruck weiterhin fehlender Strukturreformen. Einige Volkswirtschaften in Euroraum haben in der jüngeren Vergangenheit Strukturreformen an den Arbeitsmärkten umgesetzt. Insgesamt signalisieren die Indikatoren zur Arbeitsmarktflexibilität, dass sich über eine Deregulierung von Kündigungs- und Einstellungsvorschriften die Spielräume in die Arbeitsmärkte der einzelnen EWU-Mitgliedsländer erhöht haben. Und gerade in Spanien, Griechenland und Portugal wurden als Reaktion auf die schwere Krise zwischen 2008 und 2013 Reformen eingeführt, die den Abbau der Arbeitslosigkeit erleichtert haben. Eine stärkere Flexibilisierung erleichtert den Stellenaufbau im Aufschwung. Italien hat…