China

Bärenmarkt in China: Vor allem wegen Trump

Große Sorgen belasten den chinesischen Aktienmarkt: Seit dem Hoch im Januar hat der Shanghai Composite Index über 20% korrigiert. Investoren haben Aktien verkauft, weil Sorgen aufkamen, chinesische Unternehmen würden zukünftig verstärkt unter den Handelsauseinandersetzungen mit den USA leiden. Tatsächlich zielt US-Präsident Trump im Kern seiner protektionistischen Politik auf Importe aus China. Trotz der rückläufigen Kurse seit Jahresbeginn ist der chinesische Aktienmarkt mit einer Marktkapitalisierung der Unternehmen von 6,5 Billionen US-Dollar (vergleiche Deutschland mit 2,3 Bio. US-Dollar) immer noch der zweitgrößte Markt der Welt, wenngleich zum US-Aktienmarkt (31,1 Bio. US-Dollar) ein gewaltiger Rückstand besteht. Weil Anfang November in den USA die Kongresswahlen stattfinden, gehen wir davon aus, dass Präsident Trump seine scharfe Rhetorik zum Handel mit China und der EU bis zu den Wahlen beibehalten wird. Für die chinesischen Aktienindizes bedeutet dies nichts Gutes, die Marktstimmung sollte gedrückt bleiben. Störungen im Welthandel würden den Unternehmen in China zusetzen. Jedoch sollte die…

China: Weiter stabiles Wachstum, die Risiken jedoch bleiben hoch

Die chinesische Wirtschaft hat sich auch während der diesjährigen Sommermonate auf einem äußerst stabilen Wachstumspfad bewegt. Dies zumindest legen die offiziellen Zahlen zum Wirtschaftswachstum im zurückliegenden dritten Quartal nahe, die heute Morgen veröffentlicht wurden. Danach ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr – genauso wie in den beiden vorangegangenen Quartalen – um 6,7 Prozent gestiegen. Die Markterwartungen wurden so zumindest bestätigt und auch das Wachstumsziel, das Pekings Wirtschaftslenker zu Beginn dieses Jahres mit einer Spannbreite von 6,5 bis 7 Prozent veranschlagt haben, konnte weiterhin eingehalten werden. Das vierteljährliche Wachstum hat sich mit einem Wert von zuletzt 1,8 Prozent gegenüber (nach oben revidierten) 1,9 Prozent im zweiten Quartal nur geringfügig verlangsamt, lässt damit jedoch, entgegen unseren Erwartungen, keine Zunahme des wirtschaftlichen Schwungs im zurückliegenden Quartal erkennen. Darauf hatten vor allem die Stimmungsindikatoren hingedeutet, die sich insbesondere in der Industrie in den vergangenen Monaten deutlich verbessern konnten. Das Ergebnis der Markit-Einkaufsmanagerbefragung war…

Die Weltwirtschaft ist bislang nicht bedroht

Wie schon im vergangenen Sommer hat ein Einbrechen des chinesischen Aktienmarktes in den letzten Tagen Schockwellen rund um den Globus geschickt. Auch in Europa und den USA haben die Kurse kräftig nachgegeben, die Signale aus China werden als Vorboten eines wirtschaftlichen Einbruchs interpretiert. Die chinesische Währung hat auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren abgewertet, der Ölpreis ist mit etwas mehr als 32 US-Dollar sogar so niedrig wie seit mehr als 11 Jahren nicht mehr. Sind das tatsächlich Anzeichen für eine sich verschärfende, weltweite Wirtschaftskrise? Nein, aus meiner Sicht nicht. Bereits im letzten Sommer hat sich gezeigt, dass der momentan viel zitierte Zusammenhang zwischen Aktienmarkt und Konjunktur in China so überhaupt nicht gegeben ist. Weder taugten die Aktienmärkte in der Vergangenheit als Frühindikatoren für das Wirtschaftswachstum, noch gehen vom Auf und Ab des Marktes nennenswerte Effekte auf die chinesische Konjunktur aus. Wir haben das auch in diesem Blog schon mehrfach…

China: Die Folgen des Aktien-Crash

Der Crash am chinesischen Aktienmarkt in den vergangenen Wochen hat rund um den Globus einmal mehr die Sorgen vor einem Einbruch der chinesischen Konjunktur geweckt – einem „hard landing“ der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, das zweifellos die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würde. Dies ist nicht zuletzt abzulesen an den Weltmarktpreisen der wichtigsten Rohstoffe, die seit Mitte Juni kräftig korrigiert haben. Der deutliche Rückgang des Einkaufsmanagerindexes für die chinesische Industrie auf ein Zwei-Jahres-Tief scheint diese Sicht zu bestätigen. Wir halten die Befürchtungen aber für überzogen. Zunächst einmal: Die Korrelation des Aktienmarktes mit dem Wirtschaftswachstum ist in China von jeher gering – als konjunktureller Vorbote eignet er sich kaum. Was wäre ansonsten die Botschaft des vorangegangen 150-prozentigen Kursanstiegs in einem Umfeld kontinuierlich nachlassender Wachstumsraten? Als Indikator für einen Wachstumseinbruch sollte der Aktien-Crash sicherlich nicht gesehen werden, zumal die zuletzt veröffentlichten „harten“ Wachstumsindikatoren (Industrieproduktion, Einzelhandel und Investitionen) ein zwar verhaltenes, gleichwohl aber…

Stimmung im Sommerloch

In der deutschen Industrie hat sich das Geschäftsklima im Juli weiter verschlechtert. Gemäß vorläufiger Daten ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im laufenden Monat mit nur noch 43,3 Punkten sogar auf ein 3-Jahres-Tief gefallen. Im Juni stand der Index noch bei 45 Punkten, der neutrale Wert liegt indes bei 50. Damit hat sich die Stimmungseintrübung im Industriebereich in den vergangenen Wochen ungebremst fortgesetzt, die Messzahl für Deutschland liegt nun sogar unterhalb des Durchschnittswerts für das verarbeitende Gewerbe im Euro-Raum. Offenbar spüren immer mehr deutsche Industriebetriebe die negativen Auswirkungen der Krise in der Eurozone, der Optimismus, der noch in den ersten Monaten des Jahres vorherrschte, ist verflogen. Immerhin hält sich das Umfrageergebnis für den Dienstleistungssektor in Deutschland mit 49,7 Punkten noch im neutralen Bereich, und in der Bauwirtschaft laufen die Geschäfte weiterhin gut. Dennoch wächst das Risiko, dass die deutsche Konjunktur mehr und mehr unter der Krise in Südeuropa und…