Corona

Alles hat seinen Preis

Die sozialen Folgen der konjunkturellen Vollbremsung durch die Corona-Pandemie und anschließenden Lockdown wurden durch Ausgaben der Staaten abgefedert. Bislang hat man die finanziellen Folgen noch nicht richtig realisiert, aber dies dürfte sich nun ändern. In Deutschland hat die Bundesagentur für Arbeit in der ersten Hälfte des Jahres ein Defizit von gut 10 Mrd. Euro angehäuft, dies wird sich in den kommenden Monaten weiter vergrößern und bis zum Jahresende auf rund 30 Mrd. Euro hochlaufen. Damit sind die eigentlich hohen Rücklagen von 26 Mrd. Euro aufgebraucht und der Staat muss einspringen. Treiber für diese Entwicklung war das Kurzarbeitergeld und natürlich der dennoch unvermeidliche Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dies dürfte erst der Anfang sein; fallende Steuereinnahmen und steigende Sozialausgaben dürften auch in den kommenden Monaten tiefe Spuren in den staatlichen Haushalten hinterlassen. Vor dem Hintergrund der kommenden Bundestagswahl in 2021 ist es zudem unwahrscheinlich, dass sich bei den Ausgaben Änderungen ergeben. Daher kann…

Corona update – Virus ist aktiv, Kauflaune ungebrochen

Rund um den Globus steigt die Anzahl bestätigter Virusinfektionen erstmals über die Marke von 20 Millionen – Indien löst die USA ab Die wirtschaftliche Erholung in den USA und der EU halt an, wenngleich sich die Dynamik bereits abflacht – Auslandsnachfrage hinkt hinterher Gesamtmarkt: Die Kauflaune der Investoren ist ungebrochen, insbesondere riskantere Anleihen sind gut nachgefragt. Laut Daten der Johns Hopkins Universität wurde auf globaler Ebene Anfang dieser Woche erstmals die Marke von 20 Millionen bestätigten Virusinfektionen erreicht. Mehr als die Hälfe aller Infizierten konzentriert sich auf nur drei Länder: die USA mit rund 5,1 Millionen, Brasilien mit rund 3,1 Millionen und Indien mit rund 2,3 Millionen. Mit Blick auf die Neuansteckungen hält auf globaler Ebene der Dynamikverlust bislang weiter an. Die jüngst in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Konjunkturdaten haben bestätigt, dass sich die Wirtschaft erholt, aber die Dynamik abnimmt. Unseres Erachtens wird der zukünftige Wachstumspfad erheblich von den Verhandlungen…

At home – 4 Unternehmen, die vom neuen Leben profitieren können

Die Corona-Pandemie hat unser Leben stark verändert. Die mit dem Auftreten des Virus einhergehenden Veränderungen betreffen mittlerweile die meisten Bereiche unseres Alltags. Ob in der Arbeitswelt, in der Gestaltung unserer Freizeit oder in unserem Konsumverhalten – wir sind schlagartig mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Für viele Branchen und Unternehmen bedeuten diese neuen Rahmenbedingungen hohe Unsicherheiten und Risiken. Auf der anderen Seite bieten sich denjenigen, die auf die „neue Normalität“ entsprechend eingestellt sind, auch Chancen. Wir haben uns mit den Themenkomplexe Entertainment, Mobiles Arbeiten, Baumärkte und Online-Shopping beschäftigt und einige Unternehmen identifiziert. Vier Unternehmen sind uns hierbei besonders aufgefallen. Take-Two, einer der größten Videospiele-Konzerne der Welt, TeamViewer, als außerordentlicher Profiteur vom Trend zum Homeoffice, Hornbach Holding aufgrund des Booms im Bereich Do-it-Yourself und Amazon als einem der weltweit führenden Online-Anbieter. Wir haben einen Trend identifiziert. Diese Aktien sind in den letzten Wochen schon stark gestiegen und die fundamentale Bewertung ist nicht mehr…

Corona – Facts & Figures

Die Dynamik der Corona Pandemie lässt in den meisten Ländern nach. Nur in einigen Schwellenländern scheint die Situation noch kritisch zu sein. In den Ländern zeigen sich nun zunehmende Unterschiede in den Folgen von COVID-19.  

Zurzeit gibt es keine sicheren Häfen

Die anhaltende Corona-Krise hat die Finanzmärkte hart getroffen. Die Aktienmärkte wurden besonders hart getroffen, und obwohl die letzten Tage ermutigend waren, befürchten wir, dass das Schlimmste noch nicht hinter uns liegt. Während die Aktienmärkte eingebrochen sind und die Kreditspreads sich ausgeweitet haben, hatten die Devisenmärkte zeitweise Schwierigkeiten, klare Richtung zu finden. Dies ist kaum überraschend: Währungen sind per Definition ein relativer Handel. Die ziemlich einfache „Sell, sell, sell“-Mentalität des Aktienmarktes lässt sich hier nicht übersetzen. Es geht darum, sowohl Gewinner als auch Verlierer zu identifizieren. Letzteres ist ziemlich einfach, Ersteres deutlich schwieriger. Selbst die traditionellen sicheren Häfen haben sich nicht so verhalten, wie wir es in einer „normalen“ Krise erwartet hätten. Während der Schweizer Franken unter einem ziemlich beständigen Aufwärtsdruck stand (dem durch die Intervention der Schweitzer Notenbank entgegengewirkt wurde), hat sich der japanische Yen und der US Dollar eher erratisch bewegt. Ähnliches gilt auch für die entsprechenden Anleihemärkte. Kurzgesagt,…

Euphorie folgt der Depression

Seit gestern kennen die Märkte kein Halten mehr. Als wollte man die Tristesse der letzten Woche abschütteln sind die Aktienkurse kräftigst gestiegen. Der Treibstoff für die dynamische Erholung war das große Hilfspaket der Fed und die Hoffnung, dass sich nun endlich auch die beiden Kammern des US-Parlaments auf das Corona-Unterstützungspaket von rund 2.000 Mrd. US Dollar einigen können, was man dann auch geschafft hat. In Europa ist man in diesem Feld schon weiter. Hier hat die EZB bereits in der letzten Woche ein umfangreiches Unterstützungspaket für Investoren und die Euroraum-Länder verkündet. Die Regierungen im Euroraum haben gleichzeitig umfangreiche fiskalische Maßnahmen beschlossen. Dabei ist die Aufgabenteilung zwischen Notenbanken und Regierungen in allen Ländern sehr ähnlich. Die Notenbanken kümmern sich darum, dass die Finanzmärkte funktionieren und die Liquiditäts- und Kreditkosten für Staaten und Unternehmen nicht zu teuer werden, was Insolvenzen und Staatenkrisen vorbeugen soll.  Dafür nehmen die Notenbanken einen starken Volumenanstieg der…

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